W durch früh, ’ heute noch zu unseren 5292 Heim. Be- 1.40, 1.70. 0, 1.80, 1.40. n ö Stück 23 Pfg. 5 , 33 , 5308 int tth(4meAtnb. Ult Lmdeuplatz 12. w hl In allen Weiten 4523 Vraße 5, Mit- -vtiHklMtz. UUzen durch die itttt Hießen: ■r, MiNll I! K|ft ßlisk istalt * Liftdevplatz 12. % MMUh k US ksctiibtil»'!»1 Uid VU ■LHineiiii' rtntt ite den von rb. DbL 99.90 100.10 26 70 100.16 6120 100.20 oo.oo vk.unk-b.A 100i6 skunk'b'^ 1Ö1.6 Sk.unk-b- A 98.95 Ak.unk^-l^ Sr"l , gLlO S'^1694! ' 4.16 Nr. 163 Zweites Blatt_______Kreita« de» 14. Juli 1S99 Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger Bei Postbezug R Mark 50 Pf,, ^ierttljährlich Inntlst »•* Nnzeigen ju der nachmittag- für de» Mgead« Ta, erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In- und Äuilonttl nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger nttgeg«. Nezugaprei« vierieljährlich 2 Mark 20 Pf, monatlich 75 Pf, mit Bringerlobn Orschetnt tt,ttch mit Ausnahme de« Montag». Di« Gießener «erden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelcgt. Anrts- und Anzeigeblutt für den Kreis Gieren. Vkedaktion, Expedition und Druckerei: Ach»tstr«tze Ar. 7. GralisbMagen: Gießener Familienbtätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adrefle für Depeschen: Anzeiger chieß«. Fernsprecher Nr. 51. Die Eisenbahnfahrpreise. Seit mehr denn einem Jahrzehnt harrt man im Deutschen Reiche und besonders in Preußen einer durchgreifenden Umgestaltung der überkommenen alten Fahrpreise, die nicht blos einen völligen übersichtlichen Wirrwarr der widerspruchvollsten Bestimmungen mit unzähligen Ausnahmen und Unterausnahmen bilden, sondern im Vergleich mit den Fortschritten vieler Nachbarländer auch eine empfindliche und unzweifelhaft verkehrshindernde Höhe aufweisen. Wenn selbst Redner der äußersten Rechten, wie Graf Kanitz im Reichstage gethan, von einem „Tarifchaos" sprechen und erklären, daß „in Preußen von Grundsätzen im Tarifwesen keine Rede sei", wenn der preußische Eisenbahnminister selber längst zugegeben hat, daß die Tarife ein „buntscheckiges Conglo- merat" seien und dabei sogar von allerlei „kleinem Ungeziefer", das darin niste, redete, so werden zweifellos schon recht böse und unhaltbare Zustände bestehen. Auch in diesem Jahre gab die Beratung des Etats des Reichseisenbahnamts dem Reichstage Gelegenheit, die bereits so oft erörterte Frage der Tarifreform, für die schon der Minister v. Maybach vor fast zehn Jahren einen neuen Plan aufgestellt hatte, aufs neue aufzurollen, wobei die Redner der Linken auf den seit 28 Jahren noch immer unverwirklichten Artikel 45 der Reichsverfassung hinwiesen, demzufolge das zur Tarifkontrolle ermächtigte Reich auch die Verpflichtung übernommen hat, dahin zu wirken, „daß die möglichste Gleichmäßigkeit und Herabsetzung der Tarife erzielt werde". Der Präsident des verfassungstheoretisch sehr mächtigen, in Wirklichkeit aber in der Tariffrage ganz einflußlosen Reichseisenbahnamtes, Herr Dr. Schulz, erklärte dabei, daß im vorigen Frühjahr wieder einmal kommissarische Beratungen der Staatsbahnverwaltungen und erst kürzlich wieder eine Konferenz im Reichseisenbahnamte stattgefunden hätten, nachdem im Sommer allerhand statistische Ermittelungen und sinanzielle Berechnungen angestellt worden seien; aber das Ergebnis dieser Besprechungen, bei denen doch wohl nicht viel herausgekommen zu sein scheint, behandelte er „streng vertraulich" und er „vermutete" nun sicher, daß das ernste „Bestreben" zu einer Einigung bestehe und „hoffte", „daß es schließlich (also vielleicht noch im neuen Jahrhundert !) gelingen werde, die großen obwaltenden Schwierigkeiten zu überwinden". Der preußische Herr Eisenbahnminister Thielen erklärte aber ziemlich unzweideutig, daß er wohl eine Vereinfachung der Personentarife wünsche, nicht aber eine wesentliche Ermäßigung, und es erschien ihm als besonders schwierige Preisfrage, wie man diese Vereinfachung ohne Ermäßigung durchführen könne. Da er gleichzeitig aber die erfreulichen Worte aussprach, die Kritik sei für die Eisenbahnverwaltung so notwendig wie der Sauerstoff für das menschliche Atmen, so wollen wir uns um so lieber gestatten, im nachfolgenden einige kritische Bemerkungen zu machen. Zunächst stellt die „Berliner Zeitung" fest, daß der Herr Minister sich in seiner Abweisung von Fahrpreisermäßigungen in einen offenen Gegensatz zur Reichsverfaffung stellt, die nicht nur „möglichste Gleichmäßigkeit", sondern auch „möglichste Herabsetzung der Tarife" (Art. 45, Abs. 2) — man beachte: „möglichste", nicht etwa blos „erhebliche" oder „wesentliche" — unzweideutig versprochen hat. Wenn nun auch eine Einigung sämtlicher deutschen Bahnen und eine Gleichmäßigkeit ihrer Tarife erwünscht sein mag, so ist dieser Punkt für das Publikum doch keineswegs die Hauptsache. Es giebt in Deutschland 8 größere selbständige Staatsbahnverwaltungen und im ganzen (mit den Privat- und Nebenbahnen) 114 verschiedene Eisenbahnen. Diese alle gutwillig unter einen Hut zu bringen, wenn nicht die Mehrheit der Stimmen oder die Größe des Netzes oder ein Machtspruch entscheidet, dürfte kaum viel leichter sein, als die Verwirklichung der Abrüstung und die Sicherung des ewigen Weltfriedens. Das Publikum sieht nicht den geringsten Grund, warum nicht Preußen mit seinem Staatsbahn-Netz von 29 264 Kilometern gegenüber den 14671 Kilometern sämtlicher anderen deutschen Staatsbahnen seine Reformen allein und unabhängig vornehmen solle, wenn die anderen, deren Willen es sich ja doch nicht würde aufdrängen lassen, seinen Vorschlägen nicht zustimmen. Und da der Chef des preußischen Netzes zugleich über die elsaß-lothringischen Bahnen und nach der preußisch- hessischen Tarifgemeinschaft auch über die hessischen Linien gebietet, so entscheidet sein Wille über ein Bahngebiet von 33000 Kilometern, während die anderen Staatsbahnen nur 12 999 Kilometer groß sind. Aber auch Bayern (5316 Kilometer), Sachsen (2571 Kilometer), Württemberg (1703 Kilometer), Baden (1547 Kilometer) können ruhig allein vorgehen, wie sie es doch auch bisher schon mit zehntägigen Retourbillets, Kilometerheften, Landeskarten und dergleichen gethan haben. Wenn nun auf jedem dieser Eisenbahnnetze die Tarife widerspruchslos und übersichtlich, einheitlich, zweckmäßig und — wohlfeil sind, so liegt dem Publikum gar nichts an der angestrebten Einigung der Verwaltungen, die es manchmal nur wie einen