Mittwoch den 15. Februar Ar. 39 Erstes Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amtlicher Feil ’SCHES 1L die i M Närrisches Feuilleton !t 1- Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. ASe zrrgs preis vierteljährlich 2 Mark 20 Psg. monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag« für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Ubr. Berichtigung des anderen Ressortchefs unbeantwortet gelassen , und sie damit wohl als berechtigt anerkannt hat. Immerhin 1 halten wir es für angebracht, wenn derartige Zwischenfälle vermieden werden, da sie dem Minderunterrichteten die Berechtigung geben, an der Solidarität der Regierung zu zweifeln. Für uns steht es fest, daß das Ministerium in allen großen politischen und wirtschaftlichen Fragen einig dasteht und geschlossen auftritt. Daß in einzelnen Ressortfragen einmal Meinungsverschiedenheiten vorkommen können, geben wir gern zu, aber sie sind durchaus nicht geeignet, die Solidarität der Regierung in Frage zu stellen. (xx) täglich «ri Ausnahme des MontagS. Alle Anzeigen-BermittlungSstelleu des In- und AuSlande« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Dir Gießener -»millenvtätter Verden dem Anzeiger ■Wtdjentüd) viermal bngelegt. Lohrn ilch leidende, enntlich. Vkedaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße Ar. 7. Standpunkt zurück: der Starke muß dem Schwachen helfen. Diesem Standpunkt sei aber doch schon ausreichend Rechnung getragen worden durch den Reichsznschuß. Hüten solle man sich, solch einschneidende Bestimmungen gleich für die Dauer zu beschließen; hier dürfe höchstens ein Provisorium geschaffen werden, um die weitere Entwickelung abzuwarten. Redner bemerkt weiter, daß zu dem ungünstigen Vermögens, stände in Preußen lediglich die Altersgruppierung beigetragen habe, sei doch sehr fraglich angesichts einer gewissen Jncon- gruenz in dem Verhältnis der Beiträge und der Renten innerhalb der verschiedenen Klassen. Auffällig sei es auch, daß die Mißstände so groß nur in Ostpreußen seien, während doch in Westpreußen, Posen, Pommern die Verhältnisse im allgemeinen ganz ähnliche seien. Ueberdies fehlten die Ziffern, namentlich auch für Ostpreußen, über die Versicherten und die Rentner nach den einzelnen Lohnklassen. Mit den Ortsrentenstellen müsse mau durchaus einverstanden sein, soweit sie eine Dezentralisation bewirken sollten, aber Bedenken müsse man doch gegen die Form haben. Ob sich im Zusammenhang mit dieser Dezentralisation die gesamte Versicherung zusammenfassen lassen werde, bleibe dahingestellt; aber für möglich und wünschenswert halte er einen gemeinsamen Aufbau wenigstens für Kranken und Invaliditäts-Versicherung. Abg. Hitze (Centr.) verbreitet sich ausführlich über die Einzelheiten des Jnvaliditätsgesetzes und bemerkt dann, der vorliegende Entwurf enthalte eine Reihe von Verbesserungen, so namentlich dadurch, daß die Invaliditäts- Versicherung in organischen Zusammenhang gebracht werde mit der Krankenversicherung. Mit den örtlichen Rentenstellen sei er einverstanden. Erwünscht wäre eine Erweiterung der sozialen Versicherung auch durch Ausdehnung auf Witwen und Waisen. Diese sei sicher viel wertvoller, als die Herabsetzung des Alters für die Altersrente auf 65 oder 60 Jahre. Abg. v. Richt Hofen (kons.) meint, eine Witwen- und Waisen-Versicherung würde sich jetzt wohl nicht erreichen lassen, trotzdem sie wünschenswert sei. Redners Freunde wünschten ferner, daß das gesamte Handwerk in die Versicherung einbezogen werde. Abg. Molkenbuhr (Soz.) glaubt, die Regierung werde sich mit dieser Vorlage zwischen zwei Stühle setzen. Anerkennen müsse er, daß das Gesetz einige Verbefferungen enthalte, und zwar Abkürzung der Karenzzeit, die andere Festsetzung der Renten, die Annäherung an die Krankenversicherung. Die Rentenstellen würden eine vernünftige Einrichtung sein ohne ihre bureaukratische Gestaltung. Die Mogelei, wie sie schon jetzt vorkomme, werde allerdings schwerlich bei Rentenstellen aufhören, zumal, wenn der GutsvorsteherHuch Vorsteher der Rentenstelle fer. Die Hauptsache aber bleibe das Teilen! Den Sozialdemokraten habe man immer den Vorwurf gemacht, sie wollten „teilen". Das sei der größte Blödsinn! Und nun gehe die Regierung hier selber an das Teilen. (Heiterkeit.) Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Zandwirt, Matter für hessische Volkskunde. Deutscher Reichstag. 31. Sitzung vom 13. Februar. 