ÄS' Konzert >ert’0«lC ^Or® Herrn p n «*. 5^ r—- iw ggMMBMMe. M Garten. Aber: 1 MtlWtlbfflfMl * bte ««en ®Hiw Sterte UM ^.November 1899„ 7i Uhr: i-Abend ” Nrogram« Felsenkeller. I: Lssä. im Casd Lettin. 7961 Der Vorstand. A Auswahl in . . TOD 70 Pfg. « . . „ 25 Mk. » ioi 2 Mk. 5Q Big. , , 1 » 50 s » gen für Herren u, Knaben und Fusssäcke allen Farben uni Breiten, mar Marit 22 »chenplatz. 7944 msakriß k Co. '»« Fulda n iSe/tersweP phs Üachf.) 8 haft dleihafl»tal,f »tof ““‘Sx*b »<14« s^äs * ^MSS .enMS^S-^ Nr. 267 Zweites Blatt Sonntag den 12. Novembtt 1899 Kehener Anzeiger Heneral-NHeiger Bei PostbejUß 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. 8 cneNi« » a 8n geigen zu ter nrchwittagi für tew ^-rutze« Lckß erscheinenden Nummer Hi vor». W Uhr. IBe Anzeigen.Bermlttlun^-steSen des In« und LuiluckO nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger enigiM» Nezugsprew vierteljährlich 2 Mark 20 Pf» monatlich 75 Pf» mit Bringerloh». OrfcheNN UgNch mir Xa«n40k des KMrt«fi. Wie Gießener 3lawWt »Matter Ä>rrd«n dem Anzei^r w.Deutlich viermal deigelegt. Amts- und Anzeigeblntt für den Aveis Gieren. «.daktion, Expedition und ®ruderet; Sch»tßr«ße Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandmirt, Klätter für hessische Volkskunde. ___________ Adreffe für Depeschen: A«zetßer chtetzs»» Fernsprecher Nr. 51. Fleckchen Erde in deutschen Besitz zurückgegangen, das schon Ausgang der siebziger Jahre als Hauptniederlassung des deutschen Handels in der Südsee galt. In einem anderen Bilde sehen unsere Leser den Hafen von Apia mit dem Wrack des deutschen Kanonenbootes „Adler", das in einem Cyclon unterging. Zur Abtretung Samoas. Wir haben unseren Lesern den Wortlaut des deutsch- englischen Abkommens über Samoa bereits mitgeteilt. Heute führen wir die Lage der Inseln vor, aus welcher hervorgeht, daß der deutsche Besitz den weiaus wertvollsten Teil der Inselgruppe ausmacht und Amerika nur auf eine Kohlen- ftation reflektiert. Mit dem Vertrage ist ein fruchtbares R 0 S'vtAeZ/vV S r‘ " » V; SifX HS V, 0 ° t e A t 3j VPOLU - - tc v- X^JoA e A» a vo.^V\ Politische Wochenschau. XX Eine ganze Reihe bedeutsamer Ereignisse kennzeichnet die abgelaufene Woche. Der schon länger avisierte Besuch des Zarenpaares in Potsdam hat jetzt stattgefunden, und die russische Majestäten sind bereits in ihre Heimat zurückgekehrt. Das Zusammensein der Monarchen in der märkischen Residenz trug den Stempel großer Herzlichkeit, aber wir glauben, mit unserer, vor einiger Zeit ausgesprochenen Ansicht Recht gehabt zu haben, daß die politische Tragweite dieser Zusammenkunft, wenigstens soweit sie auf die Gestaltung der internationalen Lage von Einfluß sein sollte, weit überschätzt worden ist. — Es war natürlich reiner Zufall, daß am Tage der Anwesenheit des Zaren in Potsdam der deutsch-englische Vertrag wegen Samoa bekannt gegeben wurde. Eigentlich hat das Abkommen allseits Ueberraschung hervorgerufen, man hielt die Sache für noch nicht so reif und dachte kaum an die Einleitung diesbezüglicher Verhandlungen. England beweist in dem Vertrage recht großes Entgegenkommen und ganz ungewöhnliche Zurückhaltung. Anzuerkennen ist, daß jetzt die Dinge auf Samoa endgiltig geregelt sind, und es steht zu hoffen, daß die politischen Wirren, wie sie auf den -Inseln ständig herrschten, nunmehr der Vergangenheit angehören. Der deutsche Unternehmungsgeist hat mit der Erwerbung der beiden großen Samoainseln ein neues Feld für seine Thätig- keit gefunden, und wir wollen hoffen, daß alle an den neuen Erwerb geknüpften Hoffnungen sich reichlich erfüllen mögen. Der Kaiser reist nun definitiv nach England, wo man schon große Vorbereitungen zu seinem Empfange trifft. Der Reise soll angeblich die politische Spitze dadurch abgebrochen werden, daß die Kaiserin ihren Gemahl begleitet. Jedenfalls werden die Engländer nicht versäumen, Kapital aus der Anwesenheit des deutschen Kaisers gerade im jetzigen Augenblick zu schlagen. Eine große Enttäuschung hat die verflossene Woche gebracht, jedermann war bereits der Ueberzeugung, daß die Einführung einer einheitlichen Postmarke im ganzen Deutschen Reiche binnen kurzem erfolgen werde, aber man hatte zu früh gejubelt: Bayern will nicht, und damit ist die Sache abgethan — hoffentlich nur vorläufig. Im Auslande steht immer noch der südafrikanische Krieg im Vordergründe des Interesses. Die Erfolge der Buren bleiben fortgesetzt gute, und selbst die englischen Blätter müssen zugeben, daß die Sache Englands bedenklich steht. Irgend eine Entscheidung ist aber auch in der letzten Woche nicht erfolgt, und die Buren werden gut thun, ihren Vorteil auszunutzen, so lange die englischen Verstärkungen noch nicht eingetroffen sind. — Interessant sind die Ausführungen des englischen Premierministers auf dem Lordmayors-Bankett. Lord Salisbury gab sich die erdenklichste Mühe, die internationale Lage als für England nicht gefahrvoll hinzustellen und besonders das Verhältnis zu Deutschland als äußerst herzlich zu bezeichnen. Ob ihm aber wirklich so wohl zu Mute war, erscheint denn doch sehr fraglich. Von auswärtigen Begebenheiten der abgelaufenen Woche wollen wir noch kurz registrieren die Anwesenheit des Prinzen Albrecht von Preußen in Spanien, die Senatswahlen in Nordamerika, den Wiederzusammentritt des französischen Senats in seiner Eigenschaft als höchster Gerichtshof und den Fortgang der Parlamentsvcrhandlungen in Oesterreich. Pretzftimmen über das Samoa-Abkommen. Die deutschen Blätter besprechen in ihrer großen Mehrzahl das Samoa-Abkommen als ein für das deutsche Reich günstiges Ereignis, sowie als einen großen Erfolg des Staatssekretärs Grafen Bülow. Die „Kreuzzeitung" nennt das Abkommen hoch erfreulich und hebt die Fortdauer der Tendenz, nach allen Richtungen hin klare und unanfechtbare Rechtstite! zu schaffen, hervor und schließt: „Das Abkommen ist günstiger, als wir hoffen durften. Wenn Graf Bülow durch das Großkreuz des Roten Adler-Ordens die Anerkennung unseres Kaiserlichen Herrn erhalten hat, so war dies eine wohlverdiente Auszeichnung, zu der wir unsere Glückwünsche darbringen." Die „Tägliche Rundschau" sagt: Samoa deutsch ist ein Ergebnis unserer Diplomatie, das in allen deutschen Herzen dankbaren Widerhall finden wird. Das Abkommen erfüllt uns mit stolzer Freude und