böswillig vorgeschützten Vorwand zur Hinausschiebung der Reformen empfindet. Für das Publikum und nicht für die Bahnbeamten oder für das Prinzip der Gleichheit sind die Eisenbahnen da! Die Prinzipienreiterei ist immer die schlechteste Kavallerie, und das reisende Publikum möchte seine dringlichsten Interessen nicht einem schwer durchführbaren theoretischen Prinzip geopfert sehen, das ihm an sich völlig gleichgiltig ist. Es ist Zeit, diesen Standpunkt etwas deutlicher zu betonen. Noch mehr aber muß auf die Tariffortschritte anderer Länder hingewiesen werden. Die Staatsbahnen in Ungarn, Rußland und Dänemark z. B. haben die Konsequenzen der Verstaatlichung und Vereinheitlichung des Bahnnetzes im Gegensatz zu den deutschen Staatsbahnen längst gezogen und Tarife eingeführt, die oft zwei bis viermal billiger sind als die deutschen Fahrpreise. Einige Beispiele werden das nachweisen. Für 1000 Kilometer Eisenbahnfahrt zahlt man in der dritten Klaffe in Preußen im Personenzuge 40 Mk., im Schnellzuge 46.70 Mk.; in Rußland dagegen nur 17.30 Mk. (auch im Schnellzuge nicht mehr). In Dänemark kostet die längste Reise (ca. 675 Kilometer) 7.30 Mk. im Schnellzuge sowohl wie im Personenzuge. In Ungarn, wo die längsten Reisen für diesen Preis etwa 700 bis 800 Kilometer ausmachen, bezahlt man 6.80 Mk. im Personen- und 8.20 Mk. im Schnellzuge. In Oesterreich (Staatsbahn) sind für 1000 Kilometer dritter Klasse 17 Mk. im Personenzuge, 25.40 Mk. im Schnellzuge zu entrichten; in Belgien 30.80 Mk. In Süddeutschland kosten 1000 Kilometer 3. Klasse: Personenzug 34 Mk., Schnellzug 45 Mk., doch mit badischen Kilvmeterheften nur 25 Mk., also fast so billig, wie die 4. preußische Klasse. 15tägige Abonnementskarten für das ganze Eisenbahnuetz giebt es in Belgien (18.60 Mk. 3. Kl.; Eisenbahnnetz 3292 Kilometer), in Württemberg (20 Mk.; Bahnnetz 1700 Kilometer), in Dänemark (22.50 Mk.; Bahnnetz 1732 Kilometer) und in der Schweiz (3500 Kilometer; 24.30 Mk.) — in den beiden letzten Ländern auch Feuilleton. Metteöriefe für den „Hießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) IV. Oberammergau im Vorjahre der großen Pasfionsspiele. Wenn im nächsten Sommer die Menge der Gläubigen und Schaulustigen aller Nationen und Konfessionen in das friedliche Ammerthal fluten wird, findet sie bereits eine Eisenbahn vor. Dieser neue Verkehrsweg dürfte dem ganzen Leben und Treiben, das sich um das Spiel herum entwickelt, ein ziemlich anderes Gepräge verleihen. Der religiöse Charakter der Aufführung selbst wird und muß ja gewahrt bleiben, und wir wollen wünschen, daß das moderne Theatergepränge der Inszenierung nach wie vor fernbleiben möge. Aber so vieles deutet auch jetzt schon darauf hin, daß sich über kurz oder lang doch eine künstliche Regie der Dinge bemächtigen könnte. War früher nur alles auf eine kleine Gemeinde abgesehen, so rechnet man jetzt schon mit einem Publikum, das sich in Bayreuth und bei anderen weltlichen Muster- aufführnngen zu bewegen gewohnt ist. Wahrhaftig: gut, daß die Passionsspiele nur alle zehn Jahre stattfinden dürfen — eine alljährliche Wiederholung würde ihnen alles Heilige abstreifen, und sie auf das Niveau anderer theatralischer Unternehmungen herabdrücken. So ist doch wenigstens dafür gesorgt, daß sich in dem Dorfe nicht dauernd eine Hotelstadt etabliert. Einige größere Etablissements, die für kommenden Sommer vorgesehen, werden erst aufmachen, wenn die „Saison" beginnt. Aber im Lause der letzten Jahre sind immerhin in Oberammergau einige Gasthäuser entstanden, die über die gewöhnliche dörfliche Wirtschaft hinausragen, und dem Fremden die Unterkunft angenehmer machen sollen. Wer von München oder Partenkirchen kommt, wählt den Weg über Oberau. Der Tourist wird den Fußweg über den Ettaler Berg und das blühende Graswangthal dem Aufenthalt im geschlossenen Postkasten vorziehen. Von Oberau geht man besser die alte Ettaler Straße, weil man auf ihr ein beträchtliches Stück abschneidet, und gleich zeitig mit den Post- und Stellwagen, die ihre Route jetzt auf der neu angelegten, in breiten Windungen dahinziehenden neuen Staatsstraße nehmen müssen, anlangt. Schön ist sie nicht, die alte Straße, für Fuhrwerke nicht mehr passierbar, auch der Radler meidet sie wegen des vielen Gerölls. Man begreift, welche enormen Schwierigkeiten auf diesem Wege der Transport aller der filr den Bau von Schloß Linderhof erforderlichen Materialien verursacht haben mag. Auf dem ersten Drittel des Weges wird unser Blick festgehalten durch einen einfachen dunklen Obelisk. Er ist das Denkmal für die beiden Steinmetzen, den Meister und seinen Gehilfen, die hier 1875 beim Heraufschaffen der kolossalen „Kreuzigungsgruppe", die auf einen Hügel am Fuße des Kofels aufgestellt worden ist, mitten in ihrer Thätigkeit verunglückten. Am Ettal werden wir nicht vorübergehen, ohne einen Fuß in die schöne Kirche mit ihrer herrlichen Orgel gesetzt zu haben. Sie gehört zu einem ehemaligen Benediktinerkloster und zeigt den byzantinischen Kuppelstil. Das ist keine einfache Dorfkirche, die einer Gemeinde von Bauern, Wirten und kleinen Krämern gehört. Das ist ein Prunkbau, dessen Innenausstattung, die Fülle der Gemälde an Kuppel und Nischen, die Masse des Goldschmuckes es getrost mit den russisch-griechischen Kapellen in den eleganten Badeorten aufnehmen kann. Aber gerade in dem Bergesfrieden dieses kleinen Ortes empfinden wir es mit verstärkter Klarheit, daß nicht die Baukunst, bei welcher, um mit Schillers Mortimer zu reden, „der Gestalten Fülle verschwenderisch aus Wand und Decke quoll", den Sinn nach oben trägt, daß vielmehr von allen Baustilen die Gotik am großartigsten den Blick von der Erde nach oben zu ziehen vermag. Bei der Fortsetzung unseres Weges finden wir wenig Schatten, aber der würzige Hauch, der von den Wiesen herüberweht, kürzt die Länge. Die Strecke, wie überhaupt die bayerischen Gebirgsstraßen, sind dicht besäet mit „Kreuz- stöcken". An dem Charakter der Kruzifixe, die niemals ins Rohe ausarten, merkt man die Nähe des Kunstsinnes, der sich von Oberammergau aus der ganzen Gegend mitgeteilt hat. Wer das Dorf jetzt betritt, empfängt, wenn er aufmerksamen Blick für Kleinigkeiten besitzt, den Eindruck einer Probe vor der Generalprobe. Das lange Haar, das sich die an den Spielen beteiligten Männer und Frauen wachsen lassen, deutet an, daß sie ihrem äußeren Menschen bereits den Charakter