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JJL 1 "■'■g Reto Men, Expedition und Druckerei: ^chnkErnhe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. iw—eaMifn r i iiii.wiiwi r hwh r Abreffe für Depeschen: **|dget Fernsprecher Nr. 51. ——ww» Lokales und VrovinMes. Gießen, den 14. November 1899. ** Der Fortschritt hat wieder einmal einen Triumph zu verzeichnen — im Eisenbahnwesen. Wie die „Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen" berichtet, will die preußische Verwaltung Thür griffe imJnnern des Waggons anbringen. Diese „zeitgemäße" Maßregel wird damit begründet, daß auf der Berliner Stadtbahn und auf den Vorortbahnen die Einrichtung nur günstige Resultate gezeitigt hat. Die Versuche mit Anbringung von Thür- griffen im Innern der Wagen hat sich auf einzelnen Fernzügen ebenfalls bewährt. DaS Aussteigen der Reisenden wird erheblich erleichtert und die Abfertigung der Züge wesentlich beschleunigt, ohne daß Unfälle infolge voreiligen OeffnenS zu verzeichnen waren. Auf den preußischen und hessischen Staatsbahnen werden daher schon seit einiger Zeit alle neuen Personenwagen mit inneren Thürgriffen versehen. •• Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Lackierer Philipp Baumann aus Frankfurt a. M. wegen Diebstahls, Dienstknecht Leonhard Düll aus Würzburg wegen Betrugs, Dienstknecht Johann Hör es aus Darmstadt wegen Körperverletzung, Dienstknecht Jakob Kaut aus Endbach wegen Diebstahls, Friedrich Reichard aus Tann wegen Diebstahls, Arbeiter Karl Paul Ruppelt aus Ar- noldSmühle wegen Diebstahls, Russensteinmacher Hermann Schiefelbein aus Mokoritz wegen Körperverletzung und Taglöhner Max Wonschikofski aus Kolaczkowo wegen Diebstahls, sämtlich von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Zimmermann Friedrich Beensen aus Seelze, nennt sich auch Heizer Leonhard Barth aus Nordheim, wegen Diebstahls, Schmied Leonhard Heß aus Groß Rohrheim wegen Unterschlagung und Dienstknecht Johann Ludwig Hofmann aus Bullau, sämtlich vom Großh. Amtsanwalt zu Zwingenberg; Eisendreher Heinrich Denzer aus Pfeddersheim wegen Bedrohung und Hausfriedensbruchs und Arbeiter Wilhelm Steeb aus Calbach wegen Diebstahls, beide vom Großh. Amtsanwalt zu Alzey; Kutscher Jakob Heigert aus Heidesheim wegen Unterschlagung von der Polizei- oerwaltung Worms; G. H. Lange aus Berthelsdorf, zuletzt in Vilbel, wegen Betrugs von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Arbeiter Karl Otto Schneider aus Leipzig wegen Diebstahls von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Dienstmagd Katharina Sprengel aus Wald- Michelbach und Schlosser Karl Grät er aus Biebrich, beide wegen Diebstahls vom Polizeiamt Mainz; Russenmacher Karl Stenger aus Krombach wegen Körperverletzung vom Großh. Amtsanwalt zu Offenbach; Unbekannter mit falschem Namen Michael Hofmann aus Drommersheim wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Alzey; Unbekannter, angeblich August Braun aus Pforzheim, wegen Betrugs von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Fuhrmann Valentin Wahl aus Worms wegen Unterschlagung von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Dreher Alfred G r ö n s u n d aus Pinneberg wegen Unterschlagung vom Großh. Amtsanwalt I zu Darmstadt; Schlossergeselle Peter Naumann aus Schiffweiler wegen Betrugs, Fuhrknecht Adalbert Seifert aus Gersfeld wegen Unterschlagung, Anton Maienfeld aus Erfurt, angeblich auch Jakob Krein er aus Erfurt wegen Unterschlagung, sämtlich vom Großh. Amtsanwalt zu Bingen; Kellner Paul Stein aus Staßfurt wegen Unterschlagung vom Großh. Amtsanwalt I zu Darmstadt ; Fuhrknecht Lorenz ANendorf aus Winkel, Bäcker Xaver Ederer aus Stadtamhof, Schmied Friedrich Robert Hugo Busch aus Schönau und Kellnerin Martha Nettel aus Laufenselten, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Mainz; Schmied Ludwig Donauer aus Homburg wegen Diebstahls, Taglöhner Leonhard B ü ch i aus Baden wegen Diebstahls, Kellnerin Anna Metternich aus Marburg wegen Diebstahls, Reisender Johann Martin Kränke! aus Rastatt wegen Betrugs, Kellner Otto Müller ans Beatenwalde wegen Unterschlagung, Metzger Robert Julius Jakob Adler aus Düren