iizert ‘tk’ «">■ 8rn,|t. er „ x "so . ' 5 Uhr, Bin hin, 66ia * di Pratola t0 Pupilla, _tnfln£Sr!hr. \ ht 8. Som, 1 ? ^-n in DImst $2» sich m 17. Tev- hbbo unfehlbar zu einem _ «KIA ge Kameraden. nichts: 66iT tember. i Kandaröeitm wie in ■ M SmWdmi iIl aulage 7, 1. Stock. M triff, vzeiger) । Ranges "V8 ifrtul. woiben jrf berfanbt. « die $oü bejogen 4, Cu«lel 1899 zer Anzeige" l-etger)» 99.50 98 80 2405 lrrt tziii-erc^ rtug^en 100.00 00.00 rp^Lriechrn onoV°l'^ .... .„«SA S Srtti ®o 9° ' preü«B dl« tnlt-Druckerei :laütrM«e\_—— I Sanknotrn vto- lobt 4*, 01** Jtemb« * 100.211 BI »•* rs^ L8VS Nv. 215 Zweites Blatt Mittwoch den 13. September Gießener Anzeige r Keneral-Unzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Llle Anzeigen.BermittlungSstellen bei In- und Kullanbtl nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Annahme een Anzeigen zu der nachmittag! für den fetge^beB Tag erscheinenden Nummer bi! vor«. 10 Uhr. Nezugsprel« vierteljährlich 2 Mark 20 Pfß. monatlich 75 Pfß. mit Bringerlohn. erscheint täglich mit Ausnahme des Montag!. Die Wegener »erden dem Anzeiger wvchenttich viermal beigelegt. Arnts- unfc Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schnkflrahe Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätler, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. * Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietzen. Fernsprecher Nr. 51. Deutsches Keich. Berlin, 11. September. Die Beschwerde gegen die Beschlagnahme der Staatsbürger Zeitung wegen der Pückler'schen Rede ist von der Strafkammer des Landgerichts I zurückgewiesen und das Strafverfahren gegen den Redakteur Wilberg und den Grafen Pückler wegen Aufreizung zum Klassenhaß eingeleitet worden. — Die Beratungen des Bundesrats werden, wie die „Kreuzzeitung" meldet, gegen Ende dieses Monats wieder ausgenommen. Der Bundesrat wird sich zunächst mit den geschäftlichen Beschlüssen, Veränderungen im Personalbestände, mit der Neubildung der einzelnen Ausschüsse usw. zu befassen haben. Das Plenum wird sich in erster Linie mit den Ausführungsbestimmungen zu dem am 1. Januar 1900 in Kraft tretenden neuen Jnvaliditäts-Versicherungs- gesetz zu beschäftigen haben, das neue Versicherungsmarken bedingt, deren Herstellung bereits in die Wege geleitet ist. — Ein Berichterstatter will erfahren haben, daß der Oberpräsident von Hannover, Graf Stolberg, daS Oberpäsidium in Potsdam an Stelle des verstorbenen v. Achenbach übernehmen werde. Für Hannover sei der Direktor im Ministerium des Innern, v. Bitter, zum Oberpräsidenten ernannt worden. Das Oberpräsidium soll vorerst Herrn v. Bötticher angeboten worden sein, der aber abgelehnt habe und es vorziehe, in Magdeburg zu bleiben. Die Bestätigung dieser Angaben bleibt abzuwarten. — In einer Reihe von Blättern ist davon die Rede, daß innerhalb der Staatsregierung die Absicht bestehe, den Landtag bereits vor Weihnachten einzuberufen. Diese Nachricht entbehrt, wie die „Nordd. Allgem. Ztg." aus zuverlässiger Quelle erfährt, jeder Begründung. Insbesondere liegt dem neuen Minister des Innern die Absicht, dem Staatsministerium etwas derartiges vorzuschlagen, vollkommen fern. — Zu der Beamtenangelegenheit. Aus Lüneburg wird mitgeteilt, der Kaiser habe dem Grafen Bernstorff- Wehningen, dem Vorsitzenden des Land- und Forstwirtschaftlichen Provinzialvereins für das Fürstentum Lüneburg, die Stelle des Regierungspräsidenten in Lüneburg angeboten. Graf Bernstorff soll aber abgelehnt haben. — Der dem gemaßregelten Landrat v. Brockhausen in Dramburg zugedachte Fackelzug ist ihm dargebracht worden. Der Regierungspräsident verfügte auf die mitgeteilte Vorstellung der Stadtverordneten hin, daß nur für den Fall einer voraussichtlichen Störung der öffentlichen Ruhe die Ortspolizeibehörde die Genehmigung zu versagen habe. Die Polizeiverwaltung war der Meinung, daß eine öffentliche Ruhestörung nicht zu erwarten sei und hielt die gegebene Erlaubnis aufrecht. — Zur Samoafrage. Der Berichterstatter der Londoner „Times" in Samoa, Leigh, der gegenwärtig sich in Chicago aufhält, äußerte sich dem „B. T." zufolge dahin, er schäme sich wegen der Rolle, die der englische und der amerikanische Vertreter in Samoa, Chambers und Maxse, gespielt hätten. Es sei peinlich gewesen, zu sehen, wie sehr sie den Generalkonsul Rose verletzten, indem sie ihn systematisch ignorierten. Admiral Kautz habe sich ihnen angeschlossen, ohne auch nur den Versuch zu machen, sich über die wahre Lage der Dinge zu vergewissern. Seine und der englischen Marineoffiziere Briefe an die Deutschen hätten die letzteren wohl zur Wiedervergeltung veranlassen können, aber die Deutschen seien geduldig und nachsichtig gewesen." Vielleicht giebt es Leute, die diese Eigenschaften in der Politik für einen Vorzug halten. — Die Regierung und der Bund der Landwirte. Die „D. Tagesz." will aus bester Quelle erfahren haben, daß die Verfügungen gegen den Bund der Landwirte nicht nur thatsächlich ergangen sind, sondern daß die Notwendigkeit eines solchen Vorgehens ausdrücklich mit dem Hinweise auf demnächst bevor st ehende Neuwahlen begründet ist. Das Blatt bemerkt dazu: „Es geht also daraus hervor, daß die Staatsregierung allen Ernstes glaubt, Maßregeln gegen den Bund der Landwirte könnten die Stimmung für die Kanalvorlage bessern. Herrn v. Miquel scheint in diesen Tagen seine sonstige Klugheit ganz verlassen zu haben." — Herbstreisen des Kaiserpaares. Der Kaiser wird, wie jetzt endgiltig bestimmt ist, am 25. d. Mts. von Schweden kommend auf der kaiserlichen Jacht „Hohenzollern" in Danzig eintreffen und sofort mittels Sonderzuges zur Herbstpürsche nach Rominten Weiterreisen. Die Kaiserin wird in Begleitung ihrer jüngsten Kindern um jene Zeit ebenfalls dorthin übersiedeln. Für die hohe Frau wird aus dem kaiserlichen Marstall ein Hofwagen dorthin geschickt, auf dem infolge seiner vorzüglichen Federn die hohe Frau die in jener Gegend immerhin recht mangelhaften und holprigen Wege befahren kann, ohne allzu heftigen Erschütterungen und Stößen ausgesetzt zu sein. Auch bei dem Besuch des Kaiserpaares in Marienburg wird die Kaiserin diesen Wagen benutzen, um in Gemeinschaft mit ihrem Gemahl die Verheerungen der letzten Feuersbrunst in Augenschein zu nehmen. Bekanntlich hat der Kaiser zum Wiederaufbau jeden Giebels der alten Lauben aus seiner Privatschatulle ein Geldgeschenk von 1000 Mark bewilligt. In Betracht kommen insgesamt vierzehn Giebel, so daß also das kaiserliche Gnadengeschenk 14 000 Mark beträgt. Die Ausführung der Bauarbeiten erfolgt nach den Plänen des Baurates Steinbrecht zu Marienburg, der vorzügliche Abbildungen von den abgebrannten Gebäuden besitzt, lieber die Art der Ausführungen der Stirnseiten u. s. w. schweben gegenwärtig noch eingehende Verhandlungen; nach der Beendigung werden die Ergebnisse dem Kaiser zur Genehmigung vorgelegt werden. Der Besuch des Kaiserpaares in Marienburg wird voraussichtlich am 4. Oktober stattfinden, da am 5. Oktober in seiner Gegenwart die Einweihung der neuen evangelischen Kirche zu Langfuhr bei Danzig erfolgen soll. Während der Kaiser im Anschluß hieran dem Offizierkorps des 1. Leib-Husaren- Regiments dort in