Sonntag de« 14. Mai 1899 Drittes Blatt. 2lmts< nnb 2lnzeiget>lntt für den Kwts Gieren. KSttrr fftr hessische Uackskun-e liliefet WMi «»zeigen zu der nachmittags für de« .ftatoB Se| erfcheinendm Nummer bi« eer*. 10 Uhr. «Le Lnzeigeu-Vermittlungsstellen de» In- und «nSI,«tzi» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger erttgeG«. Melttoa, Expedition und ®ra*td: -chmk-rnhe Ar. 7. Die süddeutschen Staaten und die sreutzisch - hessische Eisenbahugemeiuschaft. Rach einander haben sich die Landtage von Württem- Eng, Bayern und Baden in den letzten Wochen mit der Dicußischchessischen Eisenbahngemeinschaft beschäftigt, teils um die in deren Folgen entstandenen neuen Güter-Jnstra- KierungeNiund Einnahme-Ausfälle, teils um die Chancen Sines Anschlusses an die preußisch-hessische Verwaltung zu Lrsprechen. In letzterer Beziehung nun gab sich in allen Drei Landtagen, mit einer vereinzelten Ausnahme, durchweg eine starke Gegenströmung gegen eine engere Verbindung ümb, obgleich der Vertreter der Regierung Badens, in tDejjen Zweiter Kammer eine darauf bezügliche Interpellation erjt am letzten Mittwoch debattiert wurde, die Möglichkeit fit nicht ausgeschlossen erklärte, daß mit der weiteren Ent- wilkeliung des deutschen Reiches das Volk schließlich auch dehin drängen könnte, das gesamte Eisenbahnnetz Deutsch- Lands unter eine einheitliche und gemeinsame Verwaltung gebracht zu sehen. Einstweilen ist das Widerstreben gegen die Vereinigung i n TLiddeutschland noch ein tiefgewurzeltes und die Antipathie i.fl bei manchen Volksvertretern selbst dahin zum Ausdruck gekoirmen, daß sie einen gewissermaßen geringschätzigen Ton gegen unser Großherzogtum durchschimmern ließen, weil es feine Oberhoheit über seinen Eisenbahnbesitz an Preußen ^getreten und ausgeliefert habe und sie durch die preußische Wivaittige Uebermacht vollständig lahmgelegt sei. Die be- -1 ttffeiiben Herren Landtagsabgeordneten hatten gut reden, i'klin «ihr Land liegt ja weit vom Schuß. Wenn indes bei Pen die gleichen oder nur ähnliche verzwickte Verhältnisse «gelegen hätten oder vorlägen, wie sie thatsächlich in nuferem hessischen Kleinstaate vorhanden sind resp. waren, i Pm «würden sie etwas weniger absprechend über die hessische .Handlungsweise geurteilt haben und sich gleichfalls für den ■ Nnschlluß an die preußische Eisenbahnverwaltung aussprechen idfleri. Diese Gründe aber zwingen uns, die Bahngemein- 1 jchst auch heute noch als das vernüftigste und allein richtige i hu feiten unseres hessischen Landes in vollstem Maße an- ; iitrfc itncn und zu verteidigen. Daß nicht alles reiner Vorteil ist, der uns aus der ? Vihugemeinschast mit Preußen resultiert, das liegt dem allgemeinen Verständnis nicht fern, und wir möchten sogar dem einzelnen flammenden Anhänger und Befürworter einer Erweiterung der Eisenbahngemeinschaft, dem Freiherrn von Wöllwarth in Württemberg, in Erinnerung bringen, daß 1. die finanziellen Reichtümer und Überschüsse sich nicht unveränderlich und ungetrübt fortsetzen, wie ja der Reinertrag des letzten Betriebsjahres trotz einer Mehreinnahme von brutto 71'/z Mill. Mark, sich nur wenig aufgebessert haben soll, und zum zweiten: die Mehreinnahmen, welche Hessen aus seinem Eisenbahnanteil bezieht, jetzt zu gutem Teil durch die Fahrpreiserhöhungen der ersten, zweiten und dritten Personenklassen erkauft werden müssen. Bis zum Oktober letzten Jahres bezog unsere hessische Staatskasse aus den höheren preußischen Personentarifsätzen einigen Vorteil, seitdem jedoch sind auf vielen Strecken der früheren Ludwigsbahngesellschaft, und zwar auf den nicht am wenigsten frequentierten, die Fahrpreise sehr wesentlich erhöht. Allerdings ist zu gleicher Zeit auch die vierte und billigere Wagenklasse eingeführt worden, aber das Fazit ist