1899 Mittwoch den 15 März Zweites Blatt ahl Aints- und Anzeigeblatt für den "Kreis «kicszcn. «t Mit V Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- tuxb AuSlandeM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgtgau n wegen Umziu ä imen, verkaufe stzm Htbattion, Lxpebition und Druckerei: Kch.lstr.ße Ar. 7. aäcker. i-s.______ lanatzwe v,u Anzeige» zu der nachmittag- für den filgenbm X&| erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Rücksicht zu nehmen. Beim Titel 300 000 Mk. zur Unterstützung deutscher Schulen im Auslande hat die Kommission beantragt, hinzu- zafügen „und Bibliotheken". Der Titel wird in dieser Form genehmigt. Der Rest des Etats wird ohne Debatte erledigt. Zur Debatte stehen noch zwei Resolutionen: 1. möglichst ausführliche Bekanntgabe der Berichte der land- und forstwirtschaftlichen Sachverständigen im Auslande; 2. betr. Errichtung einer tropenhygienischen Anstalt. Die Annahme dieser Resolutionen erfolgt fast ein- stmanig. £ , Es beginnt nunmehr die 3. Lesung des Ricker schen tzksetzentwurfes betr Sicherung des Wahlgeherm- nisjes (durch Abgabe der Stimmzettel in Kouverts, durch Isolierräume). Abg. Pachnicke (frs. Bp.) wünscht endliche Annahme bei Gesetzentwurfs auch seitens der verbündeten Regierungen. Abg. Herzfeld (Soz.) verweist namentlich auf die mecklenburgischen Verhältnisse, wo es an dem unbedingten iomlat des allgemeinen gleichen Wahlrechts, dem Vereuis- mb Versammlungsrecht, gänzlich fehle. Es habe sich das mich wieder bei den letzten Wahlen gezeigt, wo bei der Dahlbewegung den sozialdemokratischen Wahlvereinen ebenso .mie den Bildungsvereinen die größten Hindernisse in den Lea gelegt worden seien. u . Abg. Bachem (Zentr.) erklärt, seme Freunden wurden -jefchlossen für den Antrag eintreten. Deutscher Reichstag. 55. Sitzung vom 13. März. 1 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Beratung des Etats Auswärtigen Amts beim Abschnitt: Allgemeine !ds. Gratisbeilagen: Gießener Famitienbtätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.________________ Abg. Rettich (kons.) bemerkt, daß seine Fraktion bei der ablehnenden Haltung zu dem Anträge beharre. Abg. Hausmann (südd. Vv.) behauptet, daß eine ganze Unsumme sozialen Mißbehagens schwinden toürbe, wenn man in der Ausübung des Wahlrechts endlich Abänderung schaffe. , r Abg. von Maltzan (kons.) erklärt als Mecklenburger, er sehe an dem Sonntagsgesetz vom Februar dieses Jahres nur einen Fehler, nämlich den, daß in dem Gesetz nicht ganz offen ausgesprochen sei, daß es sich gegen die Sozialdemokratie richte. Die Generaldebatte wird geschlossen. In der Spezialberatung werden die einzelnen Paragraphen des Antrages und in der Gesamtabstimmung der ganze Antrag gegen die Stimmen der Konservativen und Reichspartei angenommen. Nunmehr begründet Abg. Heyl zu Hernsheim (nl.) seinen Antrag auf Einsetzung einer Reichskommisston zur Beaufsichtigung der mehreren Staaten gemeinsamen Wasserstraßen. Redner bespricht dabei die Verunreinigung des Mittelrheines. . Abg. Dreesbach (Soz.) versichert, daß in Mannheim die Abwässer erst nach völlig ausreichender Reinigung durch die Kanalisationsvorrichtungen dem Rhein zugeführt würden. Nach einer weiteren Bemerkung des Abg. Graf Bern stör ff (Welfe) wird der Antrag Heyl angenommen. Es folgen noch Petitionen. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Tagesordnung: 2. Lesung der Militärvorlage. Schluß 53/4 Uhr. — r.....-1 Mbreffe für Depeschen: Anzeiger Hletze«. Fernsprecher Nr. 51. Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. ledigung. Die Beratung darüber wird morgen fortgesetzt, außerdem Bernstein-Vorlage. . Berlin, 13. März. Die zweite Lesung der Militär- Vorlage, welche morgen beginnt, dürfte in zwei Tagen erledigt sein. Die dritte Lesung hofft der Präsident am Freitag und Samstag erledigen zu können. Es steht übrigens fest, daß das Centrum bei den Beschlüssen der Budget-Kommission über die Militär-Vorlage beharren wird. Berlin, 13. März. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge war bis heute nachmittag die Bestätigung der Wahl des Herrn Kirschner zum Oberbürgermeister noch nicht eingetroffen. Trotzdem wollen die Gerüchte nicht verstummen, daß die Bestätigung bereits erfolgt sei. Berlin, 13. März. Zur Militärvorlage schreibt die „T. R.": Es scheint, als ob das Centrum in seinem Schooß unüberwindliche Schwierigkeiten findet, um der Regierung weiter entgegenzukommen. Wir hören, daß die bayerischen Centrumsabgeordneten sich so entschieden geweigert haben, weitere Zugeständnisse zu machen, daß die Bewilligung der gestrichenen 7000 Mann kaum zu erreichen sein wird. Dagegen soll an der höchsten maßgebenden Stelle der feste Wille vorhanden sein, von den Forderungen, die ein notwendiges Mindestmaß darstellen, nichts nachzulaffen. Die Befürchtung eines Konflikts, die vor einigen Tagen von der Mehrzahl der Blätter noch recht spöttisch und ungläubig behandelt wird, wird jetzt sichtlich ernster genommen. Schlimm ist, daß die Haltung des Kriegsministers in der Budgetkommission von dieser festen Entschlossenheit der Regiermig nichts verraten hat, wie wir denn überhaupt in der Begründung verschiedener Punkte der Vorlage, z. B. der Kavallerievermehrung, größere Klarheit und Bestimmtheit gewünscht hätten. Ob die jetzigen Schwierigkeiten der Lage wirklich, wie behauptet wird, zu einer Erschütterung der Stellung des Kriegsministers geführt haben, muß einstweilen noch dahingestellt bleiben. — Cecil Rhodes ist am Samstag abend 6 Uhr vom Kaiser empfangen. Was über den Inhalt der Unterredung gemeldet wird, erstreckt sich auf ganz allgemeine Bemerkungen und Vermutungen. Einstweilen haben wir keine Veranlassung, von dem Standpunkt abzugehen, der den Eindruck des Auftretens und Empfangs des Herrn Rhodes hier im deutschen Interesse bedauert und die Verhandlungen vom Wehmer Anzeiger Kenerat-Unzeiger Deutsches Reich. Berlin, 13. März. Wie es dem „Lokal-Anzeiger" zufolge heißt, soll Reichskanzler Fürst Hohenlohe heute eine persönliche Unterredung mit dem Führer der Centrums- Partei, Dr. Lieber, gehabt und in dieser den Versuch gemacht haben, bezüglich der Militär-Vorlage eine Verständigung anzubahnen. Berlin, 13. März. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Beratung des Kultus-Etats bei dem Kapitel höhere Lehranstalten fort. Dasselbe gelangte nicht zur Er- Feuilleton. Das 19. Jahrhundert. