in. H Tstr. h» Pt&ei», >r Nr 11 Erstes Blatt. Freitag denU3. Januar 1S99 Kießener Anzeiger Hmeral-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Kezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Erscheint tägNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener A««tkienbtätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal brigelegt. Anrts- und Anzeigeblatt für den Ttveis Gieren. schäft. Ibsen. ldolP^8 lieht), 0, Zweites Parkett OaUerie Mk. 8.60. Parkett Mk. 3,-t »Verbindung »M 311 Uhr: ntung. iatlung über bie 3U Sorstaod. chen. v» 101.80 100.8t 4-.lt 99.1» 49.00 100.90 99.0» trefilt illte «*"" ungsanzeigen» Frauerbriefe, agen etc. ichulstrasse 7. **** KZ 91t. 453 an -— 1899. Stunt,VÄ ioo.^ Sllt Sri« gj.t* "'S 18^ 2^ i#0/ Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener FamilienbUitter, Der hessische Landwirt, Klätier für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Die Stadt Bingen beabsichtigt mit dem am 8. März l. I. zu Bingen flattfindenden Pferdemarkt eine Verlosung von Pferden, Fohlen, landwirtschaftlichen und sonstigen Gebrauchsgegenständen zu verbinden, um die Mittel zur Förderung der hi Bingen neu einzuführenden Pferdemärkte zu gewinnen. Großherzogliches Ministerium des Innern hat die nach« gesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 8000 Lose zu 2 Mark das Stück, au-gegeben werden dürfen und die Nettoeinnahme aus dem Verkauf der Lose, mindestens jedoch 70% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Lose zum Ankauf von Grwinngegenftänden zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose im Großherzogtum gestattet. Gießen, den 11. Januar 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Die Kehrseite der Medaille. Groß sind die Erfolge, welche die Vereinigten Staaten von Nordamerika im letzten Jahre errungen haben. Waren sie bisher im Kreise der Großmächte nur mehr oder weniger geduldet, so müssen sie von jetzt ab als ein Faktor anerkannt werden, mit dem unter allen Umständen zu rechnen ist. Es ist ja noch in frischer Erinnerung, mit welchem Lächeln die amerikanische Armee, die gleichsam aus der Erde gestampft, angesehen wurde. Dieses zusammengelaufene Gesindel — der Ausdruck ist oft gebraucht worden — sollte imstande sein, sich mit einer wohldisciplinierten Armee zu messen, die auf dem Schlachtfelde zu Hause war und für die Ehre ihres Vaterlandes kämpfte! Große Heldenthaten haben ja nun freilich die Aankees nicht vollbracht, und der Hunger sowie die stnanziellen Schwierigkeiten auf spanischer Seite waren ihr Hauptverbündeter. Aber im allgemeinen sprachen sich bekanntlich auch europäische Fachleute durchaus nicht wegwerfend, sondern sehr anerkennend über die Leistungen der amerikanischen Soldaten aus. Die Vereinigten Staaten haben also neben den materiellen Erfolgen auch moralische erfochten, die nicht gering anzuschlagen sind. Das Einheimsen der ersteren macht jedoch größere Schwierigkeiten, als man sich anscheinend im Weißen Hause zu Washington vorgestellt hat. Es gab eine ganze Anzahl von Staatsmännern in der nordamerikanischen Union, welche sich entschieden gegen eine Expansionspolitik ihrer Regierung aussprachen, aber ihre Gründe schlugen nicht durch, trotzdem die Thatsachen zeigen, wie berechtigt erstere waren. Hätten sich die Vereinigten Staaten mit der Befreiung Kubas und der Annexion der übrigen spanischen Inseln im westindischen Archipel begnügt, sie wären heute aller Sorgen ledig. Die Besitznahme der Philippinen scheint ihnen eine Reihe von Schwierigkeiten zu bringen, deren Ende noch gar nicht abzusehen ist. Unsere Leser wissen aus den neuesten Telegrammen, daß die Lage auf den Philippinen immer kritischer wird. Als die Eingeborenen unter der Führung Aguinaldos sich gegen die Spanier auflehnten, da strebten sie nicht etwa einen Wechsel der Herren an, sondern sie wollten völlige Unabhängigkeit erringen, und so war denn von vornherein das Verhältnis zwischen Amerikanern und Eingeborenen nicht besonders herzlich, da die letzteren instinktiv an der Uneigennützigkeit ihrer „Befreier" zweifelten. Führt Aguinaldo seine Drohung aus und bekämpft die Amerikaner offen, dann dürfte diesen der Besitz der asiatischen Inselgruppe gründlich verleidet werden, und mancher Dollar muß dahingegeben werden, an dem der Aankee doch mit ganzem Herzen hängt. Mag auch schließlich der Erfolg auf Seiten der Union bleiben, die großen Aufwendungen, welche nötig sind, um denselben zu sichern, sind aber eine Zugabe, welche man jenseits des altantischen Ozeans recht schmerzlich empfinden wird. (xx) Deutscher Reichstag. 8. Sitzung am 11. Januar. 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky. Auf der Tagesordnung sieht die Wahl von sieben Mitgliedern zu der Reichskommission für Arbeiterstatistik. Es werden wiedergewählt die Abgg. Jakobskötter (kons.), Hitze (Centr.), Letocha (Centr.), Schmidt (Elberfeld) (fr). Vp.), Mol kenb uhr (Soz.), ferner neugewählt die Abgg. Bauermeister (Rp.) und Hehl zu Herrnsheim (natlib.) Ferner werden die Mitglieder der Reichsschuldenkommission wiedergewählt. Es folgt die Fortsetzung der Besprechung der Interpellation v. Wangen heim (betr. angebliche Fleischnot.) Abg. Stolle (Soz.) verbreitet sich ausführlich über die Fleischnot. Die Regierung habe nicht nur die Interessen der Viehzüchter zu schützen, sondern sie habe in erster Linie die Pflicht, die Interessen der armen Leute zu schützen. Kritik üben müsse er noch an dem sächsischen Landeskulturrat, der die Fleischnot leugne. Durch diese ganze Politik werde auch das Interesse der Kleinbauern nicht nur nicht gefördert, sondern geschädigt. (Lachen rechts). Uebrigens existiere gar keine so große Seuchengefahr, wie sie hier immer vorgeschützt werde. Abg. Nißler (kons.) führt demgegenüber aus, daß gerade die kleinbäuerlichen Schweinemäster ein Interesse hätten an der Abwehr der Seuchengefahr vom Auslande, sowie daran, daß die Preise nicht