aufrichtigem Danke gegen Herrn v. Bülow, der mit sehr heftigen und widrigen Strömungen zu kämpfen hatte." Die „Neuesten Nachrichten" konstatieren die fast ungeteilt günstige Aufnahme des Abkommens und sagen, so sei der sehnliche Wunsch weiter Kreise des deutschen Volkes nach dem Besitz von Samoa nahezu vollständig in Erfüllung gegangen. Die „Vossische Zeitung" schließt: „Die gemeinsame Abmachung beweist, daß gegenwärtig die besten Beziehungen zwischen Berlin und London bestehen. Graf Bülow kann vor den Reichstag in dem Bewußtsein treten, daß er seine Verheißungen vom 14. April im vollen Umfang erfüllt hat." Das „Berliner Tageblatt" hebt hervor, der Vertrag habe nicht nur die sofortige Beseitigung der Unordnung auf Samoa zur Folge, er bedeute auch eine Erhöhung des staatlichen Ansehens und bewirke, daß uns ohne besondere Opfer das in den Schoß falle, was sonst nur ein glücklicher Krieg hätte sichern können. Die „Freisinnige Zeitung" begrüßt die Lösung der Samoafrage mit Genugthuung (!), weil die Samoainseln seit Jahren der Zankapfel zwischen Deutschland, England und Nordamerika waren. Der „Hamburgische Korrespondent" sagt, das Abkommen finde auch in Hamburg den freudigsten Widerhall und bedeute eine sehr glückliche und erfolgreiche Lösung, insbesondere, da es ohne jede Konsequenz für die Gesamtpolitik Deutschlands sei. Das Blatt hebt hervor, die glückliche Hand des Grafen Bülow habe kaum jemals ein schwierigeres Problem gelöst, als die deutsche, durch alte Sünden bös verfahrene Samoapolitik. Die „Hamburger Nachrichten" begrüßen das Abkommen mit um so größerer Freude und Genugthuung, als die Samoa-Angelegenheit neben den materiellen deutschen Interessen eine nationale Ehrenfrage bedeute. Das Blatt beglückwünscht ebenfalls den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes zu dem Erfolg seiner Festigkeit. Von der auswärtigen Presse sind vor allem die englischen Auslassungen von Bedeutung. London, 9. November. In einer Besprechung des Samoa-Abkommens führen die „Times" aus, dadurch seien die Bedingungen des Satzes „do ut dee“ in billiger Weise befolgt. Keiner der einzelnen Punkte des Abkommens sei von größerer Bedeutung. Denn glücklicherweise sei kein einziger Streitfall zwischen England und Deutschland von größerer Wichtigkeit gewesen, noch sei es wahrscheinlich, daß ein solcher Fall größere Bedeutung annehmen würde. Ueberhaupt scheine das Abkommen so geartet, daß es sich zwei vernünftigen, praktischen Völkern selbst empfehle. „Daily News" sagen: Wenn auch Salisbury sich aus Samoa habe neuerdings verdrängen lassen, so sei es doch erfreulich, zu wissen, daß die Abtretung Samoas auch für Englands Freunde, die Amerikaner, etwas gutes haben werde. Das Abkommen werde auf jeden Fall mit Befriedigung aufzunehmen sein, und es sei erfreulich, daß alle Ursachen zu einer etwaigen Friktion zwischen den beiden Regierungen beseitigt würden. „Daily Chronicle" betont, man müsse zunächst die Aeußerung der Kolonien abwarten, bevor man sich endgiltig darüber schlüssig machen könne, ob das Abkommen eine entsprechende Kompensätion dafür bilde, daß man Deutschland das schönste, fruchtbarste Land im Stillen Ozean einräume. „Morning Post" schreibt: „Die Bedingungen des Abkommens scheinen die eines für beide Teile gleich guten Geschäftes zu sein, und werden hoffentlich auch von den Regierungen von Australien und Neuseeland begrüßt werden." „Standard" bemerkt: „Insofern der Vertrag die Ursache etwaiger Meinungsverschiedenheiten beseitigt, sollte er in England und Deutschland mit allgemeiner Befriedigung aufgenomen werden.''______________________________ Deutsches Reich. Berlin, 10. November. Auf ein an den Kaiser gerichtetes Glückwunsch-Telegramm der Hamburger Handelskammer aus Anlaß der Erwerbung der Samoa- Inseln erwiderte derselbe von Letzlingen aus, daß es ihm Genugthuung bereite, von so berufener Stelle aus für seine Thätigkeit zur Befestigung und Mehrung unseres Kolonialbesitzes Anerkennung zu finden. Das gewähre ihm die Zuversicht, daß auch in weiten Kreisen des Vaterlandes das glücklich errungene Ziel in seiner Bedeutung für die Wohlfahrt des Reichs richtig erkannt werde. — In Reichstagskreisen wird angenommen, daß eine eigentliche Flottenvorlage dem Reichstag in der laufenden Session schwerlich zugehen werde. In Form eines Nachtragsetats würde wahrscheinlich der Bau eines Teils der Schiffe, die nach dem Flottengesetz erst später an die Reihe gekommen wären, schon für das nächste EtatSjahr beantragt werden. — Der diplomatische Erfolg, den Graf Bülow mit dem Abschluß des neuen Samoa-Vertrags errungen hat, ist um so größer, als er erreicht worden ist, ohne daß wir uns bezüglich unserer sonstigen Politik irgend wie die Hände gebunden haben. Hätten wir das thun wollen, würden wir wahrscheinlich von den Engländern sehr viel haben herausschlagen können Dem Grafen Bülow kam es darauf an, die deutsche Position in Samoa nicht nur zu behaupten, sondern auch zu verbessern. — Die Einbringung der erweiterten Kanal-Vorlage im Abgeordnetenhause dürfte, wie die „National-Zeitung" hört, im Februar zu erwarten sein. Zum Ausbau des Hafens von Emden werden im Etat 7 Millionen Mark gefordert werden. — Wie die „NationabZeitung erfährt, ist an amtlicher Stelle nichts davon bekannt, daß Staatssekretär von Bülow, infolge einer Einladung der Königin Viktoria, den Kaiser nach England begleiten werde. — Staatssekretär Podbielsky wird sich in Begleitung mehrerer Mitglieder des Reichspostamtes nach Straßburg begeben, um der am 12. d. M. daselbst stattfindenden Einweihung des neuen Postgebäudes beizuwohnen. Am 11. November wird eine Konferenz mit den Vertretern der elsässischen Handelskammern stattfinden. — Der unmittelbare Meinungsaustausch, der aus An- laß der Zusammenkunft des Kaisers mit dem Zaren zwischen dem Staatssekretär des Auswärtigen Grafen von Bülow und dem russischen Minister des Auswärtigen Grafen Murawiew stattgefunden, hat sich in der Richtung bewegt und das Ergebnis gehabt, das in der offiziösen Begrüßung des Zaren dahin umschrieben ist: Das Verhältnis zwischen den beiden Mächten sei auf wertvollen Freundschaftsbeziehungen der Herrscherhäuser begründet, und auf dem für beide Länder gleich segensreichen Einvernehmen beruhe, daß die deutsche und russische Macht in