1 Uhr. Das Haus ist ungemein schwach besetzt. Ohne Debatte wird das Abkommen mit Peru, betreffend Stellung der beiderseitigen Konsuln in 1. und 2. Lesung merr aus'm narrige Stadium gar net erauskimmt! Wollt Ehr rechte Schaute sei, Dann vernemmt nor die Belahrung: Sterzt Euch in die NarredHei Schon beim Aeschermittwochsharung! Aints- unb Anzeigeblatt fiw den Ttreis Gieszen. < _________ _____________________ von alle Hausfraae wer. Dere Ufffassung kennt merr sich schont aaschließe unn merr wolle hiermit die Anregung gerne, daß Edelweiß in Bliedeweiß am Aeschermittwoch umzedaafe. Die karnevalistische Vereinigunge in unsere Stadt hawe sich mit ehre Vorbereidunge zu eme Fassenachtszug leider e bische verspeed unn de beabsichdigde große Zug wird wie gewehnlich an Greeß ze winsche iwrig lasse. Daß meege sich die Karnevalsvereine merke, Wammer waß Richdiges ze stand bringe will, dann muß merr net acht Dag vor Fasse- Selderschweg, daß sich ze senke aagefange hott, blos um die allgemein Uffmerksamkeit uff sich ze lenke, unn es hätt sich jedefalls ganz falle lasse, wenn net die noch lang net genug närrische Mensche gleich mit Steuwer bei de Hand gewese wern, sei Dasein zu verlängern. Es werd zwar behaapt, deß Haus hätt sich nor deswege gesenkt, weil die Insasse zu viel Geld unn Werdhbabiern in ehr Kasseschrenk versenkt hätte — awer daß glaabt ja doch niemand. Viel eher wer die Lesart ze glaawe, daß so e recht schwer Hausgeseeß sich e bissi zu fest in's Bett hätt falle lasse oder, wäi's weider gehaaße hott, daß Haus wer voll gewese. — Volle Häuser sinn im allgemeine e-Seldeheid, daß kann unser Theater- derektion mit gutem Gewisse bestedige, unu trotzdem scheint se uff volle Häuser net ze reflekiern, weil neulich beim Ben- unn Malefizium vom Herr Dietzsch die zahlreich erschienene Theaterfreunde eweso zahlreich Widder haam geschickt worde finn. — Daß war demnach e Benefiz, daß sich gewäsche hatt? — Weil's en Giesse immer viel Wäsch ze wüsche gibbt, so hott sich dann endlich e jemand gefunne, der e Dampfwüsch- aastalt erricht hatt unn zwar aa mit dem poetische Name „Edelweiß". Obgleich deß Institut in unsere^Stadt mit Freude begrießt worde is — gibbt's doch aach Widder närrische Mensche, die gleich waß draa auszesetze hawwe; de meiste gefällt de Name net, se mahne, fer e Wüschaastalt dhed de Name Edelweiß net basse, merr feilt se vielmehr in „Bliedheweiß" umdaafe, weil bliedheweiß Wäsch des Ideal nacht aafange, sonnern gleich en Dag nach Aeschermittwoch, damit Kaffenachtsstraich. Von Carl Geißler. II. Die Welt is verrickt'. Daß zeigt sich ewe uffs Klahrschte vm ge in de Nadur, wo Frost unn Schnee die Begleider ooii fe Fassenacht sei sollte, unn statt desse iffes Frihlings- lifl unn Sonneschei. Hie unn da hott dem Prinz Karneval 8! E hre schon en Strauch sein griene Blätterschmuck aage- l (jt uinn die Gänsblimmercher gucke neuschierig aus'm Gras dor um de Eizug von seine närrische Hoheit aazestaune, mn selbst de Himmel hott heut die Aakunft Sr. Narrheit frw Prinz Karneval mit eme langanhaldende, so ere hohe perseenlichkeit wirdige Gedonner begrießt. Wenn die Nadur ü Menschheit mit em so echt närrische Beispiel voraageht, I» bbeibt uns gar nix annerschter iwrig, als uns Hals iwer Ripp in de Strudel der Narrheid ze sterze, unn die sonst Minen ehrn geweifte Weg wannelnd, etz awer e bissi aus'm Ausche gerathe Nadur int Punkt der Narrheid ze iwer- Wäi aasteckend die Narrheid werkt, Hammer in dikss« in letzder Zeid efdersch ze beowachte Gelegenheid l^abu, unn net not Mensche blos hott se ergriffe, naa — l-ich Häuser unn annere Gegenstend sinn verrickt worde. Dti hott merr sehr deudlich gesehe an dem Hans uff'm Steckbrief. Eise, Jakob Joharru, Sergeant der 8. Kompagnie -Jnflinterie-Regiments Nr. 135, geboten den 8. Oktober 1870 zu Sich, Kreis Gießen, Großh. Hessen, evangelisch, 1 Mtr. 12 Ttm., untersetzt, blondes Haar, blonden Schnurrbart, lugen braun, Nase und Mund gewöhnlich, hat am 3. Februar er., Morgens gegen 48/4 Uhr, das Kasernement in Uniform verlassen. Es besteht Verdacht der Fahnenflucht; Dtrft Ibe ist zu verhaften und der nächsten Militärbehörde -«beliefern. Diedenhofen, den 10. Februar 1899. Königliches Kommando des Infanterie-Regiments Nr. ' 35. sehe g mit Pen» 17-10. W'-' erledigt. Es folgt die erste Lesung der Novelle zum Ju- validitäts-Versicherungsgesetz. Staatssekretär Graf Posadowsky gedenkt zuerst der Bestrebungen, die gesamte Sozialversicherung, Kranken-, Unfall- und Invaliditäts-Versicherung, in eine Organisation zusammenzufassen. Man unterschätze bet diesem idealen Ziel aber wohl die gewaltigen Schwierigkeiten. Zweifellos würde eine solche Zusammenfassung nicht möglich sein ohne Dezentralisierung. Die in dem vorliegenden Gesetzentwurf vor- geschlageuen örtlichen Rentenfestsetzungsstellen seien angezeigt namentlich auch int Interesse der Ermöglichung eines mündlichen Verkehrs gleich in der ersten Instanz, und nicht erst, wie bisher, in der zweiten, dem Schiedsgericht. Die Rentenstellen garantierten zweifellos eine bessere Kassenkontrolle, eine Kontrolle des Karteneinganges, weil sie die Verhältnisse an Ort und Stelle, die Arbeiterzahl, besser übersehen könnten. Je mehr Organe geschafft werden, welche berechtigtermaßen sozialpolitische Aufgaben des Staates vertreten, desto besser werde auch Umsturzbestrebungen entgegengetreten werden können. Ein zweiter wichtiger Punkt in der Vorlage sei der des Vermögensausgleichs. Erfolge dieser nicht, so würden einzelne Anstalten sehr bald die Beiträge verdoppeln, vervierfachen müssen, während andere sie herabsetzen könnten. Das würde der ganzen sozialpolitischen Tendenz der Versicherungsgesetzgebung widersprechen Die Beitragserhebung durch Marken sei beibehalten worden, weil unter den unzähligen anderweiten