wegen Widerstands usw., Werkmeister Paul Wagenzink aus Waldheim wegen Unterschlagung, Schlosser Karl Wilhelm Last aus Warschow wegen Körperverletzung, Kaufmann Karl Hermann Wilhelm Lehmann aus Nordhausen wegen Betrugs und Hausierer Martin Sans aus Nackenheim wegen Unterschlagung, sämtlich vom Großh. Amtsanwalt zu Mainz. ** Ju Amerika verstorbene Heffen. Cincinnati, O., M. Guthardt, 70 Jahre alt. St. Louis, Mo., Georg M. Voll mar, 74 Jahre alt, aus Wetter Hessen Nassau. McKees Nocks bei Pittsburg, Pa., Wilhelm Benjamin Landsfeld, 64 Jahre alt, aus Oberkaufungen Kurhessen. New-York, Johann Peter Herlich, 80 Jahre alt, aus Sehlen Kurhessen. Pittsburg, Pa., Jakob Krumm, 72 Jahre alt, aus Wiesbaden. Tamaqua, Pa., Frau Juliana Haber, 79 Jahre alt, aus Reichensachsen Hessen-Naffau. Chicago, Jll., Witwe Katharina Stückler, geb. Seibel, 76 Jahre alt, aus Oberfeld Hessen Nassau. Town Rhine, Sheboygan County, Wis., Heldwig Feldmann, 79 Jahre alt, aus Griesheim. Dayton, O., Frau Maria Louise Johnson, 55 Jahre alt, aus Gießen. Colony, Allen County, Kans., Frau Katharina Knüppel, geb. Noll, 71 Jahre alt, aus Roda. Syracuse, N. Y., Abraham Passet, 65 Jahre alt, aus Neu-Isenburg. Albany, N. Y., Johannes Etling, 82 Jahre alt, aus Schlitz. Long Island City, L. I., Frau Elisabeth Fried, geb. Schilling, 46 Jahre alt, aus Mainz. Quincy, Jll., Joseph August De La Rue, 74 Jahre alt, aus Bensheim. Belleville, Jll., Frau Elisabeth Nold, geb. Schickedanz, 76 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Washington, Jll., Philipp Wohlgemuth, 72 Jahre alt, aus Niederaula, Kurhessen. Mount Vernon, Jnd., Wilhelm Zimmermann, 74 Jahre alt, aus Bornheim. Detroit, Mich., Conrad Pfeiffer, 49 Jahre alt, aus Grebenhagen. Steinberg, 13. November. Im Saale des Herrn Gastwirt Faber fand gestern dahier eine landwirtschaftliche Versammlung statt, in welcher auf Veranlaffung des landw. Bezirksvereins Gießen Herr Oekonomierat Leit Higer aus Alsfeld einen Vortrag über Viehzucht und die Fütterung des Rindviehes im Winter hielt. Die Versammlung wurde von Herrn Provinzialdirektor von Bechtold geleitet und war recht zahlreich besucht. Im Anschluß an den Vortrag fand eine lebhafte Besprechung über eine Anzahl der im Vortrag berührten Punkte statt, an welcher sich der Vorsitzende und viele Anwesende beteiligten. Um die geplanten Bestrebungen des Provinzialvereins zwecks Hebung der Vindviehzucht auch hier in die Wege zu leiten, soll beim Provinzialverein beantragt werden, daß demnächst hier em Körtermin abgehalten werden möchte, damit den Landwirten Gelegenheit geboten wird, ihre Tiere in das Herdbuch aufnehmen lassen zu wollen. A Aus dem Schlitzerlande, 13. November. Die Weberei, welche in unserer Gegend mit Vorliebe betrieben wird, soll nunmehr durch Abhaltung besonderer Weberkurse wesentlich gefördert werden. Es soll insbesondere den zahlreichen Webern in den zum Kreise Lauterbach gehörenden Gemeinde» Bernshausen, Nieder-Stoll und Uetzhausen Gelegenheit geboten werden, sich sowohl die erforderlichen theoretischen Kenntnisse anzueignen, als auch mit den neueren Webarten sich vertraut zu machen. Der Unterrichtskursus umsaßt 4 bis 5 Monate. Die Unterweisungen erfolgen indessen nur an den Sonntag Nachmittagen und zwar durch den dafür gewonnenen Weblehrer Pfündel aus Lauterbach. Der diesmalige Kursus, zu dem bereits zahlreiche Anmeldungen vorliegen, wird in Bernshausen abgehalten. nn. Darmstadt, 13. November. In Anwesenheit der Lehrer und Mitgliedern des Aufsichtsrates fand heute morgen um 8 Uhr die Eröffnung der Wintertagesklassen an der hiesigen Gewerbeschule durch den Direktor der Anstalt, Herrn Dr. Meisel statt. Der Lehrplan der Schule umfaßt eine untere und obere Klasse für Bauhandwerker sowie eine Klasse für Metallarbeiter, und wird der Unterricht während des Winters täglich von morgens 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 6 Uhr abends stattfinden und von 8 Lehrern erteilt werden. 