Ibau). Sonntag den 15. Januar L8ÄS Zweites Blatt Nr. 13 Amts- und Anzeigeblntt fut den Ttveis Gieszen a •terlum. 2. 3. 4. b. c. d. 8. 6. e"> «rel**- Ml*** Alle Anzeigcn-Bermitllungsstellen des In- und AuSlande- nchmrn Anzetgcu für den (Siebener Anzeiger entgegen. „Versunkene so ist er das „Fuhrmann mg. t üom 16. Jrnuar cS Montags. Die Gießener Mamitienvtätier »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. aiW oW*11 Lager m ien, , Spanischen einen ebirgs*ei"e"’ Rein*16'*’ n Ch^Pagner :hen Ko^ak Kiehener Anzeiger General-Anzeiger imentfanfil, Moria. :ten Saale »o» 0,76 o zw. X Q Costnmes. j >000001 Großherzogliches Ministerium der Finanzen hat sich über diesen Antrag unter dem 10. November v. I., wie folgt, geäußert: , .Auf das gefällige Schreiben vom 25. Februar 1897, betreffend den Antrag des Abgeordneten Schönfeld auf Bau einer Nebenbahn von Grünberg über Lich nach Butzbach (Beil. Nr. 56) beehren wir uns folgendes ergebenst zu erwidern: Wie wir in unserem heutigen Schreiben, betreffend den Antrag der Abgeordneten Joutz und Genoffen, dar- gelegt haben, empfiehlt es sich nicht, die Bahn von Butzbach nach Lich auf Staatskosten herzustellen. Noch weniger ist dies bei der vorgeschlagenen Bahn von Grünberg nach Lich der Fall. Diese Bahn würde in geringer Entfernung neben der Bahn Mücke—Laubach—Hungen herlaufen. Bekanntlich war auf der Linie Laubach - Hungen der Verkehr bisher so gering, daß die Einnahmen nicht einmal die Kosten des Betriebes deckten; auch auf der Strecke Laubach—Mücke wird ein starker Lokalverkehr nicht zu erwarten fein. Die Bahn Mücke—Hungen wird daher den gesamten Durchgangsverkehr, der stch zwischen Alsfeld und Friedberg be wegt, mit Leichtigkeit aufnehmen können; somit liegt für eine zweite Verbindungslinie in dieser Richtung kein Be» dürfnis vor. Von der projektierten Linie werden zwischen Grünberg und Lich nur wenige kleine Orte berührt, die zusammen nicht viel über 2000 Einwohner haben. Daß sich zwischen Grünberg und Lich ein Lokalverkehr entwickeln könnte, groß genug um eine vollspurige Eisenbahn zu alli- mentieren, ist nicht anzunehmen. Es kann daher auch nicht abgesehen werden, inwiefern der Bau dieser Bahn der Stadt Grünberg einen wirtschaftlichen Vorteil bringen könnte, der zu dem aufzuwendenden Anlagekapital auch nur annähernd in richtigem Verhältnis stünde. Die Höhe der Paukosten ist zwar nicht genau bekannt, da ein Entwurf für die Strecke Grünberg—Lich nicht vorliegt- nach dem Anschlag für die Strecke Butzbach—Lich werden fie aber auf mindestens 1100000 Mk. zu schätzen sein. Unter diesen Umständen wird sich schwerlich ein Privat» Unternehmer für diese Bahn finden, selbst wenn eine staatliche Beihilfe in Aussicht gestellt würde". In Beil. Nr. 494 hat Großherzogliches Ministerium der Finanzen einen Gesetzentwurf nebst Begründung vorgelegt, wonach unter anderem die Regierung ermächtigt werden soll, den Bau und Betrieb einer Nebenbahn von Butzbach nach Lich nach Maßgabe der Bestimmungen des Gesetzes vom 29. Mai 1884 an einen Eisenbahn*Unternehmer zu über, tragen und zu den Kosten des Baues und der ersten Ausrüstung mit Betriebsmitteln einmalige Beiträge aus Staats Mitteln bis zu den in Artikel 7 des genannten Gesetzes be* stimmten Höchstbeträgen, d. i. 20000 Mk. für den Kllometer, zu gewähren. Der