Anzeige, SOSSKB i-H ‘äder !N,-W A W l* »mW W SaftliöM send: -k.MARß. Anstalten , !N 27« Homdttg t.d.ed' ’II'W W« ffeniel, caße 33, Wnl-ö-rM l8f{it 200000 cntttt 188’ 64 Zweites Blatt Donnerstag den 16. März iyi>9 Aints- und Anzeigeblntt für den Kreis Gietzen Deutsches Deich Darmstadt, Sr zirückgekehrt. 1191 die Alle Anzeigen-BermittlungSstkllen bei In- und Auslandes nehmen Anzeigm für den Gießener Anzeiger entgegen. 326 349 363 317 Sa. 1355 das dritte Vierteljahr von 0— 1 Jahr: 1—15 Jahren „ 15-60 „ über 60 „ Im ganzen den Erwachsenen im 9. Jahrzehnt war 38% zu 62o/o, in den abgelaufenen 7 Jahren des 10. Jahrzehnts 37,32% zu 62,68%, woraus der Schluß folgt, daß die Sterblichkeit der Kinder im allgemeinen zurückgeht. Auf die einzelnen Altersgruppen verteilen sich die Ver- storbenen folgendermaßen: Es starben im Alter Bei Betrachtung der Todesursachen lassen wir die Kreisfremden wieder unberücksichtigt. An akuten Infektionskrankheiten waren 47 Kreisangehörige verstorben oder 5,95 von 1OOOO Lebenden gegen 59 (7,60/qoq) im Jahre 1897. Von diesen Todesfällen, welche größtenteils das Kindesalter betreffen, kommen 6 auf Masern (7 im Vorjahre), welche in Großen-Buseck, Gießen, Staufenberg und Mainzlar aufgetreten waren. Scharlach hatte 7 (1) Todesfälle im Gefolge; es waren als von dieser Krankheit befallen gemeldet in Großen-Linden 1 (f 1), in Lang-Göns 30 (f 2), in Gießen 11 (t 0) und Treis a. d. Lumda 21 (f 4). In letzter Gemeinde sowie in Gießen dauert die Epidemie jetzt noch fort; vereinzelte Fälle kamen in mehreren Gemeinden vor. An Diphtheritis und Croup sind aus dem Kreise von 257 gemeldeten Kranken 15 oder 5,8% gestorben, im Vorjahre von 251: 22 oder 8,7%. Keuchhusten herrschte in Gießen, Lang-Göns, Queck- born, Staufenberg und Münster und brachte 9 Todesfälle. Erkrankungen an Unterleibstyphus sind 5 und an Flecktyphus 1 zu unserer Kenntnis gekommen, nämlich 3 in Gießen (f 1), je 1 in Villingen (f 1), Eberstadt und Lang-Göns. Zu diesen beiden Todesfällen kommen noch 3 in den Kliniken verstorbene Kreisfremde. Von nicht epidemischen Infektionskrankheiten erlagen 3 Personen an Rose und 6 an Syphilis. An Wochenbettkrankheiten starben 5 Kreisangehörige, davon 3 an Wochenbettfieber (im Vorjahre 4). Eine hervorragende Stelle nehmen in jeder Jahresstatistik die Todesfälle an Lungenschwindsucht ein: es starben nämlich an Tuberkulose der Lungen 172 (175) oder 22,1 von 10000 Lebenden; getrennt für Gießen einer- und die Landgemeinden zusammen andererseits sind die entsprechenden Zahlen 16,6%00 beziehungsweise 24,0° Der Tuberkulose anderer Organe erlagen 48, an Tuberkulose überhaupt mithin 220. Die an Tuberkulose der Lungen Verstorbenen gehören immer zum größten Teil dem Mannesalter an, während starken Expedition aufsuchte und nach Bagamoyo zurück- brachte. Der berühmte Afrikaforscher Emin Pascha (Eduard Schnitzer) trat hierauf in die Dienste des Deutschen Reiches, er fand seinen Tod unter den mörderischen Händen der Eingeborenen auf einer kurz nach seiner Rückkehr (am 25. April 18^0) mit Dr. Stuhlmann angetretenen Forschungsreise nach dem Seengebiet (1892). Mittet- und Südafrika durchkreuzte der Portugiese Serpa Pinto (1877—79), H. Wiß- mann (anfangs mit Pogge) 1881—82, Capello und Ivens 1884—85. Die erste Durchkreuzung Afrikas vom roten Meere bis zum Meerbusen von Guinea führten die Italiener Massari und Mattenci aus. In jüngster Zeit vollendeten noch Johnston (1891—92), Moray (1892—95), Graf Götzen (1893—94) und Versepuy und de Romans (1895—96) Durchkreuzungen von Afrika. Nicht zu vergessen