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme. (Nachdruck oder AuSzug verboten. VI. Reise« und Entdeckungen. Die Entdeckung der Erde ist im 19. Jahrhundert fast -lothnbet worden. Alle Kulturländer beteiligten sich energisch üt dieser Arbeit, auch Deutschland darf sich mit Stolz feiner «rsolgreichen Thätigkeit rühmen, ja, deutsche Forscher haben (ogar die meisten wissenschaftlichen Forschungsreisen im üer* f offenen Jahrhundert ausgeführt. Nach fast allen noch unbekannten oder teilweise unbekannten Gebieten unseres Planeten zogen die mutigen Forscher aus, um das Wissen ler Menschheit zu bereichern; unter oft unsäglichen Strafen und Gefahren gelangten sie ans Ziel, und viele von ihnen opferten im Dienste ihrer großen Mission Vermögen und Leben. Männer wie Humboldt, Emin Pascha, Nansen, Livingstone, das sind wahre und unserer höchsten Bewunderung jpil-rbige Helden! Leuchtend und erfolgverheißend steht der -ro-ße Name Alexander von Humboldts an der Pforte Jahrhunderts, am 5. Juni 1799 schiffte er sich mit koiipland zu seiner berühmten Reise nach Südamerika ein, durchforsche Venezuela, die Llanos, den Orinoco, Rio Negro, feie Vulkane jener Gegenden u. s. w. Am 23. Ium 1802 bnüeq er den Chimborazo bis zur Hohe von 5810 m, erreichte allo den höchsten bis dahin erstiegenen Punkt der Ä und nur eine tiefe Schlucht verwehrte ihm das Vordringen nach der noch 500 w höher gelegenen Spitze Als dm Reifende im August 1804 nach Europa zurückkehrte, brachte er wahre Schätze an neuen Entdeckungen sowohl als in Sammlungen mit, nicht nur die geographische Wissenschaft Ntte sich der Reise zu freuen, sondern auch alle Gebiete d-aNaturwissenschaften erfuhren Bereicherung und Forderung. * teilte t & CO.’8 blellen ite Süssstoff. lucker Sogar eine „politisch-statistische Abhandlung über Neu- Spanien" brachte der mit unbezähmbarer Energie und unermüdlicher Arbeitskraft begabte Mann mit nach Hause. Sein Beispiel erweckte zahlreiche Nachfolger, so zahlreiche, daß schon die bloße Anführung ihrer Namen und Reiseziele fast den Raum füllen würde, der uns für unsere ganze Darstellung zur Verfügung steht. Unterstützt wurden die Privatreisenden oder von wiffenfchaftlichen Gesellschaften ab- qesandten Forscher durch einzelne Regierungen, vor allem die Regierung der Vereinigten Staaten, welche in systematischer Weise die Erforschung des Innern des amerikanischen Kontinents betreibt. Auch die Regierungen von Chile, Argentinien und Mexico ernannten Kommissionen zur kartographischen Aufnahme und physikalisch-geographischen Erforschung ihrer Gebiete. t .,, ., . Die Erforschung Asiens wurde in derselben eifrigen Weise betrieben. Auch hier bethätigte sich das Forschungstalent A. v. Humboldts in glänzenden Erfolgen. Im Auftrag des Kaisers Nikolaus I. von Rußland unternahm er im April 1829 mit Ehrenberg und Rose eine Expedition nach dem russischen Asien, untersuchte die Platin-und Gold- laaeri'tätten, entdeckte Diamantenlager, stellte zahlreiche Beobachtungen an und kehrte mit einer Fülle wissenschaftlichen Materials zurück. Palästina und Syrien bereiste 1802 d^r^deutsche^ Forscher Seetzen (geb. 1767 in Ostfriesland), durch ihn gelangten die ersten authentischen Nachrichten Über den Zustand dieser Länder nach Europa. Seit 300 fahren war er der erste Reisende, der bis Mekka gelangte und die dem Grabe des Propheten geweihte Stadt Medma sab. Und das war eine Leistung ersten Ranges, denn das Reifen in jenen Gegenden war damals lebensgefährlich, her Sortier stahl sich teilweise als Bettler verkleidet ober in der Maske eines Eingeborenen durch das Land und büßte seine Kühnheit zuletzt vermutlich mit dem Tode. Man beraubte ihn nämlich 1811 in Jemen seiner Samm- hinaen unter dem Vorwande, er sammle Tiere, um daraus einen Extrakt zur Vergiftung der Quellen zu bereiten, darauf begab er sich auf der Stelle nach Saana, um bei dem Jman Beschwerde zu führen. Wemge Tage später ver- her, S Igel iffee, Th»«, Hühwein, W«i* IW- .Plakat« kenntl* arenhanM™- les Abg. Münch-Ferber (nl.) wünscht eine bessere Aus- bilbiing der Berufskonsuln in volkswirtschaftlicher Hinsicht. Unterstaatssekretär von Richthofen erwidert, der Vorredner unterschätze den Wert der von den Berufskonsuln erstatteten wirtschaftlichen Berichte. Dieselben hätten auch im Auslände außerordentliches Lob gefunden. Zweifellos sei die Thätigkeit der Konsuln zum größten Teil eine juristische und darauf sei bei der Auswahl der Konsuln breitete sich das Gerücht von seinem Tode — wem daran die Schuld beizumessen ist, weiß man nicht. Aus dem Teil seiner Sammlungen, der nach Gotha gelangte (darunter eine große Menge wertvoller Handschriften) entstand das Orientalische Museum. Der Schweizer Burkhardt folgte seiner Fährte, 1809 schiffte er sich nach dem Orient em und setzte die Erforschung der biblischen Länder fort. Der hochverdiente Mann unterlag 1817, erst 33 Jahre alt, einem hitzigen Fieber. Weitere Reisen und Expeditionen folgten, außer mehreren anderen Gesellschaften gründete sich 1877 auch ein deutscher Verein zur Erforschung Palästinas, in dessen Auftrag 1881 Professor Guthe Ausgrabungen bei Jerusalem vornahm. Um die Erforschung Sibiriens machten sich in neuester Zeit Nordenskiöld und der Amerikaner Kennan verdient, wie auch die russische Regierung selbst mit Eifer und Erfolg dieses verdienstvolle Werk betreibt. Dasselbe thut die englische Regierung in Indien und Jnnerasien. Um die Mitte des Jahrhunderts erschlossen sich auch China und Japan allmählich dem allgemeinen Verkehr, freilich nicht, ohne von den Kulturmächten durch gewaltsame Mittel gezwungen worden zu sein. Hand in Hand mit der systematischen Ergründung des Innern und der politischen Erschließung ging die Vermehrung der Verkehrsmittel, sodaß uns Asien jetzt, am Ende des Jahrhunderts, beträchtlich näher gerückt ist. Der europäische Reisende fährt heute in 33—35 Tagen von Bremerhaven nach Jokohama. Der Telegraph umspannt den Erdteil und zieht auch bereits Neuseeland und Australien in die allgemeine Verbindung ein. Vorderindien hat ein kräftig entwickeltes Eisenbahnnetz, Japan hatte am 1. April 1893 bereits 2974 Kilometer Eisenbahnen in Betrieb, und die große sibirische Eisenbahn, die auch durch die chinesische Mandschurei fortgesetzt werden soll, wird nach ihrer völligen Fertigstellung beinahe 10000 Kilometer lang sein, sodaß man nach ihrer Vollendung in 243 Stunden von Ostende nach Wladiwostok gelangen kann. Der australische Kontinent wurde ebenfalls zu wiederholten Malen durchkreuzt und in vielen feiner Teile wissenschaftlich durchforscht. Im Mai 1813 unternahm Http« JL m beb** 5 pultet iu chsti* Geschäft ister »nkfart a, I. Katalog: m Mitteilungen über igneton Steinarten. »r. 63 trfd)dnt ttgllch mit Ausnahme des Montag». Dir Gießener HmtCteaH&Hee wibcn dem Anzeiger vtcheMlich viermal beigelegt. Standpunkt einer grundsätzlichen Gegnerschaft mit äußerster Kühle und Vorsicht geführt wissen will. Heute habe» wir wieder eine englische Stimme zu verzeichnen, die das Verhältnis zwischen Deutschland und England in einem Sinne behandelt, gegen den wir entschieden Einspruch erheben. Aus London läßt sich die „V. Z." berichten: Die „Central News" bestätigt, Kaiser Wilhelm werde am 29. Juli in Cowes eintreffen und dort während der ganzen Aacht- Regattawoche weilen. Der „Daily Graphic" schreibt, diese Meldung, gepaart mit dem Ereignis, daß der Kaiser Cecil Rhodes empfangen, kennzeichnen in augenfälliger Weise die vollkommene Aussöhnung zwischen Großbritannien und