n>re»deL aJrhb. Dienstag den 14. März 1899 Nr. 62 Erstes Blatt. )er Reservisten. E. Zu Lich der am Äße Anzeigen.«rrmittiungSstkllen M In- imb Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. 2) 3) 4) Kietze» 1) ftftetet tlgNch Mit Ausnahme drS Montags- Die Vießener Mamiltenö ttlter Mcrbm dem Anzeiger Wöchentlich viermal deigelegt. V 5»,*' V* $** « unb ®Jt. ’w*S!SÄw in Geichai"" , bei W Redaktion, Lxpedition und Druckerei: AchnkSr.tze Nr. 7. 1. Appell vormittags 9 Uhr 15 Minuten: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Adresse für Depeschen: Anzeiger chietze». Fernsprecher Nr. 51. gehörigen: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve und Landwehr 1, Aufgebots (Anzug: Helm, Waffenrock, Achselstücke, Feldbinde, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Witterung Paletot). Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden Entlafieneu aller Waffen. Wehrleute 1. Aufgebots, die vom 1, Oktober 1886 ab 'L«-" Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandmirt, Glätter für hessische Volkskunde.__________________ am 20. April 1899 in der Amtsgerichtsstraße für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder-Besstngen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach. 1. Appell vormittags 9 Uhr 30 Minuten Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve nnd Landwehr 1. Aufgebots. _ . Reservisten sowie zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell mittags 12 Uhr Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen und sämtliche Ersatz- Reservisten. Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Notfälle genehmigt. Diejenigen Mannschaften, bei welchen Fußmeffuugen vorgenommen werden (Sämtliche Mannschaften des Jahr- gaugs 1894 aller Waffen mit Ausnahme der nichtgeübten Ersatz-Reservisten) haben überhaupt keine Ausficht auf Befreiung. c Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung, sowie mit reinen Strümpfen zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen. Die Militärpapiere (Paß und Führuugs- zeugvis) müsse» zur Stelle sei». Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militargesetz. Gießen, den 5. März 1899. Großh. Bezirks-Kommando. De t ring. Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen. 3. Appell Nachmittags 1 Uhr: Sämtliche Ersatz-Reservisten. C. Zu Grünberg Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffe». 2. Appell vormittags 11 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen. 3. Appell nachmittags 1 Uhr: Sämtliche Ersatz-Reservisten. D. Z« Hungen Bekanntmachung. vetr.: Die Abhaltung von Faselschauen. Gelegentlich des am 28. l. Mts. stattfindeuden Viehmarktes zu Grüuberg soll zum Zwecke der An- kvnung eine öffentliche Faselschau durch die Körkommisswn ai-gehalten werden. Dieselbe beginnt vormittags 11 Uhr. 68 werden nur sprungfähige Bullen Vogelsberger und Sammenthaler Rasse berücksichtigt werden. Die Fasel müssen bei Meldung der Wegweisung sicher gefesselt sein. Gießen, den 9. März 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold._ 1. Appell vormittags 8 Uhr 45 Minuten: Offiziere, Sanitäts Offiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell vormittags 11 Uhr: 1 W-M« ’orf o. #• itot 6000000 Mark IMWt" 25-tfiä Aezugrpreis oitrtfOöbrlid) 2 Mark 20 Psg monatlich 75 Pf, mit Bringerlohv. Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bekanntmachung, betr.: Das Meldewesen in der Stadt Gießen. Die nachstehend abgedruckten Bestimmungen bringen wir zur Nachachtung und zur Vermeidung von Bestrafungen hiermit in Erinnerung. Gießen, den 9. März 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Melde-Ordnung für für i>ik promnM-HauiitstM Girßcn. Auf Grund und unter Einfügung der einschlägigen Bestimmungen des Gesetzes vom 4. Dezember 1874, die polizeiliche Aufsicht über die Zuzüge und Wegzüge betreffend, die Art. 81, 82, 83, 85, 86 und 89 des Polizeistrafgesetzes und des Art. 56 der Städteordnung wird hiernut nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung mit Aufhebung des Lokalreglements vom 8. Mai 1856 die Aufsicht uoet Fremde, bezw. Anzeigen von den Wechseln der Wohnu g betreffend (Nr. I, II, III der Sammlung des polizeilichen Lokalreglements), des Regulativs vom 5. 3^1 mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums de eingestellt worden. Erfatz-Reservisten geübte und nicht geübte. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Kontrollpflichtigen anzutreten haben. Gieheu fianlaste^^- Geld "l^ am 19. April 1899 am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdors, Muschenheim mit Hof-Gill, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. 1. Appell vormittags 9 Uhr 30 Minuten: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve »nd Landwehr 1. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell mittags 12 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen und sämtliche Ersatz- Amts- unb Anzeigebltttt für den ICrete Gieren. I _________ . — I - - ------- A. Zu Gießen in Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burk- hardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod und zwar: am 13. April 1899. 