ai»| Hack, r«io lläfhiifff r“Concert : ®M,a» Jenner, "" ;gen ^°Pran) M tto Mozart, schenke Preisen ies Kirchenplatt 14, r Trauringe massiv goldene** gesetzlich 585 gestempelt >° 8460 ! »Men Weiten vorrätig. ahre Garantie, und billig, tllnrot; 2. arsümerie. in der ersten Finnen. Toiletteartikel gen. 8416 schmuck. Saison MAGGI igtn 6d|l. Seist Ist w rttll- te i>. Drcember 1S99 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. JSerugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg monatlich 75 Psg. mit Bringcrlohn. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen de- In- und Ausland«- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Nnnatzme »en Anzeigen zu der nachmittags für den ßOlßende» Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. erscheint täglick nut Ausnahme de» MsntagS Die Gießener Kamiltendlätter »erden dem Anzeiger Wöchentlich viermal ld|Ht|L Aints- uitb 2lnzeigeblertt für den Ureis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Achntfira-e Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde.__ Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietz«. Fernsprecher Nr. 51. * Vom Kriegsschauplatz. Wie zu erwarten war, wirkt die Kunde von der Niederlage Gataere's, der übrigens nach einer amtlichen Depesche aus Prätoria bei Stormberg 67 2 Mann an Gefangenen verlor, während die Zahl seiner Toten und Verwundeten unbekannt ist, in England höchst deprimierend, zumal da der Rückzug Gatacre'S einer Flucht verzweifelt ähnlich sah. Der „Standard" sagt fast mit unseren eigenen Worten: Gataere's Niederlage wird der wachsenden Insurrektion neuen Brennstoff zuführen, die Kunde der Katastrophe wird wie ein Feuerbrand durch die Kolonie laufen. Hier haben wir wieder einen neuen Ausschub jenes schnellen, siegreichen Vormarsches auf die Hauptstädte der Buren, von der Sanguiniker bereit« im Oktober sprachen. Das Blatt fordert dann Buller auf, durch einen zermalmenden Schlag am Tugela- Fluffe das britische Prestige wiederherzustellen. — Die „Times" schreiben, es wäre kindisch, den Ernst der Niederlage zu unterschätzen; sie sei eine Wiederholung des Unglücks von Nickolsons Nek. Die politischen Konsequenzen würden nur zu wahrscheinlich eine ernste und sofortige Wirkung auf die militärische Lage haben und möglicherweise recht unangenehm und bedrückend sein. Jedoch sei absolut sicher, daß keine zeitweilige Niederlage den endgiltigen Ausgang des Krieges berühren könne. „Daily Chronicle" findet, die Niederlage mache starke Anforderungen an die Geduld, welche die Minister predigen, sie sei die schlimmste Illustration von dem unzureichenden Kundschaftsdienst und der Ausrüstung der englischen Armee. Man glaubt, daß die Details der Schlacht noch viel vernichtender sind, als das, was das Kriegsministerium veröffentlicht hat und nimmt an, Gatacre werbe sich nach Queenstown zurückziehen und sich bis zur Ankunft der Verstärkungen auf die Verteidigung beschränken müssen, lieber den Verlauf des Kampfes wird noch gemeldet: London, 12. Dezember. AuS Molteno etngetioffene Meldungen besag n GatacreS Truppen marschierten fteben -Stunden, fortwährend auSglettend und hinfatlend, bis sie da« natürliche Batst', erreicht hatten, an deffen Ende fich die Haupt- posttton des Feinds auf Root Kop befand. Der Tag brach an und eS war ziemlich hell. A s die irischen Schützen und Gatacre mit feinem Stab eben in die Tbatsenkung etnbogen, eröffnete der K-tnd auf dem rechten F ügel unerwartet ein verheerende« Feuer. Auf die Schützm folgten btc Northambeiländer und die Füsinere, den N-chtrab bildete die Artillerie. Die Kolonne marschierte in Vterer-Zügen ; trotz der Plötzlichkeit deß Angr ff4 entstand Line Konfuston. Gatacre und die Oifistere brachten die Truppen mit großer Kaltblütigkeit in G-fecht«auiN.llung, und br Kampf tobte; die Artillerie ei reichte eine Position auf der linksseitigen Anhöhe; die Infanterie erklomm den Hügel, doch geriet sie, oben angekommen, unter furchtbare« Gewehrfeuer von drei Seiten und mußte fli hen. D e Artillerie deckte den Rückzug, Nun brachten die Buren ihre Geschütze den Hödenzug entlang und werfen meilenweit Granaten unter die daS Thal entlang fliehenden Truppen; sie schoffen vorzüglich und die Granaten krepierten stets dicht bet den Fliehenden. Schließlich eröffneten die Buren von der Anhöhe, welche die Straße beherrschte, ein verheerendes Gewehr feuer auf die Fii henden. Gatac eS Heerestrümmer trafen 11 Ubr morgen« in Molteno ein. Die StL-ke dcS Feind.