Donnerstag den 16. Februar 1809 iehener Anzeiger Heneral-Anzeiger Zlnrts- unb Anzergeblcrtt für den Ureis Gieszen Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg vierteljährlich. ZSezugsprels vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg monatlich 75 Pfg. nut Bringcrlohn Erscheint lägNili »ii Ausnahme deS Montag? Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den sMgmden Tag erscheinenden Nun'inrr bi- oorm. 10 Uhr. ®(lf Anzeigen-VermittlungSstellen deS In- und Auslande» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Die Gießener ^«mikienö tätter »irbtn dem Anzeige । otchmtlich viermal beigelegt. r fnfitzuug «ommen finb. ö e «esellfchaft iS * neuen W bei® Uni,^ Amtlicher Teil g Kräuterwein. v. Bechtold. er*1 y obtt durch unnzil- Hevakkion, Sjpkdition und Druckerei: Kchukgraße Ar. 7. ließen, den 13. Februar 1899. ter Direktor des landwirtschaftlichen Bezirksvereins. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde. eeeew ictotk SptdolW V ießen, den 13. Februar 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. fg (Pietsch Deutscher Reichstag. 32. Sitzung vom 14. Februar. 1 Uhr. Bekanntmachung. In den Voranschlag des landwirtschaftlichen Bezirks- otteins des Kreises Gießen sind pro 1898/99 Mittel zum ■|U$ von Saatkartoffeln aus fremden Gegenden vor- grsehtn. Es werden die Kartoffelsorten: Professor Märker, Bruce, angeboten zu 3 Mk. pro öwtmr, blaue Magnum bonum, angeboten zu 4 Mk. pro ätntner, zur Anschaffung empfohlen. Außerdem sollen noch nachverzeichnete Kartosfelsorten: Zchnteflocken und Frührosa, angeboten zu 3Mk. pro Gentner, Mggnum bonum, Weltwunder, Sächsische Zwiebelkartoffel md Imperator, alle angeboten zu 3 Mk. pro Gentner, bei Qeftelfung von 200 Gentner zu 2 Mk. 50 Pfg. pro Gentner, unb blaue Riesen, angeboten zu 2 M. 50 Pfg. pro Gentner, «u| Wunsch bestellt werden. Bestellungen auf andere Kartoffelsorten sollen jedoch auf Kunsch der Landwirte auch, aber nur dann ausgeführt werben, wenn ein Waggon (200 Gentner) Kartoffeln von U'iil verschiedenen Landwirten bestellt werden sollten. Es -wirb dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis ' erbracht: 1) daß Anmeldungen bis 6. März 1899 bei dem Unterzeichneten einzureichen sind, Nachbestellungen aber nicht berücksichtigt werden; 2) daß bei Bestellungen von Vereinsmitgliedern, welche den Betrag von 40 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transportes der Saatkartoffeln bis zur Eisenbahnstation Gießen, Grünberg, Hungen und Lang- Göns auf die Bezirksvereinskasse übernommen werden. Bei größeren Bestellungen haben die Vereinsmitglieder die Kosten des Transports der Saatkartrffeln insoweit zu übernehmen, als die Bestellung den Betrag von 40 Mk. übersteigt. Bei Bestellung eines Waggons Kartoffeln werden sich die Kosten des Transportes bis Gießen auf zirka 1 Mk. 50 Pfg. pro Malter berechnen. Da sich die Transportkosten bei Bezug einzelner Malter wesentlich höher belaufen, so können Bestellungen, welche erst einlaufen, wenn bereits zwei Waggons Kartoffeln (400 Gentner) bestellt sind, nicht mehr berücksichtigt werden. Ich ersuche daher die Herren Landwirte um möglichst baldige Einreichung ihrer Bestellungen; Hofmann- Dillenburg (natl.) erklärt, seine hielten daran fest, daß mit der Zeit ein Zusammenbau Mer Zweige der Sozialversicherung stattsindeu müsse. Deutsches Reich. Berlin, 14. Februar. Die Budget-Kommission des Reichstages setzte hente die Beratung der Militär- Vorlage fort. Im Anschluß an einen Bericht des Abgeordneten Bassermann über die Ordre de bataille entwickelte sich eine längere vertrauliche Debatte, in deren Verlauf der Kriegsminister verschiedene Fragen des Abgeordneten Richter beantwortete und darin der Bitte Ausdruck gab, die Vorlage lediglich aus militärischen Gründen zu beurteilen. Nach längerer Debatte wurde bei der Abstimmung der § 3 der Novelle zum Reichs-Militärgesetz vom 2. Mai 1874 (Neuformation) gegen die Stimmen der Freisinnigen, Sozialdemokraten und Polen angenommen, desgleichen § 5 (Einteilung in 22 Armee-Korps). Alsdann wurde die Weiterberatung auf morgen vertagt. Berlin, 14. Februar. Die Geschäftsordnungs- Kommission des Abgeordnetenhauses hatte heute die Frage zu prüfen, ob das Mandat des Abgeordneten Lohmann- Ottweiler (natl.), Bergwerks-Direktor in Neun- cM ....... yt.ii ciuyvyciijjmit: ^Mzsichneten einzusenden. gen» I™ ließen, den 13. ftel Zuerst aber müsse Jnvaliditätsversicherung und Krankenversicherung zusammengelegt werden. Auch eine Witwen- und Waiseu-Bersicherung müsse eingeführt werden. Mit den örtlichen Rentenstellen seien seine Freunde im Grundgedanken einverstanden, aber durchführbar sei diese Einrichtung doch erst im Falle einer Vereinheitlichung der gesamten sozialen Versicherung. Den Nentenstellen weit vorzuziehen würde es sein, wenn die Versicherungsanstalt in jedem Kreise einen Agenten unterhielte, zur Kontrolle der Rentenfestsetzungen. Was den Vermögensausgleich zwischen den Anstalten anlange, so gebe er zu, daß in irgend einer Weise ein Ausgleich erfolgen müsse; aber so wie er vorgeschlagen sei, dürfe er nicht geschehen. Eine Konfiskation der bereits erworbenen Vermögen eines Teils der Anstalten sei unbedingt unzulässig. Redner hofft, daß in der Kommission ein brauchbares Gesetz zu stände gebracht werde. Abg. Roesi^e (wildliberal) ist damit einverstanden, daß diesmal von einer Zusammenlegung der ganzen Sozialversicherung abgesehen worden sei, unö daß sich die Regierung begnügt habe, Besserungen im Rahmen der bestehenden Organisation herbeizuführen. Sicher sei, daß eine Vermögenskonfiskation ganz undenkbar sei. Er, Redner, könne sich wohl denken, daß ein solcher Vorschlag von sozialdemokratischer Seite gemacht werde. Wie aber die Regierung so etwas Vorschlägen könne, das sei ihm unbegreiflich. Die einzige Anstalt, auf die sich die Regierung stütze, sei Ostpreußen. Scheide man Ostpreußen aus, so sei die ganze Vorlage hinfällig. Nach dem Gesetz dürften bei dessen Inkrafttreten Altersrenten nur bewilligt werden au Personen, die in den letzten 3 Jahren zuvor 141 Wocheu lang nachweislich gearbeitet hatten. Wie sei es da möglich gewesen, daß in Ostpreußen die Arbeiter durchschnittlich pro Jahr nur 25 Wochen beschäftigt seien. Da scheine es doch, als ob in Ostpreußen bei Bewilligung von Altersrenten mit außerordentlichem Wohlwollen verfahren worden sei. Redner empfiehlt für die Seeleute eine gesonderte Versicherung im