1. Appell vormittags 8 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots; Reservisten der Infanterie, Jahrgänge 1891, 1892, 1893 und 1894. 2. Appell vormittags 10 Uhr: Reservisten der Infanterie der Jahrgänge 1895,1896, 1897 und 1898, sowie sämtliche zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften der Infanterie. 3. Appell nachmittags 2 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots der Infanterie. Am 14, April 1899. 1. Appell vormittags 8 Uhr: Reservisten sowie zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller übrigen Waffen, und zwar der Garde, Jäger, Cavallerie, Feld- und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmacher-Gehilfen, Oekonomie-Handwerker, Marine-Mannschaften. 2. Appell vormittags 10 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots aller übrigen Waffen und zwar der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffcrtruppen, des Trains (einschl. Krankenträger) Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehilsen, Oekonomie-Handwerker und Marine- Mannschaften. 3. Appell nachmittags 2 Uhr: Sämtliche Ersatz-Reservisten der Jahrgänge 1892, 1893, 1894, 1895, 1896, 1897 und 1898. 4. Appell nachmittags 4 Uhr: Sämtliche Ersatz-Reservisten der Jahrgänge 1886, 1887, 1888, 1889, 1890 und 1891. Am 14. April 1899 für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Langgöns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen. 1. Appell vormittags 8 Uhr: Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen 2. Appell vormittags 10 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots aller Waffen und sämtliche Ersatz. Reservisten. B. Zu Lollar Qm 17 April 1899, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten Buseck, Bersrod Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck. 18. April 1899, am westlichen Ausgange auf der Straße nackt Gießen für die Bewohner von: Allertshausen, Belters- basti Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickels- mübie Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Zieaelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Ra- benauischen-Papiermühle, Lauter mit der Artztmühle, Bmg- müble Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmittmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß und Klein), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer-Hof, Winnerod. leneNmt een Anzeigen zu der tuubmittagS für den felgenbra Ta, erscheinenden Nummer di, vorm. 10 Uhr. Gießen, den 10. März 1899. Aetr.: Frühjahrs-Kontrollversammlungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Bei den diesjährigen Frühjahrs-Kontrollversammlungen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Bekanntmachung. Gießen, den 8. März 1899. Netr.: Bilder-Atlanten. Die Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Die nachstehende Verfügung Großh. Ministeriums des Innern (Abteilung für Schulangelegenheiten) teilen wir Ihnen zur Kenntnisnahme mit. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Das Großh. Ministerium des Innern ^Abteilung für Schulangelegenheiten) am die Großherzoglicheu Direktionen der Gymnasien, Realgymnasien, der Oberrealschule, Real- schulen, höheren Mädchenschulen, Schullehrer- seemiuarieuuuddieGroßh.KreiSschulkommissiouen. Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß zu den im Verlag des Bibliographischen Instituts zu Leipzig und Wien erscheinenden Bilder-Atlanten »aturgeschichtlicheu Inhalts — auf denjenigen zur Zoologie der Säugetiere haben wir bereits in unserem lithographierten Ausschreiben vvm 13. November 1897 (zu Nr. M. I. 24,314) hin- gxwiesen — die folgenden Atlanten: a) Bilder-Atlas zur Zoologie der Bögel, b) „ Fische,Lurche und Kriechtiere und c) „ „ „ ii niederen Tiere, sämtlich mit beschreibendem Text von Professor Dr. William Marschall, — neu hinzugetreten sind, und geben Ihnen die gelegentliche Anschaffung auch dieser Bestandteile der btmcrften Atlanten-Sammlung für die Bibliotheken der Ihnen unterstellten Anstalten und Schulen anheim. Der Preis des in Leinwand gebundenen Atlas beträgt 2,50 Mk. S old an. jiJtb der Justiz vom 2. April 1890, zu Nr. M. I. 8442 für die Provinzial-Hauptstadt Gießen verordnet und bekannt gegeben wie folgt: I. Meldepflicht und Meldefrist. Zur Meldung bei dem Polizeiamte sind verpflichtet: Zn- und 1) Wer in der Gemeinde Gießen ein zieht, Wegzug, um in derselben seinen gewöhnlichen Aufenthalt zu nehmen, unter Vorlage der ihm von seinem bisherigen Wohnorte erteilten Abmeldebescheinigung binnen 8 Tagen vom Tage des Einzugs an (Art. 1 des Gesetzes vom 4. Dezember 1874). 2) Wer aus der Gemeinde Gießen weg- zieht, um seinen gewöhnlichen Aufenthalt aufzugeben, unter Angabe des Ortes, an den er »erzieht, vor dem Wegzuge (Art. 2 des genanten Gesetzes). 3) Diejenigen, welche der in die Gemeinde Gießen einziehenden oder aus derselben wegziehenden Person Wohnung und Unterkommen gewährt haben, sofern die An- und Abmeldung durch den zunächst Verpflichteten nicht selbst geschehen ist, binnen zehn Tagen nach deren Einzug oder Wegzug (Art. 4 des genannten Gesetzes). Wohumlgs. 