« wiid auf 6000 Mann geschätzt in einer faktisch uneinnehmbaren Stellung. Nach dieser Schilderung müssen die Verluste Gatacres an Totcn und Verwundeten viel größer gewesen sein, als er sie angiebt. Die Londoner Blätter verlangen einstimmig, daß die in Mobilisierung begriffene siebente Division unverzüglich nach Südafrika gesandt werde. Während so im Zentrum des Kriegsschauplatzes die Karten sich leicht übersehen lassen, ist die Situation am Modder-River nach wie vor unklar. Heute meldet man: gottrenco MarqueS, 12. Dezember. Eine amtliche Depesche aus Prätoria besagt: Am Midder-River kam eS gestern abend zu einem Gefecht. General Cronje behauptete ferne Posrtton und machte 60 Gefangene. . Das find mit den 672 bei Stormberg abgeschntttene zusammen schon über 720. Wenn die englischen Truppen sich so leicht von den Buren escamotieren lassen, so werden in Prätoria, wo schon gegen 2000 Mann „Frieden im Krieg" spielen, bald mehr Engländer als Buren sein. Leider ist auch aus dieser Meldung nicht zu erkennen, ob das Gefecht am rechten oder linken Modderufer stattgefunden hat, aber jedenfalls war es für die Buren erfolgreich. Offenbar ist das Gefecht identisch mit dem vom „Reuterschen Bureau" unterm 10. Dezember aus Modder-River-Station gemeldeten, in welchem die Stellungen der Buren vollständig demaskiert und die feindlichen Geschütze nach einer Stunde zum Schweiaen gebracht worden sein sollen. Thatsächlich handelt es sich wieder um einen total verunglückten Versuch Lord Methuen's, die feindliche Um» H ammerung zu durchbrechen. London, 12. Dezember. Dem „Chicago Chronicle" zufolge sollen die Freunde des bisherigen amerikanischen Konsuls in Prätoria, Macrum, der Meinung sein, daß dieser mit wichtigen Mitteilungen für das Svaatsd eparte ment, die er nicht telegraphieren konnte, nach Amerika zurückkehre. Er überbringe einen an Mac Kinley und den Kongreß gerichteten Appell Krügers, worin dieser die Union auf fordert, falls kein Bündnis zwischen ihr und England bestehe, dies auch der Welt zu zeigen, indem sie die Initiative zu einer europäischen Intervention ergreift, welche dem Kriege in einer für Transvaal ehrenvollen Weise ein Ende machen würde. — Heber die Zustände in Ladysmith wird berichtet, daß daselbst Gatacres Niederlage deprimierend gewirkt hat und daß nunmehr viele Holländer, welche bisher damit gezögert hatten, sich den Buren anschließen werden. — AuS Lourenco-Marquez wird gemeldet, daß die Buren englische Depeschenträger, welche Meldungen aus Ladysmith mit sich führten, abgefangen haben. Aus ihren Botschaften geht hervor, daß Menschen und Pferde inLadysmith nurnochhalbe Rationen erhielten. Der Whisky koste zwanzig Schillinge die Flasche, Milch und Konserven zwei Schillinge sechs Pence die Büchse. Bier sei nicht vorhanden; das Rathaus und das Kloster seien zerstört. Eine Granate sei in das Hotel Royal gefallen, wo man gerade beim Diner war. Das Geschoß habe den daselbst befindlichen Doktor Stark getötet. Ferner seien das englische Kirchenportal und noch zahlreiche andere Bauwerke durch Granaten in Trümmern gelegt. — Aus Kapstadt wird berichtet: Gerüchtweise verlautet, daß gestern den ganzen Tag über beim Mod- derfluß gefochten worden ist. Einzelheiten fehlen. — Aus Liverpool wird gemeldet, daß die dortige öffentliche Meinung über die neue Niederlage der Engländer sehr entrüstet sei. Das Publikum beschuldigt ganz besonders den höheren Generalstab. — Aus Colenso wird berichtet, es ständen nur noch zwei Pfeiler der zerstörten Brücke. Fokales und Provinsieües. Gießen, den 13. Dezember 1899. •* Am vergangenen Samstag Abend versammelten sich die Mitglieder des Gießener Männr Gesangvereins, sowie eine Anzahl geladene Gäste in Steins Saalbau zur Feier des 11jährigen Bestehens des Gesangvereins, und wurde die Feier, welche in einem Bierkommers bestand, von dem derzeitigen 1. Vorsitzenden, Herrn Krieb, mit einer schwungvollen Rede eröffnet, welche darin gipfelte, daß es dem Verein nicht um Kunstproduktionen zu ihun sei, sondern derselbe im Sinne der Devise: „Einfach und gut!" in der bestmöglichsten Wiedergabe des Volksliedes seine Freude suche, und wurde dann auch das vom Redner aus gebrachte Hoch auf ein ewiges Blühen und Gedeihen des Vereins von allen Anwesenden mit Enthusiasmus ausgenommen. Daß unter der vorzüglichen Leitung seines Dirigenten, des Herrn Musikdirektors Krauße, der Verein sich überall mit dem besten Erfolg kann hören lassen, bewiesen die in mustergiltiger Weise vorgetragenen Gesänge, von welchen nur einige hier erwähnt seien: „Brüder reicht die Hand zum Bunde", „Nach der Heimat möcht' ich wieder", „Zieh' hinaus beim Morgengrauen" rc. rc. Die ferner zur Verherrlichung des Abends in durchaus gewandter und ansprechender Weise vorgetragenen komischen Stücke durch die bewährten Kräfte, der Herren Haus und Holl mann, fanden ebenfalls verdienten Beifall. Alles in Allem kann der