Europa friedlich nebeneinander wirken und sich außerhalb dieses Weltteiles vertrauensvoll weiteren Aufgaben zuwenden können. Hinsichtlich aller wesentlichen politischen Fragen trat Uebereinstim- mung hervor. Es zeigte sich wieder, daß das Zusammengehen Rußlands und Frankreichs so wenig ein vertrauensvolles, freundschaftliches Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland ausschließe, wie unser Bündnis mit Oesterreich und Italien und unsere normalen Beziehungen zu England. Murawiew sowohl als Bülow sprachen sich über ihre sehr lange gepflogene gemeinschaftliche Unterredung durchaus befriedigt aus. Die Politik des Zaren sei vorab bestrebt, dahin zu wirken, daß durch die jetzigen südafrikanischen Wirren der Weltfriede nicht gestört werde. — Der in dem deutsch-englischen Abkommen über Samoa enthaltene Verzicht Deutschlands auf das Recht der Exterritorialität in Sansibar ruft die Erinnerung an den Sansibarvertrag wieder wach, in dem Deutschland auf den wertvollsten Teil seines Besitzes in Ostafrika verzichtete. Es wird in allen kolonialen Kreisen zugegeben werden, daß bei Abschluß des Samoavertrages die Vertretung der deutschen Interessen in glücklicheren und geschickteren Händen lag, als beim Sansibarvertrag; immerhin berührt es schmerzlich, daß durch die ausdrückliche Erwähnung des an sich nicht erheblichen Verzichtes Deutschlands auf den letzten unscheinbaren Rest seiner ehemaligen Vorrechte in Sansibar vor aller Welt klargestellt wird, daß unsere Ansprüche auf Sansibar aufgegeben sind. England wird sich von jetzt ab des unangefochtenen Besitzes Sansibars und des im Sansibarvertrag ebenfalls abgetretenen Sultanats Witu zu erfreuen haben. Vielleicht hält die englische Regierung jetzt selbst den Augenblick für gekommen, ein Unrecht wieder gut zu machen und wenigstens zum Teil den Schaden zu ersetzen, den deutsche Reichsangehörige durch das Vorgehen Englands in Witu erlitten haben. Es ist bekannt, daß die Ansprüche der Brüder Denhardt an England in den Verzicht nicht mit einbegriffen sind, den die Reichsregierung von den Brüdern Denhardt als Bedingung für die Auszahlung der Abfindungssumme von 150,000 Mark verlangt. Wenn kürzlich gemeldet wurde, daß die Auszahlung dieser Abfindungssumme noch nicht erfolgt sei, weil die Brüder Denhardt auf weitere Schadenersatzansprüche nicht verzichten wollen, so hat diese Meldung selbstverständlich nicht den Sinn, daß die Brüder Denhardt sich geweigert hätten, auf das durch Reichstagsbeschluß genehmigte Anerbieten der Reichsregierung einzugehen, und daß damit die Angelegenheit für das Reich erledigt sei. Eine solche Weigerung ist nicht erfolgt; vielmehr schweben die Verhandlungen zwischen dem Auswärtigen Amt und den Brüdern Denhardt noch. Bei der prinzipiellen Geneigtheit, die die Reichsregierung und der Reichstag gezeigt haben, den Ansprüchen der Brüder Denhardt entgegenzukommen, ist ein baldiges befriedigendes Ergebnis dieser Verhandlungen, soweit das Deutsche Reich in Frage kommt, zu erhoffen. Die Ansprüche der Brüder Denhardt an England werden aber durch diese Verhandlungen nicht berührt, und man kann annehmen, daß die Brüder Denhardt die Unterstützung des Deutschen Reiches finden werden, wenn sie den günstigen Augenblick, in dem England die letzten Konsequenzen aus dem Sansibarvertrag zieht, dazu benutzen, von England einen Ersatz des Schadens zu verlangen, den die englische Herrschaft in Witu den deutschen Unternehmungen zugefügt hat. - Die „Kreuz Ztg." hat vor einiger Zeit Auslassungen des Herrn von Drest-Daber veröffentlicht, in der die Schuld an dem Transvaalkriege der schlimmen Börse aufgehalst wurde. Dasselbe Blatt veröffentlicht jetzt eine an Dr. Leyds gerichtete Zuschrift aus dem hannöverschen Kreise Gifhorn, in der es heißt: „Möge der fchlietzltwe Sieg der Buren, den die Mafien deutscher Bauern und Landwirte erhoffen, dazu beitragen, die Macht des Kapitalismus nachhaltig zu brechen. Es liegt im Jnterrfie der internationalen Ztnsenzieber, die Kulturvölker der Welt hin und wieder in Kriege zu verwickeln." Dazu ist zunächst zu bemerken, daß erfreulicherweise nicht nur die deutschen Bauern und Landwirte Sympathien für die Buren empfinden, sondern die große Mehrheit des deutschen Volkes überhaupt, und daß es entweder eine große Thorheit oder eine nicht minder große Nichtsnutzigkeit ist, dem Vertreter eines auswärtigen Staates gegenüber die deutsche Bevölkerung in einer auswärtigen Angelegenheit als gespalten hinzustellen. Zum Zweiten aber hat der „Kapitalismus" mit dem Kriege gar nichts zu thun; denn romn auch England den Krieg gegen Transvaal teilweise um der Goldfelder willen führt — nur teilweise, denn das ideelle Motiv der Erlangung der unbestrittenen Suprematie in Südasrika spielt mindestens eine ebenso große Rolle —, so ist doch an dieser habgierigen Politik das gesamte englische Volk beteiligt und keineswegs nur der Kapitalismus; ja, die herrschende Partei, die den Krieg angezettelt hat, stützt sich vorwiegend auf die Landjunker. Zum Dritten gehören zu den „internationalen Zinsenziehern" ebensowohl ländliche Sparer, wie städtische. Wenn also die „internationalen Zinsenzieher" ein Interesse an der Anstiftung von Krieg hätten, so würde der Vorwurf die ländlichen Zinsenzieher ebenso treffen, wie die städtischen. Ausland. Wien, 10. November. Der Präsident des Lemberger Oberlandesgerichts zeigte gestern dem Justizminister das Urteil des Prozesses in Sachen der galizischenSpar- kasse durch folgendes Telegramm an: Zur Entrüstung aller ehrlichen Leute sind sämtliche Angeklagte freigesprochen worden. London, 10. November. Der „Standard" meldet aus Moskau: Eine Division Grenadiere, deren Haupt- Quartier Moskau ist, erhielt Befehl, sich für den aktiven Dienst bereit zu halten. Einem Gerücht zufolge ist dies für Persien bestimIn Moskau herrscht große Beunruhigung und das Mrgefühl kommender Ereignisse. f’-'-'i Warschau, 10. November. Während der Fahrt des russischen Hofzuges nach Spala wurde die ganze Bahnstrecke von einem M ili tär - Co rdo n bewacht. Beider Ankunft in Spala wurde das Zarenpaar vom Großfürsten und den Hofwürdenträgern begrüßt. Morgen beginnen die Hofjagden. Spala ist von Militär förmlich umzingelt. Konstantinopel, 10. November. Wie die Blätter melden, ist eine starke türkische