Deutschland. Das sei sicherlich eine große Freudenbotschaft. Die Versöhnung wurde angebahnt durch die Unterzeichnung des englisch-deutschen Abkommens. Dieses behandle die ganze Afrikafrage, hauptsächlich dieMöglichkeit,daß dieportugiesischen Kolonien an der Ost- und Westküste auf den Markt kommen, und trage Fürsorge für ein gemeinsames Vorgehen beider Mächte bei der Teilung der Hegemonie im dunklen Weltteil. Die Reise Cecil Rhodes' nach Berlin sei die logische Folge des Abkommens und eine Bürgschaft dafür, daß der große britische Imperialist für das neue Abkommen völlig und loyal eingetreten sei. Es sei im höchsten Grade erfreulich, daß das Genie und der Unternehmungsgeist Rhodes' für die Sache der englisch-deutschen Freundschaft und das Zusammenwirken beider Mächte gewonnen sei, ein großer Gewinn für ihre freundlichen Beziehungen. Englands aufrichtigster Wunsch sei es, das innigste Einvernehmen mit Deutschland zu Pflegen nicht nur in Afrika, sondern in allen Weltteilen. „Daily Telegraph" widmet der Begegnung des Kaisers mit Rhodes ebenfalls einen sehr sympathischen Leitartikel und drückt die Meinung aus, daß die von Rhodes geplante Eisenbahn, wenn sie gebaut wird, die Bande, die die deutschen und britischen Interessen in Afrika verknüpfen, befestigen werde. Tägl. Rundschau. Berlin, 13. März. Heber die Neueinteilung S. M. Schiffe ist folgende Ordre ergangen: In Abänderung Meiner Ordre vom 29. Angust 1893 bestimme Ich hiermit: Die Schiffe Meiner Marine werden eingeteilt in Linienschiffe, Küstenpanzerschiffe, große Kreuzer, kleine Kreuzer, Panzerkanonenboote, Kanonenboote, Schulschiffe und Spezialschiffe. Sie haben hiernach das Weitere zu veranlassen. Berlin, Schloß, den 27. Februar 1899. Wilhelm. Köln, 13. März. Zu der bevorstehenden Entscheidung über die neue Militär-Vorlage schreibt die „Kölnische Volks-Zeitung": In der weiteren Entwicklung der Dinge komme es daraus an, daß morgen die Regierungs-Vorlage in zweiter Lesung mit möglichst großer Mehrheit abgelehnt werde. Insbesondere müsse das Centrum vollzählig zur Stelle sein. Sollte der Versuch gemacht werden, durch eine Reichstags-Auflösung die volle Bewilligung der Militär- Vorlage durchzusetzen, so müsse sich dieser Versuch namentlich gegen das Centrum richten, welches den aufgenötigten Kampf mit aller Entschiedenheit aufnehmen müsse. Ausland. Budapest, 13. März. Dem „Pesti Naplo" zufolge hat Graf Goluchowsky thatsächlich die Absicht gehabt, eine Expedition nach China auszurüsten, vorerst aber maßgebende ungarische Politiker um ihre Meinung befragt. Die Antworten lauteten, Ungarn sei ein Ackerbau treibendes Land. Das chinesische Abenteuer könne nur der cisleitha- nischen Industrie zu Nutzen sein, um sich dadurch von Ungarn unabhängig zu machen. Aus diesem Grunde müßte sich Ungarn gegen eine solche Expedition aussprechen. Durch diese Weigerung sah sich Graf Goluchowsky veranlaßt, von seinem Vorhaben abzustehen. Budapest, 13. März. Die Märzfeier der hiesigen Sozialisten verlief ruhig. Rom, 13. März. Morgen soll ein königlicher Gnadenakt, betreffend die wegen des Mai-Aufstandes verurteilten Personen, publiziert werden. Rom, 13. März. Auf der Konsulta wird versichert, die Regierung sei fest entschlossen, keine Nachgiebigkeit Wentworth eine Expedition bis zur Quelle des Cox River, 1815 entdeckte Evans den Fluß Lachlan, 1818 erreichte Oxley die Wüste bei Port-Macquari, weiter folgten Hamilton (1824), Cunningham (1825), Kapitän Sturt (1829). In den Jahren 1831, 1835 und 1836 erforschte Sir Thomas Mitchell das Flußgebiet des Murray und seiner Nebenflüsse. Nach dem unbekannten Nordosten unternahm 1844—1847 ein Deutscher, Leichhardt, Expeditionen, auf der dritten Reise ist er verschollen. Auch ein anderer Reisender, Kennedy, fand durch die Hand der Eingeborenen den Tod. Von Süden nach Norden durchzogen den Continent Burke (1860—1861), Mac Kinley (1861—1862), Landsborough 1862 und Stuart in demselben Jahre. Burke, ein ehemaliger irländischer Offizier, brach im August 1860 mit etwa 30 Personen, 25 Kameelen, 25 Pferden und Lebensmitteln auf 18 Monate von Melbourne auf, um im Auftrage der Königlichen Gesellschaft zu Melbourne zu dem Golf von Carpentaria nach der nördlichen Wüste vorzudringen. Auch dieser Reisende wurde mit mehreren seiner Begleiter ein Opfer der Wissenschaft; er hatte sich von seinen Genossen mit einer Abteilung seiner Leute getrennt, da er aber weit über die festgesetzte Zeit ausblieb, hatten diese den Platz verlassen, und alle erlagen mit vier einzigen Ausnahmen dem Hunger und den Mühsalen ihrer Wanderung. Warburton durchschritt 1872—1874, unendliche Schwierigkeiten und Strapazen überwindend, die australische Westhälfte, John Forrest untersuchte (1878—1879) den völlig unbekannten Nordosten der Colonie Westaustralien. Dies nur einige Namen von vielen, über die Ergebnisse und Wirkungen der einzelnen Unternehmen auch nur im Auszüge zu berichten, ist unmöglich. gegenüber der chinesischen Regierung zu zeigen. Falls die letztere nicht sofort nachgiebt, soll dem Kommandant des Geschwaders Befehl gegeben werden, Besitz von der Sanmun-Bay zu ergreifen. Paris, 13. März. Die Umgestaltung der französischen Artillerie wird nunmehr Thatsache. Es werden 630 Batterien mit neuen Geschützen versehen werden. Toulon, 13. März. Die Königin Viktoria von England versprach gestern bei ihrer Durchreise dem Präfekten von Toulon, zur Unterstützung der Hinterbliebenen der bei der Explosions-Katastrophe Verunglückten eine größere Geldsumme zu senden. Die Aufräumungsarbeiten an der Unglücksstätte werden noch immer fortgesetzt. Man vermißt noch sechs Leichen. Die Baronin Hirsch sandte 10 000 Francs zur Unterstützung. Der Unterstützungs-Fonds beträgt jetzt 120000 Francs. Madrid, 13. März. Aus Cuba zurückgekehrte Soldaten haben in verschiedenen Städten Kundgebungen veranstaltet, um gegen die Haltung der Regierung zu protestieren. Kauea, 13. März. Nach der neuen Verfassung für die Insel Kreta gelangen die griechischen Osterfeiertage zur Proklamation. Lokales und MooinMes. Gießen, den 14. März 1899. ** Seine Majestät der Kaiser haben den Erbgrafen Otto zu Solms-Laubach zu Laubach in Oberhessen und den Großh. Hessischen Kammerjunker und Kreisamtmann Hermann Frhrn. Schenck zu Schweinsberg zu Gießen zu Ehr^nrittern des Johanniter Ordens ernannt. ’* Von der Universität. An Stelle des nach Leipzig übersiedelnden ord. Professors der Physik, Dr. O. Wiener, ist der bisherige außerordentl. Professor an der technischen Hochschule zu Aachen, Dr. Willi Wien, berufen worden. ** Sektion Gießen des Deutschen und Oefterreichischen Alpenvereins. Wir machen an dieser Stelle auf den nächsten Donnerstag in der Sektion Gießen d. D. u. Oest. A.