45 Schüler haben sich bis heute zum Besuch der Anstalt gemeldet. Nach einer kurzen Ansprache des Direktors an die Schüler, in welcher derselbe zur Zucht und Ordnung aufforderte und den Wert der heutigen technischen Ausbildung hervorhob, wurde sofort mit dem Unterricht begonnen. — Die Studierenden der Technischen Hochschule werden den Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs und der Großherzogin am 28. November Feuilleton. Mora oder ein Muppenheim. (Schauspiel in 3 Aufzügen von Henrik Ibsen.) Ueber die Künstlerin, welche am nächsten Donnerstag im Theaterverein die Nora darstellen wird, haben wir bereits aus geschätzter Feder einen orientierenden Artikel unseren Lesern geboten. Heute lassen wir für diejenigen unserer Leser, welche mit der Handlung in Ibsens be- deutenstem Werk, nicht vertraut sind, einige erläuternde Worte über den Inhalt folgen: Der Advokat Helmer hat mit seiner Gattin Nora acht Jahre glücklichster Ehe, die mit drei reizenden Kindern gesegnet ist, durchlebt. Er trägt sein Singvögelchen, seine Lerche, wie er sie schmeichelnd nennt, auf Händen; sie ist frie Puppe, mit der er stets fröhliches Spiel treibt, das schöne junge Weib, „in das verliebt zu sein, ihm ein Vergnügen ist" — aber weiter ist sie ihm auch nichts; zu einem edleren Eheverhältnis, zu einem Zusammenleben der Seelen vermag sein ebenso sinnlich wie weltlich ausgebildeter Alltagsgeist sich nicht zu erheben. Und Frau Nora hat ihm den Gefallen gethan, stets seine fröhliche Lerche zu sein, aber ein naiver und zugleich groß denkender Sinn paart sich damit. Als Helmer, tötlich krank, nach Italien geschickt werden muß, und der Geldfrage hülflos gegenübersteht, weiß sie die Summe heimlich herbeizuschaffen. Sie that es zwar in der unbesonnenen Art einer geschäftsunkundigen Frau, die hier sogar den Stempel strafbaren Leichtsinns trägt; denn sie entlieh die Summe einem in der Geschäftswelt nicht unbescholtenen Manne, Heinrich Günther; sie that noch Schlimmeres, indem sie die Handschrift ihres Vaters, dessen Sterbelager sie nicht mit einem Schuldscheine zu entweihen wagte, fälschte; aber Liebe hatte sie dazu getrieben, und jetzt noch nach Jahren hat sie keine Ahnung, welches Vergehens sie sich durch die Fälschung schuldig gemacht hat. Im Gegenteil: sie arbeitet „für ihr Geheimnis, das ihre Freude und ihr Stolz ist" mit fröhlichem Eifer. Noch erhöht wird die Lebensfreude des Ehepaares durch die Ernennung Helmers zum Direktor einer Aktienbank, und wie Frohsinn immer anzieht, so findet man auch am Herde dieser Familie liebesuchende Freunde, Dr. Rank, einen ebenso unglücklichen wie edlen Mann, „dessen armes Rückgrat für seines Vaters lustige Leutenantstage büßen muß" und der an der Sonne Frau Noras sich seine letzten, trüben Tage vergoldet, und Frau Linden, eine Brod und Liebe suchende Witwe. Helmer, in seinem neuen Glück, schafft ihr an seiner Bank eine Stellung und verjagt dadurch den ihm als Mitarbeiter unangenehmen Günther. Durch diesen Zwischenfall scheint die Katastrophe über die Glücklichen hereinzubrechen. Günther, dem seine Stellung „die erste Stufe zu den bürgerlich Geachteten" war, verlangt von Nora, als der Gattin des Direktors, seinen Platz zurück, mit der Drohung, andernfalls ihrem Manne Mitteilung von dem gefälschten Schuldscheine zu geben. Jetzt erst kommt Nora zum Bewußtsein, welch schwarzen Fleck ihr schönes Geheimnis birgt. Ihr Einfluß auf Helmer erstreckt sich nicht so weit, daß ihre Bitten Günther- Forderung befriedigen könnten, und eine echt weibliche Verzagtheit hindert sie wiederum, ihrem Manne selbst die Wahrheit zu gestehen. Seit ihrer Kindheit schon hat sie immer auf etwas Wunderbares, das ihr einst herrlich aufgehen sollte, gewartet; jetzt sieht sie es fast in der Lösung dieses Knotens. Dennoch zittert Tage hindurch jeder Nerv in ihr vor dieser Lösung, und sie hält Helmer durch jedes Mittel „31 Stunden" von dem ihr furchtbares Geheimnis verratende» Briefe Günthers fern. Erst als er in froher Aufwallung den Wunsch ausspricht, einmal für sein Weib das Lebe» aufs Spiel setzen zu können, läßt sie ihn frei zu dem Briefe. Aber das Wunderbare der Lösung, der Mut ihre- Gatten, der dem Angeklagten zurufen würde: „Machen Sie die Sache der ganzen Welt bekannt" tritt nicht ein, nicht einmal Verständnis oder Entschuldigung für ihre That findet sie. Sein