Truppenmacht in das Hinterland von Tripolis bisWadai vorgerückt, angeblich weil die dort wohnenden 10 Millionen Muhame- daner verlangt haben, unter der Herrschaft der Türkei zu leben. Rew-Hork, 10. November. Die hiesige Presse bespricht das Samoa-Abkommen vorwiegend zustimmend. Die „Tribüne" schreibt, das Abkommen sei deshalb erfreulich, weil es eine Annäherung Englands, Deutschlands und Amerikas herbeigeführt habe. Lokales und ProomMes. Gießen, den 11. November 1899. * * Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 30 Jahren, am 12. November 1869, starb zu Rom Friedrich Overbeck, der tiefernste Maler der heiligen H störte und Dichter gern gesungener Lieder, wie: „Komm, lieber Mat, und mache die Bäume wieder grün", „Blühe, liebes Veilchen," u. s. w. Rach mehrjährigem Studium in Wien zog eS ibn nach Rom, wo die Klosterzelle sein Heim wurde. Er wurde am 3. Juli 1789 zu Lübeck geboren. — Vor 37 Jahren, am 13. November 1862, starb in Tübingen Ludwig Uhland. Er ist einer der ersten Romantiker der deutschen Dichtung und hat das Ueberspannte und Unwahre, welches der Romantik anhtng, vollständig überwunden. Wohl kein anderer Dichter hat so viele seiner Lieber zu Volksliedern werden sehen („Ich bitt’ einen Kameraden", „Es zogen drei Burschen wohj über den Rhein"). U. wurde am 26. April 1787 geboren. • * Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht, am 4. d. Mts. d m Wagenwärter bei der Main-Necker-Eisenbahn Otto Repp zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von Seiner Majestät dem König von Rumänien verliehenen Silbernen Verdienstmedaille mit der Krone, den Badewärtern Ernst Friedrich Babel II. und Karl Heß zu Bad Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihnen von Seiner Königlichen Hoheit dem Fürsten von Bulgarien verliehenen Bronzenen Verdienstmedaille zu erteilen. • * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Oktober dem Meister Adam Rückert II. und den Arbeitern Martin Eitel II. und Kaspar Müller I. — sämtlich aus Mühlheim — in Diensten der Firma Huppe u. Bender, Taschenbügel- und Metallwarenfabrik zu Offenbach a. M., das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Arbeit" zu verleihen. • • Postpersonal-Nachrichten. Versetzt sind: der Postmeister Wiegand von Zülpich nach Heppenheim (Bergstraße). Ernannt ist: der Postsekretär Sälzer in Darmstadt zum Ober-Postkassenbuchhalter. Angenommen ist: als Telegraphenanwärter der Bezirks-Feldwebel Mechler in Mainz. Gestorben ist: der Ober Telegraphenassistent a. D. Flory in Butzbach. * * Hamburger Hilfsansschnß für die verwundeten Buren. (Eingesandt.) Der Hamburger Hilfsausschuß für die verwundeten Buren kann mit dem Erfolge seiner großartigen und begeisternden Versammlung vom 23. Oktober d. I. wohl zufrieden sein. Diese Versammlung, in der über 3000 deutsche Männer und Frauen den Buren freudig ihre Anteilnahme in ihrem Freiheitskampfe aussprach, beauftragte den Ausschuß „Sammlungen ins Werk zu setzen", deren Ergebnisse ausschließlich zur Unterstützung der kämpfenden Buren mit Aerzten, Heilmitteln u. s. w. im Anschluß an den Aufruf des Allgemeinen Niederländischen Verbandes vom 9. Oktober d. I. dienen sollen. Zweitens die weitere Entwickelung des Kampfes in Südafrika zu beobachten und von Zeit zu Zeit der Oeffentlichkeit durch die Presse oder in anderer geeigneter Weise von den unternommenen Schritten und deren Erfolge Kenntnis zu geben. „Im Sinne dieser Anregungen hat der Ausschuß in seiner letzten Sitzung einen Aerzte-Ausschuß zur Prüfung der sich meldenden Hilfskräfte und einen Preß-Ausschuß gewählt". Ferner wurde beschlossen, Sammellisten auszugeben, deren Ergebnisse dem Antwerpener Hilfsausschuß für Transvaal, an dessen Spitze Professor Pel de Mont steht, übersandt werben wird. Als Ergebnis der Sammlung am 23. v. M. tonnten schon 700 Mk. nach Antwerpen gesandt werden, worauf folgendes Dankschreiben einlief: „Ihnen sowie allen wackeren deutschen Männern, welche in der großen Tütge- schen Versammlung am 23. Oktober gegen die britische Gewaltpolitik Einspruch erhoben haben, spricht der Antwerpener Hilfsausschuß seinen herzlichsten Dank aus. Wir empfingen Ihren Betrag in der Höhe von 700 Mk. und sind schon heute in der Lage, die Abfahrt des ersten Hilfszuges für unsere Brüder in Südafrika auf den 11. November festzu- setzen." — Da das rote Kreuz vorläufig auch nach Abgang seines Hilfszuges keine weitere Ueberfenbung von Pflegern beabsichtigt, andererseits aber von Tag zu Tag die Zahl 6er Verwundeten wächst, auch neuerdings vom Oranje-Freistaat Hilfe begehrt wurde, ist dringend zu wünschen, daß die Sammlungen des Hamburger Hilfsausschusses, für die sich in Hamburg selbst eine lebhafte Anteilnahme kund giebt, auch im weiten Deutschland willige Ohren und offene Hände finden mögen. Jeder Beitrag, den wir nach Antwerpen senden, ist zugleich ein germanischer Gruß an Vlandern, Brabant und die Niederlande, der drüben dankbar empfunden werden wird. Auch die kleinsten Gaben sind willkommen. Sammelbogen sind erhältlich bei Herrn Rechtsanwalt A. M. Jakobsen, Hamburg, Neu- städter Fuhlentwiete 95, an den auch alle Geldsendungen zn richten find. * * Der deutsche Fleischerverband versendet ein Flugblatt. „Die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirtschaft mit Bezug auf die Verwertung ihrer Diehproduktion durch das deutsche Fleischergewerbe." In diesem Flugblatt wird die Interessengemeinschaft von Landwirtschaft und Fleischerei kräftig betont und die amerikanische Fleischeinfuhr, wie sie von dem dortigen Fleischtrust mit Hochdruck betrieben werde, als die Hauptgefahr bezeichnet. Der Fleischerverband begrüßt die von den österreichischen Fleischern ausgegangene Anregung, einen kontinentalen Kongreß zur Beratung gemeinsamer Maßregeln gegen die amerikanische Fleischeinfuhr zu berufen, und bezeichnet dann das im Entstehen begriffene deutsche Fleischschaugesetz als das Feld, auf dem sich Bauern und Fleischer mit dem amerikanischen Fleischtrust zu messen haben würden. * * Verein der Freundinnen junger Mädchen. Am 31. Oktober fand in Frankfurt unter zahlreicher Beteiligung die hessische Landeskonferenz des „Vereins der Freundinnen junger Mädchen" unter dem Vorsitz der Gräfin von Erbach- Schönberg und in Gegenwart der Nationalvorsteherin von der