bet Ä' E Dtt '« Wtäta 'Wrntw SaWl« feu "’ °*bt »Wi Z 9ef"m«tn us bet gleit. *tt^9 $i5^-== WZr ,b tlntm Ruf »ich Rostock *Ä(.te "'«'hm dadNauhejm $ 16- Siptimbir. BRV0n7,/lto8l/i Uhr ' »dS siehe ur.tm. $ei wtntaer faale detz Kurhiusrs. nachmtttipS von 4 bl§ 6 und k l”c:m?on>eit derkurkapelle. * Mittwoch dm 13. 8ep- mo abends von 8 bis 9V. Ubi i d-S Großb. Hesi. Lelb-Drag.- aus Darmstadl. Bel gutem «ass von 5 bis 7 Uhr am lvg- Flaltersucht. DonnerSI-g 1 l’/i bis 7 Uhr: Konzert der von 8 bis 10 Uhr im Stolt: nachmittags von 4 bis 6 und -r tafle: Konzert der Kur- Theatnvorflckung. tint tafle e. (Letzte dteSWtge Theotti- Levtember, nachmttiagtz von t Uhr aus der Tnrasie: konzal krsüM MM. iau6. r: Freischütz. Mittwoch den rnmierstig dm 14. September : Faust, erster Teil. EmSteg von Säkkingen Sonntag bin lg dm 18. September: Meister« U)au6. romont junior unb 31161tr er: Biberpelz. DonoerStag [• Dir DertvdM?, ou nn mber. etpelv Montag dm U. Eev> ame j^allen BchwaiMn.weiMen ^iseii eine bl^md w ? Instand «n» 113.R114jC 103.' 3 I >< 1431 125'- 4 5 3' B 4 5 140.95 165." 136." 39.20 135.90 14010 165^ 130.5 136> Jlllt to^c«W- «at3Vl°0 W-^vL &ln^‘ SÄ*100' »5,71880 Oest^' xtz 40 Oldenb-^' 5»- Ä MSli20 10 Frttb^z.'iO Auländ.i _ - *■•5 £ 25.- 125-SO f 28.00 », 13.2 . 24-35 **, H«' 23^1/ i eyeri^; u63o usjo Deft. Staats- 82‘3O\ 32-80 iW - , AovhLrbbLhn. , LtcW0* ' Pnnc - Her-Aö-ngS-"' ' J 264.-- Laura - " 143." 129.50 102.30 j- 122.80 1» Rr, 215 Erstes Blatt. Mittwoch den 1». September 189» Gießener Anzeiger General-Unzeiger Wene^ee »ei Änjeigen »u der aschmittagl fit 4a lelynMce T*% nrf*incnttn Wummer M *orm. 10 Uhr. Iflt Anzeigen.BermtNluuglsteLen M Jn» uni ÄuiUnfc* nehmen Änjdgen für len Gießener Anzeiger eaty^w Bei Postbezug R Mark 50 Ps. -ierteljährttch ZLeingigreiO vlcrikljährlich 2 Mark 20 Pf^ monatlich 75 Psz mit Bringerlohn. Greint Ui,Nitz ■rtt eulne^me lei Monts,I. Wie Gießener »erlen Ion Anzeiger »AchenNich vtermsl beiylsgt. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. ■eUftton, tf>elition und Druckerei: >4*(|r*|e Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Zamrtienbtätter, Der hrUfche Kandwirt, KISttrr für hessische Volkskunde. Abreffe für Depeschen: Anzeiger Gtetz«° Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Beim diesseitigen Kommando ist zum 1. Oktober d. IS. die Stelle eines zweijährig-freiwilligen Schreibers zu besetzen. Geeignete Bewerber mit sehr schöner Handschrift, guten Schulkenntnissen und tadelloser Führung wollen sich unter Vorlage eines selbstgeschriebenen Gesuchs nebst Lebenslauf alsbald hier melden. ' Junge Leute, welche später kapitulieren wollen, erhalten den Vorzug. Gießen, den 7. September 1899. Großherzogliches Bezirks-Kommando: F. d. b. B. K. Monneweg, _____________Hauptmann und Bezirksoffizier._____________ Höerhesstscher Höstbauverein. In den Räumen des Saalbaus zu Friedberg findet vom 22. bis 25. September eine Obstausstelluug für die Mitglieder des Vereinsbezirks Friedberg-Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins statt. Die Ausstellung umfaßt: 1. Obstsammlungen von Hoch- und Zwergstämme, 2. Einzelne Obstsorten, 3. Handelsobst, 4. Weintrauben, 5. Obst- und Beerenweine und andere Produkte der Obstverwertung, 6. Geräte. Die auszuftelleuden Gegenstände müssen am Mittwoch, dem 20. September in der Ausstellung abgeliefert werden. Die feierliche Eröffnung findet am Freitag, dem 22. September, nachmittags 5 Uhr statt. An dieselbe schließt sich ein einfaches Abendessen. Eintritt vom 22. September, nachmittags 3 Uhr ab. Schluß Montag den 25. September, nachmittags 4 Uhr. Anmeldungen zur Ausstellung müssen umgehend an die Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauvereins gemacht werden. Mitglieder haben für ihre Person freien Eintritt. Nichtmitglieder zahlen am ersten Tage 50 Psg., an den übrigen 20 Pfg. Eintritt. Gießen, den 12. September 1899. Der Vorsitzende des Bezirksvereins Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Frhr. Schenck. Wach dem Dreyfus-Wrozeß. • Bei der allgemeinen Erregung, die die abermalige Verurteilung des Hauptmanns Dreyfus hervorgerufen hat, ist es begreiflich, daß mau überall mit größter Spannung weiteren Nachrichten aus Paris entgegensieht. Stehen dem schwergeprüften Lande neue Stürme bevor? Wie hat die unruhige, zu Excessen leicht fortzureißende Bevölkerung der französischen Hauptstadt das Ereignis ausgenommen? Diese Fragen sind überall, auch in Kreisen, die sich sonst gern zu den unpolitischen rechnen lassen, mit regem Eifer erörtert worden. Wir glauben, uns den Dank unserer Leser zu verdienen, wenn wir ihnen auf alle die Fragen eine Antwort erteilen, eine Antwort, die beruhigend ausfallen kann, da die vielfach befürchteten Ausschreitungen in Paris unterblieben sind und die Unberechenbarkeit der Pariser Bevölkerung sich insofern wieder glänzend bewährt hat, als sie vollständig ruhig blieb, während alle Welt sie in wilder Unruhe wähnte. Die Stimmung in Paris. So lange das Kriegsgericht in Rennes tagte, war der Name dieses kleinen bretonischen Ortes in aller Munde. Jetzt konzentriert sich das Hauptintereffe wieder auf die Stimmung in Paris. Die erste Aufregung ist vorüber, und auf die mehr oder weniger lebhaften Kundgebungen des Samstagabends folgte ein vollkommen ruhiger Tag. Presse und Publikum kommentieren das Renner Urteil. Allein während die Presse beider Parteien eine leidenschaftliche Sprache führt, zeigt die Pariser Bevölkerung eine überraschend ruhige Haltung. Man hörte mit Ausnahme der nächtlichen Kundgebung nur vor der Redaktion der „Libre Parole" die traditionellen Rufe „Nieder mit Dreyfus! Nieder mit dem Verräter! Nieder mit den Juden!" Die Thatsache, daß zwei der Richter für DreyfuS' Unschuld stimmten und weiter die bei Hochverrat unbegreifliche Gewährung mildernder Umstände hat hier viele Leute, selbst enragierte Revisionsgegner, stutzig gemacht. Im Volke konnte man schon gestern Aeußerungen hören, welche erkennen liefen, daß man die Begnadigung Dreyfus' nicht mißbilligen würde. Das allgemeine Mitleid aber wendet sich der Gattin, den Kindern und den Brüdern Dreyfus' zu. Ein Umschwung ist nicht zu verkennen. Der bisherige Haß scheint milderen Gesinnungen Platz zu machen. Am lebhastesten interessieren die Namen der beiden Richter, welche Dreysus unschuldig fanden. Der „Figaro" nennt Major Merle und Capitain Beauvais, die „Lanterne" Major Breon und Capitain Beauvais, „Patrie" die