Anschluß an die Seeberufsgenossenschaft und unter Einbeziehung auch der Witwen und Waisen in die Versicherung. Mit den örtlichen Nentenstellen könne man sich befreunden; aber die Vorsitzenden derselben müßten unabhängig dastehen wie die Vorsitzenden der Berufsgenossenschaften. Auch müßten die Vorsitzenden int Hauptamt fungieren und nicht im Nebenamt. Abg. Gamp (R.) kommt auf die Anstalt in Ostpreußen zu sprechen und bemerkt dabei, die Angriffe auf dieselbe seien thatsächlich haltlos gewesen. Weiter führt Redner gegen das Markenkleben aus, daß die Last zu sehr großem Teile doch auf dem Arbeitgeber haften bleibe. Der Gedanke der örtlichen Nentenstellen berühre ihn sehr sympathisch. Keinesfalls dürfe die Vorlage mit der Witwen- und Waisenversorgung belastet werden, wie dies hier angeregt worden sei. Redner hält sodann der Linken vor, daß sie von den Verhältnissen im Osten nichts verstehe. Abg. Raab (Antis.) freut sich, sich auf den Standpunkt der Vorlage im großen und ganzen stellen zu können. Gegen den Vermögensausgleich habe er nichts einzuwenden, beim den Arbeitern sei doch in dem bestehenden Gesetze nicht ein Vermögensanteil zugesichert worden, sondern eine Rente; und diese dürfe ihnen nicht verkürzt werden. Das Hans vertagt sich jetzt auf morgen 1 Uhr. T.-O.: Fortsetzung der heutigen Beratung und Interpellation Johannsen betr. Däneuausweisungen. Schluß 53/4 Uhr. kirchen, gewählt im 5. Wahlkreis im Regierungsbezirk Trier, dadurch erloschen sei, daß ihm der Rang der Räte 4. Klaffe verliehen ist. Die Frage wurde verneint. Berlin, 14. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute die definitive Präsidentenwahl durch Abgabe von Stimmzetteln vorgenommen. Herr v. Kröcher wurde zum Präsidenten, Freiherr v. Heeremann zum ersten und Dr. Kruse zum zweiten Vicepräsidenten gewählt. Hierauf folgte die Fortsetzung der Beratung des Etats des Ministeriums des Innern, Titel Ministergehalt. Von Abgeordneten verschiedener Parteien wurde der Waffengebrauchs- Erlaß in die Debatte gezogen. Minister Freiherr v. d. Recke entgegnete darauf, daß er bei seiner Meinung bleibe, daß das Flachschlagen und das Blindschießen nicht einen Gebrauch, sondern einen Mißbrauch der Waffe darstelle. Es könne ja Vorsicht insofern angewendet werden, indem auf die unteren Extremitäten geschossen werde. Nach 4l/2 Uhr vertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen 11 Uhr. M.P.C Berlin, 14. Februar. Zn den Persönlichkeiten, welche bei der bevorstehenden Neubesetzung einer Reihe von Regierungspräsidien mit in Frage kommen, zählt gutem Vernehmen nach auch der Geheime Ober-Negierungsrat von Philippsboru im Ministerium des Innern. Derselbe gilt als ein in der inneren Verwaltung ebenso geübter wie mit der Entwicklung der Gesamtpolitik vertrauter und persönlich ungemein versöhnender Beamter. M.P.C. Der Austausch von Höflichkeiten, der neuerdings mehrfach zwischen französischen und deutschen amtlichen Stellen stattgefunden hat, stellt, worauf wohl einiger Wert zu legen sein dürfte, nur von französischer Seite ein novum dar. Von deutscher .Seite hat man niemals die Pflichten der Höflichkeit im Verkehr mit Frankreich vernachlässigt. Beispielsweise wurden zu der Einweihung des Nordostseekanals die Franzosen ebenso eingeladen, wie die anderen Nationen. Die französischen Seeoffiziere zeigten sich aber bei ihrer Anwesenheit im Kieler Hafen in jedem anderen Lichte, nur nicht in dem, welches geeignet war, der französischen Nation den Ruhm zu erhalten, daß sie an der Spitze der Zivilisation marschiere. Wer darüber nachdenkt, was jetzt wohl mit am meisten dazu beigetragen habe, das Eis zu brechen, der kommt unwillkürlich zu dem Schluffe, daß die Franzosen eingesehen haben dürften, daß sie von ihrem einseitigen Pochen auf die russische Freundschaft in vielen Fällen eher Nachteil als Vorteil haben sollten. Insbesondere sind sie auch bei allen ihren Erwartungen, daß ihnen Rußland gegen England beistehen werde, zu kurz gekommen. Sie versuchen es jetzt mit einer neuen Nummer; in Deutschland hat man keine Veranlassung, Höflichkeiten von französischer Seite, auch wenn sie ihren Ursprung in der eben berührten Erkenntnis haben, nicht mit barer Münze zu erwidern, von unserer Seite sind, wie gesagt, die Pflichten einer großen Nation im internationalen Verkehr nie außer Acht gelassen worden. Wenn wir hoffen, daß die Franzosen sich zu unserem Standpunkt bekehrt haben, so sind wir doch weit entfernt, damit zu rechnen, daß dies immer so bleibe. Wir haben aber selbstverständlich auch nichts dagegen. M.P.C Deutsche Hypothekenbanken gab es bis zum Schluß des Jahres 1897 im ganzen 40. Der Darlehns- bestand sämtlicher Banken betrug 5 978905832 Mk. Die umlaufenden Pfandbriefe und Kommunalobligationen bewerteten sich auf 5649 927 054 Mk.; das eingezahlte Aktienkapital betrug 527 001 434 Mk. Die Gesamtreserven inkl. Reservervortrag bestanden in 145148 545 Mk. Von den Darlehen waren ländliche 723084 392 Mark, städtische 5 122912032 Mark. Die Darlehen mit Amortisation bezifferten sich auf 2812524603 Mk., die ohne Amortisation auf 3097 962415 Mk. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 15. Februar 1899. ' Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllerguädigst geruht, am 1.Februar den evangelischen Pfarrer Wilhelm Salzer von Frei- Laubersheim, Dekanat Wöllstein, zurzeit in Hüniugen, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. April l. I. an, in den Ruhestand zu versetzen, und am 4. Februar dem Pfarrverwalter Heinrich Bechtolsheimer zu Mombach, Dek. Mainz, die evangelische Landpfarrei Mainz zu übertragen. ** Verzeichnis der Hanptgeschworenen für die am 6. März beginnenden Sitzungen des Schwurgerichts pro 1. Quartal 1899: 1. Becker, Ludwig V., Landwirtin Ruttershausen. : D: W*” S il 150,0, W' 2 ; r, fciwM MJ“ 3) daß Bestellungen von Landwirten, welche nicht Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins sind, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht noch vorher Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvcreius werden und sich zu diesem Behufe bei dein Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten; 4) daß die Zahlung bei Empfang der Saatkartoffeln zu erfolgen hat, und daß für den Sack noch 30 Pfg. pro Stück zu vergüten ist. Die Herren Bürgermeister werden hierdurch ergebenft vorstehende Bekanntmachung veröffentlichen zu lassen, Meldungen entgegenzuuehmen und