ist schließlich der Thätigkeit der Missionsgesellschaften, sowie der Dienste, welche die Kolonialpolitik, wenn auch aus anderen Gründen, der geographischen Wissenschaft leistete. Das Problem, den Nordpol zu erreichen, ist bisher leider nicht gelöst worden, und dürfte nun auch im 19. Jahrhundert nicht mehr gelöst werden. Die Zahl der Nordpol- Expeditionen seit 1806, wo Scoresby bis über den 81. Breitegrad hinansgelangte, ist Legion. Anfangs galt es vor allem der Auffindung der lange geträumten nordwestlichen Durchfahrt, auf deren Entdeckung die englische Regierung schon 1743 einen Preis von 20,000 Pfund Sterling ausgesetzt hatte. Parry erreichte 1827 die Breite von 82° 40'; John Roß mußte (1829-30) zwei Winter im Eise aus. halten; 1831 entdeckte James Clarke Roß auf Boothia. »«nähme een Anzeigen zu der nachmittags für den plgendm Tag erscheinenden Nummer bis norm. 10 Uhr. HeUWon, Expedition und Druckerei: Kchnkstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familicnblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde._______________ mit 95, der ungünstigste, wie es meist der Fall ist, der April mit 132; die 4 Wintermonate Oktober bis Januar sowie der Mai stehen einander fast gleich mit 105 bis 106 Sterbefällen. Von den Verstorbenen gehörten 395 oder 29,14% dem Kindesalter an und 960=70,86% waren Erwachsene. Die Mittelzahlen für das Verhältnis der Kinder zu Adresse für Depeschen: Anzeiger chietz«»-. Fernsprecher Nr. 51. Nezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlvhn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Vfg. vierteljährlich. fiel zogin von Anhalt. Berlin, 14. März. Die 9. Kommission des 'Reichötags zur Beratung des Jnv alid itäts- Lei sicherungsgesetzes fuhr heute in der Beratung über den §51, Einrichtung von örtlichen Rent »stellen, fort. Berlin, 14. März. In der Budget-Kommission bt6 Reichstages wurde zu Beginn der heutigen Be- ratllirg zunächst Kenntnis genommen von einem Schreiben 1e8 Kriegsministers, in welchem derselbe bat, den ersten Gegenstand der Tagesordnung: „Etat für die Aenderung in brr Organisation des Reichsheeres" abzusetzen und wandte fich ßodann der Beratung einiger Petitionen zum Etat be- tresfind Aufbesserung der Beamtengehälter zu. Berlin, 14. März. Der Chef der Marine-Station der Ostsee, Admiral Köster, ist unter Belassung in seinen bisherigen Vertretungen und Verleihung der Befugnisse und jes Ranges eines kommandierenden Generals zum General- Zns^ekteur der Marine ernannt worden. Berlin, 14. März. Dem Landtage ist heute die Gesetzes-Vorlage betreffend die Kanal-Verbindung vom Rhein und) der Weser und Elbe zugegangen. Der Inhalt der Mlüge wird vom „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht. Berlin, 14. März. Der frühere freisinnige Reichstags- Abgeordnete Dr. Ludwig Bamberger ist heute mittag Zcstorbe n. Befehl des Sultans getötet, Beurmann wurde 1862 er* mordet, Tinne erlag 1869 der Raubsucht der Eingeborenen. Weiter'nennen wir die berühmten Namen Nachtigal (1870 bis 1878), Gerhard Rohlfs (1865—1867), ferner Caillis, Barth, Lenz u. s. w. Die Missionäre Krapf und Rebmann brachten Kunde vom Kilima Ndscharo und Kenia, Burton und Speke entdeckten den Tanganjika- und Ukerewesee, welch letzterer 1863 von Speke als Quellsee des Nils erkannt wurde. Um die Erforschung des Nilgebietes hat sich auch der deutsche Gelehrte Schweinfurth (seit 1864) hervorragende Verdienste erworben. Den Süden Afrikas erschloß Livingstone (seit 1879). Er entdeckte — wir folgen der Darstellung Daniels — den Ngnamisee und den Oberlauf des