Stober, •iiiiktt= Wo- 7532 jabttl, f Kaffees, 170 Psg. nnien, per Stück 25 Psg» eingesührtev sr r-g! harten. ol>e e MnonctN.Exped^n L 8. 1324 Ptz, bei 5 fflunb 90 M. Anstalt Ltndenplah^r« 7335 ellung ützrom. in den Kircus. Lohe, r. 15 weiten ^alc: t eben darf r"-äh'nng,aS”’ -ten, Itauerbrlef«, Leitungen etc. 5***i _,rt Mrg- G Ä Ä 8 S* Kasmus. >err Aeihek. » präds 9 Uhr: lung hl. Winterfestlichkeit. Be- Mitglieder ergeben niit ompia", 03642 Am, XXIL Sprchn. reficnd: >klM26M 1899 Freitag den 13. October Gießener Anzeiger General-"Anzeiger Anrts- und Anzeigeblntt für den Ttveis Gieren Hüt Anjtigrn-BcrmittlunzSftellen des In» uni KuiltoWi «rtzmen Anzrtzen für deo -teßener Injdgtr est^eff Sanehet Anzeigen zu der uachmittag» für de» ^cheudr» Laß erscheinenden Nummer M vor». 16 Uhr. ÄtheftUn, »Spedition und Druckerei: Kch«tßratze Nr. 7. 303, Liegnitz 309, Beuchen in Schlesien 342, Mülheim a. Rh. 356, Borbeck in Rheinpreußen 329, Schwerin in Mecklenburg 314, Oberhausen in Rheinpreußen 350, Gelsenkirchen in Westfalen 367, Rheydt in Rheinpreußen 388, Kattowitz in Schlesien 321, Recklingshausen in Westfalen 317, Malstatt Bürbach in Rheinpreußen 323, Stolpe in Pommern 307, Herne in Westfalen 360, Buer in Westfalen 323, Lüdenscheid in Westfalen 357, Langendreer in Westfalen 323, Neustadt in Ober-Schlesien 340, Wattenscheid in Westfalen 308. Zwischen 200 bis 300 Einwohner kommen auf eine Wirtschaft in 66 Gemeinden, darunter z. B. München 200, Leipzig 254, Köln a. Rh. 234, Chemnitz 237, Elberfeld 226, Barmen 278, Krefeld 228, Duisburg 281, Bochum 275, Potsdam 233, M.-Gladbach 247, Bielefeld 255, Rostock 278, Gleiwitz in Schlesien 249, Hildesheim 284, Mülheim a. d. Ruhr 245, Graudenz 286, Wilhelmshaven 279, Gr. Lichterfelde 218, Staßfurt 265, Kalk b. Köln 277, Wald b. Solingen 204 und Giebichenstein b. Halle a. d. Saale 289. In den übrigen 147 Gemeinden, kommen auf eine Wirtschaft 100 bis 200 Einwohner. Hinsichtlich des Zahlungsbefehles bringt das neue Bürgerliche Gesetzbuch in Verbindung mit den gleichfalls am 1. Januar 1900 in Kraft tretenden Abänderungen der Zivil-Prozeß-Ordnung auch eine wesentliche Aenderung mit sich. Nach den bis Ende dieses Jahres geltenden Vorschriften hat der Schuldner, der einen Zahlungsbefehl erhielt, das Recht, binnen einer Frist von zwei Wochen Widerspruch zu erheben. Diese Frist beträgt nach dem neuen Recht nur noch eine Woche. Schulden 1,424,279 Mk. 77 Pf., somit bleibt bis heute ein reines Vermögen von 99,696 Mk. 73 Pf. Die Kasse arbeitet demnach gegenwärtig mit 11/a Millionen Mark. Nach Verlesung der Rechnung fanden Ersatzwahlen von Ausschußmitgliedern statt, nämlich dreier Mitglieder: für den von hier versetzten evangelischen Pfarrer Schneider, ferner für die verstorbenen Mitglieder Bürgermeister Nasch in Freiensteinau und Bürgermeister Hofmann in Fleschenbach. Für ersteren wurde der jetzige evangelische Pfarrer Zinn gewählt, für die beiden letzteren Bürgermeister Frank in Radmühl und der Landwirt Hofmann in Fleschenbach. Fsrner wurde noch ein Ausschuß Ersatzmitglied für den jetzt zum Ausschußmitglied gewählten Bürgermeister Frank in Radmühl, welcher seither erstere Stelle bekleidete, gewählt. Sämtliche Gewählte nahmen die Wahl an, und dankte jeder in einer kurzen Ansprache dafür den Mitgliedern. Der 4. Punkt der Tagesordnung, Verwilligungeu zu gemeinnützigen Zwecken, wurde insofern abgelehnt, als keine neue Verwilligungeu angenommen wurden, sondern nur die seither bestehenden Verwilligungeu zu gemeinnützigen Zwecken, welche alljährlich sind, wurden aufrechterhalten, nämlich: 1) für die Gewerbeschule in Herbstein 50 Mk., 2) für das Krankenhaus in Lauterbach 250 Mk., 3) für die Krankenpflege durch die Schwester in Herbstein 100 Mk. Nur eine einmalige Ausgabe ist schon früher bewilligt worden, nämlich 20,000 Mk. für den Bahnbau der Strecke Lauterbach— Gedern. Allgemein blickt unsere Kasse auf eine große Thätigkeit und Dankbarkeit seitens der Bevölkerung zurück, deren sich nur wenige Kassen zu erfreuen haben, auch dürfte es eine der größten in Oberhessen sein. Blofeld (Wetterau), 11. Oktober. Vorgestern abend ereignete sich hier ein schrecklicher Unglücksfall. Der 53jährige verheiratete Dienstknecht I. Lißmann stürzte beim Strohherunterwerfen von dem Scheuergerüste seines Arbeitgebers in die Tenne herab, woselbst er dann bewußtlos und am Kopfe schwer verletzt aufgefunben wurde; der Verunglückte erlag in der Nacht noch dem erlittenen Schädelbruch. Die Teilnahme für die schwergeprüften Hinterbliebenen des Getöteten ist allgemein. W.V. Vom westlichen Vogelsberge, 11. Oktober. Im vergangenen Sommer trat in unseren Wiesengründen, als gerade das Heugras gemäht war, eine Ueberschwemmung durch wolkenbruchartige Regen ein, wodurch empfindlicher Schaden ungerichtet wurde. Den Steigerern in den Gemeinden Nidda, Kohden und Geiß-Nidda ist im Verhältnis zu dem erlittenen Schaden der namhafte Betrag von nahezu 700 Mark erlassen worden. BadNauheim, 11. Oktober. Durch alle Zeitungen läuft Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der herrsche Landwirt, Glätter für hesiische Volkskunde.__ Rr. 241 Zweites Blatt nterteljäbrüdl 2 Mark 20 Pi, monatlich 75 Pstz mit Bringerlehr. vki Postbezug 2 Mark 50 Ptz vierteljährlich Lokales und Provinzielles. Gießen, den 12. Oktober 1899. •• Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot- geborenen, betrug in der Woche vom 19. bis 25. September in Mainz 29, in Darmstadt 26, in Offenbach 12, in Worms 14 und in Gießen 13, zusammen 94, darunter 43 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 18,7, Darmstadt 19,5, Offenbach 14,7, Worms 19,4 und auf Gießen 27,6. — Die Todesursache anbelangend, verstürben an Rachenbräune (Diphtherie) 2 (je 1 in Darmstadt und Offenbach), an Keuchhusten 1 (Mainz), an Unterleibstyphus 1 (Worms), an Diarrhöe und Brechdurchfall 14 (4 in Mainz, 2 in Darmstadt, 6 in Worms, je 1 in Offenbach und Gießen), an Lungenschwindsucht 8 (je 2 in Mainz, Darmstadt und Gießen, je 1 in Offenbach und Worms), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 5 (1 in Mainz, 4 in Darmstadt), an Gehirn-Apoplexie 2 (je 1 Darmstadt und Offenbach), an sonstigen Krankheiten 57 (21 in Mainz, 16 in Darmstadt, 6 in Offenbach, 5 in Worms, 9 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitten drei Personen (2 in Offenbach, 1 in Worms). E. H. Kürzlich hat daS statistische Amt der Stadt Dortmund das 3. Heft seiner Mitteilungen veröffentlicht, enthaltent: Die Gast- und Schankwirtschaften in den deutschen Gemeinden mit mehr als 15000 Einwohnern nach dem Stande vom November 1898, auf Grund amtlicher Angaben der zuständigen Behörden. Es sind das 261 Gemeinden, von denen eine nicht geantwortet hat. In diesen entfallen auf je eine Wirtschaft — sämtliche Kategorien derselben, auch die Kleinhandlungen mit Branntwein, ineinander gerechnet — weniger als 100 Einwohner in 9 Gemeinden: St. Johann bei Saarbrücken 70, Bremerhaven 72, Zerbst in