zu niedrig seien. (Beifall rechts). Hier handele es sich nicht um eine Partei-, sondern um eine Existenzfrage. (Bravos.) Ein Staat, der seine Landwirtschaft schütze, sei unbesiegbar. (Beifall rechts). Staatssekretär Graf Posadowsky sucht statistisch nachzuweisen, daß die Fleischnahrung pro Kopf in den letzten Jahren in Deutschland nicht gefallen, sondern gestiegen sei. Redner wendet sich nunmehr gegen die Ausführungen des Abg. Stolle, der leugne, daß in Holland Viehseuchen seien. Aber die dortige amtliche Statistik ergebe für Holland im Jahre 1898 5270 Fälle von Maul- und Klauenseuche und mehrere hundert Fälle von Schweineseuchen. Abg. Paasche (nl.) führt aus, aus der ganzen Agitation der Gegner sei eine lächerliche Maus herausgekommen, nachdem man Monate lang so gethan, als wenn die Arbeiter verhungern müßten, und als wenn das Volk von den Agrariern ausgesogen würde. (Ruf: Sehr richtig!) Die Petition der Stadt Berlin sei das Maximum dessen, was man einer Volksvertretung bieten dürfe. Für das Ausland habe man alles übrig, ob aber die deutsche Viehzucht zugrunde gehe, darum kümmere man sich nicht. (Widerspruch links, sehr richtig rechts). Abg. Dr Roesicke (Bund der Landwirte) meint, die ganze Fleischnotfrage sei von der gegnerischen Presse aufgebauscht worden, und zwar aus Anlaß der preußischen Landtagswahlen. (Sehr richtig! rechts). Die Grenzen dürften erst wieder aufgemacht werden, wenn das Ausland absolut seuchenfrei sei. (Gelächter links). Die contingen- tierte Zulassung von Schweinen nach Oberschlesien sei ja ein Uebelstand, aber doch immer noch der unbeschränkten unkontrollierten Einfuhr vorzuziehen. Abg. Müller-Waldeck (Antis.) ist der Ansicht, daß die heimische Landwirtschaft wohl dahin gebracht werden könne, daß sie die Nachfrage nach Fleisch in Deutschland zu decken vermöge. Er hoffe, daß die Regierung auch dem Kleingewerbe dasselbe Wohlwollen zuwenden werde, wie der Landwirtschaft. Abg. Stephan-Beuthen (Centr.) tritt den Ausführungen des Abg. Roesicke entgegen, indem er betont, er meine, daß unbedingt Rücksichten auf das Ernährungsbedürfnis des Volkes genommen werden müßten. Eine direkte Schließung der russischen Grenze sei doch nicht angängig, das verlange nicht einmal die Interpellation Wangenheim. Es sei Thatsache, daß Oberschlesien und Schlesien nicht im Stande seien, den Bedarf des oberschlesischen Jndustriebezirks an Schweinefleisch zu decken. Die Einfuhr aus Rußland sei nicht zu entbehren. Wenn in Beuchen in den letzten Wochen von dem Kontingent nicht in seinem vollen Umfange Gebrauch gemacht worden sei, so liege das nur daran, daß dort die Schweinepreise im Vergleich zu früher jetzt ganz Das neue vürgerliche Aechl in Kessen. (Nachdruck verboten.) Einleitung. Am 1. Januar 1900 tritt das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft. Die seither nur im Gebiete des Straf-, Handelsund Prozeßrechtes bestehende nationale Rechtseinheit wird hiermit für das ganze Deutsche Reich auch auf das Civil- recht ausgedehnt. Gegenwärtig haben nicht nur die einzelnen deutschen Bundesstaaten ihre eigenen Gesetze, sondern auch innerhalb der Bundesstaaten selbst herrscht die größte rechtliche Mannigfaltigkeit und Verwirrung. Am stärksten ist die Nechtszersplitterung gerade in unserem engeren Vaterlande, im Großherzogtum Hessen, von einigen bayerischen Bezirken abgesehen. Nicht weniger als 20 verschiedene Rechtsquellen haben zurzeit im Großherzogtum Hessen Anspruch auf Giltigkeit, wir nennen nur das gemeine Recht römischen Ursprungs, den französischen codo civil, das Landrecht der oberen Grafschaft Katzenelnbogen, das Erbacher Recht, die Solmser Landesordnung, das Mainzer und das Kurpfälzer Landrecht, die Riedesel'schen Verordnungen u. s. f. Diese Rechtszerrissenheit erklärt sich aus der geschichtlichen Entwickelung des Hessenlandes. Eine verhältnismäßig große Zahl kleinerer, bisher selbständiger Gebiete oder einzelner Gebietsteile sind dem Kern des hessischen Länderbesitzes angegliedert worden. Die meisten von ihnen besaßen bei ihrer Einfügung in den größeren Staatsverband ein eigenartig gestaltetes bürgerliches Recht. Dieses partikulare Recht besitzen sie im wesentlichen auch heute noch als geltendes Recht, da es zur Schaffung eines einheitlichen Zivilgesetzbuches für das Großherzogtum trotz mancher Anläufe nicht gekommen. (Vergl. hierüber auch die treffliche Schrift von Prof. A. B. Schmidt: „Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts in Hessen.") Bei dieser großen Zersplitterung ist die Schöpfung des Bürgerlichen Gesetzbuches gerade für Hessen eine außerordentliche Wohlthat. Denn sie giebt nicht nur dem Deutschen Reich die nationale Rechtseinheit, sie erhebt vor allem auch das Großherzogtum aus der Misere der rechtlichen „Kleinstaaterei" auf die Höhe des rechtlichen Einheitsstaates. Die Aufgabe der deutschen Einzelstaaten ist es nun, die Einführung des neuen Rechtes in ihrem Gebiete vorzubereiten. Dies geschieht durch die sog. Ausführungsgesetze. Bei der Verschiedenheit der Verhältnisse in den einzelnen Bundesstaaten mußte die Regelung mancher Gegenstände der Landesgesetzgebung vorbehalten bleiben; sodann sind die bestehenden Landesgesetze in ihrem Verhältnisse zum Bürgerlichen Gesetzbuch von neuem durchzusehen und hiernach teils abzuändern, teils aufzuheben; endlich sind Vorschriften für den Uebergang vom alten zum neuen Recht zu erlassen: dies alles ist die Aufgabe der Ausführungsgesetze. Nachdem einzelne Bundesstaaten bereits vorangegangen, ist nunmehr auch das hessische Ausführungsgesetz vom Ministerium fertigfestellt worden. Es enthält 277 umfangreiche Artikel und verkörpert eine hohe Summe von juristischem Scharfsinn, Fleiß und Tüchtigkeit. Wie einerseits aus dem Entwürfe der Wunsch des Gesetzgebers spricht, berechtigte, in den Verhältnissen wurzelnde Eigentümlichkeiten des hessischen Rechts zu schonen, so drückt andererseits der nationale Gedanke dem