1899 Dienstag den 14 November Rt. 268 ErstesBlatt. Gießener Anzeiger General-Mnzeiger 2lmts* und für den Utets (ßtefjen zur ICt Wnjeigen-Uern.ittlimiifteHen bef In« und Inllcj-r* «etztsrn Intrigen für btn Gie»ener Injdger entfeyx ainebe« wen Injtigtn »u brr ni^etittagl für bea Mftabee leg erscheinenden Vhimmer Hf bene. 16 Uhr. »Mtton, Expedition und 9ruderri: >4»(6rn|e Ar. 7. yeingsyrdf rnectetjährlich 2 Mark 20 Pf' monatüd) 75 » mit Brmgerlodv Ve> PoftbezuL 2 Mark 50 Wt vierteljährlich Großen-Buseck, Großen-Linden, Hausen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang Göns, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Steinbach, Treis a. d. Lda, Trohe, Watzenborn mit Steinberg, Wieseck, Winnerod. 3. Wahlbezirk Grün berg mit 1 Mitglied, umfassend die Orte des Kreises Gießen, die zu den Amtsgerichten Grünberg und Homberg a. d. Ohm gehören, nämlich Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. 4. WahlbezirkLich-Hungen mit 1 Mitglied, umfassend die Orte des Kreises Gießen, die zu den Amtsgerichten Lich, Hungen, Butzbach, Laubach und Nidda gehören, nämlich: Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf- Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Grüningen, Hattenrod, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Lich, Münster, Muschenheim mit Hof-Güll, Nieder Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Bessingen, Ober-Hörgern, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. Gießen, den 10. November 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. 1 Besitzstandsverzeichnis, 1 Gütergeschoß, das Protokollbuch, Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier- GrWskeikagrn: Gießenrr Fsmilirnblütter, Der hessische Landwirt, Kl Wer für hessische Volkskunde._________________ Ibreffe für Depeschen: Jbqcifitt frttfcr*. Fernsprecher Nr. 61. L. Mainz, 12. November. Im Schauspielpersonal des Stadtihealers findet immer noch ein Kommen und Gehen statt, was der künstlerischen ThLttakeit selbstoerststSndlich nichts weniger als nützen kann. Eine Ausführung des „Hüttrnbesitzers hat die gänzliche Untaugltchkeit einer großen Anzahl von Mägliedern bewiesen; da He>r Steinbach eben vorwiegend Musiker ist- hätte er vor allem einen tüchtigen Regisseur engagiei en sollen, den scheint er aber in Herrn Benno kaum zu besitzen, denn jenem Herrn ist durch seine falsche Besatzung der Hauptanteil an diesem M ßerfolge zuzuschreiben. Die Direktion hofft immer noch, durch NachengagementS Besserung zu schaffen, was ihr kaum jetzt noch gelingen dürste. Nachdem die Damen Mizzi Meyer vom R fidenzth-ater in Druden und Theres Schott vom k. k. LandeSthcater in Prag ihre UntaugUchkett, das Fach einer sentimentalen Heldin auszusüllen, bewie en haben, wird Montag ein Fräulein Charlotte Landau vom Hostbeater in Koburg als Anne Lise in Hermann Herrschs gleichnamigen Schauspiel debütieren. Auch mit der Ausführung des Aubstattungsslück.s „Frau Venus von Blumenthal und Paequö hat die D»rekiion keine künstlerische That vollbracht, obgleich das Stück sogar ein von 36 Damen ^getanztes Amazonen-Ball t enthält. Die Ausstattung und die Kostüme sind prächtig, der Inhalt mag-r, die Musik von R. da ist ein Potpourri aus allen möglichen und unmoglischen Optrettm. Man hatte noch ringe Wochen mit diesem Stück warten sollen, dann hatte man eS ja als Weihnachtskowödte bringen können, so harm'os ist dasselbe. Trotzdem wird daS Stück, das im Jahre 1893 in Berlin im seligen V'kiortatheater über 300 Mal aufgeführt wurde, auch hier seinen Zweck erfüllen, es wird näml-ch die Kasse füllen. DaS Opernpersonal kann genügen, einige Mitglieder find sogar hervorragend, durch die Krankbeit des Heldentenors Frank wurde in der Oper, in der letzten Zeit, nichts Besonderes gebo'en. Im 3.Symphoniekonzert am Freitag wirkte der hervorragende Geiger Prof. Eugen Jsaye aus Brussel, unter großem Betfall, als Solist. Zur Erinnerung an Karl DitterS von Dittersdorf, den Schöpfer der deutschen komischen Oper, gelangte dessen Symphonie in C-dur zur Aufführung. An weiteren Orchester- nummern wurden die symphonischen Variationen von Nicods zum erstenmale, sowie die Egmont Ouvertüre von Beethoven gespielt. An Novitäten und Neueinstudierungen find kA. nächste Zeit, Max Dreyers Lustspiel „In Behandlung" Schmidt Häßlers „He.bst und „Wohlthättge Frauen" im Schauspiel, sowie in der Oper neben ältern Opern, Künzls Eoangelimann zu erwarten. Bekanntmachung, betr.: Wie oben. Unter Hinweis auf vorstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Großh. Ministerium des Innern auf Grund des Art. 8 des Gesetzes vom 17. November 1871 über die Handelskammern bestimmt hat, daß der Bezirk der Handelskammer Gießen zum Behuf der Wahl ihrer Mitglieder in sechs Wahlbezirke eingeteilt wird, von denen folgende für den Kreis Gießen in Betracht kommen: 1. Wahlbezirk Gießen Stadt mit 9 Mitgliedern. 2. ,, Gießen Land mit 2 Mitgliedern, umfassend die Orte des- Kreises Gießen, die zu dem gleichnamigen Amtsgericht gehören, nämlich: Albach, Allendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lda., Allertshausen, Alteu-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Climbach, Daubringen, Garbenteich, Feuilleton. Irene Mesch. (aut Anssllbrung von Ibsens „Nora" am Donnerstag den 16. November.) Die Darstellung der Nora in Ibsens gleichnamigem Schauspiel gilt als eine der schwierigsten Aufgaben, die der Dichter einer Schauspielerin gestellt hat, und deshalb haben sich die berufensten Künstlerinnen mit Vorliebe an dieser Rolle versucht. So namentlich Agnes Sorma, welche denn auch in erster Linie für diese Gastrolle vom -rcheater- verein ausersehen war. Obwohl diese einzig dastehende Künstlerin sofort ihre Bereitwilligkeit erklärte, die Nora hier zu spielen, so mußten doch die Verhandlungen wegen der immensen Honorarforderung abgebrochen werden. Nunmehr kam eine Künstlerin in Betracht, welche der Sorma als Nora-Darstellerin seit einem Jahre erfolgreiche Konkurrenz »acht und jetzt zu den vorzüglichsten Vertreterinnen dieser Rolle gezählt wird* die jugendliche Irene Triesch vom Schauspielhause in Frankfurt. Seit kurzer Zeit erst gehört sie der Frankfurter Bühne an, aber lange durfte sie trotzdem nicht mehr ihr zuzuzählen sein, da sie fortwährend die glänzendsten Engagementsanträge von den größten Buhnen erhält. Wahrscheinlich wird sie schon im kommenden Jahre an daS Hoftheater nach München übersiedeln, wo sie bald »ach ihrem hiesigen Auftreten ein Gastspiel