Majore Breon und Profilet. Am Vorabend der Urteilsfällung sah man Major Breon in der Renner Kirche auf einem Beischemel in tiefe Andacht versunken. Sonntagvormittag kursierten Gerüchte von Manifestationen, die für Nachmittag und Abend zu erwarten seien. Die Polizei traf umfassende Vorkehrungen, hatte jedoch nirgends Anlaß zum Einschreiten. Den ganzen Nachmittag regnete es tüchtig, und alle Welt blieb ruhig zu Hause. Wie das Urteil zustande kam. Recht interessante Details über die Vorgeschichte der Urteilsfüllung bringt die „Agence Nationale: Im Laufeder einmonatigen Verhandlung fanden drei Richter die Anklage wenig gerechtfertigt, und waren dem Freispruch geneigt. Heimliche Besucher versuchten nun die drei Richter für die Verurteilung umzustimmen, zwei blieben unerschütterlich, der dritte zögerte noch, aber Demanges Plaidoyer vom Freitag schien tiefe Wirkung auf ihn auszuüben, sodaß ein Pariser Advokat von der Generalspartei Samstag morgen den Kommissar Carriäre verständigte, daß die Gefahr eines Freispruchs drohe, woraufhin Carriöre am Nachmittage auf das Plaidoyer replicirte. Die Beratung über das Urteil dauerte sehr lange; zwei Richter beharrten auf dem Freispruch, der dritte, noch zögernde ließ sich den Schuldspruch durch Gewährung mildernder Umstände entreißen. Chin- cholle seinerseits erzählt im „Figaro", daß man während der Mittagspause vom Samstag eine dem General Mercier befreundete Generalsfrau im Wagen jedes Mitglied des Kriegsgerichtes besuchen sah, die ihnen wahrscheinlich sagte, ihre Freunde wünschten offenbar eine einstimmige Verurteilung zu erwirken. Die Dame vermochte jedoch ihre Mission nicht durchzusetzen, denn zwei Richter, die sich schon am ersten Verhandlungstage gegen den Ausschluß der Oeffent- lichkeit aussprachen, stimmten auch am Samstag für nichtschuldig. Pressens« weist in der „Aurore" nach, daß das Verdikt wegen eines Formfehlers der Annullierung verfalle, denn das Militärstrafgesetz befiehlt ausdrücklich, es fei im Verdikt anzuordnen, daß dem Verurteilten nach verbüßter Strafe gewisse Kontroll- und Aufenthaltsbedingungen aufzuerlegen seien. Oberst Jouaust hat nun diese Bestimmung dem Verdikte einzufügen vergessen, das Verdikt sei daher gesetzlich fehlerhaft und nicht rechtsgiltig. Der Londoner Korrespondent des „New-York Herald" interviewte Esterhazy; dieser sagte: „Ich bin über Dreyfus' Verurteilung sehr glücklich, denn er ist tausendmal schuldig. Daß das Verdikt mysteriös, ist sür mich eine sehr gute Sache." — Esterhazy bestätigte neuerdings, der Schreiber des Bordereaus zu sein, er warte die weiteren Ereignisse ab, denn die Affaire sei nicht zu Ende. Für die weiteren Fragen des Interviewers verlangte Esterhazy fünf Pfund Honorar, worauf sich der Besucher entfernte. — Aus Rennes wurden am Samstag über das Verdikt 1,300,000 Worte telegraphiert. Die weitere Euiwickelurrg und die Folge» der Affaire. Der weitere Gang der Dreyfusangelegenheit dürfte, wie nach einer Mitteilung der Agence Havas angenommen wird, folgender sein: Nach Einreichung des Revisionsgesuches würden die Akten sofort nach Paris, dem Sitze des Revisionsgerichts, abgehen. Die zuständige Behörde werde die Akten prüfen und sie einem von ihr zu wählenden Berichterstatter zustellen, der einen eingehenden Bericht liefern werde. Eine zu diesem Behuse eingesetzte Kommission werde über die Begründetheit der im Revisionsgesuch vorgebrachten Punkte entscheiden und das Revisionsgericht als- dann in letzter Instanz urteilen. Wenn dieses das Urteil des Kriegsgerichts kassiere, werde der Angeklagte vor ein neues Kriegsgericht gestellt werden, im anderen Falle müßte die erkannte Strafe volle Wirksamkeit erlangen. — Das „Berl. Tagebl." erhält massenhaft Zuschriften, welche gegen eine Beteiligung Deutschlands an der Pariser Weltausstellung protestieren. Die Agitation gegen dieselbe nimmt auch bereits seste Gestalt an. Wie das genannte Blatt erfühlt, wird in der nächsten Sitzung der Berliner Stadt- verordneten-Versammlung der Antrag eingebracht werden, die Stadt Berlin möge von der auf der Pariser Welt-Ausstellung geplanten Sonder-Ausstellung Abstand nehmen. — Nach der ,?Dosi. Ztg." ist bereits hier ein Ausschuß in der Bildung begriffen, der gegen die Beschickung der Ausstellung durch die deutsche Industrie und Kunst wirken soll. Einzelne unserer ersten und berühmtesten Firmen sollen bereits die Erklärung abgegeben haben, daß sie ihre Anmeldungen zurückziehen. Lemberg, 11. September. Der Petroleum-Grubenbesitzer Berkins entließ wegen des Urteils im Dreysusprozeß sämtliche frauzöfische Beamte. New-York, 11. September. Infolge der Verurteilung Dreyfus' durch das Kriegsgericht in Rennes ist die Ablehnung des französisch-amerikanischen Reci- procitäts-Vertrags im Kongreß wahrscheinlich. London, 11. September. Die „Times" sagt in einer Besprechung des gegen Dreyfus gefällten Urteils, dieses sei die größte und entsetzlichste Schändung der Gerechtigkeit der Neuzeit, die ganze civilisierte Welt sei dadurch vor Schrecken und Scham erzittert. Ehre und Wahrheit seien in offenkundiger Weise, mit voller Ueberlegung und ohne Erbarmen mit Füßen getreten worden. Das Urteil sei ein Schlag ins Gesicht nicht nur für die beiden großen Mächte, welche sehen müssen, wie man sich über ihre wiederholten deutlichen Erklärungen einfach hinwegsetzt, sondern auch für das Gewissen der Menschheit. Frankreich habe sich jetzt vor der Geschichte zu verantworten. Der „Standard" sagt, das Urteil sei eine grobe Beleidigung für Deutschland, da aus demselben hervorgehe, daß nach der Ansicht des Kriegsgerichts die deutsche Regierung absichtlich falsche Erklärungen abgegeben habe. Der deutsche Kaiser könne es möglicherweise ablehnen, diese Beschimpfung ruhig hinzunehmen, aber vielleicht könnte er auch mit einem Anflug spöttischer Verachtung den stillen Beschluß fassen, Frankreich noch etwas länger in seinem eigenen Fette schmoren zu lasten. Stuttgart, 11. September. Wie sicher die Familie Dreyfus auf die Freisprechung des unglücklichen Kapitäns gerechnet hatte, beweist der Umstand, daß sie bereits eine Wohnung in Herrenalb mietete, wo sich Dreyfus in der würzigen Schwarzwaldluft erholen sollte. Petersburg, 11. September. Die Erledigung desDreysus- Prozestes erfährt in der hiesigen Presse, entsprechend der politischen Stellung der einzelnen Blätter eine einander zum Teil gradezu widersprechende Beurteilung. Die Deutsche Petersburger Zeitung