Ausschuß ist mit diesem Gesetzentwurf bezüglich der hier in Frage stehenden Linie Butzbach—Lich einverstanden. Auch er ist der Meinung, daß die hier fragliche Bahnstrecke eine erheblichere, über das lokale Interesse hlnausgehende Bedeutung nicht haben wird, und die Erbauung dieser Strecke durch den Staat daher abzulehnen ist. Daß diese Strecke jedoch für die durchschnittene Gegend von nicht geringer Bedeutung ist, dieser Gegend wirtschaftlich kräftig aufzuhelfen, namentlich die Landwirtschaft und die Industrie zu fördern in der Lage ist, kann andererseits nicht verkannt werden. Es hat sich denn auch die Allgemeine deutsche Klein- bahn-Gesellschaft in Berlin veranlaßt gesehen, vollständige allgemeine Entwürfe für diese Strecke auszuarbeiten, die der Regierung unterbreitet worden sind, und es hat sich die genannte Gesellschaft bereit finden lassen, den Bau und Betrieb zu übernehmen, falls ihr vom Staat und den Beteiligten eine genügende Beihilfe zuteil wird. Die Länge der Nebenbahn von Butzbach nach Lich beträgt 17,9 Kiliometer, und würde sich daher der Staatszuschuß nach Artikel 7 des oben erwähnten 1884er Gesetzes auf 358,000 Mk. belaufen, «ährend die Baukosten, einschließlich der Kosten für die erste Ausrüstung der Betriebsmittel auf 1,440,000 Mk. veranschlagt find. Der Ausschuß empfiehlt den Betrag von 358,000 Mk. zu dem gedachten Zweck der Regierung zur Verfügung zu stellen. Die Fortsetzung der Bahn nach Grünberg an lang end, so gilt selbstverständlich von ihr das gleiche, was bezüglich der Strecke Butzbach—Lich bemerkt worden ist. Ein Anlaß, diese Strecke auf Staatskosten zu bauen und zu betreiben, kann sonach auch hier nicht gegeben sein. Dazu kommt, daß für diese Strecke Entwürfe bis jetzt nicht vorliegen, sich aber auch bis jetzt kein Privatunternehmer ge« funben hat, der bereit wäre, den Bau und Betrieb dieser Strecke zu übernehmen. Rücksichtslosigkeit Eisenbahnreisender. Die „Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen" erwirbt sich das Verdienst, den immer lauter werdenden Klagen über die dauernde Zunahme der schon lange als „Eisenbahnflegelei" berüchtigten schlechten Aufführung im Abteil Ausdruck zu geben. „Die Eisenbahn ist des Publikums wegen da und nicht etwa umgekehrt!" Mit dieser kategorischen Erklärung hat schon mancher Beschwerdeführer seiner Beschwerde denjenigen Nachdruck zu sichern geglaubt, der ihr nur zu oft in sachlicher Begründung abging. Aber mit dieser Forderung, daß die Eisenbahn nur wegen des Publikums da sein solle, hat es seine eigene Bewandtnis. Man wird es nämlich nie erleben, bofe ein solcher Beschwerdeführer unter der Bezeichnung „Pub- r" clraas Qnbere6 gemeint hätte, als seine eigene werte Person. Immer hätte daher die Redensart lauten müssen: ^,Die Eisenbahn ist für mich ganz allein da und nicht um* gelehrt!