absolviert. Diese Gastspielreise wird sie weiter noch über eine große Zahl von Bühnen sühren. Irene Triesch glüht von echter Begeisterung für ihren Beruf, sie besitzt edlen Idealismus, der zur Vollendung strebt. Wer die Künstlerin einmal gesehen hat, sei es als Gießen, den 10. November 1899. Betr.: Organisation der Großh. Handelskammern in der Provinz Oberhessen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie, die vorstehenden Bekanntmachungen in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. v. Bechtold. insbesondere im Falle einer gesetzlichen Regelung der Nind- viehversicherung Gebrauch gemacht werden wird. Gießen, den 11. November 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Der Viehversicherungsgesellschaft a. G. zu Plau i. M. ist seitens des Großh. Ministeriums des Innern auch der Abschluß von Rindviehversicherungen unter Aufrechterhaltung der früheren Bedingungen auf Widerruf mit der Maßgabe gestattet worden, daß von dem Vorbehalt des Widerrufs Bekanntmachung, die Organisation der Handelskammern in der Provinz Oberhessen betr. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 24. Februar 1872, betr. die Errichtung einer Handelskammer zu Gießen, sowie vom 10. Mai 1898, betr. die Errichtung einer Handelskammer für die Stadt und den Kreis Friedberg, wird hierdurch auf Grund Allerhöchster Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 25. l. Mts. zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß mit Wirkung vom 1. Januar 1900 ab der Bezirk der Großh. Handelskammer Gießen auf die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, derjenige der Großh. Handelskammer Friedberg auf die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten ausgedehnt und die Zahl der Mitglieder der Großh. Handelskammer Gießen auf 18, diejenige der Großh. Handelskammer Friedberg auf 14 erhöht wird. Die Kammern führen den Namen: „Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach", sowie „Großh. Handelskammer Friedberg für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten". Darmstadt, den 26. Oktober 1899. Großh. Ministerium des Innern. Rothe. Matthias. Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. In der Zeit vom 14. November l. I. bis einschließlich 27. November l. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen die Arbeiten des II. Abschnittes vom I. Felde rubr. Feldbereinigung, nämlich: 2 Bonitierungskarten, Nora oder als Jüdin von Toledo, als Clara in „Maria Magdalena", als Magda, der vergißt sie so leicht nicht, er bleibt befangen von dem tiefen Eindruck, den er in diesen meisterlich dargestellten Nollen von ihr erhält. Frl. Triesch ist 1877 in Wien als jüngste von vier Geschwistern geboren und unter manchen Entbehrungen aufgewachsen. Ihre Vorliebe für die Bühne zeigte sich sehr früh, oft erheiterte sie ihre, von der Not des täglichen Lebens niedergedrückten Eltern durch ihre deklamatorische und schauspielerische Begabung. Noch sehr jung kam sie auf das Wiener Konservatorium, wo sie aber wenig lernte und für talentlos gehalten wurde. Bald jedoch trat der Wendepunkt in ihrem Leben ein, als 16jährige wurde sie nach Berlin an das Residenztheater engagiert. Und da machte sie 1895 die Bekanntschaft des berühmten Mitter- wurzer, als sie für eine erkrankte Kollegin einmal eine größere Rolle spielen mußte. „Mädel", sagte Mitterwurzer oft zu ihr, „Du hast ja den Teufel im Leib, Du wirst einmal mein Stolz sein. Aber sei ernst, arbeite, ringe Dich empor! Der Sieg ist Dir dann gewiß!" Von Berlm kam die Künstlerin an das von Drast begründete Münchener Schauspielhaus, und auch Drast nahm sich ihrer hingebend an. Als Drast die Direktion abgab und die Künstlerin einen wahrhaft väterlichen Freund an ihm verlor, da brach sich ihr einmal gewecktes Talent selbständig Bahn und schnell bewährte es seine Kraft. c, Irene Triesch's Lieblingsrollen sind solche, in denen sich Leidenschaft äußert, die Darstellung kühler, ruhiger Charaktere liegt ihr fern. Mit emsigem Fleiß ist die Künstlerin bestrebt, neue Rollen ihrem Repertoire einzufügen. „Meine Kunst ist mein Leben, ist mein Hoffen und Erwarten, mein Wünschen und meine Erfüllung." Das sind die eigenen, wahrhaft schönen Worte der trefflichen Schauspielerin. eit lalrMsH bei V* •wfenet btm Injeige. bltrmel »entgegen findet statt: Dienstag, 28. November 1899, vormittags 11—12 Uhr im Gemeindehaus zu Daubringen, wozu ich die Beteiligten unter dem Ansügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen find schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens */2 Bogen) einzureichen. Friedberg, 8. November 1899. Der Großh. Bereinigungskommissür. S ü f f er t, - Kreisamtmann. * Vom Kriegsschauplatz. Ladysmith vor dem Falle. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß der Fall von Ladysmith unmittelbar bevorsteht. Selbst der britische Genfer kann den Ernst der Lage nicht mehr verheimlichen und läßt zunehmend pessimistische Telegramme über Ladysmith durch, um die Gemüter in England auf das Unvermeidliche vorzubereiten. Die Hauptsache aber ist, daß Lord Salisbury selbst in seiner Rede beim Lordmayers Banket es für angezeigt fand, zum ersten Male ein Zugeständnis dahin abzugeben, daß die Engländer möglicherweise noch vor dem Eintreffen von Verstärkungen ihre Stellungen in Natal räumen müßten. Das kann sich nur auf Ladysmith und vielleicht noch auf Pietermaritzburg und Durban beziehen. Ob es dem General White überhaupt noch möglich ist, sich aus Ladysmith zurückzuziehen, ist sehr fraglich, nachdem sein Durchbruchsversuch in voriger Woche mißglückt ist. Er muß vielleicht kapitulieren, wie es scheint, auch aus dem Grunde, weil es ihm an Munition fehlt. In der letzten Taubenpost berichtet nämlich White zwar, daß in Ladysmith noch reichlich Proviant vorhanden sei, man vermißt darin aber eine Mitteilung über die Munitions bestände. Auch in der Londoner „Temps" Meldung hieß es bekanntlich, daß General White tzme Munition erschöpft habe. Auf einen Entsatz des Generals White ist aber noch lange nicht zu rechnen. In Kapstadt sind am Donnerstag erst zwei Bataillone und eine Anzahl Ofsiziere eingetroffen. Ueder- haupt dürfte es in Ladysmith und dessen näherer und fernerer Umgebung wesentlich anders aussehen, als man englischerseits bisher einzugestehen für gut befunden hat. Es scheint auch, als ob alle Vorgänge weiter südlich und östlich in Natal während der letzten Wochen von den englischen Kriegsberichten im wesentlichen unterschlagen