1SO9 Donnerstag den 14 December WS l*0 DP.r Dm Per Pfd. 'ienhaus Aints« und Anzeigeblatt ffir den ^ttreir Gietzen idechsfe iken 8084 hab. Siner der WLchter behauptete, er habe ihn weinen | rüttelt, desto behaglicher fühlen wir uns in der durchwärmten Feuilleton. •Ä am**« Inttietn zu der Mlchmtttatz» fOr de» Ml** **• «N^ecnben Wumnwx M um 1® * 18t Unrei,en.«ermiNiu»tz»irrltr« H In- und &u»lesv> uetzmea «njtietn für de» Gtrtrne, «»rei-er aUgcf* ertt Ina* de» RtWtiaa, IptMHen und »raferd: >*»rnt*i« »t. 7. >le Minen jMrtta de» lazdHer »ScheuMch »kcwl GruttsKeilagen: Gießener Familienblätter, Der heUche Landwirt, Ktätter für hessische Volkskunde. hören, indessen steht diese Aussage vereinzelt da und schnitt nicht recht mit seinem sonstigen Wesen zu harmonieren, das, wenn er sich nicht beobachtet weiß, und dann die Miene äußerster Gleichgiltigkeit annimmt, von einem düsteren in sich verschloffenen Trotz durchdrungen scheint. Gelegentlich von einem Wärter befragt, ob er irgend welche Wünsche habe, antwortete er nach längerem Zögern, er möchte wohl wissen, ob seit seiner Einkerkerung wieder eine große That von Seite der Anarchisten ausgeführt worden sei. Der Wärter erwiderte, daß mau seitdem von den Anarchisten nichts mehr gehört und gesehen habe, worauf Luccheni aus- rief: „Wenn Sie etwas wissen, werden Sie es mir doch nicht sagen. Ich bin sicher, daß etwas geschehen ist!" Der Wächter zuckte die Achseln und gab hierauf keine Antwort. Die diesen Worten entsprechende, von Luccheni in der ersten Zeit zur Schau getragene Zuversicht scheint ihn jetzt verlassen und einer immer zunehmenden Verbissenheit Platz gemacht zu haben. *• ES ist kalt geworden, so kalt, daß man sogar der Gefräßigkeit des trauten Kachelofens noch mehr als sonst nachgeben und demselben immer größere Nahrungsmassen in Gestalt von Holz und Kohlen zuschieben muß. Das Schwärmen für den Wald ist so ziemlich zu Ende, es sei denn, daß man gegen melancholische Anfälle, wie sie das ersterbende Leben der Natur zu erzeugen pflegt, hinreichend gewappnet ist. Es sieht ja auch nicht besonders einladend da draußen aus — nur noch ein paar gelbe Blätter auf der Erde, fast völlig kahle Bäume, denen die Trauer aus jedem Zweige und jedem Aste blickt, und verzweifelt piepsende Spatzen, welche sich nach den verloren gegangenen Fleischtöpfen Egyptens, resp. nach den Körnern des Sommers sehnen. Manche werden freilich auch jetzt noch eine Fülle von Schönheiten entdecken. Es kommt eben ganz auf die Augen an, welche sehen, und auf die Herzen, welche fühlen, um für oder wider diese winterliche Natur zu sein. Jedenfalls ist es geboten, solche Betrachtungen unter freiem Himmel im wärmenden winterlichen Paletot anzustellen, und diese Notwendigkeit scheint auch in erfreulichem Maße erkannt zu werden; denn alle leichten Hüllen sind verschwunden, und sogar der höchste Ausdruck der Winter- lichkeit, der Pelz, ist auf der Bildfläche erschienen. Doch gehen wir nun wieder aus dem Freien in das Zimmer! Je unwirscher der Dezembersturm an unseren Fenstern einen zinnernen Becher, den wir in eine ungeheure zinnerne Suppenschüsiel tauchten und dann austranken. Den Luxus eines Löffels mußte man.sich versagen. Gleich zu anfang wurde ein großer Klumpen Salz herumgereicht, von dem sich jeder mit den Fingern ein Stückchen abbrach. Der nächste und letzte Gang bestand in einem Stück Brot und einer Portion geräucherter Zunge. . Da Messer und Gabeln ebenso wie Teller durch Abwesenheit glänzten, mußten wieder die Finger in Anspruch genommen werden, und man nagte abwechselnd von der Zunge und dem Brot etwas ab. Als Beleuchtung bei diesem Lucullusmahle dienten drei Talgkerzen, die man in leere Kakaobüchsen gesteckt hatte. Keiner der Anwesenden war seit einer Woche rasiert oder aus den Sachen gekommen. Die Uniformen, in denen sie einen oft durch Flüsie und Sümpfe führenden Marsch von 50 englischen Meilen gemacht hatten, starrten natürlich von Schmutz. In einer solches