Entwurf sein Siegel auf, der Gedanke, daß es nun die Pflicht der Einzelstaaten ist, in ihren Ausführungsgesetzen durch Anschluß an das in den anderen Staaten geltende Recht die Rechtseinheit zu fördern; ein Gedanke, dessen Durchführung sich auch vom praktischen Standpunkt aus dringend empfiehlt, zumal da manche Gegenstände, die u. E. eine einheitliche Regelung wohl vertragen hätten, im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht behandelt sind. Das hessische Ausführungsgesetz wird gleichzeitig mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch, also am 1. Januar des nächsten Jahres, in Kraft treten. Das Ausführungsgesetz ist für die hessische Bevölkerung von einschneidender Bedeutung, denn seine Bestimmungen greifen am nächsten und unmittelbarsten in das tägliche Leben der Bewohner des Großherzogtums ein. Die für die Bevölkerung wichtigsten Vorschriften des Ausführungsgesetzes darzulegen, ist die Aufgabe der folgenden Artikel. I. Das Recht der Personen. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch wird der Mensch mit dem vollendeten 21. Lebensjahr volljährig. Ausnahmsweise kann ein Minderjähriger, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, durch Beschluß des Vormundschaftsgerichtes, also des Amtsgerichtes, für volljährig erklätt werden. Doch gestattet das Bürgerliche Gesetzbuch, daß statt des Vormundschaftsgerichtes auch andere als gerichtliche „Behörden" hierfür als zuständig erklärt werden. In außerordentlich in die Höhe gegangen seien. Im Interesse -unserer Landwirtschaft sei ein strenger veterinärer Schutz nötig, aber man hüte sich vor Uebertreibungen. Abg. Rickert (frs. Vg.) bemerkt, die Forderung des Abg. Rösicke, die Grenzsperre bis zur absoluten Gewähr der Seuchenfreiheit der Einfuhr aufrecht zu erhalten, heiße doch nichts Anderes, als die Sperre in alle Ewigkeit. Redner verbittet sich, daß man ihn wegen seiner Stellungnahme in dieser Sache für „international" bezeichne, ein Borwurf, der auch den Kollegen Stephan treffen würde. Ein Schlußantrag wird abgelehnt. Landwirtschaftsminister Frhr. v. Hammerstein weist darauf hin, daß früher vom Abg. Richter und gestern vom Abg. Fischbeck behauptet worden sei, daß das Verhalten der Regierung die Vertragstreue bezüglich der Handelsverträge nicht streng innehalte. Diesen Vorwurf habe er als nicht national bezeichnet und halte diese Bezeichnung aufrecht. Abg. Haase (Soz.) betont, daß selbst die Grundbesitzer lachten über die Grenzsperre als Mittel gegen die Seuchengefahr. Das gesamte statistische Material sei bedenklich, denn es rühre von interessierter Seite her, namentlich auch von Landwirtschaftskammern, so von der ostpreußischen Landwirtschaftskammer, deren Material durchaus ungenau sei, sodaß man dasselbe mit Mißtrauen behandeln müsse. Der Rückgang des Fleischverbrauchs schädige die wirtschaftliche Kraft des Volkes. Die gleichen Klagen kämen aus allen Teilen des Reiches gleichzeitig; könne man da noch Zweifel an dem Vorhandensein eines Notstandes haben? In Ostpreußen habe man gerade bei den Wahlen mit der Grenzsperre zu agitieren versucht. Die Wirkung sei gewesen, daß der sozialdemokratischen Partei 18000 Stimmen zufielen, welche die konservative Partei einbüßte. (Beifall links.) Abg. v. Janta-Polczinski (Pole) tritt für die Aufrechterhaltung der Sperre ein, während Abg. S chr e m Pf (kons.) das Vorhandensein einer Fleischnot bestreitet. Staatssekretär Graf Posadowsky tritt dem Abg. Haase in dessen Behauptungen entgegen, als ob eine Seuchen- gesahr für Ostpreußen nicht bestehe. Haases Vorwürfe gegen die verbündeten Regierungen seien unbegründete Verdächtigungen. Nachdem Abg. Eßlinger (Bayr. Bauernd.) betont, daß der bayerische Flügel des Centrums stets agrarisch sein werde, wird die Besprechung der Interpellation geschlossen. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Tages-Ordnung: Militärvorlage. Schluß 7% Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 11. Januar. Inder Budget-Kommission des Reichstages erklärte heute der Staatssekretär Tirpitz auf Anfrage des Abgeordneten Dr. Lieber im Namen der Regierung, daß an keiner Stelle in irgend einer Weise die Absicht hervorgetreten sei, einen neuen Flottenplan vorzulegen, daß im Gegenteil an allen in Betracht kommenden Stellen die Absicht besteht, das Flottengesetz auszuführen. Berlin, 11. Januar. Der Senioren-Konvent des Reichstages wird in der nächsten Woche zusammentreten, um sich über die Reihenfolge der Jnitiativ-Anträge schlüssig zu machen. Die innerhalb der ersten zehn Tage nach dem Zusammentritt des Reichstages eingebrachten Jnitiativ- Anträge genießen den Vorzug, sodaß jede Fraction sich zunächst einen Antrag aussuchen kann. Berlin, 11. Januar. In einem hiesigen Pensionat wurde der Graf von und zu Egloffstein wegen Wechselfälschung und anderer Betrügereien verhaftet. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge hängt diese Verhaftung mit der bekannten Spieler-Affaire zusammen. Graf Egloffstein gehörte zu den Mitgliedern der Direktion des Klubs der Harmlosen. Berlin, 11. Januar. Die Jubiläumsfeier des Kaiser-Franz-Regiments begann heute früh mit dem großen Wecken auf dem Kasernenhofe des Regiments. Später fand in der neuen evangelischen und in der neuen katholischen Garnisonkirche Festgottesdienst statt, welchem der Kaiser, die Vertreter Kaiser Franz Josefs, des Regiments und zahlreiche hohe Offiziere anderer Regimenter beiwohnten. Nach dem Festgottesdienst sand im Offiziers- Kasino ein Frühstück statt. Um 11% Uhr setzte sich der Kaiser an die Spitze des Regiments und führte dasselbe nach dem Lustgarten, wo Parade abgehalten wurde. Nach Schluß der Parade verlas der Regiments-Kommandeur ein Handschreiben des Kaisers Franz Josef, in welchem mit- geteilt wird, daß zu dem ruhmvollen Tage der Chef des Regiments für die Offiziere und einige Unteroffiziere Erinnerungs-Medaillen verleihe und dem Regiment ein Bild