hausbackener, an der Welt hängender Sinn vermag sich nur in Schmähungen und Jammern über seine verlorene Ehre Luft zu machen, und jetzt wird Nora die Nnwürdigkeit ihres gegenseitigen Verhältnisses klar. Obgleich Dank der Vereinigung Günthers mit seiner Rivalin der Schuldschein »un vernichtet werden kann, und Helmer angesichts seiner nun scheinbar wiedergewonnenc» Ehre sie mehr denn je zu lieben verspricht, verläßt sie ihn, „da sie ihn und die bestehende Gesellschaft nicht mehr versteht." d. I. mit einem großen Kommers im hiesigen Orpheum begehen und wird bereits vom Ausschuß der Studierenden zur Teilnahme eingeladen. A Kahl a. M., 13. November. Bei unserer heutigen Bürgermeisterwahl wurde das bisherige Gemeinde- vberhaupt Friedrich Gatthof nahezu einstimmig wiedergewählt. Der Gegenkandidat erhielt nur 4 Stimmen. Gatthof steht der Gemeinde schon seit 6 Jahren vor. A Seligenstadt, 13. November. Ein fremder Mensch stellte sich gestern den hiesigen Polizeiorganen unter der Selbstbeschuldigung, einen ihm anvertrauten größeren Geldbetrag unterschlagen zu haben. Nachdem üch seine Angaben als wahr herausstellten, wurde er heute vom Ortsgefängnisse nach dem Amtsgerichtshaftlokale überführt. Durch die Selbstgestellung will sich der Mann, der in Hanau den Rest seiner Barmittel verjubelte, eine geringere Bestrafung sichern. Mainz, 11. November. Bei der Ueberfahrt nach ihrem Schiffe, dem Dampfboot „Kaiser Friedrich", sind vor kurzem zwei Heizer auf unerklärliche Weise in den Rhein gestürzt und ertrunken. Die eine der Leichen, die in Budenheim geländet wurde, zeigte eine schwere Verletzung des Schädels, woraufhin von der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet worden ist. — Gestern wurde im Rhein ein gewisser Krämer von Bürstadt geländet; der Mann war bei dem Nachhausegehen vom Rheinufer in das Wasser gefallen und in den Wellen verschwunden. Mainz, 13. November. (Zigeuner streich.) Inder Nacht von Freitag auf Samstag lagerte in der Rheinallee eine Zigeunerbande. Nachdem sie am Samstag morgen ihr Lager geräumt und durchs Rheinthor abgezogen waren, vermißte die im Gartenfelde wohnende Familie Imperial ihren 11jährigen Sohn. Man befürchtete gleich, daß dieZugeuner den Buben mitgenommen hätten. Die Gendarmerie wurde verständigt und Oberwachtmeister Engel begab sich selbst zu Pferde auf die Suche nach dem Knaben. Zwischen Mom- bach und Budenheim holte er die Zigeuner ein und, der Führer der Bande führte das gesuchte Kind an der Hand. Selbstverständlich wurde der Knabe von der Gendarmerie seinen Eltern wieder zugeführt. Der Junge behauptete, nicht freiwillig mitgegangen zu sein, sondern nur deshalb, weil ihm der Zigeuner so schöne Sachen versprochen hätte, die er ihm — wenn er mitginge — schenken würde. Der Zigeuner wurde nicht verhaftet, weil ihm ein Diebstahl des Knaben nicht nachzuweisen war. (M. A.) Worms, 12. November. Heute vormittag fand durch Herrn Bürgermeister Köhler in Gegenwart einiger Stadtverordneten und der Angehörigen der Familie Beth die Enthüllung des Denkmals für den verstorbenen Herrn Stadtgärtner Beth statt. Der Verstorbene war eine lange Reihe von Jahren im städtischen Dienst und ist der Schöpfer der hiesigen Anlagen. nn. Aus dem Großherzogtum Hessen. Mit Beginn des Jahres 1900 darf nunmehr auch für unser Großherzogtum Hessen die Errichtung von Handwerkskammern als eine vollendete Thatsache bezeichnet werden. Bereits find im Schoße der Großh. Regierung die Vorarbeiten über diese Angelegenheit soweit gediehen, daß die Regierung mit ganz bestimmten Normen für das Organisations-Verhältnis dieser neuen gewerblichen Institutionen hervortreten wird. Dabei wurde auch die Frage, ob das Einkammer- oder Dreikammersystem für Hessen zu wählen sei (das letztere ein Wunsch des Verbandes selbständiger Gewerbtreibender und der Innungen) bereits entschieden und die Errichtung einer Handwerkskammer mit dem Sitz in Darmstadt ins Auge gefaßt. Größere Schwierigkeiten bereiten dagegen die Erledigung des Wahl-Modus für die Gewerbvereine und Innungen, insbesondere ob direktes oder indirektes Wahlrecht eingeführt und wie sich die Wahlen der Vertreter zu der Handwerkskammer