Nr 161 Erstes Blatt.Samstag den 15, Juli 1899 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Aejuflspret» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für de« folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSfiellen deS In« und Ausland«- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegr». Erscheint täglich mit AuSnabm«' DeS MonlagS. Die Gießener Aam-ttlen-rttter werden dem Anzeiger wöchenttich viermal beigelegt. Atnts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Redaktion, Expeditton und Druckerei: Zchntstraße Zlr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter. Der hessische Landwirt, Klütter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen« Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Gießen, den 13. Juli 1899. Betr.: Ermittelung der landwirtschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahre 1899. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen arr die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 1. Juli l. I. (Gießener Anzeiger Nr. 155) noch nicht ent- sprocheu haben, werden an deren Erledigung mit Frist von fünf Tagen erinnert. v. Bechtold. Bekanntmachung. Gemäß Artikel 39 der Kreisordnung wird nachstehend das Protokoll über die am 30. Juni b. I. stattgehabte ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 12. Juli 1899. Der Vorsitzende des Kreistages des Kreises Gießen. v. Bechtold. Protokoll der sechsuuddreistigsteu ordentlichen Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen. Geschehen Gießen, den 30. Juni 1899. Gegenwärtig: 1. Der Vorsitzende, Großh. Provinzialdirektor v. Bechtold, 2. Großh. Kreisamtmann Boeckmann, -3. Großh. Kreisamtmann Frhr. Schenck zu Schweiusberg, 4. Großh. Kreisbau-Jnspektor Stahl, -5. die Kreistagsabgeordneten: Bürgermeister Buttron, Hungen, Gemeinderatsmitglied Demper, Großen-Buseck, Kommerzienrat Gail, Gießen, Bürgermeister Geißler, Lollar, Oberbürgermeister Gnauth, Gießen, Rechtsanwalt Dr. Gutsleisch, Gießen, Bürgermeister Heller, Lich, Kommerzienrat Heyligenstaedt, Gießen, Justizrat Hirschhorn, Gießen, Bürgermeister Horst, Nieder-Bessingen, Bürgermeister Leun, Großen-Linden, Gemeinde-Einnehmer Maid, Watzenborn, Gutspachter von Oven, Hungen, Eduard Röhrle, Gießen, Bürgermeister Roth, Muschenheim, Stadtverordneter Scheel, Gießen, Bürgermeister Sommerlad, Wieseck, Apotheker Welcker, Allendorf a. d. Lumda, Bürgermeister Zimmer, Grünberg, 6. die Kreisausschußmitglieder: Bürgermeister Bopp, Bellersheim, Bürgermeister Faul stich, Weitershain, 7. der Protokollführer, Bureauvorsteher Schiffnie. Der Vorsitzende eröffnete unter Begrüßung der erschienenen Abgeordneten den heutigen Kreistag, stellte die Beschlußfähigkeit desselben fest und teilte mit, daß die Abgeordneten Fabrikant E m m e l i u s, Kommerzienrat Georgi, Landgerichtsrat Dr. Schäfer, Ingenieur Schiele und Gutsbesitzer Schlencke, sämtlich zu Gießen, ihr Ausbleiben bei dem heutigen Kreistag entschuldigt hätten. Es wurden nun die Abgeordneten Bürgermeister Heller und Kommerzienrat Heyligenstaedt zu Urkundspersonen ernannt und Bureauvorsteher Schiffnie als Protokollführer bestellt und durch den Vorsitzenden mittelst Handschlags verpflichtet. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. 1. Ergänzungswahl zum Kreisausschusse. Es scheiden nach dem Dienstalter aus dem Kreisausschusse aus, die Herren Bürgermeister Bopp, Bürgermeister Faul st ich und Oberbürgermeister Gnauth. Der Vorsitzende teilte mit, daß Herr Bürgermeister Bopp auf eine Wiederwahl verzichte, und ersuchte um entsprechende Vorschläge. Der Abgeordnete, Bürgermeister Leun, schlägt hierauf vor, die Mitglieder Bürgermeister Faul stich und Oberbürgermeister Gnauth wieder und an Stelle des Herrn Bopp den Bürgermeister Heller zu Lich in den Kreisausschuß neu zu wählen, auch diese Wahl per Accla- mation vorzunehmen. Hiergegen erfolgte kein Widerspruch, worauf auf die Dauer von 6 Jahren gewählt wurden: 1. Bürgermeister Faul st ich zu Weitershain, 2. Oberbürgermeister Gnauth zu Gießen, 3. Bürgermeister Heller zu Lich. 2. Wahlen zum Provinzialtag. Es scheiden aus die Herren Bürgermeister Geißler zu Lollar, Oberbürgermeister Gnauth zu Gießen, Gutspachter von Oven zu Hungen, Landgerichtsrat Dr. Schäfer zu Gießen und Ingenieur Schiele zu Gießen. Der Abgeordnete, Justizrat Hirschhorn, schlägt vor, die ausscheidenden Provinzialtagsmitglieder wiederzuwählen und die Wahl per Acclamation zu vollziehen. Ein Widerspruch wurde nicht erhoben, worauf die Wahl, dem Anträge entsprechend, vollzogen wurde. 3. Prüfung der Ergänzungswahlen zum Kreistage und Losziehung. a. Ergänzungswahl des Kreistages durch die 50 Höchstbesteuerten. Der Großh. Kreisamtmann Freiherr Schenck zu Schweinsberg referierte über die durch die 50 Höchstbesteuerten des Kreises vorgenommene Ergänzungswahl zum Kreistage, worauf der Vorsitzende die vom Kreisausschuß vorgeprüften und nicht beanstandeten Wahlakten mit dem Anträge vorlegte, die Wahl für gültig zu erklären. Der Kreistag hat diesem Antrag entsprechend beschlossen. b. Wahl seitens der Bevollmächtigten der Gemeindevorstände. Nachdem durch den Kreistag nnterm 29. Oktober v. I. eine Neueinteilung der Wahlbezirke stattgefunden hat, war eine Neuwahl der sämllichen, leitens der Bevollmächtigten der Gemeindevertretungen zu wählenden Kreistagsabgeordneten erforderlich geworden. Der Großh. Kreisamtmann Freiherr Schenck zu Schweinsberg erstattete über die stattgefundenen und von dem Kreisausschuß gemäß Artikel 28 der Kreis- und Provinzialordnung vorgeprüften und nicht beanstandeten Wahlen das Referat. Der Vorsitzende legte hiernach die Wahlakten dem Kreistage vor, worauf dieser die Frage, ob die Wahlen für gültig erklärt würden, einstimmig bejahte. Hierauf wurden gemäß Artikel 26 der Kreis- und Provinzial-Ordnung die das erste Mal Ausscheidenden durch das Los bestimmt, welches der Vorsitzende als Kreisrat im Kreistage zog. Das Los traf der Reihe nach folgende Herren: 1. Bürgermeister Geißler, Lollar, 2. Gemeinde-Einnehmer Maid, Watzenborn, 3. Bürgermeister Roth, Muschenheim, 4. Apotheker Welcker, Allendorf a. d. Lumda, 5. Landgerichtsrat Dr. Schäfer, Gießen, 6. Gemeinderatsmitglied Demper, Großen-Buseck, 7. Kommerzienrat Georgi, Gießen, 8. Oberbürgermeister Gnauth, Gießen. 