Sonmag den 15 October M. 243 Zweites Blatt 1899 «MM ■ti hM* »t« *4t Gießener 9 mH«« »Mittet Wfbcx kw Kn-eiger »tchiiiwch »iermel letgefcgt Meßmer Anzeiger Hn*e*l*reU vierteljährlich 2 Mark 20 Pf« monatlich 75 Pf« mit vringerloh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf, vierteljährlich. l«nH«e wen Sn,eigen zu kr nochmittagl für ke yuiywten leg erscheinenden Nummer Ml •er*. 16 Uhr Hmeral-Anzeiger 11« Anjeigen.«krmiNlunß«fteaen bei In- und Suiten** «rhmen Snjeigen für len Gießener Unzeiger entgegn» Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. ■eiehien, Uspelition und Druckerei: >4nC|r*|t »r. 7. Gratisbeüagrn: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische UatKsKunde. -------„J. _... Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprecher Nr. 51. xx Zur innerpolitischen Situation. Gieße», 14. Oktober 1899. Daß die Lage in Preußen noch immer nicht ganz geklärt ist, haben wir schon immer betont, und tatsächlich ist die Situation so unsicher geblieben, wie sie nur kurz nach der Entscheidung über die Kanalvorlage sein konnte. Etwa zwanzig Landräte und zwei Regierungspräsidenten sind auf dem Schlachtselde gefallen, und noch ein Opfer hat sich ihnen zugesellt: das ist der Freiherr v. Zedlitz-Neukirch, Präsident der preußischen Seehandlung. Es ist noch in frischer Erinnerung, als der „Vorwärts" vor einiger Zeit Enthüllungen brachte über die außerdienstliche Thätigkeit des Freiherrn, woraus hervorging, daß alle die Leitartikel, welche die „Post" gegen den Kanal gebracht hatte, der Feder eines sehr hohen preußischen Beamten entstammten, nämlich derjenigen des Herrn v. Zedlitz. Daß letzterer infolge der Indiskretionen des „Vorwärts" erkrankte und deshalb sein Entlassungsgesuch einreichte, ist weiter nicht verwunderlich, ebensowenig, daß das Gesuch ziemlich schnell bewilligt wurde. Also Freiherr v. Zedlitz, der Intimus eines noch viel höher stehenden preußischen Beamten, kann nun, falls sein Gesundheitszustand sich bessert, lustig weiterkämpfen gegen den Kanal, an dem die Regierung bekanntlich unentwegt festhalten will. Wie wenig die Lage in Preußen geklärt ist, dürfte übrigens aus dem schwankenden Gesundheitszustände des Herrn v. Miquel erhellen. Es ist mit der Gesundheit der Minister bekanntlich eine eigene Sache. Alle, welche nicht etwa behufs anderweitiger Verwendung im Staatsdienste ausscheiden, thun dies mit Rücksicht auf ihre Gesundheit, die nicht allzu handfest zu sein scheint. Denn wir haben Minister gehabt, welche noch gestern kerngesund waren, aber schon heute mit Rücksicht auf ihren leidenden Zustand das Portefeuille niederlegen mußten. Herr v. Miquel hat bisher trotz seines hohen Alters die Beschwerden seines Amtes gut ertragen, und die alljährliche Kur in Wiesbaden that regelmäßig ihre Schuldigkeit. In diesem Jahre scheint die Erholung nicht ausreichend gewesen zu sein. Mußte der Minister doch sogar der Einweihung des Dortmund-Ems-Kanals fern bleiben! Und auch späterhin war das Befinden Miquels erheblichen Schwankungen unterworfen, die ihn in seinen Dispositionen stark einschränkten. Noch vor wenigen Tagen war dies der Fall, als Herr v. Miquel in Begleitung des Landwirtschaftsministers nach Hannover zur Einweihung der Tierärztlichen Hochschule fahren wollte. Freiherr v. Hammerstein mußte allein reisen, aber ganz plötzlich besserte sich das Befinden des Herrn v. Miquel, sodaß dieser noch die Reise nach Hannover anzutreten vermochte und daselbst auch rechtzeitig zur Festrede eintraf. Eine Aufklärung über die gegenwärtige Lage würde vielleicht derjenige geben können, welcher eruierte, wo der Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums die Zeit von der Abreise des Landwirtschaftsministers bis zu seiner eigenen Abfahrt verbracht hat. Die „Germania" behauptet bekanntlich, daß Herr v. Miquel seinen Frieden mit den Konservativen gemacht habe, und zwar sei dies in den Redaktionsräumen der „Kreuzztg." geschehen. Ob Herr v. Miquel selbst erschienen ist, oder ob er Beauftragte entsandt hat, ist noch nicht bekannt; jedenfalls aber ist der Vorgang sehr bedeutungsvoll und vielleicht nicht ohne Einwirkung auf unsere innerpolitischen Verhältnisse. Man nimmt in unterrichteten Kreisen an, daß noch vor dem Zusammentritt der Parlamente wichtige Entscheidungen erfolgen, die die Lage zu klären geeignet sind und über die Absichten der Regierung keinen Zweifel lassen werden. Ksksles und Urovmmkrs. Gießen, 14. Oktober 1899. ** Soldatenbriefe. Die Zeit des Eintreffens der Rekruten bei ihren Truppenteilen ist gekommen: aus Stadt und Land ziehen die jungen Vaterlandsverteidiger hin zur Garnison, um auf zwei Jahre ihre Kräfte dem Dienste für's Vaterland zu weihen. Nur wenigen ist es vergönnt, am Heimatsorte ihrer Militärpflicht zu genügen, die meisten müssen Eltern und Geschwister, Verwandle und Freunde verlassen und hinaus in die Ferne. Lassen nun auch die Obliegenheiten des Dienstes, die Neuheit der Situation, das Anpassen und Hineinleben in ganz ungewohnte fremde Verhältnisse den Gedanken an „zu Hause" zunächst in den Hintergrund treten, so wird andererseits nach des Tages Müh' und Plagen eine Nachricht von daheim dem jungen Rekruten gewiß eine angenehme, gern gesehene Abwechselung bringen. Für schnelle und billige Vermittelung des Gedankenaustausches sorgt unsere Reichspost, welche die an die in Reih und Glied stehenden Soldaten (bis zum Feldwebel und Wachtmeister einschließlich aufwärts) gerichteten Briefe und Postkarten, sofern sie Angelegenheiten des Empfängers betreffen und das Gewicht von 60 Gramm nicht überschreiten, unentgeltlich befördert. Die Briefe an die jungen Vaterlandsverteidiger brauchen also nicht mit der sonst üblichen roten Freimarke beklebt zu werden, sondern sind unfrankiert in den Briefkasten zu legen. Erforderlich ist aber, daß der Brief mit dem Permerke: „Soldatenbrief. Eigene Angelen- heit des Empfängers" versehen wird, andernfalls würde vom Empfänger das tarifmäßige Porto eingezogen werden. Dieser Vermerk ist also ja nicht zu vergessen! Uebrigens sehen wir in Schreibwaren-Geschäften sogenannte Soldaten- Briefmarken, Zettelchen in der Größe unserer Postbriefmarken, die mit obigem Vermerk bedruckt sind. Die Verwendung solcher Zettelchen erscheint uns sehr empfehlenswert, weil sie Irrtümer in dem Wortlaut des Vermerkes