-V. stattfindenden Vortrag des Herrn Realgymnasiallehrers Dr. Sturmfels aufmerksam, welcher seine mit einigen Kollegen im Sommer vor. Jahres ausgeführte hochinteressante Wanderung von den bayerischen Königsschlössern Hohenschwangau und Neuschwanstein bis zu den Bergriesen der Oetzthaler Eiswelt zum Gegenstand haben wird (siehe Inserat). Zu diesem Vortrage können auch Gäste seitens der Vereinsmitglieder eingeführt werden. ** Sitzungen Großherzogl. Handelskammer vom 23. Febr. und 10. März l. I. Anwesend waren die Herren: Koch, Balser, Heichelheim, Katz, Kraatz, Schirmer und Wortmann. Der Verlag der Frankfurter Zeitung richtete an die Kammer das Ersuchen, eine Eingabe der Handelskammer Düsseldorf, an den Bundesrat gegen die von der Reichspostverwaltung geplante Einschränkung des Expreßbotendienstes der Zeitungen bei Bundesrat und Reichstag zu befürworten. Nach den Vorschlägen der Reichspostverwaltung soll die Beförderung von Zeitungen durch expresse Boten oder Fuhren, zwar gestattet, jedoch ein solcher Expresser nur von einem Absender abgeschickt sein, postzwangspflichtige Gegenstände nur bis zum Gesamtgewichte von 5 Kilogramm befördern und dem Postzwang unterliegende Gegenstände weder von anderen mitnehmen noch für andere zurückbringen dürfen. Die nützliche Einrichtung des Expreßbotendienstes würde durch das Inkrafttreten solcher Bestimmungen thatsächlich illusorisch, und seine Beseitigung in den Provinzstädten und dem platten Lande als äußerst unangenehme Belästigung empfunden werden. Der Expreßbotendienst allein ermöglicht es z. B. für die Stadt Gießen, daß ein großer Teil der in Frankfurt a. M. erscheinenden Blätter noch an dem Tage ihres Erscheinens zur Ausgabe gelangt, daß die Morgenblätter etwa zwei Stunden früher, als dieses sonst der Fall wäre, zum Austrag kommen, und daß an Sonn- und Feiertagen die Morgenblätter überhaupt den Abonnenten behändigt werden. Die Düsseldorfer Eingabe wurde deshalb durch eine Petition unserer Kammer an Bundesrat und Reichstag unterstützt. — Auf Anregung des Reichsschatzamtes werden die beteiligten Gewerbetreibenden darauf aufmerksam gemacht, daß es namentlich in der letzten Zeit öfters vorgekommen ist, daß im freien Verkehr befindlicher Branntwein aus Deutschland nach Luxemburg eingeführt wurde, ohne daß zu diesen Sendungen Uebergangs- scheine vom Versender gelöst worden waren. Infolgedessen konnten die Sendungen in Luxemburg nicht übergangsabgabenfrei behandelt werden, und sind hierdurch erhebliche Weiterungen und Kosten entstanden. Die beteiligten Kreise werden deshalb wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß gemäß dem Abkommen vom 22. Mai 1896 Branntwein aus dem freien Verkehr Deutschlands nach Luxemburg nur auf Grund eines Uebergangsscheines abgabenfrei eingeführt werden kann. — Mit der von der Handels- und Gewerbekammer Plauen in Anregung gebrachten Schaffung von Normativbestimmungen für die Revisoren von Aktiengesellschaften erklärte sich die Kammer einverstanden und bewilligt einen Beitrag zu den Kosten der Vorarbeiten. Die Kammer spricht sich im Interesse des reellen Kerzenhandels für Einführung einheitlicher Gewichtsmengen für gepackte Kerzen aus und wird eine diesbezügliche Eingabe an den Bundesrat richten. — Mit Rücksicht darauf, daß in zahlreichen Orten der Umgebung Gießen die Konfirmationen nicht mehr wie früher an dem Pfingst- sondern am Osterfeste stattfinden, soll Großherzogliches Kreisamt Gießen ersucht werden, das Offenhalten der Ladengeschäfte an den beiden Sonntagen vor Ostern bis 7 Uhr abends zu gestatten. — Der langjährige Wunsch der Kammer, die Einführung von Schnellzügen auf der Strecke Gießen-Betzdorf-Hageu scheint nach dem Fahrplanentwurf vom 15. v. Mts. in Erfüllung zu gehen, da in demselben ein Schnellzugspaar Einstellung gefunden hat: 1. Ab Gießen 10»z vormittags. an Betzdorf 1138 „ nach Hagen ll48 „ 2. Betzdorf Ankunft von Hagen 736 nachmittags. ab Betzdorf 736 „ an Gießen 9ei * „ Zugleich wird ein Schnellzug mit Gegenzug auf der Strecke Frankfurt a. M.-Hannover zur Einführung gelangen und zwar: Ab Frankfurt a. M. 6°s vormittags. Ankunft Gießen 720 „ „ Kassel 958 „ ab Kassel 94® „ Ankunft Gießen 12 mittags „ Frankfurt a. M. I20 nachmittags. Das Verzeichnis zweifelhafter Firmen im Auslande hat für die Niederlande eine Erweiterung erfahren. — I» den Tagen vom 15. Juni bis 16. Oktober d. I. findet in München unter dem Protektorate Seiner König!. Hohen des Prinzregenten Luitpold eine allgemeine deutsche Spottausstellung statt. ** Stadttheater. Die gestrige, 17. Bolksvorstelluug, brachte als letzte dieser Saison Langmanns dreiaktigtt Drama „Bartel Turaser" mit Arthur Bauer vorn Frankfurter Stadttheater als Gast. Besuch und Darstellung des bereits einmal als Theatervereins-Vorstellung gegebenen Stückes ließen nichts zu wünschen übrig. Der Verein zur Züchtung reiner Hunderaffen zu Gießen veranstaltet am 23. April auf seinem Schliefplatze („Schöne Aussicht") fehl diesjähriges Frühjahrs-Schliefen für Dachshunde und Foxterriers. Das Richteramt haben übernommen die Herren C. Sauer in Koblenz, Vorsitzender des deutschen Foxterriers-Klubs; Rechtsanwalt Selz er in Offenbach, Vorsitzender des Dachshund-Schliefklubs in Frankfurt a. M.; Förster Kuhl in Katzenfurt, und Förster Roggendorf in Oberbiel, Vorstandsmitglieder des Vereins in Gießen. Es sind vorgesehen Jugend-, offene und Siegerschliefen für Dachshunde, sowie für Foxterriers, hn ganzen 6 Schliefen, welche mit je 3 Geldpreisen, nebst zahlreichen Ehren- und Spezialpreisen dotiert sind, und dadurch eine starke Beteiligung erzielen dürften. Das and führliche Programm ist erschienen und wird Interessenten vom Schriftführer des Vereins franko übersandt. ** Nationalliberaler Verein, lieber die hessische Steuerreform sprach am Samstag Abend im nationalliberalen Verein Herr Miuisterialsekretär Glässing aus Darmstadt. Die Regierung sei seinerzeit durch die Kammer auf eine unbedingte Reform der Steuer verpflichtet worden; diese Reform sei aber auf Grund des bestehenden Systems unmöglich. Die Einkommensteuer besteure jegliches Einkommen ohne Rücksicht auf die Quellen; Grund-, Gewerbe- und Kapitalrentensteuer besteuerten den Ertrag nochmals besonders. Die wirtschaftlichen Zustände des Jahres 1824, in welcher Zeit der Grundbesitz die ergiebigste Steuerquelle gebil-tt habe, seien verschwunden, die steuerlichen Formen jedoch, m denen diese Zustände Ausdruck fanden, hätten sich nicht geändert. Die Gewerbesteuer berücksichtige nicht das gewerbliche Betriebskapital. Nachdem Grundbesitz und Gewerbe besteuert waren, führte man zum Ausgleich 1884 die Kapitalrentensteuer ein, allerdings mit dem aus Klugheitsrücksichten — Preußen hatte noch keine Kapitalrentensteuer — gebotenen Unterschied, daß der Kapitalrentner seine Schulden in Abzug bringen durfte, was dem Grundbesitzer und Gewerbetreibenden nicht gestattet war. An Stelle dieser drei Steuern könne nur eine Vermögenssteuer treten, in Verbindung mit der Einkommensteuer. Der Grundsatz der Reform sei Verringerung der Steuerlast und gerechtere Verteilung derselben; letzteres solle durch Einkommen- und Vermögensstcuei ersteres durch Herbeiziehung anderer Quellen erreicht werden. Eben