umgehend an den KrWmuvg «°°rz°zlichl Eithuig« sunttel, der uterwein tfunbentn Kräutern -umigSorgauitmut »dn beseitigt etin verdorbenen, tränt- ng 6dunbtn®lul(6. ’cgtnübel mrift föon m denn sch-rsei, äjraba. kopsschmerM flub n, die bei chronisch» ich einigen Nol triilti' wie NeNemmunz, n, echlaflofigkeil lämotrhniballeibtr tera btl)«bl ttntfrt uü> durch einen ntn. . Silberrente Solvente Tagesordnung: Fortsetzung der ersten Beratung der N^Milllle zum Invaliditäts-Versicherungs- ,.'9 0$.. a die Filze schicht muigilSefitr tanMttnjiitKMt Idspaimnng • ®«! ifleftn Röll-, "i'= t zeichvächn ftkrthw tüt etfiN »erbchN.'n 61*-r; entlüft. MW* i in ttn ÄrciStttii o:: ■aunlele, Sutzbaet f, Aüendors, «tut. rg u. \. v»., \owk a «Wxck^t St / 1 ;ewarnV. L Bekanntmachung. liefen D>e,.Maul- und Klauenseuche zu Hof Dauernheim, ^HSrieien1,011' Tübingen, ist erloschen und sind die angeordneten SvMmiaßregeln aufgehoben worden. , Mlenb- tW ObL 2. Hofmann, Christian II., Ockonom in Dorheim. 3. Pfa nn stiel, August, Landwirt in Hainbach. 4. Bär, Heinrich III., Gemeinderechner in Groß-Karben. 5. Laux, Heinrich, Landwirt in Holzheim. 6. Puth, Heinrich, Bürgermeister in Massenheim. 7. Beyer, Eduard II., Landwirt in Freienseen. 8. Schwenk, Wilhelm III., Gutspächter in Nieder-Eschbach. 9. Gebhardt, Johs. I., Landwirt in Busenborn. 10. Stein, Heinrich I., Landwirt in Stumpertenrod. 11. Nagel, Ludwig, Landwirt in Büches. 12. Wagner, Heinrich II., Landwirt in Rodheim. 13. Schuch, Heinrich, Landwirt in Kaichen. 14. Müller, Karl, Pachter in Heldenbergen. 15. Sack, Heinrich II., Metzgermeister in Heuchelheim. 16. v. Löw, Freiherr Gilbrecht, Gutsbesitzer in Nieder-Florstadt. 17. L e n z, Heinrich III., Landwirt in Atzenhain. 18. Junghenn, Wilhelm, Rentner in Griedel. 19. Roth, Konrad, Bürgermeister in Muschenheim. 20. Lang, Heinrich III., Landwirt in Stockhausen. 21. Heimburger, Or. Karl Friedrich, Profesior in Gießen. 22. Schlüter, Karl, Kaufmann in Gießen. 23. Seipp, Wilhelm I., Weißbinder in Gießen. 24. Kübel, Josef in Herbstein. 25. Neeb, Heinrich, Müller in Nieder-Ohmen. 26. Korell, Jakob, fürstlicher Kammerdirektor in Büdingen. 27. Frey, Ludwig II., Landwirt in Lollar. 28. Müller, Jakob, Fabrikant in Frischborn. 29. Hoos, Bernhard, Kaufmann in Lauterbach. 30. Finger, Wilhelm, Kaufmann in Lauterbach. ** Pfarrbesoldungen. Wie verlautet, unterzeichneten sämtliche Geistliche des evangelischen Dekanats in diesen Tagen eme Resolution, worin um eine provisorische Bewilligung einer Staatsbeihilfe zur Aufbesserung der Pfarrgehälter pro 1899 gebeten wird. Weiter wird darin ausgedrückt, daß ein Definitivum erst 1900 werde erfolgen können. ** Siadttheater. Ueber den heute abend zur Aufführung kommenden Schwank „Aschermitttwoch" schrieb seinerzeit das „Neue Münchener Tageblatt" : „Aschermittwoch", Schwank in drei Akten von Hans F. Fischer und Josef Jarno, — dem traurig anmutenden Titel dieser Schwank- Novität sicht man es nicht an, welche stattliche Menge tollen Blödsinns, plazierter Witze und frivoler „Bocksprünge" in ihr enthalten ist. Und dazu kam bei der vorgestrigen Erstaufführung das freudige Ereignis, daß Conrad Dreher wieder einmal in München seine ungeheuer heitere Kunst ausübte; Conrad Dreher, der den trotz aller schlechten Zeiten immer lustigen und frohsinnigen Isar-Athenern schon ungezählte Stunden fröhlichsten Lebensgenusses bereitet hat. Wenn diejenigen recht haben, welche behaupten, daß die Heiterkeit die Würze des Lebens ist, dann muß C. Dreher entschieden als großer Wohlthäter der Menschheit gefeiert werden, denn er versteht es, wie kaum ein Zweiter, das oft recht geschmacklose und öde Dasein pikant und fein zu würzen. Das bewies er kräftig in „Aschermittwoch" durch das Salz seines Witzes. •* Stadttheater. Die 14. Volksvorstellung bringt im hiesigen Stadttheater am Donnerstag dem 16. d. M, aus vielfachen Wunsch Gutzkows „Uriel Acosta". ** Coucert. Auf das für morgen Abend angesetzte Concert des ungarischen Violin- und Cellovirtuosen Sandor Schreyer in Steins Garten (Saalbau) machen wir die Leser nochmals gebührend aufmerksam. Das Programm lautet: 1. Concert danse brillante de flageolette (Schreyer). 2. Das Gebet der Geige (Schreyer). 3. Karneval von Venedig (Nicolo Paganini). 4. Cellosolo „Das verlorene Glück" (Davidoff). 5. Ungarische Zigeunerweisen (ZsadLnyi). 6. Waldesflüstern (Schreyer). Klavier: Herr Heinrich BodocsLnyi. ** Theater-Verein. Der Vorstand hat seinen Mitgliedern und damit auch unserer Theaterdirektion eine angenehme Ueberraschung bereitet. Gute Leitung und sorgfältige Kassenführung haben den Vorstand in die Lage versetzt, seinen Mitgliedern drei Extra-Theater-Abende zu bieten, an welchen jene gegen eine geringe Zuzahlung teilnehmen sollen. Vorauszusehen ist, daß mit geringen Ausnahmen alle daran teilnehmen werden, trotzdem kein Gast zugezogen werden soll, dafür aber von der Direktion ganz besondere Sorgfalt für die Ausführung zugesagt ist. Der Vorstand ist auch bereit, diese Vorstellungen weiteren Kreisen im Abonnement zugängig zu machen, jedoch müßten sich etwaige Reflektanten verpflichten, für das nächste Jahr Mitglieder zu werden! Selbstredend steht zu Tagespreisen sodann der Besuch frei und wäre es sehr zu wünschen, daß noch recht viele diesen Weg wählen mögen, denn die Gesamt-Einnahme fließt der Direktion zu. Im Inseratenteil sind Preise, Daten, sowie alles nähere vermerkt und verweisen wir hiermit auf diesen. •* Geflügel- und Vogelausstelluug. Obgleich die Ausstellungsleitung für dieses Mal davon abgesehen hatte, beim Stadtvorstand vorstellig zu werden, aus Anlaß der Geflügelausstellung aus städtischen Mitteln Ehrenpreise für vorzügliche Leistungen auf- dem Gebiete der Nutzgeflügelzucht zu bewilligen, haben doch die Mitglieder der Stadt- verordneten-Versammlung auf Anregung ihrer Kollegen der landwirtschaftlichen Kommission sich bereit finden lassen, privatim die Mittel zur Beschaffung von zwei Ehrenpreisen zur Verfügung zu stellen. Man hat damit seitens der Vertreter der Bürgerschaft ohne Frage anerkennen wollen, daß die Bestrebungen des noch jungen Geflügel- und Vogelzucht- Vereins der Unterstützung aller Kreise der Bevölkerung wert sind. — Wir sind übrigens in der Lage, mitteilen zu können, daß für die Aussteller außer den namhaften Geldpreisen bis jetzt 30 Ehrenpreise zu erringen sind, von denen allerdings die letzteren überwiegend von den Spendern für Nutzgeflügel gestiftet