ausschließen; dieselben sind in Schreibwarengeschäften (nicht bei der Post!) für ein Billiges zu kaufen. Auf den Brief geklebt, verrichten diese Zettelchen denselben Dienst, wie der geschriebene Vermerk. Wohlgemerkt: es genießen nur die an die Soldaten gerichteten Briefe Portofreiheit. Briefe von Soldaten müssen in gewöhnlicher Weise frankiert sein. Wenn Ihr Eltern und Geschwister, Verwandte und Freunde auf Euren an den jungen Soldaten gerichteten, von der Post unentgeltlich beförderten Brief Antwort erwartet, so vergeßt daher nicht, dem Empfänger auch den erforderlichen Obolus für das Antwortsporto zukommen zu lassen, denn die Löhnung ist nur knapp bemessen und nicht ausreichend für besondere Zwecke! Sehr angenehm und jederzeit willkommen ist dem Soldaten außer den brieflichen Mitteilungen etwas Materielles, sei es in Gestalt einer Wurst oder dergl., sei es in Gestalt einer Geldsendung. Uns kam unlängst eine illustrierte Postkarte zu Gesicht, die im Bilde die Freude des Soldaten bei Ankunft der Post darstellte: beim Empfang eines Briefes von Hause schmunzelt er vergnügt, die Wurstkiste entlockt ihm schon helle Ausrufe großer Freude, die Postanweisung aber veranlaßt ihn sogar zur größten Ausgelassenheit. Auch Packete und Postanweisungen an Soldaten befördert die Reichspost, zwar nicht ganz kostenlos wie Briefe, aber doch zu ermäßigten Preisen: Packete bis 3 Kgr. ohne Unterschied der Entfernung für 20 Pfg., Postanweisungen bis 15 Mk. für 10 Pfg. Auch die Postanweisungen, sowie die Packet-Begleitadressen und die Packetaufschriften müssen den Vermerk: „Soldatenbrief (nicht Soldatenpacket rc.) Eigene Angelegenheit des Empfängers" aufweisen. Alle andere Postsendungen an Soldaten (z. B. Geldbriefe, Nachnahmesendungen, Packete über 3 Kgr. usw.) unterliegen den gewöhnlichen Portosätzen; auch haben Einjährig-Freiwillige und auf Urlaub befindliche Militärs keinen Anspruch auf obige Portovergünstigungen, von denen ferner ausgeschlossen sind: Sendungen, die rein gewerbliche Angelegenheiten des Empfängers betreffen (z. B. den Vertrieb eines von einer Militärperson herausgegebeneu Werkes oder kaufmännische Anzeigen an einen Soldaten) oder die innerhalb des Orts- oder Landbestellbezirkes des Aufgabepostorts an Soldaten abgehen. Beispielsweise wird also ein in Möckern aufgegebener Brief an einen in den dortigen Kasernen liegenden Soldaten nicht gebührenfrei befördert, sondern kostet das gewöhnliche Ortsfranko von 5 Pfg. Dieselben Portovergünstigungen wie die Soldaten des Heeres genießen die nicht im Osfiziersrang stehenden Mannschaften und Personen der Kaiserlichen Marine, so- FrMet-n. Wird das Wätsel Andrees gelöst? Von Dr. Wilhelm Meyer. Das tiefe Geheimnis, welches über dem Schicksal Andres liegt, ist durch die neueste Kunde noch tiefer verschleiert worden. Mehr und mehr sinkt die Hoffnung, das große Wollen dieses bewundernswürdigen Mannes von dem verdienten Triumph des Erfolges gekrönt zu sehen Da ist, wie schon mitgeteilt wurde, wieder eine Boje gefunden worden, sogar eben diejenige, welche er nur in dem Augenblicke des Gelingens der großen, nie vorher auSgesührten That, sobald er den nie erreichten Pol unter sich wußte, auSwerfen wollte. Da wäre also die That geschehen? Der Cylinder, in welchem die Nachrichten durch solche Bojen verwahrt zu werden pflegen, fehlte, das heißt, die Boje wurde so gefunden, wie sie von Anfang der Fahrt an Bord des Luftschiffes aufbewahrt wurde, denn die Cylinder werden immer erst nachher mit dem Nachrichtenblatt eingeschraubt. Aus der Polboje ist allem Anschein nach ein vorher etwa vorhanden gewesener Cylinder nicht abgeschraubt oder durch irgend einen gewaltsamen Eingriff entfernt worden. Die Boje hat denBallon ohneNachricht verlassen. Was haben wir daraus zu schließen? Zunächst liegt die traurige Möglichkeit vor, daß der ganze Ballon zu Grunde gegangen und gerade diese Boje das erste und bisher einzige Objekt gewesen sei, das von diesem Schiffbruch Kunde giebt. Was für ein ganz wunderlicher Zufall wäre dies! Da sind Hunderte von größeren Gegenständen an Bord gewesen; aber gerade diese Boje sollte zuerst wieder zum Vorschein kommen, um die ganze Welt zu verwirren. Kann sie nicht wirklich doch ihrer Bestimmung gemäß auSgeworfen und deshalb ein sichtbares Zeichen sein, daß es einem ersten Menschen gelang, jenen geometrischen Punkt zu erreichen, an dessen Eroberung die Kraft der Stärksten bisher erlahmte? Die besondere Art der Polboje war ja bereits für alle Eingeweihten eine unbedingt sichere Nachricht von diesem Gelingen, vielleicht zum mindesten in der Ueberzeugung der Luftreisenden selbst. Aber ist es nicht eine ganz unverantwortliche Unterlassungssünde, der schwimmenden Post so gar nichts mitzugeben? Nun, man muß seine Einbildungskraft schon ein wenig anstrengen, um sich in jene Situation zu versetzen, in der nie zuvor sich ein anderer Mensch befand. Versuche ich dies aber, so kann ich mir eine ganze Anzahl von Möglichkeiten vorstellen, unter denen das Ueberbordwerfen der Boje ohne Nachricht erfolgen konnte. Es mochte beispielsweise in der ersten jubelnden Freuoe über die gelungene That geschehen sein, indem man sich vornahm, gleich dahinter eine andere Boje mit Inhalt auszuwerfen. Die Form der Boje sagte ja die Hauptsache. Auch kann es sein, daß sie in der Aufregung den in engem Raume schwebenden Reisenden zu früh aus den Händen fiel. Und noch eine andere schauerliche Möglichkeit taucht in meiner Phantasie auf. Es ist mir immer recht merkwürdig erschienen, daß die beiden anderen bisher von Andree in unsere Hände gelangten Posten so sehr kargen Wortlaut haben. Es müssen an Bord sehr bald nach dem Aufstieg Verhältniffe geherrscht haben, welche die kühnen Polarfahrer außer stand setzten, längere Mitteilungen zu machen, von deren Wichtigkeit für uns sie doch überzeugt sein mußten. In der That wird man begreifen, daß die Schreibgelegenheit in dem durch die eisige Luft hinstürmenden Korbe nicht gerade die bequemste war. Wie nun, wenn die ungewöhnliche Reise die Kräfte der in den widerstreitenden Strömen des Luftozeans lang umhergeirrten Forscher bis zum äußersten erschöpft haben sollte, sodaß der ermattende Arm des Letzten gerade in dem Augenblicke, da das große Ziel erreicht war, das Zeichen dieses großen Sieges noch hinabwerfen, aber nichts sonst ihm