in den einzelnen Gewerbgruppen der Gewerbevereine, Innungen usw. vollziehen sollen, ohne daß die Interessen der einen oder anderen Partei geschmälert werden. Soweit bekannt, wird die Regierung den Wünschen der Majorität des Handwerks Rechnung tragen und das direkte Wahlrecht zur Einführung bei den Wahlen empfehlen. Bezüglich der Festsetzung der Wahlvorschriften soll vorerst nochmals mit einer Anzahl sachverständiger Gewerbetreibender des Landes eine gemeinsame Beratung hierüber stattftnden, um auch hier das Richtige zu treffen. Hoffen wir, daß aus diesen Beratungen nur das Beste für unser hessisches Handwerk hervorgehen möge. Der Handwerker aber darf auf die Gewerbekammern nicht all seine Hoffnungen setzen, sondern sich des Wortes erinnern: Bete und arbeite, so hilft Gott allezeit. Marburg, 13. November. Ein sauberes Pärchen hatte sich dieser Tage vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Beide, er und sie, hatten ihre Familien in Frankfurt a. M. im Stiche gelaffen und gerierten sich in einem hiesigen Gasthof als Eheleute. Als sie nach Kassel weiterreisten, geriet der Sommerüberzieher, einige andere Sachen und zwei goldene Ringe eines Kellners versehentlich mit in ihren Koffer. Das Paar wurde jedoch bald ausfindig gemacht und ins hiesige Gefängnis eingeliefert. Da beide schon oft mit den Strafgesetzen in Konflikt gekommen waren, so wurden- sie zu je 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Reuhof, 10. November. Man schreibt der „Fuld. Ztg.": Auf einer Jagd wurde hier in der Nähe ein Vogel erlegt, der in unseren Gegenden bis jetzt noch nicht vorgekommen ist und dessen Gattung nicht festgestellt werden konnte. Der Vogel hat die Größe eines Raben, sein Gefieder ist prachtvoll schwarz mit grün, sein Schnabel ist lang und spitz, an jedem Ständer hat er drei Klauen. (Das wird wohl der Vogel der Redaktion oder ein Spottvogel gewesen sein.) Hanau, 12. November. Infolge Entgegenkommens der städtischen Körperschaften ist die Errichtung eines Hanauer Museums durch den Geschichtsverein in greifbare Nähe gerückt. Bekanntlich sind dem Geschichtsverein für eine würdige Aufstellung seiner Sammlungen durch Vermächtnis der verstorbenen Frau Auguste Jung 10,000 Mk. zugefallen, welche zur besseren Einrichtung, zur Beschaffung von Schränken rc. Verwendung finden sollen. Jedoch mangelte es an geeigneten Lokalitäten, obwohl die Sammlungen einen derartigen Wert und eine solche Bedeutung erlangt haben, daß dieselben durchaus geeignet erscheinen, als Hanauer Museum dem großen Publikum zugänglich gemacht zu werden. Unter Zuziehung von Mitgliedern des Geschichtsvereins hielt nun eine vom Magistrat eingesetzte Kommission Umschau nach passenden Lokalitäten und als passendes Objekt wurde das jetzt zu Schulzwecken benutzte Altstädter Rathaus ausersehen, das auch infolge seiner äußeren Renovierung für ein vaterstädtisches Museum wie geschaffen erscheint. Sobald nun das Altstädter Rathaus für Schulzwccke nicht mehr gebraucht werden wird, soll es dem Geschichtsverein als Heim überlassen werden. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. R. AUS Rheinhessen, im November. Wie seit einer Reihe von Jahren will ich Ihnen auch Heuer wieder eine kurze Ueberficht über die Entwickelung und die Ergebnisse unserer Wein- krescenz zukommen lasten. Es soll sogleich vorausgeschickt werden, daß sich unsere Hoffnungen nur in sehr bescheidenem Maße erfüllten. Die Reben war gut durch den gelinden Winter gekommen und das ist stets ein wesentlicher Faktor für einen befriedigenden Herbst. Die Frühjahrswitterung, ein ewiges Sudelwetter, ließ uns jedoch im Stich, sodaß die Traubenblüte recht verspätet eintrat. Dieser Fehler wurde zum Teil durch die treffliche Witterung in der zweiten Hälfte des Juli und während des August, bei uns Winzer Kochmonat genannt, bedeutend verbessert, sodaß wir auf Aegidi (l. September) der Ansicht waren, es würde uns ein reicher Herbst mit feinem Produkte in Aussicht stehen. Diese Hoffnungen machte uns der Bratmonat September jämmerlich zu schänden, genau so wie im Jahre 1897. Es goß unendlicher Regen herab; die trübe, kühle Witterung brachte einen