4) Hauseigentümer von den in ihren Häusern wechsel, durch Einzug oder Auszug vorgehenden Wechsel, das Lokal mag zum persönlichen Aufenthalt oder nur zum Geschäftsbetrieb verwendet sein, unter Angabe der früheren, beziehungsweise künftigen Wohnung des Ein- oder Ausziehenden binnen 8 Tagen nach dem Ein- oder Auszuge. Zu gleicher Anzeige sind Hauptmieter ganzer Häuser oder einzelner Teile derselben verbunden, wenn sie Wohnungen wieder an Untermieter abgeben. Bei unter obrigkeitlicher oder sonstiger Verwaltung befindlichen Gebäuden ist der Verwalter statt des Eigentümers für die Anzeige verantwortlich (Art. 85 des Polizeistrafgesetzes). 5) Wer innerhalb der Gemeinde Gießen seine eigene oder gemietete Wohnung verändert unter Angabe der verlassenen, sowie der neubezogenen Wohnung, insofern die Meldung nicht bereits durch den nach 4) zunächst Verpflichteten erfolgt ist, binnen 10 Tagen nach der Wohnungsänderung (Artikel 7 des Gesetzes vom 4. Dezember 1874). 6) Diejenigen, welche andere bei sich in Schlafstellen aufnehmen, von jeder Aufnahme binnenvierundzwanzigStunden (Art. 85 des Polizeistrafgesetzes). Dle«stein- 7) Jeder Dienstbote, Handlungstritt »ub diener und Gewerbsgehilfe, Lehrling Dienst- oder Fabrikarbeiter, welcher in einen «uStritt. Dienst eintritt oder denselben verläßt, binnen vierundzwanzig Stunden nach erfolgtem Diensteintritt oder Dienstaustritt (Art. 89 des Polizeistrafgesetzes). 8) Gewerbetreibende und Dienst- herrschaften von dem Diensteintritt und Dienstaustritt ihrer Handlungsdiener, Gewerbsgehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter oder Dienstboten binnen fünf Tagen nach dem Diensteintritt oder Dienstaustritt, falls die Anzeige nicht bereits durch die nach 7) zunächst Verpflichteten erfolgt ist (Art. 7 des Gesetzes vom 4. Dezember 1874). Kremden- 9) @aft = und Herbergswirte täglich «»f«ah»e. bis um 9 Uhr vormittags über alle in den letzten vierundzwanzig Stunden erfolgten Aufnahmen von Fremden (Art. 81 und 82 des Polizeistrafgesetzes). 10) Wer ein ortsfremdes Kind in Pflege aufnimmt, binnenvierundzwanzigStunden nach erfolgter Aufnahme (Art. 86 des Polizeistrafgesetzes). ». Ort der Meldung. Alle nach I, 1—10 angeordneten Meldungen müssen in dem Meldebureau des Großherzoglichen Polizeiamts erfolgen. 1X Hl. Form der Meldung. 1) Im Gesindedienst Eintretende haben sich beim Ein« l^en neuen Dienst persönlich zu melden, und « P bereits im Besitze eines Gesindedienstbuches sind, oic Ausfertigung eines solchen zu erwirken, andernfalls dasselbe vorzuzeigen. Bei Dienstaustritt ist das Dienstbuch persönlich zur Bifierung oder Abstempelung vorzulegen. 2) Mil Ausnahme der den Dienstboten obliegenden Meldungen (siehe III, 1) können die vorgeschriebenen Meldungen sowohl persönlich, als schriftlich geschehen. ,. c.ßu be" schriftlichen Meldungen werden zweckmäßig die hierfür erngeführten Formularien verwendet, welche in dem Meldebureau des Polizeiamts auf Erfordern verabreicht aus welchem zugleich dasjenige zu entnehmen ist, was die Meldung, auch wenn das Formular nicht dazu verwendet wird, zu enthalten hat. 8 Die Meldungen der Gastwirte haben in einem, den Rubriken des von ihnen zu führenden Fremdenbuchs entsprechenden Verzeichnisie zu bestehen. 3) Neber die erfolgten Meldungen von Zuzügen und Wegzügen (I, 1—3) werden von der Meldestelle schriftliche Bescheinigungen erteilt. Dienstboten erhalten solche durch Visierung oder Abstempelung der Dienstbücher. Für andere Meldungen wird schriftliche Bescheinigung auf Verlangen erteilt. IV. Strafbestimmungen. Es wird bestraft: a) nach Art. 6 des Gesetzes vom 4. Dezember 1874 mit Geldstrafen von zwei bis dreißig Mark: wer den in I, 1—3 aufgeführten gesetzlichen Vorschriften über Meldung von Zuzügen und Wegzügen zuwiderhandelt; b) »ach Art. 85 des Polizeistrafgesetzes mit Geldstrafen von 1 bis 1 Mark 70 Pfennige: wer die in I, 4 und 6 vorgeschriebenen Anzeigen unterläßt; derselben Strafe unterliegt, wer die in I, 5 vorgeschriebene Anzeige unterläßt; c) nach Art. 89 des Polizeistrafgesetzes mit Geldstrafe von einer Mark: wer unterläßt, die in I, 7 bezeichnete Meldung eines Diensteintritts oder Dienstaustritts zu machen; derselben Strafe unterliegt, wer die in I, 8 vorgeschriebene Anzeige unterläßt; d) nach Art. 82 des Polizeistrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 Mark 70 Pfennige bis 8 Mark 50 Pfennige: wer den I, 9 und IV, 1 zuwiderhandelt; e) nach Art. 83 und 86 des Polizeistrafgesetzes unterliegt einer Geldstrafe von 1 Mark 70 Pfennige bis 17 Mark: wer ohne Anzeige zu machen, ein ortsfremdes Kind in Pflege nimmt (I, 10). Gießen, den 10. Mai 1890. Großh. Polizeiamt Gießen. Fresenius. Bekanntmachung. Bei dem unterzeichneten Polizeiamt ist am 1. April l. I. eine Schutzmannsstelle zu besetzen. Diejenigen, welche sich um diese Stelle bewerben wollen, werden hiermit aufgefordert, ihre Gesuche unter Beifügung von Zeugnisien und eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes bis zum 20. l. Mts. bei uns einzureichen. Gießen, den 13. März 1899. Großherzogliches Poltzeiamt Gieße». __________________Muhl.