Männer-Gefangverein stolz fein auf feine stattliche Milgliederzahl, sowie auf die gesanglichen Leistungen und nicht zum wenigsten auf die unter den Mitgliedern herrschende Harmonie und Brüderlichkeit. In diesem Sinne und mit dem ehrlichen Wunsche, daß sich der Gießener Männer - Gesangverein immer kräftiger entfalten möge, fei demselben hierdurch ein herzlicher Sängergruß dargebracht. ** Steinkohlenbezugsgesellschast Gießen. Am Montag- abend fand die diesjährige General-Versammlung obiger Gesellschaft statt. Aus dem Bericht des Vorsitzenden war zu entnehmen, daß die Gesellschaft am Schluffe des Geschäftsjahres (Ende Juli) 625 Mitglieder zählte, und daß diese Zahl heute 696 beträgt. Die Gesellschaft besteht erst drei Jahre. Am Ende des ersten Jahres betrug btc Mitgliederzahl 345, am Schluffe des zweiten Jahres 475. Diese Zahlen geben am besten ein Bild von der Beliebtheit eine« solchen, den heutigen Verhältnissen angepaßten Vereins. Im abgelaufenen Jahre hat der Verein 249 Waggon Kohlen bezogen und dafür einschließlich der Ver- waltungskosten 52,345 Mk. verausgabt. Es berechneten sich die Winterkohlen zu Mk. 1.04, die Sommerkohlen zu Mk. 1, die Anthracitkohlen zu Mk. 1.48. — Die Rechnung war von drei Revisoren geprüft und richtig befunden worden. Es konnte daher dem Rechner und dem Vorstand Entlastung erteilt werden. Die Statuten wurden dem bürgerlichen Gesetzbuch angepaßt und auch beschlossen, den Verein bei Gericht eintragen zu lassen. Wir können noch bemerken, daß die Beiträge monatlich im Voraus erhoben werden, und dem in dem Geschäftsjahr gewünschten Kohlenquantum entsprechen müssen. Der Erheber braucht nicht zwetmal die Quittung zu präsentieren. Kann aus irgend einem Grunde der Beitrag bei Erscheinen des Erhebers in der Wohnung des Mitgliedes nicht bezahlt werden, so ist derselbe dem Erheber ins Haus zu bringen. Die eingehenden Gelder werden, soweit sie nicht augenblicklich verausgabt werden müffen, zinsbringend angelegt, und kommen die Zinsen den Mitgliedern zu gut. Anmeldungen können jederzeit beim Vorsitzenden, Herrn DickorL, Schanzenstraße, wie auch bei den übrigen Vorstandsmitgliedern ersolgen. ** Die Säcularpostkarte wird sich dadurch auszeichnen, daß die neue Germamamarke von einem Lorbeerzweig um» rahmt ist, während in der linken Kartenccke eine ausgehende Sonne mit der Zahl 1900 prangt. Der Bedarf soll auf V/2 Millonen Stück veranschlagt fein. Die Postverwaltung will die Karten am 30. und 31. Dezember ausgeben. Zur hessischen Staatslotterie wird dem „Darmstädter Tägl. Anz." gemeldet: Die Slaalsregierung hat sich für einen von fünf ihr von der Staatslotterie-Kommission vorgelegten Verlosungsplänen definitiv entschieden, und die Veröffentlichung dieses Planes wird im Laufe der nächsten Woche erfolgen, lieber die zu verleihenden Titel Hauptkollekteur und Kollekteur ist folgendes bestimmt worden: Wer 100 bis 500 Lose abnimmt, wird Kollekteur, Hauptkollekteur, wer 500 und mehr Lose auf eigene Rechnung abnimmt. Unter 100 ganze Lose werden nach den Städten des Landes nicht abgegeben. Die Hauptkollekteure, die also 500 und mehr Lose beziehen, erhalten Vorzugsbedingungen. — Wie weit diese Meldung richtig ist, sei dahingestellt. Die bisher über die hessische StaatSlotterie gebrachten Meldungen haben sich als wenig zuverlässig erwiesen. Warum hüllt sich die betreffende Behörde in einer das ganze Land interessierenden Angelegenheit in ein so geheimnisvolles Schweigen, das sich sogar auf von freundnachbarlicher Seite erhobene schwere Vorwürfe erstreckt? *♦ Trotz der nun löjahr. Einführung des Krankenkayen. gefetzes herrschen immer noch Zweifel, ob auch Handlungs- lehrlinge versicheruugSpflichtig sind. Folgender Fall möge zur Belehrung dienen und säumige Arbeitgeber an ihre Pflichten erinnern: Ein Kaufmannslehrling, welcher in einem Darmstädter Geschäfte etwa 2 Jahre beschäftigt war und wöchentlich 2 Mk., in letzter Zeit 3 Mk. erhielt, wurde krank und starb nach kurzem Krankenlager. Der Prinzipal, welcher die Anmeldung versäumt hatte, mußte laut „D. T. A." für Krankengeld, Sterbegeld, die Doktor- und Apothekerrechnung, Nachzahlung des ganzen Betrages usw. aufkommen, und betrugen diese Kosten ca. 100 Mk. Bemerkt sei noch, daß in diesem Falle die KrankheitSzeit kurz, die Doktor- und Apothekerrechnungen klein waren. Die Ortskrankenkasse „Merkur" für Handlungsgehilfen und Lehrlinge zahlt 26 Wochen Krankengeld bei freien Aerzten und Heilmitteln. Hiernach läßt sich leicht berechnen, welche enormen Kosten einem Arbeitgeber erwachsen können, wenn er Anmeldungen versäumt, zudem fich die Leistungen der Kasse mit der Höhe der Gehälter, zu welchen auch Naturalverpflegungen gehören, vergrößern. So