zum Geschenk macht. Hierauf brachte der Kaiser ein Hoch auf den Kaiser Franz Josef aus. Berlin, 11. Januar. Zu den englischen Meldungen von den Tonga-Inseln erfährt die „Post", es handle sich in diesem Falle nur um eine der üblichen Inspektionsreisen des deutschen General-Konsuls in Apia auf Samoa, auf welcher der Vertreter Deutschlands wahrscheinlich auch Beschwerden über Eingeborene auf den Tonga-Inseln entgegengenommen habe. Hieraus jedoch dem Konsul die Absicht zuzuschieben, eine der Inseln annektieren zu wollen, sei lächerlich. Berlin, 11. Januar. Die „Vossische Zeitung" meldet aus Madrid: Die Regierung stellt aufs bestimmteste die Nachricht über vermeintliche Verhandlungen zwischen dem Madrider und Berliner Kabinett über die Abtretung der Karolinen an Deutschland in Abrede. Sagasta erklärte, ohne vorherige Befragung der Cortes sei die Regierung nicht ermächtigt, solche Verhandlungen einzuleiten. — Sozialdemokratische Gedenkfeier. Am 13. Januar sind 50 Jahre verflossen, seitdem die erste sozialdemokratische Maurer-Organisation in Berlin gegründet wurde. Sie erweiterte sich bald zu dem „Allgemeinen deutschen Maurerverein", der die Seele aller großen Streikbewegungen ausgangs der sechziger und anfangs und Mitte der siebziger Jahre wurde. In Hamburg, wohin man die Leitung 1874 verlegte, wurde der Verein 1878 auf Grund des Sozialistengesetzes aufgelöst. 1891 ist wieder eine Zentralisation der Maurer Deutschlands geschaffen worden, die seitdem mehrere Millionen Mark für Streikgelder herangeschafft, im vorigen Jahre ungezählte langdauernde Streiks angezettelt hat und sich in diesem Winter für einen entscheidenden Schlag vorbereitet. In ganz Deutschland soll der 13. Januar von allen sozialdemokratischen Maurerorganisationen und verwandten gewerblichen Verbänden auf das festlichste begangen werden; auch eine Festschrift, die allerdings bis zum 13. Januar nicht fertig wird, ist in Vorbereitung. In den Versammlungen anläßlich des Festtages sollen in erster Linie die Organisationen gefördert und die Waffen zur Hauptschlacht geschliffen werden. Die Gedenkfeier verdient also auch insofern große Beachtung, als sie die Einleitung zu dem gewaltigen Lohnkampf sein wird, auf die man sich im Frühjahr dieses Jahres gefaßt machen muß. Kiel, 9. Januar. Interessante Torpedoschießversuche haben in jüngster Zeit auf dem Kieler Kriegshafen ftattgefunden. Mittels eines Geradlaufregulators konnten die Torpedos während ihres Laufes im Wasser genau in derselben Richtung erhalten werden, in welcher sie aus dem Lancierrohr ausgestoßen wurden. Selbst gewaltsam herbeigeführte Ablenkungen des Torpedos im Wasser korrigierte der Regulator mit großer Präzision. Es ist gelungen, dem Torpedo eine vollkommen gerade Laufbahn, selbst über 1500 Mtr. Entfernung, zu erteilen — eine Entfernung, über welche hinaus sich die Verwendung des Torpedos aus anderen Gründen überhaupt nicht empfiehlt. Die Versuche wurden bei schlechtestem, veränderlichem Wetter ausgeführt und haben die beteiligten Marinekreise in jeder Weise befriedigt. Ausland. Brüssel, 11. Januar. Nachrichten, welche aus dem Congogebiete gestern abend in Antwerpen angekommen sind, berichten über die Niederlage der belgischen Truppen. Darnach griffen die Eingeborenen die belgischen Truppen bei Kalambaro an und trieben sie in die Flucht. 6 europäische Offiziere und 100 Unteroffiziere sind ums Leben gekommen. fM Brussel, 11. Januar. Die Sozialisten hielten gestern eine große Versammlung ab, in welcher mehrere Redner für die Freilassung des Anarchisten Moineau eintraten. Kleinem an den Vorstand gerichteten Telegramm erklärten sich die sozialistischen Studenten mit der Forderung der Freilassung Moineaus solidarisch. Em anwesender Delegierter der Anarchisten gab die Versicherung ab, daß die anar- chistische Partei die Kandidatur Moincaus für die Kammerwahlen aufstellen werde. Paris, 11. Januar. Der Verteidiger Esterhazys erklärt die Blättermeldung, wonach Esterhazy am 17. ds. zum Verhör vor dem Kassationshof erscheinen werde, für unrichtig. Er werde nicht nach Paris kommen und seme Aussage schriftlich machen. . Paris, 11. Januar. Die ausländischen Beurteiler der neuesten Vorgänge in Frankreich sind säst einmutig der Ansicht, daß die Schilderhebung Quesnay de Beaurepaire« gegen den Kassationshof die schwerste Heimsuchung ist, die der Dreyfushandel der Republik bisher gebracht hat. Man kann und darf sich heute nicht mehr der Erkenntnis verschließen, daß dieser unselige Streit um die Schuld oder Unschuld eines Verurteilten die Krisis der Republik eröffnet hat, denn mit grausamer Folgerichtigkeit durchsägt er nach- einander die Stützen, darauf sie sich gründet. Das Vertrauen auf das Heer und seine Führer und das Vertrauen auf die Gerechtigkeit der Richter waren der zwiegestaltete nationale Stolz Frankreichs, die Eckpfosten des Staates. Das Vertrauen auf die derzeitigen Armeeführer aber ist, was man auch sagen mag, unwiederbringlich dahin, der äußere Ausdruck seines Zusammenbruchs war der Rücktritt des Generalstabschefs Le Mouton de Boisdeffre und fein durch die Macht der Ereignisse erzwungenes Eingeständnis, daß er das von ihm herausgeforderte Vertrauen des Landes getäuscht habe. Da sich die öffentliche Meinung also von den Heerführern getäuscht und enttäuscht sah, da sich die militärische Gerichtsbarkeit in den Prozessen Dreyfus und Esterhazy selbst ihr Urteil gesprochen hatte, flüchtete sie in die Arme der bürgerlichen Justiz, und die Revision des Dreysusprozesses wurde dem Kassationshofe anvertraut. So hoch und unerschüttert stand bis dahin das Ansehen des obersten Gerichtshofes des Landes, daß selbst die Militär- Partei sich anfangs dieser Wendung fügte und die von der Verhetzung und vom Skandal lebende Radaupreffe sich nur in schüchternen Anläufen an den Kassationshof heranwagte. Erst als offenkundig wurde, welchen Verlauf die Untersuchung nahm und nehmen mußte, wandten