doch im großen ganzen eine größere Ergiebigkeit der Einnahmen. Dadurch haben die zumeist aus unserem Lande sich rekrutierenden Passagiere, welche sich durch die neue Klassenordnung nicht degradieren, oder zum mindesten nicht deklassieren lassen wollten und auch weiterhin die gewohnte Wagenklasse jetzt zu höherem Preise benützen, nun in letzter Reihe ihren wohlgemessenen Teil zu den vielbestaunten, fast beneideten hohen Eisenbahneinnahmen Hessens beizutragen. Den Hauptteil liefert freilich die allgemeine kolossale Verkehrsentwickelung, die sich infolge des ungeahnten Aufschwungs von Deutschlands Handel und Industrie eingestellt hat und an der auch unser Land in nicht geringem Grade partizipiert. Nach alledem fallen uns die großen Finanzen doch nicht so gerade vom Himmel in den Schoß, sondern die hessischen Staatsbürger steuern ihr wohlgezähltes Scherflein dazu bei. Es ist nicht zu leugnen, daß recht unliebsam die partielle Verteuerung empfunden wird, die wir in Hessen durch die Neuregelung der Fahrpreise im letzten Herbst erfahren haben. Aber wir halten sie nur für eine momentane und vorübergehende, da dem immer stärker sich aufdrängenden Verlangen der Oeffentlichkeit nach einer angemessenen Verbilligung der Eisenbahnfahrt sich auch schließlich Preußen nicht auf die Dauer zu widersetzen vermag, und ein befriedigender Ausgleich, der auch die große Bevölkerungszahl Preußens umfaßt, dann stattfinden wird. Sonst aber hat sich die Zweckmäßigkeit der Gemeinschaft mit Preußen int großen ganzen bewährt, wenn auch in der Frage neuer Nebenbahnbauten manche Differenzen zeitweise auftreten. In diesem Punkte darf die unparteiische und gerechte Be- urteüung nicht außer Acht lassen, daß, im Verhältnis des Besitzstandes, bei unrentablen neuen Nebenbahnen Preußen mit 98 Prozent an dem eventuellen Betriebsverlust beteiligt ist und deshalb einer Aufnahme derartiger Strecken in die Gemeinschaft nicht jederzeit sehr geneigt sein mag. DaS hessische Land ist indes darum doch in der Lage, sich seine Nebenbahnen weiter nach seinem Bedarf auszubauen, nur geht es dann auf sein eigenes Risiko. Was nun die Schaffung der hessischen Bahngemeinschaft mit Preußem veranlaßt hat, so war dies, wie es noch jedermann erinnerlich ist, die Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn. Unser Großherzogtum war damals nicht im Besitz eines geschlossenen Staatsbahnnetzes, das durch das ganze Land sich zog. Gerade die wichtigsten Linien waren in Privateigentum, und dazu noch, in Folge der Lage unseres Landes, mit den preußischen Strecken der Ludwigsbahn so verquickt und verkoppelt, daß bei einer Betriebszerreißung die größten Schwierigkeiten heraufbeschworen wurden. Ebenso schwierig war eine gedeihliche, einheitliche Betriebsführung der durch preußisches Gebiet getrennten neuen hessischen Staatseisenbahnen in Rheinhessen und Starkenburg einerseits, und derjenigen in Oberhessen andererseits zu erzielen. Den Ausschlag gaben jedoch die Erfahrungen und Erwägungen, die bezüglich der Verkehrsableitungen unter dem Regime der Ludwigsbahn gesammelt waren. Diese Gesellschaft ist viele Jahre hindurch durch massenhafte Verkehrsentziehungen, teils über die rechtsrheinischen Linien, teils über die Mam-Neckarbahn und Friedrichsfeld, um viele Millionen Mark geschädigt worden. Alle Proteste dagegen waren ziemlich wirkungslos, und nur langsam konnte sich die Ludwigsbahn von dem gegen sie geführten Schlag erholen. Auch Baden beteiligte sich damals an der Exekution gegen das hessische Verkehrsinstitut, und wenn nun, bei dem Wandel der Zeit, sich die Situation soweit geändert hat, daß heute dem badischen Lande ein finanzieller Schaden daraus erwächst, so darf es sich in Ansehung seines früheren Seine Frau schenkte ihm am 26. Mai 1583 eine