sagt, Frankreich sei eine Niederlage zugefügt worden, die größer sei als die von Sedan. Das Urteil des Kriegsgerichts koste Frankreich mehr an Ansehen als Faschoda. Die Nowosti behaupten, die Untersuchung wäre nicht leidenschaftslos geführt worden. Man habe alles gethan, um die Anklage zu verschärfen und die Verteidigung abzuschwächen. Für alle leidenschaftlosen Menschen, die in der Angelegenheil des unschuldigen Dreysus nur Licht und Wahrheit suchten, sei das Urteil des Kriegsgerichts durchaus nicht der Schlußakt der erschütternden Tragödie. Die Untersuchung habe deutlich die Unschuld des Angeklagten erwiesen; diese Thatsache könne kein Urteil fortschaffen. Bestimmt werde der Tag kommen, wo solches- ganz Frankreich anerkennen werde. Der Swet dagegen schreibt, das Urteil habe deutlich die Unabhängigkeit der Vertreter der französischen Rechtspflege bewiesen. Das Blatt freut sich mit allen wahren Franzosen über den Ausgang des Prozestes und wünscht, daß der Pariser Nebel, den die Dreyfusfreunde verbreiteten, bald verschwinde. Neunes, 11. September. General Mercier hat heute dem Obersten Jouaust einen Besuch abgestattet. Einem Journalisten gegenüber weigerte sich Jouaust Erklärungen abzugeben, mit dem Bemerken, er habe nichts zu sagen. Der Revisionsantrag Dreyfus wird, wie der „Köln. Ztg." gemeldet wird, vor dem Pariser Revisionsrat zur Verhandlung kommen. Seine Mitglieder sind der Direktor der Genieabteilung von Paris, Brigadegeneral Marcille, Oberst Courbebaiffe vom 36. Infanterie-Regiment, Oberstleutnant Lagrenöe vom 117. Infanterie-Regiment, Major Kopp vom 130. Infanterie-Regiment, Major Allard vom 74. Infanterie-Regiment, in dem Esterhazy stand. Ein Regierungskommistar und ein Schriftführer werden beigegeben. Sämtliche Mitglieder des Revisionsrates sind Offiziere oder Ritter der Ehrenlegion. — Die Mitglieder des Kriegsgerichts sind heute Nachmittag zusammengetreten, um sich über die Unterzeichnung des Gesuches schlüssig zu machen, das sich dafür aussprechen soll, Dreyfus die Strafe der Degradation zu erlassen. * England und Transvaal. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist die nervöse Spannung in dem bedrohten Transvaal außerordentlich hoch gestiegen. Seit dem Mai haben 25000 Personen Johannesburg verlassen. Der Ton der englischen Depeschen in ihrer Schroffheit scheint anzudeuten, daß England eine Explosion auf der gegnerischen Seite willkommen wäre, um dann den Buren die Schuld des Friedensbruches ostentativ zuschieben zu können. So lautet die Antwort Milners aus die Anfrage wegen der englischen Truppenzusammenziehungen an der Transvaalgrenze: „Ich weiß nicht, was das StaatSiekretariat meint, wenn es von Truppenanhäufungen in Südafrika spricht. Die britischen Truppen in Südafrika, deren Zahl und Stellung kein Geheimnis, sondern Jedermann bekannt ist, sind hier, um die britischen Jnteresien zu schützen und gegen Eventualitäten zu sichern." Infolge dieser Depesche gestaltete sich die Debatte im Volksrath überaus scharf und leidenschaftlich, und selbst Präsident Krüger ging über das Maß hinaus, das er sonst einzuhalten pflegt. So sagt er, Chamberlain hätte seine (Krügers) Hosen verlangt, er hätte sie ihm gegeben; dann hätte Chamberlain seinen Rock verlangt und er hätte ihn ihm auch gegeben; nun wolle Mr. Chamberlain auch noch seine Glieder haben, aber die könne er ihm nicht geben, denn in seinen freien Gliedern bestände seine Unabhängigkeit. Gott sei der schließliche Schiedsrichter in dem jetzige« Streit, er würde entscheiden, er habe Chamberlains Herz in seiner Hand, und es wäre immer noch eine leise Hoff, nnug, daß er es zum guten wenden möge. Selbst in burenfreundlichen Kreisen wird der Ton, den viele der Redner im Volkrat anschlugen, gemißbilligt. Die Rüstungen werden von der südafrikanischen Republik eifrig fortgesetzt, von Krupp sollen zur Zeit 23 komplette Feldbatterien und 20 Mörser, von Loewe in Berlin 50000 Mausergewehre unterwegs oder schon eingetroffen sein. Ueber den Ausgang eines eventuellen Krieges sind die Ansichten geteilt, darin aber sind sich die Buren einig, daß, so lange nicht erdrückende Streitkräfte herübergeschickt werden, der Erfolg auf feiten Transvaals sein dürfte. Nach einer Neutermeldung aus Pretoria habe Generalprokurator Smuts in einer Unterhaltung mit einem Berichterstatter erklärt, da Transvaal das Anerbieten des Wahlrechts nach fünfjährigem Aufenthalt zurückgezogen hat, falle auch die damit verbundene Bestimmung wieder fort, daß die Suzeränität abgeschafft werden solle. (Vgl. NeuesteMeldungen.) Males und MsomMrs. Gießen, den 12. September 1899. * * Diöciplinarverfahren gegen Oberschulrat Dettweiler. Vor dem Verwaltungsgerichtshof in Darmstadt beginnen heute die Verhandlungen in dem Disziplinarverfahren gegen Oberschulrat Dettweiler, für welche 3 Tage in Aussicht genommen sind. Der Verwaltungsgerichtshof ist in derartigen Fällen auf Grund der Bestimmungen des Disziplinargesetzes vom 21. April 1880 als Disziplinarhof konstituiert. Die mündliche Verhandlung vor dem Disziplinarhof ist an sich nicht öffentlich, jedoch kann die Oeffentlichkeit auf Antrag des als Staatsanwalt fungierenden Beamten oder des Angeklagten von dem Disziplinarhof beschlossen werden. Wir erhalten dazu folgende Telephonmeldung: Darmstadt, 12. September. In Sachen Dettweiler trat heute früh 9 Uhr der Verwaltuugsgerichtshof unter Vorsitz des Herrn Ober-Landesgerichtsrat Dr. Heß zusammen. Dem Gerichtshof gehören an: Ober-Landesgerichts- rat Forch, Ober-Landesgerichtsrat Berg st räßer, Professor Dr. Schmidt und Regierungsrat Rößler. Dettweiler ist vertreten durch Rechtsanwalt Hallwachs. Die Anklage vertritt Ministerialrat Braun, welcher in ausführlicher Weise die ganze Anklageakten bekannt macht, aus welchen die schon bekannte Anklage hervorgeht und welche die von Ministerialrat Sold an und Direktor Mangold aufgenommenen Protokolle bekräftigt und beweist. Ministerialrat Nodnagel vertritt wiederum die Schulbehörde. Die Anklagerede -dauert um 10 Uhr noch fort. Zuhörer sind ausgeschlossen, aber die Presse hat Zutritt. Mittwoch ist Dr. Alheim geladen. Genauer Bericht folgt. ** Provinzialausschußsihung. Samstag den 16. September l. I., vormittags 9V2 Uhr, findet im Regierungsgebäude (Brandplatz Nr. 9) dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzial ausschuss es mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch der Firma Friedel u. Aprion dahier um Erlaubnis zum Nachtbetrieb einer Dampfmaschine. 