Tann, statt. Aus den verschiedenen hessischen Städten wurden von den Lokalvorsteherinnen Berichte erstattet über die Thätigkeit des Vereins, die sich seinen Grundsätzen gemäß, im Stillen vollzieht, aber gesegnete Früchte aufzuweisen hat. Sehr interessant war der Bericht der Frau Gräfin Blum- menthal über die im Juni d. I. in Neuschatel stattgehabte Generalversammlung, der sie als Delegierte beigewohnt hat. — Den Bemühungen und der hochherzigen Unterstützung der Gräfin von Erbach-Schönberg ist es gelungen, in Darmstadt ein Haus zu gründen, das ein Ladnerinnenheim enthalten soll und, im Anschluß an das schon bestehende Martha- Heim, eine Dienstbotenschule, die dem besonders lebhaft empfundenen Bedürfnis entgegenkommt. Außerdem beabsichtigt der Verein eine Petition an die hessische Kammer zu richten im Interesse der Ladnerinnen, die durch späten Ladenschluß oft überbürdet sind. Den Hauptpunkt der Beratungen bildete die allen deutschen Frauen am Herzen liegende Frage: „Wie schafft man den zur Pariser Welt- Ausstellung dorthin gesandten Geschäftsgehilfinnen (es sind deren bereits 400 angemeldet) sichere Unterkunft, Schutz gegen die Gefahren der Weltstadt, Rat in schwieriger Lage?" Es sind von vielen Seiten Vorschläge gemacht für geeignete Wohnungen, Sammellokale, Ueberwachung durch passende Persönlichkeiten usw., aber alle diese so sehr notwendigen Maßregeln erfordern Geldopfer, welche die Mittel des Vereins weit überfteigen. Man wendet sich deshalb an alle warmfühlenden Frauen in dieser Sache, die so recht eine Aufgabe der „Freundinnen" ist, mit der Sitte um freundliche Gaben, welche die Lokalvorsteherin in Offenbach, Frau Pfarrer Hardt, Sprendlingerstraße Nr. 24, gern in Empfang nehmen wird. * * Vakanzen im Bezirk des 18. Armeekorps. Ober- Postdirektion Dortmund, Landbriefträger, 700 Mk. Anfangsgehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Olpe (Westf.), Bürgermeister, Stadtsekretär und Bureauvorsteher, 1800 Mk. — Wirges, Polizeiverwaltung, Polizeidiener, 800 Mk. — Wirges, Polizeiverwaltung, Polizei-Nachtwächter und Feldhüter, 800 Mk. • • Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Heizer Philipp Jakob Balzer aus Okarben wegen Diebstahls, Bäckergeselle Robert Dorn aus Kottbus wegen Diebstahls, Otto Hermann aus Breslau und Hermann Ewald aus Grünewalde wegen Bedrohung — sämtlich von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Schlossergeselle Otto Behringer aus Heidelberg wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Bedrohung von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Kaufmann Joseph Wilhelm Boeder auf Adenau wegen Betrugs vom Polizeiamt Mainz; Dienstmagd Olga Dietrich aus Trier wegen Diebstahls, Knecht Eugen Mahlendorf aus Berlin wegen Unterschlagung, Dienst- 5» ft"g«*> Nt Z ?ut<$ die W SenZg Cn unter- i cbet MtoV“ 9eben- U zur P? seiner ?.A-«usIch?btt sich n,ten ttJX’. W. '«»«IN K*6' d°M Le ®« Mt SM|. ®a»mliiegSa„ Ä* Men L;®?3- v.K. nlikf: tVetbetl. he in Ä* üüen ft#s hn ../l November festm. ^ch Ab- ’?e Ueber endung von .*" * >" T° trt? , <\7 2" oungend 1U H hMnrzn W. 7» lelbft eine >L , J-d-r ta«g, 1 Mleich ein germanischer ltlb.ble Niederlande, der »tt>lrd. Auch die kleinsten Melbogen sind erhältlich sa'oosen, Hamburg, Neu- uch affe Geldsendungen zu b versendet ein Flugblatt, usichrn Landwirtschast mit Diehyrvduttivn durch dar diesem Mgblatt wird die wirtschaft und Fleischerei lische Fleischeinfuhr, uft mit Hochdruck betrieben eichnet. Der Fleischerver- eichischen Fleischern ausge- tentalen Kongreß zur Belegen die amerikanische ezeichnet dann das im Ent- haugesetz als das Feld, auf dem amerikanischen Fleisch- funger Mädchen. Am 31. ter zahlreicher Beteiligung „BnrinL der FrrMmm« srtz der Gräfin von Erdach- .er Nationalvorsteherin von chiedenen hessischen Städten anen Berichte erstattet über ch seinen GMdsätzen gemäß, lete Früchte auszuwersenhat. ,t der Frau Gräfin Blm- , in Neufchatel stattgehabte z Delegierte beigewohnt hat. hochherzigen UnterstüWg •n ist es gelungen, rnDam « ein Ladnerinnechlm tt-t- b h butdi !»°>« itrtnw d" j k 3t, 8\*JfaU nan den M P «SS«? pchodt ^7l7-d7n°M°ad'S-° , *,,x Lbalb«« fl!le ””7*7 bie 1° '7 -i Mtem» f»* ->it blti®ototat.8,ae *&&*** ■, *£>JS 5 *'.l -;.5g 5srgr2 l ? Vilhelm ® vegea utagb Katharina Rockel aus Eichelhain wegen Diebstahls, I Dienftknecht Ztarl Solzak aus Kowno in Rußland wegen I Diebstahls, Laglöhner Max Volk aus Weißenbrunn wegen Diebstahls und Taglöhner Johann Anton Walter aus Wisselsheim wegen Betrugs, sämtlich von Großh. Staats anwaltschaft Gießen; Kaufmann Heinrich de Fries aus Ruhrort wegen Unterschlagung vom Großh. Amtsanwalt zu Friedberg; Milchkutscher Emil Galle aus Hermsdorf wegen Unterschlagung von der Polizeiverwaltung Offenbach; Kaufmann Friedrich Girr aus Ludwigsburg wegen Betrugs vom Großh. Polizeiamt Darmstadt; Taglöhner Philipp Henkel aus Ober Roden wegen Diebstahls, Maurergeselle Karl Martin Wilhelm Siebe aus Quedlinburg und Karl Jeschoneck aus Dibonen wegen Betrugs vom Großh. I Amtsanwalt zu Friedberg; Taglöhner Wilhelm Möbus I aus Borsdorf wegen Bettelns vom Großh. Amtsanwalt zu I Friedberg; Kommis Julius Schlösser aus Köngernheim wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt I zu Darmstadt I und vom Großh. Amtsanwalt zu Offenbach; Knecht Anton I Arschauer aus Krems, Fabrikarbeiter Eugen Freund aus Gunzenbach, Arbeiter Heinrich Engelhardt aus Bils^ I hausen, Sattler Fritz Kayser aus Gotha und Kellner Jakob Schaaf aus Euskirchen, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Schiffer Johann Nießen aus Bacharach, Fuhrknecht Johann Heinrich I Schmitt aus Mainz und Zimmermann Leonhard Roter aus Bretzenheim, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom I Großh. Amtsgericht Mainz. Q Rodgen, 10. November. Unser Ort steht in besonderer Welse unter dem Zeichen der Wahlen und damit größerer Unruhe. Am 8. ds. Mts. wurde als Wahlmann der von der sozialdemokratischen Partei aufgestellte Ludwig Kraußhaar gewählt, und zwar mit 69 Stimmen, während der Gegenkandidat nur 19 erhielt. Heute fand die mit großer Begierde erwartete Wahl des neuen Bürgermeisters statt. Zwei Kandidaten waren aufgestellt, und jeder erhoffte den Sieg, welchen Jakob Stein mit 70 von | 118 abgegebenen Stimmen errang. Lich, 9. November. Die Pflanzung junger