__________________ Ausland. Paris, 12. März. „Aurore", welche bereits gestern gemeldet hatte, daß Dvroulöde mit dem General Roget am Tage vor dem Leichenbegängnis des Präsidenten Faure zusammen gespeist haben, versichert heute, diese Zusammenkunft Döroulödes und Rogets habe bei Madame Dung, der Witwe des früheren Direktors der „Revue bleu" stattgefunden. London, 11. März. Die Königin von England wird sich heute nach Frankreich einschiffen. Ihre Reise war wegen der auf dem Meere herrschenden Stürme verschoben worden. Paris, 11. März. Es verlautet, daß in den nächsten Tagen hier ein neu gegründetes Blatt royalistischer Tendenz erscheinen werde, welches das Organ des Herzogs von Orleans sein soll. Males und ProvinMes. Gießen, den 13. März 1899. * * Ordens Verleihung. Seine Königl. Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Februar dem Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Offenbach Philipp Bender das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. * * Auszeichnungen. Ihre Königliche Hoheit die Gro fitz erzogin haben Allergnädigst geruht, am 11. März, als am Geburtstage Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Elisabeth, folgende Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste in einundderselben Familie an folgende Dienstboten zu verleihen: A. das Goldene Kreuz mit B r i l l a n t e n der Marianne D a m m von Ockstadt, 52 Jahre bei der Familie des Herrn Jean Kipp in Ockstadt. B. das Goldene Kreuz: I. Provinz Starkenburg: 1) Katharina Adolph Witwe geb. Plöser von Sichenhausen, 25 Jahre bei der Familie des f General-Auditeurs Adolph Zimmermann in Darmstadt. 2) Margarethe Dehler von Besges, 26 Jahre bei Herrn Pfarrer Faßbender in Bieber. 3) Marie De sch au er von Geisa (Sachsen-Weimar), 28 Jahre bei der Familie des Herrn Dr. jur. Calmberg in Offenbach. 4) Katharina Keil von Lörzenbach, 26 Jahre bei Frau W. Hildebrand I. Witwe in Pfungstadt. 5) Katharina Reich hold von Lindheim, 25 Jahre bei Herrn Hofjuwelier Backes in Darmstadt. 6) Agnes Rothenbach von Heddesheim, 26 Jahre bei Frau Pfarrer Karl Müller Witwe in Darmstadt. 7) Anna Maria Schmitt aus Lingerhahn, 26 Jahre bei Herrn Reallehrer i. P. Würth in Darmstadt. 8) Elise Schneide.r von Darmstadt, 30 Jahre bei Freifrau von Dalwigk in Darmstadt. II. Provinz Oberhessen. 9) Elisabetha Be ppler von Dorheim. 25 Jahre bei Frau August Breidenbach Witwe in Dorheim. 10) Elisabetha Singel von Ilschhausen, 26 Jahre bei Herrn Bürgermeister C. Geißler in Lollar. 11) Anna Katharina Keil von Ettingshausen, 26 Jahre bei Herrn Johs. Keil I. in Ettingshausen. 12) Katharina Kretschmar von Atzenhain, 26 Jahre bei Frau Bahnhofs-Inspektor Müller Witwe in Gießen. 13) Elisabetha Möller von Angersbach, 26 Jahre bei Herrn Oberpfarrer Kullmann in Lauterbach. 14) Margaretha Möller von Stockhausen, 27 Jahre bei Herrn Metzgermeister Jacob Dörner in Lauterbach. 15) Mathilde Möller von Neuhof bei Fulda, 25 Jahre bei der Familie des Herrn Fabrikanten Josef Moufang in Ober-Schmitten. 16) Elisabetha Schreiner von Queck- born, 26 Jahre bei Herrn Otto WiezhnSki in GrÜnbrr» 17) Leonore Seitz von Londorf, 25 Jahre bei Herrn Eark Wenzel in Gießen. HI. Provinz Rheinhessen. i§\ Sybille Jacobs von Kettwig an der Ruhr, 25 Jahre bei Herrn Jonas Bondi II. in Mainz. 19) Katharina Krämer von Nierstein, 26 Jahre bei Herrn Rechtsanwalt Dr. Stei» in Mainz. 20) Louise Spohr von St. Goar, 25 Jahre bei Herrn Lazarus Mayer in Bingen. 21) Maria Apollonia Steininger von Welbhausen, 26 Jahre bei Herr» Richard Pietz zu Mainz. 22) Helene Strauß von Kirchheimbolanden, 25 Jahre bei Herrn Kaufmann Heinrich Weller in Mainz. 23) Katharina Charlotte Wolf von Schornsheim, 26 Jahre bei Herrn Karl Walldorf II. in Schornsheim. Gesuche um Verleihung des „Goldenen Kreuzes" zum 11. März 1900 müssen bis längstens den 15. Februar k. I. bei dem Oberhofmeister Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin, Herrn Riedesel Freiherr zu Eisenbach in Darm, stadt eingereicht sein. * * Militär-Dienstnachricht. Dr. Höhne, Unterarzt der Reserve des Landwehr-Bezirks Kottbus, unter gleichzeitiger Anstellung im aktiven Sanitätskorps und zwar bei« 3. Großh. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. \\1) zum Assistenzarzt befördert. * * Bon der Universität. Die Berufung Prof. Hall, wachs aus Dresden auf den hiesigen Lehrstuhl für PW ist doch nicht zu stände gekommen. Herr Hallwachs Hai nunmehr definitiv abgelehnt. * # Prüfungs-Konzert der Musikschule für höheres Klavier, fpiel des Frl. Minna Körner. Wir können, wie früher auch heute mit Genugthuung bestätigen, daß uns die Leistung» der Schüler und Schülerinnen recht befriedigt haben unb wir allen Darbietungen mit Interesse gefolgt sind. Jeder Vortragende beherrschte seine Aufgabe, und zwar nicht nur technisch, sondern auch musikalisch, sowohl im Solospiel feit im Ensemble, auch selbst da, wo die Schüler nur als Be gleiter thätig waren. Derartige Erfolge können nur durch gewissenhafte Erziehung erreicht werden, wie wir sie bei Frl. Körner nun schon seit Jahren konstatieren können. Die Gleichmäßigkeit in den Leistungen bei allen Schüler» überzeugt uns, daß Frl. Körners Methode und Erziehung eine vortreffliche ist, und es ihr dadurch gelingen muß, auch weniger Befähigte zum Ziele zu führen. * ♦ Konzert des Bauer'schen Gesangvereins. Wir sind heute in der Lage, nur gutes über das gestrige Konzert bt richten zu können. Das Programm, über welches wir