2. Gesuch des Friedrich Link II. zu Alt Wiedermus um Erlaubnis zum Ausschank von Flaschenbier. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Offenbach a. M. gegen den Orts- armenvcrband Homberg a. d. O. wegen Unterstützung des Karl Strack. 4. Die Erbauung einer Nebenbahn von Salzschlirf nach Schlitz; hier: die Enteignung von Gelände. *♦ Ordensverleihungen. Seine Majestät der Kaiser haben den nachbenannten Offizieren folgende Ordens-Auszeichnungen verliehen, und zwar haben erhalten: den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub: West er well er von Anthoni, General der Inf. z. D. zu Darmstadt, General-Adjutant Seiner König!. Hoheit des Großherzogs, Baron v. Collas, Generalleutnant und Gouverneur von Mainz; den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub: Freiherr Schilling von Can statt, Generalleutnant und Kommandeur der Großh. Hess. (25.) Division; den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub: v. Ploetz, Generalmajor und Kommandeur der 49. Infanterie Brigade (1. Großh. Hessische), Freiherr von Buddenbrock- Hettersdorf, Generalmajor und Kommandeur der 50. Infanterie Brigade (2. Großh. Hessische), v. Winterfeld, Generalmajor und Kommandeur der 25. Kavallerie- Brigade (Großh. Hessische); den Roten Adlerorden 4. Kl.: v. Stoessel, Hauptmann im 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 116, Graf v. Hertzberg, Hauptmann in demselben Regiment, ChLlons, Hauptmann im 3. Großh. Hessischen Jnf.-Regt. Nr. 117, Freiherr Treusch von Buttlar- Brandenfels, Hauptmann im 1. Großh. Hess. Jnf.- Regt. Nr. 115, Doerr, Hauptmann im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, Pampe, Hauptmann L la suite des 2. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 116 und Kompagnieführer bei der Unteroffizierschule in Biebrich; den Königlichen Kronenorden4.Klasse: Bartsch, Oberleutnant im 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 116, Fölsche, Oberleutnant im 3. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 117, und Westerweller von Anthoni, Oberleutnant im 1. Großh. Hess. Drag.- Regt. Nr. 23. * * Am 1. Januar 1900 ändern sich die Verhältnisse der Gerichtsvollzieher vollständig. Von diesem Zeitpunkte an werden dieselben keine eigenen Kanzleien haben, sondern in den Gerichtsgebäuden ihre Diensträume angewiesen erhalten * * Einj'ährig-Freiwilligen-Prüfung. Bei der am Freitag in Darmstadt für die 1. Abteilung beendeten Einjährig- Freiwilligen-Prüfung haben unter 19 Kandidaten vier bestanden. • * Fleischauffchlag. Durch Steigerung der Einkaufspreise für Schweine tritt bei den hiesigen Metzgern eine Erhöhung der Verkaufspreise für Schweinefleisch und einzelne Wurstwaren ein. * * Die Banda Municipale di Pratola, welche augenblicklich im Berliner Zoologischen Garten konzertiert, fällt nicht nur durch die schmucke und reiche Uniformierung, sondern auch durch ganz hervorragende musikalische Leistungen angenehm auf. Einzelne Konzertpiecen, namentlich Ouvertüren zu italienischen bekannten Opern, werden mit vollendeter Virtuosität zur Ausführung gebracht, und finden dementsprechend lebhafte Anerkennung des zahlreichen Publikums. Die Kapelle verbleibt dem Garten noch bis einschließlich Samstag. Sie bildet zweifellos einen willkommenen Ersatz für die im Manövergelände befindlichen Musikkorps unserer Truppen. Polizeibericht. Ein in einem Eisengeschäft der Wall- thorstraße angestellter Kommis ließ in der Nacht vom Sonntag zum Montag an einem Hause der Marktstraße die Markisen herunter. Hierbei von einem Schutzmann angehalten, gab er demselben einen falschen Namen und Wohnung an. Um die Personalien genau festzustellen, sollte der junge Mann zur Wache gebracht werden. In. der Wagengasse widersetzte er sich thätlich gegen den Schutzmann und rauste mit demselben, so daß er sich demnächst wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt zu verantworten haben wird. • * Gewitterperiode. Von kompetenter Seite wird versichert, daß eine Gewitterperiode wie die jetzige feit 30 Jahren in Deutschland nicht verzeichnet werden kann. ** Vakante Stelle. Die Stelle eines Bergassessors in Darmstadt, mit einem Gehalt von 2800—6000 Mk. nebst Diäten und Reisekosten, ist zu besetzen. Bewerber um diese Stelle mit geeigneter wissenschaftlicher und praktischer Vorbildung, wollen ihre Gesuche unter Vorlage ihres Lebenslaufes mit Zeugnissen, bis zum 10. Oktober d. I. bei dem Großh. Ministerium des Innern einreichen. ** Zur Reform der Mädcheupenfiouate, die der Ev. Diakonieverein von Anfang an in sein Arbeitsprogramm aufgenommen hat, hat derselbe zwei „Töchterheime" in Kassel eingerichtet, über welche die soeben erschienene Broschüre des Vereinsleiters, Professor Dr. theol et phil. Zimmer in Berlin-Zehlendorf, das Nähere mitteilt. Die Töchterheime sollen das übliche Pensionsjahr der Töchter gebildeter Stände für eine vertiefte Erziehung und für die Ausbildung zur Hausfrau und Mutter nutzbar machen, zugleich aber eine Fachbildung geben, die auch den unverheiratet bleibenden Mädchen für ihr Leben Inhalt und Unterhalt verbürgt. Im „Töchterheim Luisenhaus" wird eine gute hauswirtschaftliche, im „Töchterheim Comenius- haus" eine eingehend pädagogische Ausbildung gegeben. Der Gedanke, in ein Töchterpensionat zur unterrichtlichen Hebung für die jungen Mädchen einen Kindergarten hineinzunehmen und in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen, wie dies im Töchterheim Comeniushaus geschieht, hat zweifellos eine große, erziehliche Bedeutung. Aber auch in vielen anderen Beziehungen werden die Töchterheime des Ev. Diakonievereins vorbildlich wirken. Dieselben sind keine Erwerbsmfternehmungen; der Pensionspreis ist zwar im Verhältnis gering, aber doch so gehalten, daß er die Konkurrenz privater Unternehmungen ermöglicht; aber die Ueber- schüsse werden zu gemeinnützigen Zwecken verwendet. So haben dieselben im letzten Jahre dazu gedient, ein pädagogisches Preisausschreiben zu erlassen, das den fünf preisgekrönten Bewerbern die Kosten einer pädagogischen Studienreise nach Holland ermöglicht; ferner ist einer Anzahl von Lehrerinnen Gelegenheit gegeben worden, sich durch einen pädagogischen Hospitierkursus weiterzubilden, und einigen minderbemittelten tüchtigen Schülerinnen sind Stipendien gegeben worden. Wichtiger aber, als diese mannigfaltigen indirekten Anregungen ist die möglichst vorbildliche Gestaltung der Töchterheime