btt 1899, sfest üel Rt. 242 Zweites Blatt Samstag den 14 October 1S99 Gießener Anzeiger General-Anzeiger KBe Anzttgen-B^rmuNunz-ftetlen let In- une fluiluWI «rhmen Anreizen für den Gießener Anzeiger «ize.z« lene^ee wem Anzeigen zu der n«chmittags für Hw fetfalm erscheinenden -Nimmer Hi vor«. 10 Uhr. Bei Postbezuz 2 Mark 50 Pf» vierteljährlich. Vezuz.prelO vierleljährlich 2 Mark 20 Df« monatlich 75 P., mit Bringerlo^» ftNkhrf Utfi* eit Ininetnx de» Rnttjl Wie Mrßener wrHtt dem Anzeiger DöcheutNch viermal deizetezt. Aints- und AnzeigEblntt füv den Kreb GresZen. 'M See Vorstand. 'M jlWtzkL "Uhr, b(i jBauet, $itM* betet, D-r Porftand. V. d- 8% Mr: X W Mnbach: änMer Lichter. 1368 Der Vorstaud. anz. enbs präcis 8 W: M Sflolbon. Der Worftaab. ein M, aU‘. m&gnüm'üORum1 M W* u, stei In» 1, SsmOch K. rpMon Vereine >eteilig«K. , ber ®atok« iterinl beiW wetten te. Centn«, M "« lentn-rn bis «t ■** UchlMÜM?:— !«»!'«= ®Sn !'5 ”'■ in-1? ..«<•# ' Ä«S, 5^* MrdaNion, Expedition und Druckerei: FchwlßrRße Ar. 7. ■■■ 1 '-I 1 -1 ■ 1 ■■!■■■ ■■ i !' ■ ii. ' JIl'U-.' ■ ■■■■■-----! Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger chteßsN. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Nachdem die Grenzen des für die Nebenbahn Lollar- Londorf nötigen Geländes abgepflöckt sind und mit dem Erwerb des Geländes demnächst begonnen und auch der Bau unmittelbar danach in Angriff genommen wird, empfehlen wir den Besitzern der betreffenden Grundstücke, die zum Bahnbau erforderlichen Geländeteile in diesem Herbst nicht mehr zu bestellen. Die Abpflöckung ist sorgfältig zu schonen und unterliegen Beschädigungen derselben der gesetzlichen Strafe. Gießen, den 7. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend: Die Maul- und Klauenseuche zu Trais-Horloff. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Trais-Horloff bis auf 2 Gehöfte erloschen ist, wird die angeordnete Sperre der Gemarkung und der Weide aufgehoben. Die Sperre der beiden Gehöfte bleibt noch bestehen. Gießen, den 12. Oktober 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend: Maul- und Klauenseuche zu Ruttershausen. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Ruttershausen bis aus 3 Gehöfte erloschen ist, wird die angeordnete Gemarkungssperre aufgehoben, die Sperre der 3 Gehöfte aber noch aufrecht erhalten. Gießen, den 12. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend: Die Abhaltung des Viehmarktes zu Grünberg am 18. Oktober. Der für Mittwoch, bett 18. b. Mts. borge- sehene Rindvieh- und Schweiuemarkt in Grünberg muß wegen der starken Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in der näheren und weiteren Umgebung von Grünberg verboten werden. Die Seuche herrscht zur Zeit in 14 Orten des Kreises Gießen und in einer Anzahl von Orten der benachbarten Kreise Alsfeld, Schotten und Büdingen ziemlich nahe unserer Kreisgrenze und noch mehr Feuilleton. • Entführung mit einem Theatereffert. Zwischen Belgrad, Pest und Wien spielte sich dieser Tage eine Entführungsgeschichte ab, die mit ihren Verwechslungsszenen einer Theater- poffe nachempfunden zu sein scheint. Da langten kürzlich aus Belgrad je zwei Polizeiagenten in Budapest und in Wien an, um mit Hilfe von gewiegten, ortskundigen Detek- tives ein entffohenes Liebespaar auszuforschen. Die Entflohenen sind die junge, schöne Gattin des Belgrader Bankiers Mathias Sch. und ein junger Mann, von dem man vermutet, daß er Klavierlehrer ist. Die schöne, blonde Dame hieß mit ihrem Mädchennamen Mathilde K. und ist die Tochter eines Budapester Lehrers. Mathias Sch. sah seine Gattin zum erstenmale vor anderthalb Jahren in Wien und verliebte sich in sie. Er machte sie zu seiner Gattin und führte sie nach Belgrad heim. Mathilde, die bisher in ziemlich drückenden Verhältnissen gelebt hatte, wurde, als sie die Gattin des Bankiers war, eine Verschwenderin. Es kam deshalb zwischen den Ehegatten zu heftigen Auftritten und stürmischen Auseinandersetzungen. Sie machte schon einmal den Versuch, aus dem Hause des Gatten zu fliehen, doch vereitelte dies der Mann, der noch immer mit großer Liebe an seiner Frau hing. Trotz der scharfen Bewachung gelang es aber dieser Tage der jungen Frau, aus dem Hause ihres Gatten zu entkommen. Die Belgrader Polizei stellte fest, daß die junge Frau in Begleitung eines jungen Mannes nach Ungarn geflohen sei. Da gleichzeitig ihr Musiklehrer verschwunden ist, glaubt man diesen in ihrer in den anderen benachbarten hessischen und preußischen Kreisen. . Die Gefahr der Verschleppung der Seuche ist unter diesen I Verhältnissen und da die Seuche noch viel verheimlicht wird, zu groß, als daß die Abhaltung des Marktes unter bestimmten vorzuschreibenden Bedingungen und Beschränkungen der Beschickung gestattet werden könnte. Auch die Zulaffung lediglich eines Schweinemarktes empfiehlt sich nicht, da besonders Läuferschweine häufig Träger des Ansteckungsstoffes sind. Gießen, den 12. Oktober 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____________________v. Bechtold.____________________ Gießen, den 12. Oktober 1899. Betr.: Die Herbstübungen in 1899. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosth. Bürgermeistereien beS Kreises. Wir sehen der Vorlage aller noch rückständigen Quartier-, Fourage- und Vorspann-Bescheinigungen unfehlbar binnen 3 Tagen entgegen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Wegen der in 8 ländlichen Ortschaften und in der Stadt Wetzlar herrschenden Maul- und Klauenseuche und da die Seuche in den angrenzenden Nachbarkreisen in gefahrdrohender Weise besteht und noch weiter um sich greift, sehe ich mich genötigt, die auf den 17. Oktober b. Js. in Braunfels und 18. Oktober b. Js. in Wetzlar anstehenden Viehmärkte hiermit aufzuheben. Die Herren Gemeindevorsteher des Kreises ersuche ich, die vorstehende Anordnung auf ortsübliche Weise in der Gemeinde sofort bekannt machen zu lassen. Wetzlar, den 9. Oktober 1899. Der Königliche Landrat. Werden die Engländer in Transvaal siegen? Die in Amsterdam erscheinende „Deutsche Wochenschrift in den Niederlanden" veröffentlicht folgenden interessanten Privatbrief: Prätoria, im September 1899. Die Anfrage wegen meiner Ansicht über die Zustände in Südafrika will ich durch folgende Betrachtung erledigen, die ich aus meiner Vertrautheit