iörber. 8605 taufen mit den während der glm Koks M bedeutend Centner gemacht wtt dem Semerken. 76 Pfg. pro Centner kostet. m MWck „Mnch" Oberhcheu. Üal - Mi S, II wasserdicht w wj! 99.W 9815 24.'° 100,20 <950 II Aaflknoteu dto Wmi« aad Armeeben in allen Schnhwaren-, irtikel-Geachäften. tsau uni KnrhesaeH. (Rheinpfalz). ^580 orttt g0 gj rtrcter ,asv-rfichttU»gs'«kckm 6583 MM«** ,cheii edarf ermtolungsanzeigen, arten, Trauerbriefe, itszeitongen etc. Ausführung die 7 Erben), Schulstrasse 7. « 6ilbert^u r-** jorwgiep luver^ C ' ]9o5 1O1-0® itJfSgS s -Z-s» " #?•***1,1 Nr. 214 Zweites Blatt Dienstag den 12 September 1899 Grscheiut tigtlch uii: Ausnahme der Montag». Dir Gießener £«mfHewM4tter wrcdm dem Anzeiger wSchentlich viermal beige legt. Gießener Anzeiger Nezttgaprel- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohu. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den ^«tgrAden Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen de» In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tntgtye. Zlints- unb Airzeigeblcrtt fite den Tteeis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schntstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Famiiienblätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Uatkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieß«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung, betr. Maßregeln zur Abwehr der drohenden Pestgefahr. Unter Bezugnahme auf den nachstehend abgedrucktcn Erlaß des Reichskanzlers vom 26. August 1899 ordnen wir hiermit auf Grund des Art. 79 des Gesetzes vom 12. Juni 1874, die innere Verwaltung und Vertretung der Kreise und Provinzen betr., vorläufig auf die Dauer von 4 Wochen an, daß jeder innerhalb des Kreises Gießen vorkommende Pestfall und jede pest verdächtige Erkrankung sofort bei dem Großh. Kreisgesundheitsamt Gießen und der betr. Ortspolizeibehörde bei Meldung einer Geldstrafe bis zu 90 Mk. zur Anzeige zu bringen ist. Zur bakteriologischen Feststellung der Pest ist eine Untersuchungsstelle in Verbindung mit oem hygienischen Institut der Landesuniversität errichtet worden. Gießen, den 9. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Berlin, den 26. August 1899. Der Reichskanzler. (Reichsamt des Innern.) I. 7623. Nachdem die Pest im Laufe dieses Jahres mit ihrem Auftreten in Alexandrien bis in die unmittelbare Nähe Europas vorgerückt war, ist sie nunmehr bereits in Europa selbst und zwar zu Porto in Portugal aufgetreten. Ferner ist die amtliche Mitteilung eingegangen, daß im Kreise Zarewo des russischen Gouvernements Astrachan eine epidemische, den Beroacht der Pest nahelegende Krankheit ausgebrochen sei. Unter diesen Umständen erscheint die Gefahr der Einschleppung der Pest nach Deutschland näher gerückt. In Anbetracht des sprungweisen Vordringens, welches die Pest in der letzten Zeit gezeigt, ist die Befürchtung nicht zurückzuweisen, daß vereinzelte Fälle von Pest sich auch in Deutschland ereignen können. Wenngleich nach den Erfahrungen, welche die im Jahre 1897 von Reichswegen zum Studium der Pest nach Indien entsandte Sachverständigenkommission gesammelt hat, nicht wahrscheinlich ist, daß die Seuche, falls sie im Reiche ausbricht, größere Verbreitung finden wird, so wird es immerhin des einheitlichen und zielbewußten Zusammenwirkens aller in Betracht kommenden Faktoren