“ Es ist schließlich auch ganz begreiflich, daß sich selten ein beschwerdeführender Reisender zu dem Gedanken anfschwingt, daß das „Publikum" eine große Allgemeinheit bildet, von der er selbst nur ein ganz kleiner Teil ist. Die Seelengröße, sich als ein kleiner Teil diese» großen Ganzen zu fühlen, ist nur ganz sporadisch anzutreffen, denn auf der Reise ist der Egoismus Alleinherrscher. Gerade daraus entspringen aber so unendlich viel Uebel* stände für das reisende Publikum selbst, daß es wohl am Platze sein dürfte, hier einmal das sonst recht überflüssige Beschwerdebuch auszulegen und hinein zu schreiben, was im Verlauf der Dinge so etwa die Reisenden selber einander anthun. „In diesem Sommer reiste ich von Zürich nach Luzern und hatte das Glück, mit drei jungen Engländern zu fahren", beginnt die Darlegung. „Von diesen hatte der eine nichts Eiligeres zu thun, als seine schmutzigen Stiefel auf das Wagenpolster zu legen; der zweite rauchte Tabak aus einer kurzen Pfeife und spuckte unaufhörlich im Koupee umher, und der dritte schlug in Ermangelung einer anderen Beschäftigung von Zeit zu Zeit mit seinem Stock auf das Polster und freute sich kindlich über die Staubwolken, die er damit den Polstern entlockte. Diesen drei Typen rücksichtsloser Reisenden war nur schwer beizukommen, sie fühlten sich souverän und pfiffen auf das Publikum. Das waren zufällig drei Engländer, aber das schrcckliche Ausspucken kann man auch an Deutschen beobachten, nicht blos in der 3. Klaffe, und die Polster mit den Stiefeln zu beschmutzen, das ist auch bei uns die freundliche Gewohnheit vieler, die sonst gleich mit Beschwerden zur Hand find, wenn es einmal nicht nach ihrem Kopfe geht. Ader es giebt noch zahlreiche andere Arten von Reifenden, die es im rücksichtslosesten Egoismus zu einer wahren Virtuosität bringen. Da sind zunächst die Luftfanatiker! Sie befinden sich nur wohl, wenn alle Fenster im Wagen offen sind und der Wind um die Ohren faust. Wehe dem armen Passagier, der solchen Zug nicht vertragen kann und verlangt, daß die Fenster auf der Windseite geschloffen werden. Der Höflichkeit wird Hohn und der berechtigten Forderung passiver und aktiver Widerstand entgegengesetzt. Der Schaffner, der dann zur Hilfe herbeigeholt wird, mag die Worte noch so sehr auf die Goldwage legen: er zeitigt ent- weder einen Eintrag ins Beschwerdebuch ober eine gröbliche Abfertigung. Vielleicht tragen ein paar Reisende auch Schnupfen, Zahnweh oder Ohrenreisen davon, doch das geniert den Rücksichtslosen nicht. Rücksichtslos zu verfahren ist ferner nicht selten dem enragierten Raucher eigen. Es giebt ja gottlob getrennte Räume für die feindlichen Brüder Raucher und Nichtraucher. Aber es kommt doch oft vor, daß Frauen und Kinder in Abteilen Platz nehmen müssen, wo das Rauchen von Obrig- keitswegen gestattet ist. Da wäre es denn oft am Platze, wenn das Rauchen von Anstandswegen wenigstens fo weit eingeschränkt würde, daß auch eine Frau dabei existieren kann. Einem Reisenden passierte es, daß er bei einem Nacht- Schnellzug keinen Platz in den Nichtraucher-Abteilen mehr finden konnte, und gezwungen war, in einem Raucherabteil mit Frau und Tochter Platz zu nehmen. Da befanden sich vier Herren, die zuerst Zigarren, und dann aus Tabakspfeifen rauchten. Höfliche Vorstellungen fruchteten nichts. „Hier ist Rauchkoupee! Wems nicht paßt, der kann aussteigen!" Ob denn in einem solchen Falle die Entsagung wirklich eine so heroische That ist, daß man fie füglich von einem anständigen Menschen nicht verlangen kann? Und dann: welche unerschöpfliche Quelle von gegenseitigen Rücksichtslosigkeiten bietet die Heizung der Wagen! In der Regel ist es der Ueberschuß an Wärmegefühl, der rücksichtslos wirkt. Fenster auf! ist die Parole, und die Erkältung der