Tochter, Susanna, und zwei Jahre später Zwillinge, Hamlet und Judith. Hamlet, sein einziger Sohn, starb schon in den Kinderjahren. Die älteste Tochter Susanna heirathete 1607 den Arzt Dr. John Hall; ihre einzige Tochter Elisabeth verheiratete sich 1626 mit Thomas Nasch und verstarb 1669, nachdem sie 1649 noch eine zweite Ehe mit John Barnard eingegangen, ohne Kinder zu hinterlassen. Die jüngste Tochter unseres Dichters, Judith, heiratete 1615 den Thomas Quincy, sie schenkte ihm drei Söhne, die aber sämtlich vor ihrem Tode im Jahre 1661 verstärken." Der Sohn eines Neffen von Lessing war der berühmte Maler Carl Friedrich Lessing (geboren am 15. Februar 1808 zu Breslau, gestorben am 5. Juni 1880 zu Karlsruhe), und dessen Sohn Otto Lessing nimmt als Bildhauer und Maler eine hervorragende Stelle ein. Der Enkel des durch Lessings Nathan geheiligten Philosophen Moses Mendelssohn war der geniale Komponist Felix Mendelssohn- Bartholdy. Als Künstlerfamilie berühmt geworden ist die Familie Devrient, beginnend mit Ludwig Devrient (geboren 1784 zu Berlin, gestorben 1832 ebendaselbst), dem genialen Darsteller des Shylock, Lear, Richard III., Franz Moor usw. Seine drei Neffen, Emil, Karl August und Philipp Eduard, spielen als glänzende Künstler sämtlich eine bedeutende Rolle in der Geschichte der deutschen Schauspielkunst, und auch die Söhne von Karl August und Philipp Eduard, Friedrich und Otto, erwarben sich wiederum in der Kunst ihrer Väter einen ausgezeichneten Namen; letzterer verdient auch als Dichter und Schriftsteller die ehrenvollste Hervorhebung. Darwin, der berühmte Naturforscher, war der Enkel des Naturforschers und Dichters Erasmus Darwin; seine beiden Söhne Francis (geboren 1848) und George Howard (geboren 1845) sind beide als Forscher und Gelehrte hervorragend. Auch der Sohn des französischen Romanciers Alexander Dumas, Alexander Dumas Sohn, erbte da« litterarische Talent seines vielgelesenen Vaters. «breffe für Depeschen: jMqeifttt Fernsprecher Nr. 51. können . . . Ich weiß, daß diese Kinder nicht zärtlich erzogen werden; desto besser für sic, sie werden kräftiger dadurch; man giebt ihnen nicht das Ueberflüssige, aber sie haben das Notwendige. Man macht aus ihnen keine Herren, aber Ackerbauer und Handwerker. Ich sehe in dieser Erziehungsweise nichts, was ich nicht für meine Kinder wählen würde." Später erkannte der Verfasser des „Emil", der große Reformator des Erziehungswesens, selbst, daß er sich mit Scheingründen betrogen habe, das Schicksal seiner Kinoer erfüllte ihn mit bitterer Reue, und er betont in seinem berühmten Werke, daß es für Väter und Mütter keine heiligere Pflicht gäbe, als die Erziehung ihrer Kinder. Ja, wer weiß, ob nicht seine Gewissensbisse zuerst ihm den Gedanken eingaben, sich mit der Frage der Erziehung zu beschäftigen, und ob wir nicht gerade der ihm so oft vorgeworfenen Maßregel die gewaltige, durch den „Emil" hervorgerufene Umwälzung unseres Erziehungswesens ver- danken. Bon Luthers Kindern überlebten den Vater vier, Johann (geboren 1526), Martin (geboren 1531), Paul (geboren 1533) und Margarethe (geboren 1534). Alle drei Söhne treten uns später als respektable Männer entgegen, Hans als kurfürstlicher Rat (gestorben 1575), Martin als Theologe (gestorben 1565) und Paul als angesehener Leibarzt mehrerer sächsischer Kurfürsten (gestorben 1593). Der letzte männliche Sproß war Martin Gottlob Luther, Rechtskonsulent in Dresden, wo er im Jahre 1759 starb. Vermögen wir somit Luthers männliche Nachkommen weiter als 200 Jahre zu verfolgen, so treffen wir bei einem anderen berühmten Manne, Shakespeare, auf die bereits bei anderen großen Dichtern beobachtete Erscheinung, daß der Mannesstamm in verhältnismäßig kurzer Zeit erloschen und zwar bei Shakespeare schon 53 Jahre nach seinem Tode. Wilhelm Oechelhäuser berichtet hierüber in seiner Einleitung zu den Werken des unsterblichen Briten: „Schon mit 18 Jahren, im Dezember 1582, heiratete S. die acht Jahre ältere Anna Hathaway. Daß diese Ehe eine unglückliche gewesen sei, wie die Kritiker aus einzelnen Stellen seiner Werke und seines Testaments schließen wollen, ist durchaus unverbürgt. vierteljährlich 2 Mark 20 Psß. monatlich 75 Pfß. mit vringertoh«. 8* Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierleljährltch. Gießener Anzeiger General-Unzeiger it. ns |it Ausnahme der MvatagS. Die Gießener ■trbm bem Anzeiger OchaNNch viermal beigetegt. Feuilleton. Die Kinder großer Männer. Von Dr. Ernst WilmS. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Ein trauriges Schicksal harrte der Hinterbliebenen des i in tiefer Armut und grenzenloser Verbitterung dahin- rimngenen unsterblichen Verfassers der „Leonore", Gottfried hjquft Bürger. Marianne, seine Tochter aus erster Ehe, unvermählt am 11. November 1862 zu Remse, auch Ujjuite, die Tochter Mollys, fand als Gattin des Amts- cMors und späteren Friedensrichters Mühlenfeld ein «tägliches Los, obgleich sie das Unglück hatte, sowohl iitzril Gatten, als auch zwei erwachsene Kinder, wie Adolf (Bofotmann in der „Gartenlaube" mitteilte, jählings durch c Wa.ganfälle ins Grab sinken zu sehen. Ein anderer Sohn, iv;:!hon (aus der Ehe mit dem „Schwabenmädchen" Elise 'M>, starb kränklich und geistig verkrüppelt bereits im : 11 Jahre. Mollys Sohn Emil lernte als Buchhändler , m) etablierte 1821 in Naumburg eine Buchhandlung; ge- f Mllichc Mißerfolge nötigten ihn, das eigene Geschäft auf- 2 lijtbitn und in Leipzig für geringes Salär zu arbeiten. SSM; langem Siechtum starb er in Leipzig am 28. März 1M, seine Witwe und Kinder in bitterem Elend zurück- vchtSd. Voltaire, Kant, Grillparzer, Seume und andere biteben »mm-mählt, Heine hatte keine Kinder. Jean Jacques «biijitau übergab seine ihm von Therese Levaffeur ge- schnkßen fünf Kinder im Einverständnis mit seiner Frau fuhrt nach der Geburt dem Findelhause, weil seine un- f'che:it Existenzverhältnisse ihn nicht in die Lage versetzten, | St guit zu erziehen. Er rechtfertigt in einem Briefe an Zsim d. Francueil diese Maßnahme mit seinem Elend und M« Leiden: „ich bin meinen Kindern die Subsistenz s'Pdiig; ich habe ihnen eine bessere oder wenigstens eine fierte verschafft, als die, welche ich selbst hätte geben fl** Ä» ’OÜtMX. lebet a\\ W ?albvttdelke, ts' und Ja- Breaks stets Ganz leichte 8« uud sog. Lack i zu billigen tz Mgen. )e gchen i ® genügen unz . rtiig, «5* rHZ Sich ässe e-nM««all< Gtbfrieügea Sie sich, die iUerbilli) WS lafeldiea । Wasser-Heilanstalt Zerd. 5chott Vehaglich eingerichtete kleine Auftakt (bis llilUv SO Patienten) für Nervenleiden, VcrdauungS- störungcn, RheumatiämuS ic. 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Am stärksten und empfindlichsten wäre aber unser hessisches Bahnnetz der preußischen Konkurrenz ausgesetzt gewesen, und war es noch lange nicht ausgeschlossen, daß schließlich sich auch noch süddeutsche Konkurrenz mit ihr gegen uns vereint hätte. Im Verhältnis zu unserem kleinen Lande konnte hieraus für unsere Finanzen eine Gefahr entstehen, die geradezu verderblich hätte wirken und die Bürger des Landes mit einer niederdrückenden, unerschwinglichen Steuerbelastung hätte beschweren können. Dem ist durch den Anschluß an die preußische Bahnverwaltung vorgebeugt worden. Eine Konkurrenz von irgend einer Seite haben wir nicht mehr zu fürchten, vielmehr wird es sich die Gemeinschaft angelegen sein lassen, auch zur Hebung des hessischen Verkehrs nach Möglichkeit beizutragen, um die günstigsten finanziellen Vorteile daraus zu ziehen. Durch diese Hebung des hessischen Verkehrs und weitestgehende