mitgeben konnte? Dann flog das Luftschiff weiter ins unbekannte, und Andrse konnte triumphierend sterben, wie ein Held auf dem siegreichen Schlachtfelde. Alles das ist möglich, möglicher meiner Ueberzeugung nach, als daß der Ballon zugleich mit der Boje ins Meer, beziehungsweise aufs Eis gelangte. Aber wer könnte heute eine andere Wahrscheinlichkeit als die Denkmöglichkeit dafür finden ? Ja, ein Umstand macht hinter alle diese Betrachtungen sogleich wieder ein großes Fragezeichen: daS ist der Auf- findungSort der Boje, König Karls Land. Das ist jene fast noch völlig unbekannte Insel oder Inselgruppe, die östlich von Spitzbergen gegen Franz-Josephs-Land hinliegt, sodaß man hier ehemals einen Zusammenhang beider letztgenannten hocharktischen Inselgruppen vermutete, der indes nicht vorhanden zu sein scheint. Nansen hatte eS sich auf seiner Fußwanderung mit Johannsen zur Aufgabe gemacht, dieses Problem zu lösen, da er über das König-Karls-Land hinweg Spitzbergen zu erreichen suchen wollte. Die beiden älteren, von Andrer bekannten Posten sind etwas nördlich von dem bekannten Teile des König Karls-Lands datiert. Es ist nun nach den Resultaten der Beobachtungen auf dem „Fram", der noch etwas nördlicher durch das EiS trieb, lange sie sich innerhalb Deutschlands bezw. auf Kriegsschiffen in inländischen Häfen befinden. Ueber die Portovergünstigungen, die den Personen der Schiffsbesatzungen der deutschen Kriegsschiffe im Ausland zustehen, ein anderes Mal! — Mainz, 13. Oktober. Die heute wegen dem „Fall Küchler" von dem Landgericht in Darmstadt zu empfindlichen Geldstrafen verurteilten Redakteure der „Mainzer Neuesten Nachrichten" und des „Mainzer Journal" werden, wie wir soeben erfahren, Revision bei dem Reichsgericht nachsuchen. Voraussichtlich wird sich die „Frankfurter Zeitung" dem Schritte anschließen. — Die verflossene Woche erfolgte Neuverpachtung der Rheinüberfahrt zwischen Mainz und Kastel ließ einzelne der bei dem Ausschreiben unterlegenen Bewerber nicht ruhen, und auf alle mögliche Art suchen sie in den Lokalblättern ihrem Aerger darüber Luft zu machen, daß die Negierung dem seitherigen Pächter die Ueberfahrt wieder übertrug. Einer der unterlegenen Unternehmer, der das höchste Gebot gemacht hatte, ist sogar soweit gegangen, daß er eben durch einen Rechtsanwalt eine Denkschrift ausarbeiten läßt, die er wegen der Verpachtung in einem gelesenen Blatte gegen die Regierung veröffentlichen will. Einen bequemen Angriffspunkt wegen der Verpachtung bietet die Thatsache, daß der Pächter den Ueberfahrtspreis um 25 Prozent erhöht hat. Nach einer heute erschienenen amtlichen Mitteilung ist der Unternehmer hierzu vollständig berechtigt, doch sieht die Regierung selbst ein, daß der gegenwärtige Ueberfahrtspreis zu hoch ist, weshalb sie wegen Herabsetzung mit dem Unternehmer in Verbindung getreten ist. A Mainz, 13. Oktober. Zwischen der oberen Schulbehörde in Darmstadt und der hiesigen Bürgermeisterei schweben gegenwärtig Unterhandlungen wegen Umwandlung der Realschule hier in eine Ober-Realschule. Diese Absicht besteht schon mehrere Jahre, doch wurde von der Ausführung immer Umgang genommen, da vorerst kostspielige Schulhausbauten hergestellt werden müssen. — Der von den hiesigen Gewerkschaften jüngst hier gegründete Konsumverein, bei dessen Konstituierung sofort über 1000 Mitglieder beitraten, begegnet bei den Kleinkaufleuten entschiedener Gegnerschaft. Man bringt die letztere dadurch zum Ausdruck, daß man sich weigert, die von dem neugegründeten Verein ins Auge gefaßten Rabatt- und Sparmarken einzuführen. Diese Ablehnung motivirt man damit, daß man behauptet, die andere Kundschaft werde durch das Rabattsystem benachteiligt, indem bei dem geringen Nutzen, der nach der Rabattgewährung noch verbleibe, sich befürchten lasse, daß viele minderwertige Ware in den Handel gebracht werde. Die Metzgerinnung hat ganz direkt abgelehnt, sich auf die Rabattgewährung einzulassen, ebenso ist von dem Verein Mainzer Kaufleute eine Versammlung anberaumt, in welcher man für alle Branchen den gleichen ablehnenden Beschluß herbeiführen will.____________________ Gerichtssaat. Prefibeleidiguugsprozeß. Darmstadt, 13. Oktober. Strafkammer I. In der Strafsache gegen die Redakteure Giesen, Köp gen und Malten wegen Beleidigung des Justizministers, der derzeitigen Mitglieder des Justizministeriums und des Generalstaatsanwalts dauerte die gestrige Beweisaufnahme bis gegen 5Va Uhr abends. Sie hatte ihren Schwerpunkt in den bereits berichteten Erklärungen Sr. Exz. des Großh. Justizministers und des letzterwähnten Beleidigten. Nach diesen Zeugenaussagen waren die Würfel über den seitens des angeklagten Giesen angetretenen Wahrheitsbeweis gefallen, was zur Abkürzung der übrigen Beweisaufnahme sehr wesentlich beitrug. Seine Exzellenz hatte sich in so rückhaltloser, klarer und erschöpfender Weise über die zum Zweck des Wahrheitsbeweises der behaupteten Verfassungsverletzung herangezogenen Punkte ausgesprochen, daß die Verteidigung von weiteren Fragen an diesen Zeugen Absehr unwahrscheinlich, daß eine Boje, die ungefähr am Pol ausgeworfen wurde, nach König Karls Land getrieben werden kann. Vor wenigen Tagen erst hat auf dem Berliner Geographen-Kongresse Professor Mohn aus Christiania die von ihm bearbeiteten Resultate der meteorologischen Beobachtungen auf dem „Fram" mitgeteilt, wonach die herrschende Windrichtung, der Elstrift entsprechend, eine westliche ist. Das Eis, und was es einschließt, wandert also vom Pol nach der grönländisch-amerikanischen Seite hin. Die Boje konnte mit dieser Strömung nicht nach König Karls-Land gelangen, wenn sie am Pol war. Es bleibt noch die Möglichkeit, daß sich Andro über seine geographische Lage ziemlich stark getäuscht hatte, als er die Boje auswarf. Geographische Ortsbestimmungen in der Nähe des Pols sind bereits am Land oder auf dem Meere mit großen Unsicherheiten behaftet. Nansen war während des ganzen Winters, den er auf Franz Josefs- Land zubrachte, um mehrere Grade über seine geographische Lage unsicher und meinte lange Zeit, in der Nähe seines Zieles, Spitzbergen, zu sein. Auf einem über ganz unbekannte Gegenden mit unbekannter Geschwindigkeit fliegenden Luftschiffe giebt es überhaupt keine sichere Methode der Ortsbestimmung. Vielleicht befand sich Andree noch immer unweit jenes