wurden. Die Ehrengaben stehen, mit wenigen Ausnahmen, zur Verfügung der Herren Preisrichter, sodaß auch bei deren Zuerkennung für volle Unparteilichkeit die Gewähr gegeben ist. Wie von vornherein erwartet, liegen für die Ausstellung bereits so zahlreiche Meldungen vor, daß die Platzkommission wegen der nötigen Käfige für die Unterbringung der Tiere in Verlegenheit sich befindet und sich bereits mit auswärtigen Vereinen wegen der leihweisen Hergabe von Geflügelbehältern ins Benehmen setzen mußte, um für die Verkaufsabteilung Käfige zu bekommen, während in der Prämiierungs-Abteilung das eigene Inventar ausreicht. Die Brutmaschine ist seit einigen Tagen im Turmzimmer des Windhofs aufgestellt und befindet sich in Thätigkeit, um 200 eingelegte Eier für die Tage der Ausstellung in junge Hühnchen umzuwandeln. Diese Eier sind in drei Partien an drei hinter einander folgenden Tagen eingelegt, und da das Brutgeschäft genau 21 Tage dauert, werden an allen drei Tagen der Ausstellung am 3., 4. und 5. März tagsüber die Kücken vor den Augen der Besucher der Ausstellung aus dem Ei schlüpfen. — Der Verein hat übrigens, wie wir hören, diesen Brutapparat käuflich erworben, um für Interessenten das Vrutgeschüft mit demselben besorgen zu lassen und wird derselbe nach der Ausstellung auf der Zuchtstation seinen Standort erhalten. — Der Loseverkauf für die Ausstellung ist nicht nur in Gießen, sondern besonders in der Proviuz ein flotter, sodaß zu hoffen ist, daß bis auf einen kleinen Nest sämtliche Lose vor der Ausstellung untergcbracht sein werden. ** Fastnacht in Gießheim. Nichts weniger, als fast Nacht war es gestern in den Straßen innerer Musenstadt, im Gegenteil zeigten Hauptstraßen und Plätze ein recht bunt bewegtes Bild. Konnten die Aufzüge auch kaum mit denen in Mainz und Köln wetteifern, so veranschaulichten sie doch urwüchsigen Humor, und närrisch fröhliches Treiben herrschte überall. Sogar die heilige Hermandad, die sonst dem Unfug auch in Gestalt jugendlichen Leichtsinns und Uebermuts durchaus nicht gewogen ist, steckte einen Pflock zurück, drückte mehr als ein Auge zu und ließ, ohne ihrer Würde etwas zu vergeben, fünf gerade sein. Alle möglichen exotischen Gewächse waren gestern auch an anderen Stellen, als im botanischen Garten zu schauen, und manch wunderliches Kraut erregte die Heiterkeit der froh bewegten Menge. Schlangen, Konfetti, Apfelsinen und dergleichen Wurfgeschosse sausten als Anziehungs-, Zerstreuungs- und Erfrischungsmittel durch die Luft, um Land und Leute beifällig zu überschütten. Verkappte Ritter und verschleierte holde Schonen, Dominos und Kapuziner waren unbestritten Helden desTages, da der Blödsinn herrscht und alles gut- oder böswillig gepritscht wird, was schaulustiger Wissensdrang auf die Gassen treibt. — Einige recht anmutige kindliche Charaktermasken wie Münchener Kindl in Originalgröße und das allerliebste Schneeglöckchen, sollen nicht vergessen werden. — Ungezwungener Verkehr herrschte bis in die tiefe Nacht hinein und an den grauenden Morgen heran. Wir gönnen jedem diese schrankenlose Freiheit und wünschen nur, daß die unausbleiblichen Kater physischer und moralischer Natur möglichst gelinde auftreten möchten, und sämtliche Bierleichen nicht dem heulenden Elend verfallen, sondern in kürzester Frist einer fröhlichen Urständ entgegensetzen. Die Straßen werden hoffentlich pünktlich gereinigt, damit nichts mehr an das verfloßene papierene Zeitalter erinnert. *• Polizeibericht. Der Fast nach tsrummel gestern nachmittag verlief im allgemeinen ohne bedenkliche Ausschreitungen. Bei Eintritt der Dämmerung wurde jedoch leider auch grober Unfug verübt. Geradezu der Rohheit beflissen zeigte sich der Student Karl Haack, indem er wie wild durch die Straßen rannte und alles, was er traf, über den Haufen warf. Auf der Mäusburg stieß er eine Zeitungsträgerin derart gegen die Brust, daß sie ohnmächtig zusammenstürzte und in ein Nachbarhaus getragen werden mußte. Erst nach einer halben Stunde erholte sich die Frau wieder; auch trat der Stürmer einen Knaben mit dem Fuß und schlug einen Erwachsenen auf den Kopf. § Mücke (Kr. Alsfeld), 14. Februar. Rege Bau- thätigkeit herrscht zurzeit auf Mücke; es wird eifrig an einer neuen Drahtseilbahn gebaut. Diese gehört der Bergwerksgesellschaft „Louise" zu Nieder - Ohmen. Das neue Eisensteinlager liegt bei dem benachbarten Flensungen. Eine andere Bergwerksgesellschaft hatte schon früher die Eisensteinlager bei Flensungen erschlossen und eine Dampfwäsche bei Mücke erbaut. Als aber die Gesellschaft fallierte, ging der Betrieb ein, und die Wäsche wurde meistbietend verkauft und dann abgerissen. Jetzt steht jedenfalls eine bessere Ausbeutung der Eisensteinlager in Aussicht, da die Gesellschaft der Grube „Louise" sicherlich besser fundiert ist und ihre Verwaltung in sehr tüchtigen Händen liegt. Die Eisensteine werden von Flensungen aus durch die Drahtseilbahn nach der sehr zweckmäßig eingerichteten Eisensteinwäsche Nieder-Ohmen gebracht und von hier aus nach ihrer Bearbeitung durch die schon einige Jahre bestehende Drahtseilbahn nach der Station Mücke geführt. Die neue Drahtseilbahn wird in aller Kürze fertiggestellt sein, denn schon wölbt sich über die breite Landstraße bei Mücke der Hauptpfeiler, der von der Ferne einem Triumphbogen in der That nicht unähnlich sieht. — Ein anderes industrielles Unternehmen in nächster Nähe der „Mücke" wird gleichfalls in Bälde ins Leben treten; es ist dies die Umwandlung der weitbekannten alten „Herrnmühle" zu Merlau in eine Kunstmühle mit allen technischen Vollkommenheiten moderner Zeit. Der junge Besitzer, aus Mainz gebürtig, wird den Neubau noch in diesem Frühjahr in Angriff nehmen lassen. Und bei dieser Bedeutung, die der Hauptverkehrspunkt des nordwestlichen Vogelsbergs besitzt und immer mehr erringt, fragt man sich noch im oberen Vogelsberg, wo die nordwestliche Vogelsbergbahn zu beginnen hat. Man sollte es nicht für möglich halten! □ Aus dem vorderen Vogelsberg, 14. Februar. Wenn gegenwärtig draußen im Wiesengrund oder im Felde junge Bohnen oder Kartoffeln stünden, dann würden sie nicht erfrieren wie so oft im Mai oder Juni. Nicht selten hat man in diesen Monaten wieder Feuer in die Oefen gemacht, während man es jetzt, in der ersten Hälfte des Februars, ausgehen läßt. In den Gärten blühen die Schneeglöckchen, und im Felde kann man den Schlag der Lerche hören. Die■ Knospen der Sträucher treiben