Vorschlägen kein einziger gewesen sei, der sich als zweckmäßiger erwiesen hätte. Abg. Schmidt- Elberfeld (frs. Vp.) meint, die gegenwärtige Vorlage enthalte zwar einige unzweifelhafte Verbesserungen, aber den eigentlichen Kern der Vorlage bilde doch der finanzielle Ausgleich. Wenn der hier vorgeschlagene Weg eingeschlagen werde, dann verlasse man den ganzen Versicherungsstandpunkt, wonach ein Recht durch Versicherungsbeiträge erworben werden müsse, und komme auf den Ägi’GJV W- fei w gS - :°lbe bet r beheb ' ” • ft nuA . **li - ®Mt. fe Nor. , ®“lu««nb8on,’ * iS Baskins, btt luid und Lenlniz £• wische DiG Idealist, btt 'unb Julius Gt Bilger, ftimmungc ^ieLolidarität im preußischen Ministerium. Es kommt nicht oft vor, daß in öffentlicher Landtags» .fipuitg der eine Minister durch den anderen berichtigt wird, int um so größeres Aufsehen macht es, wenn thatsächlich tiefer Fall einmal eintritt. In den letzten Tagen der ver- slosßnen Woche wurde bekanntlich im preußischen Abgeord- icimhause die Interpellation wegen der Leutenot auf bem Lande beraten, und bei dieser Gelegenheit machte der Land Wirtschaftsminister Frhr. v. Hammerstein den Bolks- schullehrern den Vorwurf, daß sie ihrer Erziehungspflicht aidjt in dem erforderlichen Maße nachkämen. Tags darauf 8kg Aultnsminister Dr. Bosse durch seinen Ministerialdirektor trllären, daß die Anschauungen des Landwirtschaftsministers irrig seien, daß die Volksschullehrer ihre Pflicht voll erfüllten. vielen Kreisen wird nun diesem Zwischenfall eine weiter» Hlhmde Bedeutung beigemessen, und man ist nur zu gern Jtceit, darin wieder einmal den Beweis dafür zu haben, daß * mit der Einigkeit innerhalb des preußischen Ministeriums nicht zum besten bestellt sei. In frischer Erinnerung ist es noch, daß vor gar nicht Mmger Zeit die Gerüchte von Differenzen unter den Mitgliedern der Regierung mehr und mehr Glauben frben. Insbesondere hielt man es für ausgemacht, daß ir oiiclcn Fällen der Ministerpräsident Fürst Hohenlohe über Mückhiedene politische Fragen anderer Meinung sei als seine Äinisterkollegen, daß er aber von diesen im Kabinett einfach Mrjitimmt würde. Wir haben bisher niemals diesen Meldungen irgend welchen Glauben beigemessen, aber unsere Äfcr werden sich erinnern, daß vor etwa zwei Jahren an ö Mitteilungen über den bevorstehenden Rücktritt des Hürsten Hohenlohe auch allerhand Gerüchte über Uneinig» liteni im Ministerium geknüpft wurden. .Die Thatsachen jiteii jene Gerüchte Lügen gestraft. Was nun den Zwischenfall Frhr. v. Hammerstein— I):. Bosse anbelangt, so legen wir demselben keine große i Deutung bei, umsomehr als der Landwirtschaftsminister die | Redner erklärt sich entschieden gegen den Bermögensausgleich zwischen den verschiedenen Anstalten, streift dabei die Arbeiternot auf dem Lande, bestreitet lebhaft, daß Vergnügungssucht die Arbeiter nach den Städten ziehe. Redner wünscht noch Ausdehnung der Krankenversicherung aus die Landarbeiter. Morgen 1 Uhr Fortsetzung der Beratung. Schluß 5V, Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 13. Februar. Der Kaiser empfing heute vormittag diejenigen Bildhauer, welche die letzten Aufträge für die Sieges-Allee erhalten haben und hörte dann verschiedene Vorträge. Um 1 Uhr begab sich das Kaiserpaar zu mehrtägigem Aufenthalte nach Schloß Hubertusstock. Berlin, 13. Februar. Der infolge der Verständigung zwischen Berlin und München in Ausarbeitung genommene Gesetzentwurf betreffend die Errichtung eines bayrischen Senats bei dem obersten Militärgerichtshof soll einer Korrespondenz zufolge dem Abschlüsse nahe sein. Die durch die Presse gegangene Nachricht, daß das Centrum in Bayern wegen dieser Angelegenheit interpellieren wolle, wird als unzutreffend bezeichnet. Berlin, 13. Februar. Das Gesetz betreffend die Patentanwälte hat die Zustimmung des Staatsministeriums gefunden und wird demnächst dem Bundesrate zugehen. — Ein Gesetzentwurf betreffend die Dienststellung des Freiarztes und die Bildung von Gesundheits-Kommissionen wird im Staatsministerium vorbereitet, um dem Landtage unterbreitet zu werden. Berlin, 13. Februar. Der Reichskanzler und die übrigen Minister waren am gestrigen Sonntage der Einladung des Ministers des Innern v. d. Recke zu einem Glase Bier gefolgt. Berlin, 13. Februar. Der Bund der Landwirte hielt heute wie alljährlich seine Generalversammlung im Cirkus Busch ab. Die Zahl der Teilnehmer belief sich auf ungefähr 5000. Der Vorsitzende, Freiherr v. Wangenheim, erinnerte in warmen Worten an das Hinscheiden des Fürsten Bismarck und des Herrn v. Plötz und verbreitete sich sodann über die Ziele, welche der Bund im Interesse der Landwirtschaft unentwegt verfolge. Nach dem Jahresbericht des Direktors Dr. Hahn zählt der Bund 180000 Mitglieder, darunter 158000 kleine, 2800 mittlere und 1400 große Grundbesitzer. Seine Kaffe vereinnahmte 541 700 Mark. Die Generalversammlung nahm eine Resolution an, in welcher sie ihrer Freude darüber Ausdruck gab, daß nunmehr auch die Regierung die Notwendigkeit der Umkehr zu der Bismarck'schen Wirtschaftspolitik erkannt habe. Die Versammlung spricht die Erwartung aus, daß die Regierung nicht allein in der richtigen Gestaltung des Zolltarifs und den darauf neu zu begründenden Wirtschaftsbeziehungen zum Auslande die Erfüllung einer nationalen Wirtschaftspolitik erblicken möge, sondern in gleicher Weise in dem Schutze der produktiven Arbeit fortfahren möge. Berlin, 12. Februar. Seine Majestät der Kaiser hat unter dem 2. Februar über die größeren Truppenübungen in diesem Jahre folgende Ordre an den Kriegsminister erlassen: 1) Das 13. (württembergische), 14. (Karlsruhe) und 15. (Straßburg i. E.) Armeekorps halten gemeinschaftliche Manöver vor Mir ab. (Es sind dies also die Kaisermanöver.) 