dessen Kasino einen Besuch abstatten wird, nimmt die Kaiserin zunächst kurzen Aufenthalt bei dem Oberpräsidenten von Goßler in Danzig und wird einige dortige Wohlfahrtseinrichtungen mit ihrem Besuch erfreuen. Bei der Anwesenheit des Kaisers in Georgenburg erfolgt die Uebergabe des dort befindlichen Gestütes an den Staat, welcher es bekanntlich für etwa 2i/2 Mill. Mark angekauft hat. Oberpräsident v. Goßler wird die Uebergabeförmlichkeiten leiten. Schließlich sei noch bemerkt, daß das diesjährige (zehnte) Pürschergebnis des Kaisers in Rominten sehr günstig werden dürfte, da in der letzten Zeit durch Errichtung zahlreicher neuer Futterstellen u. s. w. auf die Wildpflege im kaiserlichen Jagdrevier sehr viel Sorgfalt verwandt worden ist. Die Ausstattung des Jagdschlosses muß bis zum 20. d. M. vollendet sein. Der Kaiser will seiner Gemahlin auch die ihm gehörige Gutsherrschaft Cadinen bei Elbing zeigen. Für die Aufnahme der Majestäten werden dort schon die erforderlichen Vorbereitungen getroffen. — Politische Beamte. Ueber diese Frage geht der Streit zwischen Regierungsorganen und der mit den Maßregeln nicht einverstandenen Presse weiter. Die „Berl. Korr." bringt einen neuen Aufsatz über dieselbe Frage, worin zunächst die Meinung zurückgewiesen wird, als habe die Regierung der konservativen Partei einen Schlag versetzen wollen. Es wird sodann die Stellung des Landrats Die Fest in Kporto. Oporto, 8. September. Oporto ist in Trauer. Oede und leer sind die sonst so lebhaften Straßen, die Geschäfte und Komptoire geschlossen, die Fabriken stehen still, und ihre Arbeiter irren brotlos umher. Was die Portuenser am meisten gefürchtet haben, ist zur Thatsache geworden: Die militärische Einschließung der Stadt. Freilich wird man im Auslande sagen, daß bei einer so schreckenerregenden Seuche, wie die Bubonenpest, die strengste Vorsicht anzuwenden sei, aber ich muß doch hinzufügen, daß viele Zeitungen der Ausländer total falsch unterrichtet waren über den Verlauf der Krankheit, und daß sie weit übertriebene Zahlen der Erkrankungen und Todesfälle angaben. Darum denke ich, viel zur Berichtigung und Beruhigung beizutragen, wenn ich meine an Ort und Stelle gesammelten Erfahrungen nieder- schreibe. Bereits vor drei Monaten sind die ersten verdächtigen Fälle aufgetreten, und zwei Monate mußten vergehen, ehe man mit der schrecklichen Wahrheit herauskam. Der städtische Arzt Dr. Ricardo Forge, der sich viel mit Bakteriologie beschäftigte, erkannte an den Symptomen, Beulen am Hals und in der Achsel, sowie an der Untersuchung der ihnen extrahierten Materie, welche Bazillen, die denen der Pest vollkommen glichen, aufwies, daß die Krankheit keine andere als Bubonenpest sein konnte. In Anbetracht der langsamen Fortschritte der Krankheit und der geringen Verbreitung wäre es ein Kleines gewesen, bei genügender Hygiene und mit den leicht zugänglichen Mitteln, dem Jersin'schen und dem Haffkin'schen Serum, sie wirksam zu bekämpfen. Statt dessen — was hat man gemacht! In ganz Europa würde man für unmöglich halten, was hier traurige Wahrheit geworden ist. Man muß mit eigenen Augen sehen, um die Zustände hier glaublich zu finden. Die 160,000 Einwohner zählende Stadt ist jetzt wie ausgestorben, infolge der veralteten Maßregel einer militärischen Absperrung. Kaum wurde das Absperrungsdekret bekannt, so verließen Tausende (man schätzt ihre Zahl auf 40,000) mit ein paar eilig zusammengerafften Habseligkeiten fluchtartig ihre Heimstätten. Ein herzbewegender Anblick, diese fliehenden, verängstigten Menschen, bei Nacht und Nebel um Obdach bittend, wo es auch sei! Man glaubte sich in Kriegszeiten versetzt. Der Militärkordon, der in weitem Bogen die Stadt umspannt, im Norden beim Meere anfangend, über Perafita, Pedras Nubras, Ermeginde, Vendas Novas bis zur ixre^a (Kirche) de Valbom sich hin- ziehend, sodann den Douro bei Avintes überschreitend, und von da über Villar de Andorinho, Canellas bis Valladares sich erstreckend, um dort am Meere zu endigen, wird ausschließlich von Regimentern der nördlichen Landesteile gebildet. Es ist auffallend, welch eine heilige Scheu Lissabon jetzt vor allem hat, was mit Porto zusammenhängt. Der Reid, mit dem die Hauptstadt schon lange das Emporblühen der zweitgrößten Stadt des Reiches, deren Handel den der Kapitale in den Schatten stellt, anblickt, ist nach der Meinung der Portuenser auch die Triebfeder der strengen Maßnahmen, die man, ohne die Sache an Ort und Stelle studiert zu haben, von Lissabon aus kommandiert hat. Die Regierung hat dort eine Junta de sande (Gesundheitskomits) gebildet, die über die Bekämpfung der Pest, sowie die zu ergreifenden Versichtsmaßregeln bestimmen sollte. Wie das geschehen, weiß ein jeder hier zu erzählen. Vorerst wollte man in dem eine halbe Bahnstunde entfernt gelegenen Badeort Granja ein lazareto (Beobachtungsstation) mit zwölftägiger Quarantäne für alle aus Porto kommenden Passagiere errichten, allein Granja hat sich gewehrt bis zum Aeußersten, indem es sich an den König direkt wandte. Die dortigen Villenbesitzer wußten, was es heißt, gesetzlich expropriiert zu werden, sie wußten auch, daß, wenn auch nur ein einziger Fall von Pest dort vorgekommen wäre, sie nie wieder an dem ihnen liebgewordenen Platze weilen würden; darum wehrte sich die kleine Kolonie hartnäckig mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln — und sie siegte. Das lazareto soll nun nach dem nördlich der Stadt gelegenen Ermeginde kommen, wenn es überhaupt fertig wird und, was ich noch weniger glaube, nötig sein wird. Endlich hatte man sich noch entschlossen, eine Aerzte- kommission zu bilden, bestehend aussen Lissaboner Bakteriologen Dr. Camara Pestana und Virgilio Poiares, dem Chirurgen Dr. Alfredo da Costa, Dr. Silva Amado, sowie dem Universitätsprofessor Dr. Daniel de Mattos Coimbra, und sie hierher zu schicken, um den Fortgang der Epidemie wie auch die von Dr. Ricardo Forge gemachten Präparate und Bazillenkulturen zu studieren. Die Kommission be- stätigte, daß die Pest, wenn auch nur in schwacher Form, vorhanden sei, aber gegen die veralteten Maßnahmen, wie Kordon und Quarantäne, sprachen sich die Gelehrten entschieden aus und empfahlen nur ärztliche Untersuchung aller Reisenden, Desinfektion derselben und der Effekten, sowie vor allem strengste hygienische Maßregeln für die ärmere Bevölkerung. Mit diesen Aeußerungen der Kommission ist nun die Regierung nicht zufrieden gewesen, und einzelne Lissaboner Blätter haben die Abgesandten in beleidigender Weise angegriffen. Der Ministerpräsident weiß sich keinen Rat mehr; denn auf alle Anfragen sowohl des Civilgouverneurs als des Kammerpräsidenten und des Vorsitzenden der Assosiacao Commercial (Vereinigung aller Großkaufleute) giebt er nur abschlägige oder konfuse Antworten, so daß die beiden erstgenannten Oberhäupter der Stadt ihre Demission eingereicht haben. Eine Petition an König Do« Carlos war ebenfalls erfolglos; denn der Monarch legte die Entscheidung in des Ministerpräsidenten Hand, und daß erörtert, der allerdings der Vertrauensmann des Kaisers sei, aber nur aus dem Grunde, weil ihm diese Vertrauensstellung als Beamten des Königs übertragen sei. o. ..3" dieser seiner amtlichen Stellungen findet daher seine Selbst- stanbigkeit ihre Grenze. Dringt er mit seinen Ansichten an der maßgebenden Stelle nicht durch, stimmten seine Anschauungen mit denienigen der Staatsleitung nicht überein, so hat er sich mit seinen Anschauungen unterzuordnen und als Beamter und Organ detz Staates denj-ntgen Meinungen in dem von ihm verwalteten Kreise Eingang zu verschaffen, welche die Staatsleitung als die maßgebenden Eingestellt hat. Insbesondere hat der Landrat zwar selbstverstSndltch dil-.