betrugen die Kosten, welche in einem anderen ähnlichen Falle bezahlt werden mußten, über 200 Mk. Mögen diese Zeilen eine Mahnung an die Arbeitgeber sein und daran erinnern, wie versäumte Anmeldung ober falsch angebrachte Sparsamkeit zu großen Ausgaben Veranlassung geben können. *♦ Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Schlosser Adam Brandenstein aus Frankfurt a. M., Fahrbursche Mathäus Haas aus Klein-Steinheim und Fabrikarbeiter Anton Trautwein aus Aschaffenburg, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Steinbrecher Joachim Bressa aus Cuidais in Italien, Knecht Josef Schmelz aus Bamberg und Küfer- geselle Karl Reinhold Scholz aus Saegen, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Bingen; Photo graphgehilfe Hugo Eber le braun alias Adolf Eberle aus Schleswig-Holstein wegen Unterschlagung von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Liehschweizer Ferdinand Goldiger aus Gommiswald in der Schweiz wegen Straf- Vollstreckung vom Großh. Amtsgericht Oppenheim; Fuhr- knecht Heinrich Graber aus Kaiserslautern aus gleichem Anlaß vom Großh. Amtsgericht Lorsch; Dienstknecht Valentin Groß aus Albisheim und Dienstknecht Heinrich Michel aus Ramsen, beide wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Pfeddersheim; Händlerin Regine Hardt Witwe aus Medenbach wegen Betrugs i. w. R. von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Fabrikarbeiter Fritz Hauck aus Zwingenberg wegen Diebstahls vom Großherzogl. Amtsgericht I zu Darmstadt; Peter Georg Joch um aus Pfungstadt wegen Strafvollstreckung vom Großherzogl. Amtsgericht Darmstadt II; Schreinergesclle Otto Meidt aus Schotten wegen groben Unfugs vom Großh. Amtsanwalt zu Büdingen; Schuhmachergeselle Hugo NadolSky aus Hammerstein wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt I zu Darmstadt; Johann Baptist Scherfius aus Ockenheim wegen Körperverletzung vom Großh. Amtsanwalt zu Alzey; Dienstknecht Karl Gottfried Schönleber aus Perouse wegen Diebstahls von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Blumenverkäuferin Antonie Spycha- lowicz aus Adelnau wegen gleichen Vergehens von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Dienstknecht Peter Stein aus Hammelbach i. O. wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Pfeddersheim; Glasmacher August Eller aus Kreuznach, Techniker Karl Holzhäuser aus Saarbrücken, Kindermädchen Rosa Krämer aus Wiesgen, Schmiedegeselle Wilhelm, gen. Valentin Kratz, aus Stromberg und Küfer Hermann Zahn aus Cumenau, sämtlich wegen Straf- Vollstreckung vom Großh. Amtsgericht Bingen; Dienstmagd Katharina Gemein der aus Biebrich, Schuhmacher Konrad Odenwald aus Fulda, Rekommandeur Heinrich Leube aus Besenkamp, Taglöhnerin Elise Bub aus Mainz und Dienstmagd Marie Stadtmüller aus Ingolstadt, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großherzogl. Amtsgericht Mainz. Darmstadt, 12. Dezember. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben heute mittag 128/4 Uhr den bisher am Großherzoglichen Hofe beglaubigten König!. Preußischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Wirklichen Geheimerat Grafen v. d. Goltz behufs Entgegennahme seines Abberufungsschreibens in besonderer Audienz zu empfangen geruht. A Babenhausen, 12. Dezember. Einen gesegneten Appetit entwickelt offenbar der Metzger und Schweinehändler P. E. in unserer Nachbargemeinde Schaafheim. Derselbe vertilgte nämlich dieser Tage in 1^ Stunden eine Fleischwurst von 1.20 Meter Länge und über 3 Centimeter Dicke. Dazu goß er ein ansehnliches Quantum Bier „hinter die Binde". Es war dies eine Gratis-Mahlzeit. Ebenso tüchtig vermag E. aber auch zu arbeiten. Unlängst trug er ein Viertel Fleisch von Großostheim nach Schaafheim, führte gleichzeitig eine Kuh und trieb zwei Schweine. In Großwallstadt kaufte er sich einen Wagen und zog denselben, da ihm ein Gespan« fehlte, die 2*/, Stunden Wegstrecke nach Hause. A Seligenstadt, 12. Dezember. Die Ehefrau eines hiesigen Schreinergesellen glitt auf ihrer Haustreppe aus Und erlitt einen schweren Knöchelbruch des rechten Fußes. — Das zehnjährige Söhnchen einer hiesigen Arbeiterfamilie fiel gestern im Wohnzimmer beim Spielen wider den glühenden Ofen und zog sich namentlich längs des linken Beines entsetzliche Brandwunden zu. A Bieber bei Offenbach, 12. Dezember. Der Jagdaufseher Ulbrich dahier fing dieser Tage im hiesigen Gemeindewalde mittelst einer Teller falle einen Fuchs, der ein Lederhalsband mit einem Stück Kette trug. Der bisherige Gefangenschaftsort des Ausreißers konnte bis jetzt nicht ermittelt werden. Ulbrich fing jetzt schon drei mit Halsbändern versehene Füchse. Junge Füchse sollte man nie in der Gefangenschaft