Mitreisenden der Erfolg! Auf der frostigen Seite hinwieder fehlt oft jedes Verständnis dafür, daß es Leute giebt, denen die Ueberhitzung des' Abteils gesundheitsschädlich ist. Wie selten ist die Erkenntnis zu finden, daß in allen solchen Verhältnissen nur die gegenseitige nachsichtige Duldung zu einem Kompromiß führen kann, das die stch widerstreitenden An- sichten und Interessen nach Möglichkeit vereinigt. Fast immer gewinnt der rücksichtslose Egoismus die Oberhand und führt zu Mißhelligkeiten und Differenzen, die nicht dazu beitragen, das Reisen angenehmer zu machen. Es mag richtig fein, daß man im Kampf ums Dasein seine Ellenbogen gebrauchen muß, um nicht im allgemeinen Gedränge den kürzeren zu ziehen. Diese Gepflogenheit glauben aber viele auch auf die Reise mitnehmen zu müssen. Sie knuffen und puffen überall, wo es eine Konkurrenz giebt: am Billetschalter, an der Bahnsteigsperre und am Koupee. Daß sie mit ihrem Handkoffer dabei gelegentlich einem anderen blaue Flecken stoßen, geniert sie nicht im mindesten. Wie oft kann man beobachten, daß sich bei starkem Verkehr das an die einfahrenden Züge drängende und stoßende Publikum selbst in Lebensgefahr bringt, wie viele häßliche ©eenen spielen sich bei solchen Gelegenheiten ab, und wie viele Unannehmlichkeiten bereitet stch hierdurch das Publikum selbst. Hervorragenden Anlaß zu Reibereien und Rücksichtslosigkeiten bietet die Mitnahme des Handgepäcks in die Abteile. Mit einer Unverfrorenheit, die manchmal fast erheiternd wird, belegen da einzelne Reifende alle Gepäcknetze mit Koffern, Schachteln und Taschen, als ob es ganz unmöglich sei, daß auch ein anderer Reisender Anspruch auf Unterbringung von Handgepäck machen könnte. Kommt aber nun wirklich ein solcher Reisender und sieht stch verzweifelt nach einem Plätzchen für feine Handtasche um, dann drückt sich der Unverfrorene in feine Ecke und thut, als ob ihn die ganze Geschichte da oben im Gepäcknetze nicht das mindeste angehe. Nicht selten gelingt dieses Manöver, wenn um des lieben Friedens willen der andere feine Tasche noch in irgend eine Ecke zwängt. Läßt er sich aber die unverschämte Anmaßung nicht gefallen und fordert er den nötigen Platz, dann wird in neun von zehn Fällen das usurpierte Gepäcknetz nur unter Protest ge* räumt, und der Fahrgast geberdet sich, al» ob ihm da» größte Unrecht geschähe. Eine Rücksichtslosigkeit gegen andere Reisende ist auch jeder Versuch, den Schaffner zu Begünstigungen zu verleiten, die den Zweck bequemeren Reisens verfolgen. Wenn solche Versuche gelingen, dann verschafft sich der einzelne zum Schaden anderer einen Vortheil, der ihm nicht gebührt. Es rst ganz merkwürdig, wie in dieser Beziehung gebildete und angesehene Leute mit dem ausgeprägtesten Ehr- und RechtSgrsühl doch wie der hartgesottenste Sünder operieren und skrupellos ein Koupee für sich beanspruchen und durch allerlei Kniffe auch erlangen und behaupten, während daneben sich in dichtbesetzten Abteilen die Reisenden kaum rühren können. Ja, -r gnbb Leute, die mit rührender Unbefangenheit Angehörige mit in den Bahnhof nehmen und fie so lange unrechtmäßigerweise Plätze einnehmen laffen, bis der Zug abgeht. Das geht auf großen Stationen, von denen die Züge ihren Ausgang nehmen, ganz gut, und auch die Bahnsteigsperre bildet dagegen kein