Anhalt 84, Göppingen in Würtem- berg 86, Erlangen 93, Mainz 93, Kaiserslautern 98, Gießen 99, Schleswig 99. Mehr als 400 Einwohner kommen auf eine Wirtschaft in: Löbtau in Sachsen 944, Zaborze in Schlesien 930, Lipine in Schlesien 638, Beeck in Rhein- preußen 635, Ueckendorf in Westfalen 594, Schalke in Westfalen 511, Altendorf in Rheinpreußen 500, Altenessen in Rheinpreußen 495, Meiderich in Rheinpreußen 480, Langenbielau in Schlesien 471, Essen in Rheinpreußen 457, Königshütte in Schlesien 434, Passau in Bayern 427, Allenstein in Ostpreußen 425 und Jersitz in Posen 408, also in 15 Gemeinden. Zwischen 300 und 400 Einwohner entfallen auf eine Wirtschaft in 22 Gemeinden, nämlich in: Düsseldorf 393, Dortmund 329, Kiel 304, Karlsruhe i. B. hier , , , , statt. Seit Bestehen hat genannte Kasse schon sehr segensreich bei reich und arm in unserem Amtsgerichtsbezirk gearbeitet, resp. gewirkt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Direktor, Herrn Oberamtsrichter Weiffenbach, erstattete derselbe den Rechenschaftsbericht. Sodann fand durch den Rechner, Herrn Moritz, die Abhör der Rechnung pro 1898 statt. Der Reingewinn beträgt im vergangenen Jahre 1339 Mk. 79 Pf., welcher Betrag etwas zurückgeblieben gegen frühere Jahre, wo mitunter sich das Mehr pro Jahr um 5 bis 6000 Mk. gestellt hat. Der diesjährige niedere Reingewinn erklärt sich meistens aus dem Sinken der Kurse in Wertpapieren, welches sich jedoch auch wieder erhöht. Nach der 1898er Rechnung beträgt das gesamte Vermögen 1,523,976 Mk. 50 Pf., dagegen die gesamten X Herbstein, 9. Oktober. Heute vormittag 10 Uhr fand im Saale der Gastwirt Kübel Witwe hier die ordentliche General-Versammlung der schon 40 Jahre bestehenden Spar- und Leihkasse Herbstein W4k •etfreu km Anj'izrr »»chmtttch viermal tei|riegL Abreffe für Depeschen: A«;eiger Kietz«. Fernsprecher Nr. 51. Feuilleton. * Der Kaiser als Ehestifter. Auf der Reise nach Kiau- tschou befindet sich gegenwärtig ein junges Mädchen aus Clausthal a. Harz, ein Fräulein Strauch. Sie hat die Reise unternommen, um sich mit ihrem Bräutigam zu verheiraten. Letzterer gehörte als Matrose dem Kiauschou- Besatzungs-Detachement an. Nach Vollendung seiner Dienstzeit gelang es ihm, in der jungen deutsch-chinesischen Kolonie eine seste Anstellung zu erhalten; er bat seine Braut zu ihm nach Kiautschou zu kommen, woselbst die Hochzeit stattfinden sollte. Fräulein Strauch war hierzu natürlich sofort bereit; da aber die Vermögensverhältniffe der Eltern eine so weite Rese nicht gestatteten, wandte sie sich mit einem Gesuch kurz entschlossen an den Kaiser und bat den Monarchen um Bewilligung der Kosten für die Ueberfahrt zu dem erwähnten Zwecke. Der Kaiser ließ der jungen gemütvollen Dame sofort ein größeres Geldgeschenk aus seiner Privatschatulle überweisen, mittels dessen sie nunmehr die Reise nach ihrer zukünftigen Heimat angetreten hat. * Der Salonwagen des verstorbenen Fürsten Bismarck, den bet „Verein Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen" dem Altreichskanzler in den siebziger Jahren zum Geschenk machte, und der auf allen deutschen Bahnen Fahrfreiheit genoß, sollte, wie es vor längerer Zeit hieß, dem Germanischen Museum zu Nürnberg als geschichtliches Gedenkstück überwiesen werden. Dieser Plan ist anscheinend aufgegeben, denn wie man schreibt, wird der Wagen, der in den regelmäßigen Zügen nicht mehr zu verwenden ist, abgebrochen. Einzelne Teile, wie z. B. das prächtig eingerichtete Schreibzimmer, werden dem Schönhausener Bismarck-Museum überwiesen. * Die Doppelgänger hoher Fürstlichkeiten. Bekanntlich heißt es, daß jeder Mensch einen Doppelgänger hat, daß die Natur jede „Menschenausgabe" immer gleich in zwei Exemplaren gleichzeitig herausgiebt. Wie weit das richtig ist, läßt sich natürlich nicht tontrolieren; sonderbar aber ist es, daß man bei denjenigen, die sozusagen an der Spitze der Völker marschieren, die man überall kennt und auf die sich das allgemeine Interesse konzentrirt, bei den gekrönten Häuptern notorisch in den meisten Fällen Doppelgänger nach- weisen kann. Vor allem, was uns am meisten interessiert, auch Kaiser Wilhelm II. hat einen Doppelgänger, aber keinen deutschen. Es ist ein englischer Artillerieoffizier, der dem deutschen Herrscher äußerlich zum Verwechseln ähnlich sieht, die hervorragenden geistigen Eigenschaften des Monarchen aber nicht besitzen soll. Noch viel auffallender ist die Aehn- lichkeit, die eine Krankenpflegerin mit der Kaiserin Friedrich aufweist. Jeder, der die Kaiserin nicht genau kennt, dürfte die Kaiserin und die Krankenpflegerin kaum unterscheiden können. Selbst in der Art, sich zu kleiden, tritt der gleiche Geschmack hervor, obwohl man der Pflegerin durchaus nicht den Vorwurf machen kann, ihre hohe Doppelgängerin absichtlich kopieren zu wollen. Eine nicht weniger auffallende Aehnlichkeit mit der Prinzessin von Battenberg hat eine Engländerin, die natürlich darauf nicht wenig stolz ist und durch ihre Kleidung diese Aehnlichkeit noch nach Möglichkeit hervorzuheben sucht. Eine bekannte Thatsache ist ferner die Aehnlichkeit des Zaren und des Herzogs von Connaught, die sich dabei nicht nur auf das Aeußerliche beschränkt. Die beiden innig befreundeten Fürsten sind sich auch im Charakter sehr ähnlich. Manch lustiges Vorkommnis, das der Herzog von Connaught erzählen kann, ist auf diese Aehnlichkeit mit seinem Kaiserlichen Cousin zurückzuführen. Die Ehre aber, der Doppelgänger dieser beiden fürstlichen „Doppelgänger zu sein, genießt nicht nur ein Kanonier der britischen Marine, sondern auch ein Agent einer Brauerei. Eine ganze Reihe von Doppelgängern hat der englische Thronfolger. So könnte sich ein Farmer, der nicht weit von Sandringham seine Besitzung hat, sehr gut für den Prinzen von Wales ausgeben, und ein Friedensrichter, der in der Nähe von Manchester amtiert, könnte als der Zwillingsbruder des Herzogs von Cambridge angesehen werden. Eine für Physiologen interessante Thatsache ist übrigens, daß die Doppelgänger von Fürstlichkeiten meist, was die Denkungsart und die moralischen Eigenschaften anbetrifft, denselben absolut nicht ähneln. ♦ eine eigenartige Wette. Der Baron Sir W. B. gehört zu den Menschen, die lieber ihr Leben lassen möchten, als eine Wette verlieren. Der Baron, auf dessen Gütern zahlreiche Herden weideten, ging nämlich kürzlich die Wette ein, er würde um 7 Uhr abends in einem wollenen Anzug speisen, dessen Wolle an demselben Morgen vom Rücken seiner Schafe geschoren wäre. Der Einsatz war 5000 Mk. Am Morgen des festgesetzten Tages um 5 Uhr ließ der Baron ein halbes Dutzend seiner Schafe holen, sie wurden gewaschen, und drei Männer wurden damit beschäftigt, sie zu verscheren. Die erhaltene Wolle wurde sofort zur Fabrik in Mewbury gesandt, um dort entfettet, dekatiert und getrocknet zu werden, darauf in die benachbarte Fabrik zum Weben und Schwarzfärben geschickt. Alle diese Operationen wurden um halb 4 Uhr beendet. Darauf bestellte man