Verfasiung kann man es mit der Etikette gerade nicht sehr genau nehmen. Niemand aber läßt ein Wort der Klage oder des Unmutes hören. • Der Teufel i« Eisenbahn,uge. Neuerdings wird die folgende hübsche Geschichte wieder in Erinnerung gebracht: Der berühmte Bassist Scaria, ein Stern der Dresdener Hofoper, hatte im Musentempel von Elbflorenz den Mephisto in GounodS „Margarete" gesungen, als er beim Eintritt in seine Garderobe mit Schrecken bemerkte, daß zum Abgang des Nachtschnellzuges nach Wien nur noch eine Viertelstunde fehlte. Diesen Zug mußte er aber benutzen. Monate zu verbleiben hatte. In der ersten Nacht war sein Schlaf sehr unruhig, dann befferte er sich, doch wurde Luccheni bet Visitationen häufig wach gefunden, und seine Züge verrieten deutlich, daß er sich kurz vorher in aufgeregtem Zustande befunden y<|Kg»yrrtf mrrttljädrli^ 2 Mark 20 Pf? monatlich 75 Pfß mit Bnngcrtoh» Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf» vierteljährlich. Beim Mörder der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich. Luccheni ist der für alle zu lebenslänglicher Einschließung Verurteilten giltigen GesängniSordnung unterworfen; dem- zufolge ist er bis jetzt in Jsolierhaft. Er arbeitet in einer anderen Zelle, als derjenigen, welche von ihm bewohnt wird; erstere ist Heller beleuchtet, als letztere, ohne daß diese indessen so düster sei, wie dies in den Veröffentlichungen verschiedener Zeitungen geschildert wurde. Beide Zellen befinden sich im ersten Stock des Gefängnisses. Bis zum 16. Oktober 1899 wurde er mit der Herstellung von Pantoffeln und von Kartounagen beschäftigt, er zeigte guten Willen, aber wenig Geschicklichkeit für die Arbeit, welche ihm aufgetragen wurde. In Bezug auf seine Führung habe ich bis heute keinen Tadel gegen ihn auszusprechen. Was die Gefühle betrifft, die ihn gegenwärtig bewegen, so ist es schwierig, über dieselben ins Klare zu kommen, teils wegen der Schwierigkeit, die er empfindet, wenn er sich in französischer Sprache ausdrücken will, teils weil er in dieser Beziehung sehr zurückhaltend ist. Ich glaube indeffen — dies ist nur meine rein persönliche Meinung — daß er seine That zwar nicht bereut, aber daß er in Anbetracht der lebenslangen Strafe, welcher er zu erdulden haben wird, doch lieber seine That nicht begangen haben möchte. Sein Gesundheitszustand ist gut, und er hat nie den Beistand des GefängniSarzteS in Anspruch genommen. Bon einem der Wächter, welche früher in der Abteilung Dienst hatten, der Luccheni angehört, hören wir über denselben folgendes: Als Luccheni kurz nach seiner Verurteilung von Herrn Lafond, Direktor des Untersuchungsgefängnisses St. Antoine, abends um 11 Uhr geweckt wurde, um nach dem Strafgefängnisse de l'Evßchö überführt zu werden, war er einen Augenblick fassungslos. Er gewann jedoch rasch seine Haltung wieder, während Herr Lafond ihm verkündete, welchen Regeln er im Strafgefäng- nifse unterworfen sein werde. Fünf Gendarmen und zwei von uns (den Wächtern) nahmen ihn in ihre Mitte, und ziemlich rasch bewegte sich der kleine Zug durch die menschenleeren Straßen. Bor dem Strafgefängnisse angekommen, zögerte Luccheni, einzutreten, und sah sich um, als ob er von irgend einer Seite her Befreiung erwarte. Er wurde jedoch rasch in das inzwischen geöffnete Thor hineingeschoben, nach Erledigung der üblichen Formalitäten eingekleidet — er bekam Nr. 1144 - und in seine Dunkelzelle gebracht, in der er die ersten sechs «refft für Depeschen: Auzetger Fernsprrcher Nr. 51. da am folgenden Tage sein Gastspiel in Wien beginnen sollte, Zum Ablegen des Kostüms war feine Zeit mehr, er mußte sich in eine Droschke stürzen und nach dem Böhmischen Bahnhof jagen. (Eine Minute vor Abfahrt des ZugeS stieg Mephisto, in einen großen Mantel gehüllt, in das Kupee. Unterwegs wurde es dem Künstler zu warm, (er entledigte sich seines Mantels und spazierte zum Entsetzen der Reisenden — von Bodenbach gab es die österreichischen Durchgangswagen, denen