halten, vielmehr sofort töten. Sie nehmen in der Gefangenschaft doch jede G legenheit zur Flucht wahr und werden dann dem Wildstande gefährlich. A Aus dem unteren Maingau, 12. Dezember. Die Maul- und Klauenseuche greift trotz der behördlichen Bekämpfungsmaßregeln immer weiter um sich. Im Herbst trat die Seuche nur vereinzelt auf und jetzt sind die meisten Gemeinden des Gaues durchseucht. Viele Tiere fielen der Seuche bereits zum Opfer und vielerorts herrscht Mangel an Milch für die Kinder, da die Milch erkrankter Tiere nicht als Kindernahrung gebraucht werden kann, auch Erwachsenen nicht dienlich ist. Manche Landwirte erleiden an gefallenem Vieh, an verlorener Milch und durch den Verlust bei Abschaffung anderer Tiere empfindlichen Schaden. Mainz, 11. Dezember. Der bekannte Löffler'sche Mäusebazillus wird gegenwärtig auch in hiesigen Fabriken, Brauereien, Mälzereien u. s. w. mit Erfolg gegen das Ueberhandnehmen der Mäuse angewendet. In verschiedenen hiesigen großen Etablissements, die von Mäusen wimmelten, wurde das Mittel angewendet, und im Verlaufe von etwa 14 Tagen waren keine Mäuse mehr zu spüren. Mainz, im Dezember. Am nächsten Donnerstag, 14. d. Mts., vormittags 11 Uhr, hält der Mittel rheinische Fabrikanten-Verein eine Versammlung im Kasino „Hof zum Gutenberg" hier ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Reichskommissärs für die Weltausstellung in Paris, Herrn Geh. Regierungsrat Le- wald, über die Weltausstellung, sowie ein Vortrag des Herrn Redakteur W. Jutzi von Köln über den deutschen Geldmarkt im Jahre 1899. — Nachmittags 2»/t Uhr unternimmt der Verein eine Besichtigung des neuen städtischen Schlachthauses und Viehhofes und des Dampfsägewerks der Firma Dülken, Kaufhold & Cie. auf der Ingelheimer Aue. Wiesbaden, 11. Dezember. Die Kurhausn eubau- frage wirbelt gegenwärtig wieder einmal viel Staub auf. Der derzeitige Kurdirektor v. Ebmeyer hat nämlich eine Broschüre erscheinen lassen, die in ihren Ausführungen auf die unbedingte Notwendigkeit eines Kurhausneubaues hinweist. Von anderer Seite wird in den Tagesblättern gefordert, die Wiesbadener Einwohner gänzlich vom Kurhausbesuch auszuschließen, es werde dann Platz genug für die Fremden sein und das Kurhaus noch für Jahrzehnte völlig genügen. Diese Auslassung rief nun einen Strom der Entrüstung bei den zahlreichen Wiesbadenern hervor, die tägliche Besucher des Kurhauses sind. Man ist hier gespannt, wie die Angelegenheit endet, jedenfalls verläuft der ganze Streit im Sand, das alte Kurhaus, das seit 1810 Dienst thut, bleibt stehen, in demselben machen sich die Wiesbadener breit, während die zahlreichen Fremden in den feinen Hotels „Metropole", „Kaiserhof" u. s. w. nach wie vor große Summen verzehren und der städtischen Kurverwaltung das Nachsehen lassen. Cafsel, 11. Dezember. Heute vormittag erregte auf dem Oberstadtbahnhof ein martialisch aussehender Herr durch sein aufgeregtes Wesen allgemein die Aufmerksamkeit der Beamten. Als dann um 11 Uhr 50 Min. der Zug von Bebra einlief, sah man, wie der Herr auf zwei dem Zuge entsteigende junge Leute zueilte, und dieselben mit in den Wartesaal zog. Wie sich ergab, war der Fremde ein in Heidelberg wohnender Rentier, dessen Sohn, ein 16jähriger Gymnasiast, im Verein mit einem gleichaltrigen Mitschüler sich heimlich aus dem Elternhause entfernt hatte, Hm über Hamburg nach Transvaal zu reisen und den Freiheitskampf . der Buren gegen die Engländer mit kämpfen zu helfen. Nur einem Zufalle war es zu verdanken, daß die Abschiedsbriefe früher, als beabsichtigt in den Besitz der Angehörigen gelangten, und so wurde es ermöglicht, die jugendlichen Ausreißer noch rechtzeitig hier abzufangen und mit ihnen die Rückreise anzutreten. Gerichtssaal. Darmstadt, 12. Dezember. (Schwurgericht.) Wegen einer vor über 5 Jahren verübten That stand gestern der am 12. April 1870 hier geborene, ledige, unbestrafte Gärtner Wilhelm Hallenberger unter der Anklage des versuchten Totschlags. Es handelt sich bei dieser Strafsache um ein Liebesdrama, das sich am 26. Juli 1894 in der Dienerwohnung des hiesigen Amtsgerichts I abspielte und nur durch eine seltene Fügung die meuchlings Ueberfallene mit verhältnismäßig nicht bedeutenden Verletzungen davon kommen ließ. Der Angeklagte kannte die letztere, eine Tochter des Amtsgerichtsdieners R. schon seit seiner Kindheit, war ihr nach seiner Rückkehr aus der Fremde im Jahre 1893 näher getreten und beide hatten sich im Mai 1894 verlobt. Als H, der damals eine Gehilfenstelle im Herrengarten inne hatte, die Gründung eines eigenen Geschäfts in einer den Verhältniffen nicht entsprechenden, gewagten Weise (Mietung eines Ladens für über tausend Mark) beabsichtigte und