sich die journalistischen Giftspritzen kühner gegen die Mitglieder der Kriminalkammer, bis die Kosenamen, mit denen Drumont und Rochefort ihre Gegner zu taufen Pflegen, wie Verräter, Schurken, Mörder, Juden und Judengenossen auch für sie die ständigen Bezeichnungen wurden. Das hinderte indes- die Mehrzahl des französischen Volkes und das Ausland nicht, nach wie vor den Glauben an die Unparteilichkeit dieser Richter, die sich auf die letzten Ueberlieferungen stützen, hochzuhalten. Dem Vorsitzenden der Civilkammer desselben Gerichtshofes, Quesnay de Beaurepaire, einem Manne, den die Republik feit feiner Thätigkeit im Boulangerprozeffe als eine ihrer festesten Säulen betrachtete, war es Vorbehalten, auch diesen Glauben zu erschüttern. In jedem andern Lande würde die öffentliche Meinung mit einem Richter, der den Klatsch der Wandelgänge des Justizpalastes zu den schwersten Beschuldigungen gegen seinen Stand ausbeutet, kurzen Prozeß machen. Das wird in Frankreich, wie die Dinge liegen, nicht geschehen, man wird Quesnay de Beaurepaire gestatten müssen, „die Geschichte seiner Zeit zu machen", wie er ankündigt. Schon haben andere Mitglieder des Richterstandes, wie der Versailler Richter Grosjean, in demselben Sinne wie Beaurepaire das Wort ergriffen; dieser selbst läßt durchblicken, daß mehrere Kassationsgerichtsräte auf feiner Seite ständen, und der „Gaulois" weiß mitzuteilen, daß er feine Schilderhebung gerade auf den Tag gelegt habe, wo feine Gattin Empfang hatte, daß sich dort viele Freunde und zahlreiche Mitglieder der Civilkammer des Kaffationshofes einfanden, um ihrem Präsidenten die Hessen ist zur Zeit die Entschließung des Großherzogs er- sarderlich. Da nun der Großherzog nicht als Behörde im Sinne des Gesetzes anzusehen ist, überträgt das Ausführungs- gesetz die Volljährigkeitserklärung für die Zukunft dem Ministerium der Justiz. Wie seither, wird es jedoch auch in Zukunft die Sache der Amts- und Landgerichte fein, dem Ministerium nach einer Sachuniersuchung darüber zu berichten, ob der Minderjährige und fein Gewalthaber der Volljährigkeitserklärung zustimmen, und ob dieser Schritt zum Wohle des Minderjährigen dient. Da also das Ministerium doch im wesentlichen auf die Sachunterfuchung des Amtsgerichtes angewiesen ist, und andererseits sonst dem Vormundschaftsgerichte die weitgehendsten Befugnisse ein- zeräumt sind, dürfte es sich allerdings u. E. fragen, ob wirklich genügender Grund dazu vorliegt, von der Regel des Bürgerlichen Gesetzbuches, nach welcher das Vorrnund- schaftsgericht die Voüjährigkeitserklärung selbst vornimmt, in Heffen abzugehen. Dem Rechte der Person entspringt das Recht auf den Namen. Schon gegenwärtig sieht das Reichsgericht die Befugnis, einen bestimmten Familiennamen zu führen, als eine aus dem Familienverbande entspringende Berechtigung an, die zum Gegenstand eines bürgerlichen Rechts- streites werden kann. Dieses Recht auf den Namen dehnt das Bürgerliche Gesetzbuch auch auf den Vornamen und die Namensführung juristischer Personen aus; bestreitet mir also jemand das Recht zum Gebrauch meines Namens, oder »erletzt jemand mein Interesse dadurch, daß er unbefugt weinen Namen führt, so kann ich nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch auf Beseitigung der Beeinträchtigung und künftige Unterlassung klagen. Dieser Schutz des Namens wird in den Einzelstaaten noch dadurch verstärkt, daß die Namen nicht willkürlich von ihren Trägern geändert werden dürfen. In Hessen herrscht in dieser Frage zur Zeit große Rechtszersplitterung und Unklarheit, so daß eine einheitliche Regelung für das ganze Großherzogtum wünschenswert ist. Deshalb bestimmt das Ausführungsgesetz, daß ein Familienname, oder ein in das Geburtsregister eingetragener Vorname nur mit Genehmigung des Großherzogs geändert werden darf. Als Aenderung eines Namens ist auch die Hinzufügung eines weiteren Namens oder eines sonstigen Zusatzes anzusehen. Die behördliche Bezeichnung gleichnamiger Personen durch fortlaufende Zahlen bleibt auch in Zukunft aufrecht erhalten. Das Recht zur Führung des Adels ist im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht geschützt. Das hessische Ausführungsgesetz ergänzt daher das Reichsrecht, indem es auch diejenigen Adelsbezeichnungen, die nicht einen Bestandteil des Familiennamens bilden, also z. B. die Worte „Graf", „Freiherr" unter den Schutz des Gesetzes stellt. Zum Schluffe ist hier noch auf die Regelung der staatlich anerkannten Feiertage hinzuweifen, die mit dem „Recht der Person" in Zusammenhang steht. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch soll, wenn an einem bestimmten Tag oder innerhalb einer bestimmten Frist eine Leistung vorzuuehmen ist und der Fälligkeitstag auf einen Sonntag ober staatlich anerkannten Feiertag fällt, die Handlung am nächstfolgenden Werktag auszuführen fein. Da bis jetzt für den privatrechtlichen Verkehr im Großherzogtum Heffen eine einheitliche Bestimmung darüber, welche Feiertage staatlich anerkannt werden, nicht erlassen ist, so scheint auch hier eine Regelung wünschenswert. Als allgemeine Feiertage sollen daher in Zukunft staatlich anerkannt werden: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Himmelfahrt, Pfingstmontag, erster und zweiter Weihnachtsfeiertag, für die Provinz Rheinhessen außerdem Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen. Der Gesetzgeber wird hierbei durch die Erwägung geleitet, daß die Bevölkerung der rechtsrheinischen Provinzen in ihrer Mehrheit evangelisch, die Bevölkerung Rheinhessens dagegen in ihrer Mehrheit katholisch ist, und daß für die Verhältnisse von ganz Rheinhessen der Provinzialhauptstadt Mainz mit etwa 60 Prozent Katholiken eine hervorragende Bedeutung zukommt. Es ist jedoch diese Bestimmung für baS bürgerliche Recht nur als eine Auslegungsregel anzu- fefjen. Man kann stets etwas anderes bei Abschluß eines Vertrages vereinbaren. Der Richter