unsere V-Züge nachgebildet find — an den Kupees vorbei. Anfangs glaubte man es mit einem Verrückten zu thun zu haben, dann vermutete man, daß der teuflische Reisende zu einer Maskerade fahre, endlich aber löste der Künstler selbst das unheimliche Rätsel, indem er „im Mäntelchen von starrer Seide, die Hahnenfeder auf dem Hut" die nötige Erklärung gab und nun unter stürmischer Heiterkeit der Mitreisenden als roter Teufel auf dem Dampfroß nach Oesterreichs friedlichen Gefilden eilte. * Aus der italienischen Schulftube. In einer italienischen Elementarschule entspann sich dieser Tage, wie die römische „Tribuna" schreibt, zwischen dem Lehrer und einem kleinen ABC-Schützen ein hochdramatisches Zwiegespräch. Der Lehrer wollte seinen Zöglingen die Geheimnisse der Subtraktion offenbaren. Lehrer: „Sieb acht, Sarlchen: wenn beim Mittagessen drei Kirschen auf dem Tische wären und Deine Schwester eine davon essen würde, wie viel würden übrig bleiben?" — Karlchen: „Wie viel Schwestern?" — Lehrer: „Nein. Sei ansmerksam! Wenn auf dem Tische * Ein Offiziersdiner in Ladysmith. Wie aus London geschrieben wird, erschien in der „Pall Mall Gazette" vor kurzem ein Auszug aus einem Briefe, den ein in Ladysmith weilender Mr. Hannah an seinen Vater, den Vikar von Lriahton, gerichtet hatte. Der junge Mann ist nach dem Kriegsschauplatz gereist, um von den Offizieren des Lel- cestershire Regiments näheres über den Tot seines bei Dundee gefallenen Bruders, des Leutnants Hannah, in Erfahrung zu bringen. In diesem vom 3. November datierten Schreiben heißt eS unter anderem: „Gestern abend speiste ich mit den Offizieren der Dundee-Kolonne. Ich will nun zu schildern versuchen, wie die von Burns als „vergoldete Gecken" bezeichneten Krieger eines der smartesten britischen Regimenter im Felde sich behelfen müssen. Weder im Speisezimmer noch im Vorraum war ein Tisch oder Stuhl m sehen. Wenn man sich setzen wollte, mußte man sich ♦ben auf dem Fußboden niederlaffen. Jeder von uns erhielt Fulda • Wersweg 9. • te Qualitäten- g Fokales und Provinzielles. Gießen, 13. Dezember 1899. ** Gefchichisralendtr. (Nachdruck verboten.) Vor 100 Jabren, em 14. Dezember 1799, starb zu Mount Vernon der erste Präsident und Begründer der Unabhängigkeit der Bereitigten Staaten, Georg Walhtngton. Als Staatsmann undFeldberr gleich ausgezeichnet, widmete er dem hohen Ziele, Befreiung des Vaterlandes, seine That- kraft und sein Vermögen. Nr. 294 Drittes Blatt u Das Große vergeht und das Schöne verwelkt; aber der geistige Erwerb bletbt; dte Fackel, die erloschen ist, hat andere entzündet und ihr hol- derSchein leuchtetvon Geschlecht zu Geschlecht. J. J. Mohr. olger, Mün tu Huüach. i Arbeit unübertroffen I n versehen. sßte MtlUgslihiM. Karantie 3 Ache. MchchH zSSSSSSSS n eröffnet! • alirili i der Fl** jtöokö« । 8085 ifl- Gießener Anzeiger General-Unzeiger wt ainen Stube, vorausgesetzt natürlich, daß die Zimmertemperatur den Anforderungen der Gesundheitsregeln entspricht. •* DerSprechverkehr zwischen Gießen und MingolS- heim ist am 11. Dezember eröffnet worden. Sakularpostkarteu. Wie gemeldet, beabsichtigt die Reichspostverwaltung, Säkularpostkarten zur Jahrhundertwende herauszugeben; dabei handelt es sich nicht um eine neue Art von Postkarten, vielmehr sollen diese Gelegenheitspostkarten mit demselben Stempel hergestellt werden, wie die gewöhnlichen Postkarten. In der Wahl der Schriftgattung für den Vordruck der Postkarten und der Beschaffenheit der Kartons soll auch bei der NeuauSgabe der Briefmarke überhaupt nichts geändert werden Lediglich der Wertstempel wird durch eine neue Marke mit dem Brustbild der Germania ersetzt. Die Säkularpostkarten werden sich von den gewöhnlichen neuen Postkarten dadurch unterscheiden, daß das Markenbild von einem Lorbeerkranz umrahmt wird. Die Ausgabe dieser ersten deutschen Ge- legenheitspostkarte erfolgt zu Ende des alten und zu Anfang des neuen Jahres, das bekanntlich sowohl amtlicherseits, wie