der in ihren Familien erblichen Gestalten anzupassen suchen. Die Oberammergauer selbst sind ein tüchtiger, religiös veranlagter Menschenschlag, dem die letzten zehn Jahre jedoch das Weltfremde genommen haben. Zu viele Typen sind in dem stillen Dörfchen aus- und emgegangen, um nicht Spuren einer verfeinerten Kultur zu hinterlassen. Einen sicheren Blick für die „Fremden" haben sich die Passionsdarsteller angewöhnt. Da in dem Erscheinen so vieler Gäste, die nicht zum kleinsten Teile der höchsten Geburtsaristokratie entstammen, für sie eine persönliche Ehrung liegt, so haben sie sich im Umgänge eine gewisse Weltgewandtheit angeeignet, die sie leicht und gefällig auf Fragen, die das Spiel angehen, Red' und Antwort stehen läßt. Die erheblichste Veränderung gegen früher wird wohl die Einrichtung der Zuschauerbühne bieten. Auch die vorderen, die billigen Plätze, sollen diesmal gedeckt werden. Da das Aufspannen von Regen- und Sonnenschirmen nicht gestattet ist, sahen sich die Zuschauer bisher allen Unbilden der Witterung preisgegeben. Aber auch die Darsteller selbst werden gegen diese einige Vorkehrungen treffen müssen, damit es nicht so kommt, wie an einem Tage vor zehn Jahren, wo mitten in der Golgathaszene ein so furchtbares Gewitter losbrach, daß an ein Weiterspielen nicht zu denken war, ja, die „Kreuzigung" wieder abgenommen werden mußte. 2l. mehrmonatliche Karten dieser Art — und auf diese Weise laßt sich natürlich eine Fahrt von 1000 Kilometern und mehr noch viel billiger zurücklegen, als zum Normalpreis. Unbegründet erscheint die Befürchtung, daß Tarifherabsetzungen die Einnahmen notwendig schmälern müßten. Auf dem von der Ungarischen Staatsbahn verwalteten Netz wurde am 1. August 1889 ein recht billiger 14-stusiger Zonentarif eingeführt (von 226 Kilometern ab beliebig weit 4 Fl. gleich 6,80 Mk. P.-Z.). Der früher stagnierende Personenverkehr stieg infolgedessen schon in fünf Monaten um 44 Prozent, die Einnahme um 6 Prozent, gegenüber dem Jahre 1888; Ende 1890 war der Verkehr um 138 Prozent, die Einnahme um 20 Prozent, 1892 der Verkehr um 216 Prozent, die Einnahme um 40 Prozent gestiegen; 1896 der Verkehr um 288 Prozent, die Einnahme um 90 Prozent erhöht gegenüber dem Jahre 1888. In Preußen dagegen stieg die Zahl der Fahrten (eingerechnet 60 Fahrten auf jede Monatskarte in Berlin rc.) in demselben Zeitraum nur um 110 Prozent, die Einnahme nur um 48 Prozent. Der ungarische Fernverkehr allein stieg schon im Jahre 1892 um 400 Prozent. Während die Mehreinnahme 1890 mehr 20 Prozent oder 2 825 000 Gulden betrug, stellten sich die durch den Zonentarif veranlaßten Mehrausgaben — und das ist besonders zu beachten! nur auf 600 000 Gulden. Und in Rußland, wo am 1. Dezember 1894 ein neuer Zonen-Staffel-Tarif (besonders billig für den Fernverkehr; im näheren Verkehr billiger Wersttarif) eingeführt wurde, stellten sich anstatt der erwarteten Mindereinnahmen schon im ersten Jahre nach der Reform Mehreinnahmen von 7 Prozent oder 4 Millionen Rubeln (gleich 8,6 Mill. Mk.) ein. Und da spricht man immer in's Blaue hinein von Einnahmeausfällen, die durch Tarifherabsetzungen zu befürchten seien, und bedenkt nicht, daß auch durch bessere Ausnutzung der Betriebsmittel eine große Verkehrssteigerung ohne wesentliche Mehrausgabe möglich wäre. Denn im Jahre 1895/96 fuhr ein Güterwagen in Preußen durchschnittlich nur 46 Kilometer (Ausnutzung des Ladegewichts 65 Prozent), ein Gepäckwagen 120 Kilometer (Ausnutzung nur 3 Prozent), ein Personenwagen 120 Kilometer (Ausnutzung ca. 26 Prozent) und eine Lokomotive nur 94 Kilo- ‘ meter täglich, also nicht mehr, als ein Radler an einem Nachmittage leistet. Die schwarzseherischen finanziellen Befürchtungen, die man einer Personentarifermäßigung entgegenhält, erweisen sich bei näherer Betrachtung der Dinge also keineswegs als begründet, und es ist nur zu bedauern, daß reformfreundliche Abgeordnete nicht mit besserem Rüstzeug versehen sind, um die Einwände der Reformgegner durch positive That- sachen zu widerlegen. M. A. Deutsches Keich. Berlin, 12. Juli. Wie das „Berliner Tageblatt" aus Zürich meldet, hat der Bundesrat den schweizerischen Delegierten bei der militärischen Abteilung der Friedens- Konferenz, Oberst Kuenzli, wegen des letzten Beschlusses dieser Kommission auf Nichtanerkennung einer allgemeinen Volkserhebung abberufen. Nach einer intimen Aeußerung dürften sämtliche Beschlüsse der kriegsrechtlichen Kommission illusorisch werden, da fast sämtliche Staaten gegen irgend einen der Beschlüsse Einwände machen. Damit wäre das Fiasko vollständig. Einzig auf dem Gebiete der Genfer Konvention könnten erfreuliche Fortschritte erzielt werden. Zwei Delegierte der Schweiz weilen noch im Haag, dürften aber alsbald abberufen werden. — Korrekturen von Parlaments - Stenogrammen sind so alt, wie die stenographische Berichterstattung überhaupt, — schreibt die „T. R." — nur hat bisher jeder Abgeordnete die Durchsicht seiner Reden selbst vorgenommen, um die Entgleisungen, vor denen auch der geübteste Redner in der Hitze des Wortgefechts nicht sicher ist, zu ebnen und zu glätten. Von unbefugten Eingriffen Dritter hatte man, wenigstens bei uns in Berlin, noch niemals gehört; erst dem Fälscher der vielbesprochenen Zwischenbemerkung des Reichstags - Präsidenten Grafen Ballestrem blieb es Vorbehalten, diese Tradition unserer parlamentarischen Körperschaften in unglaublich dreister Weife zu durchbrechen. Hoffentlich wird dafür Sorge getragen werden, daß diese Keckheit für alle Zukunft einzig bleiben wird. Indessen, auch die Korrekturen der Redner selbst überschreiten manchmal das Maß des Erlaubten. Die Aenderungen sollen sich, wie es sich ja wohl von selbst versteht, nur auf die Ausmerzung formeller Unebenheiten beziehen, und solche Korrekturen sind in einem weit größeren Maße notwendig, als man gemeinhin anzunehmen geneigt sein mag. Wenn man die Reden mit photographischer oder gar phonographischer Treue wiedergeben wollte, da würde nicht selten ein entsetzliches Bild sprachlicher Ungeheuerlichkeiten herauskommen. Der Zuhörer merkt davon, wenn der Redner über einen großen Wortreichtum und einen schnellen Redefluß verfügt, entweder gar nichts oder nur die aller- gröbsten Verstöße und auch die nur dann, wenn sich der Redner gerade bei einem auffallenden lapsus linguae zufällig durch eine kleine Pause unterbricht. Unerreicht als klassischer Falschredner war seltsamerweise just der Parlamentarier, der vielleicht seit dem Bestehen des Parlamentarismus in Deutschland der wortreichste war und wohl für lauge Zeit als das Muster eines unvermeidlichen Bielredners gelten wird: Lasker. Hörte man ihm zu, so mußte man ihn wegen seiner nie versagenden Suada und seiner schier unfehlbaren Sicherheit in der Beherrschung der Sprache unwillkürlich bewundern, bekam man aber bann das Stenogramm seiner Rede zu sehen, so gingen einem die Augen über. Verblüfft fragte man sich: Ja, um alles in der Welt, wo hast Du denn die Ohren gehabt? Da gab es in der That selten einen Satz, der ganz korrekt gewesen wäre. Abgesehen von den kleinen Entgleisungen, fehlten meist die Nachsätze, die der Redner im Eifer verschluckt hatte und die nun nachträglich eingeschoben werden mußten. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß von Laskers zahllosen Reden nicht eine einzige im unkorrigierten Stenogramm druckfähig war. Die korrektesten Redner, welche die deutschen Parlamente wohl jemals aufzuweisen hatten, waren hingegen Fürst Bismarck, Bennigsen und Gneist. Besonders war Gneist von unerhörter Korrektheit, und das kam daher, weil er seine Reden stets auch der Form nach auf das sorgfältigste ausgearbeitet hatte. Er sprach zwar immer frei, aber das Manuskript hatte er in der Tasche und pflegte es, sobald er fertig war, durch einen Diener auf die Journalistentribüne zu schicken. Das hatte für ihn den großen Vorteil, daß seine geistvollen und fein gemeißelten Ausführungen immer unverstümmelt in die Oeffentlichkeit kamen. Auch der jetzige Reichskanzler übt dieselbe Praxis, nur daß er gedruckte Abzüge seiner Erklärungen, die sich übrigens ebenfalls als kleine schriftstellerische Meisterstücke durch ihre sorgsam geschliffene Form auszeichnen, auf der Tribüne verteilen läßt. Fürst Bismarck pflegte das zwar nicht zu thun, was auch bei seinen oft sehr umfangreichen Reden nicht recht ausführbar war, aber er nahm auf die Berichterstattung für die Presse gleichwohl Rücksichten. Er gestattete den Gebrauch der amtlichen Stenogramme, doch nur nach ihrer Korrektur, die er selbst entweder gleich nach der Rede oder nach Schluß der Sitzung zu erledigen pflegte. Seine Aenderungen waren indes äußerst geringfügig; feine Reden waren aber auch so glatt in der Form, daß eingreifende Korrekturen gar nicht notwendig waren. Das war um so erstaunlicher, als Bismarck in langen Perioden, die viele eingeschachtelten Zwischensätze enthielten, zu sprechen liebte. Im Gegensatz hierzu beschränken sich andere Redner bei den Korrekturen nicht auf den Gebrauch der Feile in der Form, sondern fügen auch inhaltlich ganze Sätze hinzu oder streichen solche fort, wenn sie ihnen nachträglich unbequem werden. Beides ist eigentlich unzulässig, man pflegt aber bei der Zensur solcher Aenderungen ziemlich weitherzig zu sein. Nur wenn es sich um Korrekturen handelt, die den Sinn der Rede ändern, legt der Vorstand des Reichstags dagegen sein Veto ein, was allerdings nicht häufig, aber immerhin doch ab und zu tatsächlich vorkommt. — Durch die Abberufung des Ob er Präsident en Dr. v. Achenbach aus dieser Zeitlichkeit ist nicht nur ein Oberpräsideuten-Posten, sondern ein Posten der wichtigsten in der preußischen Monarchie freigeworden. Es würde verfrüht sein, jetzt Namen zu nennen, die für die Nachfolge in Betracht kommen könnten. Jedenfalls aber wird es in der nächsten Zeit nicht an Versuchen fehlen, der Erledigung dieser Personalfrage vorzugreifen. Gerade bei ihr dürfte der Monarch doppelt über seinem Vorrechte wachen, die Wahl der Persönlichkeit selbst zu treffen. Der Ober-Präsident der Provinz Brandenburg lebt wie kein zweiter höherer Beamter mit dem Hofe in enger Fühlung. Außerdem ist er gleichzeitig Oberpräsident von Berlin und seitens der maßgebenden Stelle ist von jeher großes Gewicht darauf gelegt worden, daß die staatlichen Aufsichtsrechte in dieser Beziehung so wahrgenommen werden, daß ebensowenig wie der Staat die Kommune Berlin zu kurz kommen. M.P C. Nachdem die Aussichten des Zustandekommens des Kanalprojekts im Abgeordneteuhause sich gebessert haben, mehren sich die Versuche, als den Felsen, an dem das Schiff mit dem Glücke des Kanals schließlich doch noch scheitern werde, das Herrenhaus hinzustellen. Die Einbringung und Besprechung der Resolution des Grafen Mirbach, über das Arbeitswilligen-Schutzgesetz, wird dahin ausgelegt, daß es den Konservativen darauf angekommen fei, einen Wink zu erteilen, wie die Abstimmungs- Verhältnisse im Herrenhause lagen. Andererseits wird allerdings auch gemeint, das Stimmenverhältnis, welches bei der Schlußberatung über die Resolution des Grafen Mirbach in die Erscheinung trat, sei durchaus nicht maßgebend für die zu erwartende Abstimmung über die Kanalvorlage. Sollte indessen doch, nachdem etwa der Kanal im Abgeordnetenhause Annahme gefunden, seine Verwerfung durch eine Mehrheit von Stimmen im Herrenhause ausgesprochen werden, so würden sich zwei Möglichkeiten für die folgende Zeit ergeben. Entweder der Kanal bliebe wirklich liegen, oder die Zusammensetzung des Herrenhauses würde durch einen sogenannten Pairsschnb erneuert werden. Einstweilen möchten wir meinen, sei kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß sich die Dinge in dieser Weise zuspitzen würden. Abgesehen davon, daß die Neigung, in Sensation zu machen, um so mehr nach Bethätigung strebt, je weniger der Lauf der Dinge in der letzten Zeit den Erwartungen derjenigen entsprochen hat, die auf eine große Parlaments- und Negierungskrisis schon zum ersten Teil des Sommers gerechnet hatten, lassen auch gewisse Parteigruppen und Führer nicht ab, darauf zu hoffen, daß es ihnen schließlich doch noch im Zusammenhang mit einer Ablehnung des Kanals gelingen möchte, zu größerem Einflüsse zu gelangen, als sie zur Zeit besitzen. Weil diese die Ablehnung des Kanals wünschen, erklären sie das Vaterland jeden Tag von neuem in Gefahr. M.P.C. Als vor einigen Wochen die Nachricht auftauchte, der Generaldirektor der Kruppschen Werke Geheime Finanzrat Jenke beabsichtige aus seiner Stellung auszu- scheiden, wurde sofort ein scharfes Dementi losgelassen. Jetzt wird die Richtigkeit der Meldung bestätigt und gleichzeitig der Nachfolger des Ausscheidenden genannt. Herr Geheimrat Jenke ist Mitglied des Staatsrats, im Centralverband deutscher Industrieller nimmt