worden wären. Daß Co lens o sich in den Händen der Buren befindet, ist ja endlich zugestanden worden. Das schon kurz erwähnte Telegramm des „Reut. Bür." aus Estcourt vom 6. d. M. lautet nach der „Voss. Ztg.": Der Panzerzug wurde heute wieder ausgesandt und kehrte hierher zurück, nachdem er den hundertsiebzigsten Meilenzeiger erreicht hatte, ohne etwas vom Feinde gesehen zu haben. Die Zugmannschaft traf einen aus Ladysmith zurückkehrenden eingeborenen Ausläufer und erfuhr von ihm, daß die Buren die Schienen bis eine Meihe vor der Station Colenso aufgerissen haben. Der Feind sei zahlreich in der Nachbarschaft und habe wiederum große Kanonen von Groblerskloof-Hill hinuntergeschafft und in eine neue Stellung auf dem Hauptfahrwege gebracht, von wo er fünf Schüsse nach Colenso hineinsandte. Nachdem der Feind festgestellt hatte, daß Colenso vollständig geräumt war, zog er in die Stadt mit fünf leeren Waggons ein, die er mit Waren aus dem Edwards- schen Magazin anfüllte. Sobald die Zugmannschast zuverlässig in Erfahrung gebracht hatte, daß Colenso wirklich im Besitze der Buren sei, kehrte sie mit dem eingeborenen Ausläufer nach Estcourt zurück. Darnach haben also nicht die Engländer, sondern die Buren die Wagenladungen aus Colenso in Sicherheit gebracht. Im übrigen beschränkt sich der drahtliche Nachrichten- fioff auf folgenden dürftigen Bericht des englischen Kriegsministeriums: Da in südafrikanischen Blättern die Mitteilung erschienen ist, daß die englische Artillerie auf die GenferFahne geschossen habe, telegraphiert General Buller folgenden Bericht über diesen Vorfall, welcher den „Standard and Diggers News" von dem Reverend I. Martens, einem holländischen Geistlichen, übergeben wurde, welcher sich auf Seiten der Buren befand. Nach der Mitteilung des Geistlichen hatten die Engländer, nachdem der erste Kanonenschuß abgefeuert war, geglaubt, daß Burentruppen sich auf der Bahnstation befänden, und auf dieselbe gefeuert. Die Buren standen jedoch nicht dort. Ein Kanonenschuß traf eine Ambulanz. Sobald die Engländer ihr Versehen bemerkten, stellten sie das Feuer ein. Die Ambulanz hätte nach den üblichen Vorschriften in einer Entfernung von drei Meilen vom Schlachtfelde stationiert werden müssen, ein Vorwurf könne somit gegen die Engländer nicht erhoben werden. Freiwillige für Südafrika. Für die Engländer wollen, wie wenigstens aus Bukarest gemeldet wird, 30 Brailaer griechische Freiwillige kämpfen. Dieselben haben die Reise nach Afrika beschlossen, falls das englische Konsulat ihre Einreihung erleichtert. Diese 30 Mann werden das stolze Albion allerdings auch schwerlich „herausreißen". Die Siegeszuversicht der Bure« wird zu sehr interessantem Ausdruck gebracht in einem Interview ihres europäischen Vertreters I)r. Leyds, welcher dem „Berl. Lokalanz." in folgender Depesche aus Paris übermittelt wird: Der Transvaal-Gesandte Dr. Leyds sprach in einem Interview die Erwartung aus, daß die kontinentalen Mächte zur Verhinderung der Fortsetzung eines Krieges, welcher durch die seitens Englands erfolgte Bewaffnung von Eingeborenen einen unseres Zeitalters unwürdigen Charakter anzunehmen droht, intervenieren werden. „Unsere fünfzigtausend Buren fürchten auch diese von England aufgebotenen Hilfstruppen nicht. Wir haben damit gerechnet, von keiner Seite Unterstützung zu finden und uns dementsprechend mit Waffen und Munition vorgesehen. Wir ließen die Herren Engländer gegen unser Dynamitmonopol wettern. Man verlangte allerdings nichts Geringeres als die Schließung unseres Dynamit-Etablissements. Die Schlauköpfe! Sie errieten, daß wir dort in freien Stunden Bomben fabrizierten. Heute darf man es sagen: Jawohl, wir haben uns diese Freiheit genommen. In Ladysmith hat und wird man es erfahren, ob wir gut vorgearbeitet haben". Präsident Krüger befindet sich, einer „Central News"-Meldung zufolge, bei bester Gesundheit in unerschütterlicher Gemütsruhe und festem Vertrauen in die Zukunft. • e * London, 11. November. Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Pietermaritzburg vom 6. November stellten die Buren weitere Geschütze auf den Höhen um Ladysmith auf. Sie scheineu also entschlossen zu sein, die Stadt um jeden Preis zu nehmen. — Die hiesigen Blätter versichern, daß die englische Regierung sämtliche russischen und französischen Offiziere, welche sich nach Südafrika einschiffen, um mit den Buren gegen die Engländer zu kämpfen, bei ihrer Ankunft in der Delagoa-Bai verhaften lassen werde. — In politischen Kreisen circuliert augenblicklich eine Petition an Salisbury, worin derselbe ersucht wird, dem Präsidenten Krüger nochmals, sobald alle engliichen Truppen in Afrika gelandet sind, die Bedingungen Englands mitzuteilen. Man hofft, daß die Buren, sobald sie Kenntnis von den zahlreichen Truppen haben werden, welche England in Afrika landet, sich zu einer Verständigung herbeilassen werden. — General Buller meldet dem Kriegsamt, er habe von dem Obersten Keckewech aus Kimberley unterm 6. d. M. eine Nachricht erhalten. Kekewech berichtet, die Wasserleitung funktioniere seit dem 4. nicht mehr. Man glaubt, daß sie von den Buren abgeschnitten sei. Die Situation in Kimberley sei im übrigen unverändert. — General Buller meldet ferner: Eine Rekognos- cierungs-Abteilung aus Oranje-Rioer habe am Freitage vier Meilen südlich vor Belmont ein Gefecht mit Buren gehabt. Ein englischer Offizier wurde getötet, drei Offiziere und drei Mann verwundet. — Die Generalstabs-Offiziere der englischen Division des Expeditions-Korps sind gestern inKapstadteingetroffen. Sofort nach ihrer Ankunft halten sie eine Unterredung mit General Buller. Es wurde beschlossen, unverzüglich 1500 Mann nach Durban zu senden. Vier Truppen Transportschiffe haben sich ebenfalls dorthin begeben. Nach in Lorenzo Marquez angelangten Meldungen soll General Joubert Ladysmith fortgesetzt bombardieren. Die Engländer antworten nur schwach auf das feindliche Feuer. Joubert habe, nachdem er noch weitere Truppen-Verstärk- ungen und neue Munition erhalten, eine Abteilung seiner Armee nach dem Süden abgeschickt, um Colenso in Verteidigungszustand zu setzen. Die Buren beginnen gegen Pietermaritzburg vorzudringen und halten die Eisenbahn-Linie besetzt. Die englischen Panzerzüge cirkulieren nur bis zu Pieter-Station. Kapstadt, 11. November. Zwei gefangene Buren- Offiziere drücken in einem Briefe ihre Befriedigung über die Behandlung, die ihnen seilens der Engländer zuteil werde, aus. Die hiesigen