einen Schneider, Zuschneider und sechs Arbeiter, die sogleich ans Werk gingen, um das Kostüm herzustellen. Endlich, pünktlich um 7 Uhr, setzte sich der Baron in dem ver- sprocyenen Anzug zum Diner an die Tafel und steckte entzückt die „wohlverdienten" 5000 Mk. in die Tasche. ♦ Komische Anzeigen. Wenn man sich der Muhe unter- die Nachricht, daß bereits am Montag mit den Quellenneubohrungen begonnen worden sei. Dem ist jedoch nicht so. Die Vorarbeiten werden immerhin noch zirka eine Woche in Anspruch nehmen, ehe die eigentlichen Bohrarbeiten beginnen. Die Neubohrungen nach neuen Quellen werden in der hiesigen Einwohnerschaft mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen, denn man verhehlt sich zwar nicht, daß im Interesse der Entwicklung unseres Bades Erschließungen neuer Quellen notwendig sind, aber wenn man bedenkt, welches Risiko damit verbunden ist, kann man es wohl begreifen, daß Jedermann hier und in der ganzen Umgegend nur von der Quellenangelegenheit spricht. Bad-Nauheim, 11. Oktober. Am Sonntag wurde von einigen Herren eine Postkarte von der Kirchweihe an einen kleinen Luftballon befestigt und freigegeben. Heute kam dieselbe per Post von Gludenbach (HundSrück) als Aufgabeort hierort unversehrt an. Darmstadt, 11. Oktober. Wie der „Darmst. Zeitung" aus Jagdschloß Wolfsgarten, 10. Oktober, gemeldet wird, sind Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Ferdinand von Rumänien heute nachmittag nach Sinaia zurückgereist. Darmstadt, 11. Oktober. (Einführung.) Am Montag vormittag 10 Uhr fand die feierliche Einführung des neu ernannten Direktors der hiesigen Oberrealschule, Herrn Dr. Dersch, durch Herrn Geh. Oberschulrat Nod- nagel statt. Letzterer erinnerte an die segensreiche Thätigkeit des seitherigen verstorbenen Direktors, Freiherrn v. Gall, unter dessen Leitung die Realschule das jetzige Schulgebäude bezog und dann zu einer Oberrealschule erweitert wurde. Hierauf wandte er sich an den neuen Direktor und wies darauf hin, daß dieser 15 Jahre hindurch die Realschule in Groß-Umstadt mit großem Eifer und mit bestem Erfolge geleitet habe, und daß daher die Erwartung gerechtfertigt sei, daß sich Herr Dr. Dersch auch in seiner neuen Stellung in gleicher Weise bewähren werde. Im Namen des Lehrerkollegiums begrüßte hierauf als dienstältester Lehrer Herr Dr. Unverzagt den neuen Direktor. Dieser ergriff hierauf selbst das Wort und führte in eingehender Weise aus, welche Aufgaben die Schule im allgemeinen zu erfüllen habe und welche Aufgaben insbesondere einer Oberrealschule zukämen. Zur Erreichung dieses Zieles sei neben der Thätig- feit der dazu berufenen Lehrkräfte auch besonders das Einvernehmen zwischen Schule und Elternhaus erforderlich. Die erhebende Feier wurde durch einen Gesang des Schülerchors eröffnet und geschlossen. Falken Gesäß (im Odenwald), 11. Oktober. Einen gräßlichen Fund machte ein mit Holzholen beschäftigter Bauersmann in einem ganz nahegelegenen Wald. Dort lagen erschossen ein Lljähriges Mädchen von hier und ein in der Uniform eines Vizefeldwebels des 2. Seebataillons gekleideter Mann. Das Mädchen hatte in Darmstadt gedient und vor etwa 10 Tagen den Obengenannten mitgebracht und als Bräutigam vorgestellt. Die Zeit bisher halten die Beiden in munterer Weise verbracht und niemand hatte einen derartigen Ausgang geahnt, wie auch über die zieht, eine Berliner Lokalzeitung auf den Inhalt ihrer Annoncen zu prüfen, bemerkt man verschiedene landläufige Besonderheiten, die eines komischen Beigeschmackes nicht entbehren. Wozu die jungen Männer manchmal dort verwendet werden, besagt folgende Annonce:. „Junger Mann zum Melken verlangt." — Welch' schönen langen Titel erwirbt man sich beispielsweise als: „Gasglühlichtapparat- Reiniger verlangt von Berolina" oder als: „Kartoffel- buddler bis zu drei Mark Tagesverdienst". — Welch' neue Erwerbszweige dort geschaffen werden, die sogar „hohen Verdienst" abwerfen, ersieht man aus dem Inserat: „Kuh- fütterer, hoher Verdienst." — Ein schlagender Beweis für die Berliner Höflichkeit ist, daß sogar die Lehrmädchen als Lehrdamen bezeichnet werden: „Lehrdame gesucht auf Kra- vatten in allen Fatous, 14 tägige Lehrzeit, 10 Mk. und 5 Mk. Anzahlung, alsdann sofortige Beschäftigung. Vorarbeiterinnen können sich melden." — Wenn man ein Inserat liest: „Fräulein zum Kassieren verlangt", so fragt man sich, wozu man ein Fräulein sucht, wenn man es wieder kassieren will. — Neberrascht wird man hören, welche Hautfarbe manchmal eine „Schürzenarbeiterin" in Berlin besitzen muß. In einem Inserat heißt es nämlich: „Schürzenarbeiterin, schwarz, in und außer dem Hause verlangt." — Daß es in Berlin „kalte Mamsells", „Maschinenmädchen" und „Kupfermädchen" giebt, erfahren wir aus der Annonce: „Kalte Mamsells, Abwaschmädchen, Maschinenmädchen, Kupfermädchen sucht ..." — Auch die „Alleinmädchen mit der Wäsche außerhalb und viel Freiheit" scheinen ganz anmutige Geschöpfe zu sein. — Eine einträgliche Stellung muß auch folgende sein: „Almosen-Empfängerin zum Kinde gesucht." — Ein neuartiger Frauenberuf ist auch die „gebildete Stütze", die Koche» und Handarbeit versteht. Wenn man liest: „Mädchen verlangen Mutter und Sohn bei hohem Lohn, keine Wäsche", weiß man nicht, wessen Verlangen billiger ist, das der Mutter oder des Sohnes. — Die stets auftauchende Frage: „Was sollen unsere Kinder lernen?" findet in folgender drolliger Annonce ihre Antwort: „Lehrling. Eltern, denen an der Zukunft ihres Kindes gelegen ist, lassen denselben Liniierer lernen." Aumoristisches. * Letzter Besuch. Photograph- „Frau, wenn Du mich noch lange ärgerst, photographiere tch Dich 'mal vor Deiner Morgentoilette I* • Sondertnteressen. „Alle Bekannten sind des Rahmens voll wie prachtvoll mir das neue Kostüm steht — Du allein verlierst kein Wort darüber!" — „Ja sieh', liebe gilt, die anderen Leute verlieren eben nur Worte — ich aber's Geld!" * Vaterstolz. „Ihre Söhne sind wohl beide nach Amerika ge. gangen?" — „Ja, der eine mit zwanzigtausend, der andere mit dreißig, tausend Mark Person des Mörders und den Grund zu dieser That ein vollständiges Dunkel schwebte. Die Leiche des Mädchens zeigte einen Schuß von der Seite ins Herz, der Soldat hatte sich in den Mund geschossen. Als Mordwaffe diente ein gewöhnlicher 6schüssiger Taschenrevolver, der noch vier nichtentladene Patronen enthielt. Das erschaffene Mädchen ist nach Erkundigungen der „N. H. V." die Tochter des früheren Bürgermeisters Edelmann in Falken - Gesäß, das bis Ende September in Darmstadt bedienstet war. Ihr Geliebter war nach seinen Angaben der aus Sachsen gebürtige Sergeant im 2. Seebataillon, Hauschild. Mainz, 10. Oktober. Ein mißglückter Gaunerstreich. Zu dem in der Wallaustraße wohnenden Fuhrunternehmer D. kam gestern Morgen ein Fremder und bestellte eine mit zwei Pferde bespannte Rolle zum Abfahren von Glas vom Ballplatz aus. Zur festgesetzten Zeit, um 11 Uhr, war der Fuhrunternehmer persönlich mit Wagen und Pferden zur