Königs Karls-Landes, wo er erwiesenermaßen auch die zwei ersten Tage seiner Fahrt schwebte, war im Kreise Herumgetrieben, was ihm an sich wohl der Kompaß ersichtlich machte, während er die Größe der durchflogenen Schleife indes wesentlich überschätzen konnte. Auf jeden Fall wird man nun das König Karls-Land im nächsten Jahre noch genauer durchforschen müssen, als es in den letzten Jahren bereits geschehen ist, ein längst von der arktischen Forschung gehegter Wunsch, dem freilich große Schwierigkeiten entgegenstehen. Hier wird man vielleicht das Rätsel Andrees lösen. stand nahm. Auch die Beschuldigung der unter Anklage gestellten Artikel, daß man die Staatsanwaltschaft zur Aenderung ihrer Ansicht veranlaßt und von der Anklageerhebung gegen Küchler abgehalten habe, fand durch beide Zeugen vollste Widerlegung. Hiernach wurde seitens der Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Vernehmung des Großh. Oberstaatsanwalts Dr. Preetorius über letzteren Punkt verzichtet. Eine Anzahl weiterer von der Verteidigung über die Frage der Verfassungsverletzung durch Nichtan- fiellung jüdischer Richter benannter Zeugen, denen die Ermächtigung zur Zeugenaussage über im Dienst gemachte Wahrnehmungen versagt war, vermochte anderwett nichts zu deponieren. Die Verteidigung verzichtete deshalb auf Vernehmung aller übrigen über diesen Punkt benannten Zeugen. Die Beweisaufnahme erfuhr hierdurch eine erhebliche Abkürzung. Die weiteren Vernehmungen bezogen sich größtenteils auf einzelne Vorkommnisse, die in dem Verfahren gegen Rapp bereits zur Sprache gekommen sind. Einiges Neue in dieser Beziehung ist nunmehr in dem der- maligen neuen Beweisverfahren gegen Küchler ausgeschieden und nicht in den Eröffnungsbeschluß desselben ausgenommen worden. Die neue Disziplinarverhandlung gegen K. wird am 20. d. M. stattfinden. * * * Darmstadt, 13. Oktober. (Ausführlicher Nachtrag). Die gestrige Verhandlung verlief bedeutend rascher, als 'man vorher allgemein erwartet hatte. Hierzu trug neben der bereits erwähnten durchschlagenden Wirkung der beiden Anklagezeugen nicht zum wenigsten die ruhige objektive Prozeßleitung durch den Vorsitzenden bei, der seitens aller übrigen Beteiligten in gleicher Weise entsprochen wurde. Die Beweisaufnahme des Nachmittags bezog sich fast ausschließlich auf Punkte, die von geringerer Bedeutung waren und deshalb zur eingehenden Wiedergabe keinen Anlaß bieten. Das Interesse an der Verhandlung zeigte sich in der Anwesenheit eines zahlreichen Publikums und dem starken Kontingent, das die Berichterstattung von hier und auswärts gestellt hatte. Nach Beendigung der Vernehmung Sr. Exzellenz des Großh. Justizministers und des Großh. Generalstaatsanwalts verloren die weiteren Vorgänge an Bedeutung und Interesse, erst der Beginn und Verlauf des vierstündigen Plaidoyers erhob dieses Interesse wieder zu vollster Höhe. Der beiderseits mit Lebhaftigkeit durchgesührte Redekampf, wobei der Anklagebehörde vier bekannte Verteidiger gegenüberstanden, legte alle in Betracht kommenden Gesichtspunkte in trefflichster Form dar. Grpß- herzogl. Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt führte nach einer Einleitung, worin er die Schwere der Beleidigungen charakterisierte und u. a. darauf hinwies, daß die fraglichen unwahren Bezichtigungen den Vorwurf eines durch das Strafgesetz mit Zuchthaus bedrohten Verbrechens enthielten, die Anklage im einzelnen aus. Er schloß mit dem Antrag auf Erkennung von Freiheitsstrafen, deren Höhe er dem Ermessen des Gerichtshofes überläßt Die fraglichen Artikel seien geeignet gewesen, das öffentliche Verirauen in die höchsten Stellen der Justizverwaltung zu erschüttern und das Rechtsbewußtsein zu verletzen, weshalb die für solche Beleidigungen Verantwortlichen entsprechend zu büßen hätten. Die Verteidigung berief sich auf den Schutz „der Wahrung berechtigter Interessen", bezeichnete den Wahrheitsbeweis bezüglich einer Verfassungs- Verletzung als geführt und hob den guten Glauben der Angeklagten hervor. Hinsichtlich des letzteren Punktes wurde ausgeführt, daß der Angeklagte Giesen sich auf den ihm als glaubwürdig bekannten Verfasser des Artikels verlassen habe, die beiden anderen Angeklagten den in so bestimmter Form gehaltenen und in einer großen, verbreiteten Zeitung erschienenen Artikel im Vertrauen auf seine Richtigkeit übernommen hätten. Die Verteidigungsanträge gingen auf Freisprechung eventl. auf Geldstrafen. Zu Beginn der heutigen Verhandlung, der die Angeklagten nebst ihren Verteidigern nicht beiwohnten, erließ das Gericht Beschluß, daß ihre Anwesenheit nicht mehr erforderlich sei. DaS hieraus verkündete Urteil sprach gegen den angeklagten Giesen 6 Monate Gefängnis, gegen Köpgen und Malten je 500 Mk. Geldstrafe, im Uneinbringlichkeitsfalle mit 100 Tagen Gefängnis zu verbüßen, aus. Jedem der Angeklagten wurde die Gerichtsgebühr, Giesen die eine Hälfte der Auslagen, Köpgen und Malten je 1/4 auferlegt. Dem Großh. Justizminister und den Mitgliedern des Justizministeriums wurde die Befugnis zuerkannt, den entscheidenden Teil des Urteils einmal in der „Darmstädter Zeitung" und den Blättern der Angeklagten auf deren Kosten bekannt zu machen. Die sehr klare Urteilsbegründung ging dahin: Giesen sei nach eigenem Geständnis sowohl als Redakteur, als weil er an der Fertigstellung des fraglichen Artikels mitgearbeitet habe, verantwortlich. Die beiden anderen Angeklagten kämen nur als Verbreiter in Betracht. Die zugefügte Beleidigung sei eine doppelte, sie enthalte den Vorwurf der Rechtsbeugung in einem einzelnen Fall und denjenigen der Verfassungsverletzung im allgemeinen. Den Beleidigten sei wissentlich eine strafbare Absicht unterstellt, weshalb sich die Artikel nicht als straflose objektive Charakterisierung eines Vorgangs darstellten. — Eine selbständige Beleidigung des Generalstaatsanwalts sei nicht begangen. — Die Behauptungen seien Vorwürfe schwerster Natur gegenüber den zur Hütung der Verfassung Berufenen, und die Angeklagten seien sich dessen bewußt gewesen. Der angetretene Wahrheitsbeweis erscheine als nicht geführt und durch die Aussagen des Grobherzoglichen Justizministers und Generalstaatsanwalts völlig widerlegt. Ein Recht oder eine Anwartschaft auf Anstellung bestehe nach der Verfassung nicht. Wenn nach dem Geist der neueren Gesetzgebung völlige