in der volkstümlichen Anschauung als Anfang des Jahrhunderts betrachtet wird. 4- Berstadt, 12. Dezember. Die Ehefrau unseres Mitbürgers W. Hinkel hatte heute eines ihrer Ferkel, das zum Stalle herausgelaufen war, in denselben bringen wollen, als sie plötzlich, von dem Mutterschweine an- gefallen wurde, hierbei zu Boden stürzte und von dem Tiere dann in das eine Bein sowie am Arm gebiffen wurde; herbeigeeilte Nachbarn befreiten die bewußtlos gewordene Frau rechtzeitig ans ihrer Notlage. RüdeSheim, 10. Dezember. Der seit einiger Zeit zur Einführung gelangte einfache Drückerverschluß an den Thüren der Eisenbahnwagen führte heute in dem Schnellzuge Nr. 56 auf der Strecke zwischen Lorch und Aßmanns- hausen einen sehr bedauerlichen Unglücksfall herbei. Das fünfjährige Söhnchen des Geschäftsführers R. ans Krefeld stand an der Wagenthüre und beschäftigte sich wahrscheinlich irgendwie mit dem inneren Drücker, wobei die Thür aufsprang und das Kind in voller Fahrt hinaus- stürzte. Der Schnellzug wurde zum Halten veranlaßt, sodaß der Vater das verunglückte Kind bis zum nächsten Kranken- Hause in Rüdesheim mitnehmen konnte. Die hinzugerufenen Aerzte konstatierten einen mehrfachen Schädelbruch, welchem das von Beginn bewußtlose Kind etwa zwei Stunden nach dem Unfall erlag. Wohl jeder, der diesen Verschluß gesehen hat ist sich der Unzulänglichkeit desselben und der großen Möglichkeit derartiger Unglücksfälle bewußt geworden. Es ist ja nicht zu leugnen, daß ein solcher Verschluß für die Reisenden und das Zugpersonal sehr bequem ist. Doch hätte man auch daran denken müssen, daß ein Teil der Reisenden, zumal Kinder, sich der Gefährlichkeit desselben nicht bewußt sind. Durch einen hoppelten Drückerverschluß wäre die Gefahr schon wesendlich gemindert, da nach O-ffnung beider Verschlüsse doch wenigstens jeder Erwachsene weiß, daß bann die Thüre ausgehr und demgemäß auf seine Kinder aufpaßt, während jetzt viele noch einen zweiten Außenverschluß vermuten und die Thüre gesichert glauben. Gingesandt. (Für Form unb' Inhalt aller unter dieser Rubrik stehend« Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 13. Dezember IM». Zur Lesehallefrage. Von Professor Wetz. Herr Adolf Willkomm, der in einem kritischen Augenblick die Verwaltung der Lesehallebibliothek übernahm und viel zum Aufblühen der Anstalt beitrug, wie dies von dem Vorstände jederzeit gern anerkannt wurde, hat sich in drei Artikeln mit einem kürzlich gefaßten Beschluß des Vorstandes beschäftigt, die manche irrige Vorstellung bei den Lesern zu erwecken geeignet sind. In der Ausschließung schulpflichtiger Kinder sieht Herr Willkomm einen Verstoß gegen das Lesehallenprinzip. Hätte Herr Willkomm der Gründung des Vereins bcigewohnt, oder die zahlreichen Kundgebungen gelesen, in denen sein Ziel genauer bezeichnet wurde, so würde er nicht den leicht verschleierten Vorwurf erhoben haben, daß man in die Bahnen der „Volksbiblivthek" alten Stiles einlenken wolle. In dem Aufruf, der zum Beitritt von Mitgliedern aufforderte, hieß es, daß der Verein es als seine Pflicht ansehe, „die Schätze unserer Nationallitteratur und die besten fremdländischen Werke in höherem Maße als seither allen Kreisen zugänglich zu machen". Ausdrücklich wurde betont, daß wir nicht an eine Volksbiblivthek herkömmlicher Art dächten, sondern „vielmehr beabsichtigten, eine geistige Zentralstelle zu schaffen, wo jedermann den ihm zusagenden Lesestoff findet, und wo im Laufe der Jahre außer der schönen Lttteratur und den gewerblichen Fachschriften auch das Beste vereinigt fein soll, was von Erscheinungen auf dem Gebiete der Geschichte und Biographie, der Erd- und Völkerkunde, der Volkswirtschaft und der Naturwissenschaften allgemeineres Interesse besitzt". Wenn unter den ersten Anschaffungen sich Treitsches deutsche Geschichte befand, und die Handbibliothek des Lesesaals nur die besten und neuesten Werke umfaßt, trenn Herr Willkomm selber für Leser aller Richtungen