ersichtlich, und auch dir Baumknospcn beginnen zu schwellen. Die Erfahrung lehn, ■ daß ein solches Frühtrciben für unsere Gegend nie nützlich gewesen, weil die jungen Triebe den späteren Kälterückfällen zum Opfer fallen. V. Vom westlichen Vogelsberge, 14. Februar. Ihre Zeitung hat vor einigen Monaten eine Nachricht darüber gebracht, daß ein Huhn glänzendere Farben und nach und nach das Ansehen eines Hahns erhielt. Etwas Aehnlichej kam unter dem Geflügel eines Nachbars vor, indem eii fast ganz schwarzes Huhn immer hellere Farben erhielt mü schließlich beinahe weiß, mit einem Stich ins Gelbliche, wurde. Derartige Erscheinungen unter den Hühnern scheinen nicht so selten zu sein als man glaubt; sie wurden früher nur nicht oder nur sehr wenig bekannt, weil sie von den öffentlichen Blättern nicht gemeldet wurden. + Nidda, 14. Februar. Heute Nachmittag fand ei, großer k a r n c v a l i sti s ch e r Umzug durch unser Städtcher statt, welcher auch zahlreiche Fremde aus der Umgegend ah Zuschauer herbeilockte. Von den originellen Gruppen seien der DameN'Ruderklub, das Luftschiff Karnssel und die Frosch Kapelle hervorgehoben. Im Allgemeinen ernteten die Auf führungen großen Beifall. Eichelsachfen, 11. Februar. Vorgestern entfernte sus der hiesige Einwohner E. Hirtz in einem Deliriumanfall von seiner Behausung. Er kam zu dem in der Nähe von Hof-Zwiefalten wohnenden Ziegeleibesitzer Volz und verkündete durch allerhand verworrene Redensarten, daß u sich verfolgt wähnte. Er hielt sich einige Zeit in eine» Feuerraum der Ziegelei versteckt und verschwand später in dem nahen Wald. Die ihn suchenden Familienangehörigen fanden ihn, wie die „Neue Hess. Volksbl." melden, kurze Zeit darauf, anscheinend mit dem Tode ringend. Er hatte sich mit einem Taschenmesser die Pulsadern an den Händen, sowie am Halse durchschnitten. Auf einer notdürftig hergerichteten Bahre wurde der Schwerverletzte nach seiner eine halbe Stunde entfernten Wohnung gebracht. Unter wegs kehrte das Bewußtsein noch einmal vollständig zurück. Ein rasch von Schotten herbeigerufener Arzt leistete bic nötige Hilfe, doch war dessen Arbeit kaum vollendet, sv trat der Tod ein. Spätere Nachforschungen am Thalvtte ergaben, daß vorher ein mißglückter Versuch, sich zu er hängen, ausgeführt worden war. Glashütten, 12. Februar. Kaum sind die erregten Gemüter über die Selbstmordaffaire in dem benachbarten Eichelsachscn etwas beruhigt, so werden sie durch eine neue Schreckensnachricht von einem tragischen Fall ähnlicher Weise in Aufregung versetzt. Der etwa 50 Jahre alte Wilhelm Stöhr, Sohn des hiesigen Bürgermeisters, wurde heute mittag gegen 5 Uhr von seinem Schwiegersohn an einem Sparren der Scheuer erhängt aufgefunden. Die That mußte schon einige Zeit ausgeführt sein, denn der Körper war beim Auffinden bereits erkaltet. □ Darmstadt, 14. Februar. Am heutigen Faftnachts- dienstag war ein sehr reges Karneval-Treiben in den Straßen; es schien, als ob sich viele für den diesmal ausgefallenen Zug (für 1900 ist ein großer geplant) und des- gleichen Kappenfahrt schadlos halten wollten. Das Maskieren von Kindern, mehr oder weniger geschmackvoll und reich je nach Geschmack und Mitteln, nimmt jedes Jahr zu. Bei dem Treiben in der Rheinstraße überfuhr am Mittag eine Droschke einen Kinderwagen, der in Trümmer ging; das Kind blieb glücklicherweise unverletzt. Ein neueröffnete# Cafe-Restaurant „Metropol" in der Alexanderstraße ist gerade noch rechtzeitig fertig geworden, um an dem Einnahme- „Segen", der sich in diesen Tagen über die Wirtschaften ergießt, teilzunehmen. Im Hoftheater wurde gestern die übliche Kindervorstellung gegeben, heute Nestroys unverwüstlicher „Lumpacivagabundus", an dem sich schon unsere Väter s. Z. ergötzten, vor stark besetztem Hause. DasTrio Leim, Zwirn und Knierim wurde durch die Herren Stöcke.', Kreidemann und Conradi wunderbar schön gegeben. L. Mainz, 14. Februar. Der Maskenball war von ungefähr 7000 Personen besucht. Ueberhaupt war der Fremdenverkehr gestern ein sehr starker, denn es sollen gestern an 50 000 Fremde hier gewesen sein. Außer dem Domino, der vorherrschend war, sah man viel die schwarze Pierrete und vereinzelt Phantasiekostüme. Bis zum morgen herrscht« in der Halle reges Leben. Die Einnahme betrug 14000 M — Heute morgen um 11 Uhr fand vor dem närrischer Ministerium große Parade der beiden Garden auf bem Schloßplatz statt. Die Herren sprachen sich sehr befriedig! über die stramme Haltung derselben aus. — Die Kappen fahrt fand unter großer Beteiligung statt. Ungefähi 150 Privatwagen nahmen daran Teil. Geworfen wurder viele Sträußchen, Orangen, Bonbons, Luftschlangen uid Confctti. — Ein Ball heute abend beschließt die die# jährige Fastnacht.Jy Ans der Zeit für die Zett. Vor 73 Jahren, am 16. Februar 1826, wurde y Karlsruhe Viktor von Scheffel geboren, der begabt« Dichter geselliger Lieder voll realistischen Humors, des er zählenden Gedichts und litterarhistorischen Romans, sawu einer Sammlung freigedichteter Lieder im Geiste der Minne sänger. Scheffel war den äußeren Umständen nach eine der glücklichsten Dichter, die unser Vaterland hervorgebrach Seine zwei besten Schöpfungen sind seine Epos „De Trompeter von Säkkingen" und sein Roman aus der neunten Jahrhundert „Ekkehard". Er starb am 9. Ap^ 1886 in seiner Vaterstadt. — Vermischtes. • Eine Kundgebung für Andree? Die „Russig Telegraph.-Agentur" meldet aus Krasnojarsk: D«- Goldminenbesitzer Monastyrschin erhielt hier einen Bn«s " Ia"! wE „jli, ba| •SS ' k? bei“ Uhb - f*1 X ii Ltd, baBe8 " nach dem W tilnbere Forscht- ÄnM W * NeMr“l Mesch aus Kr MtS» Der j« der nördlichst mü ta höchst Tie gevgraW ist ein Flust, l ien Jenissei m reich an ®olbr , zckrge (im De j finden. Der, I Minder, auf1 tiefen dürften übrigen sind ( ober Verbannte mchl nn Mtntt der Mmchui 9« jchr 184C ! WM entdeckt. 1115 Kilometer r 'das wieder von * Die tzrri । t\\u nachlMl Havannas. Verbrechen, di fein sollen, r llusstndung i Brunnen auf der Geschichte lebend in bi schiedenen Fi hinauf ftyiejj Aechch aus Ritten. M. ! Caners, btr wich c volle Weife vers l Wn" beschult TnMen Hu W, das en Ae drei solle 3n einer and« Won", daß Lachers der C 200 bis 300 P »«Mm zwei rch n b« §eu abspieües ^usanlerie 6q, Echützenanzug öriegsmi ’JMtm auf ft entfern'« u * ‘®mmanbiert 5** . Wb rch,, W i schied- •Äti’™' 3 ; St }.* - e,Uri9 ■ä ,.