2) a. Beim 13. (Königlich württem- bergischen) und 14., sowie beim 17. Armeekorps wird je eine Kavalleriedivision aufgestellt, b. Die Garde-Kavallerie- Division, sowie die beim 13. (Königlich württembergischen) und 17. Armeekorps aufzustellenden Kavalleriedivisionen halten besondere Kavallerieübungen ab. c. Die beim 13. (Königlich württembergischen) und 14. Armeekorps aufzustellenden Kavalleriedivisionen nehmen an den vor Mir abzuhaltenden Manövern teil. d. Dem 13. (Königlich württembergischen) Armeekorps wird die 25. Kavalleriebrigade (Großherzoglich hessische) für die ganze Dauer seiner Manöver zugeteilt. In den Manövern vor Mir sind deren Regimenter als Divisionskavallerie zu verwend । UP> Die beim 17. Armeekorps zu den besonderen Kavallerieübungen herangezogenen Stäbe und Truppenteile nehmen nachher an den Manövern teil. 3) Dem 13. (Königlich württembergischen) und dem 14. Armeekorps wird je eine Luftschifferabteilung zugeteilt. 4) Die Zeiteinteilung für die Hebungen der übrigen Armeekorps erfolgt, unter möglichster Berücksichtigung der Ernteverhältnisse, gemäß Felddienst-Ordnung und Truppenübungsplatz-Vorschrift. Die Jnfanteriebrigaden zu vier Bataillonen halten ihre Brigademanöver zusammen mit einer andern Jnfanteriebrigade des Armeekorps ab. Wo besondere Verhältnisse die Abhaltung gesonderter Manöver der kleinen Jnfanteriebrigaden wünschenswert machen, ermächtige Ich das Kriegsministerium zur Genehmigung auf Antrag des Generalkommandos. 5) Bei Auswahl des Uebungsgeländes und Durchführung der Hebungen ist auf Einschränkung des Flurschadens Bedacht zu nehmen. Heber Fälle hoher Flurschäden erwarte Ich den Vortrag des Kriegsministers. 6) Bei dem 1., 2., 3., 5., 6., 8., 14. und 16. Armeekorps finden Kavallerieübungsreisen gemäß Instruktion vom 23. Januar 1879 und Meiner Ordre vom 5. April 1898 statt. 7) Größere Pionierübungen werden a. an der Spree und Oder zwischen Fürstenwalde und Fürstenberg, b. am Rhein zwischen Worms und Oppenheim und am Main zwischen Flörsheim und Höchst, c in Schleswig am Alsen- sund, an der Flensburger Föhrde und an der Schley abgehalten. Näheres bestimmt die Generalinspektion des Ingenieur- und Pionierkorps und der Festungen. 8. Die Fußtruppen müssen bis zum 30. September 1899 — dem spätesten Entlassungstage — in ihre Standorte zurückgekehrt sein. Berlin, 13. Februar. Zur Rede des Ministers v. Bülow liegen heute schon einige bemerkenswerte ausländische Aeußerungen vor. Die „Times" begrüßt die Verhandlung des Deutschen Reichstages vom Samstag als ein gutes Vorzeichen für die Errichtung einer festen Grundlage für die neue Lage der Dinge, wie sie durch die Niederwerfung der Weltmacht Spaniens geschaffen sei, und bemerkt sodann: „Das deutsche Volk betrachtet, wie wir, das, was geschehen ist, vom praktischen Standpunkte aus. Die Wiederannäherung Deutschlands und Amerikas wird in England herzlich begrüßt werden als eine weitere Gewähr für den Frieden und den Fortschritt der ganzen Welt." — Die „Morning Post" führt aus, die Vereinigten Staaten müßten jetzt, wo sie in eine neue ausgedehnte Bahn treten, die bisher gegen Deutschland geübte Politik der Nadelstiche aufgeben. Das Blatt giebt der Hoffnung Ausdruck, die Behörden in Washington würden die Hand gern annehmen, die ihnen Staatssekretär von Bülow so offen geboten habe. Weiter heißt es: Die bisher gegen Deutschland geübte Politik der Nadelstiche ist der Würde des amerikanischen Volkes nicht angemessen und steht im Widerspruch mit seinen eignen zukünftigen Interessen, da beide Länder wechselseitig Käufer und Verkäufer auf ihren Märkten sind. Beide Völker haben in mehr als einer diplomatischen Frage gemeinsame Interessen, und sind besonders in der Samoa- Angelegenheit an demselben Vertrage beteiligt. Unter diesen Umständen kann keins von beiden Ländern einer grundlosen Verdächtigung des guten Glaubens des anderen Raum geben. — Freundlich äußert sich auch eine Reihe französischer Blätter: Die „Liberte" schreibt. Wir können uns nicht der Bemerkung enthalten, daß, wenn alle Minister des Aeußern sich mit solchem Freimut, solcher Rechtlichkeit ausdrückten, internationale Schwierigkeiten selten in Konflikte ausarten würden. Das „Journal des Dsbats" sagt: Staatsminister von Bülow hat mit vollendetstem Takt und Diskretion gezeigt, was gewisse sensationelle Meldungen wert waren. Er hat hierdurch der Sache Europas und des Friedens einen wertvollen Dienst geleistet. „Rspublique