Sambesi, und durchkreuzte Afrika von Benguela bis Kilimane. Bis zum Tode, der ihn am 1. Mai 1873 in Tschitaniba ereilte, setzte er unermüdlich seine Reise fort; immer weiter, immer weiter! war seine Losung. Um dieselbe Rett fanden die ersten Durchquerungen des Erdteils statt Cameron (1873—1875) und Henry Stanley (1874-1877) durchzogen Afrika von der Ostküste bis zur Westküste, letzterer stellte den ganzen Lauf des mächtigen Konqostromes fest. Schon vorher (1870-72) hatte der kühne Reporter im Auftrage des „New York Herald" eine Wanderung nach Zentralafrika zur Aufsuchung des damals verschollenen Livingstone angetreten und mit Glück und Energie durchgeführt. Auch die belgische Kongo-Expedition (1881—84) vertraute man seiner kundigen Führung an, wie er gleichfalls den im Innern Afrikas befindlichen Emin Pascha (1886—89) an der Spitze einer über 1000 Mann Hichener Anzeiger Heneral-Anzeiger Prschetnt täglich eit Ausnahme des Montags. Die Gießener Pamilienk kälter Werben dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Ausland. Prag, 14. März. Die „Narodny Listt" bezeichnet die Wellung des Kabinetts Thun seit dem Rücktritt Banffys Äs ernstlich erschüttert. Es besteht kein Zweifel, daß Graf 3hun ein Ultimatum gestellt erhalten habe, entweder die Mischen zu versöhnen oder zurückzutreten. Der Zeitung ititen" zufolge sei man in gewissen Kreisen bestrebt, eine deutsch-polnische Regierung ans Ruder zu bringen. Mailand, 14. März. Die italienischen Sozial- 6tm o traten haben beschlossen, im Herbst cine%Kongreß «bzuhalten, um über ihre Lage zu beraten. Sollte die Aegierung die Abhaltung desselben verbieten, wird der Kongreß im Auslande stattfinden. Madrid, 14. März. Auf der Universität Barcelona mürbe ein Komplott unter den Studenten entdeckt, alt nicht katatonischen Professoren zu boykottieren. Madrid, 14. März. In Leon kam es anläßlich einer Lndgebung für die Armee zu einer großen Schlägerei Darmstadt, 14. März. Seine Königliche Hoheit der »ßherzog sind gestern nachmittag von Gotha hierher Berlin, 14. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht bie Verleihung der Rothen Kreuz-Medaille 1. Klasse an die Gegen die Regel brachte größte Zahl der Toten durch erhöhte Kindersterblichkeit an Darmerkrankungen im Nachsommer, gewöhnlich sterben die meisten Menschen im II. Quartal. Von den Monaten war der günstigste der Januar Feuilleton. Das 19. Jahrhundert. Anter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme. (Nachdruck oder Auszug verboten. VI. (Schluß.) Die Erforschung und Durchquerung des „k nflen" Erdteils (Afrikas) ist einer der größten Nmmphe des 19. Jahrhunderts. Seit der Begründung ibrr.afrikanischen Gesellschaft zu London (1788) nahm die EsO'rschung Afrikas einen bedeutenden Aufschwung, doch am die Zahl der Opfer hier weit größer, als die in den übrigen Erdteilen. Die Reise des Schotten Mungo Park (1806) verdient zunächst Erwähnung; der erste Europäer, btr Len Niger gesehen, überraschte ihn der Tod vor der Wsuvig der gestellten Aufgabe, welche in der Erforschung fr? Nigerlaufes bestand. Die Engländer Oudney und ühnHam (1822 bis 1824) brachten die erste Kunde vom Sjabeiee und den Negerreichen des Sudan. 