englischen Blätter veröffentlichen diesen Brief, um die Burenpresse, die von Mißhandlungen gefangener Buren englischerseits spricht, zu dementieren. London, 12. November. Aus dem Scharmützel am Oranje-Fluß bei Belmont wird hier geschlossen, daß sich dort ernste Vorgänge in der nächsten Zeit abspielen werden, welche die bei Ladysmith in den Schalten stellen. Es sei klar, daß sich am Oranje-Fluß große Massen konzentrieren und man glaubt, daß dort die nächste größere Aktion stattfinden wird. Aus Burghersdorp wird gemeldet, daß das Buren-Kommando, welches in Bethulie die Brücke passierte, drei Stunden hierzu brauchte, da es 4000 Mann stark war und Feldgeschütze für die Hauptmacht mit sich führte. Ein kleineres Detachement befindet sich auf dem halben Wege nach Aliwal North. Die Verbindung zwischen Burghersdorp und Transvaal ist unterbrochen und letzteres anscheinend von Buren besetzt. Ein Detachement Buren von 700 Mann ließ Burghersdorp links liegen und marschiert auf Queenstown. — Aus Estcourt wird gemeldet, Ladysmith sei vollständig eingeschlossen, aber den Buren fehle es an Lebensmitteln. Colenso soll wieder von den Buren aufgegeben sein. Kimberley ist am 7. November von den Buren bombardiert worden. Das Resultat ist unbekannt. Eine offizielle Depesche von 6 Uhr bestätigt noch, daß in Kimberley alles unverändert ist. Einige Blätter versuchen, durch Fälschung der Daten mittels dieser letzteren Depesche das Bombardement wegzuleugnen. — Bei dem mißglückten Sturm auf Mafeking sollen die Buren 50 Tote gehabt haben. — Gestern sind drei Transportschiffe in Kaptstadt angekommen, zwei davon sollen sofort nach Dnrban dirigiert werden. — Den Engländern scheint es heiß in Kimberley zu werden. Die „Central-News" meldet aus Kapstadt vom 8. Nachts: Kimberley ist heftig von zwei Seiten angegriffen worden. Die Buren werden agressiv und scheinen um Kimberley in großer Stärke zu stehen. — „Daily Mail" melden, nach einem Privatbriefe aus Windhök hat der deutsche Gouverneur von mehrerenBuren aus dem westlichen Transvaal dringende Gesuche erhalten, welche dahin gehen, sich nach dem Kriege in Deutsch-Südwest-Afrika niederlassen zu dürfen. — Im gestrigen Kabinettsrat wurde über eine weitere Truppensendung nach Süfafrika beraten. Ferner machte Lord Salisbury wichtige Mitteilungen über die internationale Lage, die allgemein einen beunruhigenden Charakter trage. — In politischen Kreisen ist die Ansicht vorherrschend, daß die fortgesetzten Rüstungen nicht allein mit dem südafrikanischen Kriege, sondern auch mit Verwickelungeninrussisch-japanischerBeziehung in Zusammenhang stehen. Brüflel, 11. November, vr. Leyds ist seit vierzehn Tagen ohne jede direkte Nachricht von Prätoria, was um so überraschender ist, als die englische Regierung gestattet hatte, Anfragen der Transvaalgesandt- schaft betreffs Feststellung der Verlustliste durchzulaffen. Lokales und Vrooinfieürs. Gießen, den 13. November 1899. Oeffentliche Anerkennnug einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben dem neun Jahre alten Friedrich Vogt zu Burg Gräfenrode, in Anerkennung der von demselben am 23 März l. I. mit Mut uud Entschloffenheit bewirkten Rettung des 7jährigen Heinrich Jöckel von Burg-Gräfenrode vom Tode deS Ertrinken-' eine Geldprämie zu verleihen geruht. * * Neue Organisation der Handelskammern in der Provinz Oberheffen. Das Großherzogliche Ministerium des Innern macht bekannt, daß mit Wirkung vom 1. Januar 1900 ab der Bezirk der Großherzoglichen Handelskammer Gießen auf die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, derjenigen der Großherzoglichen Handelskammer Friedberg auf die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten ausgedehnt und die Zahl der Mitglieder der Großherzogl. Handelskammer Gießen auf 18, diejenige der Großherzogl. Handelskammer Friedberg auf 14 erhöht wird. Die Kammern führen die Namen: „Großherzogliche Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach", sowie „Großherzogliche Handelskammer Friedbekg für die Kreise. Friedberg, Büdingen und Schotten". * * Militärdienst-Nachrichten. Zahlmeister Block von der 3. Abteilung des Nass. Feldart.-Regiments Nr. 27 zur 2. Abteil, des 2. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 61, Zahlmeister Hoffmann vom 3. Bat. des Inf. Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zum 1. 23aL des 4. Großh. Hess. Infanterie.Regiments (Prinz Karl) Nr. 118 versetzt. * * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rimbach i. O., Kreis Heppenheim^ mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Prä.« sentationsrecht zu derselben zu; zwei mit evangelischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Volksschule zu Gießen, mit einem Anfangsgehalle von je 1720 Mk. jährlich. * * Von der Universität. Bei den drei ordentlichen Immatrikulationen, deren dritte heute (11. November) stattfand, wurden insgesamt 162 Studierende neu eingeschrieben. Die Frequenz des laufenden Semesters wird vielleicht noch höher werden als die des vergangenen Sommersemesters» das bisher in Gießen obenaustand. * * Akademische Vorträge. Wie in den vorigen Wintern, so werden auch in dem bevorstehenden fünf allgemein verständliche Vorträge in der Universitäts-Aula gehalten werden. Die Erträge kommen diesmal deröffentlichenLesehalle zu gute, weshalb wir alle Freunde dieser Anstalt auf das Inserat in der heutigen Nummer auch an dieser Stelle aufmerksam machen. * * Pr. Koozertvereiu. Kammermusik für Blas- Instrumente ist ein Kunstgenuß, den man in guter Ausführung in Städten von der Größe Gießens nur sehr selten haben kann. Um so dankbarer werden daher die hiesigen Musikfreunde dem Vorstand des Konzertvereins sein, der seinen Freunden und Mitgliedern für das gestrige zweite Konzert dieser Saison einen derartigen Genuß ermöglicht hat. Die Kammermusik-Vereinigung für Blas- Instrumente der Königlichen Kapelle zu Hannover, die im Verein mit der Pianistin Fräulein Mathilde Franke die Ausführung des gestrigen Programms übernommen hatte, genießt mit Recht den Ruf, eine der hervorragendsten Bläservereinigungen der Gegenwart zu sein, und wir sind den Kammermusikern Herren Oley (Oboe), Menz (Klarinette), Klöpfel (Horn) und Fedisch (Fagott) für die bargebotenen Genüsse herzlich dankbar. Die Leistungen in den Ensemble- Nummern verdienen um so mehr Anerkennung, als Herr Menz in letzter Stunde - für den auf dem Programm genannten Herrn Bolland eingesprungen war und auf diese Weise das Zustandekommen