wird ferner z. B. in den vorwiegend protestantischen Gegenden Rheinhessens Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen nicht als einen solchen Feiertag ansehen dürfen; denn es wird hier keineswegs die Absicht der Parteien sein, daß eine Schuld, bie an Fronleichnam, einem ihnen vielleicht ganz unbekannten r .wird, erst am folgenben Tag bezahlt werben 1°^’ ist es auch in bieser Frage bie Aufgabe °es Richters, bie Lage bes einzelnen Falles gewissenhaft und sorgfältig zu prüfen unb hiernach sein Urteil zu fällen- L-d. x toblW" jiwtis« «»«««< ijuügtn bereit*' ZA ** Mine und G »erMublikan Aaiididatcn wc jetzige Wtri Demokraten V letztMM A HWMc HryanS Fra Wbehnung jußert sich 1 dn W fiU fugt manM einigten Staat Amerikaner ofi sollte sich W Haben wir eir in kleinem Ma Partei ist gege ireuerdings ha Tarnmany-Hall in einer Erkläi erworbene Eil MeM hm unserer Flagg immer kosten opfern für bi zur Entscheid unb Wte ArvokersTk bie benjenig Admiral D> tiiitn anfpo AnW bafyii Jfält, er im ft uputfifüi# Andere Demski Mgend fragt beim Auftreten alle Aussichten D "Hw Gefells, hause statt. 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Noch harren die allerwichtigsten Fragen amerikanischer Politik ihrer demnächstigen, wenigstens vorläufigen Erledigung und schon beginnen die Führer der republikanischen und der demokratischen Partei ihre Vorbereitungen für den nächstjährigen Präsidentschafts- Wahl feldzug. Nach den jetzigen Anzeichen zu urteilen, werden Ausdehnungspolitik, Vermehrung der Armee und Marine und Goldwährung die Hauptpunkte des Programms der Republikaner bilden. Als republikanische Präsidentschafts- Kandidaten werden Mac Kinley und Oberst Roosevelt, der jetzige Gouverneur des Staates New-Jork, genannt. Die Demokraten sind in zwei Lager gespalten. Zwei Demokraten- führer, der „Boß" von Tammany-Hall, Crooker, und der letztmalige Präsidentschaftskandidat, Bryan, haben Erklärungen abgegeben, welche den künftigen Kampf um die Präsidentschaft ohne Zweifel lebhaft beeinflussen werden. Bryans Fraktion ist für freie Silberprägung und gegen Ausdehnung und Vermehrung der Wehrkraft. Ihr Führer äußert sich darüber: „Ein unbezwingliches Verlangen, zu stehlen, wird Kleptomanie genannt, und der Kranke wird in ein Asyl geschickt. Wenn die Landgier unbezwinglich wird, sagt man uns, daß die Strömung der Bestimmung der Vereinigten Staaten durch das Herz des Volkes geht und die Amerikaner offenbar eine neue Mission beginnen. Man sollte sich schämen vor solcher Lobpreisung des Diebstahls! Haben wir ein neues Gebot gegeben: Du sollst nicht stehlen in kleinem Maßstabe?" Der andere Teil der demokratischen Partei ist gegen freie Silberprägung und für Ausdehnung. Neuerdings hat sich auch „Boß" Crooker, der Führer der Tammany-Hall, zu dieser letzteren Ansicht bekehrt. Er sagt in einer Erklärung: „Unser Volk will das durch den Krieg erworbene Eigentum beschützt wissen. Es will für ein stehendes Heer, eine mächtige Marine und die Beschützung unserer Flagge in der ganzen Welt zahlen, was es auch immer kosten mag. Unser Volk ist willig gewesen, Blut zu opfern für die Ehre unseres Landes. Kommt die Frage zur Entscheidung, so wird es sich wie ein Mann erheben und Gebietserweiterung als heiliges Bürgerrecht fordern." Crookers Standpunkt wird sicherlich auf eine Anzahl Blätter, die denjenigen Teil der demokratischen Partei vertritt, welche Admiral Dewey als Präsidentschaftskandidaten verschlägt, einen anspornenden Einfluß ausüben. Vielfach geht die Ansicht dahin, daß, wenn die Volkstümlichkeit Deweys anhält, er im Fall seiner Aufstellung jeden Kandidaten der republikanischen Partei siegreich aus dem Feld schlagen würde. Andere Demokraten dagegen meinen, daß ihr ohnehin schon genügend fraglicher Erfolg bei der nächsten Präsidentenwahl beim Auftreten zweier Bewerber ihrer Partei, dieser vollends alle Aussichten auf Sieg rauben werde. T. R. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 12. Januar 1899. * Theaterverein. Die gestrige Vorstellung der „Stützen ber Gesellschaft" fand bei fast völlig ausverkauftem Hause statt. Die Ursache des so außerordentlich regen Jntereffes, welches man dieser Vorstellung entgegenbrachte, lag wohl teilweise in dem Stücke selbst, zum größten Teile aber in der Person des Gastes, unseres engsten Landsmannes, des Herrn Carl Peppler. Die Befriedigung, diesen gottbegnadeten Künstler gesehen zu haben, äußerte sich denn auch am Schluffe der Vorstellung in der allgemeinsten Weise, so daß man annehmen darf, sein zweites Gastspiel am Freitag, wo dem Künstler als „König Lear" ja bei weitem mehr Gelegenheit geboten ist, sein Können zu zeigen, werde ein nicht minder volles, wenn nicht überfülltes Haus finden. Eine ausführliche Kritik lassen wir morgen abend folgen, bemerken aber schon heute, daß auch das Personal unseres Stadttheaters gestern geradezu Musterleistungen bot. •• Stadttheater. Carl Peppler vom Hoftheater in Hannover tritt Freitag hier zum letzten Male als „König Lear" auf. In dieser Vorstellung werden auch zwei von der Direktion für die nächste Saison in Aussicht genommene Kräfte, Herr Alfred Bernau vom Krefelder Stadttheater und Herr Josef Cammer vom Stadttheater in Hanau, debütieren. '* Lahuthal Sängerbund. Zehn Mitgliedern des Lahnthal-Sängerbundes wurde eine schöne und eigenartige Weihnachtsfrende zu teil, indem sie in Ausführung des auf dem Sängertag am 11. Juli 1898 zu Marburg gefaßten Beschlusses ein Anerkennungs-Diplom für 25jährige ununterbrochene aktive Zugehörigkeit zu genanntem Sängerbünde erhielten. Es betraf dies die Herren Wagnermeister Peter Ritter-Wetzlar, Schuhmachermeister Georg Bruchmeier- Wetzlar, Drehermeister Heinrich Roth-Grünberg, Kaufmann Ferdinand Schott-Grünberg, Küfermeister Georg Müller- Grünberg, Stadtdiener Heinrich Wols-Grünberg, Heinrich Hornfeck-Gießen, Georg Atzbach-Gießen, Bernhard Grüninger-Butzbach und Schuhmachermeister Jakob