und Klassen, für solche, die sich für Bienenzucht und Getreidebau, wie für solche, die sich für philosophische und religiöse Fragen interessieren, Bücher anschaffen konnte, so ist damit doch zur Genüge bewiesen, daß dem Vorstand das Ideal einer öffentlichen Bibliothek nach dem Muster der Public Libraries in England und Amerika vorschwebte. Daß der systematische Ausbau der Bibliothek nicht die Fortschritte macht, die man hätte wünschen sollen, liegt vor allem an dem Mangel an Mitteln und daran, daß zu wenig bekannt ist, wie viel wertvolle Sachen unsere Bibliothek jetzt schon besitzt, daß diese darum zu wenig benutzt werden und ihre Ergänzung nur langsam erfolgen kann, weil so viele andere dringende Wünsche noch zu befriedigen find. Es darf nie vergessen werden, daß unsere Mittel für unsere Aufgabe ganz unzu- reichend sind. Ist der Bibliothekar, der Diener und die Putzfrau bezahlt, so reicht der Rest unserer festen Einnahmen nicht einmal für die Buchbinderrechnung. Und daneben sollen abgängige Bücher ersetzt und namentlich die großen Lücken, die noch überall klaffen, langsam ausgefüllt werden. Das Defizit, mit dem wir in das neue Jahr eintreten und das durch zu erwartende außerordentliche Zuschüsse nur eben gedeckt werden kann, wird sich, fürchten wir, in späteren Jahren wiederholen, falls die Bibliothek nicht zum Stillstand und zum langsamen Verkümmern verurteilt sein soll, wie wir es bei ähnlichen Anstalten anderer Orte sehen. Aufs dringendste legen wir daher den Appell des Herrn Willkomm unseren Mitbürgern ans Herz, dies allen Klassen und allen Bedürfnissen ohne Unterschied dienen wollende Unternehmen nicht durch ungenügende Unterstützung langsam verkommen zu lassen. Daß es nebenbei noch eine eminent soziale Bedeutung hat, wird jeder mit Herrn Willkomm und in seinem Sinne gerne anerkennen. Aufs Energischste ist ihm dagegen zu widersprechen, wenn er in der Ausschließung von Kindern einen Verstoß gegen die Aufgabe einer Lesehalle erblickt. Ich selber habe einige Lesehallen in England gesehen, die Herr Willkomm wohl nur aus Beschreibungen kennt, und wiederholt das Ausleihen der Bücher beobachtet. Es waren eigene Empfindungen, als ich in einem Dörfchen von zweitausend Seelen eine public library mit 2400 Bänden traf, in Städten von der Große und Bedeutung Gießen- monumentale Prachtbauten mit einem glänzend ausgestatteten Lesezimmer, einer reichen Bibliothek und einem Stab von Bibliothekaren fand und an dem Sitze einer Universität in der Public Library gelehrte Werke und kritische Ausgaben einsehen konnte, die die Universitätsbibliothek nicht besaß. Ueberall aber fand ich, daß eigentliche Kinder, die in Gießen schon mit neun und zehn Jahren Bücher entliehen, fehlten und daß die zeitraubende und umständliche Legitimation es ausschloß, daß die Heranwachsende Jugend ohne Zustimmung der Eltern die Anstalt benutzte. Auch die nächste Altersstufe, die von vierzehn bi- siebzehn Jahren, mußte sich manche Beschränkung gefallen lassen, da sie nur aus der Jugendabteilung (Juvenile Department) Bücher wählen durfte. Die Jenaer Bibliothek schließt ebenfalls schulpflichtige Kinder aus und aus ihren Satzungen wurde die entsprechende Bestimmung für Gießen übernommen. Es war unbedenklich, wenn sich zunächst das eine oder andere Kind unter jener Altersstufe sich zu den Benutzern gesellte, die Nebelstände mehrten sich jedoch, als ihre Schaar immer mehr zunahm und die erwachsenen Leser, die vermutlich auch Herr Willkomm al« |bie wichtigeren Benutzer ansieht, daneben vielfach zu kurz kamen. Diesem von Herrn Willkomm selber empfundenen Nebelstande suchte man durch Einrichtung einer besonderen Ausleihestunde für die jugendlichen Leser abzuhelfen. Ihre Zahl, die stetig noch zunahm, belief sich schließlich auf etwa 150 an einem Abend. Man lege sich die Frage vor, ob ein Bibliothekar oder eine Bibliothekarin, selbst mit einer ober zwei freiwilligen Hilfskräften, für jeben bieser kleinen Leser etwas