selbst, worüber die genannte Broschüre eingehend Auskunft gibt. Darmstadt, 13. September, 11 Uhr 49 Min. norm. (Privattelegramm d. „G. A.".) Die Synode wählte den Justizrat Weber-Offenbach zum 1., Professor Stamm- Gießen zum 2. Präsidenten. — Nidda, 11. September. Als Ergänzung zu dem von Ihnen bereits gebrachten Bericht über die Generalversammlung der Spar- und Leihkasse Nidda teile ich Ihnen noch im einzelnen die Zuwendungen mit. Es sind folgenbe: der Ludwig- und Alicestiftung 25 Mk., der Gewerbeschule Nidda 1000 Mk., der Gewerbeschule Echzell 400 Mk., dem Krankenpflegeverein Nidda 100 Mk. dem Veteranenverband Nidda und Umgegend 50 Mk., dem landwirtschaftlichen Bezirksverein Schotten 50 Mk., der landwirtschaftlichen Winterschule Büdingen 200 Mk., der Kasse des Obstbau- wärter-Kursus 50 Mk. und zur beliebigen Verteilung an die Zöglinge 100 Mk., der landwirtschaftlichen Haushaltungsschule zu Lindheim 25 Mk., dem landwirtschaftlichen Bezirksverein Büdingen 125 Mk., für die Dekanatskrankenschwestern 300 Mk., dem Hilfsverein für Geisteskranke in Hessen 100 Mk., für Fortbildungsschulen 1362.50 Mk. Verschiedene Gesuche für Volksbibliotheken, Tierschutzvereine u. a. m. mußten für dieses Jahr abgelehnt werden. 40 Dienstboten erhielten in Posten von 16, 18 oder 20 Mk. die Summe von 728 Mk. — Die auf gestern und heute fallende Kirch- weihe nebst Jahrmarkt war vom Regen sehr beeinträchtigt. Am heutigen Viehmarkt waren Rindvieh mäßig, Schweine zahlreicher aufgetrieben — der Handel ging flott, und mußte die Prämiierungskommission sich beeilen, ihren Bedarf für die Verlosung, deren Lose rasch vergriffen waren, zu decken. Die Preise für Rindvieh waren -hoch, für Ferkel mäßig, für größere Schweine wieder höher. Die prämiierten Tiere (Bullen und Rinder) waren von besonderer Schönheit. § Aus dem nordwestlichen Vogelsberg, 11. September. Die Hochsommertemperatur der vorigen Woche hatte Gewitter im Gefolge, die namentlich heftig zu Ende der Woche auftraten. Ganz wie im Sommer waren die Gewitter von heftigen elektrischen Entladungen begleitet. Auch an Blitzschlägen fehlte es nicht. In Windhausen schlug der Blitz in die Hofreite des Landwirts Scharch. In der um diese Zeit vollgefüllten Scheuer fand der Strahl reichlichen Brennstoff. Die Hofreite ging in Flammen auf. Am gestrigen Sonntage ging ein wahrhaftes Eisgewitter nieder. Dasselbe zog in der Richtung von Nordwesten nach Südosten. Die Hagelkörner fielen so dicht, daß noch stundenlang nach dem Gewitter die Hagelkörner wie Schneestreifen sichtbar waren. Die Temperatur fiel sofort um mehrere Grade; ja es wurde so kühl, daß man mehrfach abends die Zimmer heizte. Der Hagel that indessen feinen Schaden, da die Hagelkörner keine abnorme Größe besaßen und die Ernte größtenteilts geborgen ist. — Wie immer, wenn im Herbste noch ungewöhnliche Wärme herrscht, so findet man auch heuer Blüten und Früchte nebeneinander. So zeigte uns Herr Förster Jäger aus Elpenrod ein Sträußchen wunderschöner Erdbeeren mit frischen Blüten ganz wie im Juni. Friedberg, 11. September. Heute nachmittag fand in der Turnhalle des Schullehrerseminars die Einführung des neuen Direktors der Augustinerschule, Herr Prof. Dr. Löbell, durch Herrn Geh. Oberschulrat Dr. Nodnagel statt. Büdingen, 11. September. Morgen beginnt nach fünf- wöchentlichen Ferien der Unterricht im hiesigen Gymnasium. Heute nachmittag um 4 Uhr wurde durch Herrn Ministerialrat Dr. Eifenhut der neue Direktor Herr Professor Dr. Mohr eingeführt. (A. O.) Oberaula, 11. September. In der Nacht zum Sonntag entstand in einem Stalle des Oekonomen Reinecke zu Immichenhain Feuer. Es brannten sämtliche Stallungen sowie Scheunen ab; es konnte von den Gebäuden nichts gerettet werden. Nur das Wohnhaus und eine an das Gut grenzende Kirche konnte von den Flammen bewahrt werden. Das Hofgut ist eine staatliche Domäne. Wodurch das Feuer entstanden ist, konnte nicht ermittelt werden. (O. Z.) Darmstadt, 11. September. Das russische Kaiserpaar wird Mitte der nächsten Woche von Kopenhagen auf dem „Standart", welcher vom „Polarstern" begleitet wird, nach Kiel in See gehen und sich wahrscheinlich einige Tage bei der Prinzessin Heinrich von Preußen aufhalten. Eine Zusammenkunft zwischen dem Zaren und Kaiser Wilhelm in Kiel ist, wie bereits gemeldet, somit nicht ausgeschlossen. Von Kiel begiebt sich das russische Kaiserpäar nach Darmstadt, um den Angehörigen der Zarin einen Besuch abzu- statten. Der Zar hat aus Anlaß des 25 jährigen Jubiläums der Kaiseryacht „Zarewna" der Offiziersmesse des Schiffes kostbare Geschenke überweisen lassen, und am Abend des Jubiläums sand an Bord der „Zarewna" ein großes Fest statt. Am Freitag Morgen inspizierte Kaiser Nikolaus in Kopenhagen die beiden russischen Kreuzer, welche vor einigen Tagen dort eingelaufen sind und sich feit drei Jahren auf einer Fahrt im Mittelländischen Meer befunden haben. — Eine andere Version über die angeblich bevorstehende Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem Zaren giebt folgende Meldung eines Berliner Blattes aus Wiesbaden wieder: *♦ nn. Die Vereinigung Hessischer Gardejäger, welche am verflossenen Sonntag einen Ausflug nach ihrem alten Garnisonsort Friedberg i. W. unternommen hatten, wurden bei ihrer Ankunft von der gesamten Einwohnerschaft mit großen Ehren empfangen. An den Gräbern der 1870/71 verstorbenen und gefallenen Kameraden, sowie auch an den Gräbern der verstorbenen französischen Soldaten wurden Kränze niedergelegt und hielt Kamerad Zimmer eine, die Bedeutung der Feier bezeichnende, vortreffliche Gedächtnisrede, worauf von sämtlichen Teilnehmern rote und weiße Rosen auf die Gräber gelegt wurden. Nachmittags fand zu Ehren der alten Jäger ein großes Volksfest auf der Seewiese statt. Offenbach, 11. September. Nach der „Franks. Ztg." ist der Vorvertrag, wonach die hiesige Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten von der Fürstlich Jfenburgisch en Vermögensverwaltung 2200 Hektar Liegenschaften im Kreise Offenbach für den Betrag von 7 Millionen Mark erwirbt, unterzeichnet worden. Der Kaufpreis dient zunächst zur Tilgung der 3 Vzprozentigen Jsenburgische« well)lW erab um »i**' erlag. ii, Ses .