Stelle; der Fremde war ebenfalls schon da. Dieser übergab dann dem Ersteren einen Zettel, mit welchem der Fuhrunternehmer zuerst nach Kastel gehen und sich dort denselben unterschreiben lassen müffe, damit das Glas aus dem Magazin abgefahren werden könne. Ohne Argwohn ging der Fuhrunternehmer auch darauf ein, und in seiner Leichtgläubigkeit empfahl er die Pferde und den Wagen der Obhut des Fremden. Damit hatte er aber den Bock zum Gärtner gemacht. Als er nach etwa P/2 Stunden zurückkam, stand wohl sein Wagen noch da, die Pferde aber, die zusammen einen Wert von 2700 Mk. hatten, waren verschwunden und mit ihnen der Fremde. Dieser hatte nämlich, nachdem ihm der Anfang seines Gaunerstreiches, den Fuhrunternehmer auf längere Zeit fortzusckaffen, gelungen war, nichts Eiligeres zu thun, als die Pferde auszuspannen und wegzubringen. Das that er aber nicht allein, sondern bediente sich dazu eines jungen Mannes von hier, den er von der Herberge geholt und als Pferdebursche gedingt hatte. Als der Fuhrunternehmer von seinem vergeblichen Gang nach Kastel zurückkehrte und die Entdeckung gemacht hatte, daß die Pferde fehlten, glaubte er zuerst nicht an einen Diebstahl derselben. Er befrug sich in der Nachbarschaft, ob man etwas vom Wegbringen seiner Pferde gesehen, und da hörte er, daß der Mann, den er bei dem Gespann zurückgelassen, mit Hilfe eines Burschen die Pferde forttransportiert hätte, aber wohin, das wisse man nicht. Nachdem darauf erst in ihm der Gedanke an einen möglicherweise vorliegenden Diebstahl aufstieg, begab er sich zur Polizei und meldete den Vorfall. Sofort wurden sämtliche Kriminalschutzleute in die umliegenden Ortschaften geschickt, um nach den Pferden und insbesondere uach dem oder den Dieben zu recherchieren. Die Pferde waren aber nicht aus der Stadt hinausgekommen. Durch einen Zufall wurde entdeckt, daß eines der Pferde, ein Fuchs, beim Pferdemetzger Riedel für 60 Mark verkauft worden war. Man beschlagnahmte das Tier und hörte, daß das andere Pferd in dem Stall einer Wirtschaft auf der Gaugasse stände, was richtig war. Man ließ dieses zweite Pferd, einen Rotschimmel, ruhig in dem Stalle, und wartete das Wiederkommen der Gauner ab. Ein Schutzmann in Zivil wartete in der Wirtschaft auf das Eintreffen derselben. Gegen fünf Uhr kam denn auch der eine, und zwar der angebliche Pferdeknecht. Er wurde sogleich verhaftet, und gab an, von der ganzen Sache nichts zu wissen. Der Aeltere habe ihn morgens in der Herberge geholt, sich als Pferdehändler ausgegeben und ihn als Pferdeburschen in Dienst genommen. Die beiden Pferde habe er als von ihm gekauft bezeichnet. Sie hätten darum die Pferde zuerst in den Stall gebracht und später habe er das eine zu dem Pferdemetzger geführt. Bei letzterem hatte der verschwundene Gauner zur Motivierung des Verkaufs angegeben, daß das Pferd ein Schmisser sei und am Sonntag einem Burschen das Bein zerschmissen habe. Erst daraufhin kaufte Riedel das fehlerfreie und gesunde Tier für den Spottpreis von 60 Mark. Den festgenommenen Burschen behielt man vorläufig in Polizeigewahrsam und wartete weiter, daß auch der eigentliche Pferdedieb sich einstellen würde. Das ist aber bis gestern abend nicht geschehen. Der Flüchtige wird wie folgt beschrieben: Alter etwa 45—50 Jahre, von seiner Statur, trägt dunklen, leicht melierten Schnurrbart, runklen Anzug, kleinen Hut und weiße Leibwäsche. Er pricht österreichischen Dialekt und giebt sich als Pferdehändler aus. Die Pferde sind Übrigens dem Eigentümer wieder zugestellt worden. „M. A." Mainz, 11. Oktober. Gegen einen hiesigen Po- izeikommissar, der bei der Abfahrt des Kaisers von Mainz am 21. August d. I. die polizeiliche Ueberwachung »er Eisenbahnbrücke zu leiten hatte, soll Disziplinar- Intersuchung angeordnet worden sein, weil er, entgegen >er Vorschrift, einigen Personen die Erlaubnis erteilt haben oll, die Brücke zu passieren. Mainz, 11. Oktober. Schwindlerbande. Heute vormittag fuhr eine feingekleidete, junge Dame, die einen weißen Strohhut trug, vor einem hiesigen Modewarenge- chäft vor, trat ein und sich als Angehörige einer ersten hiesigen Familie ausgebend, kaufte sie bezw. erschwindelte ie sich einen teuren schwarzen Hut mit Federn und eine Federboa. Sie fuhr darauf mit der auch vorher benutzten Droschke vor das Haus, in dem diejenige Familie wohnte, als deren Angehörige sie sich in dem vorerwähntrn Geschäfte ausgegeben. Nachdem sie ausgestiegen, beschwindelte sie den Kutscher um das Fahrgeld, indem sie ihn wieder zurück in »as betr. Geschäft schickte, um dort zu bestellen, daß man ihr die weiter aufgegebenen Waren ja um 1 Uhr zuschicke. Der Kutscher fuhr fort und die Schwindlerin ging aus dem Versteck, in das sie sich hinter der Hausthüre gestellt hatte, auch fort, um zu verduften. Als der Kutscher zurückkam, erfuhr er in der erwähnten Familie, daß keines ihrer Mitglieder ausgefahren, noch derartige Einkäufe gemacht habe. Das beschwindelte Geschäft und der betrogene Kutscher er- latteten Anzeige, worauf seitens der Kriminalpolizei sofort sämtliche Bezirke beauftragt wurden, die Geschäfte gleiche Branche vor der Schwindlerin zu warnen. Oberrad, 10. Oktober. Zur Besetzung der erledigten Bürgermeister stelle haben sich 136 Bewerber gemeldet. Hierunter sind 24 Kreissekretäre, eine Anzahl Landbürgermeister, Assefforen, Polizeikommissare und Bezirksfeldwebel. Als aussichtsvollster Bewerber gilt ein Frankfurter Polizeikommissar. Fulda, 11. Oktober. Herr Hauptmann Hall wachs ist vom hiesigen Bezirkskommando als Bezirksoffizier nach Gelnhausen versetzt. Fulda, 11. Oktober. In dem Konkursverfahren über die offene Handelsgesellschaft Scheuer & Seligstein dahier ist gegen die Firmen-Jnhaber das Hauptverfahren wegen Vergehens gegen die Konkursordnung eröffnet und Termin zur Verhandlung auf Freitag, den 27. Oktober d. Js. vor die Strafkammer dahier anberaumt worden. Kassel, 11. Oktober. In nächster Zeit soll hier eine zahnärztliche Volksklinik gegründet werden, in der Unbemittelten Rat und Hilfe für die Zahnleiden von den hiesigen Zahnärzten gegeben werden soll. Ein Anzahl hiesiger, in Deutschland approbierter Zahnärzte hat sich zusammen- gethan und ist durch die Unterstützung städtischer und staatlicher Behörden in die Lage versetzt worden, ihre gemeinnützige Wirksamkeit in den nächsten Wochen zu beginnen. — Herr Vizebürgermeister Sanitätsrat Dr. Endemann wird sich im Auftrag des Magistrats nach der Nervenheilanstalt Godesberg am Rhein begeben, um dem dort weilenden Herrn Oberbürgermeister Westerburg einen Besuch abzustatten und sich genau darüber zu unterrichten, ob es möglich sein werde, in Bezug auf die Beendigung der Oberbürgermeister-Krisis eine Verständigung herbeizuführen. Kassel, 10. Oktober. Samstag Nachmittag wurde der Jntenda.nturrat Prüssen vonjoer Militär-Intendantur des 11. Armeekorps dahier als Leiche am Fuße der Felsen des Neuen Wasserfalles auf WilhelmShöhe aufgesunden. Der erst 37jährige verheiratete Mann war seit längerer Zeit nervenleidend. Hofgeismar, 11. Oktober. Die in hiesiger Stadt durch Todesfall freigewordene Bürgermeisterstellesoll baldigst wieder auf 12 Jahre besetzt werden. Das pensionsfähige Jahresgehalt ist auf 3000 Mark steigend, von drei zu drei Jahren um 200 Mk. bis zum Höchstbetrage von 3800 Mk., nebst freier Dienstwohnung im nicht pensionsfähigen Werte von 4000 Mk. festgesetzt. Außerdem sind mit der Stelle voraussichtlich ca. 500 Mk. nicht pensionsfähige Nebeneinnahmen (als Amtsanwalt und Standesbeamter kleinerer Landgemeinden) verbunden. Vermischtes. * Berlin, 11. Oktober. 