für sein Alter passenbes in einer fast ganz burch Geschenke zusammengebrachten Bibliothek hätte auffinben können! Man hätte ein paar hunbert Bünde Jugendlitte- ratur anschaffen müssen, wozu wir nicht bas Gelb unb nach den Statuten auch nicht bie Befugnis hatten. Die Frage, ob diese Ausschließung wünschenswert oder zu bedauern sei, ist es hier nutzlos zu erörtern. Für und war sie einfach ein Gebot der Not, da unsere Mittel und namentlich auch unser Personal nicht ausreicht, Kinder unb Erwachsene zugleich zu befriebigen, so müssen wir auf die Kinder — wenigstens vorläufig — verzichten. Daß die geschilderten Verhältnisse auch zu pädagogischen Bedenken Anlaß geben mußten, liegt auf der Hand. Ein Vorwurf für Herrn Willkomm liegt in der Feststellung dieser Thatsache um so weniger, als das Hebel sich erst in allerjüngster Zeit vermöge der gesteigerten Benutzung herausbildete und früher Herr Willkomm, von einem sehr geschätzten Mitarbeiter unterstützt, in der Lage war, ihm zu steuern. Man möqe bei der Beurteilung der hiesigen Lesehalle doch nie bie beschränkten Mittel, mit denen sie arbeitet, außer Augen lassen! Es ist ein ganz besonderer Glücksfall, daß es gelungen ist, als Ersatz für Herrn Willkomm eine fo ausgezeichnete Kraft zu gewinnen, bie baS mühsame unb verantwortungsreiche Amt bes Bibliothekars gegen eine so bescheidene Vergütung versieht unb bie in der kurzen Zeit ihrer Thätigkeit burch ihre Sachkenntnis, ihre Umsicht unb ihre Thatkraft sich bie Anerkennung aller erworben hat unb hoffentlich der Anstalt noch recht lange erhalten bleibt. Wären wir hier weniger vom Glück begünstigt gewesen, so hätten wir wohl schon eine weitere Hilfskraft zur Unterstützung bei der Ausleihe bestellen müssen. Es ist nützlich, wenn uns immer wieder vorgehalten wird, welche Ideale eine Lesehalle erstreben soll, und Herr Willkomm verdient dafür den Dank aller Freunde unserer Anstalt. Es ist aber unbillig, wenn man von ihr etwas verlangt, was sie mit dem besten Willen vorläufig nicht leisten kann. Hätten wir die Benutzung durch Kinder nicht eingeschränkt, überhaupt die thaisächliche Lage des Lesehallen-Vereins nicht mehr in8 Auge gefaßt, als es Herr Willkomm that, so hätten wir in einem halben Jahre die Lesehalle schließen können, weil die Mittel und der Kredit des Vereines dann völlig erschöpft gewesen wären. Ich verkenne am allerwenigsten, welche Vorteile es hat, wenn in der Lesehalle die verschiedenen Klassen auf gleichem Fuße verkehren und die Lehrlinge des Wissens mit den Lehrlingen des Handwerks aus derselben Quelle schöpfen. Aber das ist auch in Zukunft möglich, und immerhin ist eS beffer, daß die Bedürfnisse der Erwachsenen notdürftig befriedigt werden, als daß Erwachsene unb Kinder gleichmäßig zu kurz kommen ober gar baS ganze Unternehmen verkommt. Es ist barum zu erwarten, baß bei Maßregeln, bie im eigensten Interesse der Anstalt unvermeiblich waren, bem Vorftanb nicht anbere als sachliche Motive untergelegt werben unb baß bie Benutzer nach wie vor burch volles Vertrauen unserer trefflichen Bibliothekarin ihr schweres Amt erleichtern.______________________________________________ Vermischtes. * Lübeck, 11. Dezember. Der Lehrer Stunck, der mit einer Abteilung bes Roten Kreuzes sich auf ben Kriegsschauplatz nach Afrika begeben wollte, in Neapel aber wegen Unwohlseins zurückblieb und dort gegen seinen Willen in ein Irrenhaus gebracht wurde, giebt jetzt in der hier erscheinenden Eisenbahn-Zeitung folgende Schilderung des Thatbestandes: „Auf Anraten des Herrn MattbyoluS, bes Chefs ber Expedition, und des Herrn Dr. Gräser, Leiter des evangelischen Krankenhauses in Neapel, blieb ich am Mittwoch den 8. November meines Zustandes wegen zurück, um mich in Neapel der Ruhe und Erholung hinzugeben, damit ich, wie die Herren Doktoren mir versicherten, in 14 Tagen mit bem Dampfer „Bunbesrat" nach bem Kriegsschauplätze folgen sollte. Was meinen Zustand betrifft, so erkläre ich, baß ich infolge ber