®w ii"t5 4 ”'n äältdij/ ;4-Jebfuat. s J** N 1V?' *? nl”8 ®iii öen ©ü^netn (fe ’ rn- Üder die W'B. n wurde geste" geute NesKch * i dem » * tztem Hause. ach die Hen^ - schön gegeben. Haskenba» !t Ueberhauptt . r, denn es soM:. Außer bemt 1 die schwarzes « '"Lgu» Ai“.!1 H Inhalts, Tungusen hätten am 15. Januar dem Polizei- ch?f mitgeteilt, daß sie am 7. Januar zwischen Komo (?) und P>t im Jenisseibezirk 150 Werst von dem Sawin'schen Gold- ,gebiet eine Art Hütte aus Stoff und Tauwerk in der Art rmes Ballons gefunden hätten; nicht weit davon hätten drei -menschliche Leichname, einer mit gebrochenem Schädel, und rings herum hätten zahlreiche ihnen unbekannte Instrumente gelegen. Der Polizeichef ist, wie der Brief weiter besagt, sofort abgereist, um die Sache zu untersuchen. Man vermutet, daß es sich um den Andr^e'schen Ballon handelt. Hoffentlich erweisen die genauen Nachforschungen die Vermutung als unrichtig. Weiteren Berichten zufolge wird in Fachkreisen der Nachricht wenig Glauben geschenkt. Selbst der Luftschiffer Lachambre, der Verfertiger des Andröe'schen Ballon, spricht erhebliche Zweifel aus, wiewohl es nach seiner Ansicht nicht unmöglich wäre, daß der Ballon vom Norden noch dem Südosten der Taimyo-Halbinsel zugetrieben sei. (Andere Forscher, wie z. B. Sverdrup, sind bekanntlich der Ansicht, daß eher die ostgrönländische Küste als Landungsstelle in betracht komme, lieber die Oertlichkeit, die in der Depesche aus Kraßnojarsk genannt ist, sei noch folgendes mitgeteilt: Der Jcnisfei-Bezirk, von dem die Depesche spricht, ist der nördlichste Teil des gleichnamigen Gouvernements mit der Hauptstadt Kraßnojarsk. Der Name Komo giebt leinen Anhalt für irgend welche geographische Bestimmung. Die geographische Literatur kennt diesen Namen nicht. Pit ist ein Fluß, der dem gleichnamigen Gebirge entspringt und len Jenissei mündet. Das vom Pit durchströmte Thal ist reich an Goldminen, von denen sich Hauptlager im Sayan- gtbirge (im Telegramm „Sawin'sches Goldgebiet" genannt) finden. Der Bezirk Jenissei umfaßt 454 085 Quadratkilometer, auf denen etwa 60 000 Menschen wohnen. Von diesen dürften die Eingeborenen kaum 10 000 zahlen. Alle übrigen sind europäischen Ursprungs und als Verbrecher ober Verbannte dorthin gebracht worden. Aber es fehlt auch nicht an Abenteurern ans allen europäischen Ländern, die der Goldreichtum nach dem unwirtlichen Lande gelockt hat. Jin Jahre 1840 hatte man das Vorhandensein des edlen Metalls entdeckt. Pitskaia ist, wie noch bemerkt sein mag, 115 Kilometer von der Bezirkshauptstadt Jenisseisk entfernt, das wieder von Krassnojarsk 260 Kilometer entfernt liegt. * Die Greuel des spanifch.amerikanischen Krieges finden eine nachdrückliche Illustration in folgendem Bericht aus Hiwannah: Es werden jetzt allerhand Mitteilungen über Verl'rechen, die während der spanischen Herrschaft begangen fein sollen, verbreitet. So beschreibt „La Diskussion" die Aiiffiindung von fünfzig menschlichen Skeletten in einem Bru nnen auf einer Plantage nahe Manguito. Der Schreiber her Geschichte behauptet, daß die betreffenden Personen noch lebeiib in den Brunnen geworfen worden sind. In ver- jdjüibenen Fällen sind die Fingerknochen abgerissen, was biiramf schließen läßt, daß die Opfer die Finger bei dem Verfluch, aus dem Brunnen hervorzuklettern, gebrochen falten. Die Leiche Pedro Alayons, eines bekannten Ku- bonc rs, der während des Aufstandes plötzlich auf geheimnisvolle Weise verschwand, sei identifiziert worden. „La Dis- -hiifiDn" beschuldigt den Guerilla-Chef Antonio Reyes, den Sergeanten Juan Peres und den Schulmeister Vicente Zalgo, das entsetzliche Verbrechen angestiftet zu haben. W drei sollen sich augenblicklich in Havannah aufhalten. In einer anderen Sensationsgeschichte erklärt „La Dis- Won", daß in einem Brunnen in der Nähe des Hauptquartiers der Civil-Garde in Matanzas die lleberrefte von -500 bis 300 Personen aufgefunden worden seien. * Eine Manöver Episode. Um zu illustrieren, wie der erstorbene zweite Reichskanzler unter Umständen auch nach «bkvhin recht nackensteif sein konnte, erzählt ein Mitarbeiter ■kr „Weser-Ztg." eine Manöver-Episode, die sich in der •N abspielte, wo der Oberst v. Caprivi zum ostfriesischen .Infanterie - Regiment Nr. 78 kommandiert war (1874): „Großes Gefecht dicht vor Hannover. Ich stehe in meinem 'Ehutzenanzuge, als ein höherer Offizier vom Generalstabe Hier Kriegsministerium mit bei weißen Schiedsrichterbinde 'M Ärm auf mich zugesprengt kommt. Schon auf beträchtliche Entfernung rief er mit wütenden Geberden: „Was ist hier für eine —" (na sagen wir Cochouerie); „wer «mmandiert hier?" Ich nannte den Namen meines Nataillonskommandeurs. In der gleichen dienstwütigen Lanier ging es weiter: „Wo ist der?" Ich wies hinter rrh, und richtig, da hielt er; neben ihm aber der inzwischen hmugekommene Oberst v. Caprivi. Nun war es für mich Nerft interessant, zu beobachten, wie Gesichtsausdruck und brache des fremden Offiziers sich änderten, als er mit sirm Male Caprivi gegenüber stand. Fast höflich kam von Wein Munde die Frage: „Se. Königliche Hoheit Prinz Dl lasten fragen, was das hier für eine Unordnung wäre." üüpriüi wippte auf dem großen Braunen mit den gespreizten seine Blicke in aller Seelenruhe Über das Ltluchtseld schweifen. Dann that er die Gegenfrage: „Sitte, sehen Sie Unordnung?" „Se. Königl. Hoheit der Schiedsrichtergehilfe wieder an, aber Caprivi schnitt das Wort mit der etwas schärfer gesprochenen Wieder- Miig feiner Frage ab: „Bitte, sehen Sie Unordnung?" ^‘”1 ~ at)CV Se. Königl. Hoheit--" „So melden Äie 'L>r. Königl. Hoheit, daß Sie und ich keine Unordnung haben!" Damit hob sich Caprivis Hand an den - W- und der fremde Herr verschwand in sausendem Galopp. 