Obstbäume wird besonders in diesem Herbst in sehr ausgiebiger Weise betrieben. Das beweist, daß der Vorrat an Bäumchen in hiesiger fürstl. Gärtnerei stark abnimmt; namentlich von auswärts, aus Orten des Vogelsberges und der Wetterau, werden täglich Stämmchen in Ladungen abgeholt, deren Güte bekannt ist, besonders deshab, da sie auf anspruchslosem Boden vorzüglich entwickelt sind. — Die „Landpost" schreibt: In diesem Blatte wurde unlängst die Mittelung gebracht, die hiesige Ziegelei sei an Herrn R. Weitzel in Hirzenhain verkauft und solle fortan, nach geschehener Einrichtung, die „Volksmacht" hier gedruckt werden. Der Kauf mit Herrn W. ist, wie vorauszusehen, zurückgegangen und neuerdings ist die Ziegelei an Herrn Dreschmaschinen- hesitzer Eise, zu 3000 Mk., verkauft worden. Die „Volks- wacht" kommt also vorerst nicht nach Lich. Hungen, 10. November. Das Calcium-Carbid hat den Uebelstand, daß es offen oder ungenügend verschlossen nicht aufbewahrt werden kann, es verwandelt sich in kurzer Zeit, sobald atmosphärische Luft Zutritt hatt, zu Staub. Namentlich für Radfahrer ist dies ein mißlicher Zustand. Diesem abzuhelfen ist nach langen Bemühungen Herrn Apotheker Leuchtweis dahier gelungen, indem derselbe das Carbid so präparierte, daß es auf Radtouren rc. mangelhaft verpackt (z. B. in Papier eingewickelt) mitgeführt werden kann, ohne seine ursprüngliche Beschaffenheit zu verändern, resp. ohne von seiner Leuchtkraft einzubüßen. Dieser Umstand dürfte von Jntereffenten freudig begrüßt werden. _|_ Nidda, 10. November. Soeben ist ein amtlicher Erlaß erschienen, wonach der auf nächsten Mittwoch anberaumte Viehmarkt dahier wegen starker Verseuchung unsres Kreises nicht stattfinden darf. — Die Nidda ist infolge der heftigen Regengüsse wieder im Steigen be- E. Echzell. 10. November. Unser Nachbardorf Bisses, das kaum eine Viertelstunde von hier entfernt liegt, wird von der Glücksgöttin Fortuna förmlich mit Gaben überschüttet. Im vergangenen Frühjahre gewann ein Mann 50000 Mk. und gestern kam dre Nachricht an, daß vier Einwohner 10000 Mk. in der preußischen Klaffenlotterie gewonnen haben. Den Leuten ist der Gewinn sehr zu gönnen, denn sie sind mit Glücksgütern wenig gesegnet. — Mit dem Bau des neuen Pfarrhauses (das alte ist bereits über 300 Jahre alt) soll demnächst begonnen werden — In unseren Wäldern und an geschützten Hecken und Rainen finden sich blühende Erdbeerstauden. Die Winterfrüchte Roggen und Wetzen gehen bei dem prächtigen, feuchtwarmen Wetter sehr schön auf und zeigen sich üppig und wüchsig wie selten. Q Freienste nau, 10. November. Bezugnehmend auf den Arttkel in Nr. 264 drittes Blatt des „Gießener Anzeiger" mit Bermuthshain überschrieben, sei hier noch mitgeteilt, daß bereits eine Operation des Schwerverletzten in der Klinik in Gießen stattgefunden hat. Das verletzte Auge mußte herausgenommen werden, doch konnte die im Kopfe sitzende Kugel noch nicht entfernt werden. § Aus dem Vogelsberg, 10. November. Wenn im November des Waldes Dach zu Boden gesunken und hier einen weichen, braunen Teppich bildet, wenn die Wald- däume kahl zum Herbsthimmel ragen und das geheime, zaubervolle Waldesdunkel geschwunden, dann knallen im Walde die Flinten der Jäger, die großen Treibjagden werden abgehalten. Unsere Vogelsberger Waldungen sind ob thres Reichtums an Wild in Jägerkreisen wohlbekannt und wohlgeschätzt. Insonderheit ist der Rehstand in größeren Waldbezirken ein ,Sea^Tf* den Einladungen zu den größeren Treibjagden. Wie das Ergebnis der Ernte draußen im Felde in den verschiedenen Jahrgängen verschieden, so sind auch die Jagdergebnisse hinstellen. Frankfurt a. M., 8. November. Akademische Kurse fürjunge Kaufleute. Im Saal der Effektensozietät, neue Börse, erfolgte heute abend durch den Vorsitzenden der Handelskammer, Kommerzienrat v. Neufville, die Eröffnung der von der Handelskammer veranstalteten akademischen Kurse für junge Kaufleute. In seiner Ansprache betonte v. Neufville, daß die bisherigen Erfolge, die die Handelskammer mit der Veranstaltung der Kurse gehabt, sie ermutige, auf dem bisherigen Wege fortzuschreiten, umsomehr, als die Kurse dazu ins Leben gerufen worden seien, um zu erproben, wie weit in Frankfurt Boden für eine Handelshochschule vorhanden sei. Der Redner dankte für die in früheren Jahren von den Hörern bewiesene Aufmerksamkeit und wünschte, daß die zahlreich erschienenen Hörer sich auch in diesem Jahre in gleicher Weise beteiligen möchten. Es seien für die Vorträge auch diesmal neben bisher bewährten Dozenten neue hervorragende Fachleute gewonnen worden. Die Anmeldungen zu den Kursen hätten bereits so ziemlich die vorjährige Höhe erreicht, ihre Zahl betrage bis jetzt 335. Vor Weihnachten werden Patentanwalt Dr. Wirth über Patentwesen, Muster- und Markenschutz, Bankdirektor Dr. Meißner über Handelsrecht, Prof Dr. van der Borght- Aachen über Grundzüge der Finanzwissenschaft, nach Weihnachten Bankdirektor Thorwart über Finanzwiffenschaft, Prof. Dr. Ehrenberg über einige Kapitel aus der Handelsgeschichte, Direktor Dr. Vosberg Rekow über handels- geograpische Betrachtungen, Dr. Bleicher über Frankfurter Statistik und Syndikus Dr. Hatschek über Eisenbahn- und nionoeryetr tjt utt ^1-- ... a.vP Schifffahrtsrecht sprechen. Patentanwalt vr. Wirth hält vorzüglicher. Gerne folgen deshalb die Jäger sodann feinen ersten Vortrag, dem noch zwet wettere Vor- ~ ' Wie das I träge folgen werde». sehr unterschiedlich. Das richtet sich «ach dem Wildstand, i Der aber ist in diesem Jahre ein guter zu nennen. Die milden Winter der letzten Jahre beförderten die Vermehrung I des Wildes sehr. So waren die Hasen im Felde in der I That in diesem Jahre viel häufiger anzutreffen als in anderen Jahrgängen. Mit der Hasenjagd sind unsere Jäger deshalb im allgemeinen wohl recht zufrieden. Dabet tst der Preis für die Hasen ein hoher geblieben ut§ nicht von feiner normalen Taxe — 3 Mk. das Stück wie sonst — herab- I gegangen. Wie vortrefflich der Rehstand in größeren Wald- gebieten, geht daraus hervor, daß uns Treibjagden bekannt I geworden, bei denen 20 bis 40 Stück Rehe zur Strecke ge- I bracht worden sind. Seltener hört man von Meister Reinecke reden. Er figuriert nicht mehr unter der Jagdbeute in der Zahl wie früher. Seine Dezimierung rührt zweifellos aus dem