750 Mk. Belohnung. Seit dem 9. September ist, wie seiner Zeit bereits mitgeteilt, der beim Hof-Postamt in Berlin beschäftigt gewesene Briefträger Hugo Schwarz nach Unterschlagung von Postkassengeldern in Höhe von 11100 Mk. flüchtig. Die Ergreifung des ungetreuen Beamten, gegen den seitens des Untersuchungsrichters beim Landgericht! in Berlin Haftbefehl und Steckbrief erlassen wurde, ist bisher nicht gelungen. Es erscheint nicht unwahrscheinlich, daß Schwarz sich an einem kleinen Ort Deutschlands — vielleicht zunächst unter bescheidenen Verhältnissen — aufhält. Auf seine Ergreifung und die Wiederherbeischaffung des Geldes hat die Poftbehörde 750 Mk. Belohnung ausgesetzt. Schwarz ist 34 y, Jahre alt, 1,71 Mtr. groß, hat dunkelblondes Haar und Augenbrauen, graublaue Augen, einen spitz geschorenen, kurzen, dunklen Vollbart, eine volle, runde Gesichtsbildung, gesunde Gesichtsfarbe und schlanke Gestalt. * Berlin, 11. Oktober. Die Polizei hatte 1000 Mk. Belohnung für die Ergreifung des Mörders der Witwe Jost ausgesetzt. Inzwischen ist der Mörder Trotzer heute früh 5e/4 Uhr am Ringbahnhofe Treptow als Leiche mit einem Schuß in den Mund auf gefunden. Der Revolver lag neben der Leiche. Die That selbst ist durch die nachträglichen Meldungen in ein neues Licht gerückt. Die An- nähme, daß es sich um einen Raubmord handelt, muß nämlich fallen gelassen werden, vielmehr ist verschmähte Liebe der Grund der That gewesen. * Halle, 11. Oktober. Ein Liebesdrama hat sich auf der unweit der Stadt gelegenen Rabeninsel abgespielt. Gestern vormittag ließen sich ein etwa 30 Jahre alter Herr und eine 33 jährige, tiefschwarz gekleidete Dame nach der genannten Insel übersetzen. Nach längerem Verweilen des Paares ertönten kurz hintereinander mehrere Schüffe. Später fand man am Ufer der Saale einen Spazierstock nebst einem Korsett in Kreuzform verbunden mit einem Zettel folgenden Inhalts: „Wir waren uns so gut im Leben, vor der Welt konnten wir nicht beisammen bleiben, so wollen wir im Tode vereint sein! Anna. Gustav." Das gleichfalls aufgefundene Chemisette des Fremden enthielt die mit Bleistift geschriebenen Worte: „9 Uhr geschossen und dann ins Waffer". Die Lebensmüden wurden als der Kistenmacher Gustav Laue aus Möckern und dessen Geliebte, Witwe Anna Hermann aus Leipzig rekognosciert. Sie waren bei dem gemein- am ausgeführten Selbstmord so nahe an das Wasser getreten, daß sie, von den Kugeln durchbohrt, tot in dasselbe sineinfielen; hierauf wurden ihre Leichen sofort von den Fluten hinweggetrieben und konnten bisher nicht aufgefunden werden. Vor Ausführung der unseligen That hatte das Paar sich auf Tanzböden und in Gastwirtschaften amüsiert. Die unglückliche junge Frau war erst seit einigen Wochen zur Witwe geworden; ihre in Halle wohnenden Verwandten, ?ei denen sie ihren neunjährigen einzigen Sohn zurück- gelaffen hatte, waren daher nicht einverstanden, daß sie so urz nach dem Tode des Mannes schon wieder ein Liebes- Verhältnis unterhielt, das übrigens nicht ohne Folgen ge- Llirben iit O * Spandau, . kflftet wurden verhai^ie deren Sargatz'2„Sch der nng s-'L",r SS®?' * Muster I- W., Fabrik von Anale SÄ* in Ugland. * Dortmund. 11. i Lic. Weber tagte hm lichkeitSvereine. wurde u. a. folgender - Versammlung sP>M i? Gerichtsverhandlung ge Mage getretene fichtst aus, und protestiert mi die sogenannten noblen' und der Unzucht sich i deutschen ManneS vertr * Stettin, 11. Olt, einem Artillerie-Lei kommandierten chileni „Verl. Lokalanz." zufolg in den Hals lebensgefäh erfährt genanntes Blatt mann, der Kapitän La seil zwei Jahren in D findet er sich in Stettin bildung dem 2. AMei zugleich ist ein Lentnc Regiment attachiert rooi der von dem Duell bis machte fein Hehl dar immer die Veranlassm Pfinde und tief bekla gebildeter Offizier, stek * Trier, 10. Okto in Garnison liegende L Holtzendorss wurde burt ungtn aus verriebenen artillerie-Regiment Mit wird fortan uns erhalten. Dieser Tage 1 lasnnr die feierliche Bec tens des Divifionslom v. Schlotheim nnd des S «er anwesenden Stadtv , * Mrlih, 11, q lammlung beschloß die ( auf der Landeskrone. . .'Wch«, 11.0 S'.f-MWt umber erteil noi ^cr.®tabt9emeinbe &«6eteNetbmi Mtoafiet nötig sind L in“' ZAußgewährunq, Voi m , Dresden, 11. und w (v.r der Wohn erfti^^«lt,wäh n ;?■,*». n. £ Miniert g Ä"1” l'tkn "«d taJ ®e$. Som St. *'f »Jj 0[( l*mr @,5i,rob t> Ä fiff ^rn, » 9, 0 SSL Selo^nung- •inet gut bereits mit- Berlin beschäftigt gr- chwarz nach Üntrr- Hahr von 11100 M. tuutn Beamten, gegen S beim Landgericht ! in lafien wurde, ist bisher at unwahrscheinlich, leinen Ort Deutscher bescheidenen VnM- ^reifung und die Wieder- ie Postbehorde MM. Jahre alt, 1,N Mir. Augenbrauen, graublaue irzen, dunklen Lollbart, gesunde Gesichtsfarbe und Polizei hatte M M )-«Mörders der Atw r Mdrr Trotz" M ;Sy5yi ttva WJW nalh bet »w«-. ®*‘ &IS sK§ i einz'gkU n bfl| fie l" Jw *J Urnen. ,,e gleich« •'■ÄS?; fe? -onta J d°m»n. anfieraumi h>orb!, «M Wfc «te «»ta »»1,«, j„ b"r . Amt«. ?** uck ß«. ‘ chr- grate» zu beginnen. - ßr. Endemünn wird 9 der Nervenheilanstalt ^don weilenden Henn -oesuch abzustatten und n, ob es möglich fein 'S der Oberbürger- >g herbeizusilhren. Nachmittag wurde der 'er Militär-Intendantur ie am Fuße der Felsen «elmShöhe aufgesunden. war seit längerer Zeit n hiesiger Stadt durch istersteUe soll baldigst n. Das penßonssähige tigend, von drei zu drei stbetrage von 3800 Mk., t pensionsfähigen Werte em find mit der Stelle lenfionsfähige Nebenein« tandeSbeamter kleinerer blieben sein soll. Aus Verzweiflung hierüber beschlossen die Liebenden, gemeinsam in den Tod zu gehen. * Spandau, 11 Oktober. Wegen Brandstiftung verhaftet wurden die 24 jährige Verkäuferin Bertha Sarg atz, sowie deren Geliebter, der 25 jährige Photograph und Clavierspieler Schern er. Es bestand von vornherein der dringende Verdacht, daß beide einen größeren Ladenbrand angelegt haben, der in der Nacht die Thätigkeit der Spandauer Feuerwehr längere Zeit hindurch in Anspruch Nahm und dessen Verlauf es durch Gefährdung der in den oberen Etagen des Hauses befindlichen Personen zu aufregenden Scenen kam. Die Sargatz und Scherner haben das Verbrechen begangen, um von der ersteren zu Gunsten ihres Geliebten begangene Unterschlagungen, die gegen 1000 Mark betragen sollen, zu verdecken. * Münster i. W., 11. Oktober. Die Pianoforte« Fabrik von Knake steht in Flammen. Die Werkstätten sind zerstört. Zahlreiche Arbeiter werden beschäftigungslos. Die Fabrik war erst kürzlich bedeutend erweitert worden. Der Inhaber befindet sich auf einer Reise in England. * Dortmund, 11. Oktober. Unter Vorsitz des Pfarrers Lic. Weber tagte hier die Konferenz der deutschen Sittlich keil Sv e reine. In der öffentlichen Versammlung wurde u. a. folgender Beschlußantrag angenommen: „Die Versammlung spricht ihr tiefes Bedauern über die in der Gerichtsverhandlung gegen den Klub der Harmlosen zutage getretene Leichtfertigkeit der sittlichen Anschauungen aus, und.protestiert mit allrr Entschiedenheit dagegen, daß die sogenannten noblen Passionen der Trunksucht, des Spiels und der Unzucht sich irgendwie mit dem Ehrbegriff eines deutschen ManneS vertragen." * Stettin, 11. Oktober. Bei einem Duell zwischen einem Artillerie-Leutnant und einem zum2.Art.