mit Land und Leuten während eines zehnjährigen Aufenthaltes geschöpft. Laut Nachrichten aus Holland beunruhigt man sich daselbst mehr als hier zu Lande. Es scheint, daß man in Europa allgemein glaubt, die Boeren seien dem mächtigen Albion nicht Begleitung. In Budapest kam es infolge dessen schon am nächsten Tage zu einer Aufsehen erregenden Verhaftung. Als der Belgrader Schnellzug in die Halle des Bahnhofes rollte, entstieg einem Wagen 1. Klasse eine tief verschleierte, schöne, blonde Dame am Arme eines jungen Mannes. Ein Detektive schritt auf die Dame zu und fragte sie, da die ihm gegebene Beschreibung auf die Frau Sch. paßte, wer sie sei. Ganz harmlos antwortete sie, sie sei die Gattin des Belgrader Banquiers Mathias Sch. und sei zu ihrem Vergnügen nach Budapest gekommen. Der Detektive erklärte höflich, daß sie auf Aufforderung der Belgrader Polizei nach Belgrad zurückkehren müsse. Der schönen Frau half kein Flehen und kein Weinen; sie wurde mit dem nächsten nach Serbien abgehenden Schnellzuge nach Belgrad zurückgeschickt. In Belgrad angelangt, wurde die blonde Dame auf dem Bahnhofe von dem Bankier erwartet. Wer aber beschreibt die Ueber- raschung des Herrn Sch., als er die Entdeckung machte, daß die blonde Dame gar nicht seine Frau sei. Das Rätsel löste die Fremde bald, die allerdings Frau Sch. in der Statur sehr ähnlich war, selbst, indem sie erzählte, daß sie im Eisenbahnzuge zwischen Belgrad und Budapest von Frau Sch., die jedenfalls gewarnt worden war, 3000 FrS. dafür erhalten habe, daß sie in Gesellschaft des jungen Mannes, ihres Kousins, in Budapest aussteigen und, falls sie angehalten werde, sich als Frau Sch. aus Belgrad ausgebe. Frau Sch. wollte mit demselben Zuge gleich weiter fahren, und zwar mit einem jungen Manne, der Wien als vorläufiges Reiseziel angegeben habe. Der Streich der Gattin des Bankiers, die auch Wertpapiere und Bargeld gewachsen und sie müßten in Bälde die Niederlage erleiden. Das träfe sicher zu, wenn die Boerenrepubliken in Europa lägen, aber unser Land liegt mitten in Afrika, die Grenzen sind Hunderte von Wegstunden von der englischen Operationsbasis entfernt, und von da bis zu unserem Zentralpunkt Prätoria besteht ein Abstand von mindestens noch 60 Stunden. Prätoria ist gegenwärtig eine Feste, die selbst in Europa Respekt einflößen würde. Bis an die Grenzen kann der Feind sich der Bahn bedienen, aber innerhalb derselben ist sie natürlich in der Macht der Boeren, während die Hauptpunkte gut verteidigt werden können. Sind die Engländer genötigt, ihren Train durch Ochsen und Maultiere mitzuführen, bann werden sie zu ihrem Schaden erfahren, was dies heißen will. Man muß diese Art des Transportes hier kennen, um sich einigen Begriff davon machen zu können, und muß ferner in Betracht ziehen, daß für die Jnvasionstruppen auch nicht das geringste an Nahrungsmitteln und sonst Benötigtem zu finden ist, denn alles muß von dem Train selbst mitgeführt werden; nur um diesen zu decken, ist schon eine respektable Heeresmacht von Nöten. Die eigentlichen Gefechtstruppen müssen hauptsächlich aus berittenen Mannschaften bestehen, die genug zu thun haben werden, um die Infanterie gegen die Guerilla-Banden der Boeren zu beschützen. Und dann das Ueberschreiten von Pässen und tiefliegenden Flüßchen! Um nicht unter das Feuer der feindlichen Boeren zu kommen, wird jeweils die Aufstellung der Artillerie sich als notwendig erweisen, um die Berghöhen, von denen hier fast jeder Bach eingeschlossen ist, unter Feuer zu nehmen. Man kann sich so weit vorstellen, wie beschwerlich und zeitraubend dies alles sein muß. In England scheint auch die Idee vorzuherrschen, daß der Sommer (von Oktober bis April) die passendste Zeit für den Feldzug fei. Der Hauptgrund für diese Anschauung scheint darin gesucht werden zu müssen, daß alsdann hier die Regenzeit eintritt und darum Wasser vollauf vorhanden ist, während der Winter als trocken bekannt ist. Doch machen sie gerade dabei den denkbar größten Schnitzer! Unsere Flüsse werden Sommers und Winters von Quellen gespeist, die stets eine gleichmäßige Quantität Wasser abführen. Mehr Wasser wäre nicht nur überflüssig, sondern würde selbst das Ueberschreiten der Flüsse und Bäche hindern. Infolge der eigentümlichen Bodenformation bleibt Wasser niemals in Deichen und Pfützen zurück, sondern ergießt sich in die nächstliegenden Bäche, successive Flüßchen und Flüsse bildend. Doch infolge des hier fallenden Tropenregens wachsen diese Bäche in unglaublich kurzer Zeit häufig zu wilden Gebirgsströmen an, in ihrer Wildheit jeder Menschengewalt spottend. Die stärksten Notbrücken werden weggerissen. Die armen englischen Soldaten, in solchem Klima und Landstrich marschierend, werden hier etwas er- im Gesamtbeträge von 40 000 Franks mitgenommen habe, war also vollständig gelungen. Der Bankier setzt jetzt seine Nachforschungen in Wien und Berlin fort, da es möglich ist, daß das Paar bereits weiter als bis nach Wien gekommen ist. * Krieg und Aktien. „Bataille" veröffentlicht unter dem Titel „In Transvaal" im „Figaro" folgende satirische Skizze: Der englische General zu seinem Adjutanten: „Wie steht es?" — Adjutant: „Unsere Verluste sind nicht sehr erheblich. Wir haben nur einige hundert Tote und Verwundete." — General: „Und der Feind?" — Adjutant: „Der ist halb vernichtet. Ungefähr 5000 Buren sind durch unsere Kugeln zerrissen."— General: „Gut!" — Adjutant: „Soll die Metzelei fortgesetzt werden?" — General: „Warten Sie (wendet sich zu einem Gentleman, der den Operationen mit der Lorgnette und der denkbar phlegmatischsten Miene folgt): „Mein Herr?" — Gentleman: „General?" — General: „5000 Feinde zu Boden gestreckt!" — Gentleman: „Wieviel sagen Sie?" — General: „Ziemlich 5000." (Zum Adjutanten): „Nicht wahr?"—Adjutant: „Augenscheinlich, eher mehr uls weniger." — General (zum Gentleman): „Genügt das?" — Gentleman (zieht ein Notizbuch aus der Tasche): „Ich werde berechnen. Hm! 5000. Der jetzige Kurs der Goldminen ist ... . Teufel! 