20 e:lwas erfreute des Truppenoffiziers Herz, denn eine ’ Mche Vertretung des Regiments nach oben waren wir nicht • i wohnt." * Angenehme Ballgäste. Wie Pariser Blätter berichten, 'Am bei dem letzten im Stadthaus abgehaltenen Ball »l,Gemeinde Paris folgende Gegenstände abhanden: Waffen und 29 Schalen, 700 Kaffeelöffel, 290 Kuchen- ™.ir. und zahlreiche Flaschen. Die Liste wurde vom Gc- Mrat selbst aufgestellt. Wie das „Journal" ganz richtig D^ui'ugt, wäre es der Stadtvertretung würdiger gewesen, *r D,c Sache Stillschweigen zu bewahren, denn es ist weder für sie selbst, noch für ihre Gaste eine große Ehre, daß solche Diebstähle Vorkommen konnten. Wenn ein Gastgeber die Wahrnehmung macht, daß ihm Silbergerät abhanden kommt, ist er am klügsten, wenn er schweigt und das nächstemal nur Gäste einlädt, deren er sicher ist. Oder er macht es so, wie es von einer Dame aus der Gesellschaft erzählt wird, die ein geniales Mittel zum Schutz ihres Silbers fand. Ein Herr, der bei dieser Dame zugleich mit den Vertretern einer kosmopolitischen Gesellschaft zum Diner geladen war, wollte sich rasch nach dem Effen entfernen, um noch in ein nahes Theater zurecht zu kommen. Im Vorzimmer aber wird er durch einen Diener zurückgehalten. „Ich bitte, noch hier zu bleiben." — „Ja, warum denn?" — „Weil man das Silber noch nicht abgezählt hat." * Nansen und Nordenskjold über Andree. Ans Christiania, 11. Februar wird der Neuen Freien Presse berichtet: Frithjof Nansen bezweifelt die Richtigkeit der Meldung ans Kraßnojarsk und beruft sich zur Begründung seiner Meinung auf frühere Telegramme, die sich auch als falsch erwiesen haben. Es wäre seiner Meinung nach höchst auffallend, daß der Ballon Andree's eine so weite Strecke über Land hätte zurücklegen können, ohne bemerkt zu werden. Allerdings könnten die mangelhaften Kommunikationen in jenen Gegenden Sibiriens es erklären, daß früher feine Meldung hierüber eintraf. An und für sich wäre es nicht unmöglich, daß der Ballon eine so weite Strecke znrücklegte, bevor er zu Boden sank. Die thatsächlich beglaubigte letzte Nachricht von Andr6e war jene durch eine Brieftaube. Dieser Meldung zufolge segelte der Ballon damals in südöstlicher Richtung. In den darauffolgenden Tagen drehte sich aber der Wind mehr südwärts. Andererseits machen aber noch andere Umstände das Telegramm aus Kraßnojarsk unglaubwürdig. „Warum" fragt Nansen „wurde der Leichnam mit dem gespalteten Schädel nicht beerdigt, wenn der betreffende Teilnehmer der Expedition beim Fallen des Ballons getöbtet worden ist, und wenn seine beiden Gefährten noch imfiande waren, eine Hütte zu bauen?" Immerhin habe aber diese neueste Meldung eine solche Bedeutung, daß weitere Nachrichten mit großer Spannung erwartet werden müssen. Auch Nordenskjöld glaubt nicht an die Wahrheit der Meldung aus Kraßnojarsk und teilt hierüber die Meinung Nansen's. Meratnr, Wissenschaft und Kunst. Die Beleuchtung unserer Wohnräume ist eine wirtschaftlich und hygienisch so hochwichtige Sache, daß wir unsere Leser auf einen, dieses Thema ausführlich behandelnden Artikel aufmerksam machen wollen, der in dem kürzlich erschienenen Heft 14 der wohlbekannten illustrierten Familienzeitschrift „Für Alle Welt" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W., Preis des Vierzehntagheftes 40 Pf.) enthalten ist. Daneben finden wir den wirkungsvollen Schluß der Erzählung „Ohne Vergangenheit" von F. von Dincklage und den Anfang eines neuen, ebenso fesselnd und spannend, wie vornehm und innig geschriebenen großen Romans „Bezwungen" von H. Abt, eine Skizze „In der Visitenkartenschale von Westasrika", eine Abhandlung über „Lebende Reklame" von Richard March, eine durch Abbildungen erläuterte Plauderei „Schwimmende Krankenhäuser" und eine ganze Reihe von hochinteressanten uud belehrenden, zum großen Teil illustrierten Artikeln über neue Erfindungen und technische Neuheiten, wie „Ein Floffenboot", „Ein neues Baumaterial", „Motorschlitten", „Ocean.Eisbrecher", „Bademäntel aus Papier", „Feuerlösch-Granaten", „Ein neuer Huthalter für Damen" rc. rc. Der künstlerische Schmuck des Heftes setzt mit einem herrlichen, farbenreichen Buntdruck, „Winterabend" nach dem Gemälde von I. von Klever, ein. Diesem schließen sich „Sibirische Tiger" von A. Weczerzick, „Eine Schutzblattern-Jmpfung in der medizinischen Akademie zu Paris" von L. Sabattier, „Papst Julius LI. übersteigt die Mauern von Mirandola" von R. Tancredi, „Immer Appetit" von Paul Wagner, „Der Klöcklertanz in Sarntheim" von Alfred von Schröt- ter, „Getreu bis in den Tod" von William Pape und viele Text- illustratwnen, Humorbilder und aktuelle Darstellungen in vorzüglich ausgeführter Reproduktion an. Bilder und Text sind so sorgfältig ausgewählt, daß auch diese» Heft von „Für Alle Welt" wieder als eine Zierde der Journal-Litteratur zu betrachten ist und überall als unterhaltender, bildender und belehrender Hausfreund bei Jung und Alt willkommen sein muß. Daß Franz Josef!., Kaiser von Oesterreich und Ungarn, ausübender Künstler ist, dürfte die Welt mit begreiflicher Ueber- raschung erfahren. Soeben sind zwei Handzeichnungen des Kaisers und Königs in Heft lOder „Modernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57, Leipzig, Wien, Stuttgart. Preis 60 Pf.) in vorzüglicher Wiedergabe zur Veröffentlichung gelangt. Der Kaiser hat sie gelegentlich einer in früheren Jahren unternommenen Reise in Dalmatien gezeichnet und eigenhändig lithographirt. Man muß staunen über das feine künstlerische Verständnis, das sich in beiden, von feinem Humor durchtränkten Skizzen, welche einen Ritt in die Berge und eine Szene vor einer Osteria darstellen, offenbart. Der „Modernen Kunst" gebührt aufrichtiger Dank, daß sie diese prächtigen Leistungen eines gekrönten Hauptes zur Kenntnis weiter Kreise bringt. Ueberhaupt bietet Heft 10 des wundervoll ausgestatteten und von frischestem Geist durchwehten Weltblattes eine Fülle des Schönen und Interessanten. Ungemein wertvoll für die Beurteilung Friedrich Geselschaps, des Schöpfers der großartigen Wand-Kuppelgemälde in der Ruhmeshalle des Zeughauses in Berlin, ist die Wiedergabe einer großen Anzahl seiner Skizzen, Handzeichnungen und Gemälde in Verbindung mit einer von H. Vollmar geschriebenen, ungemein fesselnden Würdigung des Künstlers. An ausgezeichneten Meisterholzschnitten in Heft 10 seien „Theodora" nach F. M. Bredt, „Bacchusfest zur Zeit der Christenverfolgung in Rom" von F. C. Medovic und „Herausforderung" von A. Henke genannt. Auch an Farbendrucken wird Treffliches geboten. Im Text fesseln noch die tntereffanten Erlebnisse aus der Welt des Theaters, die Serafine DLtschy unter dem Titel „Der Krach" veröffentlicht, ferner die reizvolle Humoreske „Das Tagebuch" von Paul A. Kirchstein, die Plauderei über Maria Reisenhofer von Georg Buß, der Aufsatz „Kunst und Politik" von Hans Jcarius und der inhaltsreiche Brief „Musik und Theater in Köln" von Paul Hiller. — Geradezu staunenswerth ist es, daß dieses inhaltsreiche, prächtig ausgestattete Heft der „Modernen Kunst" nur 60 Pfg. kostet. Alle« Denjenigen, welche stch auf leichte und bequeme Art die Kenntnis der französischen, englische« und italienischen Sprache aneignen wollen, seien