Frantzaise" meint, die Erklärungen des Staatsministers von Bülow würden in Amerika tiefen Eindruck Hervorrufen. Auch Frankreich werde daraus Nutzen ziehen, denn es sei den Vereinigten Staaten und England gegenüber in ziemlich ähnlicher Lage wie Deutschland. M.P.C. Berlin, 14. Februar. Die Hypothekenbankenordnung wird voraussichtlich im Laufe der zweiten Hälfte dieser Woche im Reichstag auf die Tagesordnung gesetzt werden. M.P.C. Wie wir aus bester Quelle erfahren, hatte Graf Caprivi in letzter Zeit mehrere Schlaganfälle. Er war sehr krank geworden, die Blutzirkulation war bei ihm gestört. Er war vollständig darauf vorbereitet, daß es mit ihm zu Ende gehe. M.P C. Die Rede des Fürsten Herbert Bismarck ist in parlamentarischen Kreisen vielfach dahin aufgefaßt worden, daß der Sohn des ersten Reichskanzlers nicht abgeneigt sei, wieder in den diplomatischen Dienst zu treten. Es darf wohl keinem Zweifel unterliegen, daß der Fürst, wenn er den Wunsch äußern sollte, einen Botschafterposten zu erhalten, nicht lange auf Erfüllung würde zu warten haben. Personen aber, die ihm nahe stehen, möchten einstweilen bezweifeln, daß der Fürst schon jetzt daran denke, in den aktiven Dienst zurückzukehren. M.P.C. Die scharfe Kritik, welche der Landwirtschaftsminister Frhr. v. Hammer st ein an der Schulverwaltung geübt hat, rief die Annahme hervor, entweder Herr Dr. Bosse oder sein Kollege vom Landwirtschaftlichen dürften sich demnächst auf einen weniger opponierten Posten zurückziehen. — Daß Herr v. Hammerstein unter Umftänben den Oberpräsi- denten-Posten von Hannover dem des Landwirtschaftsministers vorziehen möchte, gilt als wahrscheinlich. — Einstweilen aber gilt er noch als unabkömmlich. Im übrigen richtete sich seine Kritik mehr gegen den Direktor in der Abteilung des Hnterrichtsministeriums für das Volksschulwesen, Dr. Kügler, als gegen den Chef der Hnterrichtsverwaltung. — Der militärische Rang der Kolonialbeamten. Zur Abschaffung des militärischen Ranges der kaiserlichen Beamten in Deutsch-Ostafrika wird dem „Hann. Kour." geschrieben: Die betreffende Kabinetsordre ist auf verschiedene Berichte des Gouverneurs zurückzuführen, der von den Hnzuträglichkeiten, welche die militärische Uniformier rung der Beamten zur Folge hat, nichts verschwieg. Generalmajor Siebert hat damit allen europäischen Zivilisten Deutsch- Ostafrikas einen großen Dienst geleistet. Die Zivilisten waren im Auge der Eingeborenen, selbst dem Unteroffizier gegenüber stets nur wabwana widogo (kleinere Herren). Nunmehr werden sich die Zivilisten von den Beamten außerdienstlich nicht mehr unterscheiden, vielleicht führt das auch zur besseren gesellschaftlichen Verschmelzung; hohe Zeit ist es allerdings, daß der Kastengeist der einzelnen Beamten- fategorien, der sich am besten in der Haltung von verschiedenen Messen wiederspiegelt, verschwindet, namentlich für Dar-es-Salaam wäre dies sehr erwünscht. — Rechtsschutzbureau für Unbemittelte. Einen wichtigen Schritt auf sozialem Gebiet hat der Berliner Anwaltverein gethan. Der Verein will ein Rechtsschutzbureau für Unbemittelte errichten. Die „Blätter für Rechtspflege" teilen über diesen Plan mit: „Der Rechtsschutz soll unentgeltlich für das Publikum seitens der Anwälte erfolgen. Die Thätigkeit des Bureaus soll zunächst lediglich in der Raterteilung und in dem Entwürfe von Eingaben bestehen. Selbstverständlich soll der Schutz nur Unbemittelten gewährt werden. Es ist ins Auge gefaßt, das Bureau werktäglich von 10 bis 2 und von 6 bis 10 Uhr geöffnet zu halten, während die Sprechzeit der deputierten Anwälte auf 7*/< bis 9V3 Uhr abends in Aussicht genommen ist. Vom Berliner Anwaltverein soll ein aus fünf Personen bestehender Vorstand gewählt werden. Es wird an die Rechtsanwälte in Berlin und Umgegend das Ersuchen gerichtet, sich alljährlich mindestens für zwei Abende im Jahre zur Raterteilung im Bureau zur Verfügung zu stellen. Schon jetzt haben sich fast hundert Rechtsanwälte bereit erklärt, in dem zu errichtenden Rechtsschutzbureau thätig zu sein, ja eine nicht un erhebliche Anzahl hat sich erforderlichen Falles für Ml Abende im Jahre zur Verfügung gestellt." — Der neue Poftzeitungstarif, der den Preü der Beförderung durch die Post von der Häufigkeit bei Erscheinens der Zeitungen und der Menge des Papiers ab hängig macht, wird von verschiedenen Seiten angegriffen Nicht nur die schlechte, billige, sondern auch die gute, billig! Presse werde durch den neuen Tarif geschädigt. Die „Frks. Ztg." schreibt daher: Es ist anzuerkennen, daß die Erhebung der Beförderungsgebühr vom Preis der beförderten Ware ein durchaus irrationelles System darstellt, da der Preü der Ware in keinem notwendigen oder auch nur regelmäßigen Verhältnis zu der Speditionsthätigkeit der Post steht. Die Grundlage des neuen Tarifs paßt die Gebühr der Besöv derungsthätigkeit an, sie stellt die Leistung in Verhältnis zur Gegenleistung und sie wird demgemäß von den meiste: Zeitungen mit einer gewissen Genugtuung acceptiert. 