Ausnützung der hessischen Bahnlinien erwächst unserem Lande aber wiederum vielerlei Nutzen und Vorteil, der ihm entgehen muß, wenn nur ein schwacher Verkehr besteht und die Bahnlinien gemieden und umgangen werden. An den Fluktuationen, am Auf- und Niedergang im wirtschaftlichen Leben sind unsere hessischen Staatsfinanzen gegenwärtig durch den jetzigen großen Bahnbesitz des Landes weit mehr wie früher interessiert. Aber auch bei einer Depression wird sich die Bahngemeinschaft als vorteilhaft erweisen, da sich zu solchen Zeiten die Konkurrenz stets noch härter und schärfer fühlbar macht und in diesem Punkte unsere Landesbahnen bezw. unsere Landesfinanzen dann wenigstens verschont bleiben werden. Bemerkenswert ist noch die lebhafte Abneigung, die sich in den anderen süddeutschen Staaten gegen eine Erweiterung der Eisenbahngemeinschaft ausgesprochen hat. Sie ist aber wohl einzig dem Umstande zuzuschreiben, daß Preußen sich noch immer so starr einer Reform der Personentarife widersetzt und für die Erleichterungen und Verbilligungen, wie sie in Süddeutschland mit bestem finanziellen Erfolg eingeführt sind, noch nicht zu haben ist. Infolge dieser Haltung verscherzt sich die preußische Bahnverwaltung viele Sympathien. Aber besonders im Interesse der großen Allgemeinheit und des Fortschritts in Wandel und Verkehr bleibt es höchst wünschenswert, daß sich das preußische Eisenbahnministerium von dem stagnierenden Einfluß der Agrarier schnellstens zu sorgsame Verpflegung bei engstem Familienanschluß. März bid November. Prosp franco. l>r. M. Schnlze-Kahleyss. Hofheim im Taunus. Billig, praktisch, elegant, von Leinenwäsche kaum zu unterscheiden. äusserst vortheilhafL W trägt jedes Stück. Stahlfpäne, Pinsel sowie Weinstube < Weinhandlung vahnhosstraßen-Lcke — Wollengasse 27. empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Rhein- u. 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Der Aufsatz ist eine glänzende Widerlegung der Ansichten des russischen Staatsrats v. Bloch, der ein sechsbändiges Werk über den Krieg der Zukunft geschrieben hat, von welchem durch das Münchener Friedenskomitee auch ein kürzerer Auszug erschienen ist. Der Geschichtsforscher zeigt uns vor allem, wie in früheren Zeiten eben solche Zweifel an der weiteren Möglichkeit von Kriegen bestanden haben, wie sie heute geäußert werden. Wir werden belehrt, daß all die Bedenken über die technische und volkswirtschaftliche Un- denkbarkeit von Kriegen auf falschen Ansichten oder übertriebenen Befürchtungen beruhen, ohne daß dabei der Verfasser etwa den Krieg um des Krieges willen loben würde, wie das folgende Stelle beweist: Es ist wahr, daß die Menschheit sehr ärmlich sein würde, wenn sie keine Helden mehr hätte, und der Rest, den Schiffer und Feuerwehren, Bakterienforscher, Aerzte und Reisende bieten, würde sich dürftig machen, wenn man ihn auch nur mit einem einzigen Bataillon vergleicht, das zum Sturm auf eine Batterie schreitet. Dennoch können die Verteidiger des Krieges nichts Schlechteres thun, als den Krieg um des Krieges willen wünschen. Das erscheint als Mutwille und nicht als Tapferkeit. Als Verdienst rechnet Delbrück dem Werke des Russen an, daß es uns über das Zwecklose eines künftigen großen Krieges belehrt, den deutschen Friedensschwärmern mit ihren ungereimten Vorschlägen aber sagt Delbrück: Ein Jahrhundert mit so wenig Kriegsjahren wie das neunzehnte oder gar die letzten Jahrzehnte dieses Säkulums ist in der Weltgeschichte nicht wiederzufinden. Wem verdanken wir ras? Wiederum mancherlei Umständen, am meisten aber >eu starken Kriegsrüstungen, die jeden Krieg als etwas so urchtbares erscheinen lassen, daß nur selten sich jemand gefunden hat, der die Verantwortung dafür übernehmen möchte, und jetzt, scheints gar