Gleichheit in der Anstellung herrschen solle, so seien nach Lage der Verhältnisse nicht alle Gegensätze auszugleichen. Es müsse dem weisen Ermessen der Regierung, die auch seither nicht „grundsätzlich" die Anstellung von jüdischen Richtern abgelehnt habe, die Entschließung über die Qualifikation „im einzelnen Falle" vorbehalten sein. Die Anstellung eines Beamten unterliege als politischer Akt auch politischen Erwägungen. Von einer absichtlichen „geflissentlichen" Verfassungsverletzung könne unter keinen Umständen die Rede sein, obwohl die Artikel die Behauptung aufstellten. Der angebliche gute Glaube der Angeklagten könne gegenüber ihrem Bewußtsein der ehrenkränkend n Natur der Beschuldigungen nicht in Betracht kommen. Bezüglich der Wahrung berechtigter Interessen habe die Presse nicht mehr Recht, als jeder Privatmann, und im Fragefalle habe den Angeklagten jede Legitimation gefehlt; ein Irrtum hierüber könne sie nicht straflos machen. Bei der Strafzumessung komme erhöhend die Schwere der Beleidigung, mindernd die damalige allgemeine Erregung in Betracht. (D. Z.) Berlin, 13. Oktober. Spieler-Prozeß. Heute wurde zunächst der Schneider des Mitangeklagten v. Klöcher, Effektenliese'ant Schulz, vernommen, welcher bekundet, daß er Herrn v. K öcher 2000 Mk. geliehen habe, welchen Betrag dieser tdm aus einem größeren Spteigewinn p.ompt zurückoezahlt hat. Der Angeklagte v. Kröcher hatte während eines Vierteljahres zwei Wohnungen tnnc, für die er in dieser Zett 1000 Mk. Mterhe zu zahlen hatte. Im wetteren Verlauf der Verhandlung wurde eine Reihe von Offizieien vernommen, welche über ihre Veriuste tm Spielklub berichien, sonst aber Nichts neues aussagen. Der Mita, geklagte v. Kayser stellt fest, daß ihm von seiner Mutt.r jährlich 70000 Mk. zustanden. Zeuge Leutnant Höpiner schränkt seine belastende Aussage in der Voruntersuchung heute wesentlich ein, welcher Umstand den Oberstaatsanwalt veranlaßt, 'estzustellen, daß die Zeugen sämtlich in bcr Voruntersuchung belastender ausg.sagt haben, als sie heute bekunden. Wenn daher also eine vielleicht unnötige Schärte tu die Voruntersuchung htneingesommen sei, so sei das nicht die Schuld der Behörde, sondern die Schuld der Zeugen. Zeuge Schneider Schwarz legt nun einige Schneider-Rechnungen v. Kröchers vor, welch- ztcml.ch hohe Beträge ausweisen. Verschiedene wettere Zeugen, meist Offiziere des Gardekorps und der Husaren-Regtmenter, betunbm über Die Vorgänge im Zentral Hotel tu demselben Sinn, wie die früheren Zeugen. Hauptmann Nix hat insgesamt am Spieltisch ca. 50000 Mk Benoten. Nach der Aussage des Zeugen ist Herr v. Zedlitz der geistige Letter der Spielgesellschaft im Viktoria-Hotel gewesen. Derselbe habe auch das Bonmot vom Klub der Harmlosen aufgebracht. — Die Sitzung wird auf morgen früh vertagt. Man hofft, morgen mit der Zeugenvernehmung zu Ende zu kommen. Am Montag fällt die Sitzung wegen kommissarischer Vernehmungen aus. Das Urteil steht Mittwoch abend oder Donnerstag vormittag zu erwarten. Stettin, 13. Okiober. Der Zusammenstoß der Dampfer „Blücher" und „Pölitz", der am 16. Juni ds. Js. auf der Oder bet Stettin erfolgte, und den Untergang des „Blücher" zur Folge hatte, wöbet 15 Personen ertranken, war Gegenstand einer Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Kapitän des „Pölitz", Ehrke, die Schuld an dem Unfall trägt. Er wurde zu anderthalb Jahren Gesängnis verurteilt. Der Kapitän des „Blücher", Winter, wurde freigesprochen. Der Prozeß v. Thüngen. Der wohl weltbekannte 300jährtge Watdstreit Der Frhrl. v. Thüngenschen Familie in Burgsinn (Unterfranken) gegen die Gemeinde Burgsinn fand, wie wir schon gestern kurz meldeten, vor dem Obersten Landes- gertchtshofe in München seine cndgilttge Erledigung. Der Prozeß, der wie eine Ruine aus uralter Zeit in unsere Tage hineinragt, hat bereits die Wirren des dreißigjährigen Krieges gesehen. Er ruhte dann von 1438 an und wurde vor nunmehr über 300 Jahren von beiden Teilen mit gleicher Ausdauer und Zähigkeit wieder aufgenommen, bis er endlich am 11. Oktober 1899 seine Ruhe für immer fand. Es handelt ftch um eine Waldfläche im jetzigen Werte von 800000 Mk., die jede Partei für sich als alleinige Besitzerin in Anspruch nehmen zu können glaubte. Der Oberste bayerische Gerichtshof hat nun den strittigen Wald endgiltig der Gemeinde Burgsinn zugesprochen und die Gesamtfamilie v. Thüngen zu den selbstverständlich nicht geringen Kosten verurteilt. In der Begründung heißt es, daß der Gemeinde Burgsinn recht zu geben sei, indem sowohl die außerordentliche, als die ordentliche Ersitzung des Waldes durch die Gemeinde als gegeben zu erachten sei. In die Kosten haben sich neun Freiherren v. Thüngen, darunter der bekannte Agrarier, zwei davon mit je */< zu teilen. Der Prozeß beschäftigte und ernährte ausschließlich mehrere Rechtsanwälte Zeit ihres Lebens. Kandwirtschast. A Bom Lande, 14. Oktober. Schon ist es Mitte Oktober, aber die Felder sehen noch nicht darnach aus. Ueberall stehen noch Kartoffeln, und es werden nod) Wochen vergehen, bis die letzten der diesjährigen Ernte in den Keller kommen. Alle in den Keller zu bringen, ist für dieses Jahr ein Ding der Unmöglichkeit. Die übrigen Erdgewächse harren noch des Heimbringens. Die Landwirte haben vollauf zu thun. An manchen Stellen liegt noch Grummet. Unseres Erachtens wäre es entschieden besser, lieber etwas früher, so lange die Tage länger und die Sonnenstrahlen heißer sind, das Grummetgras zu mähen. Gute W'.esen liefern alsdann noch einen dritten, wenn auch geringen Grascrtrag, und die Grummelernte ließe sich in ganz kurzer Zeit bewältigen. Die Aussaat fällt ebenfalls verspätet. L>ehr viel Zeit und Arbeitskräste erfordern schon seit Wochen die Dampfdreschmaschinen. Sie haben bei der bedeutenden Ecnte viel länger zu lhun, als in früheren Jahren. Da die Leute bei dem Maschinendreschen, um die erforderlichen Mannschaften ,usammenzubringen, sich gegenseitig aushelfen, so werden diese Arbeitskräfte den übrigen nötigen Feldarbeiten entzogen, wodurch diese auf spätere Zeiten verschoben werden müssen. Wenn nur die Witterung hilft, dann läßt sich der reiche Segen noch bergen. Möge der Regen und der eisige Nordwind uns noch eine Zeitlang verschonen! Auszug aus Sen Standesamtsregister« der Stadt Gießen. Aufgebote. Oktobq?: 7. Jacob Rohr, Lehramts-Acceffist zu Mainz, mit Johanna Braunwanh zu Dieburq. 