-Regt. kommandierten chilenischen Hauptmann wurde dem „Berl. Lokalanz." zufolge der Leutnant durch einen Schuß in den Hals lebensgefährlich verwundet. — Zu dem Duell erfährt genanntes Blatt noch, daß der chilenische Hauptmann, der Kapitän Larenas sein dürfte. Larenas weilt seit zwei Jahren in Deutschland. Seit einem Jahre befindet er sich in Stettin, wo er behufs seiner weiteren Ausbildung dem 2. Artillerie-Regiment zugeteilt ist. Mit ihm zugleich ist ein Leutnant der chilenischen Armee demselben Regiment attachiert worden. Der Berliner Gesandte Chiles, der von dem Duell bisher noch keine Kenntnis gehabt hatte, machte kein Hehl daraus, daß er den Vorfall, was auch immer die Veranlassung gewesen sein mag, schmerzlich empfinde und tief beklage. Larenas, ein eleganter, fein gebildeter Offizier, steht im dreißigsten Lebensjahre. * Trier, 10. Oktober. Der schon mehrere Jahre hier in Garnison liegende Stamm des Artillerie-Regiments von Holtzendorff wurde durch die Vereinignng mehrerer Abteilungen aus verschiedenen anderen Garnisonen zu dem Feldartillerie-Regiment Nr. 44 neu gebildet. Das Regiment wird fortan unsere Stadt als dauernde Garnison erhalten. Dieser Tage fand nun im Hofe der Maximin- kaserne die feierliche Begrüßung des neuen Regiments seitens des Divisionskommandeurs Generalleutnant Freiherr v. Schlotheim und des Oberbürgermeisters de Nys inmitten des anwesenden Stadtverordneten-Kollegiums statt. * Görlitz, 11. Oktober. Eine zahlreich besuchte Versammlung beschloß die Errichtung eines Bismarckturmes auf der Landeskrone. * München, 11. Oktober. DerHochwasserschaden in der Stadt München ist nun amtlich mit 2*/? Mill. Mark festgestellt worden. Davon treffen auf die Schäden, die Privatpersonen erleiden, nur 26000 Mark, das Uebrige fällt der Stadtgemeinde als solcher zur Last. Dazu kommen noch größere Wasserbauten, die als Vorbeugung für spätere Hochwasser nötig sind. — Die Kammer der Reichs rät e stimmte einem unverzinslichen Darlehen und einer Zuschußgewährung, vorläufig bis zu 3 Millionen, für die Hochwasserbeschädigten zu. * Dresden, 11. Oktober. Bei einem Brande in einer Wohnung im dritten Stockwerk des Hauses Hechtstraße 65 sind drei in der Wohnung eingeschlossene Knaben 5, 3 und P/4 Jahre alt, während der Abwesenheit ihrer Mutter erstickt. * Mannheim, 11. Oktober. Der hiesige Stadtrat hat sich in seiner letzten Sitzung mit der unserer Stadt drohenden Gefahr der Verlegung der Maschinenfabrik des Geh. Kommerzienrats Lanz beschäftigt und beschlossen, den Wüuschen desselben zu entsprechen, um die Verlegung der Fabrik zu verhüten. Diese Wünsche erstrecken sich in der Hauptsache auf die Verzichtleistung auf Straßen, welche die Stadt durch das Lanz gehörige Fabrikterrain legen wollte, und die bereits zur Ausführung vorgesehen waren. Der Stadtrat beschloß, die Beseitigung dieser Straßen aus dem Ortsbauplan zu ver- anlaffen, jedoch unter der Voraussetzung, daß Lanz seine geplanten Fabrikerweiterungen in Mannheim zur Ausführung bringt. * Konstanz, 10. Oktober. Eine hervorragende Leistung auf dem Zweirad vollführte die Tourenfahrerin Frau Ingenieur Seifert, Mitglied des Veloklubs Konstanz, am 22. September. Sie verließ Konstanz früh 4 Uhr und fuhr Lber Radolfzell, Stockach, Ueberlingen, Meersburg, Friedrichshafen, Linda, Bregenzg, Rheineck, Rorschach, Romanshorn, Konstanz, Ermatinen, Stein, Mangen, Moos, Radolfzell wieder nach Konstanz zurück, woselbst sie abends 8,55 ankam; sie fuhr also um den ganzen Bodensee, d. h. 295,3 Kilometer an einem Tage. * Straßburg (Els.), 11. Oktober. Unter den Mann- fchaften des Infanterie-Regiments Nr. 132 ist der Typhus auSgebrochen. * Wien, 11. Oktober. Einem bestimmt anftretenden Gerücht zufolge soll die eigene Mutter der Hrnza in Polna ihre Mörderin sein. * Budapest, 10. Oktober. Demonstrierende Studenten. Ein häßlicher Streit in den akademischen Kreisen Budapests, eine Affaire, wie sie in der ungarischen Hauptstadt nicht gerade zu den seltenen Vorkommnissen gehört, setzt dort jetzt wieder die Gemüter in Erregung. Seit einigen Tagen macht nämlich folgende Affaire hier großes Aufsehen. Gegen den Geschichtsprofessor am Franz Josef- Jnstitut (das Institut ist eine Mittelschule), Otto Varga, machte der Direktor Michael Demeczky Anzeige, daß Varga während des Vortrages vor Schülern sich einer Majestätsbeleidigung schuldig machte. Varga wurde demzufolge vom Unterrichtsminister suspendiert und es ist eine Disziplinär- Untersuchung eingeleitet worden. Mittlerweile wurden gegen Demeczky Angriffe gerichtet, die immer heftiger wurden, des Inhalts, daß dessen Anzeige nicht richtig sei, daß er fünf Schüler insgeheim aufgefordert habe, Spitzeldienste zu leisten und von diesen die Anzeige habe unterschreiben lassen. Zahlreiche ehemalige Schüler Vargas gaben Erklärungen ab, daß Varga in seinen Vorträgen immer patriotisch und unparteiisch gewesen, und daß die gegen ihn erhobenen Verdächtigungen unwahr seien. Heute versammelten sich zahlreiche Hochschüler im Lehrsaale der Universität, wo Demeczky als Privatdozent höhere Mathematik vorträgt, um gegen ihn zu demonstrieren. Demeczky, der hiervon Kenntnis erhielt, erschien jedoch nicht. Hierauf zogen an 1000 Studenten nach Ofen zum Franz Josef-Jnstitut, wo Demeczky wohnt, brachen vor dem Gebäude in ohrenbetäubende Demonstrationen aus, stürmten sodann in den zweiten Stock des Gebäudes, wo sich die Direktionskanzlei befindet, und schlugen dort Fenster ein. Die Zöglinge des Instituts verließen die Lehrsäle, mischten sich unter die Demonstranten und brachen mit diesen in Ovationen für Varga aus. Ein Professor, der für den Direktor sprechen wollte, wurde überschrieen. Die Demonstranten zogen sodann vor die Wohnung Vargas, demselben große Ovationen bereitend. Varga dankte und bat die jungen Leute, ruhig auseinander zu gehen, da eine Demonstration in gewissen Kreisen mißliebig aufgefaßt werden könnte. Nachdem die Jugend ihn ihrer Liebe und Ehrfurcht versicherte, löste sich die Versammlung auf. Der Verein der Mittelschul- Professoren richtete an den Unterrichtsminister eine