schon früher eingehend urteilten, war geschickt zusammengestellt, und Solisten wie die Mitglieder des Vereins haben wohl verdiente Lorbeeren geerntet. Der Erfolg, den Frl. Bengel bei ihrem ersten Auftreten hatte, hat sich gestern in ver stärktem Maße wiederholt, sie hat sich als ganz vorzügliche Liedersängerin ausgewiesen. Ihre vornehme Gesangsweise, die sachgemäße Charakterisierung der Stimmung der Lieder, sowie ihre jugendfrische Stimme haben alle entzückt und erfreut. Aber auch der Verein unter Polsters musikalisch sicherer Leitung hat einen vollen Erfolg zu verzeichnen, und zwar nicht nur durch ganz außergewöhnlich schönes, ausgeglichenes Stimmenmaterial, sondern vor allem durch sauberes, präzises Singen, die Einsätze, selbst die schwierigsten, kamen tadellos zur Geltung, und kann der Verein mit berechtigtem Stolz auf sein Konzert zurückblicken. Der Vereii ehrte seinen Dirigenten und damit sich selbst durch Ueber- reichung eines Lorbeerkranzes. — Daß indes bei der qualvolle» Garderobeausgabe keine Rippenbrüche zu verzeichnen waren, ist zu verwundern. — Dem Konzert folgte späterhin eint abwechslungsreiche Abendunterhaltung, im Laufe deren zwei dem Vereine 25 Jahre lang als thätige Mitglieder angehörende Herren, LouisFriedrich und GeorgTodt, unter Ueberreichung eines Diploms durch den Dirigenten, Herrn Polster, zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. * * Stadttheater. Gestern nachmittag fand im Stadttheater der erste Ausstattungs-Vortrag des Herr» W. Joachim-Bellachini statt. Bei der Vorführung der großartigen elektrischen Kolossal-Gemälde dozierte Frau Clara Bellachini in deutlicher und gemeinverständlicher Weise. Wohl infolge des schönen Wetters war der Theatersaal nur schwach besetzt, doch zollten die Anwesenden den Vorführungen reichlich den wohlverdienten Beifall. * * Stadttheater. Die gestrige Wiederholung des „Fuhrmann Henschel" die, wie Sonntags üblich, vor schwach besetztem Parquet und ausverkaufter Gallerie stattfand, hatte insofern besonderes Interesse, als die Titelrolle, die vor kurzem von einem hervorragenden Künstler, Herrn Leffler creirt worden war, heute Herrn Dietzsch übertragen war. Herr Leffler hatte eine Meisterleistung geboten und unter diesem Eindruck standen wir heute noch und mit uns Herr Dietzsch, ohne jedoch, was wir gerechterweise hinzufügen müssen, unselbständig zu sein. In ganz wesentlichen Momenten, wie beispielsweise in der Scene, wo Henschel Hanne's Kind in sein Haus bringt, wie auch in anderen, wich Dietzsch wesentlich von seinem Vorbild ab. Ob sich das alles mit den Intentionen des Dichters deckt, wollen wir hier unerörtert lassen, wir bekennen gern, daß Herr Dietzsch eine durchaus beachteuswerthe, einheitliche Leistung bot, die den denkenden Künstler verriet. Die wenig dankbare Rolle des Siebenhaar hatte Herr Walter übernommen, der seine Aufgabe wie immer geschickt löste, für ihn spielte den Knecht Herr Direktor Helm in Maske und Spiel vortrefflich. Die übrige Besetzung war dieselbe, wie die frühere geblieben und deckt sich unser damaliges Urteil mit heute. Hervorheben müssen wir jedoch ganz besonders Frl. Schuhmann, die als Hanne diesmal eine geradezu vollendete Leistung bot. I * * Stadttheater. Die Premiöre des morgen zur Aufführung gelangenden dreiaktigen Schauspieles,FrauMarie' von Ritter findet gleichzeitig zum Benefiz für Frl- C. Würdig die erste Heldin und Liebhaberin unseres Stadttheaters, statt. Dieser Umstand wird sicher dazu bei, tragen, daß sich an diesem Abend das Theater erfreulich M üebruar k <\ J *u« «•lenba^St Um«, . unter gl,itl ’’ Md.jtoar ^-Regiment) H Prüfung Pro? ; en Lehrstuhl §krr Hallwa^' ^nle für höheres St. Wir können, wier i, daß uns die Lch J beftiedigt hab-: V gefolgt sind. ) be, und zwar M wohl im Solospiö ■ Schüler nur ali Wge können nur i den, wie wir fit u kvchMru fcr M bei allen Schi Methode und Trziü >urch gelingen mf hren. ksangvereinS. k das gestrige Ze. - 1, über welches rr - ;eschickt zusaMrur !s Vereins haben ■ erfolg, beitfttLSr jflt sich gestern r sich als ganz D. ' vornehme Gest- er Stimmung oben alle c r Polsters mW vlg zu W“N- witynMj schönes, ■’ ern vor LÄm ' .fMbirMms- M bet Verein mit iTÜdbliden. Der Le sch ielbfi dich M hl ji ttrjiid)m m rl iolg« **' tltm «N1 .r 115 fiälige W» ich unb d«ch bw ®r- etnanvi «b Mag sand^- ^-Vortrag Bei der W; ch-Gmäld- W“" emeintwR«“ . mrd--TH-°'«h Wfenieit»1«”' Beifall. ; 5«ä W W . wie auch'n uc ®'”ä- ässx *«*•> e>ne 9e i **&;* 5 füllt; den» groß ist die Zahl derer, welche die Kunst von Frl. Würdig, ihre ganz besondere Begabung für weibliche Charakterrollen, während der zweijährigen Thätigkeit an der hiesigen Bühne schätzen gelernt haben. — Das Interesse für das neue Ritterfche Werk „Frau Marie", das bekanntlich hier seine erste Aufführung erlebt, macht sich übrigens auch in auswärtigen maßgebenden Theaterkreisen geltend. Es werden der morgigen Aufführung Vertreter des Hamburger Thaliatheaters, der Hannoverschen Bühne, der großen Berliner Verlagssirma Felix Bloch Erben u. s. w. beiwohnen. Diese Festaufführung dürfte sich somit zu einem für das hiesige Publikum höchst interessanten Theaterabend gestalten. ** Stadttheater. Die „Hannov. Post" schreibt über „Frau Marie", Bürgerliches Trauerspiel in drei Akten von E. E. Ritter. Die große Revolution, die das letzte Jahrhundertviertel unserer Schaubühne und ihren Werken gebracht hat, findet immer neue Helfer und Streiter. Als der Berufensten einen muß man den jungen Autor der „Frau Marie" bezeichnen. „Frau Marie" ist einen Bühnenstück im besten Sinne des Wortes, und es schreit förmlich nach der lebendigen Verkörperung auf der Scene. Aber auch dem Eindruck der Lektüre wird sich niemand verschließen können. In scharfen und konzisen Strichen wird das erschütternde Seelengemälde eines stark empfindenden Weibes gezeichnet, das Schuld und Sünde auf sich nahm, um sich and denjenigen, die sie liebt, das Lebensglück zu erhalten. Wie allmählich in ihr der Glaube, daß sie ein gerechtes :unb heiliges Opfer gebracht hat, wankend gemacht wird :nnb sie daran zerschellt, ist ebenso psychologisch wahr, wie dramatisch wirksam durchgeführt. Erstaunlich ist der vollendete Iscenische Aufbau und die prägnante, ganz und gar der Wirklichkeit abgelauschte und doch nicht banale Sprache. .Acht nur der Charakter der Titelheldin ist mit großer Hiebe ausgeführt, jede einzelne Person lebt förmlich vor «ns. Sie kommen und gehen, äußern und entwickeln sich »öllig zwanglos innerhalb der Ereignisse, die zwingend zur Katastrophe treiben. Auf den ersten Blick mag sich eine flüchtige Aehnlichkeit mit Ibsens „Nora" vielleicht auch mit Hebbels „Maria Magdalena" ergeben; eine Aehnlichkeit, die an Ibsen im seelischen Konflikt, an Hebbel in dem äußeren Vorgang erinnert, aber diese Aehnlichkeit ist eine kein zufällige, wie ja das interessante Problem des sich um des Großen willen opfernden Weibes nie aufhören wird, Bote Dichterphantasie zu reizen. Der Heroismus des Weibes ist nun einmal das Opfer, und aus dem Mißverstand der spießbürgerlichen Korrektheit entsteht so die Tragödie des Weibes, das kämpft, leidet, untergeht wie irgend ein Heros, uinb das in uns Mitleid und Furcht erregt, wie dieser. Ohne Zweifel werden sich in Bälde unsere Bühnen der „,Frau Marie" bemächtigen, und mit großem Interesse hört man von einer bereits demnächst stattfindenden Probe-Auf- siihrung dieses so vielversprechenden Werkes in Gießen. Auf alle Fälle darf sich die deutsche Schaubühne noch viel versprechen von E. E. Ritter. 17. Verbandsfchießen des Bad. Landesschutzen Vereins, des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schntzenbundes zu Gießen. «Gestern tagte hier dieSchieß-Ordnungs-Kommission lbestehend aus den Herren Kallenberger-Mannheim, Wunder- Karlsruhe, Tropp - Frankenthal, Gibhard - Ludwigshafen, Seipp-Offenbach a. M., Aug. Kilbinger-Gießen und Hch. N icolaus-G ießen als Schriftführer unter dem Borsitze des Herrn Oberschützenmeisters Brück-Gicßen. In Abwesenheit des 1. Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses begrüßte Herr Stadtverordneter Emil Schmal! als 2. Vorsitzender die Kommission und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieselbe die Ueberzeugung gewinnen würde, !daß alle Vorbereitungen nicht nur in guten Angriff gekommen, sondern auch das Fest in gute Hände gelegt sei. Die getroffenen Vorarbeiten fanden denn auch den vollen Beifall der von auswärts erschienenen Herren, und sprachen sich dieselben in jeder Beziehung anerkennend über die Schießplatzanlage und die projektierten Festbauten auf dem Festplatze aus. — Ihrer Freude verliehen die auswärtigen Herren dadurch einen besonderen Ausdruck, daß dieselben in höchst dankenswerter Weise einen ansehnlichen Preis als Ehrengabe auf Meisterscheibe stifteten. ** Den Bericht über den am Samstag abend vom Nationalliberalen Verein veranstalteten Vortrag des Herrn Ministerialsekretär Glässing über: Die Hessische Steuerreform, werden wir in nächster Nummer bringen. ** Der Jahresbericht der höheren und erweiterten Mädchenschule zu Gießen — Ostern 1899 — gelangte lioeben zugleich als Einladung zu der am 17. ds. Mts. in Steins Saalbau stattfindenden Schlußfeier zur Ausgabe. Derselbe enthält: Gedächtnisrede auf den Fürsten Bismarck, rooii Dr. Sommerlad, Schulnachrichten, Uebersicht und Einteilung der Stunden, Verzeichnis der Lehrbücher, Einladung gur Schlußfeier, Anmeldung. ♦* Turnverein. Das am vergangenen Samstag abend vom hiesigen Turnverein veranstaltete Winterfest verlief bestens. Das Programm, vorwiegend aus turnerischen Aufführungen zusammengesetzt, wurde flott durchgeführt. Ein von Damen und Herren ausgeführter Reigen, sowie ein von 12 Turnern vorgeführtes Keulenschwingen ließen an Exaktheit und Fertigkeit nichts zu wünschen übrig. Mit großem Beifall wurden die von einer Anzahl Turner gestellten Stuhlpyramiden, die wir zum erstenmale hier sahen, ausgenommen. Diese Uebungsgruppen sowie zwei an Pferd und Barren vorgeführten Musterriegen legten Zeugnis davon ab, daß sich der Turnverein nicht allein der Turnsache unterzieht und dieselbe fördert, sondern auch über eine stattliche Anzahl geprüfter, tüchtiger Turner verfügt. Aber auch in humoristischer Beziehung war gesorgt. Ein von einer Dame und einem Herrn vorgetragenes Duett wurde mit großem Beifall ausgenommen. Besonderen Erfolg hatte die zum Schluß aufgeführte komische