4. Wahl der Mitglieder und Ersatzmänner der Einschätzungs- Kommission für die 1. Abteilung der Einkommensteuer. Auf Vorschlag der zu diesem Punkt der Tagesordnung eingeladenen und erschienenen Großh. Steuerkommissäre der Steuerkommissariats-Bezirke Gießen, Grünberg und Hungen wurden per Acclamation einstimmig gewählt: a. Für den Steuerkommissariats-Bezirk Gießen: als Mitglieder: Heinrich Lang zu Wieseck, Bürgermeister Leun zu Großen-Linden, Heinrich Rau III. zu Wieseck, Johannes Weber V. zu Lang-Göns, als Ersatzmitglieder: Ludwig Frey II. zu Lollar, Johannes Faber II. zu Lang-Göns, b. Für den Steuerkommissariats-Bezirk Grünberg: als Mitglieder: Vorschußkassenrechner Dippel zu Grünberg, Dekan Pullmann daselbst, Apotheker Welcker zu Allendorf a. d. Lumda, als Ersatzmitglieder. August Stamm zu Grünberg, Bürgermeister Zimmer daselbst. c. Steuerkommissariats-Bezirk Hungen: als Mitglieder: Bürgermeister Bornemann zu Trais-Horloff, Beigeordneter Görlach zu Eberstadt, Beigeordneter Jockel zu Hungen, Adam Köhler zu Ach, als Ersatzmitglieder: Metzger Konrad Wilhelm Bender zu Hungen, Jacob Jhring zu Lich. 5. Vorlage der Kreiskafferechnung für 1897/98 und Erstattung des Verwaltuugsberichts. Eine Uebersicht der wirklichen Einnahmen und Ausgaben der vorliegenden, von Großh. Oberbürgermeister Gnauth vorgeprüften Rechnung nebst Erläuterung der Abweichungen gegen die Voranschlagskredite war den Kreistagsabgeordneten vor der heutigen Sitzung in Druck zugestellt worden. Dieselbe wurde durchgesprochen und im Anschluß hieran der Bericht des Kreisausschusses über die Verwaltung und den Stand der Kreisverbandsangelegen- heiten^ in 1897/98 durch den Vorsitzenden vorgetragen. Uebersicht und Verwaltungsbericht wurden zur Diskussion gestellt. Niemand meldete sich zum Wort. Hierauf wird die Rechnung der Kreiskasse Gießen für 1897/98 gutgeheißen und die darin stattgehabten Kreditüberschreitungen zu Lasten der im Beleg 347 nachgewiesenen Deckungsmittel genehmigt. 6. Festsetzung des Kreiskassevoranschlags für 1899/1900. Der Entwurf des Voranschlags war den Mitgliedern des Kreistags vor der heutigen Versammlung in Druck zugestellt worden. Derselbe wurde rubrikenweise, mit der Ausgabe beginnend, durchgesprochen und die einzelnen Ansätze durch den Vorsitzenden erläutert. Den Abgeordneten war Gelegenheit gegeben, sich zu den einzelnen Rubriken zu äußern. Bei Rubrik 23 „Diäten und Gebühren" referierte der Großh. Oberbürgermeister Gnauth unter Angabe der Gründe, daß der Kreisausschuß bei der Budgetberatung die Diäten der Mitglieder des Kreisausschusses, der Kreisschulkommission, der Ersatzkommission rc. auf 6 Mark, statt früher 5 Mark, festgesetzt habe, wie dies z. B. auch bei den Kör-Kommissionen der Fall sei, und beantragte hierzu die Genehmigung des Kreistags. Diese wird erteilt. Bei Rubrik 27 „Unterhaltung der Kreisstraßen" gibt Großh. Bürgermeister Leun dem Kreisausschuß zur Erwägung anheim, die Besoldungsverhältnisse der Kreisstraßenwarte einer Prüfung zu unterziehen und im nächsten Jahre event. einen höheren Betrag im Budget vorzusehen. Bezüglich des Aufwandes für die Straßenunterhaltung habe er im Auftrage einiger Gemeinden den Wunsch auszusprechen, es möge das Flicksystem fallen gelassen und noch mehr wie seither zum Einwalzen der Straßen übergegangen werden. Es werde dadurch der Mißstand der Rollsteine beseitigt. Der Großh. Kreisbau-Jnspektor Stahl erläutert, daß er bislang versucht habe, ohne Erhöhung des kilometrischen Aufwands den Uebergang vom Flicksystem zum Decksystem zu bewerkstelligen und daß nachweislich der Aufwand für diejenigen Strecken, welche nach dem Flicksystem unterhalten werden, von Jahr zu Jahr geringer werde. Das Flicksystem bei unseren Straßen könne aber nicht ganz beseitigt werden, weil auch die gewalzten Straßen, wenn auch im geringen Maße, nach einigen Jahren ausbesserungsbedürftig, d. h. zu flicken seien. Er sei indeß bestrebt, das Decksystem so viel als möglich zu fördern. Die Erhöhung der Besoldung der Kreisstraßenwarte habe er ebenfalls in Erwägung gezogen, er glaubte aber, von einem diesbezüglichen Antrag zunächst absehen zu müssen, da erst vor zwei Jahren eine wesentliche Erhöhung dieser Besoldung stattgefunden habe, er auch eine weitere Erhöhung der Umlage für 1899/1900 habe vermeiden wollen. Er begrüße übrigens die Geneigtheit des Kreistages, die Löhne der Kreisstraßenwarte erhöhen zu wollen mit Freuden, zumal er dadurch in den Stand versetzt sei, ein tüchtiges Wärterpersonal zu erhalten. Großh. Oberbürgermeister Gnauth ist mit dem Abgeordneten Leun der Meinung, daß eine Erhöhung der Löhne auch bei den Kreisstraßenwarten eintreten müsse, da im allgemeinen sich die Löhne verbessert hätten. Er unterstützt die Anregung, sich für das nächste Budget damit zu beschäftigen, wie diesen Leuten am besten zu helfen sei. Der Uebergang zum Decksystem könne sich nicht im rascheren Tempo als bisher vollziehen, insolange der kilometrische Aufwand sich gleich bleibe. Wolle man dem Wunsche des Abgeordneten Leun gerecht werden, dann müsse man in dem nächsten Jahre die Mittel hierfür bedeutend vermehren und er glaube, daß die Sympathie der Landgemeinden nicht auf seilen des Kreises sei, wenn durch diese Mehrausgabe die Umlagen erhöht würden. Bürgermeister Leun teilt mit, er sei von verschiedenen Gemeinden beauftragt, zu erklären, daß man für das Walzsystem sei und eine Umlagenerhöhung nicht scheue. Großh. Bürgermeister Heller fragt an, ob es nicht möglich sei, wegen Abschaffung von Pflugschleifen ein Krels- statut zu errichten. Der