König- Marbach. Herr Ritter-Wetzlar ist schon seil 1863 Mitglied des Bundes. Die Diplome waren, wie die „Oberh. Ztg." meldet, vom Vertreter des Lahnthal-Sängerbundes, Herrn Schneider-Marburg, ausgefertigt und durch diesen den genannten Herren zugestellt worden. -o- Lahnthal Zither Bund. Nach verschiedenen Beratungen von Delegierten des Lahnthal-Zither-Bundes mit solchen der Zithervereine aus dem Mainthale bezüglich Erweiterung des Lahnthalbundes nach dem Maingebiet, tagte am Sonntag dem 8. Januar in Frankfurt a. M. die konstituierende Ber- ammlung eines Main-Lahnthal-Zitherbundes. Vertreten waren die Vereine aus Frankfurt a. M., Bockenreim, Oberrad, Aschaffenburg, Gießen, Marburg re. rc. Die zahlreich Erschienenen nahmen die von einer Kommission auf Grund der Lahnthal-Bundesftatuten ausgearbeiteten neuen Statuten mit einigen kleinen Abänderungen an, worauf man zur Vorstandswahl schritt. Zum ersten Vor- itzenden wurde L. Metzker-Bockenheim, zum ersten Dirigenten Ad. Arnold-Gießen und zum ersten Schriftführer E. Schmidt - Bockenheim gewählt. Das diesjährige Bundesfest finket im Herbst in Bockenheim statt. Der seitherige Lahnthal-Zither-Bund hat nun durch seine Erweiterung zum Main-Lahnthal-Zither-Bund eine vier- bis fünfmal o große Spielerzahl wie früher, und steht in künstlerischer Beziehung das Günstigste zu erwarten. - Billiges Fleisch. Heute morgen wurden zirka 60 Schweine aus Oldenburg eingeführt. Die Fleischqualität ist vorzüglich, da Kunst- und Maisfütterung in Oldenburg keine Anwendung findet. ♦* Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Armeekorps. Kassel, önigl. Eisenbahndirektion, Kassendiener, 1000—1500 Mk. Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß. — Kgl. Eisenbahndirektion in Frankfurt, 50 Anwärter für den Bahnwärter- und Weichenstellerdienst, 700 Mk. Jahresgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzufchuß oder Dienstwohnung. — Frankfurt, städtisches Tiefbauamt, zwei Hilfskanzlisten, je 3 Mk. 30 Pfg. für jeden Arbeitstag. — Höchst a. M., Magistrat, Portier des städtischen Schlacht- wfes, 1200 Mk. jährlich. — Im kaiserl. Ober-Postdirektionsbezirk Dortmund, Landbriefträger, 700 Mk. Anfangsgehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Wetzlar, Bürgermeisteramt, Steuersekretär und 2. städtischer Beamter, 1200 Mk. Gehalt jährlich. Grünberg, 11. Januar. Am Marktage, 7. Januar, wurden auf dem hiesigen Frucht markte folgende Fruchtarten 2C. zu den beigesetzten Durchschnittspreisen verkauft: 36 Doppel-Center (ä 100 Kg.) Weizen zu 16,50 Mk., 6 Doppel-Centner Korn zu 14,10 Mk., 24 Doppel-Centner Hafer zu 13,58 Mk., 1 Doppel-Centner Erbsen zu 17 Mk. Oppenheim, 10. Januar. Gestern abend gegen 8 Uhr am der Maurermeister Peter Haun von Ginsheim mit einem Begleiter von Nierstein hier an den Rhein, um überzufahren. Während der Gefährte nach der Brückengelderhebung ging, begab sich Haun nach der Landebrücke, über- tieg dort die — allerdings kaum 80 Zentimeter hohe — BarriSre und ging vorwärts, bis er mit einem Hilferuf in den Rhein fiel und trotz sofortiger Hilfeleistung ertrank. Die Brücke befand sich zur Zeit des Unfalles auf der rechten Rheinseite, was im Nebel nicht bemerkbar war. Der Ertrunkene war 53 Jahre alt und hatte den deutsch-französischen Feldzug mitgemacht. Worms, 10. Januar' Infolge leichtsinnigen Umgehens mit einem kleinen Taschen-Teschin wurde gestern Abend die Ehefrau eines hiesigen Heizers verletzt. Ein junger Schreibgehilfe spielte mit der Schußwaffe, dabei entlud sich dieselbe, und die Kugel drang der Frau in den Unterleib. Die Verletzte mußte alsbald ins Krankenhaus ausgenommen werden. Gegen den leichtsinnigen Schützen wurde Anzeige erhoben. ___ Aus der Zeit für die Zeit. Vor 340 Jahren, am 18. Januar 1559, starb auf Wüsten- selb bei Oldesloe Menno Simonis, der Stifter der ^Mennonitin". Aus feinem Fundamentbuch von dem rechten christlichen Glauben erfährt man das Ziel seiner Bestrebungen. Die Mennoniten verwerfen Eid, Krieg, Prozeß, Ehescheidung, halten strenge Kirchenzucht, gute Kindererziehung und tadellosen Wandel; sie verteilen sich auf Holland, Deutschland, die Schweiz, Großbritannien, Rußland und Amerika. Simonis wurde im Jahre 1492 zu Witmarsum in Friesland geboren. Vermischtest * Frankfurt a. M., 10. Januar. Das Einheitsdenkmal, das zur Erinnerung an die Jahre 1813 bis 1864 vor der Paulskirche aufgestellt werden soll, beschäftigte heute die Stadtverordneten wieder mehrere Stunden lang. Wie s. Z. mitgetheilt, hatten die Preisrichter den Entwurf „Phönix" von Hessemer und Kaufmann in München zur Ausführung empfohlen. Dem entsprechend beantragte nun der aus Stadtverordneten und Stadträten bestehende Denkmalsausschuß, die Stadtverordnetenversammlung wolle ihn ermächtigen, mit den beiden Künstlern in wettere Verhand- lunaen über die Ausführung ihres Entwurfs einzutreten, und als erste Baurate 62000 Mk. bewilligen. Für das ganze Denkmal sind 150000 Mk. als Höchstbetrag in Aussicht genommen. Es wurde bereits erwähnt, daß eigentlich keiner der ein- qesandten Entwürfe die Beschauer voll befriedigt hat, teils wegen der Schwierigkeit des darzustellenden Gedankens, teils wegen der räumlichen Beschränktheit des Paulsplatzes, für den der Obelisk ein ziemliches Verkehrshindernis bilden wird. Die Vorlage stieß denn auch in der Stadtverordnetenversammlung auf lebhaften Widerspruch, und schließlich wurde unter Ablehnung des Magistratsantrages mit überwiegender Mehrheit beschlossen, zunächst ein Gipsmodell des Entwurfs in natürlicher Größe anfertigen zu lassen, um dessen Wirkung auf dem Paulsplatze zu erproben. * Nach Meldungen aus Berlin hat sich da« Befinden des Professors Otto Harnack in der Nervenheilanstalt täglich gebeffert, sodaß seine völlige Genesung nächster Tage zu er warten ist. Er schrieb auch aus seinem jetzigen Aufenhaltrort bereits mehrere völlig klare Briefe, insbesondere an seine Angehörigen und an die Technische Hochschule. Nach Ansicht des Nervenarztes hat der Professor die ganze Reife in einer durch Nervenüberanstrengung verursachten Willenlosigkeit ausgeführt und dabei eine schwere Krisis glücklich überstanden. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 14. Januar 1899. Borabend 4« Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr Schristerklärurrg, Sabbathausgang 5* Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 14. Januar 1899. Freitag Abend 4« Uhr, SamStaa Vormittag 8“ Uhr, Nachmittag 3 Uyr, Sabbathausgang 6*° Uhr. Nachmittag 2so Uhr SchrifterNLrrmg in der Synagoge. Wockengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 4« Uhr. UrrKehr, Land- und Volkswirtschaft. 11. Januar. Frachtmarkt. Not-er Metz« A 14,13, weißer Weizen A 00.00, Äotn A 11.15, Gerste A 9 39, Hafer A 7 07._________________________________________________ Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 12. Januar. Gegenüber einer anders lautenden Meldung können die „Berl. Neuest. Nachr." versichern, daß in der Lippe'scheu Angelegenheit bei dem definitiven Beschluß des Bundesrates Bayern in der That mit >en bereits früher genannten vier Kleinstaaten gegen den Beschluß gestimmt hat. Berlin, 12. Januar. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge haben mehrere dänische Firmen mit Petersburger Leder- waren-Häusern und Baumwoll-Spinnereien Verbindungen angeknüpft. Berlin, 12. Januar. Das „Kleine Journal" meldet aus Paris: Die Erregung wächst. Freyeinet hatte gestern eine Zusammenkunft mit mehreren Generalen. Die Bahnverwaltung erhielt geheimen Befehl, Material zur raschen Beförderung der Provinztruppen nach Paris bereit zu halten. Krefeld, 12. Januar. Seit gestern sinken auch die Arbeiter zweier weiterer Fabriken. Budapest, 12. Januar. Wie verlautet, ist Baron Banffy entschlossen, für den Fall, daß die Opposition ihre unannehmbaren Forderungen nicht wesentlich reduziert, das Abgeordnetenhaus aufzulösen. Triest, 12. Januar. Nach einer Meldung de» Piccolo habe ein Hamburger Rheder hier das Schiff des verschollenen Johann Orth, die „Santa Margherita" zum Kauf angeboten. . , Rom, 12. Januar. Nach Meldungen aus Erithrea hat Ras Mangascha eine vollständige Niederlage erlitten. Biele feiner Soldaten sind auf italienisches Gebiet gezogen und wurden dort entwaffnet. Paris, 12. Januar. Der Justizminister ordnete eine eingehende Untersuchung an, um Beaurepaire zum Beweise seiner gegen Löw und einige andere Mitglieder des Kassationshofes gerichteten Anschuldigungen zu zwingen. Beaurepaire soll insbesondere Aufklärung darüber geben, wie er von den Vorkommnissen im Beratungssaale der Kriminalkammer Kenntnis erlangte. Paris, 12. Januar. Beaurepaire beschuldigt nunmehr den Präsidenten des Kassationshofes, Löw, er habe ihm bei einem Diner mitgeteilt, daß er nach seiner Option für Frankreich eine schlaflose Nacht verbrachte, weil ihm ein hoher Posten in den Reichslanden angeboten worden war. Schon damals war Baurepaire empört, daß Löw überhaupt schwanken konnte. Paris, 12. Januar. Der frühere Minister Bart hon gedenkt in seiner heutigen Interpellation die Regierung zu befragen, wie sie den Beschlüssen das Kassationshofes Respekt sichern wolle. Die Nationalisten werden die Ueber- weisung des Revisionsverfahrens an den gesamten Kassationshof beantragen, was die Regierung bekämpft. Paris, 12. Januar. Im Kassationshof sind alle Mitglieder bis auf zwei der Ansicht, daß die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung die Revision vollkommen recht- fertigen. Dagegen wird über die Frage, ob das gesamte Material, insbesondere, sowie dritte Personen in Betracht kommen, veröffentlicht werden soll, eifrig diskutiert. Voraussichtlich wird der Präsident Maceau dahin wirken, daß der Schlußbericht nur die auf das Bordereau und die angeblichen Geständnisse Dreyfus' Bezug habenden Veröffentlichungen enthält. Paris, 12. Januar. Der Anwalt Esterhazy's erklärte die bereits niedergeschriebene, an den Präsidenten Maceau zu richtende Antwort Esterhazy's auf die Fragen des Kassationshofes für so bedeutend, daß sie Esterhazy's Vernehmung nötig machen wird. Freies Geleit wird ihm zugesichert werden müssen. Paris, 12. Januar. Die Umgebung Delcassss zeigt sich überaus reserviert betreffs des Inhaltes der ausführlichen Depeschen des Botschafters Noailles. Nur so viel verlautet bestimmt, daß das Programm des bevorstehenden Friedens-Kongresses dadurch einen bedeutenden Fortschritt gemacht hat, daß mau jene Themen in den Vordergrund stellt, bezüglich deren eine Gemeinsamkeit der Anschauungen und Interessen seitens aller Kongreß-Teilnehmer bestimmt erwartet werden kann. Bestätigt wird ferner, daß Deutschland und Frankreich außer europäischen namentlich die China betreffende Handels-Politik keinen Widerstand der Interessen zeigt. . Paris, 12. Januar. Das Zuchtpolizeigericht verurteilte gestern Emile Zola in contumaciam wegen der Angelegenheit Jndet zu 100 Franks Geldstrafe und 500 Franks Schadenersatz. Der Anwalt Jndet's hatte 10000 Franks Schadenersatz gefordert. Kanea, 12. Januar. Der Prinz-Gouverneur setzte gestern eine zweite Kommission speziell für Gerichtszweck e ein, bestehend aus drei Christen und einem Türken. Hausverwalter zu haben. 380 FräuleiuS noch aufgeuommeu werden 5b 3 CXXXXXXXXXXX3O0OtXX2OIOICXXX5O0OaOCXX)tXXX3 Pfuhlfaß, Prima Mastgcflüget 544 zu billigen Tagespreisen empfiehlt A. Steinreich, Findkkgaffe 2, Ecke MarKtlasbk«. und 20. d. Mts ünf Zimmern zu vermieten. 533 Friedrich Reitz, Mainz Mk. 0.70 zu vermieten. Seltcrsweg 59 Preise -er Gas-Cokes Für den Centner ab Verkaufsstelle r lieh Stück-Cokes Mk. 1,— 0148 eingetroffen. 310 1,10 Md. 1,15 In Wagenladungen von mindestens 36 Ceutnern Bei gleichzeitiger Entnahme von mindestens 200 Ceutnern Sauerkraut, MLusburg 13. 0166 ooeooooopoooopooooocooßo Ende iq8/4 Ubr. Anfang 8 Ubr. Mark i/ •Ubaction: «. 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