Szene. Zwei Turner, deren Können wir schon oft zu bewundern Gelegenheit hatten, verstanden es auch diesmal meisterhaft, die Lachmuskeln sämtlicher Anwesenden in Bewegung zu setzen. Fein arrangierter Ball bildete den Schluß der Festlichkeit. Gestern fand wie üblich ein Ausflug nach Textors Terrasse statt, und war auch hier für Unterhaltung und Amüsement in jeder Beziehung gesorgt. ** Polizeibericht. Vorgestern nachmittag boten zwei durchreisende Handwerksburschen verschiedene Sachen, als Ringe, Zigarrenspitzen rc. an verschiedenen Stellen in hiesiger Stadt unter verdächtigen Umständen zum Verkaufe an. Bei der vorläufigen Festnahme gestanden dieselben ein, die Sachen in einer Meßbude in Mainz mittelst Einbruchs entwendet zu haben. In ihrem Besitze befanden sich noch 44 Ringe sowie Zigarrenspitzen rc. vor. ** Schlägerei. Gestern abend sanh eine große Schlägerei auf Oswalds-Garten statt, wobei das Messer eine Hauptrolle spielte. Aus der Zeit für die Zett. Vor 284 Jahren, am 15. März 1615, wurde zu Renella bei Neapel der Dante der Maler Salvator Rosa geboren, ein talentvoller und phantasiereicher Künstler, der vorzugsweise die düstere Seite der Natur und des Lebens behandelte. Salvator Rosa war zugleich Dichter, Tonkünstler, Improvisator, Kupferstecher und Komponist und lebte zuletzt in Rom, wo er am 15. März 1673 starb. Kirchliche Nachrichten. Svarrgelifche Gemeinde. Montag den 13. März, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Kolosserbrief Kap. 4, von Vers 10 an. Grüße, Aufträge, Segenswunsch. Pfarrer Dr. Naumann. Mittwoch den 19. März, abends 6 Uhr: Fünfte Passionsandacht Pfarrer Dr. Naumann. Schiffsnachrichten. Der Postdampfer „Aragonia" der „Sieb Star Line" ta Antwerpen ist taut Telegramm am 9. März wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Verkehr, Kand- und Volkswirtschaft. 11 fUtäri. Frachtpreise. Weizen»U 15,46—16,00, Korn X 15,02—15,20, Gerste X 16,50-16,60, Hafers 14,00-14,50, Erbsen X 00,00-00,00, Linsen X 00,00—00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00-0,00, Samen X 00,00-00,00. Aeueffe Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Frankfurt a. M., 13. März. Gestern abend wurde im Opernhause zum erstenmale Gerlachs Matteo Falcone gegeben. Die Oper fand großen Beifall. Der Autor wurde mehrmals gerufen. Berlin, 13. März. Die Beschlagnahme des antisemitischen General-Anzeiger, der die bekannten Reden des Grafen Pückler abgedruckt hatte, ist aufgehoben worden. Berlin, 13. März. Gestern mittag fand beim Kaiserpaar anläßlich des Geburtstages des Prinz-Regenten von Bayern eine Frühstückstafel statt, zu welcher die Herren der bayrischen Gesandtschaft geladen waren. Insterburg, 13. März. Das Ministerium hat das Projekt, den oberen Tegel zu kanalisieren, ausgegeben wegen der' großen Kosten und wegen des geringen Schiffahrts- Verkehrs. Forst i. L., 13. März. Die große vierstöckige Tuchfabrik von Jul. Kranz ist vollständig nieber gebrannt. Der Schaben ist sehr bebeutenb. Zahlreiche Arbeiter unb Arbeiterinnen find brodloS. In dem abgebrannten Gebäude hatten auch vier Spinnereibesitzer und zwei Tuchfabrikanten ihren Betrieb. Wien, 13. März. Die sozialistische Arbeiter-Partei feierte gestern das Andenken des 13. März 1848 durch einen Fackel zug von mehr als 10,000 Personen am Grabe der Märzgefallenen auf dem Central-Friedhofe. Die Polizei hatte große Vorbereitungen getroffen, durch starkes Aufgebot der Polizeiwache, um bei dem Rückmarsch der Arbeiter Demonstrationen gegen den Bürgermeister Lueger vor dem Rathause zu verhindern. Die Arbeiter verhielten sich indes ganz ruhig. Wien, 13. März. Der Faktor der österreich-ungarischen Bank, Franz Perik, hat sich entleibt, weil entdeckt worden ist, daß er mit Banknotenfälschern in Verbindung gestanden habe, welchen er die znrückgestellten Platten zur Verfügung stellte, um die Herstellung falscher Banknoten zu ermöglichen. Prag, 13. März. Das Exekutiv-Komitee der deutsch- böhmischen Abgeordneten beschloß, in der heutigen Ver- fammlung der Abgeordneten vorzuschlagen, dem Landtage fern zu bleiben. Der verfaffungstreue Großgrundbesitz nahm den Beschluß an, in dem gegen die Regelung der Sprachenfrage auf Grund des §. 14 Verwahrung eingelegt und der Wunsch ausgesprochen wird, nach einem gemeinsamen Vorgehen mit den anderen gemäßigten Parteien. Brüssel, 13. März. Gestern abend fand die letzte Aerzte-Konsultation über die Krankheit der Königin statt. Dieselbe lautete sehr günstig, so daß die Berichte nicht weiter veröffentlicht werden. Am Samstag wurde die Königin davon in Kenntnis gesetzt, wie gefährlich ihr Zustand gewesen sei. Paris, 13. März. Mehrere Generale ersuchten neuerdings den Kriegsminister, die B e h a u p t u n g E st e r h a z y ' s, soweit sie auf Generale Bezug habe, durch eine Enquete zu widerlegen. Der Kriegsminister hat es jedoch abgelehnt, eine Enquete über das Verhalten der Generale P e l l i e u x unb Gonse einzuleiten. Heute beginnt vor ben Geschworenen ber Prozeß gegen Gohier, wegen seines Buches, in welchem er Beleibigungen gegen bie Armee ausgesprochen hat. Alicante, 13. März. Infolge bes vorgestrigen Orkans sinb alle Verkehrswege, Bahnlinien unb Telegraphen-Ver- binbungen