die Zeitschriften „Le Läpätitsur" „The Repeater“, „J1 ripetitore“ zum Abonnement warm empfohlen. (Berlin, Verlag von Rosenbaum & Hardt.) Es läßt sich kaum ein besseres Mittel, diese wichtigen fremden Sprachen, deren Kenntnis in allen Berufszweigen äußerst wertvoll ist, ausfindig machen, als die Methode der genannten Zeitschriften. Unter jedem fremden Wort steht das entsprechende deutsche, so daß dem Leser das Unbekannte sofort auffällt und bei der Wiederholung in Erinnerung gebracht wird, wodurch der Wortschatz sich beständig vergrößert. Der Inhalt der Journale ist interessant und unterhaltend, es wechseln in bunter Reihe Poesie und Ernst und Scherz, alles ist im modernen Prosa, Stil und äußerst praktisch gehalten. Für die weiter Fortgeschrittenen ist ebenfalls gesorgt, indem die 14tägig erscheinenden Blätter allmonatlich eine Bellage mit nur französischem, englischem und italienischem Texte enthalten, dem zu« Zweck besseren Verständnisse« am Fuße jeder Seite die nötigen Anmerkungen beigegrben sind. Es dürsten daher diese Zeitschriften, deren Abonnementspreis pro Quartal nur je 1 Mark beträgt, vielen unsrer Leser willkommen sein. Abonnements auf diese Journale können zu jeder Zeit bei allen Postanstalten und Buchhandlungen gemacht werden. Ball ! Jubel für die Junge«, Erinnerungen erwecken den Alten. Heitere Gesichter, frohes Lachen, ein Sichfreuen und Sichfindc«, bei dem man die schönsten weil süßesten Orden heimträgt: die Kottilon- orden. Es war uns, als hörten wir die heiteren Klänge, sähen da« frohe Leben, als wir die eben eingetroffene Lieferung 8 von Joseph Kürschners für alles Rat wissende „Frau Musika" (Berlin, Herrmann Hillgers Verlag. Lieferungsausgabe, 20 Hefte ä 60 Pf. nebst 2 prächtigen Einbanddecken gratis) durchblättern. Mit der alten und doch immer neuen Aufforderung zum Tanz beginnend, geht eS durch all? Tanzformen und wer daheim ein Tänzchen arrangiren will, de • mag in erster Linie an Kürschners Buch denken, das alle musikalischeu Sorgen atnimmt, sowohl die des Arrangements und der Tanzkarte rote die bir musikalischen Begleitung. Ein prächtiges Buch. Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Stuttgart, 13. Februar. (Allgemeiner Deutscher Verficht rungS- Verein.) Vom 1. Jan ar bis 31. Dezember 1898 wurden 57 877 neue Versicherungen abgeschlossen und 11 269 Schadenfälle reguliert. Von letzteren entfallen auf die Haflpsttchtverstcherung 3 208 Fälle wegen Kö perverletzuna und 2 058 wegen Sachbeschädigung; aus die Unfallversicherung 5 326 Fälle, von denen 38 den sofortigen Tod und 76 eine gänzliche oder thetlmetfe Invalidität der Verletzten zur Folge hatten. Von den Mitgliedern der Ster.bekasse find im gleichen Zeiträume 677 gestorben. Am Schluß des Jahres 1898 waren 283 297 Policen über 2060 269 versicherte Personen in Kraft. Neueste Weidungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 15. Februar. Professor Reinhold Vega- ist vom Kaiser beauftragt worben, für die Sieges-Allee die letzte Nischengruppe, deren Mittelpunkt Kaiser Wilhelm I. sein soll, auszuführen. Dem Standbilde des letzteren werden die Büsten Bismarcks und Moltkes zur Seite gestellt Werden. Berlin, 15. Februar. Das Schicksal des Dampfers „Bulgaria" ist noch immer nicht hinreichend aufgeklärt. Die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Gesellschast nimmt an, daß der Rest der Passagiere und Mannschaften von den beiden anderen Dampfern, welche sich noch in der Nähe der Bulgarin befanden, aufgenommen worden sind. Nach einem aus London eingelaufenen Telegramm aus Sanct Michael berichtet der Kapitän des Weehawken, es sei wohl möglich, daß das Wrack der Bulgaria nicht untergehen werde. Er selbst mußte weitere Rettungsversuche aufgeben, da feine Boote zerschmettert und der Schiffsraum unter Wasser stand. Berlin, 15. Februar. Prinz Heinrich XVIII. Neuß, Generalleutnant und Kommandeur der 14. Division ist nunmehr in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension zur Disposition gestellt worden. Berlin, 15. Februar. Die neueste Nummer des Sim- plicissimus wurde gestern abend hier polizeilich beschlagnahmt. Berlin, 15. Februar. Die Interpellation Johannsen über die Ausweisungen ans Nordschleswig steht zwar als zweiter Gegenstand auf der heutigen Tagesordnung der Reichstags-Sitzung, wird aber erst morgen zur Besprechung kommen. Karlsruhe, 15. Februar. Gestern Nachmittag um fünf Uhr wurde in Leiselheim am Kaiserstuhl ein starkes Erdbeben verspürt. Mehrere Häuser wurden stark beschädigt. Einige Kamine sind umgestürzt. Wien, 15. Februar. Die Minister Fejervary und Banffy sind hier eingetroffen, um dem heute vormittag unter dem Vorsitze des Kaisers stattfindenden Kronrate teil» zunehmen. Trotz der zuversichtlichen Sprache der hiesigen ungarischen Regierung gilt cs in eingeweihten Kreisen für sicher, daß Banffy zurücktritt. Derselbe hat bereits alle Vorbereitungen getroffen, um seinem eventl. Nachfolger das Amt ohne Verzögerung zu übergeben. Man glaubt hier, daß der Kaiser Fejervary mit der Kabinetsbildung betrauen werde. Paris, 15. Februar. Der „Matin" versichert, daß der Ministerpräsident Dupuy sich vor einigen Tagen bei einer Abendtafel mit mehreren Abgeordneten über die Frage des neuen Gesetzentwurfes betreffend das Revisionsverfahren unterhalten habe. Dupuy soll diesem erklärt haben, die Dreyfnsangelegenheit würde beendet sein, sobald der neue Gesetzentwurf durchgehen werde. Auf das Bemerken einiger Abgeordneten, welche an diese Versicherung nicht glauben wollten, erklärte Dupuy dem Abgeordneten Humbert ganz besonders, er mache mit ihm eine Wette um ein Diner von 20 Gedecken, daß der Kassationshof fein Urteil spätestens bis zum 20. März gefällt haben werbe. Touristen und Sommerfrischlern aufs wärmste zu empfehlen ist die bekannte Sammlung von Meyers Reisebüchern, Geschickte und zuverlässige Führung. Vortreffliches und reichhaltiges Kartenmaterial. Handliches Format. = Ausführliche Verzeichnisse gratis in allen Buchhandlungen. = Bibliographisches Institut in Leipzig und Wien. Kaiserhof. -w sr Hut a,b! firufr. jtlillM*: Kroß-S 6rn Fracht tttxM Svlistand zn b ilandbevölknm tveil die seen und nach des Maßregel bui JmZuso Ausbildung i jährlich ange Geschwaders, r unb (Srweiterun Qwäfjmi ju Anfang einer ne Damals war es, »v.b obwohl Ger ^nWs! ans hinzewiesen, tzaangetretenen brecht zu werd 9ar eine Storni "litten die Heb ""lerbrechung. größere Za! ^Mischen D! rvnrd