Eingabe, wonach die unglaubliche Nachricht, daß Direktor Demeczky die Schüler aufgefordert hätte, gegen Professor Varga zu spionieren, Empörung und Unruhe bei den Professoren Hervorrufe. Der Verein ersucht den Minister dringend, in dieser Sache eine beruhigende Erklärung abzugeben. * Triest, 11. Oktober. Die Polizei verhaftete einen angeblich schwedischen Ingenieur namens Schneider wegen Mädchenhandels. Drei Mädchen wurden srei- gelassen. Gorichtssaal. Darmstadt, 12. Oktober. Der heute morgen im Schwurgerichis- saale stattfindenden Verhandlung über die der »Frankfurter Zeitung", dem »Mainzer Journal" und de« »Mainzer Neuesten Nachrichten" bezw. deren verantwortlichen Redakteuren Alexander Giesen, Franz Heribert Koepgen und Botho Heribert Malten zur Last gelegten öffentlichen Beleidigung liegt die Anklage zu Grunde, zu Darmstadt und anderen Orten durch Aufnahme bezw Veröffentlichung eines Zeitungsartikels, den die Nr. 140 der „Frankfurter Ztg." unter der Überschrift „Neues zum Fall Küchler" im Mai l. I. gebracht hatte, den Justizminister Dittmar, die derzeitigen Mitglieder des Großh. Ministeriums und den Generalstaatsanwalt Dr. Schlippe, Beamte in Beziehung auf ihren Beruf, öffentlich beleidigt zu haben. Wie bekannt ist, will der durch Rechtsanwalt Muser vertretene Angeklagte Giesen den Wahrheitsbeweis für jene gröblichen, weder Maß noch Ziel kennenden Angriffe antreten und hat in voriger Woche umfangreiche Beweisanträge gestellt. Einen im Hinblick auf seinen angeblich schlechten Gesundheitszustand anfang dieser Woche gestellten Antrag auf Vertagung hat das Gericht abgelehnt. Bisher ist ein neuer Vertagungsantrag nicht eingelaufen, und die Verhandlung wird stattfinden, es müßte denn der Angeklagte Giesen durch sein immerhin mögliches Fernbleiben das Gericht zwingen, die Verhandlung — wenigstens soweit sie ihn betrifft — zu vertagen. — In jenem Artikel der „Franks. Ztg.", dessen Verfaffer bisher nicht ermittelt ist, dürfte der der Großh. Regierung gemachte Vorwurf des Verfaffungsbruchs — es hieß: „Die Regierung sei notorisch gewöhnt, die fundamentalsten Vorschriften der Verfassung schlank und frei zu übertreten" — der schwerwiegendste sein. — Weiter wurde behauptet, die Staatsanwaltschaft sei durch „Höhere Weisung" verhindert worden, eine Anklage wegen Beihilfe zum Bankerott gegen den Landgerichtsdirektor Küchler zu erheben, die sie beabsichtigt habe und die von dem Untersuchungsrichter und anderen Richtern als notwendig anerkannt worden wäre. Inwieweit nach anderen Behauptungen und Angriffen jenes Artikels die Schwere der Beleidigungen zu bemessen ist, wird sich bei Motivierung der Anklage im Laufe der Verhandlung ergeben Se. Kgl. Hoheit der Großh erzog soll die Mitglieder des Ministeriums von ihrer Pflicht zur Amtsverschwiegenheit entbunden haben. Von der Anklagebehörd^sind geladen die Herren Justizminister Dr. Dittmar, Exz., Oberstaatsanwalt Dr. Preetorius, Generalstaatsanwalt Geheimerat Dr. Schlippe. Die Verteidigung hat, wie schon gestern berichtet, ca. 40 Zeugen, zumeist Beamten, darunter den Herrn Staatsminister Rothe, Exz. geladen. Berlin, 11. Oktober. Spieler-Prozeß. Bei Beginn der heutigen Verhandlung wurden verschiedene Zeugen vernommen, die nichts wesentliches auSsagen. Zeuge Graf Slofch bekundet, daß er in kurzer Zeit an Herrn v. Kröcher 25 000 Mark verloren habe. Die Begleichung dieser Schuld sei in zuvorkommendster Weife hinaus- geschoben worden. Zeuge hat sich bet seiner ersten Vernehmung dadurch beeinflussen lasten, daß ihm vom Untersuchungsrichter gesagt worden ist, es liege Falschspiel vor. Ein anderer Zeuge, ein Herr v. Andraeae, will an Herrn v. Kayser 10 000 Mark verloren haben. Der Angeklagte v. Kayser bestreitet das. Ein Zeuge Stern hat Dr. Kornblum einmal gesagt, daß v. Kayser ihm sehr verpflichtet sei. o. Kayser erklärt, daß Dr. Kornblum in seiner Phantafie sich dessen allerdings fälschlich gerühmt haben mag. Zeuge Leutnant a. D. v. Oetzel hat einmal 30000 Mark an v. Kayser und Schachtmeyer verloren. Er schuldet Herrn v. Kayser noch 4000 Mark. — Nach der Mittagspause wird der Untersuchungsrichter LandgertchtSrat Herr über die von ihm angewandte Art der Vernehmung von einzelnen Zeugen befragt. Er bestreitet energisch, die Zeugen durch Behauptungen wie die, baß bereits Falschsptel erwiesen sei, irgendwie beeinflußt zu haben. Unter den weiteren Zeugen befindet sich Graf Egloffstein, welcher vorgestern wegen Betruges zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er war Direkttons-Mitglied im Klub der Harmlosen. Zeuge schildert eingehend die Gründung deS Klubs und die bereits bekannten Vorgänge. Zeuge sagt, er sei sehr erstaunt gewesm, daß man die drei Angeklagten verhaftet habe, da, so lange er im Klub gewesen, sich nichts verdächtiges ereignet habe. Hierauf wird die Sitzung auf morgen früh vertagt. München, 11. Oktober. Das oberste LandeSgericht hat in dem bekannten Waldprozetz d-S Frhrn. v. Thüngen gegen Vie Gemeinde Burgsinn in Unterfranken durch das heute publizierte Urteil dre Revision der Kläger Freiherren von Thüngcn gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg vom 15. Juni 1898 als unbegründet zurückgewiesen und die Kläger in die Kosten des Rechtsstreits ver« ^ieilt. Damit ist der strittige Waldbesitz der Gemeinde Burgsinn defimtrv zugesprochen und dieser 303jährige Prozeß endglltig beendet. Dre Familie v. Thüngen hat nun die enormen Kosten zu tragen. . München, 10. Oktober. (Militärbezirksge richt.) Unter der Anklage militärische Aktenstücke und Urkunden be- schädrgt, beseitigt und vernichtet, sowie seine Dienstgewalt mißbraucht zu haben, hatte sich der Leutnant im königl. bayer. 11. Infanterie-Regiment und vormalige Adjutant beim königl. Bezirkskommando Straubing Heinr. Kellner vor den Militärgeschworenen zu verantworten. In den letzten drei Jahren war Kellner beim genannten Bezirkskommando als Adjutant zugeteilt, und hatte unter anderem auch die einlaufenden Unterstützungsgesuche zu bearbeiten. Am 27. Oktober 1898 war ein wiederholtes' Unterstützungsgesuch für den kaiserlichen Dispositionsfonds eingelaufen von der Maurerswitwe Gold- schmid von Furth. Sie bezog berei's eine laufende Unterstützung. Kellner behandelte das neuerliche Gesuch als ein erstmaliges. Als er darauf kam, nahm er das bereits von seinem Vorgesetzten, Oberstleutnant Sternecker unterzeichnete Schriftstück aus dem Akt und verbrachte es in seine Wohnung, schnitt einen Teil des Schriftstückes ab samt der Unterschrift des Oberstleutnants und schrieb es bann um. — Ein abschlägig beschiedenes Gesuch trug er erst später in den betreffenden Militärpaß ein und zwar unter unrichtigem Datum. Die weitere Anschuldigung geht dahin, daß Kellner ohne hierzu berechtigt zu sein, über die ihm unterstellten Mannschaften Disziplinarstrafen verhängte; die Einträge im Strafbuche unterließ er. Auch ehrverletzende Beschimpfungen gegen seine Untergebenen soll Kellner sich zu Schulden haben kommen