er eine hervorragend geachtete und beachtete Stellung ein; daß er sich für die Fortentwickelung der sozialpolitischen Gesetzgebung lebhaft interessiert, hat er erst jüngst durch seine Besprechung der Arbeitswilligen-Schutzfrage bewiesen. In früheren Jahren ist er wiederholt in erster Linie unter den Personen genannt worden, die für eine etwa notwendig werdende Neubesetzung des Finanzministerpostens in Frage kommen dürften. Wenn jetzt immer wieder davon die Rede ist, daß der Vicepräsident des preußischen Staatsminifteriums Finanzminister Dr. von Miquel sich über kurz oder lang ins Privatleben zumck- zuziehen beagsichtige und gleichzeitig das Ausscheiden des Generaldirektors Jenke aus feiner Stellung, die er seit den 70er Jahren bei Krupp eingenommen hat, angentnöigt rotro, so möchte es nicht an Stimmen fehlen, die den letzteren als den präsumtiven Nachfolger des ersteren bezeichnen, es wird aber auch sofort ein Widerspruch hiergegen laut werden. , c Straßburg, 11. Juli. Von jeher, auch zu französischer Zeit unterhielt der elsässische Protestantismus eifrige und innige Beziehungen mit den protestantischen Kreisen Deutschlands. So haben sich diese Preise nach der Eroberung in allem rascher in die neuen Derhaltnisie zu finden gewußt, als die Katholiken, und auf konfessionellem Gebiete besteht heute zwischen den elsässischen und altdeutschen Protestanten eine innige Gemeinschaft. .Die Elsässer wünschten darum, daß der diesjährige fünfzehnte evangelische Kirchengesangvereinstag in Straßburg statt- finden möge, und ihrem Wunsche ist willfahrt worden. Zahlreiche Gäste aus allen Teilen Deutschlands, aus der Schweiz, sogar aus überseeischen Ländern, nehmen an ihm teil, und Elsässer und Lothringer sind aus allen protestantischen Gegenden in großer Zahl erschienen. Am Samstag wurde zunächst unter dem Vorsitz des Präsidenten des Vereins, des Geh. Staatsrats D. Hallwachs aus Darmstadt, die Sitzung des Zentralausschusses abgehalten. Außer Mecklenburg gehören nunmehr die evangelischen Kirchen aller deutschen Lande zum Verein. Mit Befriedigung wurde darauf hingewiesen, daß es nach vielen Mühen im vorigen Jahre endlich gelungen fei, eine Sammlung von 30 evangelischen Chorälen, genannt das „Festbüchlein", herzustellen, die den gemeinsamen Besitz von Kirchenmelodien darstellen, in deren Lesart man sich für den ganzen Umkreis des Deutschen Kirchengesangvereins geeinigt hat. Diese Weisen können nunmehr auf allen Festen und Vereinigungen deutscher Protestanten einheitlich gesungen werden. Das Festbüchlein hat auf die Gestaltung vieler neuer Gesang- und Choralbücher bestimmenden Einfluß geübt, und feine Lesarten sind durch das Militärgesangbuch Gemeingut der deutschen Armee geworden. Im künftigen Jahre sollen die sämtlichen Verbände die Vereine und Chöre ihres Bereichs dazu anhalten, für die Orgel des Protestationsdomes in Speyer ein Kirchenkonzert zu veranstalten. Am Nachmittage versammelten sich die Festteilnehmer in der neuen evangelischen Garnisonkirche, wo ihrer ein besonderer Genuß harrte. Die Kirche besitzt .eine herrliche Orgel, die durch den Organisten Ruzz der erlesenen Zuhörerschar vorgeführt wurde. Am Sonntag nachmittag fand, wiederum iu der evangelischen Garnisonkirche, ein Festgottesdienst statt. Er war besonders ausgezeichnet durch die Vorträge der elsaß-lothringischen Kirchenchöre, die mit 870 Sängern und Sängerinnen auftraten. Die Festpredigt hielt ein Rheinländer, Pfarrer Hackenberg aus Hottenbach, ein Mann, der als Mitglied der rheinischen Provinzialsynode, der preußischen Generalsynode, sowie des preußischen Abgeordnetenhauses auf dem Gebiete des Schulwesens und der Kirchenmusik bedeutendes für die evangelische Kirche geleistet hat. Seine Predigt gipfelte in folgenden Worten: „Das evangelische Kirchenlied ist es, das alle evangelischen Gemeinden einend umfaßt, denn das Kirchenlied ist die gemeinsame Sprache der evangelischen Christenheit, und der Segen unserer Lobgesänge ist heiliger Gottesdienst". Bei der geselligen Vereinigung, zu der sich die Festteilnehmer am Abend in der Hauptrestauration der Orangerie zusammeu- fanben, wurde auch ein Telegramm des kaiserlichen Statthalters, der ein eifriger Förderer des evangelischen Glaubens ist, verlesen. Es lautete: „Bitte den heute zu harmonischem Wirken in Straßburg Versammelten meine wärmsten Grüße auszusprechen. Möchte ihre Arbeit unsere Gottesdienste immer erhebender gestalten! Hohenlohe." Das gemütliche Zusammensein trug nicht wenig dazu bei, die Verbindung zwischen den Elsässern und ihren Gästen aus Altdeutschland, aus der Schweiz und aus andern Ländern noch inniger zu gestalten. Ausüm-. M.P.C. Aus Paris wird uns geschrieben: In den Kreisen der hiesigen Deutschen schenkt man den Urteilen über den Austausch deutsch-französischer Höflichkeiten im Zusammenhang mit dem Kaiserbesuch auf der „Iphigenie", wie leicht verständlich ist, ein starkes Interesse. Es wird allerdings bestenfalls noch Jahrzehnte dauern, bis die Meinung der politisch verständigem, und namentlich auch der besitzen- den Kreise, es sei nicht nötig, daß Frankreich beständig an die Revanche denke, in die breiten Volksmassen dringe. Deshalb braucht man aber deutscherseits doch nichts unversucht zu lassen, um dem französischen Volke goldene Brücken zu bauen und das thut Kaiser Wilhelm II. im wahrsten Sinne des Wortes. Wer die Stimmung in den Volkskreisen, besonders auch in Paris, zu verstehen sich bemüht, kann nicht umhin, anzuerkennen, daß die Franzosen für die Persönlichkeit des Kaisers ein außerordentlich leb« Haftes Interesse empfinden. Schlagend zeigt sich dies an ber Art, wie sie bie Frage stellen unb zu beantworten ge= neigt sinb, ob ber deutsche Kaiser die Pariser Ausstellung im nächsten Jahre besuchen werde. Bisweilen verlautet, der jetzige deutsche Botschafter Graf Münster werde wohl kaum noch bis zur Eröffnung der Ausstellung auf seinem Posten bleiben. Gewiß ist nur eins: daß die Anforderungen, die an diesen verehrten Herrn während der Ausstellung allein in Hinsicht der Repräsentation würden gestellt werben, keineswegs gering sein bürsten. Graf Münster ist aber, wie stch jetzt wieber gezeigt hat, wo er ohne irgend wie von Beschwerden des Alters gedrückt zu werden, sich als eins der thätigsten Mitglieder ^Friedenskonferenz im Haag bewahrte, trotz seiner vorgerückten Jahre noch sehr rüstig milüfter Dr hnw ’ hm »ÄSL i'ÄÄ ;n ®etfeltmfe » Aschen utib alt- '" ch°ft Di- N. jfS fett: »oübrn. Ityanbä, aus der ' nehmen an ihm l§ allen Protests ?