«olle Freiheit seiner Ueberzeugung als Mitglied einer palamen- tarischen Körperschaft zu leben, aber, wenn ihn diese Ueberzeugung feinen st"tltchen Pflichten bringt, so muß er seiner- setts die sich daraus ergebenden Konsequenzen ziehen. Wäre eine andere Auffassung zulässig, so würde eine Zersetzung deS gesamten Staatswesens die unausbleibliche Folge fein. Ausschließlich diese 3at ru der getroffenen Maßregel geführt. Kein Mensch rann sich teilen. Es ist unmöglich, daß ein Landrat in seinem Kreise Maßnahmen vertreten kann, welche er in anderer Eigenschaft und one *. i reL^rteIIe bekämpft und verwirft. Dieser Zwiespalt kann auf keine Weise ausgeglichen werden. Diese Ausführungen sind an sich ganz klar und berechtigt und vertreten den Regierungsstandpunkt mit Ruhe und Geschick. Es bleibt aber doch eine Frage übrig, um die wir, so wie die Verhältnisse bis jetzt gelegen haben nnd cke Hure eigentlich auch noch liegen, nicht herum kommen. Wenn nämlich kein Mensch sich teilen kann, warum hat man fast volle fünfzig Jahre gestattet, daß den königlichen Beamten ebenso wie anderen Parlamentariern die Abstimmung nach ihrer persönlichen Ueberzeugung ausdrücklich garantiert worden ist, ohne daß die Regierung danach zu i fragen hatte? Karlsruhe, 11. September. Der Kaiser hörte gestern im Schlosse vor dem Gottesdienst die Vorträge des Chefs des Civil-Kabinetts von Lucanus und des Staatssekretärs v. Bülow. Heute Vormittag nahm der Kaiser die I Vorträge des Chefs des Militär-Kabinetts v. Hahnke und des Chefs des Generalstabes Grafen Schliessen entgegen. I ©e. Majestät begab sich heute Morgen nicht in das Ma- I novergelände, sondern verblieb in Karlsruhe. Im Manöver- I gelände finden heute nur Kriegsmärsche statt. Karlsruhe, 11. September. Dem Generalintendanten I des Hoftheaters Dr. Bürklin ist der Titel Exzellenz verliehen worden. Exzellenz Bürklin ist der frühere lang- lahnge nationalliberale Vertreter des pfälzischen Wahlkreises Landau-Neustadt im deutschen Reichstage. Ausland. Wien, 11. September. Infolge Berufung wurde heute vormittag der Obmann der katholischen Volkspartei Dr. Kathrein sowie der ungarische Ministerpräsident Szell vom Kaiser in Audienz empfangen. Die Audienz steht im Zusammenhang mit der Aktion zur Einberufung des österreichischen Reichsrates. — Der von dem Abgeordneten Schönerer im Jahre 1894 gegründete „Bund deutscher Landwirt he in der Ostmark", der über 7000 Mitglieder, zum größten Teile Bauern zählte, ist von der Behörde wegen angeblicher Ueberschreitung seines Wirkungskreises aufgelöst worden. Der Bund deutscher Landwirte hatte insbesondere den Zweck, die Interessen und die Wohlfahrt der grundbesitzenden deutschen Bauern zu wahren und zu fördern. Der Bund hat eine lebhafte Versammlungs- thätigkeit entwickelt; fast kein Sonn- und Feiertag verging, an dem nicht eine Versammlung des Bundes abgehalten worden wäre, die stets zahlreich von Bauern auch aus der weiteren Umgebung des Versammlungsortes besucht zu sein pflegten. Der Bund war die Organisation der deutschnational gesinnten Bauernschaft. Trotz der Auflösung ist diese Organisation nicht zerstört, da längst ein Reserveverein — man lernt in Oesterreich diese Vorsicht — bereit Herr Luciano de Castro den Portuensern nicht freundlich gesinnt ist, davon sind diese fest überzeugt. Nun murrt das Volk, und Aufstände werden gefürchtet. Jegliche Arbeit ruht, die hiesigen Arbeiter, die fast ausschließlich ihre Familien auf dem Lande haben, die sie von Sonnabend auf Montag zu besuchen pflegen, sind that- sächlich in der Stadt gefangen. Die Nahrungsmittel werden theurer. Milch ist kaum zu erschwingen, das halbe Liter ist schon mit 300-400 Reis (1 Mk.—1,20 Mk.) bezahlt worden. Ebenso schlimm aber wie der niederen Bevölkerung geht es dem den Cordon bildenden Militär. Die armen Soldaten leiden Hunger und Durst, haben weder genügende Kleidung noch Decken um im Freien zu schlafen, nicht einmal die Offiziere erfreuen sich eines Zeltes, so daß schon Krankheiten unter ihnen ausgebrochen sind, und wenn nicht die mitleidigen Landbewohner wären, wüßte man nicht, was aus den Aermsten werden sollte. Erscheint es unter solchen Umständen glaublich, daß bei etwa ausbrechenden Unruhen das portugiesische Militär zur bestehenden Regierung halte? So ist denn die stete Frage jetzt: Was wird morgen sein? Die Epidemie selbst erscheint uns als das am wenigsten gefährliche bei dieser Lage der Dinge, und die Furcht im Volk vor ihr ist gering. Zu unterschätzen ist sie darum noch immer keineswegs. Aus Messina sind zwei Aerzte, vr. Stagmtta-Baliesteri und Dr. Ivo Brandt hier. Als letzterer von Zweifeln hörte, die noch allenthalben über das Vorhandenseln der Pest auftauchten, rief er beim Anblick der ,m städtischen Laboratorium gemachten Kultur aus: „II faut &re bete pour mer ya — man muß ein Thor sein, um das zu leugnen!" Andere Länder haben schon Abgesandte geschickt oder sind im Begriff, es zu thun. So kamen aus Deutschland Dr. Frosch und Kossel vom Gesundheitsamt, Amerika sandte Dr. Fairfax Irwin und Frankreich Dr. Cal- mette vom Institut Pasteur, der gleichzeitig Ueberbringer des Kersin'schen Serums ist, das hier angewendet wird. Die Italiener wollen mit einer Verbesserung des Haffkin'schen Serums Versuche anstellen. (Berl. Lok. Anz.) I gehalten wurde. Die Organisation wird als „Deutscher I Landwirtebund" ihre Thätigkeit fortsetzen. Prag, 11. September. Hier wurde gestern eine Volks- I Versammlung unter freiem Himmel abgehalten, an der I die tschechisch-nationalen Arbeiter, die Agrarier und die I Radikalen teilnahmen. Der Hauptredner war Eduard Gregr, I der für den neuen Aufbau Oesterreichs auf streng natio- I naler, demokratischer Grundlage eintrat. Der Radikale I Baxa erklärte, mit den Deutschen könne nicht mehr nach dem I Grundsätze voller Gleichberechtigung verhandelt werden. Die I Tschechen müßten unbedingt ein höheres Maß von Recht I für sich in Anspruch nehmen. (!) Selbstverständlich wurde I diese Frechheit von der fanatisierten Menge bejubelt. Nach I Schluß der Versammlung zog die Masse, lärmend und I nationale Lieder singend, durch die Stadt; es kam jedoch I zu keinem Zwischenfalle. Genf, 11. September. In der letzten Nummer des I „Strand Magazine" dementiert nun auch (vgl. gestrige Nummer) der Konsul der Vereinigten Staaten in Genf, Mr. Ridaely, das im Volk verbreitete Gerücht, daß Luccheni, I der Mörder der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, in einer unterirdischen Zelle ein Leben der Qual führen muß. „Thatsache ist", sagt er, „daß Luccheni nicht gemartert wird. Er wird vorläufig in Einzelhaft