5000, das ist nicht genug! Ich glaube nicht, daß die Goldminen bei einem einfachen Maffakre von 5000 Suren ernstlich steigen. Wir brauchen mehr." — General: „Also das genügt nicht?" Gentleman: „Nein. Der Markt ist unruhig, unentschieden. Er kann sich von einem Augenblick zum andern verschlech- leben; es ist deshalb auch kein Wunder, daß sie im Feldzug 1880/81 total demoralisiert wurden. Um Prätoria zu erreichen, haben sie im günstigsten Falle einen Monat nötig. Der Train muß notwendig so überladen sein, daß vom Mitfahren keine Rede sein kann. Die mit Sack und Pack marschierenden verwöhnten englischen Soldaten werden Gehöriges zu leisten haben bei einer Hitze von 130 bis 140 Grad Fahrenheit, unaufhörlich beunruhigt durch Boeren-Schwärme. Die Zeit wird lehren, was daraus werden mag. Man setze den für die Engländer günstigen Fall, daß sie in die Nähe von Prätoria gelangen; dann wird ein geringer Teil der Boeren die Festung zu besetzen haben, aber sich doch so viel wie möglich nach außen bewegen, denn die Boeren einzuschließen, ist bei ihrer Kriegstaktik völlig undenkbar. Prätoria wird dann zur natürlichen Festung, gedeckt durch vier Forts modernster Konstruktion und ausgerüstet mit dem allerbesten Festungsgeschütz von Creuzot, Kaliber bis 25 und 28 Zentimeter, eine Entfernung von 117? englische Meilen bestreichend. Gegen solches Feuer ist jedes Feldgeschütz ohnmächtig, zudem beunruhigen die Boeren in Schwärmen den Feind und werden trachten, die Zufuhr abzuschneiden. Prätoria selbst ist ausgiebig verproviantiert sowohl mit Mundvorrat wie Munition, während letztere auch noch über das ganze Land verbreitet ist. Eine Armee auf eine solche Entfernung nnb unter den geschilderten Umständen von der Küste zu verproviantieren, gehört zu den Wundern; hauptsächlich darum, weil die ganze englische Linie durch Truppen zu decken ist. Wird durch irgend einen Zufall die Zufuhr abgeschnitten, dann ist die Armee verloren, und dies gehört nicht zu den Unmöglichkeiten in einem Gebiet von der ungefähren Größe Deutschlands mit einer leicht beweglichen, ausgezeichnet berittenen und treffsicheren Boerentruppe, die zwar in der Hauptsache Guerillagefechte zu liefern gewöhnt ist, aber gerade durch ihre hervorragende Terrainkenntnis in der Lage ist, stets im gegebenen Augenblick ihre Streitkräfte entsprechend zu vereinigen. Es ist für den europäischen Kriegskundigen schwierig, sich eine Vorstellung von der Terrainbeschaffenheit und der Taktik der Boeren zu bilden. Diejenigen, welche nicht aktiv an den Gefechten teilzunehmen haben, dürfen nicht mitkämpfen, sondern nur als Führer dienen, und gerade dies ist eine Hauptsache in diesem Land voll Klüfte und Klippen. Jeder Boer weiß, wie er sich zurecht finden muß. Der Feldkornet oder sonstige Anführer giebt seiner Truppe Befehl, ein gewisses Ziel zu erreichen, ohne sich dem Feind bloßzustellen. Wie er sich dabei zu decken hat, weiß jeder, nur beim Sammeln werden Signale abgegeben. Erscheint ihnen die Gefahr zu drohend, dann gehts ein paar Meile» rückwärts, um eine günstige Chance für wiederholtes Vorgehen unter besserer Deckung abzuwarten, was nur ermöglicht wird durch die enorme Ausdehnung des Landes und die völlige Vertrautheit mit Weg und Steg. Wie also eine Armee, die im günstigsten Falle Prätoria einschließt, verproviantiert werden soll, bleibt ein Rätsel, namentlich, da die meisten Wege in Prätorias Umgegend aus Torfgrund bestehen, und bei Regenwetter jeder Ochsenwagen bis an die Achsen in den Boden sinkt, wodurch eine fortwährende Stockung in der Kolonne veranlaßt wird. Außerdem darf man nicht vergessen, daß die Boeren besser bewaffnet sind, daß das Mausergewehr einen weit besseren Schuß liefert und weiter trägt, als das Lee Met- fortgewehr. Letzterem ist hauptsächlich darum weniger zu vertrauen, weil nach 20—30 Schüssen die Hülsen nicht mehr von selbst herausspringeu, sondern mit den Fingernägeln herausgezerrt werden müssen. Ueberdics ist unser Feldgeschütz ungleich besser, als das englische Armstrong, sowohl in Be- zug auf schnelles Feuern als auf Abstandsschießen und Treffsicherheit. Zudem ist die ganze Boerenarmee beritten, an das Klima gewöhnt und im Notfall mit getrocknetem Fleisch und Mehlbrei zufrieden; last not least; die Boeren kämpfen für ihr eigenes Vaterland. Ich hoffe, daß Ihnen Vorstehendes einen Begriff giebt, weshalb wir uns hier nicht so echausfieren und einen Krieg, falls er uns auf- gedrungen wird, nicht so fürchterlich finden. Daß unsererseits viel zugegeben ward, ist wahr; wir wollten eben einen Krieg vermeiden, so lange dies möglich schien. Das ganze Volk hat zu streiten, und Jeder ist mit sich darüber einig, daß er mit seinem Leben für den Entschluß einzutreten hat, ob der Krieg anzunehmen oder weitere Nachgiebigkeit zu üben sei. Nicht aus Feigheit oder Angst haben wir uns zu letzterem bequemt, sondern gerade weil wir uns des wahrhaften Elends und der unersetzlichen Verluste nur zu wohl bewußt sind, die der Krieg für jeden unvermeidlich nach sich zieht, wogegen das englische Ministerium die Kugeln nicht pfeifen hört, das vergossene Blut nicht sieht, das Elend nicht fühlt, sondern höchstens für kurze Zeit „nach Hause geschickt wird". ZskÄrs Md ProoisMes. Gießen, 13. Oktober 1899. ** Einziehung von Reichsmiinzen. Von den auf deutschen Münzstätten ausgeprägten Reichsmünzen gelangen gegenwärtig zwei Kategorien zur Einziehung und zwar die goldenen halben Kronen und silbernen Zwanzigpfennig stücke. Die Einziehung der ersteren ist schon im Frühjahr 1879 angeordnet, wird also bereits 20 Jahre hindurch vorgenommen. Trotzdem ist ein noch immer ziemlich bedeutender Teilbetrag zur Einziehung nicht gelangt. Insgesamt waren von den goldenen Fünfmarkstücken für rund 28 Millionenen Mark geprägt worden. Davon sind für 22 Millionen zur Einziehung gelangt, sodaß noch rund 6 Millionen im Verkehr geblieben sind. Da der letztere Bestand sich schon seit geraumer Zeit auf einer ziemlich gleichmäßigen Höhe bewegt hat, so ist anzunehmen, daß überhaupt nicht mehr viel halbe Kronen zur Einziehung kommen werden, sondern daß ein Betrag von rund 5 Millionen uueinziehbar bleiben wird. Diese Münzen sind wahrscheinlich für Schmuckstücke zur Verwendung gekommen, Münzsammlungen einverleibt u. s. w. Die Einziehung der silbernen Zwanzigpfennigstücke, die erst seit kurzem angeordnet ist, schreitet schneller vorwärts. Von ihnen waren insgesamt für 35,7 Millionen Mark zur Ausprägung gelangt. Davon sind in verhältnismäßig kurzer Zeit für 21 Millionen Mark zur Einziehung gelangt, so daß noch für 14,7 Millionen