die Eltern seiner Braut deshalb mit pekuniären Anforderungen anging, kam eS zu Zerwürfnissen, und die Verlobung wurde seitens der R's aufgelöst. Frau R. machte dem H. diese Eröffnung am 25. Juli, worauf derselbe unter Drohungen das Haus verließ. Er versuchte am nächsten morgen erfolglos eine Wiederanknüpfung und kaufte alsdann bei Büchsenmacher Knies einen Revolver mit scharfer Munition. Gleich darauf betrat er nochmals die R'sche Wohnung, entfernte Frau R. durch das Verlangen der Aushändigung seines Verlobungsringes auf einen Augenblick und stellte während ihrer Abwesenheit seine am Tisch sitzende frühere Braut zur Rede. Als diese seine Frage, ob sie mit der Auflösung einverstanden sei, bejahte, feuerte H. mit den Worten: „Ich will Dir das Gesicht verschinden, daß Dich keiner mehr mag" aus unmittelbarer Nähe vier scharfe Schüsse auf das junge Mädchen ab. Die Angefallene sprang auf und der erste nach dem Gesicht gerichtete Schuß traf sie am Oberkörper, die zweite Kugel verursachte an gleicher Stelle eine Kontusion und die dritte verletzte die Hand. Der Thäter lag hierauf, während sein Opfer in ein Nebenzimmer gebracht war und man nach der Polizei ging, anscheinend besinnungslos kurze Zeit am Boden, raffte sich dann auf, sprang aus dem Fenster 4,50 Meter tief in den Garten und entfloh. Er kaufte sich für seinen in der R 'schen Wohnung zurückgelassenen Hut noch einen neuen, eilte dann angeblich an den Kranichsteiner Teich, sprang hinein, gelangte jedoch als guter Schwimmer wieder ans Ufer und wandte sich ins Ausland. Den größten Teil der folgenden Jahre hielt er sich in der Schweiz auf, war aber vorübergehend in Frankreich und Italien und kehrte in diesem Jahre nach Deutschland zurück. Im Oktober wurde er in Boppard, wo er in Arbeit stand, verhaftet. Er stellte in der Verhandlung die Tötungsabsicht in Abrede und gab eine sich widersprechende Schilderung des Vorgangs. Er habe nur die Absicht gehabt, seine Braut zu erschrecken und dadurch wieder an sich zu fesseln Zur Ausführung der That sei er durch schwere Vorwürfe der R. gereizt und erst wieder seiner Sinne mächtig geworden, als er aus dem Teiche ans Ufer gelangt war. Entgegen seinen früheren Vernehmungen brachte er in der jetzigen Verhandlung neu vor, daß seine Erregung unmittelbar vor den Schüssen durch neue Vorwürfe seiner Braut noch gesteigert worden sei, was diese Zeugin entschieden bestreitet. Der Sachverständige, Büchsenmacher Knies, hat durch Versuche festgestellt, daß eine Kugel aus dem fraglichen gezogenen Revolver auf 12 Schritte ein 2*/2 Centimeter starkes Brett glatt durchschlägt. Die damals Verletzte war mehrere Wochen an ihren Wunden krank und es mußten ihr zwei Kugeln herausgeschnitten werden Im weiteren Verlauf der Verhandlung sagte die Zeugin Ehefrau R. aus, daß der Angeklagte am Tage der That morgens bei ihr den Versuch gemacht habe, sie zu einer Rücknahme der Verlobungsauflösung zu bewegen. Sie habe ihm dies im Interesse ihrer Tochter abgeschlagen und H. habe sie daraufhin mit der Drohung verlassen, wenn er seine Braut nicht bekomme, solle sie auch kein anderer haben. Zeuge Dr. Nöllner, der unmittelbar nach der That ärztliche Hilfe leistete, bestätigte, daß ihm Frau R. alsbald damals diese Aeußerung H.s mitgeteilt habe; er deponierte weiter, daß die Hauptwunde durch Eindringen einer Kugel in die Seite verursacht war und nur durch Anprallen an eine Rippe, sowie schrägen Verlauf eine sehr gefährliche, wahrscheinlich tötliche Verletzung verhindert wurde. Auch die durch die zweite Kugel hervorgerufene Kontusion faß an einer gefährlichen Stelle und die dritte Kugel traf die Hand, welche die Ueberfallene auf die erste Wunde preßte. Der Sachverständige, Kreisassistenzarzt Dr. Schäffer, stimmte den Ausführungen bezüglich der Gefährlichk-rt bei. An die Geschworenen wurde die Frage auf Totschlagsversuch und auf Antrag der Verteidigung diejenige wegen mlldcrnder Umstände gerichtet. Die Stellung einer werteren Frage auf gefährliche Körperverletzung war durch Verjährung dieses eventuellen Vergehens ausgeschlossen, da seit der damaligen h toten auf Strafverfolgung H.s gerichteten richterlichen Handlung und der neuerdings vorgenommenen ersten solchen Handlung fünf Jahre i «-rstrichen waren. In dem lebhaften 1'/.stündigen Plaidoyer sprach Großh. Oberstaatsanwalt Dr. Preetorius für Bejahung der Schuld, die sehr nahe an Mordversuch anstretfe, während der V rteidiger, Rechtsanwalt Dr. Reis, auf Grund der bei der That gefallenen Aeußerung H.s den Tütungsvorsatz bestritt und für Verneinung der Schuldfrage, eventuell für mildernde Umstände eintrat Nach kurzer Beratung bejahten die Geschworenen beide Fragen. Der Gerichtshof erkannte dem staatsanwaltlichen Antrag gemäß auf eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren 6 Monaten und rechnete keine Untersuchungshaft auf. Der Verurteilte erkannte die Enffcheidung an. — Hierauf wurde die SchwurgerichtS- tagung geschlossen.