Ä*. , xhltIv 0 chl 9, nf ! auch eine « tnfP „ jm ( 1171 Regiment thorbaracken, die i gebracht. geworden ist, W her bei EltviKe die Lei Vaden ertrunkenen aus Kappelrodeck in nur mit einer buntg Weisem, U-' sabrik wurde der 2 Zahlbach vom Sch nnb getötet. V-M Während die i die Vorgänge in Ai dem Standgericht ii brama, in dem der Milan an der Se Präsidenten erschein Heute Rachmitt aus LWa üor bei einer Schilderung bei großer Mann, über gram haar, ebenso! und zeigt ein lebhaft des PriesterpMere den andern dränge Anklage des Hochm haben, daß König f sem soll. Er habe Heimer Korrespondi suchte Djuritsch zu kalen Partei thätiq schen Worte über i Wochen. Den voi geschrieben. Dessen Verfolgungen und d M vor Azeige ein, ah- l-iigvk, >“ «-gwrgevW. M°rd mi Hoch^r fr*». Ä ”■ Sjurtfto h K"r.sch°7j, sW J89° teh"9M ! u1*8 Nuten 42* ««folg” Ä*® Sy «•»* S-I, bÄiien. And o M J 4*916' Wiesbaden, H Alexandra Iosefown früheren Jahren, zl wird und sowohl Kl älteste Mitglied des zu besuchen pflegen, dem Kaiser in M Mr.- * Der Att A. d- btt '««SÄ" ®.H t>( Äe“ lebigen »»».;, ^Ql,s ssSZ- ZW " o’aif h$ie*1« ÄW* ^einträchtwt SÄ’*.** filfc.fÖ,n9 flott, unb chnn Bld-Is ™ "»griffin wart», -» S’HfürUl W<. $it prämiierten äelSbetg, 11. September. •8« Woche (|atte Semitter i» Ende der Woche aus- aren die Gewitter von egleitet. Auch an Blitz, lndhausen schlug der 'ts Scharch. -In der um tb der Strahl reichlichen n Flammen auf. Am flies Elsgewitter nieder, i Nordwesten nach Süddicht, daß noch stunden- lörtitt wie Schneestresten fiel sofort um mehrere z man mehrfach abends it indessen keinen Schaden, te Größe besaßen und die — Wie immer, wenn im it herrscht, so findet man nebeneinander. So zeigte Llpenrod ein Sträußchen chen Blüten ganz wie im )eute nafyniltag sand in narS bie Ginfiil)rung erschule, Herr Pros. Dr. ulrat Dr. Nodnagel statt, argen begrünt nach W m Mgrn Gtzmnastm. e durch Herrn Ministerial- Direktor Herr Professor (A. O.) n der Nacht zum Sonntag ckonomen Reinecke zu Im- n sämtliche Stallungen soll den Gebäuden nichts ge- ,aus und eine an das Gut flammen bewahrt werden. Mine. W-dmch dM« leit werden. (^- ?■' $18 rusiische S-ist ' ffloie w Stopen^agen auf Ä«"“ W* L -SZZ ZH- 3"ie”Lf« Mau- ® 'zier" W öor einigen W%Wh?iaaf ß-h - in9'b It® & wOat,(,„L ®teW- «Ui ®'S X* «« Ä-s „y® v» .VfeÄ fii •* en 3 $ aiq." «»»55* i diesige «w »hlirg'' J200 EOM- V Anleihe von 6V2 Millionen Mark, welche im Jahre 1894 durch die Bergisch-Märkische Bank emittiert wurde. Ibersheim, 11. September. Bei Gelegenheit des Kirchweihfestes stürzte ein 75jähriger Greis die Treppe eines -Gasthauses herab und zog sich dabei so schwere Verletzungen eines Arnies zu, daß dieser amputiert werden müße. Es stellte sich jedoch Fieber ein, dem der Bedauernswerte erlag. Mainz, 11. September. Am 28. ds. Mts. werden zum Regiment 88 viele Volksschullehrer zu einer ersten zehnwöchigen Uebung eingestellt; am gleichen Tage trifft auch eine Anzahl Lehrer von hier und aus dem weiteren Hessen zu einer zweiten sechswöchigen Uebung beim Regiment Nr. 117 ein. Die ersteren werden in den Rhein- thorbaracken, die letzteren in der Lappenhauskaserne unter» gebracht. Mainz, 11. September. Wie nachträglich erst bekannt geworden ist, schlug der Blitz bei dem starken Gewitter in der vorigen Woche auch in die Leitung auf dem militärischen Pulvermagazin Nr. 8 am Fort Philipp. Die Leitung ist ganz zerstört. In dem betreffenden Magazin lagern nur Patronen, die, wenn sie zur Explosion gelangt wären, großen Schaden hätten anrichten können. Kastel, 11. September. Am Samstagnachmittag wurde bei Eltville die Leiche des hier am 7. September beim Baden ertrunkenen 19jährigen Bäckergesellen Peter Knopf aus Kappelrodeck in Bayern gelandet. Die Leiche war nur mit einer buntgestreiften Badehose bekleidet. Weisenau, 11. September. In der Portland-Cement- sabrik wurde der 28 jährige Arbeiter Adam Sickingen von Zahlbach vom Schaufelwerk des Mühlenbetriebes erfaßt und getötet. Wiesbaden, 11. September. Da die Großfürstin Alexandra Josefowna Mitte dieser Woche hier, wie in den früheren Jahren, zu mehrmonatigem Aufenthalt eintreffen wird und sowohl Kaiser Wilhelm wie das Zarenpaar dies älteste Mitglied des russischen Kaiserhauses in Wiesbaden zu besuchen pflegen, ist eine Zusammenkunft des Zaren mit dem Kaiser in Wiesbaden auch in diesem Jahre ziemlich sicher. * Der Attentatsprozetz in Belgrad. Belgrad, 11. September. Während die Aufmerksamkeit der ganzen Welt sich auf die Vorgänge in Rennes konzentrierte, entwickelte sich vor dem Standgericht in der Hauptstadt Serbiens das Gerichtsdrama, in dem der gedungene Attentäter gegen den König Milan an der Seite des ehemaligen radikalen Minister- Präsidenten erscheint, unaufhaltsam weiter. Heute Nachmittag wurde der Prota Milan Djuritsch aus Üschitza vor den Richtertisch gerufen. Er ist — nach einer Schilderung der „Frankfurter Zeitung" — ein mittelgroßer Mann, über 57 Jahre alt, trägt lang wallendes, graues Haar, ebensolchen Bart, hat glänzende feurige Augen und zeigt ein lebhaftes Mienen- und Geberdenspiel, ein Typ des Priesterpolitikers. In langer, rascher Rede, ein Satz den andern drängend, verteidigt sich Djuritsch gegen die Anklage des Hochverrates. Er wird beschuldigt, gesagt zu habens daß König Milan vor dem Peter-Paulstage beseitigt sein soll. Er habe mit Paschitsch und Stanojevitsch in geheimer Korrespondenz gestanden. Diese Beschuldigungen suchte Djuritsch zu entkräftigen. Er sei eifrig in der radikalen Partei thätig gewesen, habe aber die hochverrätheri- schen Worte über die Beseitigung König Milans nicht gesprochen. Den vorliegenden Brief an Paschitsch habe er geschrieben. Dessen Inhalt seien Klagen über persönliche Verfolgungen und die ungünstige politische Lage. Er warnte auch Paschitsch vor Kreschovitsch, der ihn eines Attentatsplanes beschuldigte und auch Paschitsch anzeigen werde. Das Gericht stellte die Untersuchung wegen Kreschovitschs Anzeige ein, aber die Polizei verfolgte ihn doch. Djuritsch leugnet auch die ihm vorgehaltene Beziehung zu Karageorgevitsch. Schon früher war Djuritsch wegen Mord und Hochverrats verurteilt. Er entfloh und wurde amnestiert. Zwischen der Aussage in der Untersuchung uni) der heutigen werden Widersprüche vom Richter festgestellt. Djuritsch wird nun mit dem angeklagten Hauptzeugen Kreschovitsch konfrontiert. Dieser behauptet, daß rr Briefe von Tajsitsch und Karageorgevitsch an — (Djuritsch ruft, Kreschovitsch ins Gesicht, daß er lüge, Kreschovitsch sei nie bei ihm gewesen, daß er zu der von Kreschovitsch angegebenen Zeit nicht in Üschitza anwesend war.) AlssZeuge wird aufgerufen Radojevitsch, Journalist, ein Neffe des verstorbenen Ministers Garaschanin, der mit lauter