bringe die Einkommensteuer 51 Prozent, Grund- und Kapitalrenten- und Gewerbesteuer 49 Prozent aller Steuern; die Besteuerung des Einkommens müsse aber prozentuell mehr erbringen. In Preußen erziele man 78 Prozent und nur 22 Prozent ans der Vermögenssteuer. Zehn Millionen Mark müßten in Hessen aufgebracht werden, 8 sollten durch Vermögens- und Einkommensteuer, 2 durch Wein- und Hundesteuer und durch Lotterie, Eisenbahn und Berwaltungs- stempelsteuer gedeckt werden. Auf die Einkommensteuer eingehend, bemerkt Redner, daß Einkommen von 500 bis 2600 Mk. nicht höher belastet werden sollten als bisher. Das Hinaufschieben der unteren Grenze auf 900 würde*/» aller Steuerpflichtigen, d. h. eine Million Mark ausfallen machen. Die mittleren Klassen von 2600—10000 Mk. Einkommen seien wohl stark herangezogen, denn wir hätten zu wenig reiche Leute: nur 2295 versteuern über 10000 Mk Einkommen, nur 800 über 20000 Mk. Die Steuer der Beamten würde sich erhöhen. Das vorgeschlagene Maximu» von 4,463 Prozent des Einkommens sei das höchste m Deutschland. Eine Erhöhung bis zu 5 Prozent, wie vorgeschlagen worden sei, bringe nur 42000 Mk. mehr. Vorzug bestehe noch darin, daß die Steuerveranlagung nicht mehr nach Steuerkapitalien erfolgen solle. — Die Vermögenssteuer solle 55 Pfg. von 1000 Mk. Vermögen betragen. Dies bedeute für die Grundsteuerzahler eine Erleichterung von 60 Prozent, für die Gewerbtreibenden eine solche von 30 Prozent bei schuldenfreiem Betrieb. Sei aber z. B. der Grundbesitz verschuldet, so seien bei einer Verschuldung von 50 Prozent anstatt 2,40 Mk. nur 55 Pfg. zu entrichten- Dies biete kolossale und gerechte Vorteile gegen den seitherigen Zustand. Vermögen bis zu 3000 Mk. würde nicht besteuert. — Wenn man das Mobiliar versteuern wollte, rote in Rheinhessen vorgeschlagen worden sei, so müßte doch de» Steuerbeamten das Recht gegeben werden, in die Wohnung des Steuerzahlers zu kommen, was durchaus unmöglich ft>- — Deklarationszwang bestehe nur bei der erstmaligen Veranlagung des Pflichtigen, nachher nicht mehr. — Redner wendet sich nun zu den Steuersatzvorlagen: 2085000 M - seien durch diese aufzubringen. 670000 Mk. sollten au D rtWtyJ Agiert Staate Ä «"6 Die S'"1'"' Sic wo""' wl(*en zil »tS rffti * SR'S ää ! lin anderes Mittet Ration sei E **Ne|-6; achlich gehaltenes Agitation wurde h Wanderungen der x gang zuni Schnaps ar nicht zu. trag Steuer zahlt m 2( Hauptgeschäft liege ßtt leine Steuer den Wein weiter ve Ausschuß erhobene s Lander eine fiW Kein fonhintn^nfä Hesse» eingefii^t fming wie der -Mer Wein steuei läge der Geschäfts! fallen gelassen roo der Grvssnung seir zu wachen nnd ein steuerpflichtigen W stehen. Allerding leichtert werden, der 8unstweinfabr -gehört. Gerade des Winzerstande die Weinsteuer mi zahlen und einen H er sich ald ssadr sondern der ßiuijht D/e Sonder,n/eresse schwer, daß das Ji tniisse. Wir müssen Sienersvch leben, ui hessischen Bauern. 1 daß die Adgeordnet Interessen ihrer A Rheinhessens. - R seine anderthalb»»!, Inhalt wir n ™ nur kurz and "vllnrte der Vorsitz ^Dislussm. Ä Hektar Sä f^stng mit, s 1;69 Dozent dis 4 «^her; beider kr tmaligen Della, ll''chehe diese nicht Der PflA Manzen als bis! bsllchtlg. — m.f d" »«»er ff * kK tiiUüto Va i4. ?,h« lein dürste, '^lt, ^^sicht,??Senrod Nm' »le l'«2 «i üb, h, vorAittüK, eingeleitet.), k- 605 <«• 9* 9« 12 120 Kirchliche Nachrichten. Sväugelischt Gemeinde. I« der JoharrneSkirche. Mittwoch den 19. März, abends 6 Uhr: Fünfte PasfionSandacht Pfarrer vr. Naumann. Schwurgericht. W. Gießen, den 14. März 1899. Verhandelt wird heute gegen den noch unbestraften verheirateten 31 Jahre alten Dienstknecht Peter Weitzel wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Die Anklage vertritt Gerichtsassessor Neuß. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Rosenberg II. — Der Angeklagte ist geständig, am 7. September 1897 zu Groß-Felda vorsätzlich Oekonomie- qebäude in Brand gesetzt zu haben. Der Angeklagte erzählt, er sei an dem betreffenden Tage abends in Kestritz, etwa' 5 Minuten von Groß-Felda entfernt, gewesen und habe zwei Kännchen Schnaps getruuken, als er nach letzterem Orte zurück kam, stand die Hofthür der Felsing'schen Hof- raithe offen. Da will der Angeklagte daran gedacht haben, daß der Vater des Felsing ihm vor 10 Jahren, wo er in dessen Diensten gestanden, ein par Ohrfeigen gegeben. Er sei in die Hofraite und von da in den Stall des Felsing getreten und habe dort ohne Zaudern, um sich wegen der Ohrfeige zu rächen, den Brand angelegt. Der Brandstifter ging nach Hause und legte sich sofort ins Bett, wo er etwa i/ Stunde gelegen, ehe Feuerlärm gemacht wurde. Der Angeklagte ist dann zur Brandstelle geeilt und hat tüchtig mit löschen helfen. Der erwachsene Schaden beläuft sich auf mehr wie 50 000 Mark. Der Angeklagte deponiert, daß er seiner Ehefrau seine Frevelthat mitgeteilt und daß diese die Anzeige gegen ihn erstattet habe. Der Vordem falben Heckengras, dazu Lerchenschlag im Felde und i süß flötender Gesang von Amsel und Drossel aus dem [ Walde — das sind gewiß die untrüglichen Boten des Lenzes. I Allerdings giebt es noch Nachtfröste, welche aber durch Zu- j rückhaltuug der Frühtriebe nicht schädlich sind. Die Bienen I tragen bereits Blumenstaub von den Kätzchen der Haselnuß- I hecken und der Sahlweide, der erste Beweis vom Vorhan- 1 densein junger Brut. Jetzt heißt es die Wohnungen der I Bienen öffnen, sie reinigen und die Futtervorräte prüfen. I Die Bienen brauchen gerade jetzt zur Brutbildung viel I Honig, und die Fälle sind nicht selten, in denen Völker nach I der glücklichen Durchwinteruug im Frühling verhungerten. I Durchwintert haben ja die Völker bei einem solch sommer- I lichen Winter naturgemäß vortrefflich. Nach solch abnorm I schlechten Bienenjahren, wie die letzten gewesen, dürfte es I auch wirklich wieder einmal ein gutes geben, und die Aus- I sichten hierfür sind ja vorhanden. §§ Aus Oberheffen, 13. März Obgleich die Witterung iu gesundheitlicher Beziehung durchaus nicht als ungünstig I bezeichnet werden muß, ist doch gegenwärtig der Gesund- I heitszustand im allgemeinen bei unserer Bevölkerung schlechter I als im Winter. Es ist insonderheit die Influenza, | dieser sattsam bekannte Krankheitszustand, welcher wieder in Städten und Ortschaften grassiert. In Friedberg erkrankten über 40 Seminaristen an ihr, und die vor der Thüre stehenden Osterferien mußten früher gelegt werden. Auch । auf dem Lande sind vielfach die Schulen wegen der Influenza geschlossen worden. Zu den bekannten Symptomen der Krankheit tritt in diesem Jahr sehr häufig Magen- und Darmkatarrh, der den Schwächezustand des Körpers noch vermehrt. 