des Konzerts überhaupt ermöglicht hat. Von den einzelnen Nummern des interessanten und abwechslungsreichen Programms erweckten naturgemäß , das meiste Interesse die Quintette von Mozart, Paur und Beethoven, die in jedem einzelnen Satz die Klangschönheiten und Feinheiten, die auf den verschiedenen Instrumenten geboten werden können, voll und ganz zur Geltung kommen ließen, so daß es wirklich zu bedauern ist, daß man diese hochinteressnnte Gattung der Kammermusik-Literatur nicht öfter im Original zu hören bekommt. Am bekanntesten dürfte hier das Es-dur-Quintett von Beethoven gewesen sein, das in einer späteren Bearbeitung für Klavier, Geige, Bratsche und Cello auch von Dilettanten gern gespielt wird. Das Quintett von Mozart ist eine köstliche Perle der Kammermusik-Literatur, für deren Darbietung jeder Konzertbesucher den Künstlern dankbar fein wird. Leider wurde der Hochgenuß durch eine Schwankung im letztenSatz beeinträchtigt. Dem Quintett des hier von früher her als Klavierspieler im besten Andenken stehenden Herrn Emil Paur fehlt unseres Erachtens in erster Linie Originalität der Erfindung; nur der letzte Satz vermochte dem Publikum erhöhtes Interesse abzugewinnen. Fräulein Mathilde Franke, die den Klavierpart führte, und im Verlaufe des Konzertes Solostücke von Chopin und Liszt vortrug, erwies sich im allgemeinen als eine Pianistin von zuverlässiger Technik, und, soweit die Ensemblenummern in Betracht kommen, von richtigem Verständnis für die dargebotenen Kammermusikwerke unserer Altmeister Mozart und Besthoven. Bei den Solostücken hätte ein tieferes Eindringen in den Geist der Kompositionen nicht schaden können. Reichlichen, ehrenden Beifall fanden endlich die Solostücke für Waldhorn und Klarinette (Larghetto von Kiel und zwei Sätze auS dem E-moIl-Konzert für Klarinette von Weber), die durch die Herren Menz und Klöpfel eine gediegene Wiedergabe erfuhren, und gleichfalls das Können der genannten Herren im günstigsten Lichte zeigten. Wir sind überzeugt, daß das gestrige Konzert den Beifall aller wahren Musikfreunde gefunden.hat, und schließen den heutigen Bericht in der Hoffnung, daß der Vorstand des Konzerlvereins seine Mitglieder gelegentlich wieder durch derartige Genüsse erfreuen möge. 'n,bt bti A° w J!?“ $r». ' “«9 »°?"7 d-s °9h(btn finhkr^Öt 'Wen ß lieber bet I ^otlen '^"'gebetk brzogl. WÄpw. ie Sonbelfifnn,e SQmni«tt ?n,bbtf«Adi! Lch 3Stii|!t Bkj Don ■^Sintenu 21 ° . N-. 6b 116 M 1. An *b'9t M: Sie Äit r°"d- l. Lehrechile m •’Wta sch bmtfribe« Mchnibmft oetbunben ^"berg steht baS Prä- Mei mit evangelische« 1 an bet Volksschule zu »alte von je 1720 W 1 den drei ordentlichen lte (11. November) statt, 'renbe neu eingeschrieben, strrs wirb vielleicht noch zenen Sommersemesters, t in den vorigen WrNm, nden suns allgemein ver- ^äts-Aula gehalten werden. fsentlichenLesehalle ibe dieser Anstalt auf baS auch an dieser Stelle auf- mermusik für Blas- auß, den man in guter Größe Gießens nut seht ikbarer werden daher die tunb bei Konzertoereins gliebem für baS gestrige n derartigen Genuß er- Vereinigung für Blas- lte zu Hannover, die im ein Mathilde Franke die ammS übernommen hatte, >ine bet hervorragendsten art zu fein, uub wir find (Oboe), MenzMmette), qott) für die dargebotenen Hungen in den Ensemble- hr Anerkennung, als Herr n auf dem Programm ge- unaen war und auf diese ionzerts überhaupt erwog- Kummern des interessant n M erweckten nWmafc ' le von „Satz dieSlanOonheM Ädenen FnftrmM .s§K Leitung M M . deren * »-ider wurde rüher her a fehlt HM& inie OrO ^liftim n Mathilde Franke. ^raebotencn gd beit « g-°°°^"dsb d-r Hopfen und Malz Gott erhallS! - (Eingesandt.) Diesen allen Brauerspruch wählen I wir bei der folgenden Beschreibung eines gemütlichen Abends I auf Textors Terrasse. — Am verflossenen Samstag Abend vereinigte sich auf Einladung des Besitzers der Brauerei Textor, Herrn Gg. Bichl er hier, die stattliche Anzahl von über 200 Personen, bestehend aus allen Handwerkern mit ihren Gehilfen, welche bei dem Neubau einer nach | neuestem System eingerichteten Mälzerei, die den Inhaber I in die Lage versetzt, mehr als seinen eigenen Bedarf an Malz herzustellen, beschäftigt waren, nebst dem ganzen Personal genannter Brauerei zu einem Bier-Kommers mit Nachtessen. — Nach dem ersten Gang ergriff der Gastgeber, Herr Gg. Bichl er das Wort, um in längerer, gediegener Rede die Gründe darzuthun, welche ihn veranlaßt hatten, die Einladung auf diese große Anzahl von Männern auszudehnen, da die Neu- und Umbauten im wesentlichen als abgeschlossen zu betrachten seien und gab in anschaulicher Weise einen Rückblick seit Bestehen der Brauerei Textor im Jahre 1863. Redner gedachte in anerkennenden Worten der unermüdlichen Thätigkeit und großen Geschäftskenntnis des Herrn Fr. Textor und erwähnte das verdienstvolle Wirken des Braumeisters von seinem Vorgänger und seines ersten Braumeisters, des Herrn Otto Müller, jetzt Braumeister in Magdeburg, und Hans Mülle-', Brauererbesitzer in Baden (Schweiz). Wie ja bekannt sein dürfte, haben | sich die Absatzgebiete seiner Biere von Jahr zu Jahr ver- I größert, und als ein gern getrunkenes Bräu erwiesen. Herr Dichter dankte allen, welche bei den vielen vorgenommenen Baulichkeiten durch Rat und That mitgeholfen haben, auf das Beste, und gedachte eines jeden, vom Baumeister bis zum kleinsten Handlanger. — Es sei an dieser Stelle bemerkt, daß die Mälzerei nach Plänen des bekannten Brauereitechnikers Herrn Ludw. Langeloth in Frankfurt' a. M. durch den leitenden Architekten Herrn Stein (in Firma Stein & Meyer), der schon beinahe 25 Jahre auf der Brauerei Textor die Arbeiten leitet, erbaut wurde und die innere Einrichtung von einer ebenfalls in Brauereikreisen als einer sehr berühmten, bekannten Firma I. D. Weinig & Sohn, Hanau, herrührt. — Als weiterer Redner des Abends sei Herr Architekt Stein genannt, welcher in guter und sachlicher Weise den Dank der Eingeladenen aussprach, und die trefflichen Eigenschaften des jetzigen Besitzers in seiner Ansprache berührte. — Herr Braumeister Beichele dankte im Namen der Angestellten und ermahnte in kernigen Worten, auch fernerhin, wie seither, alle Kräfte einzusetzen, um das gute Renommee der Firma zu erhalten und sich die Anerkennung des Besitzers für die Folge zu sichern. Die Fidelitas nahm mit der Zeit unter der bewährten Leitung des Schlossermeisters Herrn Martin Dörr, ihren Anfang. Bei Musikstücken, ausgeführt von Mitgliedern der Bauerschen