• Am Samstaa ^ldenten des Ver- 8 aus Darmstadt gehalten, «ußer ugel'schen Kirchen ^cfriedigung wurde ^ühen im vorigen In9 Uon 30 evan- lem", herzustellen, lelodien darstellen, uzen Umkreis des >at. Diese Weisen ib Vereinigungen m werden. Das er neuer Gesanggeübt, und seine ch Gemeingut der i Jahre sollen die ire ihres Bereichs testaüonsdomes in Am Nachmittage er neuen evangeli- »erer Genuß harrte, die durch den Or- : vorgefuhrt wurde, iu der evangelischen Er war besonders elsaß-lothringischen ) Sängerinnen aufeinander, Pfarrer , der als Mitglied eußl'schen ©eneral« tenhauses aus dem nmusü bedeutendes it. Seine Predigt ngüische Kirchenlied den einend umfaßt, same Sprache der t Segen unserer Bei der ge- Festteilnehmer am Orangerie zusammeu- » kaiserlichen Statt- mgelischen Glaubens ute zu Harmonlschem ine wärmsten Gruße msere Gottesdienste . u Das gemütliche Sei, die Verbindung । aus Altdeutschland, em noch inniger zu schrieben: In den man d-n Ur* • Höflich'-"-" 7 tfÖ bi btt®«?« ‘ inW” :r i *beflänb>g «» . doch nichts un Ä ft vilh-l« 1(19'Sorten f eS* n“e nuf selttt" t-llungAunge»' d d-r Adensen gfstaber, »lt * Th wie ü0" it >rg^ eins den, Haag 0^‘X " r* t noch ™ und frisch. Auf die Ehre, dem Kaiser bei dessen nächstjährigem Besuche der Hauptstadt an der Seine und ihrer Weltausstellung als Cicerone zu dienen, würde er, wie man ihn kennt, ungern verzichten. M.P 0. Frankreich. Letzten Dienstag fand in Cherbourg der Stapellauf des 3. unterseeischen Torpedoboots Morse, nach dem Typ des Gustave Zodo, statt. Die Abmessungen sind jedoch etwas geringer als beim Zede. Deplacement 146 Tonnen, Länge 36 Meter, Breite 2,75 Meter. Das Boot wird durch eine elektrische Maschine mit einer Schraube getrieben. Die Geschwindigkeit soll 13 Knoten betragen. Die ganze Armierung besteht in einem Torpedo-Ausstoßrohr. Die Besatzung beträgt 1 Offizier, 8 Mann. Mit dem Bau des Boots wurde am 22. Februar 1898 begonnen. Der Preis ist 648 000 Franks. Paris, 12. Juli. Der Anwalt Demange, welcher Dreyfus gestern in Rennes besuchte, erklärt, daß Dreyfus mit dem Studium seiner Akten weit vorgeschritten sei. Demangö ist der Ansicht, daß die Untersuchung des Kommandanten Carriöre zwischen dem 20. und 25. ds. Mts. beendet sein wird, und der Dreyfus-Prozeß in den ersten Tagen des August seinen Anfang nehmen werde. Paris, 12. Juli. Ein amerikanisches Blatt, welches un Zola die Bitte gerichtet hatte, er möge ihm einen Bericht über den Dreyfus-Prozeß in Rennes liefern, erhielt von Zola die Antwort, daß er es nicht thun werde, selbst wenn man ihm 10 Millionen Dollars dafür bezahlen würde. Paris, 12. Juli. Die Nationalisten äußern eine ruhige Haltung zum Nationalfest, bereiten aber eifrig Kundgebungen in den Vorstädten und bei der Revue vor. Ein Vereiteln derselben durch Regierungs-Maßregeln ist sicher. Paris, 12. Juli. Eine amtliche Mitteilung bestätigt die Entdeckung eines Komplottes zum Sturz der Republik. Es wurde ein Brief des Herzogs von Orleans aufgefunden, welcher das Komplott beweist. Der Justizminister Monis beauftragte den Untersuchungsrichter Bou- caud, eine Untersuchung einzuleiten. Döroulöde, Rochefort, Drumont, Beaurepaire und die Generale Roget und Lamy sind in die Angelegenheit verwickelt. Brüssel, 12. Juli. Der progressistisch-liberale Führer Lor and erklärt in der Reform, er sei bereit, gegen das Einzel-Wahlsystem zu kämpfen, die ersten Barrikaden zu bauen und diese mit den guten Patrioten selbst zu verteidigen. Petersburg, 12. Juli. Die Leiche des verstorbenen Großfürsten-Thronfolgers dürfte im Laufe der nächsten Woche in Petersburg eintreffen und in der Peter-Paul-Festung beigesetzt werden. Vermischtes. Hamburg, 12. Juli. Das Landgericht verurteilte gestern bie aus Schieden gebürtige Frau Karoline Frehse wegen Majestäts-Beleidigung, begangen am 10. März 1894 bei einer in einer Werkstätte stattgefundenen Unterhaltung äiber Steuerverhältnisse zu drei Monaten Gefängnis. Die Frau, gegen welche bereits im August 1894 verhandelt werben sollte, war nach Schieden abgereist, wurde steckbrieflich verfolgt und in Ottensen verhaftet. * Der Brand der Volta-Ausstellung. Aus Como, 9. Juli, meldet man der „N. Fr. Pr.": Der Brand zerstörte alle Galerien der elektrischen Industrie und auch jene der Seidenabteilung. Der Schaden wird nach den angestellten Erhebungen mit 10 Millionen Lire beziffert. Es sind daran auch zahlreiche industrielle Firmen des Auslandes beteiligt. Die Ursache der Entstehung des Feuers ist noch nicht mit Sicherheit festgestellt; man glaubt annehmen zu dürfen, daß durch eine Unterbrechung des Stroms eine Erhitzung der Metalldrähte verursacht wurde, und daß glühende Drähte die Holzteile des Baues in Brand setzten. Es muß bemerkt werden, daß alle Gebäude der Ausstellung aus Holz rufgeführt waren und durch die große Hitze der letzten Tage jedenfalls das Fachwerk der Galerien vollständig ausge- trocknet worden war. In wenigen Minuten war die ganze große Gebäudegruppe, die von den fremden und einheimischen Besuchern allgemein bewundert worden war, ein Schutthaufen, aus dem Flammen sprühten und Rauch qualmte. — Das Unglück ist für Como unermeßlich, aber die Bürger der Stadt beweisen große Energie, indem sie in der Ausführung des Festprogramms zu Ehren ihres berühmten Mitbürgers Volta keine Unterbrechung eintreten lassen wollen. Der Bürgermeister und das Ausstellungs-Komitee veröffent- lichlen, (wie schon milgeteilt) eine Kundmachung, wonach die im Programm bestimmten Festlichkeiten zu Ehren Voltas lrotz des Brandes stattfinden. Aus allen Ländern kommen Aeileidsbezeigungen an die Stadtverwaltung und an das Ausstellungs-Komitee. So haben die französischen, schweizerischen, deutschen Telegraphisten ihr Bedauern über das Unglück telegraphisch ausgedrückt. Es ist der Vorschlag gemacht worden, eine neue Seidenausstellung für den September zu organisieren, und er findet vielseitig Anklang. — Außer allem Zweifel ist nun festgestellt, daß bei dem Brande fein Menschenleben zu Grunde gegangen ist. — Infolge der ungenügenden Löschvorkehrungen und des Fehlens von Wasserwechseln, Pumpen und eines geeigneten Feuerwehr- ynsonaleS wurde die Ausstellung in zwanzig Minuten durch den Brand vollständig zerstört. Wegen des Fehlens der noltvendigsten