1. Lang-Gons, 13. März. Am vergangenen Sonntag nachmittag wurde durch den Polizeidiener Weil dahier ein Kaufmann aus Köln verhaftet, welcher seinen linken Arm unter den Kleidern versteckt hielt und als einarmig bei den Einwohnern um Geschenke bat. Daß er sich dadurch das Mitleid der Menschen zu erwecken wußte, ersieht man daraus, daß er bei seinen Geschenken 1 Mark und 50-Pfennigstücke, im übrigen meistens 20-, 10- und 5-Pfen- nigstücke hatte. R. Reichelsheim, 14. März. Bei verschiedenen Erd- I arbeiten, die neben der nach Friedberg führenden großen I Straße vorgenommen worden sind, stießen die Arbeiter I plötzlich auf ein großes Gräberfeld, in dem sich noch ziemlich wohlerhaltene menschliche Knochengerüste vorfanden. In einer der Gruben müssen mindestens 8 bis 10 mensch- I liche Körper gelegen haben, und was noch besonders merk- I würdig ist: die Gruben waren nur 40 bis 50 Zentimeter hoch, an anderen Stellen kaum 30 Zentimeter mit Erde bedeckt, sodaß die Leichen fast von einem tiefgehenden Pfluge I hätten erreicht werden können. Man stand vor einem Rätsel, I das sich in folgender Weise aufklärte: Auf der Flucht über I den Rhein nach der Schlacht bei Leipzig am 16. bis 18. Oktober 1813 kamen kranke und verwundete Franzosen und später Russen hierher, unter denen der Typhus fürchterlich I aufräumte. Die Leichen wurden ohne Särge außerhalb des I Städtchens in großen Lehm-Gruben eingescharrt und nur I notdürftig mit Erde bedeckt. Nach und nach schwand die I Kenntnis dieser Thatsache aus dem Gedächtnis der Bewohner I immer mehr und sie war in der dritten Generation, die I jetzt lebt, vollständig erloschen. Merkwürdig bleibt es I immerhin, daß diese verwesende Menschenmasse, die der I Menschenschlächter Napoleon I. auch auf dem Gewissen hat, sich nicht durch ihre Zersetzungsprodukte bemerklich gemacht hat. Vielleicht erklärt es sich dadurch, daß der lehmige Boden, der an jener Stelle herrscht, 'das Ausströmen dieser Zersetzungsprodukte verhinderte. Aus der Zeit für die Zeit. Vor 107 Jahren, am 16. März 1792, wurde Gustav II. König von Schweden, auf einem Maskenball von dem Verschwörer Ankarström tötlich verwundet. Der unglückliche Monarch, gegen den schon zuvor eine feindselige Stimmung herrschte, zumal er ohne Befragung der Stände einen kostspieligen Krieg gegen Rußland unternommen hatte, wollte neuerdings die Rettung Ludwigs XVI. bewirken. Um aber nicht eilten neuen Gewaltstreich zu erleiden, bildete der tief- gekränkte Adel eine Verschwörung, welcher der König am obenerwähnten Tage zum Opfer fiel. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Marburg, 14. März. Auf der Zeche „Victoria" bei Littfeld, Kreis Siegen, stürzte gestern der Förderkorb 180 Meter tief in den Schacht. Drei Bergleute wurden getötet, einer schwer verletzt. Berlin, 14. März. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Krakau: Jn Muszyna brannten 39 Wohnhäuser nieder. Der Schaden beträgt 90,000 Gulden. Berlin, 14. März. Ein aus konservativen Kreisen informierter Berichterstatter meldet, die verbündeten Regierungen haben gestern an verschiedenen Stellen den Ernst der Lage durchblicken lassen. In diesem Sinne soll sich auch am Samstag der Reichskanzler zu dem Zentrums- Abgeordneten Dr. Lieber geäußert haben. Sehr bemerkt wurde eine Unterredung, welche Fürst Hohenlohe am Montag mit dem bayrischen Gesandten Grafen Lerchenfeld unter Zuziehung des General-Majors Breck hatte und die mit der Krisis zusammenhing. Es wird jedoch der Annahme Vorschub geleistet, daß zwischen der zweiten und dritten Lesung der Militär-Vorlage zwischen dem Standpunkte der verbündeten Regierungen und der Reichstags-Mehrheit ein Ausgleich erzielt werden wird. Von anderer Seite wird berichtet, heute vor der Plenarsitzung des Reichstages werden die Fraktionen der Konservativen, Nationalliberalen, des Zentrums, der Polen und der freisinnigen Vereinigung Sitzungen abhalten, und zwar zu einer Zeit, wo die Ergebnisse der Beratung der noch einmal zur Besprechung über die Militär-Vorlage um 10 Uhr zusammentretenden Budget-Kommission zu erwarten sind. Die „Berl. Neuest. Nachr." haben allen Grund, zu glauben, daß die verbündeten Negierungen auf der unveränderten Annahme der Militär-Vorlage bestehen werden. Im Ablehnungsfälle sollen die Regierungen entschlossen sein, den verfassungsmäßigen Instanzenweg zu beschreiten. Lemberg, 14. März Die Affaire der galizischen Kreditbank nimmt eine ernste sensationelle Wendung an. Die Staatsanwaltschaft reklamierte den zurückgelassenen Brief des Direktors, in welchem dieser gegen ein hervorragendes Mitglied der Kreditbank schwerwiegende Beschuldigungen erhebt und die Unregelmäßigkeiten, die vorgekommen sind, detailliert aufzählt. Gleichzeitig verlautet, daß der Fürst Sapieha beabsichtige, von jeder Sanierungs-Aktion zurückzutreten. Haag, 14. März. In diplomatischen Kreisen versichert man, Frankreich werde bei der Abrüstungskonferenz durch Ribot, und Deutschland durch Herrn von Bülow vertreten sein. Paris, 14. März. Für heute wird ein Ausstand sämtlicher Angestellten der Pariser Zündholz- Manufakturen erwartet, der vielfach für die Einleitung des Generalstrikes gehalten wird. Paris, 14. März. Die Königin von England hat an Lord Salisbury ein Telegramm gerichtet, worin sie ihrer Befriedigung Ausdruck giebt, und versichert, daß ihr Empfang in Frankreich diesmal noch enthusiastischer war, als früher. . Paris, 14. März. Eine Explosion hat in der Artillerie-Werkstatt von Bourges während des Ladens von Geschossen stattgefunden. Viele Soldaten wurden verwundet, die Werkstätte vollständig zerstört. Eine Untersuchung ist LQH Um “"“S. 11« > IM 9« V xn Eisenbahnen überschießen, 250000 Mk. aus Verwaltungs- I Ampeln fließen. Die Hundesteuer (165000 Mk.) solle von I o auf 10 Mk. erhöht werden unter Freilassung der Hirten- hunde. Von der Klasienlotterie würden 500000 Mk. erhofft. I Cie ethischen Bedenken gegen Einführung der Lotterie seien I Zufällig, die Regierung halte es für rätlich, die zurzeit nach I außerhesfischen Staaten fließenden Summen Geldes für den I hessischen Staat nutzbar zu machen zur Durchführung der I Steuerreform. Die Einführung sei ein Akt der Notwehr, I damit nicht die Eier der hessischen Hühner in den Garten des preußischen Finanzministers gelegt werden. — Die Neinsteuer sei interessant durch die Regierungserklärung, I daß mit ihr die Reform stehe und falle, und durch die Art der Agitation. Die verschiedenen Vorschläge über Ersatz der Iße infteuer durch Erhöhung der anderen wurden vom Redner erwähnt und im einzelnen als undurchführbar nachgewiesen, weil sonst die Steuerreform keine oder eine nur unbedeutende I üaflenerleichterung bilde. Auch die Erbschaftssteuer sei schon | recht hoch im Vergleich mit anderen Ländern, und ihre Ausdehnung auf die Deszendenten sei doch ungerecht. Die Regierung habe die Weinsteuer erst vorgeschlagen, als man I teilt anderes Mittel mehr gehabt habe. Eine eigenartige I Agitation sei gegen sie ins Werk gesetzt worden. Die I rhkiiiische Presse (bis auf eine) nehme keinen, auch noch so I sachlich gehaltenen Artikel für die Weinsteuer auf. Bei der Agitation wurde hervorgehoben: Ruin der Winzer, Aus- I Milderungen der Weinhändler, Ruin der Weinwirte, lieber- I