gehalten, aber nicht in einer unterirdischen Zelle. Seine Zelle ist ge- I räumig, hell und besser ventiliert, als irgend eine Zelle in einem amerikanischen Gefängnis. Sie enthält ein gutes, Bett mit Strohmatratze, einen kleinen Tisch und einen Stuhl. Luccheni ist anständig gekleidet und lebt jetzt überhaupt unter besseren äußeren Bedingungen, als in seinem früheren | Leben. Allerdings — die Einsamkeit und Stille, zu der er verdammt ist, mag für ihn härter zu ertragen sein, als selbst der Tod. Er sieht ein vollkommen hoffnungsloses Leben vor sich. Der einst müßige Anarchist muß jeden Tag von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends fleißig arbeiten und wird nie die Früchte seiner Arbeit genießen. Da ist es kein Wunder, wenn er bereut. Schon nach sechs Wochen gestand er seinem Priester, daß sein ganzer Zynismus nur gekünstelt war; daß er drei Stunden nach seiner Thal schon Reue empfunden hätte. Er hat auch erklärt, daß er Genossen hat und man glaubt, daß er alle nennen wird. So hat die Einsamkeit den wildesten und waghalsigsten Anarchisten zu zähmen vermocht." Paris, 11. September. Der Anarchist Sebastian Faure wurde heute von zwei Redakteuren des Sozialistenblattes „Peuple" den Zeugen gegenübergestcllt, welche die Angeklagten während der Kundgebungen vor der Josefs- kirche gesehen haben wollten. Die Zeugen erklärten, daß sie sich geirrt Hütten. Infolgedessen werden die Verhafteten in provisorische Freiheit gesetzt. Sofia, 11. September. Das von einigen französischen Tagesblättern verbreitete Gerücht, wonach Fürst Ferdi- , nand nach Ablauf der offiziellen Trauerzeit sich mit der Prinzessin Clementine, der jüngsten Tochter des Königs der Belgier verloben werde, ist auch in hiesige Zeitungen übergegangen und von denselben eingehend besprochen worden. Im Allgemeinen wird aber diesem Gerüchte hier unter Hinweis auf das nahe Verwandtschafts- Verhältnis zwischen dem Fürsten Ferdinand und der Prinzessin Clementine, sowie im Hinblick auf andere Umstände kein unbedingter Glauben geschenkt. I Lokales «rck UrsomfieUes. Gießen, 12. September 1899. I ** Ueber die Beteiligung hessischer Industrieller au der „Stiftung der deutschen Industrie" anläßlich der 100jährigen Jubelfeier der Technischen Hochschule in Berlin-Charlotten- I bürg wurde schon einiges mitgeteilt. Wie wir weiter hier- I zu erfahren, haben zu der Stiftung in Anerkennung der I für die Forschung in Wissenschaft und Technik hochwichtigen Zwecke derselben gezeichnet: die Firma E. Merck in Darmstadt 3000 Mk., die Firmen Gebr. Röder, Herdfabrik I nnd Eisengießerei, und Karl Schenck Eisengießerei und I Maschinenfabrik, G. m. b. H., in Darmstadt, sowie Chr. Ad. Kupferberg in Mainz, je 500 Mk., die Waggon- I fabrik Gebr. Gastell in Mainz-Mombach hat sich an der I Kollektivzeichnung von 100000 Mk. der Norddeutschen I Wagenbau-Vereinigung in Köln-Deutz beteiligt. — Wenn I wir über unser Land hinausgehen, so sehen wir von großen I Firmen als Zeichner vertreten: Friedrich Krupp in Essen I mit 50000 Mk., Heinrich Ehrhardt in Düsseldorf, Fahr- I zeugfabrik Eisenach und Rheinische Metallwaren- gunb I Maschinenfabrik in Düsseldorf mit zusammen 22500 Mk., I A. Borsig in Berlin, vorm. Schuckert & Cie in Nürnberg, I Heinrich Lanz in Mannheim, Ludw. Löwe & Cie., A.-G., I in Berlin, I. Schichau in Elbing, Siemens & Halske, I Cäsar Wollheim, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft, letztere I sämtlich in Berlin, mit je 20000 Mk., die Gutehofsnungs- hütte in Oberhausen und Baurat PH. Holzmann in Frank- I furt a. M. (zugleich für die Intern. Baugesellschaft und I die Firma PH. Holzmann & Cie., G. m. b. H., in Frankfurt a. M.) mit je 15000 Mk., eine größere Anzahl I Firmen mit je 10000 Mk. u. s. w. ** Sozialdemokratische Landes-Konferenz. Die hessischen I Sozialdemokraten hielten am Sonntag in Mainz unter dem Vorsitze des Abgeordneten Ulrich ihre jährliche Landes- Konferenz in der Restauration „Zur Wanz" ab. Herr Liebmann-Mainz begrüßte, wie der „M. A." meldet, I die Konferenz namens der hiesigen sozialdemokratischen I Partei, worauf der Gesangverein „Harmonie" zwei Lieder I zum Vortrag brachte. Wegen des vorgesehenen Referates Dr. Davids über die taktischen Streitfragen innerhalb der I Partei verlangte Arbeitersekretär K a tzenst ei « Mannheim I die Ernennung eines Korreferenten, weil Dr. David in der I Frage Partei sei. Der Antrag wurde mit 23 gegen I 22 Stimmen angenommen und als Korreferent Herr Katzen- I stein gewählt. Der Vorsitzende des Landes-Komitees, Abg. I Ulrich, berichtete hierauf über die Thätigkeit des Komitees. Die Einnahmen seien durch die Einführung der Einheitsmarken gestiegen, dieselbe müßte aber noch bedeutend zunehmen, um richtig wirken zu können. Das Landeskomitee habe die Vorbereitungen zu den bevorstehenden Landtagswahlen vollständig getroffen und die Kandidaten aufgestellt. ! Ein Flugblatt von 60,000 Exemplaren sei schon in Händen der Genossen. Die Hoffnung erscheine berechtigt, daß die Partei nicht ohne Erfolg aus dem Kampfe hervorgehe, wenn die Genossen ihre volle Schuldigkeit thun würden. — Der Kassierer Orb-Offenbach erstattete den Rechenschaftsbericht. Die Einnahmen betrugen Mk. 2296.91 und die Ausgaben Mk. 1649.50, sodaß ein Ueberschuß von Mk. 647.41 verblieb. Die Revisoren erklärten, die Kasse in Ordnung befunden zu haben, worauf dem Kassierer Decharge erteilt wurde. Nach längerer Debatte über die Wirkung der Einheitsmarken wurde der Antrag Orb: „Zusatzmarken zur Landesmarke in den Kreisen und Orten Hessens sind unzulässig. Alle Marken derselben Art, welche noch bestehen, sind zu beseitigen und dürfen nur solche vom Landeskomitee benutzt werden", einstimmig angenommen. Abg. Haas referierte über die Thätigkeit der Landtagsfraktion. Der Redner bemerkte, daß das gegenwärtige Wahlgesetz dem Volkswillen in keiner Weise entspräche, bei der Wahlreform, welche nicht zur Durchführung gelangt sei, wäre die sozialdemokratische Fraktion mit den ultramontanen Antragstellern der gleichen Meinung gewesen, daß mit dem alten Wahlgesetz aufgeräumt werden müsse. Es müsse nicht allein eine Neueinteilung der Kreise, sondern auch eine Erweiterung der Zahl der Abgeordneten Platz greisen. Der Referent führte nun alle Gesetzentwürfe und Verbesserungen auf, bei welchen die Fraktion milgewirkt habe, während "er die Steuerreform und die hessische Staatslotterie einer Kritik unterzog. Bei den Fällen Dettweiler, Soldan-Küchler hätten im Landtag I nur die Sozialdemokraten die Sache angeschnitten. Abg. I Cramer-Darmstadt bemerkte, daß die Stellung zum Eisenbahnwesen eine außerordentlich wichtige sei. Seit der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft würde die Erbauung der Nebenbahnen hinansgezogen und jetzt kämen die Privatgesellschaften, wie Bachstein mit seinem abscheulichen Material, um sich des fetten Bissens zu versichern. Das müffe verhindert werden, der Grundsatz, daß überall nur Staatsbahnen gebaut werden müßten, müffe nicht allein bei den Abgeordneten, sondern auch bei den Genossen zum Durchbruch kommen. Die Landeskonferenz erklärte sich hierauf mit der Thätig- kett ihrer Abgeordneten im Landtage