Stimme erzählt, daß ihn Djuritsch im September 1890 aufgefordert habe, er solle seinen Oheim Garaschanin bewegen, die Fahne gegen die Dynastie Obrenovitsch zu entrollen. Er habe noch in der nämlichen Nacht dem Regenten Ristitsch Mitteilung gemacht, aber unter dem damaligen radikalen Ministerium wurde die Sache nicht weiter verfolgt. Radojevitsch sagt dem heftig ableugnenden Djuritsch, daß er diese Aufforderung gestellt habe. Der Zeuge wird beeidet und Djuritsch tritt ab. Nun wird Dimitrije Kreschovitsch als Angeklagter vernommen. Er giebt an, 26 oder 27 Jahre alt zu sein und aus Bosnien zu stammen. Vor ungefähr zehn Jahren kam er nach Serbien. Er ist verheiratet. Er weiß ganz gut, daß er sein Leben verwirkt hat, er will die Wahrheit A aussagen und erklärt, daß die früher von ihm beschuldigten Vlajko Nikolic und Pera Kovacevic mit seinem Attentat in keinerlei Verbindung zu bringen sind, und daß seine diesbezüglichen Aussagen falsch sind. Er hat das Attentat begangen, weil er mit feiner elenden Lage unzufrieden war und hungern mußte. Befragt, warum er früher so viele Leute mitbeschuldigt habe, erklärt er, hierzu verschiedene private Gründe gehabt zu haben, nicht in letzter Linie auch durch Verhältniffe mit Frauen. Nach Rumänien ist er gereist, um dort eine Stelle zu finden. Nach Belgrad zurückgekehrt, kannte er nichts als Elend und kam dadurch auf Selbstmordgedanken-. Zuerst suchte er bei verschiedenen Behörden und Ministerien Arbeit, wurde aber überall abgewiesen und kam somit auf die unselige Idee, sich einen Revolver zu kaufen, um im letzten Moment eine letzte Rettung zu haben. Nachdem er mit den Mitangeklagten eine Besprechung gehabt hatte, begab er sich wieder ins Ministerium, um sich nach Erledigung seines Gesuches zu erkundigen. Da fiel es ihm ein, den Minister und dann sich zu erschießen. Er ging in ein Kaffeehaus und trank hier ein Glas Bier, da gesellte sich zu ihm ein fremder Mann, dem er seine Not klagte und sagte, er wolle Milan eine Bittschrift überreichen; davor warnte ihn aber der Fremde, indem er ihm sagte, er könne leicht auf einige Monate eingesperrt werden. Um dem zu entgehen, entschloß er sich, auf Milan zu schießen. Der Präsident ermahnt ihn, keine Märchen zu erzählen, da seine gestrige Aussage nach jeder Richtung hin im strikten Widerspruch mit seinen früheren Aussagen stände. Kneszevic bleibt jedoch bei seiner Entlastung der Beschuldigten. Oberst Nikolitsch fragt Kreschovitsch, wie er damals, als er ihn bei Objek gesehen haben wolle, den Bart getragen habe? Preschovitsch sagte, daß er am Kinn ausrasirt war. Nun entstand eine leidenschaftliche Bewegung. Niko litsch und viele andere Angeklagte riefen aus: „Niemals!" „Ich habe immer einen Vollbart getragen." (Lebhafte Bewegung.) Nikolitsch ruft Kreschovitsch zu: Denunziant! Unter ungeheurer Aufregung wird die heutige Verhandlung geschloffen. Neueste Meldungen. T-yescken be§ Bureau „Herold". Berlin, 12. September. Betreffs der Meldung eines parlamentarischen Berichterstatters über die Besetzung der Oberpäsidien (vgl. Deutsches Reich) hören die „Berliner Neuesten Nachrichten", daß Ernennungen noch keineswegs erfolgt sind und nicht vor der Rückkehr des Kaisers erwartet werden können. Mannheim, 12. September. Das große Lagerhaus am Hafen steht in Flammen. Brünn, 12. September. 35 deutsche Ausflügler wurden in Kravska in einem Privathause von Tschechen überfallen. Mehrere Deutsche wurden verwundet und das Haus zerstört. Graz, 12. September. Der Gemeinderat bewilligte für die Abhaltung einer Goethe-Feier 2000 Gulden. Grenoble, 12. September. Hier wurden gestern morgen leichte Erdstöße verspürt. Es wurde indes durch dieselben kein Schaden angerichtet. Driefkasten. Germaniens, cand. med. Wie wir wiederholt erklärt haben, werden „Eingesandts" ohne Namensunterschrift nicht ausgenommen. Zur Sache selbst, verehrter Herr, bemerken wir, daß wir gewiß ebenso „deutsch" fühlen und denken wie Sie. Hier handelt es sich aber doch um einen KampfumsRecht.um einen Steg oder eine Niederlage des Menschentums. Sodann tritt bet dieser gewaltigen Tragödie, an der ein ganzes Volk mit all seinen Lebensinteressen beteiligt ist, die Person des jüdischen Offiziers Dreyfus als solche mehr in den Hintergrund. Wir Deutsche haben aus Gründen, die Sie wohl selbst aus der G.schichte so gut kennen wie wir, die Pflicht, untz ebenso wie fast die gesamte deutsche Preffe, dieser Affaire eingehend zu beschäftigen. Wenn die Regierung Sr. Majestät des Kaisers selbst es für wichtig genug erachtet, zur Aufklärung betzutragen und durch die Veröffentlichung tm „Retchsanzeiger" dem Rechte durch dieses Ehaos von Lüge und Verleumdung den Weg zu bahnen, dann dürste unser Verfahren doch wohl nicht so »undeutsch" sein, wie Ste meinen. ____________ Die Redaktion. Temperatur der Lah« ««d Lust nach Reaumurgemeßen am 11.September, zwischen 11 u.!12UhrimittagS: Waffer 13‘/a°, Luft 11°. Rübsamen'sche Badeanstalt Ggttrsdirnst in der Synagoge. Donnerstag den 14. September 1899: Bersöhnungssest. Borabend 616 Uhr, Predigt, morgens 715 Uhr, Predigt und Seelenfeierr 11« Uhr vorm., nachmittags 53° Uhr Predigt, Feftesausgang 7Z5 Uhr. tzottesdienst der israelitischen KrligiousgrsrSschast. Versöhnungsfest. Mittwoch den 13. September 1899: Nachmittags 3 Uhr, abends 6» Predigt. Donnerstag den 14. September 1899: Morgens 63° Uhr, Predigt 3 Uhr nachmittags, Festesausgang 78-i Uhr. _____________ Verkehr, Land und Volkswirtschaft. Gietze«, 12. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JL 1.20—6.00, Hühnereier per St. 7—8 H, 2 St. 00—00 Enteneier 1 St. 0—0 H, Gänseeier per St. 6—00 Käse 2 St. 5—8 Käsematte 2 St. 5—6 Erbsen per Liter 19 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar JL 0.70—0.80, Hühner per St. JL 1.20—1.50, Hahnen per Stück vtt 0.70—1.20, Enten per St. v* 2.00—2.20, Gänse per Pfund vH 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 66—74 4, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd- 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Krlo 6.00 bis 0.00 vM, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. JL 5.50—6.50, Milch per Liter 16 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nach- mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Uncherziehen nicht feilgeboten werden. Die Festung Gueriu. Paris, 12. September. Gnärin weilte gestern eine Stunde auf dem Dache feines Hauses. Er sagte, daß er nur noch für zwei Tage Brod