Kapelle, Gesang, humoristischen und andern Vorträgen schwand die Zeit rasch dahin und trennten sich die letzten in früher Morgenstunde mit den Gedanken, ein recht gemütliches, von wahrer deutscher Biederkeit Zeugnis ab- legendes Fest verlebt zu haben. — Einsender dieses kann sich nicht dem Ausspruche verschließen, festzustellen, daß das Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Brauerei Textor ein in jeder Beziehung gutes zu nennen ist. ** S'ängerkranz Konzert. Das gestrige erste Konzert des hiesigen Sängerkronzes in Steins Saalbau war, wie vorauszusehen, vorzüglich besucht. Die geradezu überraschend guten Leistungen des Vereins, der Solisten, des Orchesters und — last not least — der Begleitung der Liedervorträge, geben uns Veranlassung, in eingehender Besprechung denselben einen größeren Raum zu widmen als es heute infolge Ueber- füllung des lokalen Teiles möglich ist. Wir holen in der nächsten Nummer das Referat nach. ** Aus dem Theaterbureau. Morgen Dienstag wird das neulich mit so großem Beifall aufgenommene Schauspiel „Ein Sommernachtstraum" wiederholt. — Mittwoch geht als fünfte Volksvorstellung „Doktor Klaus" in Szene. '* Am Samstag Abend tagte im Saale des Lenz'schen Felsenkellers eine von den Vorständen der hiefigen Eisen- bahmBettiebs., Maschinen- und Verkehrs-Inspektionen, sowie dem Leiter der Umbau Abteilung für den Bahnhof Gießen einberufene Versammlung zum Zwecke gemeinschaftlicher Beratung über die Gründung eines Eisenbahnvereins, welcher alle Eisenbahnbeamten, Hilfsbeamten und Arbeiter von Gießen und Umgebung umfassen soll. Nach Begrüßung der Versammlung, welche über 150 Personen stark war, durch Herrn Eisenbahndirektor Sch ob er t h erstattete der Eisenbahnsekretär Blum in dessen Auftrag in kurzen Zügen Bericht über den Zweck und die Aufgaben des geplanten Vereins, welcher nach dem Vorbilde der bereits in vielen größeren Städten gegründeten gleichen Vereine die Gemeinsamkeit der Interessen und eine Annäherung der verschiedenen Begmten- und Arbeiterklassen durch Beteiligung aller an gemeinsamen Zielen und Einrichtungen anstreben und gemeinnützigen, sowie geselligen Zwecken dienen soll. Das Ergebnis dieser gemeinschaftlichen Beratung war der einstimmig gefaßte Beschluß, den geplanten Verein, welcher zweifellos sowohl im Interesse der Eisenbahnbeamten und Arbeiter, als auch der Eisenbahnverwaltung liegen dürfte, ins Leben zu rufen, und zum Zwecke der definitiven Gründung desselben demnächst zu einer weiteren konstituierenden Versammlung einzuladen. ♦* Notiz für Bauhandwerker. Um eine allgemein irrige Ansicht aufzuklären, wird folgendes bemerkt: Die Bauenden haben, was etwaige Beschädigungen an Trottoiren und Straßenpflaster betrifft, d. h. wenn Löcher in das Pflaster oder Trottoir gegraben oder schwere Fuhrwerke über Asphalt- oder Cementtrottoire gehen sollen, sich vorher bei dem Stadtbauamte Erlaubnis zu erwirken und für eventuell entstehenden Schaden Ersatz zu leisten. Wegen Benutzung der Straßen zum Niederlegen von Baumaterialien, Steinen, Sand rc., sowie zum Aufstellen baulicher Hilfsgerüste, Bauzäune rc. haben sich die Bauenden bezw. Bauhandwerker in jedem einzelnen Falle ebenfalls vorher mit der Polizei ins Benehmen zu setzen, um zu erfahren, inwieweit die Straße benutzt werden darf, indem wohl das Bauwesen, aber nicht die Straßenpolizei an die Großh. Bürgermeisterei übergegangen ist. »* Steckbriefs'ch verfolgt wird von der Staatsanwaltschaft in Mannheim das saubere Trifolium, das durch die Aufmerksamkeit der Sicherheitsorgane vorgestern in Mainz verhaftet worden ist. Billinger, wie der Deserteur Reis und seine Frau haben dem Anscheine nach, trotz ihres energischen Protestes, sich früher gekannt zu haben, schon längere Zeit zusammen gearbeitet. Sie werden alle drei wegen Einbruchsdiebstahls verfolgt. Während Reis von der Militärbehörde abgenrteilt werden wird, werden sich seine Frau und der Komplize Billinger zuerst hier vor der Strafkammer und dann in Mannheim zu verantworten haben. Man glaubt, daß auch noch von anderen Städten aus Nachfrage nach dem Trio gehalten werden wird. Universität und Hochschule. Gestorbenr In Berlin am Samstag um 5Vs Uhr Professor Dr. August Flohr im Alter von mehr als 80 Jahren. Verschiedenes r Für Neu- und Erweiterungsbauten bei der Universität Leipzig, einschließlich der Kosten der inneren Einrichtung und Ausstattung, und für Arealerwerbung sind in den außerordentlichen Staalshaushalt-Etat 3,308,000 Mk eingestellt worden. Von der eingestellten Summe entfallen 800,000 Mk. auf den Neubau eines Landwirtschaftlichen Instituts, 1,400,000 Mk. auf den Neubau eines Physikalischen Instituts (nebst Herstellung einer elektrischen Versuchs- und Schwachstrom-Anlage), 700,000 Mk auf den Neubau eines Veterinärinstituts, 70,000 Mark auf den Bau einer Isolierbaracke bei der Psychiatrischen und Nervenklinik, 220,000 Mk. auf den Erweiterungsbau beim Laboratorium für angewandte Chemie, 30,000 Mk. auf die Herstellung einer Niederdruckdampfheizung im Zoologischen Institute, 88,000 Mk. auf die Errichtung eines Kesselhauses mit Dampfschornstein zwischen dem Zoologischen, Landwirtschaftlichen und Physikalischen Institute. In dem Aufwand für den Neubau des Physikalischen Instituts und des Veterinärinstituts ist die Erwerbung von Bauareal einbegriffen. — Von der philosophischen Fakultät der Leipziger Universität werden für das Studienjahr 1899/190) folgende Preisaufgaben gestellt: Von der ersten Sekiion: „Einfluß der deutschen Litteratur auf die englische am Ende des 18. und im ersten Drittel des 19 Jahrhunderts". Von der zweiten Sektion: „Es ist zu untersuchen, in welchem Verhältnis die Erziehungsschrift Jean Pauls „Levana") zu der gleichzeitigen und früheren Philosophie steht. Es ist dabei besonders auf die Abhängigkeitsverhältnisse, ober auch auf bedeutsame Verwandtschaften, die nicht in Abhängigkeit ihren Grund haben, zu achten. Von der dritten Sektion: „Auf Grund der neuen Tiefseeforschung soll eine übersichtliche Darstellung der sich gegenwärtig auf dem Boden der Meere vollziehenden Sendimentationsvorgänge gegeben und hieran der Versuch geknüpft werden, die gewonnenen Resultate geologisch, und zwar mit besonderer Bezugnahme auf eine bestimmte Formation zu verwerten." Veramtt»ach««g. Sofschrift der Po ft fr n düngen. Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Vostsendungev müssen aus denselben Empfänger und Bestimmung!