einstimmig einverstanden. * Ferner wurde der Antrag Heil mann, „nach jeder Landtagsperiode einen gedruckten Bericht herauszugeben", angenommen. Abg. Cramer- Darmstadt berichtete hierauf über die bevorstehende Landtagswahl. Wenn auch die Wahlreform zu Schanden geworden, so hoffe man doch mit dem elenden Wahlsystem Erfolge zu erringen. Der 14. Bezirk (Mainspitze), bisheriger Abgeordneter Osann, müsse erobert werden, behauptet würde der 15. Bezirk, während in den Bezirken 8 (Rheinhessen), 1. und 6. Bezirk (Oberheffen), 10., 12. und 17. Bezirk große Aussichten auf Erfolg beständen. Es wurde eine Resolution angenommen, in allen Bezirken energisch in den Wahlkampf einzutreten. Abg. Dr. David referierte nun über die die Partei beschäftigenden Streitfragen in eingehender Weise, wobei er die Ketzerrichterei in der Bernsteinfrage energisch bekämpfte. Die Sozialdemokratie dürfe nicht an einem Programm oder an einem Stücke Papier hängen. Zum Schluffe empfahl er zur Annahme folgende Resolution: „1) Die Landeskonferenz der Sozialdemokratie Hessens sieht in den Sätzen des allgemeinen Teils des Erfurter Programms keine unanfechtbaren, für alle Zeiten feststehenden Wahrheiten. Der Charakter der sozialistischen Theorie als eine wissenschaftliche Lehre erheischt ihre fortgesetzte voraussetzungsfreie Prüfung und Weiterbildung gemäß den Fortschritten der wissenschaftlichen Erkenntnis und der praktisch-politischen Erfahrung. 2) Die theoretischen Streitfragen, die von Bernstein aufgerollt worden sind, können natürlich nicht durch Majoritätsbeschlüsse entschieden werden. Die Landeskonferenz lehnt es daher ab, zu den theoretischen Streitfragen in zustimmendem oder ablehnendem Sinne Stellung zu nehmen, ebenso wie sie jeden Versuch, die Freiheit des Denkens und For. schens innerhalb der Partei einzuschränken, zurückweist. 3) Was die taktische Haltung der sozialdemokratischen Partei betrifft, so ist die Landeskonferenz der Ueberzeugung, daß das Hauptgewicht der Parteithätigkeit auf der praktischen Mitarbeit an allen aus der Gegenwart erwachsenden sozialpolitischen Aufgaben zu liegen hat. Dabei ist ein zeitweiliges Zusammengehen mit anderen Parteien nicht zu umgehen. Selbstverständlich darf dabei die Sozialdemokratie niemals ihren Charakter als äußerlich unabhängige und innerlich festgeschlossene Partei zur Durchführung des proletarischen Klaffenkampfes, dessen Ziele die volle politische, wirtschaftliche- und soziale Emanzipation der Arbeiterklasse ist, verleugnen. 4) Diese auch schon seither von der sozialdemokratischen Partei befolgte Praxis wird vom Genossen Bernstein in keiner Weise in Frage gestellt, sondern im Gegenteil ausdrücklich gebilligt. Die Landeskonferenz sieht darum auch in keiner Weise Bernsteins Zugehörigkeit zur Partei in Frage gestellt und ist der Meinung, daß alle diesbezügliche ketzerrichterischen Wünsche doktrinärer Theoretiker energisch zurückzuweisen sind." Der zweite Referent, Katzen st ein, bemerkte, daß der lebhafte Beifall bei den Ausführungen Dr. Davids beweise, auf welchen Boden diese gefallen seien. Wenn er auch auf dem Standpunkt stehe, daß nicht jedes Wort im Programm haltbar sei, so glaube er doch an den Zusammenbruch der heutigen Gesellschaft, wie ihn Engels beschrieben, derselbe vollziehe sich übrigens vor unseren Augen. Zunächst müffe die politische Macht erobert werden und dann könne man einen radikalen Systemwechsel vornehmen, um allmählich in die sozialistische Gesellschaft hineinzukommen. Der Redner schlug zum Schluffe eine Gegenresolution vor. Müller- ass 'M S W-7, Ü-Lmi Butzbach, DistnktseiE Born, iftj mittag int M wisch von ein berufene bell- DistriktseinnehnH nehrnereibezirks, als äußerst M hieben W eingelebt, dies fiandsversetzung. als pflichttreuer Übung ist hier morden. * Bad Al Gegenwart der die eigens zu d mar, die Einw amerikanisch celebrierte. Die engManlerikan der Feier bei. zugesagt hatte, r. — Heute fand ii an den Todestai eine Trauerfeier von Bulgarien v Behörden betdli Tamstadt, einem Neubau i geselle Peter P des Gebälks de- Baues /jerntr Schädelbruch un wurde sofort in Michelstadt, geschrieben: Sic Lehramtsassessor durch allerhöchst« Bürgerschule in. Mainz, 11. ($ Beeidigung 1 gangen durch den Zeitung" ist der' Journal» und d< richten» auf den zu Darmstadt at er ^rlin, 11 N"Iubs der S ^p'elajfaire ist n ?• Oktober i jammer des ^ Anklage ist ( Ahfer und G' Ol A in llnterfuc ^.Referveossizü Ke aktive und 101 Alter öi ^war verhaft wie sb m Nttei Mtj V y; »»« 'M bit M J ’M« ”\onWein « - Irfidi nicht durch ftontatä- Pic Siinbtätonfeteni >-h"> girren i«*» ÄtiZ-s rX«B »KW S-sSÄ !«rVb?«o^b% K. A W». 'S ** ;?5sH L^-zü SSt^. ^85 äs*«, r s L?r; &Ä‘ »fite* >°! «»>** von W l6^U??abetl d'e Kasse in Ai141 b«. !rcr®eiaAS?Ut|9 6e. LZL ssäSS iwttion. DkRed^'"" '^4 H me Snwittnm btr *' D» Sefetm 1U ’'W«t allein bei den Abgeord- n zum Durchbruch kommen. I hieraus mit der Thätig- i ze einstimmig einverstanden, mann, „nach jeder Land- ücht herauszugeben", an- istadt berichtete hieraus über ihl. Wenn auch die Wahl- o hoffe man doch mit bem erringen. Der 14. Bezirk eter £)fann, muffe erobert , fleiirt tt)äf)renb in den 6. Bezirk (Oberhessen), usßchten aus Ersvtg be- 1 vu anynommtn, in allen htamps einzutreten. Abg. die die Partei beschäftigen- Weise, wobei er die Ketzerenergisch bekämpfte. Die einem ‘Programm oder an QUm Schluffe empfahl er i;(l) Die Landeskonferenz; eht 'm den Sätzen des all- roqramms keine unanfecht- Hilden W-hrheit-n. Da rje als eine wissen sch aft- Ludwigshafeu, 11. September. Durch einen Re- volverschuß entleibt hat sich der Pflasterermeister I Chrrstran Kärner. Finanzielle Schwierigkeiten, in die er momentan geraten war, werden als Motiv des Selbstmordes | angegeben. * Zweibrücken, 11. September. Bei den Manöver- I Übungen des 18. Jnf.-Regts. bei Battweiler erlitten drei Soldaten Hitzschläge. Ein Lehrer aus Landau, der erst seit Pfingsten verheiratet war, ist nach der „Pfälz. Zta." gestorben. * Wurzburg, 11. September. Jnnungsmüde werden die hiesigen Handwerksmeister. Nachdem erst vor kurzem ' die Schneidermeister aus Mangel an Mitgliedern und Geld ihre Innung auflösten, haben jetzt auch die Friseure an den Magistrat das Ansuchen auf Auflösung ihrer Innung gestellt. Bon einer Zwangsinnung wollen die Meister gar nichts wissen. * Leipzig, 11. September. In Flöha bei Freiberg wurden 20 dortige Einwohner unter dem Verdacht, schwerer Sittlichkeitsverbrechen verhaftet. Die Verbrechen sollen seit Jahren an schulpflichtigen Kindern des Ortes begangen sein. Die Verhaftungen erregen großes Aufsehen. Unter den Festgenommenen befinden sich mehrere sehr an- gesehene Persönlichkeiten. * Plauen i. V., 11. September. In Schönheide sind gestern abend zwei Häuser abgebrannt. Eine fünfzigjährige Frau und ihr 20jähriger Sohn kamen in den Flammen um. * Singen, 10. September. Bei der Zollrevision wurde eine aus der Schweiz kommende Dame, die nach Rheydt in Westfalen reisen wollte, wegen Schmuggelns verhaftet. Sie hatte nach badischen Blättern für ca. 500 Mk. | Vermischtes. * Berlin, 10. September. Spielerprozeß des „Klubs der Harmlosen". In der vielbesprochenen Spielaffaire ist