gestört. Die Flüsse sinb überall aus ben Ufern getreten unb haben großen Schaben angerichtet. Havanna, 13. März. Die Nationalkammer hat mit 26 gegen 4 Stimmen beschlossen, ben General Maximo Gomez vor bie Anklagebank zu stellen unb ihn seines Ober- Commanbos über bas cnbanische Heer zu entheben, weil er beschulbigt wirb, gegen seine militärischen Pflichten gefehlt zu haben unb gegen bie Nationalkammer sich bes Ungehorsams schulbig zu machen. Der Hauptvorwurf, welcher gegen ihn erhoben wirb, ist bie Annahme einer Ent- schäbigung von brei Millionen Dollar, bie ihm von ben Vereinigten Staaten Amerikas angeboten würben, sowie seine Erklärung, er werbe bie Beschlüsse ber Nationalkammer nur insoweit befolgen, als er persönlich biefelben für nützlich erachte. Als bemGeneral ber Beschluß ber Kammer mitge- teilt würbe, soll er gesagt haben, das ist gut, bie Sache wird amüsant. In Havanna selbst wirb ber Beschluß ber Kammer abfällig berurteilt. Man glaubt, baß Gomez stärker ist, als bie Kammer. Gomez hat ein Manifest erlassen, worin er erklärt, infolge bes Beschlusses ber Nationalkammer, wonach er bem Oberkommanbo enthoben sei, habe er nur eins zu antworten: Er erkenne biesen Beschluß nicht an. Drucksachen, Rechnungen, Aactnren, tzircutare, Arieföogen, Umschläge mit Kirmendruck fertigt billig Kröht'sche Univ.-Kuch- n. Atindruckcrei, Schulstraste 7. Dr. R. Schiffmann’s ßsfhtna-Pulver BeiUndtelle; M^O 0/0 Snlp.Ur, 61,10 0/0 aUd-.merikinlicber Stechapfel, U O/o riechender Kueelkolb.n, ist jetzt in den meisten Apotheken i- Deutschlands zu haben. ft Bleit Torrllhif, weide mn lieh » die hfel-Qelheie. Beflii, iimlertfr. 44. Bin. kleine Schrift über Aethmn, welche Leeziu».. Huer den eue»eroraeuil>cUrM terfolf diese* Pulvere enthüll, lat durch B.Schlffmenn, Berlin B, Lelpeiferitr. W, unentgeltlich au beleben. UM" Zu den denkbar billigsten Preisen 'M — weit zurückgesetzten Preisen 2277 Schnlstrasse 6 dolf Baer l Kragen und Wanchetten. Kragen, St.v. 14Pf.au. Manchetten,$ b.28$f an. 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März 1899. 2263 Erich Andres. Hans Eckstein Alsbach an Lauterbach Antonie Eckstein, geb. Ricker. Bertha Andres, geb. Eckstein. Wilhelm Eckstein, Maler. Karl Eckstein, Pfarrer. Heinrich Andres, Kreisschulinspektor. Else Eckstein, geb. Bosch. Ottilie Eckstein, geb. Göhrs. Düsseldorf am Rhein, Aliendorf a. d. Lumda, der Bergstrasse, in Hessen, Modell-Ausstellung I l s Den geehrten Damen zur gefl. Nachricht, daß meine sämmtlichen & 2 Origiml-Mklie, sowie alle fonHigcn Neuheiten der bevorstehenden Saison Vi 5$ in meinr ersten Etage zur gefl. Besichtigung ausgestellt sind. Der Zutritt ist auch bei Nichtkauf einer jeden Dame gestattet. 6, Hochacht-nd l Mathilde Nachmann, ' \ ® 2278 IranKfurter Wutz- und Wodewarenljaus t Bahnhofstraße 6. Gießen. Bahnhofstraße 6. Uhiipfeliliiniuii Stadt. Mlachthaas. Freibank. 2284 Heute: SUersteiflh W. 54 Pfg. OOOODCXXXXXXXXXXXXJ Eoofirmaadenstiefel in großer Auswahl und in assen Preislagen empfiehlt 2265 Wilh. 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Alle, die daran leiden, machen wir an dieser Stelle nochmals ganz besonders auf erer,~keuttflen Gesamtauflage beiliegenden Prospekt des Herrn Jürgensen- Herisau (Schweiz) aufmerksam. Selbst gänzlich veraltete Fälle wurden, wie der Prospekt ausweist, völlig geheilt. Man wende sich also zunächst schriftlich an Herrn Jürgensen-Herisau (Schweiz). Briefe nach der Schweiz kosten 20 Pf. Porto. [2281 iQOOOOOOOOOopoooaoooooorxm 2287 Gießen, den 12. März 1899. Theater-Verein Die Beerdigung findet Mittwoch den 16. März, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Wallthorstraße 57, aus statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, guten Gatten, Vater, Sohn, Bruder und Schwager Herrn Seraphin Staubach, Postschaffner i. P., heute morgen 61/* Uhr wohlvorbereitet in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten Die tieftranerndeu Hinterbliebenen. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten teilen wir tiefbettübt mit, baß unsere liebe Gattin und Mutter Marie Jughard, geb. Ml, nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Jughard III. Gießen, den 11. März 1899. 2279 Die Beerdigung findet Dienstag den 14. März, vormittags 11 Uhr, von der neuen Klinik aus statt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Tode unserer Tochter, Gattin und Schwester Marie Jung*, geb. Göh, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Vömel und für die liebevolle Behandlung derselben während ihrer Krankheit in der Frauenklinik Gießen sagen wir hiermit allen unseren innigsten Dank. Bieber, den 18. März 1899. 0837 Familie Götz. Mittwoch den 15. März er., abends 8 Uhr prall11, im Stadttheater: Der Probepfeil. Lustspiel in 4 Akten von Oskar Blumenthal. “ der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nach' Arll-lvLÖ« sowie an der Abendkasse: Loge Mk. 3.—, Erstes Parkett Mk. 2 50, Zweites Parkett Mk. 1.75., Studentenkarten Mk. 1,—, Schülerkarten Mk. 0.40, Gallerte Mk. 0 40. 2286 Redacüon: L. Burkhardt. — Druck und Bcrtej der vrühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerti (Pietsch Erben) in Gießen. Are heutige Dummer umfaßt 12 Seiten.