in wenigen Tagen auf mich cinftürmenben Einbrücke: Abschieb von ber Heimat, Ein- Heibnng unb Einreihung in bas Sanitätskorps bcs Roten Kreuzes, Vorstellung vor dem Kaiser, überhastete Reise usw. woht nervös geworben war, aber geistig fühlte ich mich boch vollkommen gefunb. Im evangelischen Krankenhause blieb ich eine Nacht und einen Tag. Am Donnerstagnachmittag wurde mir von einem Wärter bes evangelischen Krankenhauses namens Sebastian Straßner aus Biemanns- burg bei Neuötting heimlich mitgeteilt, daß der der deutsche Vizekonsul Aselmeyer darauf bestände, mich bem Jrrenhause zu übergeben. (Der Wärter ist für biefe Menschenpflicht entlassen worden.) Dr. Gräser habe dem widersprochen. Solange er, Dr. Gräser Leiter des evangel. Krankenhauses fei, komme aus demselben ohne seine Einwilligung keiner heraus. Nachdem am Nachmittag ber Konsulatsiekretär Nocutach mit seiner Mission, mich zum Ueberfiebeln nach einer sog. Villa zu veranlassen, keinen Erfolg gehabt hatte, erschien ber Vize-Konsul Aselmeyer unb verlangte entschieben meine Internierung in einer Villa. Am Schluffe ber unerquicklichen Unterrebung sagte der Vize-Konsul mir: „Legen Sie baS Rote Kreuz ab, bann können Sie gehen, wohin Sie wollen." Trotz meiner Vorschläge, Bitten und Einwendungen ward ich am Abend per Droschke und Sekretär nach Copodichino ins Irrenhaus gebracht. Ein Wagen mit zwei Wärtern folgte, falls ich nicht gutwillig mitsahren sollte. In der Irrenanstalt habe ich acht schreckliche Tage unter ben benlbar ungünstigsten unb traurigsten Verhältnissen zwischen 60 irrsinnigen Menschen (Italienern, Egyptern u. f. w.) zugebracht. Nach meiner Ansicht verdanke ich nur dem schnellen Handeln des bayerischen Krankenwärters meine Rettung, da ich sonst Gesunder unter den Irrsinnigen in kurzer Zeit körperlich und geistig ruiniert worden wäre. Dank dem nun folgenden schnellen, sofortigen Eingreifen der Lübecker Herrn vom Roten Kreuz bin ich jener Gefahr entronnen. Das Rote Kreuz, davon bin ich fest überzeugt, trifft bei der ganzen unseligen Geschichte keinerlei Schuld, ich kann ihm nur dankbar fein. Der Vize Konsul Aselmeyer mache ich für den ungünstigen Ausgang meines Unternehmens und für die Gewissenlosigkeit, mit welcher ich einer gesetzlichen Gefahr für Leib und Seele ausgesetzt war, verantwortlich. Wir zwei haben bie weitere Sache mit einanber auszufichten. Daß mir Genugthuung weiden muß, ist meine feste Ueberjeugnng. Deshalb werde ich einstweilen von jeder weiteren öffentlichen Erörterung auch im Interesse des deutschen Ansehens und des Roten Kreuzes absehen. Die Tage in ber Irrenanstalt gönne ich nicht bem ärgsten Feinb. Mein Leben hindurch werben sie mir eine beti übende Erinnerung fein." drei Kirschen wären und Deine Schwester eine davon essen würde, wie viel Kirschen würden übrig bleiben? — Karl- chen: „Aber das ist doch unmöglich, Herr Lehrer . . . Jetzt giebt es keine Kirschen!" — Lehrer: „Wir nehmen aber an, daß es Kirschen giebt. Also, weiter." — Karlchen: „Es sind also eingelegte Kirschen?" — Lehrer: „Nem!" — Karlchen: „Getrocknete Kirschen?" — Lehrer: „Nein. Ich habe Dir bereits gesagt, daß wir nur annehmen wollen, baß drei Kirschen auf dem Tische sind." — Karl- chen: „Wir nehmen sie also an!" — Lehrer: „Schon, nun kommt Deine Schwester, ißt eine Kirsche unb entfernt sich • • — Karlchen: „Nein, meine Schwester entfernt sich nicht, bevor sie alle brei aufgegeffen hat." — Lehrer: „Sei boch vernünftig, Karlchen ..." — Karlchen: „Ja, ja, Herr Lehrer, Sie kennen meine Schwester noch nicht!" — Lehrer: „Nehmen wir an, baß Dein-Papa baba ist unb ihr verbietet, bie anbereu beiben zu essen ..." — Karlchen: „Papa ist in Frascati unb komm! erst Montag zurück ..." — Lehrer: (sich ben Schweiß abwischenb) „Paß auf, Karlchen, ich werbe bie Frage noch einmal wieberholen, unb wenn Du nicht Acht giebft, stelle ich Dich in bie Ecke. Wenn auf bem Tische brei Kirschen wären und Deine Schwester eine davon essen würde, wie