6irlt andere Frage ist, ob die Höhe der Sätze das Richtige trijh, und hier erscheint eine Berücksichtigung der mittleren n kleinen Blätter, deren Kulturarbeit nicht unterschätzt weck.» darf, wohl am Platze. Eine Herabsetzung des Tarifs * 25 v. H. muß demgemäß angestrebt werden. Die „Freisinnige Zeitung" vertritt ungefähr denselben StandpE Die Verleger unterscheiden vielfach nicht in der Kritik bd Regierungsentwurfs zwischen dem Tarifsystem und den Taris sützen. Die Tarifsätze sind' allerdings zu hoch gegriffen deshalb sollten sich alle Interessenten vereinigen, diese um ein Viertel zu ermäßigen, was ausreichen würde, de: Post die bisherigen Gesamteinnahmen zu sichern. Falsch if es auch, daß der bisherige Tarif im Interesse der Provinz presse liegt. Der bisherige Tarif gewährt gerade denjenige: billigen Berliner Blättern ein Hebergewicht, durch welch die politisch selbständigen Provinzblätter in ihrer Fortexistenz in Frage gestellt werden. Die „Hessische Morgenzeitung' glaubt, daß ein gerechter Tarif ohne Berücksichtigung bd Preises der Zeitung unmöglich sei, auch die „Köln. Volk; zeitung" schreibt: Es wäre wünschenswert, wenn roenigftenl der Reichstag versuchen würde, das Moment der prozentuale» Abgabe vom Abonnementspreise hineinzubringen. — Handel und Kolonialpolitik. Der Dircfto: der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts, Dr. v. Buchte, hat am Freitag bei der Schaffermahlzeit in Breme: eine Rede gehalten, die von der „Weserztg." in folgender Wortlaut berichtet wird: Meine geehrten Herren! „Schisi- fahrt und Handelung sind die fürnehmsten Säulen des hat der große Kurfürst gesagt. Dieses Wort hat, wie voi 200 Jahren, so auch heute noch feine Berechtigung, und iä habe das wohl beherzigt, als ich das verantwortungsvoll! Amt übernahm, das Se. Majestät der Kaiser attergnäbigÜ mir anvertraut hat. Ich habe mir gesagt, daß ich die Al teilung der Kolonien und die Arbeit in derselben ohne Hilst des deutschen Kaufmanns nicht übernehmen und durchführe: könnte. Ich habe mich infolge dessen in erster Linie ai die maßgebenden kaufmännischen Kreise gewandt mit per Bitte um Hnterstützung, und ich kann zu meiner große: Befriedigung sagen, daß diese Hnterstützung mir in Berlin und Hamburg zuteil geworden ist. Ich habe die Gelegen heit mit Freuden ergriffen, zu Ihnen in Bremen zu kommen, und die zweite Handelsstadt Deutschlands um ihre Unter- stützung zu bitten. Ich bin fest überzeugt, daß ich diese Hnterstützung hier nach allen Richtungen hin finden werte, und daß die großen Kaufleute wie ein Mann zu mir stehn werden und den Plan unterstützen, unsere deutschen Koloniin zu dem werden zu lassen, was sie werden können, eine Hos- nung für die Zukunft. Handel und Schiffahrt sind, tre bereits hervorgehoben ist, Geschwister. Der Großhandl kann ohne Schiffahrt nicht bestehen. So möchte ich Se bitten, mit mir zu gedenken unserer Brüder auf der Se, der aktiven deutschen, besonders der aktiven bremischen 6c- leute, die im Sturm der See und in schweren Gefahren b* Güter, welche der Kaufmann vertritt und auf die er fein: Existenz und feinen Reichtum gründet, von einem Ort zur andern schaffen, die deutschen und besonders die Sterne Seeleute, sie leben hoch! hoch! hoch!" — Neu-Guinea-Vorlage. Aus Reichstagskreisi erhält die „T. R." die Nachricht, daß die Aussichten fr die Annahme der Neu-Guinea-Vorlage in letzter Zeit haup sächlich wegen der sachkundigen Darlegungen in der „T. N' und im „Deutschen Wochenblatt" erheblich gesunken fir- Man hält die Forderungen, die die Neu-Guinea-Kompagie an das Reich stellt, für viel zu hoch und ist nicht gewil, neben dem hohen Kaufpreise in bar der Kompagnie ach noch fast alles brauchbare Land zu überlassen. Eine ernec« Ablehnung würde naturgemäß diese hohen Forderungen k' deutend herabmindern. Ausland. Wien, 13. Februar. Baron Banffy wird im Lais' des Tages dem Kaiser über die sich immer kritischer gestaltende Situation in Ungarn Bericht erstatten. ®alr' scheinlich wird auch Koloman Szell heute noch hr eintreffen. j Wien, 13. Februar. Wie verlautet, ist beim La:b gericht zu Troppau gegen jene deutschrichterlichen Beamte die der Ausführung der Sprachenverordnung 11 Schlesien entgegenstehen, das Disciplinarverfahren dl geleitet worden. J Karlsbad, 13. Februar. Infolge mangelhafter führung ist in der vorigen Nacht das neu errichtete Ho gegenüber dem Centralbahnhofe eingestürzt. Menschs leben waren nicht in Gefahr. Prag, 13. Februar. Die tschechischen Gemeinde-M tretungen, welche beschlossen haben, die Annahme vi deutschen Zuschriften von Militär- und ^taa? behörden zu verweigern, wurden seitens der Hauptmannschaft verständigt, daß dieser Beschluß gesetznM- ’srs K6"ia Bin*” ," .L, äA ihre W'" 5 Wf ötbatitut W - ' TrenfuS erbrach' io4 * * Paris, -ficqnart hat । Entscheidung der M noch i"1 Nun, , es herrsche in £ 1 Frage über btt M Omn an Lonbon. i ftor. W b< und Italien ( Frankreich erni ron Mheita »j »ukhb ..Uli1’? tot “St, ’ Oibeni haben Mrgnä Erlaubnis ji/ri erteilen, und jit heWlichenW Mrnitat Scl inb Großh. he (kl). Banrat P Frankfurt a. A MMrb brr Eisenbahnbiret desselben Orb Rönigl. Preuß in Mainz. '* Taget Persanmlung nachmittag Helm Rupfe i tut feinem Ha 6(htpthnann n ain frofborftm M btt Kepler der Vorschrift bi geiWssühreck ßGnbenbr Si Bauholz aus bi des durchschnitt »nb sorstivirtscj 6 ^agdverpachi Kemners Karl '■ Gesuch des s l'ch Mylius, ui W aus W Wasserreis derWasseM ""schlusses. 