Mark gegenwärtig im Verkehr sind. Auch hier wird man annehmen müssen, daß ein bestimmter Teil uneinziehbar sein wird, jedoch dürfte derselbe, da die Verhältnisse doch anders liegen, als bei den halben Kronen, nicht ganz so groß wie bei den letzteren bleiben. *• Staatsprüfung. Am 16. Oktober nimmt die zweite Staatsprüfung im Justiz-und Verwaltungsfach für das Jahr 1899 im Landgerichtsgebäude zu Darmstadt ihren Anfang. Zu derselben haben sich über 30 Kandidaten gemeldet. Als Prüfungskommission fungieren mit Ausnahme des in den Ruhestand getretenen Herrn Oberlandesgerichtsrat Heß, an dessen Stelle Herr Oberlandesgerichtsrat Scriba ernannt worden ist, die nämlichen Herren, wie bei den letzten Prüfungen. Es sind die Herren Generalstaatsanwalt Schlippe, die Ministerialräte Pückel, Dr. Breidert und Braun, die Oberlandesgerichtsräte Schlink und Keller, sowie Landgerichtsdirektor Schäfer. ** Besseres Kommisbrot. Wie verlautet, finden im preuß. Kriegsministerium Beratungen statt, die dahin gehen, ob dem Roggen für das Militärbrot ein Drittel Weizenmehl beizumischen fei, da zur Zeit Roggen teurer ist als Weizen. Die Soldaten würden sich diese Verbesserung ihres Kommisbrotes sicherlich gern gefallen lassen. ** Unter der Überschrift „Ceutrum und hessische Schulordnung" schreibt das „Franks. Journ.Das hessische Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, hat eine neue Schulordnung für die höheren Lehranstalten erlassen. Darin lautet der § 14: „Der Besuch von Theatern, Konzerten und sonstigen Vorstellungen, sowie von öffentlichen Bällen ist nur mit Erlaubnis und unter lern. Niemals wird er sich mit 5000 Toten und Verwundeten zufrieden geben." — General: „Wieviel brauchen Sie denn? — Gentleman: „Ein gutes Drittel mehr; Sie können selbst bis zur Hälfte gehen. Das wäre umsobeffer und die Börse um so sicherer .... Ist das ausführbar?" — General: „Ein Kinderspiel!" (Zum Adjutanten): „Ueber- bringen Sie die entsprechenden Befehle!" * Der Kolportage-Roman. Die Preußischen Jahrbücher bringen im Oktober-Heft eine eingehende Ausstellung aller Einnahmen und Ausgaben, die einen erfolgreichen Kolportage-Roman betreffen. Die ersten Hefte bilden das „Sammelmaterial", sie ködern die Leser; von diesen Heften hängt größtenteils der Erfolg des Werkes ab. Von einem in Berlin erschienenen Romane, der 150 Hefte umfaßte, wurde das erste Heft in 2,500,000 Exemplaren gedruckt; vom zweiten Hefte wurden 215,000 Exemplare hergestellt, und von da an ging die Auflage abwärts bis zum fünften Hefte, das noch in 175,000 Exemplaren ausgegeben wurde. Die folgenden Hefte wurden nur mehr an die Abonnenten abgegeben, jedoch nahm die Zahl dieser immer mehr ab. DaS ist eine konstante Erscheinung; aus verschiedenen Gründen wird eine mehr oder weniger große Zahl Abnehmer untreu. Interessant sind folgende Angaben über den Absatz der bezahlten Hefte. Es wurden nämlich gedruckt: Don Heft 6 bis 8 zwischen 75- und 70.000 11 if 9 tt 15 ti 70- tt 60.000 •1 H 16 ft 28 ft 60- tt 50.000 11 ft 29 tt 45 tt 50. H 40.000 m tt 46 tt 70 tt 40- ff 30.000 ft ft 71 N 110 et 30- ft 20.000 Von Heft 111 bis 120 zwischen 20« und 18.000 tt ff 121 „ 130 tt 18. „ 16.000 tt ft 131 „ 136 ft 16- „ 15.000 H ff 137 „ 146 15- „ 14.000 ff ff 147 „ 150 tt 14- „ 13.000 Bon Heft 6 bis Heft 150 wurden also an 5 Millionen Stück abgesetzt, obschon fast fünf Sechstel der Abnehmer vor Beendigung des Werkes „abgesprungen" waren. Dennoch wurde der fragliche Roman als „Durchschläger" bezeichnet . . . Der Verleger überläßt die 10-Pfennig-Hefte gewöhnlich gegen 50 Prozent Rabatt, manchmal sogar zu 4Vg Pfennig statt zu 5 Pfennig. Jene 5 Millionen bezahlter Hefte brachten also ca. 225,000 Mark ein. Die Ausgaben, im einzelnen nachgewiesen, beliefen sich auf 143,431 Mk. Der Gewinn, den jener Roman dem Verleger einbrachte, kann also auf 80. bis 100,000 Mk. berechnet werden. Diesem Gewinne des Verlegers steht das Honorar des „Autors" mit nur 6750 Mk. gegenüber. * Rule Britannia. Ja „rule" nur so lang es geht, Du unverschämter Brite, Beherrsch mit Deinen Flotten nur Die freie Amphitrite, Es kommt der Tag — er ist nicht fern! — Wo wir mit den Franzosen Und andern Völkern dieser Welt Ein wenig mit Dir — — kosen. — Gibts auf der Erde einen Fleck, Wo sich was „stehlen" laffe, Sofort durchfurcht Dein Panzerschiff Des Meeres Flut, die naffe, alleiniger Verantwortung der Eltern oder ihrer Vertreter gestattet". §. 16 dagegen bestimmt: „Die Teilnahme an Vereinen und Verbindungen ohne Genehmigung deK Direktors ist streng verboten". Darüber fühlt sich nun ein ultramontanes Gemüt schwer bedrückt, und es läßt in der „Köln. Volksztg." ein langes Lamento abdrucken, in dem unter Vorführung etzlichen Mißtrauens das Ministerium um Erläuterung dahin ersucht wird, ob den Schülern der Beitritt zu religiösen Vereinen, etwa zur marianischen Kongregation, auch nur mit Genehmigung des Direktors gestattet sein solle, während die Eltern das Recht hätten^ ihre Kinder beliebig zu Theater, Konzert und Ball zu schicken, ohne dafür Anzeigepflicht zu haben. Wir habe« — fährt das „Franks. Journ." fort — selbstverständlich gegen das Verlangen weiterer Erklärung nichts einzuwenden, meinen aber, das Ministerium sei bereits hinreichend klar gewesen. Bei Konzerten und Bällen handelt es sich um einzelne Fälle und es ist ein durchaus korrekter Standpunkt, wenn die Behörde dafür die volle Verantwortung allein den Eltern überläßt. Bei Vereinen und Verbindungen kommt aber ein dauernder Zu stand in Betracht, und wir finden es nur billig, wenn die Behörde verlangt, daß der Direktor wissen soll, wo seine Schüler verkehren wollen. Handelt es sich um rein religiöse Dinge, so wird der Direktor wohl gegen den Beitritt nichts einzuwenden haben und der Schüler vergiebt sich nichts, wenn er den Direktor um die Genehmigung ersucht. In Vereinen endlich, die neben religiösen auch politische Ziele verfolgen, gehören. Schüler nicht hinein und da wird der Direktor mit Recht Nein sagen. So werden wohl auch „Herr Eisenhuth und feine Räte den § 16 auslegen". - fi Grünberg, 12. Oktober. Herr Postmeister Ubrich„ der langjährige Vorsteher des hiesigen Postamts ist mit dem 1. Oktober in den Ruhestand getreten, und ist Herr Postsekretär Graef zu Darmstadt zu seinem Nachfolger ernannt worden. © Aus