lassen. Kellner giebt die ihm zur Last gelegten Handlungen zu, verteidigt sich mit Ueberhäufung von Arbeiten; zur Verhängung von Strafen habe er sich in Abwesenheit des Kommandeurs für berechtigt geglaubt. Auf Grund des Wahrspruchs der Geschworenen wurde Kellner lediglich wegen Beschimpfung eines Untergebenen zu zehn Tagen Stubenarrest verurteilt, im übrigen aber freigesprochen. Halle a. S., 10. Oktober. Der Gutsbesitzer Hochheim- Schafstädt, der den Landwirt Bezold durch polnische Arbeiter in rohester Weise mißhandeln ließ, ist zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Breslau, 10. Oktober. Der gesamte Vorstand der hiesigen Weberinnung hatte sich wegen Untreue, begangen durch widerrechtliche Verteilung von Jnnungsvermögen an die Mitglieder, vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Obermeister Brauner und Jnnungs- meister Werner erhielten je V/a Jahre, Werkmeister Hillebrand und Jnnungsmeister Breuer je 1 Jahr Gefängnis. Alle vier Beteiligten wurden sofort verhaftet. ___________________________________ Heer und Marine. 1870 — Aufruf — 1900« Der über ganz Deutschland verbreitete Verband der Kriegsfreiwilligen von 1870—1871 (Sitz Berlin) läßt es sich angelegen sein, die Namen und näheren Adressen aller jener noch lebenden und bereits toten Mitkämpfer von 1870 71 (auch der Seelsorger, der Mitglieder der Sanitäts-Korps, der männlichen wie weiblichen Mitglieder der Johanniter-Kolonnen usw.) festzustellen, welche einst — in hoher Zeit — dem Triebe ihres Herzens folgend, nicht der Pflicht gehorchend, kriegsfreiwillig den großen Krieg mitgemacht haben. Der Schatzmeister des obigen Verbandes (Adresse Herrn Banquier Ernst Zeeden, Berlin W., Derflinger Str. 19a) nimmt, um allseitige Unterstützung dieses Vorhabens bittend, diesbezügliche, nähere Angaben dankend entgegen.____________________ Arbeiterbewegung. Hanau, 11. Oktober. Auf Veranlassung der im Ausstand befindlichen Maurer war für gestern abend eine Versammlung der Zimmerer einberufen, um letztere zu bewegen, mit den Maurern gemeinsame Sache zu machen, also die Arbeit gleichfalls niederzulegen. Auf Seiten der Zimmerer war jedoch anscheinend keine Geneigtheit hierfür vorhanden. Eine von dem Referenten, einem Zimmerer aus Heldenbergen, eingebrachte Resolution, die das gemeinsame Vorgehen in sich schloß, fand nur wenige Anhänger, verschiedene Versammlungsteilnehmer hatten sich vor der Abstimmung entfernt, andere wieder enthielten sich der Abstimmung überhaupt. . Leipzig, 11. Oktober. Die hier tagende Konferenz deutscher Stcinmetzgeschäfte beschloß, falls die Gehilfen bis Montag den neuen Lohntarif nicht anerkennen, eine Maffenaussperrung sämtlicher Steinmetzen in Sachsen und Thüringen vorzunehmen. Die Zahl der in Frage kommenden Steinmetzen wird über 20 000 betragen. Hamburg, 11. Oktober. Die hiesige sozialdemokratische Partei beschloß, fernerhin keine Beiträge an die Centralkaffe in Berlin abzuliefern, bis das aus dem Hafenarbeiterstreik stammende Darlehen von 35 000 Mk. bei Auer u. Co. in Hamburg gedeckt sein wird. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. 40. Woche. Vom 1. bis 7. Oktober 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSziffer: 14,86, nach Abzug der Ortsfremden 6,36°/«. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom DiphtheritiS 1.Lebensjahr: 2.—Ib.Jahrr 1 (1) — — 1 (1) Influenza 1 1 Bruchleiden 1 (1) 1 (1) _ Nierenentzündung 1 1 — — Krebs 1 (1) 1 (1) - - Diarrhöe 1 1 — Ertrinken 1 (1) 1 (1) Summa 7 (4) 5 (3) 1 1 (1) Monat September 1899. Keuchhusten 1 — 1 — Unterleibstyphus 1 (1) 1 (1) —— —— Wochenbettfieber 1 (1) 1 (1) —— — Lungenschwindsucht Tuberkulose anderer 3 (2) 3 (2) — — Organe 3 3 —• ■" Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Lungenkatarrh 2 (1) 2 (1) — — Gehirnschlagfluß 2 2 — — Darmkatarrh 5 — 5 - Atrophie 2 — 2 — Bösart.Neubildungen 6 (5) 6 (5) — _ Verunglückung 11$ 3 (3) - 1 Andere Krankheiten 13 (5) 2 (1) Summa: 46 (20) 35 (19) 10 (1) 1 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viels der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Die Lose der 3. Wohlfahrts-Lotterie zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete sind erschienen. Selten hat eine Lotterie sich so rasch ein« geführt, wie eben die Wohlfahrts-Lotterie. Die edle Sache, für die der Ueberschuß aus der Lotterie dient, machen die Wohlfahrts-Lose zu einem beliebten Kaufartikel, zumal dabei auch recht ansehnliche Gewinne, wie 100,000 Mkark, 50,000 Mark, 25,000 Mark, 15,000 Mark, zweimal 10,000 Mark u. s. w., im ganzen 16,870 Geldgewinne mit 575,000 Mk. zur Verlosung gelangen. Bei letzter Lotterie war rasch ausverkauft, und es mußten schon mehrere Tage vor der Ziehung recht viele Bestellungen auf Lose unberücksichtigt bleiben Es ist deshalb zu empfehlen, Bestellungen auf Wohlfahrtslose ä Mk. 3,30 zur dritten Lotterie baldigst bei dem General-Debit Ludw. Müller u. Co., Bankgeschäft in Nürnberg und München, einzureichen, oder bei einer der bekannten LoSverkaufs- stellen am hiesigen Platze zu machen. ,,n 8n|^8 gnne^1 rrschinend- zch»!ß"tt z Aus Bon Um auch bei bt Benutzung der Bibliofh WW zuew' unsere kleinen Wunsck deren allgemeiner Ken Betrieb in den M abhiingt. 1) Zu der neu ei der jüngeren Leser ist - im allgemeinen am daß wir aber im ein sein werden. Es gied Mer der fugend \dn Mmwen \ew, eden außer Freitag Zeit b müßten diese alle r Andererseits giebt es solche, die ihrem g den Erwachsenen ge! Zerrerei sein würde, Lesehalle nur schwaü Regel bestehen woll sein, im einzelnen f scheidung zu treffen. t>ie neue ginrityung bemerkt bedeutet Trenn Trennung der Stichers, AuSleihetagen, außer vvrhanden srnd, auSg werden, Freitags bei Büchern ernsteren Büchern, Mang s Neuerung soll sein-. Ausleihegeschcistes, j Wo dieser Zweck nii ^hmen von der 2) Vielfach Herr der Ausleihe. I eigenen Namen und Men, die in der Les t’tyiing von fünf P schreiben ist. Es st anderen hin Bücher wi . kann nur eim aul e«Menen Tuches dl-s-r Starte R ®ilth L fü 'b" ^5- D--s° @el ?t » ‘'»WÄ» Ür er Band- ?n ®Qnb die Le,t>, ortUllt es ein ßS U6fi=i ""S’ MäÜ, n te» 4"' fr fltJiL- 6t< j Sit »uE J J. Dämm, Rektor. Prospekte durch mieten.' Nahrungsberg 20. Hießen 7148 Marktplatz 8 Marktplatz 8. Schutzmarke. mieten. Westanlage 7, part. gesucht 7306 zu verkaufen. 7280 Geildfortenr Brief dto. 4.16 Americ. 225 60 Darmsi. Bk.-Nctien 8 6 4 98 40 88.50 95.60 coooo 000.00 97 40 96.65 25 00 100.05 48.70 100.00 00.00 10050 100.30 101.00 98.95 Brief 16.19 20.44 4.20 etib 80.95 169.25 4.181/. Procent 41/, Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente in Packeten zu 60, 70, 75, 80, 85, 90 und 95 Pfg. dar i/a Pfund mit Taschentücher Jugaöe empfiehlt in stets frischer Röstung Hrch. Wallach. Broeent 81/, Deutsche ReichSanl. 8 Preuß. LonsolS 87, Gr. Hessische Obl. 4 Stadt Darmstadt v. 1891 4 Stadt WormS unk. b. 1901 5818] Zu Vermieter»! 3-Zrmmer- toobnung mit Zubehör. 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