erhebliches Hindernis. Die Eisenbahnverwaltung selbst erleidet durch solche Manipulationen nur ausnahmsweise Schaden, UM so mehr fügen ihn sich damit die Reisenden untereinander selbst zu. „Leben und leben lassen!" Dieser Grundsatz sollte auch beim Reisen nicht außer Acht gelassen werden. Aber nirgends so wie auf der Reise glaubt ein jeder genötigt zu fein, den nacktesten Egoismus berauszukehren, nirgends mißachtet man fo oft die Ansprüche und Anrechte seiner Mitmenschen und nirgends auch setzt man sich so leicht über Gewissensskrupel hinweg. Vom rein menschlichen Standpunkte aus kann man nur wünschen, daß an Stelle der Rücksichtslosigkeiten aus der Reise mehr und mehr eine vollständige Beurteilung und Achtung der gegenseitigen Pflichten und Rechte treten möge. Aber auch die Eisenbahnverwaltungen selbst — die dazu nicht viel thun können — haben ein Interesse an der Besserung dieser Verhältnisse, denn ihnen find zufriedene Reisende von Wert, und die Rücksichtslosigkeiten auf der Reise schaffen nur zu oft Unzufriedene und Uebelgelaunte." Vermischtes. * Wie wird man Bergsteiger? Im Wiener Fremdenblatt plaudert Ferd. Groß mit gutem Humor über die Kunst, in 24 Stunden ein" Naturfreund zu werden und widmet dabei der Bergsteigerei folgende Worte: „Um als Bergsteiger auftreten zu können, schafft man sich das entsprechende Kostüm an. Es wird aus Loden verfertigt, doch verwendet man es nicht im neuen Zustande, sondern bemüht sich, ihm den Anschein der Abgenutztheit und Verbrauchtheit zu geben. Einige Fachleute raten, es zu diesem Zwecke in den Rauchfang zu hängen, doch genügt auch das um so viel einfachere Verfahren, es ein bis zwei Jahre hindurch von einem kräftigen Bauernburschen tragen zu lassen, bevor man es für sich in Gebrauch nimmt. An dem Hute, den man am besten von einem Kavalleristen mürbe reiten läßt, befestigt man eine Hahnenfeder. Von den Knien bleibt ein Stückchen frei sichtbar. Die Füße bekleidet man mit schweren genagelten Schuhen, in deren Benützung man sich vorher auf einem persischen Salonteppich einübt. Auf den Rücken packt man sich einen Rucksack mit Proviant und Steigeisen. In die Rechte nimmt man den Bergstock, dessen Handhabung auf ebenen Spaziergängen allerdings nicht über Nacht zu erlernen ist. Schneebrillen find nicht obligatorisch, aber auch mit ihnen bewegt man sich ziemlich sicher, sobald man sich an sie gewöhnt hat. Weiß man sich ausgerüstet, fo trachtet man, sich die wichtigsten bergsportlichen Fachausdrücke ins Gedächtnis zu prägen, und ist auch das geschehen, so lernt man einzelne Bergtouren aus- wendig. Will man hie und da einen Berg leibhaftig besteigen, so steht einem das frei, hat aber keinen weiteren Wert. Als die interessantesten Matadore des Hochtouristen- latein fand ich biqenigen, die nie persönlich eine Bergspitze belästigt haben. Wer die Bedrohniffe der Bergwelt nicht durchgemacht hat, wird sogar viel freudiger von ihnen berichten, als wer sie in der Praxis kennen gelernt hat. Hat man sich innerlich und äußerlich gehörig ooibereitet, trete man ohne jede Furcht als Hochtourist auf. Will man einen sehr günstigen Effekt bewerkstelligen, so verhalte man sich im Umgang so zurückhaltend wie möglich. Bescheidenheist ist eine Zierde des Bergsteigers. Man dränge sich nicht mit Relationen über Erlebnisse