1825 drang tHiipoperton in das Innere des Sudan vor, wo er starb; N Zentralafrika sandte die englische Regierung eine Ex- libittion unter Richardson (1849), auch er fiel nebst seinem Ärglleiter, dem Deutschen Overweg, als Opfer der Wissen- W:l, während der dritte Begleiter, Barth, 1855 glücklich di!Heimat erreichte. Bogel wurde 1856 in Wadai auf Jahresabschnitte zeigt folgende Tabelle: Es starben im I. Quartal II. „ ni. „ „ IV. zwischen den Unabhängigen und den Karlisten. Das Militär mußte einschreiten und nahm viele Verhaftungen vor. Gesundheitsstand und Sterblichkeit im Kreise Gietzeu im Jahre 1898. Nach der Sterblichkeit beurteilt waren die Gesundheitsverhältnisse im Kreise Gießen im Jahre 1898 im Vergleiche mit vorausgegangenen Jahren recht günstige zu nennen; nicht nur war die Zahl der Todesfälle im ganzen wiederum zurückgegangen, sondern es ist auch besonders hervorzuheben, daß diese Minderzahl an Verstorbenen fast allein das kind- liche Alter betrifft, und daß ferner die ansteckenden Krankheiten weniger Opfer forderten als in den Vorjahren, wie dies aus den nachstehenden Zusammenstellungen hervorgehen wird. Von der Gesamtsumme der im Berichtsjahre im Kreis verstorbenen 1355Personen lassen wir, wie bei unserer Veröffentlichung über die Sterblichkeit der Stadt Gießen zunächst diejenigen außer Betracht, welche in den Kliniken behandelt wurden und dem Kreise nicht angehörten. Es sind dies 164, und es bleiben verstorbene Kreisangehörige 1191 gegen 1275 im Jahre 1897. Bei einer Einwohnerzahl von rund 79000 beträgt die hieraus berechnete Sterblichkeitsziffer 14,76 auf 1000 Lebende. Die entsprechenden Zahlen der Vorjahre von 1891—1897 waren: 21,02 — 19,96 — 22,03 — 17,89 — 15,97 — 16,10 und 16,13%,,. Bei getrennter Ermittelung Der Sterblichkeitsquoten für die Stadt Gießen und die Summe der Landgemeinden findet man die Zahl 12,2%0 für erstere und 16,1 %0 für den Landkreis, das heißt es starben im Jahre 1898 von 1000 Lebenden in der Kreisstadt 4 Personen weniger als im Landbezirke. Die Verteilung der Todesfälle auf die einzelnen größeren Kreisangehörige Kreisfremde Zusammen 218 + 17 = 235 i: 146 + 14 = 160 376 + 103 — 479 451 + 30 = 481 andere, innere Organe, insbesondere die Gehirnhäute, mehr im Kindesalter von den Tuberkeln befallen werden. Die Sterblichkeit an akuten Erkrankungen der Atmungsorgane ist gegenüber dem Vorjahre geringer gewesen: der Lungenentzündung erlagen 69 (80), anderen katarrhalischen Affektionen 73 (100), von diesen ist bei 11 Personen Influenza als Todesursache angegeben. Durch Gehirn sch lag fluß endeten 48 (54) Personen, durch Herzkrankheiten 45 (57). Erhöht war im Berichtsjahre die Zahl der Todesfälle an Magen- und Darmkrankheiten, zum größten Teile Säuglinge betreffend, mit 61 gegen 46 im Vorjahre. An Abzehrung der Kinder gingen 8 zugrunde, an angeborener Lebensschwäche oder Bildungsfehlern 39 (und 11 Kreisfremde). Bei 73 waren bösartige Neubildungen, Krebsgeschwülste, Todesursache, dazu kommen 28 in den Kliniken verstorbene Kreisfremde. 193 Personen starben an Altersschwäche; auf andere bekannte Krankheiten fallen 188 Sterbefälle (-f- 44 Kreisfremde), bei 78 Verstorbenen blieb, die Todesursache unbekannt. Eines gewaltsamen Todes starben 61 Personen (im Vorjahre 46), davon sind 14 Kreisfremde, und zwar durch Unglücksfall 35, durch Selbstmord 24 (14), durch Todschlag 1, durch Hinrichtung 1. Gießen im März 1899. Großherzogliches Gesundheitsamt Gießen. Dr. Haberkorn. Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Stände. nn. Darmstadt, 14. März 1899. Die Sitzung wird um 9 Uhr eröffnet und die Beratung der gestrigen Tagesordnung fortgesetzt. Ein Gesuch der Lehrer Heiß- Darmstadt und Povence- Offenbach um Erhöhung ihres pensionssähigen Einkommens auf 4235 Mk. bezw. 3400 Mk. wird genehmigt. Ein Antrag des Abg. Köhler-Darmstadt bezweckt zur Förderung des Arbeitsnachweises in Hessen statt 2000 Mk., 6000 Mk. zu bewilligen. Abg. Köhler begründet in eingehender Weise seinen Antrag und hebt die sozialpolitische und wohlthätige Wirkung der Arbeitsnachweise in den Städten hervor und weist auf den Nachbarstaat Baden hin wo man jährlich 12 000 Mk. für diesen Zweck ins Staatsbudget eingestellt habe. Auch in Hessen dürfe man auf diesem Gebiet nicht zurückbleiben, und er bittet, daß im nächsten Budget ein höherer Betrag als seither eingestellt werde. — Ministerialrat Braun weist mit statistischem Material dem Hause nach, daß Arbeitsnachweise in Hessen überall bestehen, die teils Kreis- teils Ortseinrichtungen seien. In Kreisen mit mehr landwirtschaftlichen Betrieben sei man gegen die Arbeitsnachweise, weil hierdurch der Landwirtschaft mehr noch als seither die Arbeitskräfte entzogen würden. — Abg. Haas-Mainz weist auf das Arbeitsamt in Mainz hin, das ganz vorzügliche Erfolge aufzuweisen habe. Es sei wünschenswert wenn sich über ganz Deutschland ein Netz von Arbeitsnachweisen ausbreite, während Minister Braun sich mehr Erfolge von den lokalen Arbeitsnachweisen verspricht, weil diese den eigentlichen Bedürfnissen Rechnung tragen. — Hierauf wird der Antrag des Ausschusses den Zuschuß auf 6000 Mk. zu erhöhen einstimmig genehmigt. Abg. Römer und Genossen haben beantragt, den staatlichen Zuschuß zu den Polizciverwaltungskosten der kleineren Städte des Landes zu erhöhev- Der Ausschuß stimmt dem Antrag ru, will aber auch, daß den Großstädten der Zuschuß ausgebessert werde. — Abg. Schmeel weist an der Hand statistischen Materials nach, daß in unseren Großstädten die Polizeikosten ganz bedeutende Summen kosten. In Berlin betragen die Kosten 2,50 Mk. und in Darmstadt 2,80 Mk. jährlich auf den Kopf der Bevölkerung. — Staatsminister Rothe erklärt die Regierung erkenne die Notwendigkeit der Erhöhung des Staatszuschusses zu den Polizeikosten der Städte an. Im Augen- Felix den magnetischen Nordpol, er mußte drei Winter im nordischen Eise zubringen. John Rae vollendete 1846 bis 1847 die Entdeckung der amerikanischen Polarküste. Ein tragisches Ende nahm die 1845 ausgesandte Expedition des Sir John Franklin, von dem man nichts wieder hörte, und der nebst seiner Mannschaft durch Kälte und Hunger den Tod fand. Eine der zur Aufklärung über sein Schicksal ausgesandten Expeditionen (unter Mac Clure) fand 1851 die jahrhundertelang gesuchte Durchfahrt, mußte jedoch zum großen Leidwesen aller Interessenten gleichzeitig feststellen, daß dieselbe für die Schifffahrt völlig unbrauchbar sei. Die Nordoft-Durchfahrt wurde erst in den Jahren 1878—79 von Nordenskiöld aufgefunden, sie versprach aber ebenfalls keinerlei praktischen Nutzen für Handel und Schifffahrt. Die Negierungen begannen in der Folge mit der systematischen Erforschung der arktischen Breiten. Das Deutsche Reich stellte einen Betrag von 300,000 Mk. zu Zwecken der Polarforschung zur Verfügung. Am berühmtesten sind aus der neuesten Zeit die Polarcxpcditionen Nordenskiölds und Nansens, welch letzterer im Jahre 1888 mit einigen kühnen Begleitern Grönland von Osten nach Westen auf Schneeschuhen durchkreuzte. Vom 15. August bis 16. September legten die mutigen Forscher 490 Km. zurück und überstanden Temperaturen von — 50° C. Im Frühjahr 1889, kaum nach Europa zurückgekehrt, faßte Nansen den kühnen Plan, über das Eis nach dem Pol vorzudringen, indem er, von der Lena-Mündung ausgehend, an den neusibirischen Inseln vorbei über den Nordpol nach Ostgrönland zu gelangen versuchte. Das waghalsige Unternehmen scheiterte an den unüberwindlichen Hinderniffen der blick sei es aber schwierig die