dem Seenthal, 12. Oktober. Jetzt, da die mancherlei Herbstarbeiten zu bewältigen sind, macht sich der Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften recht unangenehm fühlbar. Es ist dies hauptsächlich auf die in den letzten Jahren wieder sehr im Aufblühen begriffene Eisensteinindustrie zurückzuführen. In unserem Thälchen sind wieder eine Anzahl Eisensteingruben in Betrieb genommen worden, in denen viele Bewohner der Gegend lohnenden Verdienst finden. Auf der Grube „Sophie" bet Flensungen beschäftigt die Gewerkschaft „Luise- über 50 Arbeiter, und auf der Eisensteinwäsche derselben Gesellschaft ist die gleiche Anzahl Leute thätig. Auf der Grube „Hoffnung" bei Stockhausen arbeiten durchschnittlich 60 Mann, und bei Freienseen sind ebenfalls eine stattliche Anzahl Arbeiter im Bergbau thätig. Der Tagesverdienst der meistens auf Akkord arbeitenden Leute beträgt durchschnittlich 3,50 Mk. Wer will es den geringeren Bewohnern der Gegend verärgern, wenn sie diesen lohnenden Erwerb der jedenfalls nicht weniger mühsamen Feldarbeit vorziehen! Finden sie doch auch während der sonst fast verdienstlosen Winterzeit in den Bergwerken Beschäftigung und dadurch eine sichere Einnahme. Außer den in den Ort- schäften hiesiger Gegend ansässigen Arbeitern waren seither auch etwa 40 Italiener als Bergleute eingestellt. Da sich dieselben jedoch nicht bewährten, wurden die meisten von ihnen wieder entlassen. Darmstadt, 12. Oktober. Die ^..^.-Vereinigung des hiesigen Korps Hassia hat das seitherige Offiziers-Kasino des zweiten Großh. Dragoner-Regiments Nr. 24, die sogenannte Bulgarenhalle (Marienplatz 6), zum Preise von 70 000 Mk. erworben. Die Uebernahme erfolgt am 1. November d. I. und sollen die Parterreräume an aktive KorpS- angehörige vermietet, der obere Stock aber zu Kneip- und Gesellschaftsräumen eingerichtet werden. Darmstadt, 12. Oktober. Herbstpferdemarkt. Bei der Mittwoch nachmittag 2 Uhr begonnenen Verlosung fielen die 19 ersten lebenden Gewinne der Reihe nach Und nahest Du auch noch so feucht Mit Feuerröhren Blitzen, Es kommt der Tag, an welchem Du Wirst auf dem Trocknen sitzen. Mag unsere Regierung auch Sich ganz neutral verhalten All-Deutschlands Herz, es pochet doch Für Onkel Paul, den alten. — Wir hassen Deine Ländergier Du Wiskey-Laud, Du schlaues Und rufen laut dem Buren zu: Zerklopf' es, o, verhau' es! — Die „Rulerei" sie nimmt ein End, Ein End das Länderstehlen, Das freche Maul, mit dem Du pflegst Die Welt anzukrakehlen, Europas Staaten stehen auf — Sogar die kleinsten Dinger Wie Lichtenstein — und klopfen Dir Aus Deine langen Finger. Teut. Humoristisches. * Vorsorglich. Bräutigam (Ingenieur : „Wir sind jetzt gerade daran, den Tunnel der Südbahn zu bauen. Auf unserer Hochzeitsreise werden wir durch diesen Tunnel kommen " — Braut: „Ach das ist ja reizend! — Nicht wahr, Hugo, Du läßt den Tunnel recht lang bauen?” * Reinfall. Reisender: „Donnerwetter, jetzt bin ich in ein Kupee 2. Klasse geraten!" — Kondukteur: „Dann muß eben die Differenz bezahlt werden — und Strafgeld kostet es auch!" — Reisender (sein Billet vorzeigend): „Gut, dann geben Sie mir drei Mark retour — ich habe nämlich ein Billet 1. Klasse, wie Sie sehen!" 1955ViO2 6698' 9258, 8U ,' f ,-S.L Hfl Versa " herzog' öent GrM ^sp KZ arg trüber Fällen die . SSSU gtta*” ®“’ ? SjwMatnw« i« Jauägängen ÄÄ* Mainz, 12 • bei bet hiesigen Ausreißer.) Für lich zur Bewerbung denen 5 mit latholisä Lehrern und je einer Lehrerin besetzt werdei fräste gemeldet, und Lehrern zu besetzende! 10 Lehrer und 9 Sa 6 aus Mainz; für bi setzenden Schulstellen darunter 9 Lehrer un aus Mainz; für die n setzende Stelle haben ’ Verwalterinnen ans Ä Üschrn Lehrerin zn W darunter eine Lehre Mainz, gemeldet. U Lehrer, der s. Zt. de präsentiert worden war aber mit dieser! diesen Lehrer mit noi lich gab die Regieruk weit verwendet werde pflichtet worden, die Lehrer an ihrem nei als sie in Ofjenbrf Sohn einer hiesigen A Me in Weilburg ist, aber überschritten, ut ^erall tzchcht. Aach und so ssieb er sich si suchte er heimlich dir wurde. Zwei Schutz Wohnung und sande versteckt. Es erfolg an die Hauptwache. Militär Nrresthaus u transportiert. »R, 12. Otto W Schumacher "etenjubiläum. 3 Erachte aus dies. des Demokratie ’M m der heutigen “Ä Ä ^erlsamleit 2 ? int w.,... uis-LanN» Preßte,, «Ui 9-rch?,^ «ta Z '“"bgeri* j;"’1,1 tote 'ME4* Dr "®ainiet ^!n Ütbatt dritte Jf ?et,reten & jfj. ÄftSSs i’ Ä"«« -in °»'° abbturf.n6* ."* d,r luens baiUm?f ,;n dein Vh-nte” etwa »ur 7U.etn der SV&* lern das ».z. ."tors jS&Ä’ü ^us korrekter „ * Verantwortung 2? Verbind- ff\w Betracht, und S.otbe verlangt, daß wird der uhis ernzuwenden haben s, wenn er den Direktor . greinen endlich, die \dt verfolgen, gehören ber Direktor mit Recht l(9 "Herr Eifenhuth und )err Postmeister Ubrich, len Postamts ist mit dem getreten, und ist Herr t zu seinem Nachfolger Oktober. Jetzt, da die gen find, macht sich der chen Arbeitskräften \ dies haMMich auf W im AuMeu de- znfiihren. In unferem l Eifensteingruben in Beten viele Bewohner der iben. Auf der Grube ;t die Gewerkschaft „Luise" Eisensteinwäsche derselben i Leute thätig. Auf der in arbeiten durchschnittlich nd ebenfalls eine stattliche itig. Der Tagesverdienst ben Leute beträgt durch- j ! den geringeren Vewch sie diesen lohnenden Er- mhfamen Feldarbeit vollend der M saft dn- ^rrteuBWMRMv Autzer den in den Ort- i h Arbeitern waren seither aleute eingestellt. Da fich wurden die meisten von ch so feucht mlchevl Du . M. auch ^pochet doch ilten. - trgitr hlaues ren in: eS'. - )j, ^.L-Lereinigung deS aiments Nr. H tue inahwe erfolgt am s"«» - it ein End, »°«i - ®it z«“- iger- auf folgende Losnummern: 1751, 11 634, 1500, 27 564, 19 554, 3812, 30 070, 30 002, 418, 3340, 4316, 36 138, 9259, 31 102, 6698, 18 037, 20 584, 27 480 und 3066. — Der erste Preis fiel in die Kollekte W. Matthes hier. Der glückliche Gewinner ist ein hiesiger Student. A Mainz, 12. Oktober. Unter dem Vorsitz eines hiesigen Rechtsanwalts tagte vorgestern in dem nahen Kasteleine Versammlung der Antisemiten aus dem Großherzogtum Hessen. Zweck der Zusammenkunft war eine Besprechung über die bevorstehenden Ergänzungswahlen zu dem Landtag. — In den letzten Tagen sind zahlreiche Inhaber von hiesigen Ladengeschäften arg beschwindelt