vor. Ohne ausdrücklich aufgefordert zu werden, renommiere man nicht mit den hochtouristischen Beschwernissen, die man überwunden hat. Es genügt, wenn man, sowie eine Bergtour erwähnt wird, mitleidig lächelt und halblaut die Bemerkung hinwirft: „Bagatelle! Davon spricht man doch nicht." Darauf fragt unbedingt eine Stimme aus dem Zuhörerkreise: „Sind Sie Bergsteiger?" Man erwidert: „Ein wenig. Vorige Woche war ich auf dem Großglockner." — „Ganz oben?" — „Natürlich. Unter 3000 Meter mache ich überhaupt keine Tour." Und nun rezitiert man einige dankbare Besteigungen, aber ohne Prahlerei, in einem Tone, als berichte man über eine Fiakerfahrt in den Prater. Die gefährlichsten Stellen aus dem „Illustrierten Führer" teile man genau wörtlich mit, auf daß man keinen Jrtum begehe. Es klingt imposant, wenn einer es ruhig und sicher herleiert: „Von der Erzherzog Johann-Hütte (3465 Meter) leicht auf steiler Firnhalde zum befirnten Vorsprunge des Glöckner, dem sogenannten Kleinglockner, zirka 3760 Meter" u. s. w. Wer die nötige Phantasie besitzt, schmücke die vom Reisehandbuche gelieferten Daten mit Florituren au«, flechte kleine Erlebnisse ein, heitere Gespräche mit einem urwüchsigen Bergführer (per „Du"), abenteuerliche Episoden. So oft wie möglich, streue er die Worte: „Pickel", „Drahtseil", „Scharte", „Moräne", „Eisfeld", „Kamin" ein. Daß letzterer dem Touristen nicht zum Einheizen dient, halte man sich stets gegenwärtig, um sich keine Blöße zu geben. Wer diesen Zweig der Naturfreundschaft mit mehr als alltäglicher Nachdrücklichkeit betreiben will, tritt in einen Touristenklub oder Alpenverein als Mitglied ein. Den Monats- und Jahresversammlungen wohnt er dann mit jener Unerschrockenheit bei, die der Naturfreund an den Tag legt, wo und wann immer feine Herzensneigung in« Spiel kommt." ftä'lW d°4 ".Nelloi ei» r \N« 4 Wefett,’ *W ffiit i, e^Wrroti|e L®m geht auf ™Wmen, dayen fein g erleidet taieise Schaden, n MineiuMer a^atz sollte auch Aber nirgends tV zu sein, den t mißachtet man Menschen und Gemissensitrvpe! e aus kann man 'sigknten auf dn Beurteilung und >te treten möge. - die byu nicht der Besserung u Reisende Don Hr scho^rn nur :ner Fremdenblatt der die Kunst, in mb widmet dabei i Bergsteiger auf* sprechende Kostüm rrwendet man es ich, ihm den An- zu geben. Einige en Rauchsang w l einfachere Ber* in einem Wigen. lan es für sich in Ul am besten von Gefestigt man eine >tüctd)cn frei sicht* nagelten Schuhen, einem persischen t man sich eine« die Rechte nimmt \ (owxn ^W'uv einen ist. 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Bei der Anmeldung ist ein ärztliches Zeugnis vorzulegen, in welchem die Notwendigkeit einer Badekur bescheinigt sein muß. ES ist nicht auSgeschloflen, daß Kindern, welche bereit» auf Kosten der Sparkaffe eine Badekur durchgemacht haben, di Kosten für eine weitere Kur bewilligt werden können. Die Pfarrämter und Bürgermeistereien ersuchen wir, uns die einlaufenden Meldungen mit den ärztlichen Attesten und einer Bescheinigung über die Bedürftigkeit der betreffenden Eltern bis längstens Ende Januar k. I. zusenden zu wollen. Wir bemerken noch, daß Kmder unter 3 Jahren und Knaben über 14, Mädchen über 15 Jahre nicht ausgenommen werden können. Gießen, den 6. Dezember 1898. Direktion der Spar- und Leihkasse Gießen. I. E.: Wiener. 