Vorsitzende teilt mit, daß diese Frage den Kreisausschuß schon beschäftigt habe und in einer dem- nächstigen Bürgermeisterversammlung zur Sprache gebracht werden solle. Die sonst noch angeregten Gegenstände sollten in wohlwollende Erwägung gezogen werden. Bei Rubrik 28 „Neubau von Kreisstraßen" regt der Gemeinde-Einnehmer Maid von Watzenborn die .baldige Inangriffnahme der Arbeiten für den Kreisstraßen-Neubau Garbenteich—Lich an, da die Feldbereinigung in Gemarkung Garbenteich dermalen im Gange sei und hierbei die Arbeiten sich leichter ausführen ließen. Er wünscht die Einstellung der erforderlichen Mittel in den nächsten Voranschlag. Großh. Bürgermeister Heller befürwortet ebenfalls die baldige Ausführung dieses Straßenbaues, da aller Verkehr von Lich in der Richtung nach Garbenteich über Steinbach gehe und hiermit nicht nur ein Umweg, sondern auch die Ueberwindung beträchtlicher Steigungen verbunden sei. Der Großh. Kreisbauinspektor Stahl erläutert hierauf, daß der Kreisausschuß die Projektierung dieser Siraße bereits beschlossen habe, damit bei der Feldbereinigung in Gemarkung Garbenteich das erforderliche Gelände hierfür ausgeschieden werde. Hiernach würde den Wünschen der beteiligten Gemeinden in Bälde Rechnung getragen werden können. Der V o r s i tz e n d e sagt noch die wohlwollende Prüfung der Anregung zu. Nach Durchberatung der einzelnen Ausgaberubriken eröffnete der Vorsitzende die Beratung im allgemeinen über das dem Voranschlag als Anlage A beigehestete Kreisstatut, betreffend die Besoldung der Kreisbeamten. Es ergriff niemand das Wort. Die einzelnen Paragraphen des Statuts wurden hiernach aufgerufen und den Abgeordneten zur Aeußerung Gelegenheit gegeben. Von keiner Seite wurden Einwendungen erhoben. Das Kreisstatut wurde nunmehr in dem vorliegenden Wortlaut genehmigt. Nachdem der Voranschlag in allen Teilen durchberaten war und weitere Bemerkungen nicht erhoben worden sind, wurde derselbe mit einer Einnahme und Ausgabe von je 492502 Mk. 88 Pfg. genehmigt. Die Tagesordnung war hiermit erledigt. Weitere Anträge wurden nicht vorgebracht. Der Vorsitzende schloß nunmehr den heutigen Kreistag. Der Vorsitzende: Die Urkundspersonen: v. Bechtold. Heller, Bürgermeister. L. Heyligenstaedt, Kommerzienrat. Der Protokollführer: Schiffnie. Deutsches Reich. Darmstadt, 13. Juli. Der Rektor der Landes-Universität, Geheimerat Löhlein, Professor Dr. Frank und zwei weitere Professoren der Universität Gießen sind hier eingetroffen. Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß es sich um die Angelegenheit Schiller handelt. Berlin, 13. Juli. Die verstärkte Justiz-Kommission des Herrenhauses setzte heute vormittag die Beratung des Ausführungsgesetzes zum bürgerlichen Gesetzbuch fort. Von Artikel II, welcher die Vorschriften für die Verfassung einer Familienstiftung enthält, wurden die §§ 1 und 2 angenommen. Hierauf wurden noch die §§ 3 bis 13 mit einigen Abänderungsanträgen erledigt. Köln, 13. Juli. Die „Köln. Ztg." schreibt zu dem Telegramm des Kaisers an den GeheimratHinzpeter: Auch wir glauben, daß der Kaiser durch die ablehnende Haltung, auf welche die Zuchthaus-Vorlage gestoßen ist, nicht angenehm berührt wurde. — Dasselbe Blatt meldet aus Belgrad: Der russische Geschäftsträger Mansurow zog im Namen seiner Regierung amtliche Erkundigungen über die Ursache der Verhaftungen, unter welchen Führer der Radikalen seien, ein. Die Verhaftungen werden fortgesetzt, es scheint indessen, daß im Laufe des heutigen Tages sowohl die russische als auch die österreichische Negierung dazwischen treten werden. Berlin, 13. Juli. Von dem Falle Arons hatte man seit langer Zeit nichts mehr gehört. Wie jetzt der „Vorwärts" mitteilt, ist noch kurz vor Schluß des Semesters, nämlich auf den 22. Juli, ein Termin zur Verhandlung vor der philosophischen Fakultät anberaumt worden. Nach dem Privatdozenten - Gesetze fungiert die Fakultät als Gericht erster Instanz. — Der Deutsche Floltenverein widmet dem verstorbenen Oberpräsidenten Staatsminister v. Achenbach einen warmen Nachruf, in dem es heißt: Der Deutsche Flottenverein verliert in dem so plötzlich aus dem Leben geschiedenen Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg, Staatsminister a. D. Dr. von Achenbach ein treues Mitglied und einen eifrigen, zielbewußten Förderer der Sache des Vereins. In rastloser Thätigkeit hat der nunmehr Verblichene monatelang die Vorbereitungen für die Bildung des Ausschusses des Deutschen Flottenvereins für die Provinz Brandenburg betrieben und soweit gefördert, daß vor kurzem der Ausschuß für Berlin ins Leben treten konnte. Ein Kenner der in Betracht kommenden Verhältnisse in der Provinz Brandenburg wie wenige außer ihm, verstand es .Herr v. Achenbach, die Schwierigkeiten aus dem Wege zu Ausland Dreyfus des Nachts in Eisen zu legen. T. R. zur tritt den der Wortlaut des Gesetzes betreffend die Gesundheit Industrie-Arbeiter. Paris, 13. Juli. Das Kriegsgericht in Rennes am 18. August zusammen. Paris, 13. Juli. Der König Menelik sagte offiziell für nächstes Jahr eine Europa-Reise und den Besuch der Pariser Weltausstellung an. Paris, 13. Juli. Die Drey f uspr esse ist jetzt mit vielem Eifer dabei, für ihren Schützling Mitleid zu erwecken, indem sie mit grellen Farben die Qualen ausmalt, die der Verbannte auf der Teufelsinsel erlitten haben soll. Wieviel von den aufgezählten Quälereien und Grausamkeiten wahr ist, läßt sich heute nicht feststellen. Es will zwar nicht zu viel besagen, wenn der dem Generalstabe nahestehende „Eclair" die Mitteilungen kurzer Hand als falsch bezeichnet; Mißtrauen muß aber in jedem Unbefangenem die theatralische Art erregen, mit der die angeblichen Grausamkeiten ausgeputzt und zurechtgestutzt werden, um den Exkapitän als grausam gequältes Opfer hinzustellen. Am eingehendsten sind die Schilderungen, die ein Herr Havet, Mitglied des Instituts, vom Aufenthalt des Dreyfus auf der Teufelsinsel