habe. Er werde sich nicht gutwillig ergeben. Alle Insassen der Burg sind abgemagert. Dreyfus. Paris, 12. September. General Mercier erklärte, er fürchte die Verhaftung nicht. Die Aufregung >es Landes sei beendet, da der Syndikatsfonds er- chöpft wäre. Der General will aber trotz des Drängens der Nationalisten nicht nach Paris kommen. Paris, 12. September. Es sind bis jetzt zwei Annu- lierungsgründe über den Dreyfus-Prozeß festgestellt, aus denen die Kassation hervorgegangen ist. Man glaubt jedoch, dieselben nicht zur Anwendung bringen zu brauchen, da Loubet aller Wahrscheinlichkeit nach DreyfuS begnadigen wird. Paris, 12. September. Die französische Regierung scheint die Einberufung der Kammer vorzubereiten, um dem Drängen einer unter Melines Führung anwachsenden Gruppe nachzukommen. Paris, 12. September. Nach hier vorliegenden Berichten aus New-Aork rief Präsident Mac Kinley, als er die Verurteilung Dreyfus erfuhr, aus: Ich bin enttäuscht, ich habe Freisprechung erwartet. Havre, 12. September. Mehrere hundert Personen veranstalteten eine Kundgebung zu Gunsten Dreyfus'. Die Kundgeber waren vorwiegend. Sie durchzogen unter Hochrufen auf Dreyfus die Straßen und wurden bald darauf von der Polizei zerstreut, nachdem 19 Personen verhaftet tonten. Brussel, 12. September. Im hiesigen sozialistischen Volkshause fand gestern abend ein Protest Meeting gegen das Urteil des Kriegsgerichtes in Rennes statt. Van der Velde und mehrere andere Sozialisten ergriffen das Wort. Nach Beendigung der Versammlung zogen etwa 200 Personen vor das französische Konsulat und brachten Hochrufe auf Dreyfus aus. Amsterdam, 12. September. Die gesamte Presse verurteilt den Spruch des Kriegsgerichtes in Rennes auf das schärfste. Der Boykottsgedanke gegen Frankreich gewinnt immer mehr an Boden. Hier in Amsterdam sind viele Industrielle, die die Welt- ausstelung 1900 nicht beschicken wollen. Viele belgische und eine Schweizer Firma brachen sofort ihre Handelsbeziehungen zu französischen Häusern ab. Triest, 12. September. Vor dem französischen General- Konsulat fanden gestern Dreyfus freundliche Kundgebungen statt. Es kam zu einem Zusammenstoß mit der Wache, die mehrere Verhaftungen vornahm. In einem Cafv wurde ein Wiener Antisemitenblatt verbrannt. 400 Personen hatten sich zusammengerottet, welche die Rufe ausstießen: Hoch Dreyfus, nieder mit dem Militär, Tod den Jesuiten. Die aufgeregte Menge wurde von der Polizei zerstreut. Trausvaalkrifis. London, 12. September. In der Lage der Transvaal- Angelegenheit ist keine Aenderung eingetreten. Chamberlain ist von seiner Reise noch nicht zurückgekehrt, da die Antwort Transvaals erst in einigen Tagen erwartet wird. In den militärischen Vorbereitungen wird fortgefahren. London, 12. September. Lord Wolseley besuchte gestern das Kriegsministerium, wo lebhaft gearbeitet wurde. Sir Redvers Bullers Abreise nach dem Kap wird Ende dieser Woche erwartet. Derselbe soll Ende der Woche den Oberbefehl über die Truppen übernehmen. London, 12. September. In offiziellen Kreisen verlautet, Chamberlain warte nur den Augenblick ab, wo die Transvaal-Regierung sein letztes Telegramm erhalten hat, um ein Blaubuch über die letzten Verhandlungen mit der Transvaal-Republik herauszugeben. Man wird daher über das Ergebnis der Unterhandlungen zwischen den beiden Regierungen nicht vor Ende dieser Woche unterrichtet sein können. Pr'atoria, 12. September. Die Transvaal- Regierung hat die letzten Vorbereitungen zum Krieg getroffen. Beim Ausbruch eines solchen wird den hier anwesenden Engländern eine kurze Frist gewährt, um Transvaal zu verlassen. Prätoria, 12. September. Die Regierung von Natal hat von der Transvaal-Regierung Aufklärung gefordert über die Verhaftung eines gewissen Packemann aus Natal. Kapstadt, 12. September. 400 Auswanderer sind aus Johannesburg in vier Zügen hier eingetroffen. Die Zahl der Flüchtigen beträgt 2000. Der Belgrader Atteutatsprozeß. Belgrad, 12. September. Wie verlautet, haben neuerdings- mehrere diplomatische Vertreter der Regierung den freundschaftlichen Rat erteilt, die Anklage gegen Tauschanovic und Pasic fallen zu lassen, da sie Veranlassung zu einem Aufstande in Serbien geben könnte. Ei« Karlifteu-Putsch? Barcelona, 12. September. Die Behörden fahren fort, die größten Vorsichtsmaßregeln gegen die kar- listischen Umtriebe zu ergreifen. £>ier und in den umliegenden Dörfern überwacht die Bürgerwehr die verdächtigen Karlisten. Von der Garnison Barcelona ist ein Spezialkorps abgetrennt worden, welches ebenfalls mit der Ueberwachnng der Karlisten betraut ist. Die Anhöhen und die wichtigsten Punkte der Umgegend sind besetzt. Man ist nämlich überzeugt, daß beim Ausbruch eines Karlisten- Putsches Barcelona das Ziel der Aufständischen sein wird, da die hiesige Bevölkerung die unzufriedenste ist. 6620 Gießen, den 12. September 1899. 6624 Giessen, den 11. September 1899. Anfang* 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Haniarieihschule von Fräulein Lanta I 6617 Wiederbeginn des Unterrichts: Saale (Neustadt 49). 6621 I. A.: Schneider. Soeben wieder eingetroffen ^ojldam^fer von Antwerpen] nach und I i I 1887 4 Deutsche Grdsch. B. unk. b. 1904 101.20 4 »tief Americ. 4.16 Darnch. .»Wetten 236 70 Rrdaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'sche» UniversttätS'Buch» und Steiudruckerei (Pietsch Erben) in Vicßen. RaüWWche Gefunden , llcrliiiöniiiiiuii. (Offene Stell en (itinpfi'hhimjdi MAGGI Vermietungen Vereine Mietgelnche 85.10 4 67.95 4 101 00 100.80 101.00 98.95 4 3 3 87. 8V. 98.90 88.50 96.25 000.00 000.00 •rl» 80 90 16945 4.171/, Brief 16.20 20.42 4.20 Richard Kruse, Theaterdirektor. Frieda Kruse. Johanna Kruse. 99.50- 98 80 24 Ob 100.25 49.50 100.00 00 00 AAeuV«srrrs«r 149 70 | Oesterr. Lredtt.Actien Für einen Einjährigen wird in der Nahe der neuen Kaserne möbliertes Zimmer per 1. Oktober gesucht. Offerten unter Nr 03170 an die Ex- pedition dieses Blattes. 03172] Wormser Ofen zu kaufen gesucht.Licherstratze 2. 03168] Eine Peitsche gesunden. Gießener Brauhaus. Samstag den 16. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Auftrage: 6 franz. Bettstellen gegen Barzahlung im Bieker'schen 6609] Möbliertes Zimmer zu vermieten. Diezstratze 7. Die Beerdigung findet Mittwoch den 13. September, nachmittags 5 Uhr, von der neuen Klinik auS statt. »u mieten gesucht. 03176s Große Partie Riuderdüuger Angebote unter W. J. 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