Dang zum Schnapsgenuß. Der Winzer habe ja die Steuer I gar nicht zu tragen, weil es eine Konsumsteuer sei; die I Steuer zahlt bei 20 Liter und mehr der Empfänger. Das Hauptgeschäft liege zwischen Winzer und Händler, dort werde I ebtr keine Steuer erhoben, sondern erst, wenn der Händler I btn Wein weiter veräußere. Falsch sei der auch vom Finanz- I M^schuß erhobene Vorwurf, man führe inmitten steuerfreier Länder eine Weinsteuer ein und mache so den hessischen Wrin konkurrenzunfähig. Denn wenn auswärtiger Wein in Hejffen eingeführt würde, unterliege er derselben Beteuerung wie der hessische; umgekehrt sei ausgeführter «essischcr Wein steuerfrei. Die Kontrollmaßregel der Vor- uge der Geschäftsbücher sei schon von der Regierung allen gelassen worden. Der Händler habe nur von iei Eröffnung seines Geschäfts der Behörde Mitteilung zu machen und ein besonderes Buch über die Verabfolgung steuerpflichtigen Weines zu führen, in dem eben nur Zahlen stehen. Allerdings solle das Kunstweingeschäft nicht erleichtert werden. Trotzdem habe man von einer Agitation der Kunstweinfabrikanten aus naheliegenden Gründen nichts i gehört. Gerade diese seien die gefährlichen Konkurrenten ! des- Winzerstandes. Der Hersteller von Kunstwein müsse die Weinsteuer mit 5 Pfg., die Fabrikatsteuer mit 6 Pfg. 1 zahlen und einen Erlaubnisschein für 50 Mk. lösen, wodurch ( er sich als Fabrikant erkläre. Nicht der Weinhandel, | sondern der Kunstwein ist einer Kontrolle unterworfen. — Die Sonderinteressen der Weininteressenten seien nicht so schwer, daß das Interesse der Allgemeinheit zurückstehen muffe. Wir müssen derer gedenken, die unter drückendem | Struerjoch leben, und dazu gehören vor allem die ober- hesssischen Bauern. Darum kann man die Forderung stellen, daß die Abgeordneten Oberhessens und Starkenburgs die Interessen ihrer Wähler ebenso vertreten, wie diejenigen Rheinhessens. — Reicher Beifall lohnte dem Redner für seine anderthalbstündigen, trefflichen, klaren Ausführungen deren Inhalt wir mit Rücksicht auf den zu Gebot stehenden Raum nur kurz andeuten konnten. Nach einer kurzen Pause eröffnete der Vorsitzende, Herr Prof. Dr. Wimmenauer die Diskussion. In Beantwortung der von Herrn Landgerichtsdirektor Schäfer gestellten Fragen teilt Herr Gllässing mit, die Einkommensteuer sei progessiv von 1,69 Prozent bis 4,5 Prozent und führe so bedeutend höher als früher; bei der Vermögenssteuer sei außer der erwähnten erstmaligen Deklaration freiwillige Deklaration vorgesehen, ! geschehe diese nicht, dann schätze die Veranlagungskommission tu. Der Pflichtige kann reklamieren und zwar in mehr Instanzen als bisher, nämlich bis zum Verwaltungsgerichtshof. Bei Weinbezügen unter 20 Liter sei der Abgeber steuerpflichtig. — Nachdem Herr Dr. Korne mann sich gegen die Art der gegen die Weinsteuer betriebenen Agitation gesandt und Herr Steuerrat Bähr einige Aufklärungen gegeben hatte, fragte Herr Vaubel an, ob es richtig sei, daß, wie man ihm gesagt habe, den Gemeinden das Recht ^gesprochen würde, das nocheinmal zu versteuern, was in cnDeren Gemeinden bereits versteuert sei. Herr Gl äs sing versichert, eine derartige Bestimmung bestehe nicht. Nach einigen weiteren Bemerkungen des Redners auf Animgen des Vorsitzenden wird die Sitzung geschlossen. x Grünberg, 13. März. Am Samstag abend gegen 11 Uhr gewahrte man auf der Westseite der Stadt Feuer- sch e i i'. Ein an der Göbelnröder Chaussee auf der „Lehm- lautc" sitzender Strohhaufen war auf bis jetzt unaufgeklärte Seife in Brand geraten und wurde vollständig eingeäschert. Glücklicherweise hatte der Geschädigte das Stroh mit etwa 250 Mk. versichert, sodaß der Schaden nicht sehr bedeutend stm dürfte. Q Stangenrod, 13. März. Auch die hiesige Gemeinde beabsichtigt die E r b a u u n g eines neuen Schulhauses. Das Gebäude soll in den Schulgarten zu stehen kommen. Nach itr Vollendung der Kreisstraße Grünberg-Stangenrod wird »vrnussichllich mit den Bauarbeiten begonnen werden. — Gide dieses Monats verläßt Herr Lehrer Lentz unsere Gemeinde, um die ihm übertragene erste Lehrerstelle zu Geeilshauscn zu übernehmen. Die Gemeindeglieder sehen dem tüchtigen, pflichttreuen Lehrer nur ungern scheiden. § Aus dem Vogelsberg, 13. März. Noch vor seiner chronomischen Anmeldung ist der Frühling eingekehrt mitt dem gestrigen Sonntage. Heller Sonnenschein, klar blaauer Himmel, warme Luft, trockne Wege, das Läuten der Schneeglöckchen in den Gärten, die ersten Veilchen unter H mittags nachmittag;. Stunen im d. 3. ft ®tintr fiönigl. » 3e®tme deutsche ( ' BollsvoM Fangmanns bitte Jtthr Bauen besuch und Dachl. ^Vorstellung * lbrig. mhuudtkchn M m Schliefplatze ((& ^a.hrs,Schliefen Richteramt haben in Koblenz, Borfitzch chtsanwalt Selzei ld-Schliefklubs in Fr: Henfurl, und M ndsmitglieder btit u Jugend-, offene i nu \wt HvfinriH 3 Geldpreisen, seu dotiert sich wb \ len dürften. Das- und wird Intrv mto übersandt, lieber die HW Stag Abend im m fetretär Glässt:;.'6 rerzeit durch die bin teuer verpflichtet»^, des bestehende: ^\w steure jeglicheMmM Grund-, Gamdv v- sttrag nochmM°^ ^rt§ 1824, in vtt e Sttuerquefle geb lichen Formen M en, Men fich ch ityiy M das sF stnnddesitz und Ausgleich 1884 die M m ausAlugheitsM- ihtntenfteuer-gM ■ seine Schulden mW Ar und SeroerbM Fe dieser dm Sfeuv tten. in Verbindung w M dN W® ' 51 i müfie * < ier,/L wrrde" f° „go M e M i w« 2 «■w* “«ioo« oetfle»1" ““ X* „e* w. rü&l n«i*rbtn eine E getrieb- sitzende, Landgerichtsrat Dr. Möbius bemerkt, daß die Ehefrau Weitzel von ihrem Mann häufig und schwer mißhandelt sei, und daß dieselbe, um dem ein Ende zu machen, die Anzeige erstattet habe, lediglich um damit ihren Peiniger los zu werden. Bei der Beweisaufnahme verweigert die Ehefrau des Angeklagten chre Aussage. Die Vernehmung der Zeugen ergiebt das schon Gesagte, besonders, daß der Angeklagte seine Frau häufig bedroht, er werde sie tot stechen. _______________________(Schluß folgt.)_______________________ Gingesandt. Gieße«, 14. März 1899. Am heutigen (Dienstag) abend findet die Benefiz-Var« stellung einer Schauspielerin statt, welche nun seit drei Jahren an der hiesigen Bühne in hervorragender Stellung thätig ist. F äulein Würdig, unsere erste Liebhaberin, hat während ihre« hiesigen Wirkens ihr großes, von allen bedeutenden Gästen, mit denen sie zusammen spielte, anerkanntes Talent immer durch fle htges Studium ihrer Rollen unterstützt, und unS auf diese Weis« eine ganze Reihe musterhafter Leistungen geboten. Deshalb mochten wir hier den Wunsch ausdrücken, daß ihr beute abend unser Publikum durch recht zahlreichen Besuch ihrer Benefiz Vorstellung danke, als welche sie sich ein so hochbedeutsames Werk, die „Frau Marie" Ritter«, ge- wählt hat. JL Verkehr, Km- und Volkswirtschaft. Gießen, 14. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.80-0.95, Hühnereier per St 5—6 H, 2 St. 10—11 Enteneier per St. 6—7 Ganse- । ein per St. 11—13 H, Käse 1 St. 5—8 H, Käsematte per St. 3 4, Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X 0.80—1.00, Hühner per St. X 1.20-1.70, Hahnen per Stück X 1.30-2.00, Enten per St. X 1.80-2.40, Gänse per Pfund X 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 <4, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 80 4, Kalbfleisch per M-. 64—«« Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Kartoffeln per 100 Kilo 5^0 bw 6.50 X, Weißkraut per St. 00-00, Zwiebeln per Ctr. X 8.00—9.00, Dauer "der * Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nach« mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf tm Umherziehen nicht feilgeboten werden. 2307 veranschlagt zu 2291 empfiehlt 146,28 Ooureberlcht I A.: Vogt. 2310 1867 Soeben wieder eingetroffen DeutsckeGrdsch.B.unk.b.1904 101.t>0 4 »rief 16.16 Franz. Banknoten dto. 20.86 Öesterr. Americ. 4.17 zur bin 88.90 4 60.05 4 4 4 »«>» 80.94 169.40 8 8 1830 zum Würzen der Suppen, öffentlich in den werden; Brief 16.20 20.40 4.21 DOTOOQOOCXXXXXlOOiaiDOODOOCXXXXXXXXXXX» Mügdedurgkr Kuer-Derslchkrullgs-GesklWft. JL H •/ n w n // tt 100.35 100.49 28.96 109* bl.19 ISS*» •9*0 1C250 VJ0.60 101.7» 100.6» Die Beerdigung findet Donnerstag den 16. März, nachmittags um 3 Uhr, statt. 596,48 143,64 72,50 64,60 7,50 245,50 104,42 24,- Bezugnehmend auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich L Annahme von Versicherungs-Anträgen für genannte Gesellschaften und 4 zu jeder Auskunft über dieselben gerne bereit. Vergebung von Vanarbeiten. Montag den 20. l. Mts., mittags 1 Uhr, sollen in dem Gememdehause zu Rödgen nach- Für einen 14jährigen Jungen wird ein gebrauchtes, aber gut erhaltenes Zweirad (Halbrenner) zu kaufen gesucht. Offerten mit Preisangabe sind an die Exped. d. Bl. u. A. J. 0844 zu richten. Luise Schneider. Lich, den 13. März 1889. Offenbach a. M, im März 1899. Die General-Agentur: Berck & Hahn. Ietdweöetdegen gefunden. Abzuholen auf dem Gießener Braunsteiubergwerk, Unterhof. 0888 Monopol-Griechen von Eisenb. Rentenb. Dbl. BuderuS Obl. J. F. Sann, Bismarckstrasse 10. Broten! 47t Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente 8 Portugiesen 6 Mericaner mann in Langsdorf, übertragen haben. Drr Genannte ist zur Annahme ® von Versicherungs-Anträgen und zut Empfangnahme von Prämiengeldern 1°/, berechtigt. 14 Sektion Giessen. D. Oe. A. V. Donnerstag den 16.März, abds. 8»/,Uhr Monats- Bersammluug. Tagesordnung: 1. Eingänge. 2297 2. Vortrag (Dr. Sturmfels). Bon den bayerischen KSnigsschlöffern zur Oetzthaler Wildspitze. — wenige Tropfen genügen. — I. M. Schulhof, Kolonialw. und Delikateffen, Marktffraße. 101.80 92.60 100.00 000.00 101.00 Ein Vermögen kann sich ein tüchtiger Mann erwerben durch selbständigen Betrieb eineS Geschäftes. Anlage 40 Mark. Auskunft gratis von 2299 C. H. Weisser, Hannover, Cellerffraße 21. Aächer gefunden. Abzuholen in der Turnhalle.0842 Maurerarbeiten Steinhauerarbeiten Zimmerarbeiten Schlosstrarbeiten Glaserarbeiten Schreinerarbeiten Weißbinderarbeiten Pflasterarbeiten Eisen- und Röhrenlieferung ÄL Schlachthaus. Freibank. 2284 Heute und morgen: Gießener Volksbad Aktien-Kesessschast. Die Aktionäre werden eingeladen zur Theilnahme an der ordevt- lichen General-Versammlung, welche am Donnerstag dem 30. März er., nachmittags 5 Uhr, im S'tzungSsaale der Bürgermeisterei in Gießen stattfindet. Tages-Ordnung: Rechnungslegung und Entlastung des Vorstandes. Genehmigung der hypothekarischen Anleihe. Neuwahl für bie gemäß der Satzungen ausscheidenden und durch Wegzug aus- geschiedenen Mitglieder vom Auffichtsrat und Vorstand. Bekanntmachung. Freitag deu 17. d. Mts., nachmittags von 4 bis 6 Uhr, soll im Stadtkuabeuschulbause eine öffentliche Prüfung der Kortbildungsschüler ftattfindeu. Es werden zu derselben die Lehrherren und Eltern der Schüler und sonstige Freunde der Schule hierdurch eingeladen. Gießen, den 13. März 1899. 2304 Gnanth. Fuhr. Hahn. Todes-Anzeige. Heute abend um 7 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden unser mnigft geliebter Gatte, Vater und Schwiegervater Herr Jakob Schneider was wir Freunden und Bekannten hierdurch tiefbetrübt mitteilen. Fran Luise Schneider. Dr. Jakob Schneider und Fran. Dr. Karl Schneider. Der Vorstand: Chr. Bansa. Dr. Haberkorn. verzeichnete Arbeiten und Lieferungen Akkord vergeben Stadt Worms unk. b. 1901 Oesterr. StaatSbabn v. 1885 Jtal. staatSgar. Eisenb. Bekanntmachung. Anleihe der Israelitischen Religions-Gemeinde Gießen vom Jahre 1865. Bei der diesjährigen planmäßigen Verlosung wurden die Schuldverschreibungen Nr. 11, 13, 104 und 149 zur Rückzahlung am 1. Juli d. I. bestimmt, an welchem Tage deren Verzinsung aufhört. Gießen, dm 13. März 1899. Der Vorstand der Israelitischen Religion«.Gemeinde Gießen. S. Heichelheim. 2292 Ein Pferd Rappstute), 6jährig, ohne Abzeichen, ür Ockonomie geeignet, preiswürdig zu verkaufen. 2309 Bäcker Steinberger, Löwengasse. Hervorragende Neuheiten sur Jäger. Patentamtlich geschützt. Neueste 8 und 9,3 mm Nimrod-Dreiläufer mit vorzüglicher Schußwirkung auch auf Hochwild (vergl. Rr. 13 Band ll d.s „Schteßwesen"), mit leichterem Spitzgeschoß auch für Auer- und Bnk- wild, für Schwarz- wie rauchloses Pulver, für Legierung«- und Legierung»- Halbmantel-Geschoß verbefferter Konstruktion. Hahulose NimrodDreiläufer Modell 1893 A und B, sowie Nimrod-Sicherhelts-Dreil&afer. 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Montag den 2V. März l. I., nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Bürgermeisterei-Bureau die der hiesigen Gemeinde zustehende Wald- nnd Feldjagd auf weitere 12 Jahre verpachtet werden. Lauter, am 13. März 1899. Großh. Bürgermeisterei Lauter. Feldmann. 2301 Wer die Sandgrnbe an der sogenannten Frankfurlerstraße zwischen Klein-Linden und Großen-Linden im Lützellindrner Markwald auf 6 Jahre pachten will, wolle sein Gebot schriftlich, für ein Jahr lautend, bi« spätestens den 25. d. Mts., vormittags 10 Uhr, zu welcher Zeit Eröffnnug erfolgt, mir ein- reichen. Bedingungen vorher hier einzusehen. Groß-Rechtenbach, 10. März 1899. 2300 Da« Bürgermeister-Amt. Die Buchdruckerei dee Giessener Anzeigers Giessen Schulstrasse 7 empfiehlt eich rar Anfertigung Ton Druckarbeiten aller Art unter Zusicherung reeller Bedienung. KUWWWW In verkaufen KmifMesnche Vermietungen Gefunden WWW Wietgeluche Vereine Mril-WkrimM, MAGGI Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Vertag der Brüht'schen UniversitätS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. ®egen Sornal, bit 9Htttrgaf[t nad) Ion NNfflen f ' edleres gesperrt. Gießen, den 1 Grvßhnzc Es wird hiermi inMurch Entschließ i iom‘ 3. März 1899 i >ie Erlaubnis zum \ :-m (Srofltwgtuin ■ lMerrus erteilt wort Gießen, den 1 Großherzo W Dn Ostefineü 104. Js. sagende Ji i Hungen und Li' ! Montag, dem 9 Gießen, der Großh NrJÜ—- Ä& j .iSnÄ" btifltltfit. ... UlW1 .VQU3 ist : Ss-ti %{ J'h,i ’*» 502 Im allgemein ö I Wtnben M zur K . Seit längerer Z ' M hiesiger Stadt i [«We Taglöhn^ 'lachen an Nerve 1 i«mn ;