(D- Z ) Universität und Hochschule. - Bonn, 12 Dezember. Der Besuch der Universität stellt sich im laufenden Winters m fier nach dem amtlichen P^sonatoe'zetchut« auf 1886 Studieren!e gegen 1780 im vorigen Wintersemester. Die höhere Zahl detz laufenden Semesters ergieb, sich aus dem g'vtzeren B stand vom abgelautenen Sowmerfemrster, der hofo Dee außergewöhnlich sta ken Abgangs von 719 roch immer 1440 beträ.t. Der Zugang von neuen Studierenden ist ungefähr derselbe geblieben wie im Vorjahre: 446 gegen 440; der ungewöhnlich starke Abgang Um vorigen Herbst belief sich derselbe nur 656) hat die Gesam ziffer deS Besuches etwas hinter den E Wartungen zwückbteib'N 'affen, vtach den Fakultäten verteilen sich die eingetragenen Studurend'N folgenver^ maßen: 281 katholische Tbeologen. 82 eva» elische LH o-o^en, öiu Juristen, 254 Medizi5 er, 756 Angehör-ge der philosophischen Fa r-l-at. Der Zuwachs kommt vorzugsweise der juristischen (.0) und der philosophischen Fakultät e übrigen Fakultäten bezw. Abteilungen (S kt-on'n) haben gleichfalls einen kleinen Zuwachs erfahren. Von den eingeschriebenen Studierenden gehören 57 dem Ausland an (22 Ruffen, je 7 F-anzofeu und Amerikaner, je 5 Belgier und Engländer 2 Japaner vsw.) Von den Deutsch n bilden die beiden Nachbarpiovinzen Rheinland und Westfalen den Haup'bestandteil: 1274 und 212. Ihnen am nächste» kommt Hessen-Nassau m>t 78, Hannover mit 47 und d'e Provinz Sachsen m t 32 Unter den üb tuen deutschen Staaten ftebt « Idenburg und Elsaß Lotdrir gen an der Spitze mit 21 und 19, daran schließt sich Hamburg mit 11 A ß r den tmmatrckulierten Studierenden nehmen an de» Vorlesungen teil 143 Hospitant n, darunt.r 55 Damen. Die letzteren ha m gegen das vorige Winters, mester um 29 zvge- nommen. Sie stehen im Alter von 17 bis 75 Jahren und sind mit Ausnahme von 3 Russinnen, 1 Amerikanerin und 1 Sizilianerin Deutsche. Fünf sind v>rüe'ratet. Die Studienfächer der Damen sind: 2 Theologi-, 2 M.d'zi -, 2 Philosophie, 3 Ge chichle, 1 Mathematik, 1 Naturwffsei schalten, 1 Zahnbeilkunde, die übrigen Kunst, Literatur und Sprachen. Seit dem 75jährigen Jubiläum der Uni- versttät (Herbst 1893) bat sich der Besuch der U tversttät um gmau 500 gesteigert. — Der Großherzoa von M cklenburg chw"in wird sicherem Vern-Hmen noch zu Ostern k. I. die rheinische Hochschule bczi hm; der Kronpri z deS Deutschen Reichs dagegen .rst, soweit b.s jetzt b'kannt geworden, zum H rbft k. I. — München, 12. Dezember. Wie verlautet, beträgt das Gehalt des dorthin übersiedelnden Physikers Professor Dr. von Röntgen 12,000 Mk., zu denen noch Nebeneinnahmen (vurch Kolleggelder u. s. w.) in der Höhe von rund 20,000 Mk. hinzukommen. — Zürich, 12. Dezember. Im egenroärtigen Winterfemefier zählt die hiesige Universität 735 Studierende, darunter 170 Studentinnen, welche in ihrer Mehrzahl (124. bei der medizmffchen Fakultät inskribiert sind Dem Auslande gehört sowohl der größte Teil der Studierenden wie der 170 Studentinnen an, von welch letzteren nur 20 Schweizerinnen, 150 dagegen Ausländerinnen, zumeist Russinnen, sind. Frauenstudium. Der Zudrang von studierenden Frauen zur Berliner Universität ist in diesem Winter ganz besonders stark. Bis jetzt siud bereits 372 Frauen als Gastzuhörerinnen zuge'assen, gegen 241 im vorigen Winter und 186 im letzten Sommer. Nach den vorliegenden Gesuchen ist zu erwarten, daß die Zahl bald auf 400 steigen wird Die Ausländerinnen stellen ein beträchtliches Kontingent; immerhin sind die deutschen Besucherinnen noch entschieden in der M hrheit. Die Hauptgruppe bilden Lehrerinnen, die sich zur Oberlehre'innenprüfung vorbereitm und an der Universität die treffliche Gelegenheit für ihre Studien finden — Zu den diesjährigen philosophischen Lehramtsprüfungen hier in München war zum ersten Mal in Bayern eine Dame zugelassen. Sie bestand die Prüfung und zwar in der Abteilung für klassische Philologie. — Die Universität Würzburg hat die erste Studentin in diesem Wintersemester aufzuweisen. Eine Dame au8 München, die die Abiturientenprüfung bestanden, wurde durch Ministerialentschließung auf Grund der Universitätsfavungen als Hörerin medizinischer und naturro ssenschaftlicher Vorlesungen zugelasfin. — Der erste akademisch gebildete weibliche Lehrer Bayerns dürfte Fräulein Dr. Kipf- müller sein, die als „Ordinarius" der achten Klaffe der städtischen höheren Mädchenschule zu Nürnberg Anstellung gefunden hat. Die Promotion war rite in