7. Hermann Bernd, Lokomotiv- beizer zu Gedern, mk Marie Horn bierselbst. 7. Joseph Georg, Taglöhner dahier, mit Elise Schloster hierselbst. 10. Wilhelm Heinrich Jakob Georg Lipp, Hausbursche dahier, mit Margarethe Pfeiffer Hierselbst. 11. Heinrich Seibel. Kutscher dahier, mit Ebarlotte Wilhelmine Maxeiner bierselbst. 13. Christian Kipper III, Maurer zu Ober-Seemen, mit Adolfine Betram Hierselbst. Eheschließungen. Oktober: 7. Karl Heinrich Jrle, Kaufmann zu Großen L'ndm, mit Karoiine Ernestine Helene Christiane Reinhardt bierselbst. 7. Karl Stommel, Schlosser dahier, mit Katbarine Marie Henriette Kuhl hierselbst. 12 Tobias Boller II, Dienstknecht zu Münzenberg, mit Elisabeths Bender hierselbst. Geborene. Oktober: 8. Dem Schriftsetzer Friedrich Schäfer ein Sohn, Friedrich. 10. Dem Dachdecker Hermann Meier ein Sohn. 10. Dem Wirt Moritz Spingarn ein Sohn. Gestorbene. Oktober: 7. Karl Philipp Albach. 6 Wochen alt, Sohn von Hilfsbahnwärter Heinrich Albach zu Schiffenberg. 8. Heinrich Wilhelm Ernst Knoth, 27'/, Jahre alt, Steinbrucharbeiter von S'etndorf. 10. Karoline Kemps, geb. Höhl, 23 Jahre alt, Ehefrau des Metzgers Ernst Kempf zu Kffftlst-dt. 10 Anna Müller, 32 Jahre alt, Taglöhnerin dahier. 11. Johannes Reuß, 72 Jahre alt, Rentner hierselbst. 11. Friederike Mrria Geißler, geb. Siebecker, 79 Jahre alt, Witwe von Schreiner Johann Ludwig Geißler dahier. Wetterbericht vom 14. Oktober 1NV9. Fast ganz Europa steht heute unter dem Einfluß einer ausgedehnten tiefen Depression, deren Centrum über dem Norden von Norwegen lagert. Relativ hoher Druck bedeckt noch den äußersten Südosten und die Biscaya-See. Auf unserem Gebiet hat die Trübung seit gestern rasch zugenommen und herrscht heute allenthalben regnerisches Wetter. Im südlichen Deutschland waren die Temperaturen heute morgen allenthalben hoch, doch nehmen sie im Laufe des Tages wesentlich ab. Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch trübes ziemlich kühles Wetter mit teilweisen Niederschlägen. TOR. 8 L Schutzmarke. Fleisch - Extract übertrifft an Nährkraft und Wohlgeschmack die Liebig’schen Extracte und ist in allen besseren ?> Drogen-, Delicatessen- und Colonialwaaren- / Handlungen zu haben. Die Preise für Bohnenkaffee haben seit mehr als 1 Jahr bedeutend nachgelassen und auch nicht mehr die frühere Höhe erreicht. Man findet jetzt schon gebrannte Kaffees das Pfund zu 1 Mark und darunter. Das große Publikum übersieht dabei allerdings, daß es nur die geringwertigen Sorten sind, die im Preise so zurückgingen, während die guten gehaltvollen Kaffees fast unverändert ihre alten und hohen Preise behalten. Unter diesen Umständen wird eine kluge Hausfrau lieber eine gute Kaffeesorte wählen und durch einen geeigneten Zusatz, wie z B. Kathreiners Malzkaffee entsprechend sparen. Der „Kathreiner" besitzt infolge seiner patentierten Herstellungswelse Geschmack und Aroma des Bohnenkaffees und ist dadurch ein vorzüglicher, sehr ergiebiger Zusatz, der Dank der guten Eigenschaften des Malzes noch den großen Vorzug hat. das beliebte Familiengetränk bekömmlicher zu machen. ffim- Mil VM 31 Zeil In Gemähh"! bi dich M allgemeinen! F Montag beu 16. > der Nortmloge, c zweimal abgehalten wir Zum Besuche bei; der letzten brei Jahre hier aushalten. Der Unterricht sr 5 bis 7 Uhr abends sto Es Haden sich e w Mvntaß den fchuWchtigen llausimt besuchen, Schreiber, ( Graveure, Lilographrr Gärtner, Bäcker. Mootag bei schulpflichtigen Maure Schlosser, Schreiner, < und alle sonstigen Bai Dienstag be übrigen Schulpflichtige Unter Hinweis ai Die/Herren unb M he M Besuche her sso licher Strafen einzuräun beteiligten Estern, Vorm BÜMtmachung rechtzest Tuhen, bin 11 Tnaut ____pbetbürgeti KG 1 »Oberaufsicht Gros lur Handwerker aller Anfang des D 400 15 9 2 6 10 2 40 50 27. Here AiMnf unterzeichnete Schulleit DerAusstchttzr —^L^ligevsta • Rartoto, • Mchln ' *> »ben, « Nett " Kellen " 350 " ?*6,' 300 " M •ft-'“ * ^tag-^kbedin^ fr'*6 b« «7.J8 aus kn- MM '-«K- e ®^AA Fmilir '-vor btmoL^titnn Erl-diMtz. °7 letne Ruhe für imT ALl^L 1 ^Uktzrn W bin uibnntT ßtoVid toh,ün(Un9 rjStea !»Ä- n*'e S-i>°n «st es Miie Oklobn. > aus. Ueberall stehen noch vngehen, bis dir letzten der -en- Alle In den Keller,u ng der Unmöglichkell. Die imör'ngens. Die Landwirte ttütn litgt noch Grummet, besser, lieber etwas früher, enstrahlen heißer finb, bas liefern alsdann noch einen .g, und die Grummeternte i. Die lu^aat W edm- lrdMräiie niordm \ä>on Sie haben btt der bedeu- in früherm Jahren. Da die it etfordeüichen Mannschaften idftn, fo werden diese Arbelts- tnhogen, wodurch diese auf t Wenn nur die Witterung och bergen. Möge der Regen Zeitlang verschonen! desMAtgistml ls-NttM ja Mni, °-i/ ierwann Bernd, Lokomonv- ttfelbft. 1. Jvievh Georg, M. ^.MHeim tzeinM ,x M Matsche W babier, mii Ldnioiir Wiihel- ■'on Kipper HI, Maurer zu erfelbst. Kaufmann zu ^"ßm^L ndw, iiftiant Reinhardt bierse bst. It Kitbarine Hmrtett« Dienstknecht zu Mönzenberg, Friedrich SM »: «J mMeier einS°V. 10.»« nna Rentner j*l*2Ek’,s* ijS!**** Zunächst en Lli. ;h-Ex*ruaeL«»$e ,6t iur*J u«b hoh»> Wj L alten n" ttSft6u ^3- rtf belommlw Kleiderstoffe, Seidenstoffe lkinkn- und ßöiiuimollniarrn, Wäsche und AussjMuMn, Ketten, Kettitclten, Teppiche, Tischdecken und Kottern. Damen-, Herren- und Kinder-Garderobe Unerreichte Auswahl. — Willigste feste Ureise. — Barzahlung. Steigerwald & Kaiser 31 Zeil 31. BiVazakfi8är6 a. M. Kolzgraöen 4. Leipzig. Magdeburg. Chemnitz. Dresden. 