worden, und zwar waren in allen Fällen die Verüber der Schwindeleien elegant gekleidete Frauenzimmer. Dieselben ließen sich hauptsächlich aus Modewarengeschäften größere Auswahlsendungen in ein näher bezeichnetes Haus schicken, lauerten auf den Gängen die Ueberbringer der Waren ab, gaben den Auftrag zu noch anderen Gegenständen, und suchten inzwischen mit den zuerst gebrachten Waren das Weite. Meist hatten sich die Schwindlerinnen zur Abgabe der Waren Häuser mit zwei Hausgängen herausgesucht. Eine ganze Reihe derartiger Betrügereien sind der Polizei in den letzten Tagen zur Anzeige gebracht worden, ohne daß es bis jetzt möglich gewesen wäre, eine der Schwindlerinnen abzufassen. Mainz, 12. Oktober. (Besetzung von Stellen bei der hiesigen Volksschule. Festgenommener Ausreißer.) Für die 9 Schul stellen, welche s. Z. öffentlich zur Bewerbung ausgeschrieben worden sind, und von denen 5 mit katholischen Lehrern und 2 mit evangelischen Lehrern und je einer katholischen und einer evangelischen Lehrerin besetzt werden sollen, haben sich zusammen 38 Lehrkräfte gemeldet, und zwar 19 für die mit katholischen Lehrern zu besetzenden Schulstellen, darunter befinden sich 10 Lehrer und 9 Schulverwalter, von den letzteren sind 6 aus Mainz; für die mit evangelischen Lehrern zu besetzenden Schulstellen haben sich 14 Lehrkräfte gemeldet, darunter 9 Lehrer und 5 Schulverwalter, letztere sämtlich aus Mainz; für die mit einer katholischen Lehrerin zu besetzende Stelle haben sich 3 Lehrkräfte, darunter 2 Schulverwalterinnen aus Mainz, und für die mit einer evangelischen Lehrerin zu besetzende Stelle haben sich 2 Lehrkräfte, darunter eine Lehrerin und eine Schulverwalterin aus Mainz, gemeldet. Unter den Lehrern befindet sich auch ein Lehrer, der s. Zt. der Stadt Offenbach von der Regierung präsentiert worden war. Die Bürgermeisterei Offenbach war aber mit dieser Präsentation nicht zufrieden, und lehnte diesen Lehrer mit noch zwei anderen Lehrern ab. Schließlich gab die Regierung nach, und die Lehrer mußten ander- weit verwendet werden, die Stadt Offenbach aber ist verpflichtet worden, die Gehaltsdifferenz zu bezahlen, welche die Lehrer an ihrem neuen Wirkungskreise weniger erhielten, als sie in Offenbach erhalten hätten. — Der 16jährige Sohn einer hiesigen Familie, der Schüler der Unteroffizierschule in Weilburg ist, hatte Urlaub bekommen, denselben aber überschritten, und wird schon seit 10 Tagen hier überall gesucht. Nach Hause durfte er nicht mehr kommen, und so trieb er sich in der Stadt herum. Gestern morgen suchte er heimlich die elterliche Wohnung auf, was bemerkt wurde. Zwei Schutzleute begaben sich in die betreffende Wohnung und fanden das Bürschchen unter einem Bette versteckt. ES erfolgte seine Festnahme und Auslieferung an die Hauptwache. Bon da kam der Ausreißer in das Militär-Arresthaus und wird heute nach Weilburg zurücktransportiert. (M. A.) Mainz, 12. Oktober. Gestern feierte Stadtverordneter Ph. Schumacher sein 25jähriges Stadtverordnelenjubiläum. Der Ausschuß der demokratischen Partei überbrachte aus diesem Anlaß heute mittag dem Jubilar die Glückwünsche des Demokratischen Vereins und der Ausschuß des Demokratischen Vereins zu Frankfurt gedachte des Jubilars in einer telegraphisch übermittelten Gratulation. Auch in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde der Jubilar, durch Blumenschmuck auf Pult und Sessel, ausgezeichnet, und der Oberbürgermeister ehrte ihn, unter dem Beifall des Kollegiums, durch freundliche Worte der Anerkennung. Der Jubilar dankte für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit und versprach, so lange es ihm noch vergönnt sei, dieser Versammlung anzugehören, stets das Interesse der Stadt Mainz zu vertreten. Fulda, 12. Oktober. Herr Regierungs-Referendar Graf Solms-Laubach ist dem hiesigen Landratsamte zur Beschäftigung überwiesen worden._____________________ Pretzbeleidigungsprozetz. (Ausführlicher Bericht.) Darmstadt, 12. Oktober 1899. Bor der ersten Strafkammer des hiesigen Land- gerichts eröffnete heute vormittag der Vorsitzende, Großh. Landgerichtsdirektor Dr. Rüster, die Verhandlung gegen die verantwortlichen Redakteure der „Frankfurter Zeitung", des „Mainzer Journals" und der „Mainzer Neuesten Nachrichten". Den Gerichtshof bilden außerdem die Großh. Landgerichtsräte Dr. Kolb, Dieffenbach, Schilling und Großh. Landrichter Dr. Haustädt (Referent). Die Anklagebehörde ist durch Großherzoglichen Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt von Mainz, vertreten, die Verteidigung der „Frankfurter Zeitung" wird durch die Rechtsanwälte Muser von Offenburg und Grünewald von Gießen, diejenige des „Mainzer Journals" durch Rechtsanwalt Dr. Schmidt, der „Mainzer Neuesten Nachrichten" durch Rechtsanwalt Dr. Löb von Mainz geführt. Die Angeklagten Alexander Giesen, verantwortlicher Redakteur der „Frankfurter Zeitung", 34 Jahre alt, Israelit, verheiratet, mehrfach vorbestraft, Franz Köpgen, verantwortlicher Redakteur des „MainzerJournals", 29Jahre alt, katholisch, Botho Horibert Malten, verantwortlicher Redakteur der „Mainzer Neuesten Nachrichten", 50 Jahre alt, evangelisch, vorbestraft, sind beschuldigt, durch einen in Nr. 140 der „Frankfurter Zeitung" vom 21. Mai d. IS., in Nr. 118 des „Mainzer Journals" vom 23. Mai d. Js. und in Nr. 117 der „Mainzer Neuesten Nachrichten" enthaltenen Artikel Se. Exzellenz den Großh. Justizminister, die derzeitigen Mitglieder des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, sowie den Großh. Generalstaats- anwalt, Beamte in Beziehung auf ihren Beruf öffentlich wörtlich beleidigt zu haben, indem sie Thatsachen behaupten und verbreiteten, die nicht erweisbar waren und geeignet sind, die genannten Beamten in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Vergehen gegen §§ 185, 186, 169, 200 Str.-G.