20 Jagdverpachtung. Die der Stadt Hungen zustehende Mr Feld* und Waldjagd ea. 1800 Morgen zusammenhängender Wald und 4800 Morgen Feld, soll am 4 Februar d. I«, nachmittags 3 Uhr, auf 6 Jahre in vier Jagdbezirken oder zusammen auf hiefigem Rathause öffentlich verpachtet werden. Der Jagdbezirk, der schönste der Gegend, hat einen reichen Bestand an Rehwild, Hasen, Fasanen und Enten. Wir bemerken noch, daß die Bahnstation Hungen in der Mitte des Jagdbezirks (Wald- und Feldjagd) liegt und deshalb mit der Bahn Frankfurt a.M — Hungen (über Friedberg), Gelnhausen—Hungen, Gießen— Hungen und Laubach—Hungen bequem täglich 3- bis 4mol zu erreichen ist. Hungen, den 3. Januar 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Buttron. 395 MukM- und Marmor-Induline Aug. Gabriel jr., Giessen Abendstern. 498 la. Marmor- und chraukalk m Stiidirn und gemahlen. Beste Ringofensteine. — Marmorwaren allerArt. A^ction. Am Montag, den 16. Januar, vormittags 11 Uhr, sollen aus dem Posthofe an der Bahnhofstraße öffentlich gegen sofortige Zahlung verkauft werden: Steinplatten, Eisenteile, Thüren, Holz re., sowie ein Brunnen- schling (Brunnendeckel). 421_____________Die Bauleitung. Jagkwerpachlung Mittwoch den 8. Februar, nachmittags 1 Uhr, soll die der Gemeinde Harbach zustehende Feld- und Waldjagd auf wettere 6 Jahre auf dem Bureau der unterzeichneten Bürgermeisterei öffentlich verpachtet werden. Harbach, den 12. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Harbach. __Münch.________555 Iagdverpachtung. Dienstag den 7. Februar 1899, vormittags 11 Uhr, soll die der hiesigen Gemeinde zustehende Feld« und Waldjagd in der Wohnung des Gastwirts Hofmann dahier unter den vor der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf wettere 6 Jahre verpachtet werden. Freienseen, am 12. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Freienseen. Löber. 556 -ilnßeigmuilU'il Holz-Verkauf. Aus dem Körnberg bei Ganseburg verkauft Unterzeichneter ca. 65 fm Fichten-Stamm und Derb- staugenholz. Liebhaber find gebeten, biszum 20. d. Mts. gefl Angebote abzugeben. Nähere» sagt Förster Schäfer in Annerod und H. Adami, Gießen, 473 Südanlage 19. Kun- und Fchmtthch- Nerstkigeryng. Montag den 16. Januar d. I», vormittags 9'/z Uhr, sollen im Wettershain er Gemeinde wald, Distrikt Streithain, Dirtzenkops und Windkopf, nachverzeichnete Holzsortimente an den Meistbietenden versteigert werden: 28 Stück Eichenstämme mit 20 fm Inhalt, 146 „ Fichtenstämme m.81,67frn Inhalt, darunter Stämme über 3 fm Inhalt. 105 „ Ktefernstämmem.84,46frn Inhalt, 266 „ Fichten Derbstangen mit 17,38 fm Inhalt, 100 Reisstangen mit <,37 fm Der Anfang ist im District Streithain, an der Kreisstraße Weitershain—Lumda, am Eingang des Waldes. Wettershain, am 7. Januar 1899. Gr. Bürgermeisterei Weitershain. ______________Faulstich.__________493 Holzversteigerung im Ambacher Gemmdewald. Mittwoch den 18. Januar 1899, vormittags vou IO Uhr au, sollen im Steinbacher Gemeindewald, Distrikt Helgenwald, versteigert werdc n: 40 Eichenstämme von 16 bis 34 cm Durchmesser und 6 bis 14 m Länge, 15,60 fm, 150 Nadelstämme von 14 bis 30 cm Durchmesser und 6 bis 14 m Länge, 30 fm, 982 Nadel - Derbstangen von 7 bis 13 cm Durchmesser und 5 bis 12 m Länge, 42 fm, 550 Nadel - Reisstangen von 3 bis 6 cm Durchmesser und 3 bis 5 m Länge 4,27 fm. Zusammenkunft morgens 10 Uhr am Wege von Garbenteich nach Lich, Va Stunde von der Eisenbahnstation Garbenteich. Steinbach, am 6. Januar 1899. Gr. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. [422 Holzversteigerung. Montag den 16. Januar l. Js., vormittags 9 Uhr, kommt im Ruppertsburger Gemeindewald, Distrikt Rüden und Buchwald, folgendes Holz zor Versteigerung: 100 Fichtenstämni' mit 50 fm Inhalt, 30 Kiefernstämme mit 14 fm Inhalt, 970 Fichten-Derbstangen mit 48 fm Inhalt, 670 Fichten-ReiSstangen mit 7 fm Inhalt, 103 rm Buchen-Scheitholz, 54 „ Buchen-K'tüppelholz, 7,5 „ Erchen-Knüppelholz, 10 „ Nadel-Knüppelholz, 189 „ Buchen-Reisig, 20 „ Eichen-Reisig, 32 „ Buchen-Blöcke, 40 „ Nadel-Stöcke, 18 „ gemischtes Knüppelholz (Dörrholz), eine große Quantität Nadel-Reisig in Abteilungen. Das Dürrholz und die Nadel- Reisige werden nicht vorgezeigt und können vorher eingesehen werden. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Steinbach. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Rüden oben an der Eisenbahn Hungen - Laubach. Ruppertsburg, den 9. Jan. 1899 Gr. Bürgermeisterei Ruppertsburg. Lehr. 499 Holzversteigerung in der Fürstliche« Gerfirstnei Fich. Es sollen versteigert werden: Montag den 23. Januar, von vormittags 91/2 Uhr an, im Distrikt Rtedwald: Buchen: 23 rm Scheiter, 16 rm Knüppel, 11 rm Stöcke, 500 Wellen; Eichen: 8 rm Scheiter, 28 rm Knüppel, 20 rm Stöcke, 700 Wellen; Nadelholz : 5 rm Scheiter, 40 rm Knüppel, 200 rm Stöcke, 1800 Wellen. Die Zusammenkunft ist auf der sog. Psaffenschneise, Fußpfad Hattenrod Ettingshaufin,beim aufgearbeiteten Holz, Brennholz Nr. 132 bis 157. Dienstag den 24. Januar, von vormittags Uhr an, in den Distrikten Schmerhütte und Fuchs strauch und Höler (hier nur etwas A sputzholz im Hinteren Höler): Buchen: 14 rm Scheiter, 13 rm Knüppel, 6 rm Stöcke, 200 Wellen; Eichen: 60 rm Scheiter, 133 rm Knüppel, 198 rrn Stöcke, 3900 Wellen/ Nadelholz: 2 rm Scheiter, 18 rm Knüppel, 22 rm Stöcke, 700 Wellen; Birken: 4 rm Knüppel, 70 Wellen; Weichholz: 8 rm Knüppel, 300 Wellen. Das Eichen Welkscheitholz, die Eichen- Scheitbrocken, das Kiefern-Rundscheit- aolz werden gelegentlich der Nutzholzversteigerung verkauft. Die Zusammenkunft ist bei dem abgetriebenen Wäldchen inmitten der Braunfelser Wiesen (Abts- oder Haselnuß-Wäldchen), nicht weit von Goppelts Bahnwärterhaus. Lich, am 12. Januar 1899. 558 Dr. Dieffenbach. Schweizerkäfe, ff. Emmenthaler ä Pfd. 90 Pfg., ff. Edamer & Pfd. 90 Pfg., Fromage de Brie ä Pfd. 1,15 Mk., ff. französische Caprera-Käse Stück 45 Pfg., Gervais-Käse Stück 28 Pfg., Sckloßkäse Stück 20 Pfg., Kräuterkäse Stück 18 Pfg., Frühstückskäse Stück IO und 12 Pfg., Münchener Bierkäse Stück 8 Pfg., Handkäse Stück 4 Pfg., Limburger Käse ä Pfd. 50 Pfg. empfiehlt 319 W. Ullrich, Schloßg. 5, Tiefenweg 6. Husten, Heiserkeit, Verschleimung lindert man mit Erfolg mit den seit Jahren bewährten Walthers Fichtennadel-Bonbons. Bestandtteile : Zucker und 1 Proz. Fichtennadel-Extrakt. 18 In Pagketen a 80 und 50 Pfg. bei: Gustav Walter. Gesehw. Alleiipiitil, Chocoladen-Geschäft, Plockstr. » Plockstr. » empfehlen 11021 vorzügliche, garantirt reine Puder-Cacaos pr. Pfd, 1.60, 1.80 bis 3.— Mk. 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