Heidelberg erfolgt. — liebet Frauenstudium an der Wiener Universität endlich finden sich in der „Wiener Hochschul- Korr." folgende Mitteilungen: Es wurden im laufenden Wintersemester an der philosophischen Fakultät der Wiener Universität 13 ordentliche und 34 außerordentliche Höre»innen neu inskribiert. Außerdem wurde 44 Frauen die ®eroiUigir g einzelner Vorlesungen als Hospiiantinnen erteilt Rechnet man hierzu die im letzten Studienjahre inskribierten 39 Hörerinnen, so ergibt sich für dieses Wintersemester eine Gesamtfrequenz von 130 Frauen. Theater. — Turgenjew über Garah Bernhardt. Im „Atlantic Monthly" werden einige neue Briefe von Turgenjew veröffentlicht, die den berühmten Dichter als scharfen Kritiker erscheinen lassen. Namentlich mit SarahBernhard geht er scharf ins Gericht. Er schreibt im Jahre 1882 folgende vernichtende Kritik: „Diese Frau ist klug und geschickt, sie kennt ihr Geschäft bis in die Fingerspitzen, ist begabt mit einer reizenden Stimme und hat eine gute Schule durchgemacht, aber sie hat nichts Natürliches an sich, überhaupt kein künstlerisches Talent, und sie versucht das durch pariserische Zügellosigkeit zu ersetzen. Sie ist durch und durch mit „Chik", Reklame und Pose erfüllt. Sie ist monoton, kalt und trocken, kurz ohne einen einzigen Funken von Talent in höherem Sinne . . . Sie müssen mir erlauben, Augier zu zitieren, der einmal zu mir äußerte : „Man sagt von ihr, daß sie aud einem „Packet von Nerven" besteht, aber sie ist eine Sammlung von Kniffen. Sie werden nun fragen: Woher denn ihr Weltruf! Was kümmere ich mich darum! Ich spreche nur von meinem eigenen Gefühl, und ich bin froh, jemand zu finden, der meinen Standpunkt unterstützt!" Jagd und Spart. Breslau, 9. Dezember. Die erste schlesische Geweih- und Ge- hörnausfiellung wurde heute mittag eröffnet. Unter den Ausstellern befinden sich Kaiser Wilhelm und die Könige von Sachsen und Württemberg. Der König von Sachsen wird Montag die Ausstellung besichtigen Wetterbericht. Das barometrische Maximum hat seinen Bereich südwärts bis zur Balkan-Halbinsel ausgebreitet, nachdem über Süd Ost- Europa der Luftdruck stark zugenommen hat. Dagegen besteht Über dem Mittelmeergebiet niederer Druck fort. Auch von Westen her ragt eine größere Depression in den Kontinent h-rein. Dieselbe weist brüte zwei Zentren auf, von denen das eine nördlich von Schottland, daS zweite im Südwesten Englands liegt. In den kontinentalen Lagen herrscht meist nebeliges ober trübes Wetter. Die Temperaturen sind andauernd sehr tief. — Voraussichtliche Witterung: Meist trübes Frostwetter mit stell-nweisen Schneefällen. Schöner noch als im Vorjahre sind die diesjährigen Weihnachtkartons der Doerings Seife mit der Eule. Sie bieten aber außer Eleganz noch das Vorteilhafte, daß auch der Inhalt wertvoller ist, denn sie enthalten diesmal 2 St. Doerings Seife und 1 St. hochfeinst mit Blumenduft parfümierte Eulen-Seife, welche letztere weit teurer ist. Ein Weihnachtskarton mit Doerings Seife ist in der That eine nobele und sehr nützliche Beigabe zu Festgeschen'en und sollte überall beigegeben werden. 8500- 00000 0 gepoo MM! HnM 49,4 rm Büch 6,2 „ M' 2,3 „ Nad 232 rm Buch- 234 „ Eiche 254 „ Mk 16,6 rm Buch 6,6 „ Ech 34,8 „ Mdi U MM! KmM 300 MMr DinchrnH = 52,73 271 Achltnstg! Eparrei Latten, - 32 Buchen De = 0,86 f 86 Eichen-De --- 1,08 f ^aiMdorf, \ |U Dntajen ! ÄS? ^kaufen. i. £ienung.lett'jM brauch,, ».Nur Matt. 'Ä Arte, die ** MÜS?* ibl l'ch Dir X der boS6'o6etfn 1'öitntr 144?JW eu6er= kiihr btridh, „ Der ftarfp Subtn mit 6) V die G.« ('M Stad) ev°» fo(8* ’fwt0?' 513 lU'Wchm l?Ta bl Sb In btt L(«|_ ' ' Wib bt* ’ä&Sä «m »i£ äXä 1« mit 21 Mb io sit^ää: '** ,53«»tm wtl fin^rntt SiS.?te 1 Mich" j.. "de, die übugfn Kuntz, Mtgtn JudiiSum her Uni; V;*«1' um 8m M ck!enburg tzchu),iiv wird lä?ate’fcW Hochschule , dagegen ust, soweit verlautet, beträgt bas Sehalt Not Dr. von Röntgen 1 ("mH Kolleggelder u. f. w.) tnmen. Wärtern Dmieisemefier ;- vEtn 110 SiMtitm. «bWfötn^MU rnstr^nt größte Teil bet Stubier-nben ^cn nur 20 Schweizerinnen, tftnnen, sind. \ von ftubieienben Frauen zur Winter ganz besonders ftarl huhörennnen zugelassen, gegen ffen Sommer. Rach den vor- it Zahl bald aus 400 steigen iträchiliches Kontingent! immer; I entschieden in der Mchrheit. sich zur Oberlehre'innenprüsung treffliche Gelegenheit für chre r philosophischen Lehramts- sten Ral in Bayern eine Dame d zwar in der Abteilung für tät Dürzöura Hat die trfle szuweisen. Gnie Dame aus ibtn, wurde durch Misterial'- viatzUWU als rnedv- MW wW". - D« nsir mrs dürste Früulem Dr. krps- r achten Aaste der städtischen Anstellung gesunden hat. 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