Angelegenheit zu realisieren. — Abg. Weidner ist mit dem Ausschuß-Antrag nicht einverstanden, weil durch denselben die kleinen Orte leer ausgehen würden. Man möge die Regierung um eine Vorlage ersuchen, nach welcher die Gesamtpolizeikosten geregelt werden. — Abg. Dr. David hält die Gründe des Ausschusses für allein richtig. Derselbe wolle doch nur ein Gesetz zur Regelung der Polizeikosten überhaupt herbeiführen, während die Regierung eine Pression auf die Kammern ausüben wolle. Das sei verfassungswidrig. Staatsminister Finger habe seinerzeit bei Beratung des Schulgesetzes auf das unzulässige einer solchen Pression hingewiesen und heute drehe die Regierung den Spieß um. — Staatsminister Rothe betont, daß es der Großherzoglichen Regierung nicht einfalle, die Gewährung von Unterstützungen für Polizeikosten an kleine Gemeinden von der Annahme des Verwaltungsgesetzes abhängig zu machen. — Der Ausschußantrag wird hierauf angenommen. Zu dem Antrag des Abg. B r e i m e r auf Erhöhung des Staatszuschusses der Landes-Feuerlösch- taffe beantragt der Ausschuß, daß ein höherer Staatszuschuß gefordert, und daß die Mobiliar-Versicherungsgesellschaften zu erhöhten Beiträgen durch den Staat herangezogen werden. Abg. David wünscht, daß auch die Mobiliar-Versicherung verstaatlicht werde. Abg. Schroeder hält diese Ansicht für undurchführbar, weil man damit in den sozialdemokratischen Zukunftsstaat steuere. Der Ausschußantrag wird hierauf nur in seinem ersten Teil angenommen, der zweite abgelehnt. Ein Antrag des Abg. Hensel, die Regierung zu ersuchen, Erhebungen über die von den Mobiliarversicherungen in den letzten fünf Jahren an die Feuerlöschkassen bezahlten Zuschüsse anzustellen, wird genehmigt. Eine Reihe weiterer Gegenstände wird ohne Debatte angenommen. Zu der Vorlage der Regierung auf Bewilligung von M i t t e l n für S ch r e i b h i l f e bei den Staatsanwaltschaften, Amtsanwälten und Amtsgerichten beantragt der Ausschuß, die Regierungsforderung in Höhe von 46 000 und 7000 Mk. zu bewilligen. — Abg. Dr. David begrüßt es mit Freuden, daß die Regierung über das Maß seines Antrages hinaus gegangen sei, und höhere Summen gefordert habe. Damit sei bewiesen, daß selbst die Negierung das Bedürfnis nach einer Besserstellung dieser Leute anerkannt habe. Die neue Prüfungsordnung sei viel zu schwierig, um später die Leute zur Anstellung zu bringen. Die Einjährigen-Berechtigung halte er für genügend, um den Aspiranten das Examen zu erlassen. — Justizminister Dittmar erklärt, daß die erst vor kurzem erlassene Prüfungsordnung für die Gerichtsschreiber auf lange Zeit hinaus nicht geändert werden dürfe, weil sie von kompetenter Seite für sehr gut erklärt wurde. Die Einjährigen-Berechtigung könne man aus gewissen Gründen als Ersatz einer Prüfung nicht gelten lassen. In Baden verfahre man ebenso. — Abg. David weist nochmals auf die sich hieraus ergebenden Inkonsequenzen aufmerksam, da man bei der Post, der Eisenbahn u. s. w. in anderer Weise verfahre. Die bis jetzt gezahlten Gehalte entsprächen nicht den Anforderungen die an diese Leute gestellt werden. — Abg. Schröder steht ebenfalls auf dem Standpunkt des Abg. David, daß man den Leuten das Examen nicht allzuschwer mache. Im übrigen sei das Wohlwollen der Regierung für diese Beamten nur anzuerkennen. — Die Ausschußanträge werden hierauf angenommen und die Eingaben der betr. Gehilfen für erledigt erklärt. — Die Sitzung wird hierauf um 1 Uhr geschlossen. Vermischtes. * Eine prophetische Stimme vor hundert Jahren. Zum 150. Geburtstag des Grafen v. Mirabeau. 