Sicherheits-Vorkehrungen bei der elektrischen Anlage wird gerichtlich vorgegangen werden. Ueber die Unfähigkeit und Sorglosikeit bei der Leitung der Ausstellung Miauten verschiedene Gerüchte. • Interessante Bevölkerungszahlen der hauptsächlichsten Staaten Europas sind einem französischen Staats- lalmder von 1810 zu entnehmen. Danach hatten: Frankreich: 38 000000 (heute: 38 228969). Königreich Italien: 'i 400000 (heute: 31 102000). Königreich beider Sicilien: 4000 000 (dasselbe zählte 1860, vor seiner Einverleibung in das Königreich Italien, 9283000 Einwohner). Königreich Preußen: 5000000 (1895: 31855123). Großbritannien: 12000000 (heute: 39134166). Spanien: 10000000 (1887: 16 956000). Oesterreich: 19000000 (1890: 41359 204). Europäisches Rußland: 31400000 (1894: 106331000). Vereinigte Staaten von Nordamerika: 5250 000 (1894: 68275000). * Glück im Unglück. Die „Köln. Ztg." bringt die folgende Schilderung des Eisenbahnunfalls bei Winsford. Der jüngst verflossene Samstag ist im ganzen Lande für Arbeiter-Ausflüge unter dem Zeichen des sogenannten Bohnenfestes beliebt, und ohne Unglücksfälle und Schaden an Leib und Leben läuft es dabei fast nie ab. Auch der Eisenbahn-Unfall, der sich auf der Hauptlinie der London und Nordwestbahn zutrug, scheint wenigstens mittelbar mit diesem Arbeiterfesttag in Verbindung gestanden zu sein. Zunächst fuhr ein schwerer Güterzug, unterwegs von Crewe nach Garston, auf der als Smoke-Hall-Bridge bekannten Eisenbahnbrücke unweit Winsford in Cheshire, weil der Lokomotivführer, wie es scheint, sich in einem Signal geirrt, in ein blindes Seitengeleise hinein und stürzte dort mit aller Gewalt auf den Halteblock. Die Wucht des Stoßes war so groß, daß der Block von Ziegel- und Hausteinen von oben bis unten geborsten und zersplittert wurde und die Waggons des Güterzuges auf das Geleise der Hauptlinie geworfen wurden. Es war kurz vor Mitternacht, und der Güterschnellzug von Crewe nach Carlisle, der kurz hinter dem schweren Zuge her kam, fuhr mit einer Schnelligkeit von 35 englischen Meilen die Stunde in die Barrikade hinein, die inzwischen sich auf der Hauptlinie gebildet hatte. Die Lokomotive fuhr in die Höhe und arbeitete sich wohl zwanzig Fuß vom Boden auf den Trümmerhaufen hinauf. Lokomotivführer und Heizer wurden auf die Linie geschleudert. Dieser kam fast unverletzt, jener mit Verwundungen an Kopf und Handgelenk davon. Der ganze erste Teil des Zuges wurde wie ein Teleskop ineinander geschoben und Lokomotive und Waggons mehr oder weniger zertrümmert. In Winsford war inzwischen auf dem Bahnhof von dem doppelten Unfall Kunde eingelaufen, und die wenigen Personen dort gerieten in unbeschreibliche Aufregung bei dem Gedanken, daß ein großer Vergnügungszug auf der" Rückkehr von Südwales nach Liverpool fällig war und sich von der entgegengesetzten Seite der Unglücksstätte näherte. Wie es scheint, war es der Geistesgegenwart eines Signalbeamten zu verdanken, daß der Lokomotivführer dieses Vergnügungszuges wenigstens soweit rechtzeitig gewarnt wurde, daß er im stände war, die Schnelligkeit zu vermindern und zu bremsen, ehe auch er in den Trümmerhaufen hineinfuhr. Immerhin wurde aber auch hier die Lokomotive aus dem Geleise geschleudert und der erste Personenwagen, der glücklicherweise leer war, zu Splittern zerschmettert. Lokomotivführer und Heizer hatten unerhörtes Glück. Sie wurden ganz über den Trümmerhaufen geschleudert und entrannen mit ein paar Quetschungen und Schrammen. Einigermaßen ernstere Verletzungen erlitten nur vier von den zahlreichen Ausflüglern. Der letzte Teil des Zuges blieb fast unbeschädigt, und die große Mehrheit der Reisenden kam, von einigen unbedeutenden Quetschungen abgesehen, mit dem Schrecken davon. Der große Trümmerhaufen von nahezu fünfzig zerschmetterten Wagen, der die Brücke bedeckte, soll einen schwer zu beschreibenden Anblick gewährt haben. * Ein Rauchverbot. Aus Wallis wird geschrieben: Ein Gesetz des Kantons Wallis vom Jahre 1849 untersagt allen Personen, fremden oder einheimischen, die im Kanton domiziliert sind, das Rauchen vor vollendetem 20. Lebensjahrebei einer Buße von 2 Franks, die im Rückfälle verdoppelt wird und bei Nichtbezahlung in Gefängnis von ein bis drei Tagen umge- wandelt werden kann. Es scheint, daß diese nun 50 Jahre alte Bestimmung an Kraft etwas eingebüßt hatte. Der Staatsrat hat daher voriges Jahr die Gemeinderäte und das Polizeikorps zu verschärfter Aufmerksamkeit eingeladen und sie ersucht, mit ganz besonderer Sorge über die Beachtung dieses Gesetzes zu wachen und jede Zuwiderhandlung zu bestrafen. Die Berichte, die nun eingelaufen sind, zeigen, daß dieses Gesetz schwer durchzuführen ist. Aus einem einzigen Bezirke wird mitgeteilt: Nur in zwei Gemeinden sei dieser Mißbrauch nicht zu konstatieren, alle anderen lauten ungünstig: Der Gebrauch des Tabaks ist fast allgemein geworden und mehre sich von Jahr zu Jahr. In anderen Berichten wird geklagt, das Verbot werde fast nicht oder gar nicht beachtet, daß die Gemeindepolizei ihre Pflicht in dieser Hinsicht nicht erfülle oder daß Zuwiderhandlungen nicht strenge genug bestraft werden. * Eine schlagfertige Antwort. Ein geschickter, aber sehr auf seinen Vorteil bedachter Verteidiger, so erzählt der „Swjet", gewann für eine junge und reiche Witwe einen heiklen Prozeß. Als er ihr den erfreulichen Ausgang mitteilte, wollte er diese Gelegenheit, sein Glück zu machen, nicht unbenützt vorübergehen lassen und machte seiner Klientin kurz entschlossen einen Heiratsantrag. Zu feiner großen Bestürzung und Verwunderung wies ihn aber die Witwe ab. Voll Aerger über feinen Mißerfolg machte er ihr den Vorwurf, daß sie undankbar an ihm handle und rief ihr in PÄhetischem Verteidigertone zu: „Wie? Wissen Sie denn nicht, daß ein Ertrinkender niemals den Strick zurückweisen wird, den ihm das Leben zuwirft!" — „Freilich", entgegnete lachend die Witwe, „aber er wird diesen Strick nicht erst ergreifen, wenn es schon zu spät ist." Der junge Verteidiger soll in Zukunft mit der Anwendung von Vergleichen vorsichtiger geworden sein. UmverMts Nachrichten. — Erlangen. Der Dekan der Juristenfakultät schreibt der „Frkf. Ztg.": „So oft daS alljährliche Verzeichnis der UniversttätS- fchrtften erscheint, verfehlt ein offenbar den UntoersitätSbibliotheken nahestehender Herr feit einigen Jahren nicht, dem größeren Publikum die Zahl der Erlanger juristischen Dissertationen mttzutetlen. ES würde der Billigkeit entsprechen, wenn er dabet bemerkte, daß Erlange« nur an der Spitze der Fakultäten mit Druckzwang sich befindet. Uebrigens hat die neue Promottonsordnung (mündliche« Examen nicht mehr vor Genehmigung der Dissertation gestattet) bereits die Wirkung erzielt, daß die Zahl der Meldungen auf etwa Vs der Zahl im gleichen Zeiträume des Vorjahres herabgegangen und im weiteren Rückgänge begriffen ist. Immerhin wird diese Wirkung äußerlich in der Zahl der in den Austausch gelangenden Dissertationen noch 2 bis 3 Jahre nicht völlig hervortreten, und zwar aus zwei Gründen: Die Kandidaten, welche (nach der alten Prüfungsordnung) das mündliche Examen zuerst machten, haben 1 bezw. bet Militärdienst 2 Jahre bis zur Einreichung ihrer Dissertation Zett und die Frist für die Drucklegung der Dissertation ist 1 Jahr nach Approbation derselben." — Göttingen. Auch der OberlandeSgerichtsp!