viel Kirschen würden auf bem Tische bleiben?" — Karlchen (mit bem Brustton ber Ueberzeugung): , Keine . . — Lehrer: „Unb weshalb keine?" — Karlchen: „Weil ich selbst sofort bie anberen beiden aufessen würde." — Lehrer: „Uff!" (Bricht erschöpft zusammen.) * Meister de8 Stils. Für die deutschen Zeitungen in Budapest ist ein Reporter thätig, der sich sowohl durch seinen Eifer als auch durch feine unbesiegliche Vorliebe für Methaphern hervorthut. Jeder Redakteur kennt die an sich schätzbaren Mitarbeiter dieser Art, und ber Kämpfe, bie er selber mit bem Stil ihrer hektographierten Mitteilungen geführt, wirb er sich heiter erinnern, wenn er bie folgenben Ausiprüche bes Bubapester Reporters lieft, bie bas „Neue Pester Journal" mit Fleiß gesammelt unb soeben veröffentlicht bat: „Zwei Arbeiter würben schwer befchäbigt; anbere Drei befanben sich in jäher Enlrinnungsg-fahr." — „Unb nun entstaub ein Chaos von Stimmengewirr." — „Sie hatten bas Motiv ber golbenen Freiheit auf bie rote Fahne bes Banners gruphiert." - „Die Reichen wühlen in ben feuersicheren Kassen ihrer golbenen Kälber." — „Das ganze Leben ber Bäckergesellen ist nichts als eine Vegetation." — „. . . eine von schwach bewohnten slovakischeu Taglöhuem wimmelnbe Gegeub." — „Die Maurergehilfen sind beS Hungers satt." — „Für ben gestörten Ehefriebeu suchte er Trost in ben Armen beS Alkohols." — „Die Abhaltung eines Tischlergehilfenkongresses ist bemnach bereits eine affaire accompli." — „Durch biefe iuS Herz getroffene Maßregel waren bie Arbeiter, besonbers die Maurer, aufgeregt." — „Die Arbeiter stehen nicht auf der Höhe des Niveaus." — „Die nächste Frage: Peusivusvcrbaud, wurde vom Referenten unter großem Lärm auf das Tapet ber Beratung gezerrt." — „Der Zahn ber Zeit reift bie Menschheit." — „Müllers Name war einer ber ersten, bie feinen Pfad kreuzten." — „Anna Hubocsek ist eine vor innerer Glut sich selbst verzehreube, lebende Fackel ber Fraueu- rechte ..." Humoristisches. * Boshaft, Hausfrau (zu dem entlassenen Dienstmädchen): „Leider muß ich in Ihr Zeugnis schreiben: Diebstahl, Naschhaftigkeit, Frechheit ..." — Dienstmädchen: „Schreiben Sie auch noch .Ungehorsam' dam, ick sollte nämlich Ihrem Manne einmal einen Kuß geben, und das habe ich nickt gethan!" * Spezialität. „Darum behalten S e diesen Scklingel von Kontoristen?" — „Der K il mährt großartig". * Reisevorbereitung. „Na, Michel, habt Ihr denn gar so arg den «Schnupfen?" — Michel: „Dös net, aber i will morgen in die «Stabt und da üb’ i mi vorher im Gebrauch des Scknupftückels". * Immer Sportmann. „Wann haben Sie Ihre Frau heimgeführt?" — Bergkraxler: „Vor vier Wochen wurden wir beide angeseilt" („Meggendorser Blätter".> * Zuvorkommend. Gnädige Frau (zu dem neuen Diener): „ . . . Nock eins, Jean: Ihr Vorgänger, den ick weggeschickt habe, hatte ein Verhältnis mit meinem Hausmädchen ..." — Diener (gutmütia): „Das werde ick natürlich übernehmen, gnädige Frau!" * Gutmütig. Dame: „Der Dienst bei uns ist sehr leicht; wir sind nur zwei Personen und haben keine Kinder!" — Dienstmädchen: .Ack, Dadame, meinetwegen brauchen Sie sich nicht zu genieren; ich habe Kinder sehr gern". v welche fl ch Kiro ♦ M e B f Gart ▼ in jillifl i M m wdftoi Bk in belanrhr G H. Walia FürWie enn Wst Avis, Mai Cntterfli Leb- und in grof Gießen, t Zur M S Ms Bei Abnahn per 9 _Emil $ie fo ec fcta empfehlen zu öi Gebt. Qi «Mehlt die Ißweii Mh ,h sie milch 4* A! Gust Alle Zuthaten Araunkohlen Kabliall nah Zchellfischk frisch im Rebstock. 836 bei Hunten und Heiserkeit. 8190 zu sehr billigen Preisen. 04429 Kranz Neumeier, Sonnensliaße 22 Zchwarze Anzüge sowie 8090 zu verleiben bei 7584 8485 Marktplatz 2L. — Fernsprecher 46. Drogerie zum roten Kreuz. 7ö8 . 3ii pradtischkn GkslhevKen eignen sich (8593 6824 Frauenlob Mk. i.eo —.95 —.so Kugel CO Mk. reiches Lager bei 8572 -.55 Taube Otto Tchaaf, Seliersweg 39 Für Weihnachten durch Plakate ersichtlich. 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