9. März, bringt die Leipziger „Jll. Ztg." sein großes Werk „Ueber die preußische Monarchie" in Erinnerung, das 1787 erschien. Zu dessen Glanzstellen gehört die am Schluß des ersten Bandes befindliche Charakteristik Friedrichs des Großen. Mit wie genialer Ahnungsgabe Mirabeau den Beruf Preußens erkannt hat, geht aus dem Aufruf an die Deutschen darin hervor, nachdem er sich über die Nebenbuhlerschaft zwischen Oesterreich und Preußen geäußert. „Bürger Deutschlands", ruft er, „hört einen Ausländer, der euch achtet, weil ihr ein großes, aufgeklärtes, verständiges Volk seid, ein Volk, das weniger verdorben ist als die meisten andern und durch seinen Charakter wie durch seine Verfassung abgehalten wird, Europa zu bedrohen. Schon euch um das Banner des Hauses Brandenburg, unterstützt es, befördert sein Wachstum, freut euch über seine Erfolge! Als ein Bewunderer des großen Königs, dem das Haus Brandenburg seine Macht am meisten zu verdanken hat, würde ich dieser Schöpfung schon deshalb die lebhafteste Teilnahme entgegenbringen, weil sie hauptsächlich das Werk dieses außerordentlichen Mannes ist. Wenn jedoch das Glück Deutschlands damit in keiner wesentlichen Verbindung stände, würde ich auch mein Vaterland, ja ganz Europa nicht beschwören, die preußische Monarchie zu stützen und ihre Grundlage befestigen und erweitern zu helfen. Die Mittel dazu sind keine andern als Friede und Frechen. Hieraus entsprießt, wie aus einem fruchtbaren Keim, bie Wohlfahrt der Staaten. Kein anderes Land ist berufen, diese herrlichen Früchte zu ernten, wie Preußen. 3)16^ der Schutzgcist Europas und der Menschheit Preußen auf jenen Gipfel der Größe und Macht führen, deren es bt» darf, um das Heil Deutschlands zu fördern und zu schirmen!" Verkehr, Kand- und Volkswirtschaft. — Mecklenburg-Ttretttzsche Hypothekenbank. In der am 14. März er. zu NeuNretttz adgehaltenen Generatoelsammlunq wurde der Abschluß für 1898 genehmigt, dem Vorstande und AussichtSrat Entlastung erteilt und die sofort zahlbare Dividende auf 7 Prozent festgesetzt. Die Bilanz pro 1898 befindet sich in dem Inseratenteile unserer heutigen Zeitung. Universitäts-Nachrichten. — Göttingen. Zum Zweck ihrer Habilitation in der philosophischen Fakultät der htefigen Universität hteltm Probevorlesung«. Dr. Sommer über die Geometrie wehrdiwenstonaler Räume, Dr. Coehn über die Verwandlung chemischer tnelektrischer Energie, Dr. Mollwo über neuere Beurteilungen der Politik Napoleon-. — Kiel. Hier hat fich an der Universttät H Dr. W. Benecke, bisher Prioatdozent in Straßburg, als Prtoaldozevt für Botanik habilitiert. — Straßburg. In der medizinischen Fakultät der hirfigen Untverfität hat fich H. Dr. Heinrich Eggeling für Anatomie, vergleichende Anatomie und Entwtckelungsgeschichte habilitiert. — Braunschweig. Wohl der älteste praktizierende Chirurg in Deutschland, Hofrat Dr. Ferd. Fäsebeck htersetbst, beging vor einigen Tagen in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 90. Geburtstag. Zahlreiche Ehrungen wurden ihm zuteil. Fäsebeck, der vor sechs Jahren von der Universität Göttingen zum Ehren doktor ernannt wurde, übt trotz seiner 90 Jahre noch eine auSge» dehnte Praxis aus. — Neuenburg. Dieser Tage feierte die protestaniisch-ihro- logtsche Fakultät der Akademie ihr 25jährigeS Bestehen. Bei diesem Anlasse wurde Proseffor Ladame von der Universtiät Genf, Po- fessor Dubois von der Universität Lausanne und Prof.ssor Per- rochet von der Universttät Bern zu Ehrendoktoren der Theologie ernannt. t — Basel. Hier feierten am 4. dS., wie die Chemikerzeitung berichtet, eine