giebt. Wir glauben sie unfern Leser nicht vorenthalten zu sollen, möchten aber im voraus bemerken, daß der Bericht des Herrn Havet mit den Worten beginnt: „Ich komme von Rennes. Ich habe dort über die Behandlung, die Kapitän Dreyfus erfahren hat, Thatsachen rntt- geteilt erhalten, von denen das Publikum Kenntnis nehmen muß." Von wem er diese Thatsachen erfahren, und den Beweis dafür, daß es sich um Thatsachen handelt, bleibt Herr Havet einfach schuldig. Unter seinen „Behauptungen" befinden sich folgende: Bei seiner Ankunft von Frankreich in Guyana 1895 ließ man den Verurteilten unten in dem Schiff bei einer Hitze von 45 Grad vier Tage lang, und ganz nahe am Ende, während man in Paris die Zurückführung diskutierte, wurde er während eines Monats auf Brod und Wasser gesetzt. Man weiß, daß im Jahre 1896 der Oberst Picquart den General Billot davon in Kenntnis setzte, Alfred Dreyfus sei unschuldig, und daß daraufhin die Box, in der er lebte, mit einer Pallisade umgeben wurde. Man weiß, daß das eine schwere Ungerechtigkeit war, da die gegen ihn ausgesprochene Strafe die der Deportation in einen befestigten Platz war. Man weiß, daß die Henker des Unglücklichen, indem sie ihm so den Horizont abschlossen, ihm auch den Anblick des Meeres entzogen. Aber es giebt noch etwas weiteres, was die Franzosen erfahren müssen. Vielleicht nehmen Sie an, daß der Raum, der durch die Pallisade eingeschlossen war, ein geräumiger Hof war, wo der Gefangene sich in freier Luft ergehen konnte, und von wo sein Blick den Tag über die blauen Wogen und nachts die Menge Sterne umfassen konnte. Ich wenigstens für meinen Teil nahm das an. Ich irrte mich; denn man hatte ihm auch den Himmel entzogen. Zwischen der Box und der Pallisade gab es einen Zwischenraum von 40 Centi- meter. Ich bitte jeden Leser, diese Ziffer nicht abstrakt zu lesen. Messen Sie 40 Zentimeter von der Mauer ab und marschieren Sie, indem Sie die Mauer berühren und sich einbilden, daß Sie an der anderen Seite eine andere Mauer berühren. Heben Sie den Kopf in die Höhe, um mühevoll nach der Decke zu sehen und stellen Sie sich den Teil des Himmels vor, den Sie durch diesen Schlitz sehen können. Die Pallisade schloß das Licht und die Luft ab. Dieser Zustand dauerte ein Jahr lang ohne Aenderung; dann wurde der Gefangene von Erstickungsanfällen heimgesucht, und der Arzt verlangte, daß man etwas thue. Glauben Sie nicht,, daß man die Pallisade zurückrückte. Man erhöhte die Box, damit ein wenig von der glühenden Luft von Guyana endlich hineingelangen konnte. Da alles in allem der Patient nicht zum Tode verurteilt war, so maß man ihm das Leben i tropfenweise zu. Man kann jetzt leicht begreifen, warum Madame Dreyfus in Mißachtung des Gesetzes gehindert wurde, zu ihrem Mann zu kommen. Sie hätte nach Frankreich geschrieben, und es hätte sich jemand gefunden, der in den Kammern deshalb interpellierte. Der Kapitän Dreyfus ist ohne Haß zurückgekommen, und es geschieht aus Achtung gegen seine Hochherzigkeit, daß ich den verantwortlichen Mann nicht nenne. Aber die Geschichte ist noch nicht beendet. Die Box war noch nicht erhöht worden, und Dreyfus erstickte in des Wortes eigentlicher Bedeutung in dem künstlich hergestellten Souterrain. Er hatte noch darüber hinaus heftige Fieberanfälle, als man aus Gefälligkeit für einige Zeitungsschreiber ihm die Eisen während zweier I Monate jede Nacht anlegte. Dreyfus hat verschiedene Male I gewünscht, daß man von ihm nicht in der Presse spreche, aber ich habe geglaubt, daß ich nicht das Recht habe, hier zu schweigen. I Das in Ketten legen des Gefangenen wird durch folgende Meldung bestätigt und erklärt: Die Blätter veröffentlichen I ein Schreiben des früheren Kolonialministers Lebon, in dem I dieser in Bezug auf die Beschwerden des Dreyfus über die I ihm auf der Teufelsinsel widerfahrene Behandlung erklärt, I er habe infolge amtlicher Berichte über die Möglichkeit einer I Flucht Dreyfus' dessen Hütte mit Pallisaden umgeben lassen I und angeordnet, so lange die Pallisaden unvollendet seien. räumen, um für die Sache des Deutschen Flottenvereins zu schaffen. Das Präsidium erfüllt eine Ehrenpflicht, indem es öffentlich dieser stillen Thätigkeit des Dahingeschiedenen gedenkt. Dr. v. Achenbach wird von den tausenden der Mitglieder des Deutschen Flottenverems ein ehrendes und dankbares Andenken bewahrt werden. Der Präsident des Deutschen Flottenvereins gez. Wilhelm Fürst ; u Wied. Straßburg, 11. Juli. In der reichsländischen Presse wird der Besuch des Kaisers Wilhelm an Bord der Iphigenie als Symptom der Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich mit Genugtuung verzeichnet. Auch in den von Eingeborenen redigierten Zeitungen kommt dieser Gedanke offen zum Ausdruck. So schreibt beispielsweise das altelsäsische „Journal": „Mit der herzlichsten Freude verzeichnen wir jeweils auch nur das geringste Anzeichen einer Annäherung zwischen unferm alten und unferm neueft Vaterlande und begrüßen mit der lebhaftesten Genugthuung den kleinsten Schritt, der auf dem Wege einer engeren, von Zwang und Vorbehalten befreiten Verbindung, welche die Beziehungen der beiden Länder jetzt noch beherrschen, gemacht wird. Wir sind der Ansicht, daß eS sowohl für Frankreich wie für Deutschland notwendig geworden ist, zusammenzugehen, nicht allein in Kolonialfragen, ondern auch und hauptsächlich in Fragen, welche Europa berühren. Wir möchten, daß angesichts der anglo-sächsischen oder auglo-amerikanischen und chinesisch-japanischen Gefahr, die vor der Thüre steht und täglich für den einen wie für den andern drohender wird, zwischen beiden eine Art Zollverein in kommerzieller und politischer Beziehung bestände. Gegenüber den hohen Interessen dieser zwei großen Nationen haben diejenigen unseres kleinen Elsaß-Lothringen eine viel u geringe Bedeutung, um berücksichtigt zu werden, oder gar >en Zankapfel zwischen beiden zu spielen. Möge gerade