7028 meOTaweirnieKKaQaHeBfflSBii iwii iiiümi iihiwmiä'msbbihsbbm 1 if#iHTwmiifwwiHHMEH«QÄHHHHSHBHBBHHSHH«Äi ibii—mriimr—in—ni 11 Bekanntmachung. In Gemäßheit des Art. 23 des Volksschulgesetzes bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die Fortbildungsschule Montag den 16. Oktober I. I., im Gtadtknabeuschulhause auf der Nordanloge, beginnt und von genanntem Tage an wöchentlich zweimal abgehalten wird. Zum Besuche derselben sind alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule entlassen wurden und sich hier aufhalten. Der Unterricht findet von 3 bis 5 Uhr nachmittags bezw. von 5 bis 7 Uhr abends statt. Es haben sich e nzufinden: Montag den 16. Oktober, nachmittags 3 Uhr: Alle schulpflichtigen Kaufleute, soweit dieselbtn nicht die kaufmännische Fachschule besuchen, Schreiber, Schriftsitzer, Buchbind-r, Geometer, Photographen, Graveure, Litogrophen, Friseure, Sanier, Schneider, Kellner, Ausläufer, Gärtner, Bäcker. Montag den 16. Oktober, nachmittags 5 Uhr: Alle schulpflichtigen Maurer, Steindauer, Z-mmerleute, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, Weißbinder, Lackierer, Tapezierer, Mechaniker und alle sonstigen Bauhandwerker. Dienstag den 17. Oktober, nachmittags 5 Uhr: Alle übrigen Schulpflichtigen. Unter Hinweis auf Art. 25 des Volksschulgesetz^s, wonach Lehrherren, Dienstherren und Arbeitgeber ihren L hrlingen, Dienern und Arbeitern die zum Besuche der Fortbildungsschule nö ige Zeit bei Meidung polizeilicher Strafen einzuräumen haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die beteiligten Eltern, Vormünder rc., den Schulpflichtigen von vorstehender Bekanntmachung rechtzeitig Kenntnis geben zu wollen. Gießen, den II. Oktober 1899. 7311 Für den Schulvorstand: Gnauth, Hahn, Fuhr, Oberbürgermeister.___________________Oberlehrer._______________ w GemdtWe Gießen unter Oberaufsicht Großh. Centralstelle für die Gewerbe stehende Aachschute für Kandwerker aller Berufszweige, insbesondere für Aauhaudwerker. Anfang des Winter-Semesters: 23. Kktoöer 1899. Schluß: Ende März 1900. 6384 Nähere Auskunft über Lehrplan, Programm rc. durch die mitunterzeichnete Schulleitung. Anmeldungen haben schriftlich zu erfolgen. Der Aufstchtsrat: Die Schulleitung: L. Hehligeustaedt.Traber. Submission. Für unsere Kliniken soll die Lieferung von: 25 Ctr. Aepfeln, 550 „ Kartoffeln, 15 „ unterirdischen Kohlraben, 9 „ Zwiebeln, 2 „ roten Rüben, 6 „ weißm „ 10 gelben „ 2 „ Meerrettig, 40 „ Weißkraut, 50 St. Rotkraut, 400 „ Wirsing, 350 „ Lauch, 300 „ Sellerie, auf dem öffentlichen Submisfionswege vergeben werden Die Lieferungsbedingungen liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltung-bureau offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 17. Oktober d. I., vormittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 27. Oktober. 6876 Gießen, den 22. September 1899. Großh. Verwaltungs-Direktion t»er chirurg. u. ophthalm. Univ.-Klinik I. V.: Poppert. Vosfius. Ca. 100 Centner an den Krets- ftrahen geerntete gebrochene Aepfel verschiedener Sorten werden zu Marktpreisen abgegeben. Bestellungen werden im Kreisamts- gebäude dahier entgegengmommen. Gießen, am 12. Oktober 1899. Der Großh. Kreisbauinspektor. Stahl. 7349 »lli-rlkißrruihicii Birkenbesenreiser« Versteigerung. Freitag, den 20. Oktober (. I., werden die Birkenbesenreiser aus dem hiesigen Domanialwald flächenweise versteigert. Die Großh Forstwarte Schlag zu Baumgarten und Förster Menges zu Großen- linden erteilen nähere Auskunft. Die Versteigerung beginnt morgens 11 Uhr und findet in Gießen bei der Wohnung unterfertigter Oberförsterei (Bismarckstraße 16) statt. Gießen, den 7. Oktober 1899. Großh. Oberförsterei Schiffenberg Heyer. 7375 Versteigerung. Freitag de» 20. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im P'andlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung: 1 Pianino, 1 Schreibsekretär, einen Schreibtisch, 1 Drehbank, 1 Vertikow, 1 neuen Reitsattel, 2 Glasschränke, Sofas, Kommode, Kleiderschränke, 1 Nähmaschine, Regulateure usw- Gießen, den u. Oktober 1899. 7277 Mulch, Pfandmeister. ?iit vertrauten 7337) In einer Badestadt ist ein Haus mit gutgehender Wirtschaft wegen Sterbefall sofort zu verkaufen. An Bier wurden gebraucht pro Jahr 735 Hltr., 3000 Mk. Branntwein, 40 Mille Cigarren. Auskunft erteilt W. Hild, Bahnhofstr. 15, morflenä bis 10 Uhr, mittags 1 bis 3 Uhr. Bäckerei. In einer Stadt im Lahnthal habe eine sehr gutgehende Bäckerei mit einer Anzahlung von 15- bis 20000 Mark zu verkaufen Verbacken werden täglich 50 Str. Milch, 10 Str. Wasser, gebacken zwei- bis dreimal Brod und sechs Kuchen. Miete wird eingenommen 2550 Mk. pro Jahr. Auskunft erteilt W. Hilv, Bahnhofstraße 15. morgens bis 10 Uhr, mittags 1 bis 3 Uhr._______________________7336 Pferd, 7jährig, dunkelbrauner Wallach, Mittelschlag, fromm, flott einqefahren, mit neuem Wagen und Geschirr, für Arzt ober Oberförster passend, steht umzugshalber preiswert auf der Sandmühle in Alsfeld zu verkaufen. 7280 Pferd schwarz-brauner Wallack, 7jährig, sehr fromm, ein- und zweispännig zugfest, 1,72 hock, flotter Gänger, ist umständehalber billig abzugeben. 7214 Näheres in der Exped. d. Bl. Schäm, diensttauglicher Mr zu verkaufen. Johannes Keil, 03574 Sindenstruth, Post Reiskirchen. Verschiedene gut erhaltene chM Orskil billig zn verkaufen. Näheres in der Expedition dieses Blattes.______________ Für Einjährige! Nock gut erhaltener grauer Mantel zu verkaufen. 7197 Näheres in der Exped. d. Bl._________ 4890] Frisch entleerte, schöne, längliche Leiuölsässer, zu Mus- und RegenWku geeignet, stets auf Lager bei Wilh. Zurbuch, ________Gießen, Götbestraße 7. Pfttdemß chugebkll. 6509 Liebigftratze 13. DmrfGesnche Süßrahmbutter pro Wocke bis zu 100 Pfd. für Darmstadt auf Jahresabschluß gesucht. Gest. Off. unter G. P. 7300 an die Exped. d. Bl. TURN gegr: 1846 Turnverein. Montag den 16. Oktober 1899, abends 8y2 Uhr: Gknttal-NersMmlmg in der Restauration Ehmke, Brandgaffe. Tages-Ordnung: 1. Bericht. 2. RecknungSablage. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes, hier: Turn- 7289 Hallenerweiterung. Der Vorstand. Liederkranz. Sonntag den 15. Oktober 1899, abends pracis 8 Mr: Unterhaltung in Sinns Snaldan. 7351 Der Vorstand. Tanz-Unterricht. Mein Tanz-Unterricht b-ginnt wieder Montag den 16. Gktoöer. Gefällige Anmeldungen erbitte ich vorher in meine Wohnung Weideugasse 7. Fried. Boeso, 6603 Nniv.-Tanz- und Iechttehrer. V erpachtung. Bahnhofswirtschaft zu Christianshütte verounden mit dem Penslonshaus „Villa Silva" soll mit oder ohne die zugehörigen Oekouomiegebäude und Ländereien anderweit verpachtet werden. 7251 Kerkeröachöastn-Aktiengesellschaft. Ernst Challier (Rudolphs Nacht) Giessen. Spezial-Geschäft für Musikwaren aller Art. Grosse Auswahl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien-Handlung und Leihanstalt Spezialität: Billige Ausgaben. Kursbericht s»n J. Kni Z Co., Hießen, Schuhosstraße 63. Frankfurter Börse vom 13. Oktober 1899, Brocrat Brocent 81/, Deutsche Retchsanl. 