1 Aumühle. 1! i öffentlichen W I l4; ?ie Rein Lagerplatz 101 Die Seid I 1899/1900 'irch. 18 ar Ä*8 ei enf öfrafrngtl «3? bt8 $ S"; -sL ÄC ' Sch "“««tu 1 sä: |(i, da die Dienftsprache des Militärs und der Gendarmerie sie deutsche sei. Im Falle die Gemeindevertreter deutsche Zuschriften nicht verständen, so seien sie verpflichtet, sich dieselben bei den Bezirkshauptmannschaften übersetzen zu lassen. Paris, 13. Februar. Die Blätter dementieren die Meldung, wonach Generalstaatsanwalt Ma ne au seine Demission eingereicht habe. „Journal" versichert, die Kaffa- tionshofsmitglieder Löw, Bard, Maneau und Dumas hätten sich ihre Entscheidung Vorbehalten, bis der Senat sich über dkn Revisionsantrag ausgesprochen haben werde. Ein Redakteur des „Journal" interviewte ein Mitglied der Ariminalkammer und erhielt von diesem die Erklärung, es wäre glücklich, wenn ihm irgend ein Beweis für die Schuld Dreyfus erbracht würde, aber bis jetzt sei ein solcher Beweis «och nicht vorhanden. Paris, 13. Februar. Der Anwalt des Obersten f icquart hat das Studium der Prozeßakten beendet. Die Entscheidung der Kompetenzfrage für den Prozeß Picguart soll noch im Laufe dieses Monats erfolgen. London, 13. Februar. Aus Bombay wird gemeldet, re tierische in Indien eine große Aufregung bezüglich der Frage über die Abtretung eines Hafens des Sultans Don Oman an Frankreich. London, 13. Februar. „Daily Mail" meldet aus Rom: Aus bester Quelle verlautet, daß zwischen Frankreich und Italien ein Vertrag abgeschlossen sei, in welchem Frankreich ermächtigt wird, das Kap Dumeria im Territvrium von Raheita dauernd zu besetzen. Lokales und PrsvinsieUes. Gießen, den 14. Februar 1899. * Ordensverleihungen. Seine Majestät der Kaiser hoben Allergnädigst geruht, den nachbenannten Personen die krlcmbnis zur Anlegung der ihnen verliehenen Insignien zu Meilen, und zwar: des Ritterkreuzes 1. Klasse des Groß- hcrzvglichen Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Cbcrbaurat Schneider, Mitglied der Königl. Preußischen mb Großh. Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz, dem keh. Baurat Porsch, Mitglied der Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M., und dem Eisenbahndirektor Farwick, Milssiied der Königl. Preußischen und Großh. Hessischen kismbahndirektion in Mainz; des Ritterkreuzes 2. Klasse dcSsclben Ordens: dem Rechnungsrat Bockwoldt bei der Wi gl. Preußischen und Großh. Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz. •* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten' eilt.- N,» ,a% der bin W Adi. Ä WNt Ur i !en- daß die Eh' besörderteii t da btt •’ nur regelt ■ dost stehl' 'k Gebühr ,ei^n9 in Veh ^6 von den Mng acceptiert das Richtige ■ der mittleren cht unterschätzt n etzung des Tach ; werden. Die denselben Stach N'cht in der Shit; 'lssystm und den: zu hoch gegr ■ vereinigen, diesi! ousreichen wück n zu sichern. Fali Interesse der Pn vdhrt gerade benj-: ergewicht, durch j ter in ihrer FE essische Morgen^ ie Berücksichtig^ auch die „Köln; swert, wenn iwr 'oment der prozrr lnzubn'ngen. olitik. Der' m Amts, Dr. v. Mznt in Ä: Weserztg." in D chrten Herren' nsten Sack M etat ieses WoN lit, w ne Serbling, uti das vemlwmMü/ der Net aüng' gesagt, dah ich in derselben lernen unb butiv ffen in erster äe eise v>ervand/ K iwxt w- MM m * Ich hcLe^M n in Sternen tschlands um W iberMgt, daß i«' ingtn hin finden l -in Wann zu mir nsere deutschen fit Tben können, uw tn. Der Gy- Sv rnöchte ff 'K Prüder . Mven brE in leeren * 3tt und auf d" ibet, ton«”*. b°- d» „ »r -st beiw’ ütrlallAferlieI1 SS tw‘(|ü J ÄS Iwmmlung Donnerstag den 16. Februar 1 899, nachmittags 3*/, Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Wilhelm Kupke um Erlaubnis zur Anbringung einer Laterne ml Heinern Hause Ludwigsplatz 13. 2. Gesuch des August Echt pelmann wegen Errichtung eines Backsteinmacherhäuschens m Lrofdorferweg. 3. Baugesuch des Joh. Peter Senßfelder, kcke der Kepler- und Stephanstraße; hier: Dispens von sn Vorschrift des § 15 des Ortsbaustatuts. 4. Gesuch des zcichlliflssührenden Ausschusses für das in 1899 in Gießen faltfindende Schützenfest um Ueberlassung des Bedarfes an Laulholz aus den städtischen Waldungen. 5. Die Festsetzung teS durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes der in land- inb forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen. 4 Jagdverpachtung im Neustädterfeld; hier: Zulassung des "Sent nerd Karl Clemm in Frankfurt a. M. als Mitpächter. 1 Gesuch des Pächters der Jagd im Stolzenmorgen, Hein- uich Mylius, um Erlaubnis zur Aufstellung einer Schützer auf städtischem Grund und Boden. 8. Voranschlag 8? städtischen Gas- und Wasserwerks für 1899/1900. * Wasserpreis für kleinere Wohnungen. 10. Fortsetzung Hit Wasserleitung auf dem Wetzlarerweg zwecks Haus- mfchlusses. 11. Der Kolk am Mühlgraben unterhalb der Zbnrnühle. 12. Herstellung des alten Rathauses. 