größere Anzahl jetziger und ehemaliger Schüler d«S 25jährige Doktorjubiläum lvon Prof. Rudolf Ntetzkt durch einen Kammer», zu dem zahlreiche Telegramme auS in- und ausländischen Kreisen der Farbentechnik einltefen. v t — London. Hier ist der Mineraloge und Altertumsforscher Dr. Charles Fortnum, 70 Jahre alt, gestorben. Er war der Cot- decker der Kupfererze in Südaustralim und galt al» hervorragenke Gemmen-Autorttät. Seine großen Sammlungen hat er öffeotltchar Anstalten geschenkt. zum Kleid für Mk. 1.50 Pfg. Muster auf Verlangen franoo ins Haus. Modebilder gratis. 6 Mtr. solid. Araba-Sommerst. z. Kleid f. 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Ist das Projekt der Auffindung des Nordpols immerhin im 19. Jahrhundert der Lösung nahegebracht, so trennt uns vom Südpol eine weit bedeutendere Strecke unerforschten Gebiets. Man schätzt den Rauminhalt des noch unbekannten Teils auf etwa 17 Millionen Quadratkilometer, während die terra incognita des Nordens noch etwa sieben Millionen Quadratkilometer umfaßt. Der erreichte äußerste Punkt in den antarktischen Gegenden befindet sich unter 78° 10' südlicher Breite, sodaß die Entfernung bis zum Südpol noch etwa 12° beträgt. 1818 entdeckte Will. Smith Süd- Shetland, 2 Jahre später Botwell die Orkaden, der Ruffe Bellingshausen drang 1819 bis zum 70.° vor, James Wedelt gelangte 1822 sogar bis zu 74° 15' südlicher Breite. James Roß überschritt mit seinen vorzüglich ausgerüsteten Schiffen 1839 sogar den 78. Brcitegrad und gewann damit allen Südpolforschern vor und nach ihm den Vorrang ab. Er entdeckte auch Viktorialand und die Vulkane Erebus (3770Met. hoch) und Terror (3318 Meter). Es folgen noch die Expeditionen des „Challenger" unter Nares und der deutschen Korvette „Gazelle" unter Kapitän Schleinitz (1874 und 1874—1875), welche beide bemerkenswerte Resultate lieferten. Zuletzt werden noch ans dem Jahre 1893—1894 Hamburger Schiffe als Entdecker eines größeren Landes südlich von den Süd-Shetlandinseln und verschiedener Inseln mit thätigen Vulkanen genannt. 1895 beschloß in Bremen der 11. Deutsche Geographentag die Aussendung einer deutschen Südpolarexpedition, deren Kosten auf 950 000 Mk. veranschlagt wurden und zu deren Gunsten gegenwärtig in den größeren deutschen Städten Vorträge gehalten werden. Die Erforschung der Ozeane, angeregt durch Maury, den Direktor des Washingtoner Nationalobservatoriums, veranlaßte zahlreiche Expeditionen der Hauptsee- mächte und führte zur Herstellung ganz neuer, wertvoller Apparate resp. der Verbesserung bereits bekannter Instrumente (Tiefseethermometer, Grundprobenschöpfapparate rc.). Deutsck land läßt seit 1871 alle Sommer die Küsten der Nord- und Ostsee untersuchen, seit 1872 hat sie auch eine Kommission zur wissenschaftlichen Untersuchung deutscher Meere gebildet. Die Errichtung hydrographischer Aemter bei den Marine» diente demselben Zwecke. ( Wenn nach alledem auch noch genug wichtige und zahl reiche Aufgaben ihrer Lösung durch das nächste Jahrhunver harren, so hat doch das 19. Säkulum gewaltig und fr,,$* bringend gearbeitet. Die Entdeckung der Erde ist noch niw vollendet, aber es ist doch nach allen Richtungen hin Bresche geschossen worden. Wir haben Afrika durchquert, AustraUen ergründet, China und Japan erschlossen — mag sich nU£ das 20. Jahrhundert durch die Aufsuchung des Nord- uno Südpols revanchieren! «itnettn. J ’*' .f qeilbi kalbst Wn •KÖP«# j1 avq porm-1 is.SgJÄ«® WM! N- 5 Heilung hortet* *“> •SSSS SÄ* schrribW ön eip x geben merdsn. 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