98.30 4VS Oesterr. Silberrente 97.40 8 Preuß. TonsolS «7. «r. Hessische Obl. 88.40 4 Ung. Gold-Rente 96.50 95.65 3 Portugiesen 25 40 4 Stadt Darmstadt v. 1891 COO.OO 6 Mexicaner 100.00 4 Stadt WormS unk. b. 1901 000.00 4 Monopol-Griechen von 1887 48.40 8 Oesterr. EtaatSbabn v. 1885 84.70 4 3 Stal. staatSgar. Gisenb. 56.15 4 81/, Frankftr. Hyp. Bk unk. b. 1906 95.60 87t Frks.Hyp.Sred.B.unk.b.1906 95 40 4 bto. untb.1907 101.60 4 DeutscheGrdsch.B.unk.b.lS04 101.00 4 4 4 4 Gisenb. Rentenb. Obl. Buderus Obl. ggr.HypBk.unk.b.1905 Hyp.A.Bkunkb.1900 Hyp.A.Bk.unk.b.1904 )w.Cred.Bk.unkck.i900 100.00 96.70 100.50 100.80 101.00 98.96 20 FrankeN'St. Sngl. SovereignS Dollars in Gold Darmst. Bk.'«ttien Brief Americ. 4.16 226.60 Brief 16.19 20.44 4 JO etib 80.95 169.35 4.18V, Adendeours-r 000.00 i Oesterr. Lredit-Actien Geldsortenr •tib 16.16 Franz. Banknoten 20.40 Oesterr. dto. Aufheben! Ausschneiden! An zeichnen. Dann leben im Lande noch gegen 790,000 Eingeborene. Kaffern, Menschen bewohnt ist und einen fast europäischen Charakter hat. Verantwortlicher Redakteur: H. Koegler. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. WDhWgmikte! B. Psi'chm de«' die Angreifer gewesen wären und zwar in der Richtung auf Volksrust. Jetzt wird aber wahrscheinlich der Spieß umgedreht und von Seiten Transvaals die Offensive ergriffen. DaS rechts unten stehende kleine Kärtchen Mecklenburgs veranschaulicht die Größenverhältnisse Transvaals. Die Republik ist 308,560 qkm. (5603 Quadratmeilen) groß, also fast so groß wie das Königreich Preußen, das 6327 Quadratmeilen umfaßt. Dafür hat sie aber nur etwa 900,000 Einwohner, ein Viertel davon sind Weiße (1895 waren es 226,028). Die meisten Weißen sind Boeren (sprich Buren, d. h. Bauern). Es sind eingewanderte Holländer evangelisch-reformierter Konfession, die sich durch Fleiß und Arbeitsamkeit, aber nicht durch hohe Bildung aus- Basutos und Betschuanen, die von den Boeren beherrscht werden, aber sowohl diese als die Engländer Haffen. Viele von ihnen sind Knechte bei den Boeren, andere Bergleute in den Goldminen. Das Gebiet der Republik ist zu zwei Dritteln ein 1500 bis 2000 Meter aufragendes Hochplatteau, auf dem sich vereinzelte Bergzüge erheben. Durch diese Höhe wird die afrikanische Hitze erheblich gemäßigt, doch ist dort zurzeit gerade der Sommer angebrochen, und den englischen Truppen wird das Klima höchst unbequem sein. Die Hauptstadt des Landes, Sitz des Präsidenten und des Volksraads ist Prätoria, das aber nur 800 Einwohner zählt, die größte Stadt, das durch die Goldminen rasch aufgeblühte Johannesburg, welche von cirka 150000 Der Vermieter -nungen aus dem Mir! eingebrachten Sachen bi Sachen gehören nur ! LebensversicherungSpchi Pfandrecht umfaßt nur seiner Frau, seiner Kindl mittet, und steht dem B jh. Er erstreckt ft ni( rvochm Sachen. Der ^Muuc sind: 1. Die Kleidung! Haus- und Kilchengetii Öfen, soweit die Gegen oder zur Erhaltung entbehrlich sind; 2. die für den Gesinde auf vier Woc ungS« und Beleuchtunc auf zwei Wochen nicht diesen Zeitraum auf ar M Straffung erforbe. 3. tine o| fort einer solchen zwei j zum Unterhalt und zur^ nsvrderlichrn Mutter- m Vorräte aus zwei Wvck ichasfung erforderlichen Awe für die Ernähr "nd seines Gesindes u 4i bei Personen, stift fttw1 ——— kW Wlit dem vorgestrigen Tage hat der Krieg zwischen England und Transvaal faktisch begonnen. Um unsere Leser in den Stand zu setzen, den kriegerischen Ereignissen zu folgen, veröffentlichen wir die vorstehende Karte, die eine vollständige, umfassende Uebersicht des künftigen Kriegsschauplatzes bietet. Den Hauptteil der Karte nehmen die Südafrikanische Republik (Transvaal) und der Oranje-Freistaat ein, welche durch den Vaalfluß getrennt werden. Im Norden wird Transvaal begrenzt durch Rhodesia, im Westen durch Britffch-Betschuanaland, also nach beiden Richtungen durch englisches Gebiet. Im Osten ist Portugiesisch-Ostafrika der Nachbar, weiter südlich kommt das englische Tonga- und Zululand. Ganz im Süden liegt die Kolonie Natal. Von hier aus würden die Engländer jedenfalls den ersten Vorstoß gemacht haben, wenn sie die W' dk- «iffeltu suchet bet Pariser s Änderbaren Scher' Antennen. Noch Ausstellung werben, d S Ä alles, was bi, Mineralien Mietet »« r WW Hub. m uu SiQPltb in bei ^tt J b)irb, w läge fti’th ” 'M Drecken solle^^rtig N« b 4 *re Ä d« Xtai1 ®e s?' 'm?* iv« -v^it Kcader bestxtz. kein ?!n bie^' h^ber°: .^Amadumi SÜDWEST- TUGIESISCH Lai Palapye Pines Vülage Nwabafolice Schoschong OST-AFRIKA _WSn\de_krei3_de_s Stdnbocks Kapstadt' a, 'e Molepoloie* lurg-rs 01 ydenburg- » NtUjHalle Ifanya BETSCHUAN -''Komah Poorl RE' ^GoltL^pTelder MafeRirv laauwpoorl t8 h Porch efstrrji ’üftbteitfMttin lirexint ran^tai leiroron Kuruman rede Taung: iroonstai ^Lindley WEST- Dundi ethlehem GRIQUA-L ^JLLllcja. ß ai D {Winbu ioshof BramJfprt Ladysmith Kimberley igehGoldf Wei en. 8L0EMF0NTEL N X)a ibsdal o . PNonlnohai 'ietemantzbun Boptiown; lenbun /Ramab Fauresmil • Maf^teng Richmond font^n Smithfii Scoltsburq—2 :ok stadt ix vi Ile, ^0 r o.r\\e Fl Donald Brilstitm [berg iwaMlorth "Burgher: zdorp movernoai Steyjisbu DordrechP . Richmond Umtat?' .Nt^äreflh MriaWeSl leenslown ISAIbert o 4=F*0h!ant Goldfeld litsdorp torMs Dnil • WitpwtK Klerkidort fORANJE rfREIST/ Durbanz ’ortNatall lerTcmo Moodii ■fuaersdurr Q Blaiwl - - b lern iVolksrusT \ Maiu« Mecklenburg-Schwerin und-Strelitz im gleichen Maßstab der Hauptkarte.- TONGA LAND^ :nsmu> e Morokvreng 1 °lxopo ' Alexandra», "—Meiotsij GotdC^r Phjlippons/ \ j Vfe^^ethuli^L ToLtt Ai imA -v^Fatle " Drift JAsserDrift--- ^w- TiirttrkOTSt; Wo1' Tsfrqom /§x_€X_ .__^»/Lüneburg Uebersichtskarte< ■o -PORTUG. RHODESIA / M C VosA / RVidoniff ♦Mjrsrhill . J» *8 / fori* C Kl'/ irsburc^" 1 8 Kirchdörfer* o Buren-Ansiedelungen* Eisenbahnen, im Betrieb. ■>. Projektierte Eisenbahnen* ...... Tblegraphenlinien* .——- Haupts trafSen., x Schlachtfelder* B^klyEast ^CP»ir’“K Fori TWWwr ^Pfaugiil '•ForFnili > Southern- ^itSpJ^orp TFynkwt > /<£ So --b----- o ( \ cRutien IKomtrjfM Goldy s a t [ \ bo L-AHarnsmifh^/^ t'cut Refne^ass«^ ItrecÜf l '^^Ayryheid, KdmiH-V A S^ynsdöro —_ ° ^ente/sdorp ~~Jb^MuisXn *sTSlandertoi Mortgo i^mslute / . Vylstroi ;MN 1 I Walfu Bat. As 6ol IGcldl / Mincoputs* _ O 6 /j \Ramuts* ^ittf^yirjX^enttrtlreeX^^] • / ) RBudung^i / Greyfown TAL wr _ L - .n.u J Verlassener x-ry ^rt^Eleb^ caUe ,f'New^» Pruu hooolrofi' Q Urulas° Uunsldanu v /x. ° / \y ' . U. a. y. V-t-i “ fort Usher