nunmehr Termin zur Hauptverhandlung für den 2. Oktober und die folgenden Tage vor der vierten Strafkammer des Landgerichts Berlin 1 anberaumt worden. Die Anklage ist gerichtet gegen Negierungsreferendar Bruno v. Kayser und Genossen, v. Kayser, der seit dem Februar d. I. in Untersuchungshaft sich befindet, ist 30 Jahre alt und Reserveoffizier. Der zweite Angeklagte ist der ehemalige aktive und jetzige Reserveoffizier Hans v. Kroecher, der im Alter von 23 Jahren steht und gleichfalls seit Februar verhaftet worden ist. Als dritter Angeklagter figuriert der wie die beiden Mitangeklagten in Untersuchungshaft befindliche Kaufmann Paul v. Schachtmeyer, der 24 Jahre alt ist. Es wird den Angeklagten fortgesetztes gewerbsmäßiges Glücksspiel zum Vorwurf gemacht. Ursprünglich hatte die Anklagebehörde auf Grund der Ergebnisse der Voruntersuchung auch eine Anklage wegen Betrugs gegen die drei Obengenannten erhoben, die Einleitung des Hauptverfahrens wegen dieses Deliktes ist aber im Juli d. I. von der Ferienbeschlußkammer des Landgerichts 1 abgelehnt worden, und es findet daher nur । lediglich die Verhandlung wegen gewerbsmäßigen Glücks | fancte statt. Die Zahl der Zeugen, die zu den sechs- tägigen Verhandlungen Vorladungen erhalten haben beträgt etwa hundert. Es befinden sich darunter nicht weniger als 20 Grafen und zahlreiche Freiherren und Barone. Das militärische Element ist durch etwa 40 Offiziere, die als Zeugen vorgeladen sind, vertreten. Der I »Klub der Harmlosen", in welchem hunderte von Offizieren und auch andere wohlhabende junge Herren aus dem Zivilstande viele Hunderttausende im Laufe der Zeit ver- I LOnCn' h""e in einem Berliner Hotel für eine monatliche Miete von 1000 Mark elegante Spielräume inne. Und I dort sollen die drei Angeklagten in der Rolle von Bank- I gewerbsmäßigen Glücksspiels sich schuldig qe- I maajt haben, während die anfängliche Behauptung der I Anklage, daß sie gemeinschaftlich mit einander und dem I Fi rn ärIc£ Wolff Lhre Mitspieler betrogen hätten, infolge I ces Beschlusses der Ferienstrafkammer ausscheidet. Einige der I Zerren, welche im „Klub der Harmlosen" besonders schwere I k ar c ^"en hatten, veranlaßten Ende vorigen Jahres I uno Anfangs dieses Jahres Veröffentlichungen über das I oort herrschende Treiben in der Tagespresse. Die daraufhin | | eingeleiteten behördlichen Untersuchungen hatten im Februar d. I. die Einleitung des Strafverfahrens und die Verhaftung der drei Angeklagten zur Folge. Der Falschspieler Hermann Wolff wußte der ihm drohenden Verhaftung rechtzeitig durch die Flucht sich zu entziehen, und es mußte, da alle Bemühungen, seiner habhaft zu werden, mißlangen, I die Anklage auf die erwähnten drei beschränkt werden. • Berlin, 11. September. Der Müggelsee hat I wieder ein Opfer gefordert. Der Gastwirt Brüning vom „Spreeschloß" zu Friedrichshagen veranstaltete gestern I eine Segelregatta, deren Start und Ziel die Waldwirtschaft „Rübezahl" an der Dampferbrücke gegenüber den Müggel- I bergen war. Brünings Boot „Marie" steuerte der bei ihm I wohnende 50 Jahre alte Bandagist Julius Nehring. I Außer diesem befanden sich noch drei Mann in dem Boote. I Um 3y4 Uhr brachte ein heftiger Windstoß, der unerwartet I in die Segel fiel, die „Marie" in der Nähe von Rahns- I dorf zum Kentern. Die vier Insassen fielen ins Wasser. I Drei retteten sich durch Schwimmen, Nehring dagegen er- I trank. Als das Boot der Rettungsstation bereits in seiner Nähe war, um ihn aufzunehmen, ging er unter. I * Berlin, 11. September. Kaiserin Elisabeth- I Gedächtnis-Feier. Eine erhebende Feier zum Gedächtnis I an die am 10. September v. I. in Genf ermordete Kaiserin Elisabeth von Oesterreich fand Samstag vormittag in der katholischen Kirche St. Maria Viktoria in der Karlstraße I statt. Das Gotteshaus war von Andächtigen dicht gefüllt. Den österreichisch-ungarischen Botschafter, der sich noch auf Urlaub befindet, vertrat der Geschäftsträger Botschaftsrat I v. Velics, welcher mit seiner Gemahlin und den hier anwesenden Mitgliedern der Botschaft und deren Damen er- I schienen war. Außerdem bemerkte man den Prinzen von I Braganza, den Geschäftsträger der bayerischen Gesandtschaft Legationsrat Freiherrn v. Guttenberg, sowie zahlreiche Mit- I glieder des diplomatischen Korps. Ebenso war die öster- I reichisch-ungarische Kolonie zahlreich vertreten. I * Osnabrück, 11. September. Gestern nachmittag ging I hier und in der benachbarten westfälischen Gegend ein heftiges Unwetter nieder, bestehend in bedeutenden Niederschlägen, Hagel und Gewitter. Auf dem Lande wurden arge Verwüstungen angerichtet. — Auf einen Personenzug auf der Strecke Osnabrück-Bielefeld wurde ein Attentat versucht, indem Steine auf den Bahnkörper gelegt wurden, Ein Unfall wurde verhütet. * Boppard, 10. September. Einen grauenvollen Selbstmord beging heute vormittag eine anscheinend den besseren Ständen angehörende unbekannte Dame, indem sie sich vor den kurz nach 8 Uhr hier von St. Goar eintreffenden Personenzug warf. Sie wurde ganz entsetzlich verstümmelt. Der Kopf wurde etwa 40 Mtr. vom Rumpf entfernt gefunden und einzelne Teile bis zu 60 Meter weit geschleift. Be- I kleidet war die Lebensmüde mit feinem Hut mit schwarzer Feder, grünlichem Lodenkleid, weißer Leibwäsche und spitzenbesetztem Unterrock; die Uhr wurde 40 Meter entfernt im Geleise aufgefunden. In der Börse befanden sich etwa 6 Mk. Bargeld. Das braune Haar war etwas meliert. Ueber die Persönlichkeit der Unbekannten sowie über den Grund der That fehlt jeder Anhalt. * Bonn, 11. September. Auf dem hiesigen Friedhöfe wurde eine Dame von einem bis jetzt unbekannten Strolch angefallen und aufgefordert, ihre Barschaft herauszugeben. Als die Dame sich weigerte, dies zu thun, erklärte der Strolch, er werde sie ermorden, falls sie das Geld nicht 99rac^C&e‘ Die Dame gab hierauf ihre Geldbörse mit | 33 Mark Inhalt her, worauf der Attentäter flüchtete. * Schmalkalden, 11. September. Gegen 9 Uhr entstand em größeres Schadenfeuer, dem 6 Wohnhäuser und 1 Scheune anheim fielen. Es wird Brandstiftung vermutet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. * Straßburg, 11. September. Der Wirkt. Geh. Ober- regrerungsrat Mebes, der bis zum 1. Juli Präsident der Generaldirektion der Reichseisenbahnen in Elsaß- Lothrmgen war, ist heute früh gestorben. * Halle, 11. September. Nach schweren Leiden ver- ! stjarb in der hiesigen Klinik der Oberregisseur des Stadt- I theaters, Wisch Hausen. Erfrischende Fruchtspeisen. Wer Flammris von köstlichem Geschmack begehrt, sollte sie mit Brown & Polson's Mondamin Herstellen. Ein Pfund Mondamin ist überall für 60 Pfg. zu haben und ist eü so ergiebig, daß sich aus einem solchen Paket 12 Flammrts für je vier Personen bereiten laffen. Die Kosten des Mondamins werden daher für einen Flammrt so gering, daß es sich jeder gestatten kann. Mondamin ist überall erhältlich. Auch sind neue Rezepte in einem Büchlein von Brown & Polson, Berlin C. 2, kostenlos franko zu haben. Spitzen um den Leib gewickelt. Man vermutet, daß sie einer weitverzweigten Gesellschaft angehört. * Luzern, 10. September. Bei den verhafteten Gebrüdern Loibl, die aus München mit