« ort so genau bezeichnet sein, bafcjeber Ungewißheit vorgebeugt wird Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift dieWohnung deSEmpfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist eS von Wichtigkeit, daß die Wobnungsangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolg«. 2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung deS Empfängers, der Postbezirk (0., N, NO. rc.), in welchem die Wohnung fick befindet, hinter der OrtSbe- zeichnung „Berlin" »u vermerke». 3. Gibt eS mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzlich« Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzusehen sind, ergibt sich suS dem „Verzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Post« orte", daS zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanstalt bezogen werden kann. 4. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Poftanfialt versehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt eS fich, di« Lage deS Orts in der Aufschrift der Sendung noch deS Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet fich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten bei politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. f. w.), tn welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen ((Oders, (Elbe), (Rhein), (Main) rc.), ober von Gebirgen ((Harz), (Riesenaedirge) rc.) Nicht minder stnb zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark), ntc] für den Zweck geeignet. isendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen BestimmungSvl te noch d i e j e n ttz^e P o st» vnstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Senduns an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll. 6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung üi einem fremde« Postgebtete belegen und zu den weniger bekannten Orten iu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffendr Land bez. der LandeStbei» auf der Sendung anzugeben. Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen lleberkunst der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und eS liegt daher im eigenen Interesse der Absender bit Aufschriften der Sendungen hiernach genau anzufertigen. Neueste MMmmen. Depeschen öeS Bureau „Herold^. Berlin, 13. November. Gestern vormittag besuchte das Kaiserpaar den Gottesdienst in den Kommuns. Schlettstadt (Elsaß), 13. November. Gestern fand im Kreise Schlettstadt die Reichstags-Ersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten Spieß statt. Es erhielten: von der Scheer 6749 Stimmen, die drei andern Kandidaten zusammen 3436 Stimmen. Scheer (Elsässer) ist also gewählt. Wien, 13. November. Die böhmischen Bürgermeister, welche der von auswärts angelangten Gendarmerie Quartier verweigerten, wurden von der polizeilichen Behörde zu Geldstrafen verurteilt. Prag, 13. November. Die „Nrodni Listy" fordern die tschechischen Bab-Komitees auf, zu den Bällen, keine Personen mehr einzuladen, welche dem Tschechenvolke fremd oder feindselig gegenüberstehen. Rostow (am Don), 13. November. Eine aus 6 Personen bestehende Falschmünzerbande, weiche Silberrubel anfertigte, wurde von der Polizei aufgehoben. Viele vorzüglich nachgemachte Falsifikate sowie Werkzeuge wurden mit Beschlag belegt. Prag, 13. November. In Böhmisch-Brod fanden gestern wiederum Straßen-Demonstrationen statt, sodaß die Gendarmerie mit dem Bajonet einschreiten mußte. Budapest, 13. November. Franz Kossuth stürzte bei der Benutzung der elektrischen Bahn vom Trittbrett und verletzte sich schwer. Rom, 13. November. Die republikanische Partei beschloß, im Laufe der Woche in einem großen römischen Theater ein Meeting zu gunsten der Buren abzuhalten. Die sämtlichen Deputierten der äußersten Linken werden daran teilnehmen. Charlrroi, 13. November. Die Ausstandsbeweg- ung nimmt einen ernsten Charakter an. Seit gestern sind sämtliche Arbeiter der großen Kohlenwerke in Lode- binsard ausständig. Sie fordern 15 Prozent Lohnerhöhung. Obgleich der Ausstand nicht besonders bedeutend ist, so dürfte derselbe das Signal für einen in der Luft schwebenden allgemeinen Ausstand der Grubenarbeiter sein. Paris, 13. November Bei den Haussuchungen im Kloster der Assumptionisten wurden wichtige Papiere zutage gefördert. Der Untersuchungsrichter Fabre brachte den ganzen Sonntag mit der Sichtung des Materials zu. Die Nationalisten beginnen eine wütende Campagne, welche die Abschaffung des Senats als j kompetente Behörde für Hochverratsprozesse zum Ziele hat. Paris, 13. November. Dem „Echo de Paris" zufolge hat Dreyfus seit einigen Tagen Carpentras verlassen. Er befindet sich augenblicklich in Motte Servollex auf einer Besitzung des Abgeordneten Josef Reinach. Warschau, 13. November. Die im Gouvernement Kasan gelegene Stadt Klimentow wurde von einem furchtbaren Feuer fast vollständig eingeäschert. Acht Menschen kamen in den Flammen um. Der materielle Schaden ist sehr beträchtlich. Man vermutet Brandstiftung. London, 13. November. Ein Telegramm aus Estcourt berichtet, daß die Kisten mit Dynamit Patronen, welche in einem, hiesigen Gasthause aufgefunden wurden, von einem Beamten des Bautenministeriums zurückgeholt worden sind. Es handelt sich keineswegs um ein Attentat, wie man vermutete. Paris, 13. November. Ein Telegramm des Bürger- | meisters von Bougie in Algier berichtet, daß alle Meldungen über die dort angeblich ausgebrochene Pest unbegründet sind. Die französischen Beamten von.Philippe- ville und Bona sandten ebenfalls beruhigende Berichte über die sanitäre Lage. Bombay, 13. November. Der Ausbruch einer Meuterei unter den Michis-Stämmen an der indischen Grenze wird gemeldet. Vier Regimenter englische Truppen sind nach den Aufruhrorten abgegangen, um die Ruhe wiederherzustellen. Bom Kriegsschauplatz. London, 13. November. Weitere Meldungen über das Gefecht bei Kenilwerth in der Nähe von Kimberley berichten, daß die Engländer einen Fehler begangen haben, indem sie einen Ausfall machten, bei dem sie sich dem Feuer dec Buren zu sehr aussetzten. Sie hatten eine große Anzahl Tote und Verwundete. Die Buren machten sofort nach dem Ausfall der Engländer einen Angriff, wobei es ihnen gelang, 79 Maulesel zu erbeuten. Paris, 13. November. Ein französisches Frei- Willigen-Korps von 400 Mann mit zwei Aerzten wird morgen nach Südafrika zu den Buren abreisen. London, 13. November. Die verschiedensten Depeschen melden eine heftige Kanonade von Ladysmith. Es scheint, daß die britischen Marinegeschütze wieder am Gefechte teilnehmen. Man hofft (?), daß der General Murray am 20. d. M. Truppen genug haben werde, um zur Entsetzung von Ladysmith zu schreiten. Seit Donnerstag sind 6 Truppen-Transportschiffe in Kapstadt eingetroffen. London, 13. November. Ein Telegramm aus Plymouth berichtet, daß das Kanonenboot Magprie, welches gestern abend zu dem englischen Mittelmeergeschwader abgehen sollte, noch zurückgehalten wurde, weil ein Diebstahl von großer Bedeutung entdeckt worden war. Ein wichtiges Dokument, welches Geschütze betraf, ist abhanden gekommen und wurde trotz aller Nachforschungen und trotzdem jeder einzelne Matrose untersucht wurde, nicht gefunden. Herren-, Knaben- und- Kinder-Garderobe. ^Spezialität: Kinder-Anzüge. Anfertigung nach Maas» • in eigener Werketätte. 