Vergiftungsmodus her, der in den letzten Jahren von manchen Jägern ausgeübt wird. Wir halten eine solche Vernichtung des Fuchses nicht für echt waidmännisch. Der I Fuchs gehört zur Jagd, und welcher Jäger schießt ihn nicht gern? Mag ihm auch hie und da einmal ein I Glied der zahlreichen Familie von Freund Lampe zum Opfer I fallen oder gar ein schmächtiges Rehkitzchen, man kann I wohl seiner starken Vermehrung Herr werden, ohne durch I Gift eine Ausrottung des trotz gehaßten und doch gerne I gesehenen Pfiffigen zu befürchten. Ein anderer „Rotfuchs" | tritt häufiger, ja sogar auffallend häufig in diesem Jahre in den Wäldern auf, das Eichhörnchen. Wenn es sehr zahlreich vorkommt, dann ist der Schaden, den es im Forste anrichtet, recht bedeutend. Daher dringt man auf seinen Abschuß. Seinen Winterschlaf hat der „Affe unserer Wälder", wohl veranlaßt durch den Herbstsommer, noch nicht ange- treten. So kann der Jäger noch leicht seiner habhaft werden. Neckarhausen (Hessen), 9. November. „Versunken und vergessen" liegen auf steiler Bergcshöhe, direkt über dem I hiesigen Bahnhofe, in schönem Hochwald versteckt die Heber-- refte der Stammburg des alten Reichsadelsgeschlechtes derer von Hundheim. Diesen alten Rittersitz samt seinen Sagen wieder mehr in Erinnerung gebracht zu haben, । ist das Verdienst des hiesigen Gastwirts und Odenwald- klubisten Herrn Schweitzer zur Lanzenbach. Indem derselbe seine neuerbauten, freundlichen Nestaurationsräume „Zur Burg Hundheim" benennt, mit Wappen rc. derer zu Hundheim ziert, will er sich die Ausgabe stellen, dem alten Ritternamen auf seine Weise zu neuem Klange zu verhelfen und in stofflicher Hinsicht ihm besonders Ehre zu machen. Geht doch bei uns die launige Sage, daß die prächtigen Rotsandsteinbrüche am Fuße des Schloßberges ihre besondere Würdigung in letzter Zeit hauptsächlich dem Umstand verdankten, daß ein gewisser Herr Ingenieur als I tüchtiger Kenner zufällig dorten Wind aus dem Schloß teilet der alten, trinkfesten Hundheim unter die Nase bekommen habe. Die neue Restauration wird nächsten Sonn- I tag dem V erkehr übergeben. „D. T. A." •* Marburg, 10. November. In der Absicht, die „Oberhessische Zeitung" auf den Leim zu locken, hatte das I hiesige nationalsoziale Blatt in zwei Exemplaren ihrer I Nummer vom 4. März d. I. eine Nachricht eingeschoben, I in welcher von einem angeblichen Morde auf der Mühle I bei Bottenhorn Mitteilung gemacht wurde. Die Folge I davon war eine Klage des' Müllers Saenger gegen den Berichterstatter I. Becker, der die Verantwortung für die betr. I Notiz übernommen hatte. Gestern wurde Becker der ver- I lemnderischen Beleidigung schuldig gesprochen und zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß das Gericht dem Angeklagten mil- I dernde Umstände versagt habe, da ihm jeglicher Milderungsgrund fehle, sogar derjenige der Unbescholtenheit — der Angeklagte fei bereits mit 30 Mark Geldstrafe vorbestraft — da ferner die von dem Angeklagten erfundenen Behauptungen den Privatkläger des schweren Verbrechens des Mordes sowie des Selbstmordes bezichtigen und dazu die I Vermögens - Verhältnisse desselben als völlig zerrüttet Kunst Md Wissenschaft. Berlin, 10. November. Im Etat beS Reichsamts des Innern werden 15,000 Mk zur Beteiligung des Reiches an der intet» nationalen Biblioqraphie der Naturw tisenschaften gefordert. Als zweite Rate zur Errichtung eines Standbildes für Kat'tr F tedrich sind im Eiat für 190t 200,000 Mk. angesetzt. — Im PoNetat für das Jahr 1900 werden eine Reihe trftet Raten zu Post >auten gesoidert, und zwar u. a. für Düsseldorf (am Havpt- babnbof) 120,000 Mk., Essen a. b R. 200 000 Mk. Frankfurt a. M. 150 00<» Mk , Fre-.burg i. B. 100,000 Mk., Hagenau i. Elsaß 90 000 Mk Mannheim 297,000 Mk-, Münchm-Giaddach 80,000 Mk., Barmen 735 652 Mk., Wiesbaden 132,000 Mk. Straßburg, 10 November. Die Sammlungen für das ©tra fibuiflet Goethe-Denkmal haben bis j tzt etwas über 110,000 Mk. ergeben. Sobald der Ei trag mehrerer auswärts noch im Gange b findlicher Sammlungen bekannt tst, wird das PretS- ausicbreiben für die Künstler, welch« sich am Wettbewerb beteiligen wollen, veröffentlicht werden. Ueber die von dem Abgeordneten Prinz-n Saönaich-Earolath beantragte NeichSbeihilfe von 50 000 Mk^ zum Goethe-Denkmal wird im Reichstage demnächst abgestimmt werden. Milch leichter verdaulich. Oft können Kinder und Kranke die nahrhafte Milch nicht vertragen, weil sie tm Magen gerinnt. Diese werden es mit Freuden erfahren, daß, wenn Milch mit ein wenig Mondamin ^kocht wird, dieselbe bedeutend leichter verdaulich und selbst schwachen Magen zuträglich wird. Säuglingen ist nur Milch zu geben, aber.nach Durchbruch d-r Zähne, wenn Zusatz »ur ^.ich erwünscht wird ist Mondamin in hohem Grade dazu geeignet. Mtt Milch gekocht, bietet Mondamin eine wirklich nahrhmte Kost, "^che all« Bestand' teile zum Aufbau des Körpers besitzt. Die alleinigen Fabrikanten für Mondamin sind Brown & Palson, welche einen M'hr denn Mjährigm Weltruf besitzen. Es ist erhältlich in Paketen * 60, 30 u. 15 Pfg. Kirche und Schule. Aus Oberyeffen wird dem Darmstädter „T. A." geschrieben: Mit Beginn dieses Monats hat allerorts der Unterricht in der obki- gatorischen Fortbildungsschule seinen Anfang genommen. Da in fast allen Gemeinden der Unterricht in den Abendstunden, m der Regel von 7 bis 9 Uhr, manchmal sogar von 8 bis 10 Uhr, erteilt werden muß, bleibt der Erfolg desselben oft hinter den Erwartungen zurück und steht nicht im richtigen Verhältnis zu der mühevollen Arbeit, die dem Lehrer durch die Thätigkeit in der Fortbildungsschule erwächst. Die Kreis Schulkommission Gießen hat denn auch bereits im vorigen Jahre die Verlegung des Unterrichts auf eine frühere Tageszeit angeregt und auch in diesem Herbste wieder die Schulvorstände i1* einem enifts lichen Verbuch aufgefordert. Leider verhalten sich aber die Ortsschulbehörden in vielen Landaemeinden ablehnend. In anderen Orten dagegen wird jetzt der Unterricht in der Fortbildungsschule von 5 bis 7 Uhr erteilt, wodurch bewiesen ist, daß die Verlegung auf eine geeignetere Tageszeit bei einigem guten Willen wohl durchzuführen ist. Es wäre dringend zu wünschen, daß auch anderwärts mit derselben Energie m dieser Angelegenheit vorgegangen würde; Lehrer und Schülern wurde dadurch