einer unterschlagenen Summe von 40000 Mk. flüchtig gegangen waren, wurde das Geld fast vollständig noch vorgefunden. Die Loibl, deren Verhaftung kürzlich fälschlicherweise aus Zürich gemeldet worden war, trafen gestern nachmittag hier ein und stiegen in einem Hotel am Bahnhof ab. Bei einem Kleiderhändler kauften sie sich neue Kleider und gingen Abends in den Kursaal. Nachts um 11 Uhr verließen sie denselben, wurden aber von dem ihnen folgenden Polizei- Hauptmann Jans, dem sie, obwohl sie sich durchaus nicht auffällig benahmen, verdächtig vorkamen, auf der Quaipromenade gestellt und zur Feststellung ihrer Personalien nach der Polizeiwache gebracht, hier verwickelte sich der eine der Brüder in Widersprüche und gestand dann schließlich zu, daß sie die gesuchten Gebrüder Loibl seien. Beide trugen geladene Revolver bei sich, der eine der Brüder außerdem noch einen scharfen Dolch. Die Auslieferung an die deutschen Behörden wird alsbald erfolgen. * Lemberg, 11. September. Bei Pluhow stießen zwei Züge zusammen. Ein Passagier wurde schwer, sieben leichter verwundet. * Budapest, 11. September. Auf dem Mikolzer Manöverfeld schlug der Blitz in ein Zelt. Vier Soldaten wurden getötet, zehn verwundet. * Budapest, 11. September. 45 Offiziere des 37. Infanterieregiments sind nach Genuß giftiger Schwämme während des Marsches erkrankt. Es ist mit schwerer Mühe gelungen, sie außer Gefahr zu bringen. * Innsbruck, 11. September. Seit gestern abend herrscht im Gebirg starker Schneefall. Heute früh reichte der Schnee bis auf 1200 Mtr. herab. Auf dem Brenner liegt er einen halben Meter hoch. * Paris, 11. September. Der Staatsrat bewilligte 300000 Frs. für Schutzmaßregeln gegen die Pest. * Paris, 11. September. Heute abend brach ein bedeutender Brand in der Rue d'Arborg in der Nähe der Kirche St. Joseph, dem Schauplatz der letzten Straßenunruhen, aus. Eine große Niederlage von Federn unh Roßhaar wurde eingeäschert. Die Polizisten, die die Straße raumen wollten, wurden von dem Pöbel ausgepfiffen, trieben [ jedoch die Menge auseinander. Einige Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Der Schaden ist bedeutend. * Marseille, 11. September. Seit drei Tagen herrscht in der Umgebung ein furchtbarer Waldbrand. Derselbe hat sich bereits auf 20 Kilometer ausgedehnt. Soldaten und die gesamte Feuerwehr von Marseille sind an Ort und Stelle, um des Feuers Herr zu werden, leider bis jetzt ohne Erfolg. * Konstantinopel, 11. September. Der in das Lazarett m Beirut aufgenommene Pestkranke, ein Grieche, ist gestorben. Die strengsten Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. I . * Aus dem züchtigen Albion. Das Kafferndorf in i oer Earls Court-Ausstellung in London ist definitiv den Frauen wegen der in der Oeffentlichkeit unangenehm bemerkten Vertraulichkeit zwischen den Engländerinnen und den Kaffern verschlossen worden. Damit dürfte die Kaffern- frage in London, die viel Staub aufwirbelte, endlich einmal erledigt sein. UniverMts Nachrichten. . A^ßen. Am 13. September begeht der Senior der medizinischen Fakultät Geh. Medizinalrat Professor Dr. Konrad Eckhard die Feier des 50jährigen Doktorjubiläums. * r r^?e.rHnl Ein Auskänker, der in Paris lebende Herzog 3oscph Florimond von Loubat aus New-York hat der Berliner Unio-rfität ein Kapital von mehreren hunderttausend Mark als Geschenk überwiesen mit der Bestimmung, auS den Zinsen desselben eine Profesiur für amerikanische Forschungen zu errichten und zu unterhalten. ,, ~ Berlin. Ein Kuriosum aus einer PromotionS- 'svrttt enthält das neuerdings von der Königlichen Unioersitäls- iqialtJ ?^?Ssegebene Verzeichnis der Berliner UnimrsttätSschriften 1810 bis 1885. Zu einer botanischen D'siertatton eines Berliners Frttz Kurtz wird bemerkt: Einzelne Exemplare dieser Disiertation am Schluß der biographischen Mitteilungen den Zusatz: Srmd seiner Studienzeit trank der Verfasser etwa 6 (genau 5,930) Kubikmeter Bier." „ , — Wien. Der Professor der Geschichte an der hiestgen Universität Hofrat Dr. Max Büdinger tritt in den Ruhestand. r ""i Krakau. Der Prtvatdozent Stephan Jentys wurde zum außerordentlichen Profesior der Acker- und Pflanzenlehre an der oiestgen Universität ernannt. Darmstadt meinte, daß Bernstein mit seinen Vorschlägen mit vollen Segeln in das bürgerliche Lager hineinsegle. Einer großen Anzahl Parteigenossen habe Bernstein mit seinem Buch aus der Seele geschrieben, weil sie schon auf dem Standpunkte der bürgerlichen Demokratie ständen. Nach längerer Debatte wurde die Resolution Dr. David mit 49 gegen 11 Stimmen angenommen. Das Landeskomitee wurde noch beauftragt, eine Umänderung des Organisationsstatuts vorzunehmen. Zum Schluffe wurde Abg. Ulrich als Vorsitzender und Orb-Offenbach als Kassierer des Landeskomitees wiedergewählt. Butzbach, 11. September. Der langjährige frühere Distriktseinnehmer am hiesigen Platze, Herr Rendant Bonn, ist, wie die „Butzb. Ztg." schreibt, gestern nachmittag im Kreise seiner Freunde in dem Restaurant Kalbfleisch von einem Herzschlag getroffen worden und war sofort tot. Der so plötzlich von seinen Angehörigen Abgerufene bekleidete lange Jahre hier das Amt eines Distriktseinnehmers und wird von allen Denen des Einnehmereibezirks, die mit ihm in Berührung gekommen find, als äußerst zuvorkommend und zugänglich geschildert, in die hiesigen Verhältnisse hatte sich der Verstorbene sehr gut eingelebt, dies bekundet uns sein Verbleib nach der Ruhestandsversetzung. Bei seiner vorgesetzten Behörde galt Bonn als pflichttreuer Beamter. — Für die Dauer der Herbstübung ist hier ein Manöver-Proviantamt errichtet worden. * Bad Nauheim, 11. September. Gestern fand hier in Gegenwart der Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, die eigens zu diesem Zweck von London hierher gekommen war, die Einweihung der neuerbauten englischamerikanischen Kirche statt. Der Bischof vonHorwich celebrierte. Die Spitzen der Behörden sowie die gesamte englisch-amerikanische Kolonie, zirka 300 Personen wohnten der Feier bei. Die Kaiserin Friedrich, die ihr Erscheinen zugesagt hatte, war durch Unpäßlichkeit daran verhindert. — Heute fand in der Neinhardkirche dahier zum Andenken au den Todestag der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich eine Trauerfeier statt, an der sich auch Fürst Ferdinand von Bulgarien mit gesamten Gefolge, sowie die Spitzen der Behörden beteiligten. Darmstadt, 10. September. In voriger Woche ist an einem Neubau in der Landskronstraße der 22 jährige Zimmergeselle Peter Plößer aus Ober-Beerbach beim Aufschlagen des Gebälks des zweiten Stockwerks an der Außenseite des Baues heruntergestürzt und erlitt hierdurch einen Schädelbruch und Gehirnerschütterung. Der Schwerverletzte wurde sofort in das städtische Krankenhaus verbracht. Michelstadt, 10. September. Dem . Erb. Krsbl." wird geschrieben: Sicherem Vernehmen nach wurde der seitherige .Lehramtsassessor an der hiesigen Realschule Herr Foermes durch allerhöchstes Dekret zum Direktor der höheren Bürgerschule in Lauterbach in Oberhessen ernannt. Mainz, 11. September. In der Klagesache wegen Beleidigung des hessischen Ministeriums begangen durch den Abdruck eines Artikels der „Frankfurter Zeitung" ist der Termin gegen den Redakteur des „Mainzer Journal" und den Redakteur der „Mainzer Neuesten Nachrichten" auf den 12. Oktober 1899 vor der Strafkammer , zu Darmstadt anberaumt. Arbeiterbewegung. M.