-B., §20 Preßgesetzes. Nach Eröffnung der Sitzung sprach der Vorsitzende in einigen Worten die Zuversicht aus, daß wie die Verhandlung streng objektiv und sachlich geführt, so auch seitens aller übrigen Beteiligten mit derselben Sachlichkeit gehandelt werden würde. Alsdann gab derselbe bekannt, daß Se. Exzellenz der Großh. Staatsminister von der Verpflichtung zur Amtsverschwiegenheit überhaupt nicht und Se. Exzellenz der Großh. Justizminister nur insofern entbunden sei, als Interessen des Reichs oder des Großherzogtums nicht entgegenständen. Den übrigen als Zeugen geladenen Beamten sei die Zeugnisablage über die in ihrer dienstlichen Eigenschaft gemachten Wahrnehmungen hinsichtlich der Nichtanstellung jüdischer Richter untersagt. Die Verteidigung stellt hierzu keine Anträge. Bei Vernehmung der Angeklagten über ihre Personalien bekennt sich Angeklagter Giesen zu drei Vorstrafen mit Geld wegen Preßvergehens, Malten zu einer solchen, während Köpgen sich als unbestraft erklärt. Verteidiger Dr. Löb macht namens der Angeklagten den Einwand der Unzuständigkeit des Gerichts geltend, da der sogen, ambulante Gerichtsstand der Presse keine Berechtigung habe. Der Vertreter der Staatsbehörde wendete sich in längerer Ausführung gegen diesen Einwand, worauf der Gerichtshof den Antrag der Verteidigung bezüglich Giesen als unzulässig, bezüglich der beiden übrigen Angeklagten als unbegründet abweist, da dem Antrag aus rechtlichen und Zweckmäßigkeitsgründen nicht stattgegeben sei. Nach Verlesung der Eröffnungsbeschlüsse gelangen die unter Anklage gestellten Zeitungsartikel zur Wiedergabe, darin wird in schärfster Weise dem Ministerium der Vorwurf der Verfassungsverletzung im allgemeinen und in Bezug auf den Fall Küchler gemacht, und dem Justizminister und Generalstaatsanwalt vorgeworfen, den zur Erhebung einer Anklage gegen Küchler aus § 211 der Konkursordnung entschlossenen und verpflichteten Oberstaatsanwalt Dr. Preetorius hiervon abgehalten zu haben. Der Angeklagte Giesen übernimmt in seiner Vernehmung zur Sache die Verantwortung für den fraglichen Artikel, erklärt aber, durch seinen Gesundheitszustand gezwungen zu sein, seine ausführliche Verteidigung seinem Anwalt zu überlassen. Er habe nicht die Behauptung aufstellen wollen, daß die Staatsanwaltschaft „wider besseres Wissen" von jener Anklageerhebung verhindert worden sei. Die Beschuldigung der Verfaffungsverletzung legt G. dahin aus, daß sich dieselbe auf die Thatsache der Nichtanstellung jüdischer Richter und die Ausstellung von Reversen in früherer Zeit durch zur Anstellung gelangende Amtsrichter gründe. Gegenüber dem Einwurf des Vorsitzenden, daß inhaltlich der Verfassung eine Anwartschaft auf Anstellung nicht existiere und angebliche Reversausstellung in einer früheren Aera das jetzige Ministerium nicht berühre, bleibt G. bei seinem Vorbringen. Er habe den Artikel nicht selbst verfaßt, sondern nur geprüft und im Vertrauen auf die Persönlichkeit des Verfassers ausgenommen. Die beiden anderen Angeklagten beteuern ihren guten Glauben, der sie veranlaßt habe, der Stimmung der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Angeklagter Malten beruft sich auf die Wahrung berechtigter Interessen. Die Beweisaufnahme wird mit Vernehmung Sr. Exc. des Großh. Justizministers eröffnet. Die Behauptung, daß die Regierung im Fall Küchler die Staatsanwaltschaft irgendwie angewiesen habe, erklärte Zeuge für völlig aus der Luft gegriffen. Er persönlich habe auch davon abgesehen, die Staatsanwaltschaft zur Erhebung der Anklage zu veranlassen, da er dieses Mittels, um etwaige Verläumdungen aus Anlaß seiner Bekanntschaft mit R. entgegenzutreten, im Gefühl seiner Verantwortung nicht bedurft habe. Sofort nach Bekanntwerden der Sache habe er den Landgerichtspräsidenten mit den nötigen Schritten betraut und auch Herrn K. strenge Ahndung im Schuldigkeitsfalle in Aussicht gestellt. Die Beschleunigung des Disziplinarverfahrens sei lediglich durch die Absicht geleitet worden, möglichst bald den Sachverhalt klar zu stellen. Er stehe jetzt auf dem Standpunkt, daß nach dem Ergebnis der Ermittelungen eine weitere Amtsausübung K.'s nicht mehr möglich gewesen sei und habe von der Disziplinarbestrafung erwartet, daß K. diese Unmöglichkeit selbst einsehen werde, was allerdings nicht eingetreten sei. Bezüglich des Strafverfahrens habe er nur alsdann eingegriffen, als durch die Verhandlung Rapp und die damals stattgehabte Nichtbeeidigung K's seiner Meinung nach Irrtümer unter dem nichtrechtsgelehrten Publikum Platz greifen konnten. Deshalb habe er ein Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen K. veranlaßt, das mit Außerverfolgungssetzung K's durch die Beschlußkammer seine Erledigung fand. Er habe die Ansicht der Staatsanwaltschaft, daß eine strafrechtliche Verfolgung K's nicht vorliege, stets geteilt und teile sie auch jetzt noch. Der Strafantrag des Geueralstaatsanwalts in dem Disziplinarverfahren habe den Entschließungen des Ministeriums entsprechend auf Dienstentlassung gelautet. Bezüglich des Vorwurfs der Verfassungsverletzung betonte Zeuge, daß fein Strafantrag sich lediglich nur insofern auf den Vorwurf beziehe, als er die jetzige Regierung treffe. Die jetzige Regierung sei noch nicht in die Lage gekommen, die Frage der Anstellung eines jüdischen Assessors zu prüfen. Was den Standpunkt der vorausgegangenen Regierung betreffe, so sei derselbe durch frühere Kammerverhandlungen hinlänglich bekannt. Jene Regierung habe prinzipiell nicht die Anstellung solcher Assefforen abgelehnt, nur ihre Anstellung auf dem Lande unter den obwaltenden Verhältnissen für unthunlich erachtet. Seitens keines Abgeordneten sei damals aus der Verfassung ein Einwand hergeleitel worden. Sowohl sein Vorgänger, wie er, seien nicht grundsätzlich gegen eine solche Anstellung, bei dieser Frage seien jedoch die Rücksichten und Erfordernisse des Dienstes maßgebend. Seit 50 Jahren sei diese Anschauung durchgeführt und niemals habe sich bis zum Fragefall der Vorwurf der Verfassungsverletzung erhoben. Die Vorurteile gegen das Judentum seien weit über die Grenzen des Antisemitismus verbreitet, er, Zeuge, teile sie nicht und bedauere sie lebhaft, vermöge sie aber nicht zu ändern. Mit diesen bedauerlichen Zuständen und den hieraus für einen eventuellen jüdischen Richter sich ergebenden Schwierigkeiten müsse die Regierung rechnen. Bei jeder Anstellung seien die Verhältniffe des einzelnen Falles zu prüfen und hiernach zu entscheiden. Der nach diesen zweistündigen Ausführungen zur Vernehmung gelangende Großh. Generalstaatsanwalt Dr. Schlippe deponiert, daß ihm niemals ein Auftrag bezüglich Nichterhebung der Anklage gegen Küchler zuteil geworden sei und er niemals einen solchen Auftrag an die ihm