völligen Stillstand in der Entwickelung, Krankheiten zeigten sich auf den Beeren und Blättern, es trat vielfach Sauerfäule ein, die ein längeres Hängelaffen unmöglich machte. Als die Ernte zum großen Teile beendigt war, erhielten wir die denkbar schönste Herbstwitterung, die drei Wochen früher Wunder gewirkt haben würde. Es hat nicht sollen fein! Was die Eigenschaften des 1899ers anbelangt, so ist zu bemerken, daß die Gährung gut verlaufen und der Most bald Helle geworden ist, sodaß er jetzt schon verspundet und versandt roetiben kann. Er ist ein leichter, angenehmer Mittelwein, ähnlich wie der 1897er, so recht zum Kneipen geeignet und« erinnert vielfach an Moselwein. Für das, was er bis jetzt kostet, ist er sehr annehmbar. — Nun noch einige Bemerkungen über das Weingeschäft und den Weinhandel. Das treffliche Oktoberwetter belebte den Verkauf beS Erzeugnisses und brachte ein langsames Steigen des Mostes. Da Mangel an Konsumvereinen herrscht, ist nicht anzunehmen, daß der Preis des 1899ers sinkt, für bas Frühjahr darf weiteres Steigen erwartet werden. — Die Erträge sind sehr verschieden, je nachdem die Rebenblüte gut odcr schlecht verlaufen ist, gerade wie bei der Obsternte d. h. es ist für manchen, der Glück hatte, ein guter Ertrag zu verzeichnen, während andere nicht auf die Kosten kommen. Frankfurter Börse vom 13. November. Wechsel auf New-York zu 4.19%-20%. Prämien auf Kredit per ult. November 1.20 /, do. per nlt. Dez. 2.75%, Diskonto Kommandit per ult. Nov. 0.953/ , do. per ult. Dez. 2 25%, Lombarden per ult. Nov. 0.56%, do. per ult. Des. 0.90 Iq, Staatsbahn per ult. Dez —.—%. Notierungen: Kreditaktien 230.80-231.20-231, Diskonto- Kommandit 191.90-50, Staatsbahn 141.10, Gotthard 143.—, Lombarden 32.20, Ungar. Goldrente 97.80, Italiener 92 80, Gprozentige Mexikaner —.—, 3proz. Mexikaner 25.90, Oesterr. Coupons 84%« Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5%-5% /q. 1% bis 2% Uhr: Kredit 231.00-230.30, Diskonto Kommandit 191.50—10.00, Staatsbahn 141.20-140.40-60, Lombarden 32.20, Har- pener 200.40-198.90. Kartoffeln. Magd eburg. Eßkartoffeln 4 50 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo.— Stettin. Kartoffeln 3.20 bis 3.80 Mk. für 100 Kilo. - Nord- Hausen. Kartoffeln 4.50 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Kartoffeln0.95 Mk. für 20 Liter. — Freiburg. Kartoffeln 0.70 Mk. für 20 Liter. Offenburg. Kartoffeln 0.75 Mk. für 20 Liter. — Karlsruhe 0.80 Mk. für 20 Liter. — Mannheim. 2.50 bis 5.00 Mk. pro Ctr. — Ludwigshafen. 2.85 bis 3.40 Mk. pro Ltr. — Frankenthal 5.10 bis 6.00 pro 100 Kilo. — Landau. 3.10 Mk. pro Ctr. — Neustadt. 2.60 bis 2.80 Mk. pro Ctr. — Stuttgart. 2.70 bis 3.00 Mk. pro Ctr. Heu und Stroh. Berlin. Richtstroh, höchster Preis 4.66 Mk., niedrigster Preis 4.16 Mk., Heu höchster Preis 6.80 Mk., niedrigster Preis 4.00 für 100 Kilo. - Köln. Heu 6.30 bis 8.10 Mk, Krummstroh 2.10 Mk., Maschinenstroh 3.10 Mk., Richtstroh 3.60 Mk. für 100 Kilo. — Magdeburg. Nichtstroh 3.50 bis 4.00 Mk., Krummstroh 2.50 bis 3.00 Mk., Heu 6.00 bis 7.00 Mk, alles pro 100 Kilo. — Nordhauser,. Heu 5.00 bis 5 50 Mk., Richtftroh 2.50 bis 3.00 Mk. für 100 Kilo. — H alle. Sämtliche Preise gelten für 100 Kilo, und zwar bei Partien frei Bahn hier, bei einzelnen Fuhren frei Hof hier. Roggenlangstroh (Handdrusch) 3.80 bis 3.60 Mk., Maschinenströh (Roggenstroh) 1.80 bis 2.50 Mk., Weizenstroh 1.70 bis 2.00 Mk., Wiesenheu, hiesiges oder Thüringer, beste Sorten 6.50 bis 7.00 Mk. — Nürnberg. Heu 6.00 bis 7.00 Mk., Stroh 3.60 bis 4.40 Mk. für 100 Kilo. — Breslau. Heu 0.00 bis 0.00 Mk. für 100 Kilo. Stroh 0.00 Mk. das Schock. — Würzburg. Heu 5.40 bis 6.00, Stroh 3.20 bis 4.00Mk. für 100 Kllo. — Karlsruhe. Heu 7.00 Mk., Stroh 0.00 Mk. für 100 Kilo. — Offenburg. Heu 4.60 Mk., Stroh 3.40 Mk. für 100 Kllo. — Freiburg. Heu 6.00 Mk., Stroh 0.00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Heu 7.00 Mk., Stroh 5,50 Mk. für 100 Kllo. — Mannheim. Stroh pro Ctr. 1.75 bis 2.30 Mk., Heu pro Ctr. 3.25 bis 3.50 Mk. Spiritus. Berlin. Spiritus 70er 44 07 Mk. Breslau. Spiritus per 100 Liter 100 Proz. exkl. 50 Mk. Hamburg. Spiritus per Oktober-November 19% Mk., per November-Dezember 19% Mk., unverzollt. Nordhausen. Branntwein 45 Vol.