-Gladbach, 11. September. Bet Frank L Sohn kündigten sämtliche Weder und Weberinnen wegen Lohnzwtstes. Zürich, 11. September. In der Kunstanftalt Benziger in Einftedeln sind 700 Arbeiter wegen Lohnherabsetzung auSständl? Der schweizerische Arbeitersrkretär Greulich vermittelt seit heute moraem Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen: Wittwe des Pächters Diedr. Klinker Tenstedt (Cloppenburg); Bauer Jos. Hohmann, Eiserfeld; früherer Delikatessen- und Fettwarenhändler Heinr. Rich. Quast Hamburg- früherer Krämer Heinr. Sumfleth, Hamburg; Handschuhmacher Alb Dittert, Landeck i. Schles.; Maler Eduard Wilh. Max Götze Leipziu- Undenau; Kaufmann Ernst Krieg, Lörrach; Agent Moritz Louis Hasse, Plauen; Maler Roh. Lange, Radeberg; Wirtschaftbesitzer Fnedr. Fürchtegott Schmerler, Dittersbach (Sayda); Nachlass des Webers Wilh. Dankenbring, Grossenheidorn (Stadthagen); Kaufmann Alfr. Zenner gen. Zeiner, Altwasser (Waldenburg); Rasierer Jak. Lohr, Westhofen (Wasselnheim); Glaser Job. Gregor Götz, Würzburg._________ Bekanntmachung, Die Herbstübungeu der Großh. Hess. (25.) Division betreffend. Von den Herbstübungen der Großh. Hessischen (25.) Division wird die Gemarkung Gießen voraussichtlich erst gegen Ende der Hebungen (20.—23 September) und zwar mit dem südlich gegen die Gemarkung Großen-Ltnden gelegenen Teil berührt. Um Flurschäden und Unglücksfälle nach Möglichkeit zu verhindern, empfehlen sich die nachstehenden Maßnahmen, um deren Anwendung ersucht wird. 1. Die reifen Feldfrüchte find, soweit ohne Schaden möglich, vor den Hebungen abzueruteu und nach der Aberntung möglichst bald eiuzufahreu bezw. auf Schober zu fetze«. 2. Die zu schoueudeu Grundstücke find zu bezeichnen und zwar: ») Die vom Betreten durch die Truppen überhaupt ausgeschloffenen Gärten, Parkanlagen, Holzschonungen, Pflanzgärten rc., sowie die Versuchs-Anstalten land ustd forstwirtschaftlicher Lehranstalten und Versuchsstationen, soweit dieselben nicht als solche abgezäunt oder von weither für jedermann deutlich erkennbar find — vermittelst hochstehender Tafeln mit Aufschrift. b) Die vorzugsweise zu fchonendeu Felder (Zuckerrüben, Erbsen, Raps, Flachs, Samenklee, Samenrüven u. bergt) mittelst etwa 2 Meter hohen Stangen mit Strohwiepeu. 8. Bei Kartoffeln, minderwertigen Rüben, Dickwurz u. s. w. bedarf es der Bezeichnung mit Wiepen nicht. Das unterschiedlose Bestecken aller Felder mit Warnungszeichen würde den Truppen nur das Erkennen dec wertvolleren Felder erschweren. Besonders sei heroorgehoben, daß eine Vergütung für etwa entstehende Flurschäden auch bei solchen Feldern gewährt wird, welche nicht abgewtept waren. 4. Rach einer Verfügung des Kriegsministeriums vom 30. 7. 95 darf das Einebnen der etwa während der Herbstübungen ausgehobenen Schützengräben durch die Truppen selbst nicht mehr stattfinden. Die betreffenden Geländeeigentümer haben daher das Einebnen dieser Gräben selbst zu veranlaffen, wofür ihnen alsdann eine Entschädigung auf Grund des Naturallerstungsgesetzes seitens der Flurabschätzungs- Kommissionen zuerkannt werden wird. Das Einebnen der Koch- rc. Löcher in den Biwacks wird durch diese Bestimmung nicht berührt, sondern ist nach wie vor Sache der Truppen. 5. Hm Hnglücksfälle zu verhüten, sind die Ränder von Steinbrüchen, Lehm-, Kies- und Sandgruben, Hohlwegen und Steinabfällen, außerdem sumpfige Stellen im Gelände durch Aufstellen schwarzer Flaggen zu kennzeichnen. Die Brückendecken sind in stand zu setzen, sodaß ein Einbrechen von Fahrzeugen und Durchtreten von Pferden verhütet wird. Sensen, Pflüge, Eggen sind von dem Manöverfelde zu entfernen. Die Grundbesitzer werden hiermit aufgefordert, etwa auf ihren Grundstücken entstandene Flurschäden sofort nach Beendigung der Hebung auf unserem Bureau — Zimmer 15 — unter Angabe von Flur und Nummer der betreffenden Grundstücke anzumelden. Gießen, den 9. September 1899. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 6604 Holzlieferung. Die Lieferung des Holzbedarfes unserer Gruben in den Revieren Wetzlar, Weilburg und Dillenburg für das Jahr 1900 soll vergeben werden. Reflektanten können das Nähere auf unserer Hauptverwaltung Wetzlar, Hauserthorstraße C. 119a, erfahren, woselbst die Bedingungen, Bedarfslisten und Angebotbogen kostenlos abgegeben werden. Wetzlar, den 9. September 1899. 6563 Buderus'sche Eisenwerke. OckllMltMlHlllgeil Verdingung sämtlicher Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines rinaförmigen Lokomotivschuppens (22 Stände) auf Bahnhof Gießen, ausgenommen die Lieferung des eisernen Daches und der Schlosserarbeiten. Die Verdingung findet am 3. Oktober d. I., vormittags 10*/2 Uhr, in den Amts- räumen der unterzeichneten Betriebs- Inspektion statt und sind Angebote bis zu diesem Termin rechtzeitig sowie porto- und gebührenfrei einzusenden. Bedingungen und Zeichnungen liegen zur Einficht hier aus und können die zur Angebotabgabe zu benutzenden Vordrucke (nebst Zeichnungen) gegen porto- und gebührenfreie Einsendung von 5 Mark (nicht in Briefmarken) ebendaselbst bezogen werden. 6648 Gießen, den 7. September 1899. Großh. Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion I. Mittwoch den 11. Mtoöer, nachmittags 2V, Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Gastwirt Leopold Schütz Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr. 236i/ip — 169 qm Hofraite auf dem Reichensand, Flur 1 Nr. 2366/10 — 94 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 29. August 1899. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 6320 Mittwoch ben 13. September 1899 werden versteigert: 1. Um 2 Uhr nachmittags in meiner Amtsstube, Bahnhofstraße 48, und zwar bestimmt: eine Konzertzither. 2. darnach im Bieker'scken Saale: Möbel aller Arten, eine Partie Fahrräder, 1 Break, 1 Pferd u. a. m. 6602 Geißler, Gericktsvollzieber. Wpfkliliimcll IickdckuHkii Montag, Mittwoch und Freitag von 9 Uhr ab. 4743 Friede. Noll, gofbacker. SHFEHPBLVEfd gibt blendend weisse | i Wäsche. I Unübertreffliches \ PWasch- und’) Bleichmittel, £ Allein echt mit Namen ]i 1 Dr. Thompson I Hl ir.Schiözmarke SCHWAN Vorsicht 11 vor Nachahmimg^nl 1 y Veteran.*äunicft> V [ Ai!etnt8rer;iFai5rikanp fl Ernst Sieytij Düsseldorf, \ nestle s.; KINDERMEHL' \ Milchpulver > ij Nahrungsmittel 's M KLEINE KINDER. la. Seifenpulver in Packeten per Pack 10 Pfennig empfiehlt 6547 PH. Herrmann, Seltersweg 33. (Preis ä DoselMk, G~Wanzen werden sicher vernichtet WANTO iibera 11 leicht und | ohne hefondOre7&er\ anwendbar Kleine Dose 60 Pfg. Fabrikant: M. Lehnhardt, Magdeburg. Veikaufssteile bei: Gustav Walter. 40 Pf jmStückl Auch kurzweg genannt: 4 Eulen-Seife. ► Das Beste und Erfolgreichste was Damen zur Pflege der Haut und was Mütter zum Waschen der Kinder verwenden können. Erhältlich überall zu 40 Pfg. to o CD 00 ^^trengreelle^illig^Berüg^uelle!^ -In mehr atS ISvvOv Jamilten tmGebrauche! Gänsefedern, Ü*r1«e frrr SrLhl'sch-« anwcrftttfC-etu*. aai» @tttxlre