13. Die mlii'tlichen Aborte; hier: die Errichtung neuer Pissoirs. M. Die Reinigung der Straßen; hier: die Verbesserung äte Lagerplatzes für die Kehrichtabfuhr an der Westanlage. Di'. Die Beschaffung von Baumaterialien auf Lager pro llW/1900. 16. Pflasterung der Rodheimerstraße vom 'Anftädterthor bis zum Schlachthofe. 17. Ausbau der Plock- tee. 18. Ausbau der Johannesstraße; hier: Bauplatz- Mfrüedigung entlang des „Wiener Hofes" und Vergütung toi Straßengeländes. 19. Unterhaltung der städtischen Argen; hier: Umgestaltung der Südanlage. 20. Eruierung des Realgymnasiums und der Realschule; hier: Linderungen im Hauptgebäude. 21. Unterhaltung der 8:adiknabenschule; hier: Verstärkung der Fundamente. W Teilung weiterer Klassen der Volksschule; hier: An- I'hiffang von Mobilien für dieselben. Akademischer Gesangverein. Fest-Konzert am Lmintag dem 19. Februar. Im Anschluß an unsere ^m-iprung vom 12. Februar, in welcher wir nur die Vorwerke erwähnten, möchten wir heute der weiteren Ummern des Programms gedenken. Da tritt uns als Wägers hervorragend Brahms mit seiner F-moll-Sonate entgegen Brahms Schöpfungen sind von seinem Wirmchsten Geschichtsforscher H. Reimann in verschiedene Moden emgeteilt, so bezeichnet er dessen Arbeiten bis an die Exped. d. Bl. Programm: 1) Das Glück von Edenhall, für gemischten Chor . . 2) 1. Satz a. d. Konzert für Violine in D-dnr . . . 3) Sonate für Klavier in F-moll, op. 5 ..... 4) Die Flucht nach Egypten (Biblische Legende), für gemischten Chor, Tenorsolo und Orchester . . . 6) Solostücke für Violine: a) Air a. d. Orchestersuite in D-dur..... b) L'Andalouse, Span. Tanz....... 6) Solostücke für Klavier: a) Etüde in E-dur . . . b) Rhapsodie No. 12 . . 7) Sonnongesang a. d. Oratorium Franziskus, für Tenorsolo und gemischten Chor........ Berlin, 1' -es Reichst Reichstages r । foOenbtn katho! liu laßen. Berlin, 1 lUeotbnet erneuten Anlaß Innern betreff. Oberbürgermch lurj, daß er feil trfltn Beratung: . Niantmlungfi I Heil über seinen Mm, 13.' 'Der V<\\ex „ Wunyn M Mannschaften1 Besuches an S 6011 Algier A' stellen, daß Blättern zurii handelt. -Zur wirb der Di schrieben.' M ber Np von U ^ohn des Herz in Tachsen-8obu Übernimmt zu billigsten Prämien und koulanten Bedingungen Versicherungen gegen W* Einbruch-Diebstahl. 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Februar, abends 8 Uhr in Steins Garten (Saalbau) c Grosses Konzert von Sandor Schreyer, Ungarischer Violin- und Cellovirtuose. Klavier: Heinrich Bodocsänyi aus Budapest. Preise an den üblichen Vorverkaufsstellen : Numerierter Sitz im Saale Mk. 1.50, numerierter Sitz im Saalanbau Mk. L— Kategoriekarten für Studierende im Saalanbau 75 Pfg. — Gallerie 50 Pig. An der Abendkusse 10 Proz. teurer. * *•1 Anfang 8 Uhr. Kassaeröffnunfl 7 Uhr Programme an der Kasse._ Teilnehmenden Freunden und Bekannten statt besonderer Anzeige hierdurch die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frao Margarete Knoll, geborene Schlipp, gestern abend i/JO Uhr nach zwölfwöchigem, schwerem Leiden im 78. Lebensjahre abzurufen. ■ ttni iU 1 ' Weite ff* 'M > § * i Kfe“äte lr«l i SK5 Todes-Anzeige. Gestern abend verschied zu Langen nach kurzem Krankenlager im 73. Lebensjahre unsere liebe Mutter Eleonore Fertsch, Witwe des weiland Dekan Fertsch za Kaichen, was wir Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme mitteilen. Die trauernden Kinder: I. A.: Fertsch, Pfarrer. 15«'"*'" - jÄontog*- L'2; ®iife'.n «ii Aeberzieher gestern abeud im Cafö Leib vertauscht. [0487] Tteinstr. 60. Wer erteilt einem Schüler Pnvot- stunden in „Schulaufgaben". Näheres unter Nr. 0480 in der Expedition dieses Blattes. ~ 0482] Eine selbständige perfekte Schneiderin kann sich melden. Krofdorferstratze 17, L Eichenstämme mit 10,05 fm, Nadelstämme mit 60,49 fm, Nadel'Derbstanqen mit 8,19 fm, rm Buchen-Scheitholz, „ Buch'wKnüppelholz, „ Eichen Knüppelholz, „ Nadel Knüppelholz, Wellen Buchen-Reisholz, „ Eichen-Ndsholz, „ Nadel Neisholz, „ Weichho'z, rm BuchewStockholz. 0495] Sandgasse 46, kleines Logis zu vermieten. — Näheres Schützenstr. 11. 1428] Kirchstratze 2 eine schöne Woh- nung von 4 Zimmern, Küche und Zu« behör vom 15. l. M. ab zu vermieten. 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Mitwirkende: Frl. Frieda Hodapp (Klavier), Herr Hans Franzos line), Mitglieder der hiesigen Regimentskapelle und andere geehrte Künstler Direktion: Herr G. Trautmann, Grossh, Universitäts-Musikdirektor. Zwiebeln Z heute Mittwoch, DW- OSwaldsgarten. Feinste Ziistrahm-Tafclkutter i täglich frisch vorhanden, in 10 Pfund- Kübeln, jetzt für 8 Mark frei gegen Nach- nahme. H. Krafft, Kaukehmen, Ostpr. Im Namen der trauernden Familie: K. Knoll, Seminarlehrer. 1420 20 Mark Belohnung demjenigen, welcher mir den Dieb (Kenner), der mir verflossenen Herbst von drei Bäumen das beste Obst, und letzten Samstag auf Sonr.tai sieben der schönsten Johannisbeer- stämmchen gestohlen, so bezeichnet, daß ich denselben gerichtlich belangen kann. 1429 Carl Wenzel. 0446] Ein Sandstück zu kaufen öder pachten gesucht. 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