-Proz. für 1 ds. ohne Faß ab Brennerei 63 50-65.50 Mk., Branntwein 40 Vol.-Proz. für 1 dz. desgl. 57.60-59.50 Mk. Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen: Kaufmann Konrad Geis, Altötting; Puiz- warenhändlerin Emma Pellehn, Altona; Gärtner Fritz Baumgarten, Delitzsch; Hotelier Adolf Hopp, Dessau; Fettwarenhändler Heinrich Konze, Dortmund; Tischler Otto Grimm, Gräfenhainichen; Kurzwarenhändlerin Anna Lemke, Kranz (Königsberg); Maler Albert Stärk, Konstanz; Nachlass des Sattlers Simon Orzechowski, Steinau (Kulmsee); Handelsfrau Marie Christ. Schäfer, Lausigk; Böttcher Friede. Wilh. Glass, Wernsdorf (Lengenfeld); Weber Georg Friedr. Bauer, Hausen (Leonberg); Möbelhändler Emil Neumann, LübecK; Gutsbesitzer Emil Bruno Krahmer, Königshain (Mittweida); Handelsmann Nik. Hohlbein, Heyerode (Mühlhausen i. Thür.); Nachlass des Getreidehändlers Joh. Echert, Hainbronn (Pegnitz); Möbelhändler Osk. Hartwig, Gevelsberg (Schwelm); Kaufmann Gottfr. Hoffmann, Sommerfeld; Fabrikbesitzer Wilhelm Streit, Spremberg (Lausitz); Bäcker Wilh. Könne, Daundorf (Vorsfelde); Oekonom Frans Ant. Sutter, Jungensberg (Weiler); Nachlass des Gastwirts Jak. Krahmer, Leissling (Weissenfels); Bleichereibesitzer Oswald Hänisch, Hänisoh- mühle (Zittau). THEE-«SiO Berühmte Mischungen Mk. 2,80 und 3,50 per Pfund. Probepacket« 60 und 80 Pfg. Zu haben bei den Niederlagen von Meffmers Thee. * Wenn Prinzessinnen reisen. Die „Köln. Volksztg." schreibt: Das russische Kaiserpaar hatte bei seinem Aufenthalt in Deutschland bekanntlich die drei kleinen Prinzessinnen bei sich, welche auch die Reise nach Potsdam mitmachten. Damit die Prinzessinnen unterwegs stets frische Milch bekommen können, werden in einem der elf Waggons des russischen Hofzuges zwei riesenhafte Holländerkühe mitgeführt. Der betr. Waggon ist vollständig als Kuhstall eingerichtet, Fußboden und Wände sind mit weiß blauen Mettlacher Platten belegt und es herrscht blitzende Sauberkeit darin. Frisches Grünfutter wird nach Bedarf an den einzelnen Stationen eingenommen, bei denen es im voraus bestellt wurde, und die Kühe befinden sich anscheinend ganz wohl dabei. Bei der Ankunft des Zarenpaares in Potsdam erregte es unter den am Bahnhof anwesenden Personen keine geringe Verwunderung, als gerade im Augenblick der feierlichen Begrüßung der hohen Herrschaften aus dem hintersten Waggon des russischen Hofzuges ein kräftiges „Muh!" er- tönte. Die drei Prinzessinnen sollten während der ganzen Anwesenheit des Zarenpaares in Potsdam im Hofzug verbleiben ; auf besonderen Wunsch der deutschen Kaiserin jedoch, welche als eine große Kinderfreundin die Kleinen gern sehen wollte, wurden sie am Nachmittag ins Neue Palais gebracht. * Heitere Folgen de8 Krieges in Transvaal. Die englisch- niederländische und die niederländisch-englische Abneigung nimmt gelegentlich des Transvaal-Krieges manchmal sehr lustige Formen an. So haben der „D. Wochenztg. in den Nieder!." zufolge die Jerseker Austernhändler von ihren englischen Abnehmern Bericht empfangen, daß die englischen Feinschmecker während des Krieges mit Transvaal keine holländischen Austern effen wollen, um nicht an die Verwandtschaft der Holländer mit den Buren erinnert zu werden! Die Rache der Niederländer für diese schnöde That ist nicht auSgeblieben. Ein Amsterdamer Barbier, der zwei Engländer eingeseift hatte, um sie zu rasieren, hielt in der Beschäftigung inne, als ihm die Nationalität seiner Kunden zu Ohren kam. Kein Protest half, sie mußten ihre Bartstoppeln mit nach Hause nehmen. — In einer unangenehmen Lage befindet sich die Leitung des AmsterdamerPanop- tikums. Die Besucher fordern energisch, daß die Figur der Königin Viktoria aus der Reihe der regierenden Herrscher entfernt und in einer Nebenkammer aufgestellt werden solle. * Der Universitäts-Professor als Huugerküustler. Neber die Verhältnisse, in denen vor ungefähr 150 Jahren die außerordentlichen Professoren in Leipzig — und wohl auch an anderen deutschen Universitäten — lebten, darüber giebt ein Schreiben des damaligen Prorektors der Universität Göttingen