unterstellte Staatsanwaltschaft erteilt habe. Die Verhandlung der Disziplinar- sache vor derjenigen gegen Rapp habe er bei Großh. Ministerium beantragt, weil er nach Lage der Sache eine fernere richterliche Thätigkeit K's für unzulässig und seine Beseitigung aus dem Amt vor dem Strafverfahren für geboten erachtet habe. (Fortsetzung im ersten Blatt.) Vermischtes. * Osnabrück, 11. Oktober. Landgerichtsrat Kolligs ist zum Landgerichtsdirektor in Essen a. d. Ruhr ernannt worden. Kolligs war der Führer der hiesigen national- liberalen Partei, die in ihm ihr umsichtigstes und begabtestes Mitglied verliert. • Osnabrück, 12. Oktober. Bei dem Neubau der katholischen Kirche ist ein Gerüst eingestürzt. Fünf Maurer wurden verletzt. * Saarbrücken, 12. Oktober. Bei einer vom hiesigen Offiziers-Korps veranstalteten Schnitzeljagd stürzte der Leutnant Prowein vom 7. Dragoner-Regiment. Derselbe zog sich bei diesem Sturze einen Bruch der Schädeldecke zu, woran er heute vormittag verstarb. * Straßburg, 12. Oktober. Anläßlich der Einziehung elsässischerRekruten kam es in der Nähe der Manteuffel- Kaserne zu bedauerlichen Exzessen. Zwei Schutzleute nahmen einen betrunkenen Rekruten fest. Während seines Transportes nach dem Polizeibureau IV sammelte sich eine Menschenmenge von 5-—600 Köpfe, zumeist Verwandte und Freunde der eingezogenen Rekruten, an, die johlend und schreiend die Schutzleute umringte und den Gefangenen auf dem freien Platz vor der Trompetergaffe zweimal befreite. Zwei zufällig des Weges kommenden Unteroffizieren gelang es schließlich, den verhafteten Rekruten wieder festzunehmen. In der Gutleutgasse entfloh Der Gefangene mit Hilfe der Menge zum dritten Male, wurde jedoch bald wiederum ergriffen. Schließlich kam eine größere Anzahl von Schutzleuten aus dem benachbarten Polizeirevier mit gezogenen Säbeln zu Hilfe und nahmen gegen zehn Verhaftungen vor. * Karlsruhe, 11. Oktober. In Mundelfingen bei Donaueschingen ist gestern das Haus des Meßners Beha abgebrannt, wobei drei Kinder, das älteste war 8Jahre alt, in den Flammen umkamen. * Amsterdam, 12. Oktober. In Paaslo (Nord- Oberyffel) ist ein Fall von cholera asiatica mit tätlichem Ausgange festgestellt worden. * Stuhbekjöbing, 11. Oktober. In der Nähe der Insel Falster wurde ein ohne Mannschaft treibendes Fischerboot aufgefunden, auf dem der Name „Friedrich Werner" aus Stralsund stand. Nach den bisherigen Feststellungen haben sich an Bord des Bootes dessen Besitzer Georg Werner, der Führer des Bootes Georg Schlicker aus Zingst und ein Vergnügungsreisender, der Polytechniker Walther Vernicke aus Stralsund, befunden. Es wird vermutet, daß alle drei umgekommen sind. Kunst und Wissenschaft. = Rom, 11. Oktober. Vom 12. internationalen Orien» t alisten-Kon greß. Das offizielle Verzeichnis der anwesenden Mitglieder ist nun erschienen. Ihre Gesamtzahl beträgt ca. 600. Auch das Deutsche Reich ist durch eine beträchtliche Anzahl von Gelehrten vertreten. Wir machen von ihnen hier diejenigen namhaft, die in einer der zwölf Sektionen zu Präsidenten gewählt wurden. Es sind in alpa- betischer Reihenfolge: Bartholom ae -Gießen, B e z a t s -Heidelberg, Eisenlohr-Heidelberg, Ermann-Berlin, E u t i n g - Straßburg, Geiger-Erlangen, H i r t h - München, Krumbacher-München, Kuhn-München, M e r x-Heidelberg, Pischel-Halle. —Als Sitz des 13. Kongreffes, der frühestens in drei Jahren stattfinden soll, wird voraussichtlich Hamburg gewählt werden. Die definitive Wahl findet bei Gelegenheit der Schlußfeterlichkeit am 15. b Mts. statt. Aus dem Oeschästsleöen. Mode-Bericht Winter 1899/1900. Die bekannte Seiden- Fabrik G. Henneberg in Zürich schreibt uns: Während in den letzten drei Jahren die rauschende Taffetseide allgemein und für alle Zwecke bevorzugt wurde, fängt man jetzt doch an, für die kommende Saison auch den weichen Seidenstoffen wieder mehr Jntereffe entgegenzubringen, Es sind von Paris und London größere Bestellungen in MerveiUeux, Armüres, Surah, Bengalines, EpinglSs und Duchesse gegeben worden; all diese Stoffe eignen sich natürlich vorzugsweise für Blusen und ganze Roben, während für Unterkleider nach wie vor die rauschende Taffetseide in ungezählten Farbensortimenten bestellt worden ist. Man spricht wieder viel von Schotten für nächstes Frühjahr- forderte Stoffe und auch gestreifte in den reizendsten Farbenzusammenstellungen sind auf den Webstühlen; doch die Führung werden unbestritten die bedruckten Foulard-Seiden nehmen; die Pariser Dessinateure haben Muster ausgearbeitet von einer Reichhaltigkeit und Schönheit, wie noch nie zuvor. — In Damasten werden kleine und mittelgroße Dessins bevorzugt, ebenso Schleifen-Muster. — Moderne Farben sind: fraise, eleotric, serpent (grün) und violett in allen Abstufungen. N Seltersweg 20. En gros. — Eigene mechanische Strumpf-Fabrik. — En detail. Seltersweg 20. 7193 Gestrickte Socken und Strümpfe. Vollständiger Ersatz für Handarbeit. Alle Socken und Strümpfe können mit der Hand wie mit der Maschine angestrickt werden. Gestrickte Herren-Socken 65, 85, 125, 150, 200 Pfg. Gestrickte, reinwollene Kinder- ctriimnfA schwarz, zu 20, 30, 50,70,80, 311 Ullipiv, 90, 100, 120, 150, 180 bis 300 Pfg. 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An Bon I gtir Rn»1'" r# ^ti°n un' crf^nctibcn Unb nun zum Sch eine Maße Anliegen zur die meisten Leser daran und die orbentlity Ser| Herzen liegt, denn - « noch mancherlei für bic arbeiten zu können hoffe, ungen in allen Winkeln geplant unb wollen ausg doch heute schon als Bib freundlichen Lesegästen ve tucksichten unb um einet wMng btt Lesehalle i geglaubt habe. Meine der Lesehalle habe ich n können, ebenso meine $ teilung der Verwaltung in diesem Platte an daß sie sich durch M den Dienst eines großem der Allgemeinheit stell« unb Gesinnung bereicher war ganz in meinem S "och größerem Rechte t 2'ilung der Lesehalle jej gegangen ist. Startete Benutzung Wmb auch an Mn getommtn isi. wt beliebige Beitrage bie B Reifen würde, wenn es geschehen könnte, so h am Eingang der Bib! solcher Beiträge beliebig Damit vielen einen Ges Die Freiheit des V ?!rbden Lesehallen k Walb auch di 2e^QlIe verkehren kann Aai^?^^kaisnliche 63tsS *->> &*ys »bend ihrer „ Stüßung mit Mais bis Ihm an] 8 1 U« zu. 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