niemand mehr. Was sollen wir da von den Friedensgesellschaften, die, um einige Millionen zu sparen, sagen wir selbst einige Dutzend hundert Millionen, die Intensität der Kriege wieder ber^ setzen, und uns so unserer besten Friedensversicheruna wie^ berauben möchten? Ich will den Damen und Herren h, sönlich keine Vorwürfe machen, sie meinen es gewiß berrl gut, aber objektiv ist die Forderung der Abrüstung kuln ? feindlich und barbarisch, denn sie treibt zum Kriege i Schluffe lesen wir die Mahnung, die sich das deutsche in die Seele schreiben sollte: Es ist möglich, ja es hat ein gewisse Wahrscheinlichkeit, daß die nächste große Land Verteilung oder Absteckung von Einfluß-Sphären in Aste sich in ähnlicher Weise vollzieht, wie im 3agte bie erste Teilung Polens, ohne Blutvergießen. Nicht mekr lebensfähige oder kulturunfähige Staatsgebilde werden ausgelöst oder unter die Vormundschaft der lebenskräftig Staaten gestellt. Diese aber vergleichen sich darüber uarfi Maßgabe der Kräfte, die sie bei einem Waffenganq nn. setzen würden, ohne den Waffengang selber zu machen England, Frankreich, Rußland find bereits im ungeheurer Kolonialreiche. Ihnen kommt es nicht so sehr bö rauf an, ob sie noch ein Stück Land mehr gewinnen oder nicht; nur ihre Machtstellung im allgemeinen müstrn fie behaupten. Für Deutschland, das noch so gut wie nuht§ wirklich Wertvolles in den andern Weltteilen besitzt, ist 7, Geviertmeile, jedes Städtchen von der höchsten Wichtigen In 50 Jahren wird die Welt aufgeteilt sein. Es ist tint Lebensfrage für uns, wenn wir eine große Nation bleiben wollen, hierbei neben den bereits etablierten Kolonial. Nationen einen gleichwertigen Besitz zu erlangen. Wir können es, wenn wir rechtzeitig vorsorgen. Freiwillig werden uns die anderen Nationen nur einen sehr schmalen Anteil gewähren. Warum sollten sie auch? Jedes Boll sorgt für sich selber. Nur wer Macht hat, dem wächst Macht zu, und in diesem Machtgebot liegt ein tiefes fitt. liches Gesetz. Dasjenige Volk, das die Selbstüberwindung hat, seine täglichen Genüsse einzuschränken, um dafür nationale Machtmittel zu sammeln, das, um es ganz kurz aus. zudrücken, lieber etwas weniger Bier trinkt und weniger Cigarren raucht und sich dafür Kanonen und Schisse an- schafft, das erwirbt damit auch den Anspruch, seine Eigenart zu behaupten, und die geistigen Güter, die es im Lause dn Jahrhunderte erarbeitet, sich selbst und der Menschheit pi dauerndem Besitz zu vererben. Es giebt keine höhere Ausgabe für die kommende Generation, als zu sorgen, daß dir Welt nicht zwischen Engländern und Ruffen aufgeteilt, son- dern auch deutsche und französische Art und zwischen den großen Nationen auch die der kleinen, soweit sie Kultnrwert laben, erhalten werde. Ohne Krieg, wenn es möglich ist, aber es ist ein Gut, das auch um noch so viel Blut nicht zu teuer erkauft wäre. .„Z‘ 'VleitHirHüIeF x Hupt-KsUlog gratis 'AufuslSlulienbrok, E Deutschlands gross! iiLFahmd-Versind Kölner Konsum - Anstalt ©iefeen C. F. Hackenberg Bahnhofstraße 27 offeriert von heute bis Pfingsten: Schweineschmalz „ Margarine „ Korinthen n Rosinen, Glems „ Eitroueu per Stück 8 Pfg. und Orangeat per Lot 3^Pfg. DV Bei größerer Abnahme billige,. Tj 1 *ü9. M Rheinwein. Garantiert reinen, selbstgezogenen, staschenreifen Weißwein aus den befferen und besten Lagen der Gemarkungen Nierstein und Schwabsburg, in der Preislage von 65 Pfg. bis zu 1 Mk. pro Liter verkauft in kleinen und großen Gebinden G. Stritt» IV., Landwirt, Schwabsburg. Bestellungen bei 2211 »G. Schneider, Wilh-lmstr. 16. ff* Harzer Kümmelkäse versendet gegen Nachnahme oder Kaffa, 100 Stück 3,60 Mk., 500 Stück 16 Mk. franko, größere Posten billiger, Käsefabrik Friedr. Hahne, Stiege a. 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