äsident inCelle führt Klage über Ausschreitungen junger Akademiker. Er beschwert sich darüber, daß Rechtskandtdaten, die sich zur Vorbereitung ihres Examens in Celle aufhalten, sich wiederholt Exzesse haben zu Schulden kommen lasten; insbesondere seien mehrfach nächtliche Ruhestörungen vorgekommen. In Zukunft sollen derartige Fälle streng bestraft werden. ES wird darauf aufmerksam gemacht, daß ein derartiges Benehmen der Rechtskandtdaten eventuell sogar Ausschließung von der höheren Justizkarr'öre zur Folge haben kann. Der Dekan der hiesigen Juristenfakultät bringt dies durch Anschlag den von der Universität abgehenden Rechtskandidaten zur Kenntnis. — Jena. Professor Ernst Haeckel hat für das nächste Semester eine Vorlesung angekündigt, die auch in wetteren Kretsen Interesse erregen dürfte: Geschichte der Zoologie im 19. Jahrhundert. Der Rechtslehrer Professor Rosenthal wird in seiner Vorlesung über Verkehrsrecht auch das Telephonrecht behandeln. — Leipzig. Hier ist der bekannte Arzt Dr. Dolega, Privatdozent an der Universität, gestorben. Er hatte sein Interesse besonders der Heilgymnastik zugewendet. Der Hingeschiedene, der schon längere Zett leidend war, ist nur 35 Jahre alt geworden. — Leipzig. In der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität hat sich Dr. med. Siegfried Garten, Assistent am physiologischen Institut unserer Untoerfität, mit einer Vorlesung über die elektrische Erscheinung am Nerv als Prtvatdozent habilitiert. — London. Ein nationales physikalisches Labora- torium, das vom Staate stark subventioniert werden wird, soll demnächst in Richmond ins Leben treten. Die Organisation desselben ist von der Royal Society in die Hand genommen worden. Das Institut soll hauptsächlich der Prüfung empfindlicher physikalischer Apparate, sowie der Feststellung von Maaßen und Zahlengrößen, die für wissenschaftliche und industrielle Zwecke von besonderer Wichtigkeit sind, dienen. Zum Direktor mit einem Jahresgehalt von Lstr. 1300 ist bereits ein hervorragender Fachmann, Mr. Richard Glatzebrook vom University College in Liverpool, ausersehen. Die Subvention wird vom Parlamente zweifellos bewilligt werden. — DaS Frauenstudium auf den preußischen Universitäten. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht einige statistische Notizen über den weiblichen Vorlesungsbesuch in Preußen. Danach betrug an den preußischen Univerfitäten, an benen eine Immatrikulation weiblicher Personen bekanntlich nicht stattfindet, die Zahl der zum Hospitieren zugelassenen Frauen in der Zeit von Herbst 1895 bis Ostern 1899 Vor dem gedachten AnfangSzeitpunkt waren Frauen auch vom Hospitieren ausgeschloffen. Als Studienfächer waren bezeichnet: M 40 Eg Eco cCj O 00 O 1—1 iS L 05 w w 8 fr- 8 ao iS t_, CO «sT 1“ 8 00 S'" 05 SO5 Ss an den Universitäten Berlin 66 40 95 116 188 169 238 Bonn — — 16 14 19 18 26 BreSlau 11 15 35 28 33 21 32 Göttingen 32 40 40 35 42 22 26 Greifswalb 6 3 5 1 8 7 17 Halle 1 2 10 6 14 6 15 Kiel — —— 12 10 22 21 17 Königsberg — — — 11 13 17 33 Marburg — — — 9 8 27 10 Münster — — — — — — — Sa. 117 105 223 230 347 308 414 Winter 1895/96 fiCD C 05 Eco O r-< iS s.» r— iS s« 8 ao H 00 ^»05 Et- tE 05 •ä fiao e 05 8 00 O f-1 iS "goo Theologie - 1 in 3 Fällen 6 6 5 9 Rechtswiffenschaft 2 — 1 2 3 5 6 Medizin 2 2 8 13 11 15 16 Zahnhetlkunde — 2 — —- 1 1 3 Philosophie (Philosophie im allg., Ethik, Logik, Psychologie rc.) 22 15 35 46 93 69 100 Philologie bezw. Litte- ratur ohne nähere Angabe, Archäologie 13 15 39 45 60 48 65 Neuere Philologie bezw. Lttteratur 46 53 94 94 125 107 146 Alte (ntl. klasfische) Philologie und Lttteratur 3 5 6 6 7 9 6 Pädagogik 3 1 12 — 6 — 7 Geschichte (einschl. Kulturgeschichte) 22 14 35 39 66 58 71 Geographie 2 2 3 1 1 3 12 Mathematik 9 6 8 5 11 9 15 Naturwiffenschasten (Phyfik, Chemie, Botanik, Zoologie, Mineralogie, Astronomie) 10 11 20 22 39 35 45 StaatSwissenschaften (namentlich Nationalökonomie) 10 7 11 15 42 20 23 Kunst u. Kunstgeschichte 21 16 40 32 44 54 66 Mteratur, Wissenschaft und Kunst. — Vom Kirnstwart (Herausgeber Ferd. Avenartus, Verlag Georg D. W. Callwey, München), deffen 19. Heft soeben erschien, sagt die „Neue Badische LandeSzettung" am 18. Juni u. a. folgendes: „Der Kunftwart, der mit seinem ganzm Gewicht aufklärend und richtend in die künstlerische Bewegung unserer Tage eingreift, hat im nunmehrigen 12. Jahrgang seinem rein theoretischen oder kritischen Verfahren nun auch die goldene Praxis hinzugefügt ... Die halbmonatlichen Hefte bringen Proben aus der Musik und auS der bildenden Kunst in trefflichen Wiedergaben. Zwischen den Bach'schen Klavierstücken btS zu Wolfs Lied, ja sogar bis zu MahlerS symphonischen Dichtungen liegt daS ganze Reich der Musik etngeschloffen. Von den herrlichen Kupfersttchblättern DürerS biS zu Stauffers herrlichen Proträtradierungen und KalckreuthS gewaltigen Schöpsungen in der Oelmalerei erstreckt sich der Kreis, der da« Bildnerische umschließt. Künftig sollen auch größere mustkalische Werke zur Veröffentlichung gelangen. Diese künstlerischen Beilagen sind stets in Beziehung gesetzt zu ästhetischen Aufsätzen orientierender ober be- lehrender Art, bie sowohl Tagessragen alS auch allgemeingtltige Themata berühren .... Einer besonberen Empfehlung bebarf ein berarttgeS Unternehmen, bas sich in zwölf Jahren nicht blo« bewährt, fonbetn zu solchem Wert entwickelt hat, nicht mehr." Schutzmarke. L Mk. 2.— I. M. 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