unser engeres Vaterland das Bindeglied zwischen Deutsch- and und Frankreich sein." Großbritannien. Das ständige Personal der b e- rittenen Inf an t erie im Lager von Aldershot hat Befehl erhalten, sich zur Einschiffung nach Südafrika bereit zu halten. London, 13. Juli. Laut einer Meldung aus Peking bewilligte die Kaiserin-Witwe sämtliche englische Forderungen und erteilte den Vicekönigen im Aangtsekiang-Thale diesbezügliche Instruktionen. Madrid, 13. Juli. Kaum ist die in Spanien über die Finanz- und Steuerfrage drohende Ministerkrise beigelegt, so droht eine neue. Der „Produzentenbund" erhob bekanntlich, als die Steuerpläne Villaverdes bekannt wurden, die Forderung, alle Ausgaben sollten eingeschränkt und auch die Zivilliste herabgesetzt werden. Der Ministerpräsident Silvela drohte damals mit seinem sofortigen Rücktritt, wenn diese Forderung aufrecht erhalten würde oder wenn die Krone ein Anerbieten auf die Herabsetzung, ihrer Einkünfte machen sollte. Nun soll die Königin-Regentin gestern Silvela mitgeteilt haben, sie verzichte zu Gunsten des Staates auf eine Million Pesetas von der Zivilliste. Der Ministerpräsident wäre demnach zum Rücktritt gezwungen. Petersburg, 13. Juli. Mit Rücksicht auf den schweren Verlust, der das Kaiserhaus und ganz Rußland getroffen hat, wird von allen festlichen Veranstaltungen, welche zu Ehren des deutschen Schulschiffes „Charlotte" vorbereitet waren, Abstand genommen werden. Gestern stattete der Kommandant der „Charlotte", Kapitän zur See Büllers, dem deutschen Botschafter Fürsten Radolin und den Spitzen der russischen Marinebehörden Besuche ab. Fürst. Radolin erwiderte alsbald in Begleitung des Legativns^ Wien, 13. Juli. Einer Meldung der „Jnl. Korresp." zufolge findet die Initiative, welche Kaiser Wilhelm ichuss Anbahnung freundlicher Beziehungen zu | Frankreich ergriffen hat, in Petersburg sympathische | Aufnahme, weil dadurch die Garantien für Erhaltung des Weltfriedens vermehrt und die Interessen Rußlands in Europa und Asien gefördert werden. Wien, 13. Juli, lieber die Aufsehen erregende Aeußerung des österreichischen Handelsministers Dipauli über das Erlöschen der Handelsverträge im Jahre 1903 liegen jetzt ausführliche Berichte vor. Hinsichtlich der Bankfrage wies Baron Dipauli auf die Schwierigkeiten hin, einen dreifachen Termin für das Erlöschen des Privilegiums festzusetzen, was nur notwendig gewesen wäre, wenn im Fall der Beendigung der Zollgemeinschaft im Jahre 1903 auch die Gemeinsamkeit der Bank aufhören sollte. Die Bindung des Bankprivilegiums an die Dauer der Zollgemeinschaft habe jedoch zweifellose Vorteile und sei ihm persönlich auch am sympathischsten. Der Handelsminister bezeichnete sodann die Bestimmung über das Erlöschen der Handelsverträge im Jahre 1903 für überflüssig und unglücklich: überflüssig, weil es ohnedies im Willen der beiden Staaten gelegen sei, die Handelsverträge gar nicht oder nur auf vier Jahre abzuschließen. Die österreichische Regierung habe sich auch nie mit dieser Bestimmung einverstanden erklärt. Die Bestimmung sei unglücklich, weil es nicht richtig erscheine, sich bei dem Abschluß von Handelsverträgen, der ohnehin immer schwieriger werde, selbst die Hände zu binden. Ungerechtfertigt erscheine der Vorwurf, daß die Bewegungsfreiheit Oesterreichs durch die Vereinbarungen beeinträchtigt worden sei. Gesetzt den Fall, daß im Jahre 1903 kein neues Zoll- unb Handelsbündnis mit Ungarn abgeschlossen würde und eine Erneuerung der Handelsverträge bis 1907 nicht möglich sei, werde Oesterreich im Jahre 1903 vor die Frage gestellt sein, ob es die Erhaltung seiner Vorzugsstellung auf dem ungarischen Markt ober bie Halldelsverbinbungen mit bem Auslanb für notmenbiger halte. Die Reziprozitätsklausel sei eine selbstverstänbliche Folgerung aus ber staatlichen Selbstänbigkeit Ungarns. Das bem ungarischen Reichstag vorgelegte Gesetz spreche aber nicht bavon, baß im Falle ber Verletzung ber Reziprozität bie Zolltrennung eintreten müsse. Es spricht nur von Vorkehrungen, welche bie Regierung zum Schutz ber ungarischen Interessen zu ergreifen verpflichtet ist. Das würben bie Repreffalien im speziellen Falle fein, nicht jebe Verletzung ber Reziprozität werbe aber notwenbig schon eine Lösung ber Zollgemeinschaft nach sich ziehen müssen. — Nach biesen Ausführungen scheint bas österreichische Zollbünbnis in Frage gestellt. Wenn Oesterreich an seiner Aufrechterhaltung um jeben Preis nicht viel gelegen ist, wirb Ungarn seinem Ehrgeiz, als selbst- stänbiges Zollgebiet zu gelten, um so eher nachhängen. Mailand, 13. Juli. General Giletta würbe Disposition gestellt. Brussel, 13. Juli. Das Amtsblatt veröffentlicht sekiMrs Grafen Brockdorff-Rantzau und des Militär-Attaschees I Major Lauenstein den Besuch an Bord der „Charlotte". Cettinje, 13. Juli. Gestern fand ein feierliches Requiem in der Kathedrale anläßlich des Todes des ! Großfürsten Georg von Rußland in Anwesenheit der fürst- I lichen Familie und des diplomatischen Korps statt. Auch alle Civil- und Militär-Behörden nahmen an der Feier teil. Afrika. Dem Bolksraad ist gestern der abgeänderte Entwurf für das Wahlrecht vorgelegt worden. Er besteht aus 10 Artikeln. Der erste Artikel bestimmt, daß jeder männliche Ausländer, der das siebzehnte Lebensjahr erreicht hat, die Naturalisierungs-Urkunde erhalten kann, wenn er während eines bestimmten Zeitraums in Transvaal gewohnt hat, ohne zu einer entehrenden Strafe verurteilt zu sein, und wenn er gewisse Bedingungen bezüglich der Steuerzahlung erfüllt. Die folgenden Artikel bestimmen, daß die Naturalisierung nach einem zweijährigen und das volle Wahlrecht nach einem fünfjährigen ständigen Aufenthalt im Lande eintreten kann. Ausländer, die in Transvaal vor der Veröffentlichung des Gesetzes gewohnt haben, können das volle Wahlrecht neun Jahre nach ihrer Ankunft oder fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Gesetzes erlangen, es