7640 Markus Bauer 11 Kirchenplatz 11 gegenüber der Stadtkirohe. gegenüber der Stadtkircha. „leistet mir vorzügliche Dienste, die Haut bleibt trotz der vielen Wasch- ung'N, denen wir die Hände unterziehen müssen, glatt und geschmeidig, sodaß ein Einreiben mit Glycerin, Vaselin rc. überslüsftg ist und werde ich dieselbe empfehlen." Aehnliche Schreiben vieler hervorragender Mediziner liegen vor. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. Sumt-Bl«ii......=-.M mwä Bekanntmachung. In Sachen betr. Konkurs über das Vermögen des Ludwig Biugel auf der Mtttelstmühle vei Allen- Baseck, ist infolge Ausscheidens eines Mitgliedes des Gläubigerausschusses und Verhinderung eines anderen Mitgliedes die Bestellung em es weiteren Ersatzmitgliedes notwendig geworden. Es wird zu diesem Zwecke Versammlung der Gläubiger auf Montag den 27. Nov. l. I.» vormittags 9 Uhr, anberaumt. Gießen, den 10. November 1889. Großherzogl. Amtsgericht. • gez. Langermann. Bekannt gemacht: 7965 Neid hort, Gerichtsschreiber. Aufgebot. Die Marie Lanner geb. Maurer in Waldkirch in Baden hat das Aufgebot bezüglich des von der Spar- und Leihkaffe Lang Göns unter Nc 224 am 6. April 1864 auf den Namen Elise Maurer ausgestellten Ernlogebuchs, welches abhanden gekommen tst, beantrangt. Der Inhaber der Urkunde wird auf« gefordert, spätestens in dem Montag den 8. Januar 19 vormittags 9 Uhr, vor unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebotsiermin seine Rechte anzu welDen und die Ul künde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Gießen, den 10. November 1899. Großherzogl. Amtsgericht. gez. Dr. Pusch. Bekannt gemacht: 7968 Neidhart, Gerichtsschreiber. Die Lieferung von *20000 cbm Klein» schlag aus hartem Gestein zur Gleis- unierhaltung für die St, ecken des dieös. Bezirks soll öffentlich vergeben werden. Termin am 2. Dezember d. I., vorm. liy2 Uhr, in dem Geschäftszimmer der unterzeichneten Inspektion. Die Bedingungen können bei der unterzeichneten Inspektion eingesehen, auch gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 50 Pfg. (keine Marken) bezogen werden. Die Angebote sind mit der Aufschrift: -'Angebot auf Lieferung von Klein» schlag" zu versehen und verschlosien bis ?u dem genannten Termin poftfrei einzu- enden. Zuscklagssrist 4 Wochen. 7973 Betriebs-Inspektion 2 Fulda. 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Privatdozent Dr. Kinkel: lieber Friedrich Nietzsche. 3. Univ.-Bibliotheks-Assistent Dr. Fritzsche: Wandlungen des Zeitgeschmacks im Sinngedicht. 4. Professor Dr. Sticker: Wohlerzogenheit und Gesundheit. 5. Professor Dr. von Wagner: Der Kampf ums Dasein in der Tierwelt. Der Ertrag ist zu gemeinnützigen Zwecken bestimmt. Abonnementskarten (für 1 Person zu 4 Mk., für 2 Personen derselben Familie zu 5 Mk., für 3 und mehr Personen derselben Familie zu 6 Mk.) und Einzelkarten zu Mk. 1.50 sind in der Ferber’schen, Frees’schen und Bieker’schen Buchhandlung, Studentenkarten beim Universitätshausmeister zu haben._______ Theater-Verein. Dritte Vorstellung: Donnerstag den 16. November. Nora oder: Ein Puppenheim. Schauspiel in 3 Akten von Henrik Ibsen. 7926 Gast: Fräulein Irene Triesch vom Schauspiolhause in Frankfurt. Anfang 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr. Nach Schluss des Theaters Omnibusverbindung nach verschiedenen Richtungen. Billel» in der Musikalienhandlung Ernst Challier und an der Abendkasse. Jahresfest des OlmhkMku Perrine für innere Mifjm. Dienstag den 14. November: abends 8y2 Uhr: Freie Versammlung in Steins Garten unter Mtlwirkung des Kirchen-Gefangvereins. Ansprache, u. a. von Herrn Pfarrer Vogt-Mainz (über Seemannsmiffion) und Herrn Pfarrer Julius Werner aus Frankfurt a. M. Zur Deckung der Kosten und zum Besten der Weite der inneren Mission in Oberheffen wird ein Eintrittsgeld von 10 Pfg. für die Person, 20 Pfg. für die Familie erhoben. Höhere Gaben werden dankend angenommen. Freunde der inneren Miffion aus Stadt und Land werten herzlich dazu eingeladen.7966 Mr für kurze Zeit! Nur für kurze Zeit! Zum ersten Male in Gietzen im Variete- und Konzertlokal W* Zu den vier Jahreszeiten Wilhelm Busch Grünbergerftraße 47 Serbisch ungar.Zigeunertruppe ans Budapest. Auf der Durchreise nach Dortmund. Mr für kurze Zeit. 6 Damen. 4 Herren. In geätzten Städten Deutschlands mit grotzartigem Erfolg gespielt. Bild der gesamten Truppe ist ausgestellt im Schaufenster der Cigarrenhandlung des Herrn Gustav Sonntag, Neuenbäue. 7967 Eröffnuilgs-Norchllimg: Dommstag de» 16. gooember cr. Deutscher Hof. Aeuenweg 5. Morgen, Dienstag: .nm Metzelsuppe. Don morgens 10 Uhr ab: Wellfleisch mit Kraut. Made in German y WencTs Worcestershire- Infolge ihres vorzüglichen pikanten Geschmackes in vielen Hofküchen und in den Küchen erster Hotels eingeführt. Erhältlich in besseren Geschäften der Nahrungsmittelbranche. 7430 Korner Bahnhofstraße 27 <3. F. Hfickenberg Lindenplatz 13 offeriert: Schweineschmalz per Pfund 44 Pfg., bei 5 Pfund 42 Pfg. Margarine per Pfund 39 Pfg., 50 Pfg-, 65 Pfg. Speck per Pfund 65 Pfg. Dellkatea*schinken, 4 bis 6 Pfund schwer, per Pfund 65 Pfg. Heringe per Stück 7 Pfg. 7896 ferner: Conaerven, als: Erbse«, Schnitt» und Brechbohnen, Spargel zu billigsten Preisen. Verantwortlicher Redakteur: H. Koeglcr. — Druck und Berlog der Brühl'scheu UuiversikätS-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Die Heutige Mmmer umfaßt 12 Seite«. Gen Berlin, 11, öffentliche eine Kaiser aus 5 Manöver an hielten das G Minister Dr. N. Eichenlaub Mini' Generalintendanl mit Brillanten t Wndecher, i Minister Dr. Bn ~ Der K g^annn als E: Kolonialrates in Ersten Wied mär von Bi S'ßung -es Kol ^Sgefprochen. . - Wie bie S.’Weößr s »vvnnens S*tatreta W hnjlich« zD \Wa «ttin Mg! fob, alJ MilSSt* ü."Nle V. flUr W 2 Am S-S