willkommene Auskunft. Gegen Ende des siebenjährigen Krieges rückte nämlich ein französisches Korps unter dem Oberbefehl eines sächsischen Prinzen vor die Stadt Göttingen. Der Prinz forderte die Stadt zur Uebergabe auf, und um die Uebergabe zu beschleunigen, schrieb er an seinen alten Bekannten, den Prorektor der Universität, Profeffor und Hofrat Dr. Abraham Gotthelf Kästner, ihm zu Gemüte führend, welche Schrecknisse durch ernste Belagerung über Göttingen kämen, Bombardement und die Qualen unvermeidlicher Hungersnot, Kästner möge daher die Stadt zur Uebergabe bestimmen. In dem Schreiben, das nach den „Hann. Geschichtsblättern" der Hofrat Kästner dem Prinzen umgehend zugehen ließ, findet sich folgende Stelle: „Was die angedrohte Aushungerung betrifft, so habe ich die Ehre gehabt, fünf Jahre lang Professor extraordinariua in Leipzig gewesen zu sein, wobei ich ein so gründliches praeludium und exercitium im Hungerleiden gemacht, daß ich keine Belagerung fürchte, und für alle ein gutes Beispiel abgeben werde." * Phantasien über das Pferd. Wie es in dem Kopfe eines neunjährigen Jungen aussieht oder doch aussehen kann, dafür lieferte Fritzcheu jüngst ein wahrhaft erschütterndes Beispiel. Er hatte in der Schule die Aufgabe erhalte», einen Aufsatz über das Pferd zu verfaffen und entledigte sich des Auftrages in folgenden Stilblüten: Das Pferd ist ein Tier, cs hat vier Beine, an jedem Eck eins. Hinte» hat es auch noch eins, das ist aber keins, das ist ein Schwanz, da fitzen Haare dran, daran kann man ziehe», dann schlägt das Pferd. Vorne hat das Pferd den Kopf zum Aufklappen. Oben auf dem Kopf sitzen die Ohren. Da hört das Pferd mit. Wenn man das Pferd kitzelt, dann legt es die Ohren an den Kopf, dann lauf ich weg. Hinter den Ohren hat das Pferd die Mähne, das sind Haare. Das Pferd ist unten von Eisen. Wenn das Karuffel kommt, dann sind sie von Holz. Dann kostet es 5 Pfg., das thun wir gern. Wenn der Mann es nicht sieht, dan» kostet es nichts. Einige Pferde dienen auch bei den Soldaten. Kleine Pferde heißen Ponnies. Wenn man das Pferd schlägt, dann läuft es. Magere Pferde heißen Kracken. Einige Kracken gehen tot, andere werden geschlachtet. Dan» werden Matratzen und Wurst aus gemacht. Mama mag sie nicht. Papa desto länger. DaS Pferd hat vier große Zehen. Da läuft es mit. Manchmal kriegt es da ein neues. Wenn ihm der Schmied da was dran schneidet, daS th»e ich dem Anton in die Pfeife. Dann wird er übel." Dog ärztlich 6 in allen 1 ron 11k. 1,80 a: zu babi Äug. Mol Bahnhofs1 Drogerie zom ' Neue per Pfund 20, vorzüglikt neues C ganz und fri neues neue (s “'Robert Neusta- Wx Mü m garantiert ti empfie' Löwen-I Vi W. KU J» größter eil ob gen. Konrad Geis, Altötting Pote- i; Gärtner Frih Baumgarten, d; Fettwarenhändler Heinrich imm, tiräfenhatolchen; Knra- I (HölWtii ; re Simon Orzechowski, Stemai ist. Schäfer, Lauslgk; Böttcher wenfeld): Weber GeorgJnedr. ländler Emü Neumann, Lübeck, onigahain (Mittweida); J* lühlhausen L Thür); W nbronn (Pegnitz): MSWdto * Kaufmann Gottfr. 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I., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Bieker'schen Saale: 1 Sosa, 1 dgl. mit 6 Stühlen und 2 Sesseln, 1 Nähmaschine, 1 Kommode, 1 Kleiderschrank, 1 Silberschrank, eine Hobelbank, 1 Pferd, 1 vollst. Veit u. v- a. 7969 Geißler, Gerichtsvollzieher. KT '40 PF, jjr. Stück Ködert fim MG. Auch kurzweg genannt: 4 Enlen-Selfe. ► * Das Beste and Erfolgreichste was Damen zur Pflege der Haut and was Mütter zum Waschen der Kinder verwenden können. Erhältlich überall zu 40 Pfg. Kurz- und Modewaren 8 Hießen. Flaschenbier, hell 18 Pfg., dunkel 580 Pfg. 7952 NB. ooooooooooooooooooooooooooooooooooooo Hermann Otto, früherer Pächter des Deutschen Hof, Neuenweg. ooooooooooooooooooooooooooooooooooooo | Wirtschafts-Empfehlung. 8 O Freunden und Bekannten, s'wie einer geehrten Nachbarschaft die ergebenste Mitteilung, daß O □ ich die seither von Herrn J. Seibel betriebene - O 8 Gastwirtschaft zu den drei Linden ° 8 Frankfurterstratze Q q mit dem Heutigen übernommen habe. Zum Ausschank g langen: Q o ff. 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