sei denn, daß sie schon früher wenigstens sieben Jahre lang im Lande gewohnt haben. Bürger, die früher schon naturalisiert sind, können das volle Wahlrecht fünf Jahre nach der Naturalisierung erlangen. Die Söhne der neuen Bürger befinden sich in der Rechtslage ihrer Väter. Die in Transvaal geborenen Ausländer können im Alter von 16 Jahren naturalisiert werden, um im Alter von 20 Jahren das volle Wahlrecht zu erhalten. Nur die Weißen können das Wahlrecht erlangen. — Der Kapstadter Zweig des Afrikanderbundes befürwortet die Ueberweisung des neuen Wahlgesetzes an ein Schiedsgericht, da große Zugeständnisse von der Transvaalregierung gemacht seien und es frivol wäre, einen Krieg wegen der geringfügigen Abweichungen des neuen Entwurfs von den Millnerischen Vorschlägen zu beginnen. „Daily Telegraph" bleibt trotzdem bei seiner Drohung, daß Milner bei dem Zusammentritt des Kapparlaments am 14. Juli das Ministerium Schreiner stürzen und das Parlament auflösen werde. Universitäts-Nachrichten. — Berlin. Dem Prtvatdozenten in der juristischen Fakultät der Friedrich-WilhelmS-Untonsität Dr. Paul Hetlborn und dem Prtvatdozenten in der medizinischen Fakultät derselben Universität Dr. Karl Gebhard ist das Prädikat »Professor" betgelegt worden. — Jena. Am 12. Juli beging der Senior unserer Universität, Geheimer Justizrat Professor Wilhelm Leist, seinen 80. Geburtstag. Er gehört dem Lehrkörper der hiesigen Universität seit 46 Jahren an. Der Jubilar hat auch für das nächste Semester eine Vorlesung angekündigt. — Leipzig. Der bisherige außerordentliche Prof. Dr. Heinrich Zimmern ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität zu BreSlau ernannt worden. — Wien. Zum Nachfolger Anton Bruckners als Lektor für Harmonielehre und Kontrapunkt an der hiesigen Universität wurde der Professor am Konservatorium und Direktor der Wiener Singakademie H:rmann Theodor Otto Grädener ernannt. — Zürich. Am 11. Juli feierten die hiesigen Pslytechniker die 25jährige Lehrthätigkeit des bekannten Geologen Professor Heim am Polytechnikum mit einem solennen Festkommers. Zu gleicher 8eit begeht die Frau des Gelehrten ihr 25jährtgeS D.ktorjubtläum. Frau Professor Heim war die erste Aerzttn der Schweiz. Ihre Zulassung zum Medizinstudium ging seinerzeit nicht ohne Schwierigkeiten vor sich. t ... n,x, — Graz. Der ordentliche Profesior an der hiesigen Universität, Hofrat Dr. Rudolph Ritter v. Scherer, ist zum ordentlichen Professor des Kirchenrechtes an der theologischen Fakultät der Unioerfität in Wien ernannt worden. Depefcken des Bureau „Herold". Berlin, 14. Juli. Das Urteil in dem gestrigen Landfriedensbruch lautete gegen Golze auf 6 Monate, gegen Made, Koniecny und Hermann auf je 9 Monate Gefängnis. Der Angeklagte Hainr ich wurde freigesprochen. Berlin, 14. Juli. Das „Berliner Tageblatt" erhält folgendes Kabeltelegramm aus NewIork: Aus Washington wird gemeldet: weil Belgien die einschränkenden Bestimmungen gegen die Einfuhr amerikanischen Rindfleisches aufgehoben habe, seien deutscherseits sofort Verordnungen gegen die Einfuhr belgischen Rindfleisches erlassen worden, durch. welche verhindert werde, daß amerikanisches Rindfleisch über Belgien nach Deutschland gelangt. Staatssekretär Hey habe indessen erklärt, dem Staats-Departement sei keine Meldung zugegangen, nach welcher dieser Schritt geschehen sei. Wien, 14. Juli. In politischen Kreisen verlautet, daß neuerdings an allerhöchster Stelle der bestimmt lautende Wunsch ausgesprochen worden sei, die Regierung solle Verhandlungen wegen der Sanierung der parlamentarischen und innerpolitischen Lage einleiten. Wien, 14. Juli. Graf Thun begiebt sich in den nächsten Tagen nach Ischl, um die kaiserliche Sanktion zur Publikation der Ausgleichs-Verhandlungen einzuholen. Wien, 14. Juli. Die Schüler der deutschen Gewerbe- schule in Pilsen, welche vorgestern einen Ausflug unternahmen, wurden in dem tschechischen Dorfe Ratschitz, wo sie im Durchmarsch deutsche Lieder sangen, von dortigen Bauern überfallen. Der Gemeinde-Obmann beschimpfte die Studenten, packte den Studenten Peller am Halse und würgte ihn. Ein anderer Student, welcher Peller zu Hilfe kam, erhielt von dem Obmann einen Säbelhieb, sodaß er besinnungslos zusammenbrach. Die Bauern wollten denselben ins Wasser werfen, was aber schließlich verhindert wurde. Unter fortwährenden Beschimpfungen mußten die Studenten abziehen. Paris, 14. Juli. Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, werden alle gegen die Generale Boisdeffre und Gonse beabsichtigten Maßregelungen vertagt. Lille, 14. Juli. Pressensö hat gestern vor über tausend Personen einen Vortrag über die Dreyfus- Angelegenheit gehalten. Seine Rede wurde vielfach von lautem Applaus unterbrochen, während vor dem Saale eine große Anzahl von Klerikalen und Nationalisten versuchten, eine Gegenkundgebung zu veranstalten. Nizza, 14. Juli. Es verlautet, die Freigebung des Generals Giletta sei auf dringendes Einschreiten der italienischen Regierung erfolgt. Die Regierung drohte im Weigerungsfälle mit Enthüllungen, welche die französische Botschaft in Rom sehr kompromittieren würden. Es handelt sich um zwei von dem General Giletta über seine Mission in den See Alpen verfaßte Berichte, welche durch französische Umtriebe auf dem italienischen Kriegsministerium entwendet worden seien. London, 14. Juli. Die Königin erklärte im letzten Ministerrate, keinen Transvaalkrieg zuzulassen. Brüssel, 14. Juli. Dem „Soir" zufolge hat die Negierung wegen der jüngsten Straßen-Kundgebungen bereits Befehl gegeben, die Bürgerwehr von Gent und Loewen nach Brüssel abzusenden, da die Regierung auf die Miliztruppen der Hauptstadt nicht zählen könne. Brüssel, 14. Juli. Die Delegierten sämtlicher gemüßigten liberalen Wahlvereine Belgiens beschlossen einstimmig, angesichts der bevorstehenden Kommunal-Wahlen sowie der nächstjährigen allgemeinen Parlamentswahlen ein B ü n d n i s mit