die Arbeit bedeutend erleichtert. Darmstadt, 10. November. Der neue preußische Kultusminister Dr. Studt hat betreffs der Lehrerinnen-Verwendung an den höheren Töchterschulen an bte Regierungen und Provinzialschulkollegien folgendes, auch außerhalb Preußens beachtenswerte Rundschreiben erlassen: Den Wunsch der Lehrerinnen, auch am Unterricht in den oberen Klaffen der öffentlichen höheren Mädchenschulen in weiterem Umfang beteiligt zu werden, habe ich als berechtigt anerkannt und dem Bedürfnis des Nachweises einer vertieften und erweiterte« Bildung durch Einrichtung der wiffenschaftllcken Prüfung der Lehrerinnen entsprochen. Augenscheinlich besteht indeffen an manchen Stellen noch ein durch die Erfahrung kaum gerechtfertigtes Bedenken, den Lehrerinnen den ihnen zukommenden Anteil an der Erziehung der Mädchen auch in den öffentlichen Schulen emzu- räumen. Unbestreitbar aber ist, daß namentlich in den Jahren der Entwickelung der Einfluß der Lehrerinnen nicht zu entbehren und nicht zu ersetzen ist. Die Erziehung der Mädchen wahrend dieser Jahre ausschließlich ober auch nur überwiegend in die Hände von Männern zu legen, wäre unnatüdid). Unterricht und ! Erziehung sind aber in unseren Schulen, die durch den Unterricht i erziehlich wirken sollen, untrennbar verbunden. |2)ie Lehrerinnen werden ihren Einfluß auf die Heranwachsenden Schülerinnen nur dann in dem wünschenswerten Maße geltend machen können, wem» sie mehr noch, als heute durchschnittlich der Fall ist, mit Unterricht auf der Oberstufe betraut werben. Auch die sogenannten ethischen Fächer können denjenigen Lehrerinnen unbedenklich übertragen werden, die bewiesen haben, daß sie nach der erziehlichen Seite hm ihrer Aufgabe gewachsen sind. Zu meiner Befriedigung haben bte Ergebnisse ber wissenschaftlichen Prüfung gezeigt, daß nicht nur in den fremden Sprocken, sondern auck im Deutscken, in der Gesckichte und in der evangeliscken Religionslehre bereits eine größere Anzahl tüchtiger Lehrerinnen für den Unterriebt auf der Oberstufe wohl vorbereitet ist. Es ist anzunehmen, daß die in reger Arbeit stehenden Fortbildungskurse in Bersin, Göttingen, Königsberg, Münster und Bonn in Zukunft den nock fehlenden Ersatz wiffensckaftlich vorgebildeter Lehrerinnen werden stellen können. Die Gewinnung I geeigneter weiblicher Lehrkräfte für den Unterrickt auf der Oberstufe I dürfte demnach den größeren Städten nickt mehr sckwiertg fein. Bei dem ernsten Streben der Lehrerinnen vertraue ick, daß sie durch I tüchtige Leistungen die gegen ihre Verwendung im wiffenschaftllchen I Unterricht an einzelnen Orten noch bestehenden Vorurteile und I Bedenken zu beseitigen hülfen werden. Ick hoffe auck, daß immer I mehr Patronate sich im Interesse ihrer Schulen bereit finden werden, I begabte Lehrerinnen behufs Teilnahme an den Fortbildungskursen I zu beurlauben und zu unterstützen; ick werde ihnen hierbei tm Bedarfsfall gern nach dem Maß der verfügbaren Mittel entgegen« | kommen". ______________ Universität und Hochschule. Ernanntr Privatdozent Dr. jur. et oec. publ. K Wasserrad I zum Honorarprofessor in der fiaatswirtschastlichen Fakultät der Um- I versität München, die Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der Umverfität München, Dr. Karl Kopp und Dr. Hans Schmaus, sowie I der Privatdozent in der philosophischen Fakultät dieser Universität, | Dr. Hans Solereder, zu außerordenllichen Professoren. Habilitiert r Der bisherige Assistent am Heidelberger germanisch- romanischen Seminar, Dr. Karl Boßler, bei der philosophischen Fakultät der dortigen Hochschule. Seine Probevorlesung handelte über „Die Lynk des Angelo Poliziano". — An der techmfchen Hochlchule zu Stuttgart I Dr. Karl Weller als Privatdozent für Geschichte, insbesondere für I württembergische Geschichte. Verschiedenesr Die Frequenz des laufenden Semesters an I der Universität Gießen ist zwar noch nicht genau zu übersehm, doch läßt sich jetzt bereits sagen, daß sie die des vorigen Wintersemesters mit I 717 Immatrikulierten erheblich übersteigen und nur ganz wenig unter der des vecgangenen Sommersemesters, das mit 814 immatrikulierten Studenten bisher die höchste Frequenzziffer erreicht hatte, zuruckbleibm wird - Am 30. November begeht der berühmte Pdilo'oph Prokeffor Moritz Lazarus in Meran in voller Frische fein bOjähriges Doktor- I jubiläum. — Der kürzlich in Heidelberg gestorbene Professor Dr. K H. I Schaible hat seine durch alte Drucke besonders wertvolle Bibliothek | der dortigen Uniorrsitätsbibliothek vermacht. — Professor Dr. Arthur I Kleinschmidt (Heidelberg) ist für einige Zeit nach Marburg über- I gesiedelt. Er behält seine Professur in Heidelberg bei. Giessener Konzert verein 7917 wird gesucht. Eintrittskarten fJür Nichtmitglieder zu Mk. Kaiserhof. Ein glumdter Zunge _________Steins (garten. i Lehrling gesucht, k , Kost und Logis. 11793 I Q. Tickv. Friseur. bei H. Tichy, Friseur Reparaturen prompt »ud billig. Bayerischer Hof. Börse vom 10. Novmeber 1899. Frankfurter ^opdampfer von Antwerpen nach und fcto. Deutsche«rdjch.A. unk. b. 1904 ivl.vv 4 «rrdforteur I erttf •clb I6.iv Franz. 20.39 Oesterr. Red Americ. 4.16 Joh. Fr. Schaaf in Giessen 230 80 Verantwortlicher Redakteur: H. ftoegtet. UMeu-GWie Zn verkaufen Perslhitdenes Brief 16.20 20.48 4.20 98 40 89 55 96.80 €00.00 000.00 SS 90 97 90 26 50 42 65 48 00 99.75 95 30 10050 100.3‘r 100.75 98.95 •tu 81 OS 169.3 5 4.37' , i#* Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 fiSitt Zu haben in allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien. 7652 Die Vereinigung der jungen Mädchen am Sonntag soll für das hinter- Vf" irilf Hauptdepot iur Giessen und Oberhessen: Pelikan- Apotheke, kalbjaljr am nächsten Sonntag den 12. November wieder ihren Anfang"^hmn. kann gegen sofortige Vergütung «»«praeporinr «Ress » »»---------------------------------- ^ie Vereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr ein gutes Handwerk lernen. 6836 sind in bekannt folibenim ©aale ber bw Wo? sagt die Expedition d. Bl. ^AaI jIaIaaAA# A Qualitäten für Damen, lieben zu jeder Zeit kommen und gehen; von 4 Uhr bis 5 Uhr findet gemeinsame 7928] Em in der Küche durchaus er- M / jlp nT1k «"jnher Unterhaltung statt mit Gesang. Ansprache, Vortragen. 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