den Sozialisten abzuschließen. Die Versammlung wählte mehrere Personen, welche die Verhandlungen führen sollen. , p . Belgrad, 14. Juli. Das Gerücht, daß demnächst in. Serbien ein Militär-Regime eingeführt werden würde, wird von eingeweihten Kreisen als unrichtig bezeichnet, da König Alexander keine darauf bezüglichen Aeußerungen gemacht, im Lande alles vollkommen ruhig und ein Militär- Regime deshalb nicht notwendig sei. Der über Belgrad verhängte Belagerungs-Zustand ist nur auf das Attentat zurückzuführen, welches im ganzen Volke verurteilt wird und keinen beunruhigenden Widerhall finde. — Der als Anstifter des Attentats verhaftete Gemeinde-Sekretär I Koaschevic ist irrsinnig geworden. Sfo'Wneir Grau- ; "ni den Ex- Muä au »Met ä . ™ b«netft«, Wfyn mit, «•i* »chuuu "en; »nd btn Welt, bleibt Behauptungen" )on Frankreich ""len in dem B lang, und die Zurück- Monats ans tDt Jahre 1896 30n in Kenntnis B daraufhin die umgeben wurde, 'l'gkeit war, da >er Deportation ’ daß die Henker 'M abschlosfen, ■. Ader es giebr rsahren müssen. l- der durch die :t Hof war, wo konnte, und von ogen und nachts wenigstens für "ich; denn man oischen der Box m von 40 Cenli- adstrakt zu lesen, b und marschieren d sich einbilden, Mauer berühren, mühevoll nach der Zeil des Himmels innen. Die Palli- , Dieser Zustand dann wurde der lgesucht, und der Stauben Sie nicht, in erhöhte die Box, von Guyana endallem der Patient an ihm baS Leben ^greifen, warum Gesetzes gehindert hatte nach Fiank- d gesunden, der in i Kapitän Treyfus jchieht aus Achtung n verantwortlichen : ist noch nicht be- woroen, und Dreh- Bedeutung indem hatte noch darüber ng Gefälligkeit für n während zweier it verschiedene Male Preße spreche, aber be, hier zuschmtgen. wird durch folgende alter veröffentlichen fters Lebon, in dem 5 Drehfus über die Behandlung erklaü, die Möglichkeit e>ntt ,d-° uM-d-« * Personal d« bi" t) S6b«Ma bnt ich- e Minderk"' B®0”“rinaeWri» I 0>e6E'u Künste" erzlch" ^ ^i^- ■ Längen- ' E" 0Ol'n, Jütj Mali”'' gegeben wirb, sei mitgeteilt: Eröffnung und Begrüßung > durch Direktor D. Weiffenbach (Friedberg); Ansprachen von I Pfarrer Weitbrecht (Wimpfen) und Realgymnasiallehrer Pfarrer Waitz (Darmstadt); Vorträge des Friedberger I Gesangvereins „Liederkranz" (niederländische Volkslieder); I allgemeine Gesänge; Schlußwort. Neue Bilder. In der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand hat diese Woche wieder ein I größerer Wechsel der Gemälde stattgefunden. Unter den I über 80 ausgestellten Bildern — davon sind 52 neu — I befindet sich diesmal eine große Anzahl sehr interessanter I und beachtenswerter Stücke, sodaß wir Kunstfreunden den I Besuch der diesmaligen Ausstellung sehr empfehlen können. I ** Hundeausstellung. Nachdem heute Freitag abend im Hotel Großherzog von Hessen von Seiten des Ko- | mitees der Ausstellung eine Begrüßung der Herren Preis- I richter, Aussteller und Festgäste stattfindet, wird Samstag I den 15. Juli morgens 9 Uhr die Ausstellung durch Herrn I Provinzialdirektor von Bechtold feierlich eröffnet werden. I Hieran schließt sich ein offizieller Rundgang durch die Aus- I stelluUgsräume und Hallen, worauf die Herren Preisrichter I ihre Thätigkeit sofort beginnen. Der Zutritt ist für die I Mitglieder des veranstalteten Vereins persönlich gegen Vor- I weis der Mitgliedskarte sowie für die Aussteller gegen Vor- I zeigung des Annahmescheines für den ausgestellten Hund, sowie selbstverständlich vor allem für die Herren Ehrengäste, völlig frei. — Im übrigen wird die strengste Kontrolle geübt werden. Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß Hunde, welche nicht ausgestellt werden, durchaus nicht I eingelassen werden können, selbst wenn dieselben an der I Leine geführt werden. ** Ein heftiges Gewitter ging gestern nachmittag über Gießen und Umgebung nieder. Es schlug mehrere Male ein, doch ist nennenswerter Schaden nicht entstanden, an- i scheinend hat auch der heftige Regen den Feldfrüchten nicht geschadet. ** Eine ungemein plastisch wirkende naturgetreue dreiteilige Gesamtansichtskarte von Gießen (Preis 20Pfennige) ist soeben im Verlage von Ad. Arnold hier erschienen. Dieselbe ist geeignet, Gießens herrliche Lage überall in das rechte Licht zu setzen und möchten wir dem rührigen Ver- _________ I leger schon aus diesem Grunde einen recht flotten Absatz nnh wünschen. Mit Rücksicht auf die Schwierigkeit der Photo- UHV graphischen Aufnahme - es waren deren drei nötig - Gießen, den 14. Juli 1899. | darf der Preis als mäßig bezeichnet werden. *♦ Hohe Auszeichnung. Von Seiner Königl. Hoheit ~ > dem Großherzog ist dem Herrn Geh. Medizinalrat Aus der Zeit für me Zen. Professor 0r. Riegel das Komturkreuz des Ordens Philipps <® wurde in Svanien des Großmütigen allergnädigst verliehen worden. Erst vor Vor 65 Jahren, am 15.Julll834, wenigen Tagen durften wir di- Diplomierung des Herrn die Jnquisit.on aufgehoben. Der l'feste Verdacht oder das Geheimerals feilens der G-fellschast sinnländischer Aerzte falsche Zeugnis eines Femdes konnte vordem m die grauen- . J Lpntp unl, ist spm Mprhipntpn vollen Jnquisitwnskerker fuhren, wo man durch die furcht- KSFÄ Ä sfewi Ä.VSC ” fenennS. Meine Königliche Hoheit der Groß- lichen Bunde gegen die Freiheit als in jener schrecken«- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 8. Juli den Re- vollen Zeit. __________________ qierungsrat bei der Provinzialdirektion Starkenburg, Wil- helm Best, unter Enthebung von dem Amte eines stell- vertretenden ständigen Mitglieds des Landesversicherungsamts, * Mannheim, 13. Juli. Ein schweres Gewitter zum ständigen Mitglied dieser Behörde im Nebenamt; den starkem Hagelschlag ist heute abend hier niedergegangen. Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern, Regierungsrat Der Blitz hat wiederholt eingeschlagen. Die Beschädigung Dr. Karl Usinger, zum stellvertretenden ständigen Mit- ber Auren ist beträchtlich. gliede des Landesversicherungsamtes im Nebenamt; den „ ., ■ ■ ■ - ■— Regierungsassessor Dr. Karl Keh r ein aus Mombach zum IHrdtltdlE UmtirtdltM Kreisamtmann bei dem Großherzogl. Kreisamt Oppenheim zu ernennen. Evangelische Gemeinde. "Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- I Sonntag den 16. Juli. 7. nach Trinitatis. Herzog haben Allergnädigst geruht, am 23. Juni'der Gottesdienst. Werkführerin Margarete Weber zu Offenbach, in Diensten In der Stadtkirche, der Seifen- und Parfümeriefabrik von Gustav Böhm da- vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein, selbst, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für M :enlebre für bie «eutonfirmicrten au8ber treue Arbeit" zu verleihen. , Vormittags 9i/r Uhr: Pfarrer Schlosser. •* Mrchliche Dienstnachrichten. Seine Königl. Hoheit I Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein, der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 5. Juli Die Kinderkirche der Matthäusgemeinde fällt aus. den von Seiner Durchlaucht dem Herrn Fürsten von Löwen- In der Johanneskirche. stein-Wertheim-Rosenberg und Seiner Erlaucht dem Herrn Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel. Uafenjnerba«.®^ auf die eOaugeliWeJßfarrfteae <•% zu Kirch-Brombach, Dekanat Remheim, präsentierten Pfarr- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Verwalter Karl Gerhard zu Kirch-Brombach für diese I Am Sonntag dem 23. Juli findet Beichte und heil. Abend- Stelle zu bestätigen I wähl' für die Lukas- und Johannesgemeinde im Hauptgottesdienst •* Der hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes statt. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer jeher Gemeinde erbeten zur Wahrung der deutsch-protestantischeu Znteresien gedenkt Katholische Gemeinde, kommenden Sonntag den 16. lfd. Mts. in dem nahen Samstag den 15. Juli Friedber g sein Jahresfest zu halten, und lädt dazu I ^^mittags um 41/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur alle Evangelischen aus Stadt und Land herzlich em. Wer heil. Beichte. die Zeichen unserer Zeit beachtet und sie zu deuten weiß, wird I Sonntag den 16. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten, die hohen Aufgaben, die dem Evangelischen Bunde gestellt Vormittags von 6V9 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht, sind, nicht unterschätzen, und sollte es darum nicht versäumen, „ um 7 Uhr: Die erste heil Messe; hn« ^riphhcrnPT ft tu ßpfnrfipn — Das Vroaramm ist vor und m der eiben Austellung der hell. Communion; das Friedverger Fest ru vesuchen. ^as Programm i i um 8 u^r. Die zweite heil. Mefie; Militärgottesdienst folgendes : I. Festgottesdienst, nachmittags o Uhr (punkt- I " mit mret)igL lich) in der Burgkirche. Festprediger: Pfarrer Reinhardt „ um 9>/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. (Wörrstadt). II. Verhandlungen des Hauptvereins-Vor- Nachmittags um 2V» Uhr: Sakramentalische Bruderschafts-Andacht, standes mit den Abgeordneten der Zweigvereine; zugleich m X.» geschlossene General - Versammlung des hessischen Haupt- I ttt ölt Iynagoge. Vereins um V25 Uhr im Saale des Gasthauses „zu den I Samstag den 15. Juli 1899. drei Schwertern" (gegenüber der Stadtkirche). Nur Mit- Vorabend 7" Uhr morgens 8® Uhr, nachmittags 4 Uhr glieder des Bundes haben Zutritt. Tagesordnung: 1. Jahres- Schristerklärung, Sabba hausgang Uhrbericht durch den Vorsitzenden. 2. Rechnungsbericht durch den Rechner. 3. Statuten-Veränderung. 4. Regelung der I Hokkesdlknfl btr israelirischen Keltgionsgeseuschaft. vom Bunde unternommenen Krankenpflege. 5. Referat von I Sabbathfeier am 16. Juli 1899. Direktor D Weiffenbach über den derzeitigen gesetzlichen I Freitag abend 786 Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nach- Stand der konfessionellen Erziehung der Kinder aus ge- mittag 4 Uhr, Sabbathausgang 9 Uhr. mischten Ehen (Gesetz zur Einführung des neuen bürger- Nachmittag 3 Uhr EchrifterttLrung. lichen Gesetzbuchs). 6. Etwaige Anträge aus der Ver- Wochengottesdienst morgens 6- 1^** Kataloge an der Kasse. Omnibusverbindung vom Bahnhof und Marktplatz. Vergebung Juli 5312 bleibt die Bibliothek geschlossen. Mm' großes Aoppel-KorOll Joseph. 5309 Der SBorftanb. 5330 M Anerkannt vorzügliche Küche 5318 für Militär, Reise und Jagd. 5322 W 5184 Fahrbursche, to Es ladet ergebenst ein Das Festcomitä. 5313 Das Kommando. fttbacti«»: t. Borkh.rtzt. — ®nnf ** Bestem ter Brützk'scheo Uui>mffi1-t-.vuch« Hub Steindrockern (Pietsch Erben) in Gießen. Rinpfeblilttgen Mrniietunqen Gefunden Uereine Offene Stellen S K l. Js., vormittags 9 Uhr, werden die Erneuerungsarbeiten an der oberhalb der Wiesecker Mühle an der Wieseck befindlichen Haupt» schleuse an Ort und Stelle in Akkord gegeben. Der Voranschlag über bitfe Arbeiten kann vorher auf dem Geschäftszimmer der unterzeichneten Oberförsterei, Marburgerstraße 9, emgesehen werden. Gießen, den 13. Juli 1899. Großh. Oberförsterei Gießen. 5327] sar Die Stelle eines Maschinisten und Heizers ist bei mir zu besetzen, entweder durch einen geprüften Heizer, oder durch einen soliden, gut empfohlenen Mann — gelernter Schlaffer oder dergleichen —, der sich in meinem Betriebe zum Maschinisten und Heizer ausbilden kann. Wilh. Reiber, Bahnhofstraße 63. der Tanz aus glühendem Eisen. Um zahlreichen Besuch bittet □ 18.17. 1 Uhr s Iohannkchst. Anfn. 02473 Karl Rosin. Sektion Giessen. D. Oe. A. V. Bei günstiger Witterung Sonntag, 16. Juli: Fatzpartie, Abfahrt 3 Uhr nachm. (Bieberthalbahn). Proviant mitnehmen. 5329 Montag den 17. Juli 1899, abends 81/» Uhr, BF* «kpezereiregale "WS billig abzugeben. 5324 Bahnhofstraße 51, I. Sonntag den 16. d. Wl. feiert der Gesangverein Säugerkrauz sein Drei möblierte Zimmer, vielleicht mit Pension oder Bedienung, von einem lungen Ehepaar mit einem Kinde zu Anfang des Wintersem. gesucht. Off. unter 8. 02467 an die Expedition d. Bl. 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