und insbesondere der rechtzeitigen Vorbereitung von Ab- wehrmaßnahnien bedürfen, um gegebenen Falles die ausgebrochene Krankheit unterdrücken zu können. Um dec Gefahr einer Einschleppung der Seuche durch den Schiffs- und Warenverkehr entgegenzuwirken, ist durch Einwirkung der gesundheitspolizeilichen Kontrolle der aus verseuchten und verdächtigen Häfen kommenden Seeschiffe und durch den Erlaß von Einfuhrverboten gegen die von der Pest heimgesuchten Länder das Erforderliche bereits veranlaßt worden. Daneben aber erscheint es geboten, -schon jetzt noch auf Folgendes Bedacht zu nehmen. 1. Um eine Weiterverbreitung der Pest im Lande wirksam zu verhindern, ist es von entscheidender Bedeutung, daß schon die ersten Krankheitsfälle alsbald nach ihrem Auftreten ermittelt und unschädlich gemacht werden. Dazu ist aber vor allem erforderlich, daß eine Anzeigepflicht für Pestfälle besteht, und zwar nicht nur für Erkrankungs- und Todesfälle, bei denen offensichtlich Pest vorliegt, sondern auch für solche, bei denen es sich nur um den Verdacht der Pest handelt. Damit die Anzeigepflicht ihren Zweck erfüllt, wird sie ferner nicht nur dem behandelnden Arzte, sondern jeder sonst mit der Behandlung oder Pflege des Erkrankten beschäftigten Person, oder falls solche Personen nicht vorhanden sind, dem Haushaltungsvorstand oder demjenigen, in dessen Wohnung der Erkrankungs- oder Todesfall sich ereignet hat, obliegen müssen. Da die Pest in Deutschland plötzlich auftreten kann, erscheint die Einführung der Anzeigepflicht dringlich. Eine Beunruhigung der Bevölkerung oder eine Gefährdung des deutschen Handels ist von einer derartigen Vorsichtsmaßnahme nicht zu befürchten, da nicht etwa schon vorliegende bedenkliche Krankheitserscheinungen innerhalb des Reichs, sondern lediglich das Gebot der Vorsicht dazu geführt hat, die für eine Reihe anderer Krankheiten bereits bestehende Anzeigepflicht auf die Pestseuche auszudehnen. 2) Für die zu ergreifenden Maßnahmen ist es von großem Werte, daß eine Centralstelle von den einzelnen Krankheitsausbrüchen thunlichst rasch und zuverlässig benachrichtigt und so in den Stand gesetzt wird, über die jeweiligen Verhältnisse sichere Auskunft zu geben. Es empfiehlt sich daher, dem Kaiserlichen Gesundheitsamte, welches als gemeinsame Meldestelle in Aussicht genommen ist, von jedem Auftreten der Pest oder pestverdächtiger Fälle unverzüglich auf telegraphischem Wege Mitteilung zu machen. 3) Um bei den einzelnen Erkrankungs- und Todesfällen so schnell.wie möglich Gewißheit darüber zu erlangen, ob es sich in der That um Pest handelt, und um der Verbreitung falscher Nachrichten nach Möglichkeit vorzubeugen, wird eine ausreichende Anzahl von Untersuchungsstellen vorhanden sein müssen, in welchen die bakteriologische Feststellung der Pest in zuverlässiger Weise erfolgen kann. Es wird sich empfehlen, schon jetzt Vorsorge zu treffen, daß bei einem etwaigen Ausbruche der Pest solche Stellen in genügender Zahl zur Verfügung stehen. Im Auftrage: gez. Hope. Gießen, den 9. September 1899. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien derLaudgemeiudeudes Kreises. Unter Hinweis auf vorstehende Bekanntmachung geben wir Ihnen auf, sobald ein Pestfall oder eine pestverdächtige Erkrankung in Ihrer Gemeinde zu Ihrer Kenntnis gelangt, hierüber uns sofort Bericht zu erstatten. Vorstehende Bekanntmachung haben Sie ortsüblich bekannt zu machen. v. Bechtold. Die Kaisermanöver. Beim Einzüge des Kaisers itt Karlsruhe hielt Oberbürgermeister Schnetzler, an der Spitze des Bürgerausschusses, eine Ansprache, in der er den Kaiser als den obersten Kriegsherrn des Reiches und stark bewehrten Hüter und Wahrer des Friedens bezeichnete; Gerechtigkeit und Tugend könnten derzeit in den Kämpfen des Lebens nur dann wirksam bestehen, wenn sie mit hinreichender Macht ausgestattet seien. Redner dankte dem Kaiser für die unermüdliche Sorge um die Wehrhaftigkeit der Nation, und sprach die Hoffnung aus, daß Seine Majestät in dem wachsenden Wohlstände, in dem Bildungsstande und dem Glück eines freien und treuen Volkes einen segensvollen Lohn finden möge. Die Manöver. Karlsruhe, 9.September. Der Kaiser begab sich um 6 Uhr 10 Min. früh mittels Sonderzuges in das Manöverterrain, um den ersten Zusammenstößen der Truppen beizuwohnen. — Gestern bereits hat bei den Truppen für die Dauer der Manöver der kriegsmäßige Zu stand begonnen, und schon am heutigen ersten Manövertage kam es auf den Höhen zwischen Nagold und Würm zu heftigen, interessanten Zusammenstößen in Anwesenheit des Kaisers, der mit dem König von Württemberg den Bewegungen der Truppen folgte. Eine blaue Armee — 14 Korps unter Generalleutnant Freiherr v. Bissing, mit der 28. und 29. Division, und dem 13. Korps unter Generalleutnant Freiherrn v. Falkenhausen, mit der 26. und 27. Division, sowie der Kavalleriedivision A unter General Freiherrn v. Scheele — unter dem Oberkommando des Generals der Kavallerie v. Bülow stehend, hatte den Auftrag, den Gegner, die rote Armee, am Ueberschreiten des Schwarzwaldes zu hindern, der schon den Rhein überschritten und sich seit gestern in Besitz mehrerer Schwarzwaldpässe gesetzt hatte. Die rote Armee, bestehend aus Truppen des 15. Korps (Elsaß), und zwar der 30., 31. und 39. Division, und der kombinierten 41. Division, sowie der Kavalleriedivision B unter Generalleutnant v. Engelbrecht, sollte unter dem Oberbefehle des kommandierenden Generals v. Meerscheidt'Hüllessem, nach dem Ueberschreiten mehrerer Schwarzwaldpässe heute den Vormarsch über die Nagold fortsetzen. Während die blaue Armee, die in drei Kolonnen über Renningen, Maichingen und Sindelfingen vorrücken und den Gegner aushalten sollte. Der Kavalleriedivision B gelang es gestern, auf das rechte WUrmufer zu gelangen, sie wurde aber zurückgeworfen und ging auf der Linie Weilderstadt-Simmozheim auf das linke Würmufer zurück. Im Laufe des gestrigen Tages drangen Vortruppen der blauen Armee vor, nahmen die Würmübergänge bei Weilderstadt und Merklingen, und zwangen die Kavalleriedivision B, auf die Linie Althengstedt-Simmozheim-Neu- hausen zurückzugehen; letztere hatte den Auftrag, den rechten Flügel des 15. Korps (rote Armee) zu decken. Der Gegner brach heute früh über Renningen, Weilderstadt und Mag- stadt vor, und besetzte die Höhen beim 507 Meter hohen Markstein mit Artillerie, die durch heftiges Feuer den rechten Flügel der roten Armee, die Kavalleriedivision B, zwang, sich über Simmozheim-Möttlingen zurückzuziehen. Der Kampf begann schon heute in aller Frühe in der Nähe von Weilderstadt. Gegen 9 Uhr stießen am Galgenberg die 27. (blaue) mit der 30. (roten) Division zusammen; es kam, während sich die Kavalleriedivision B in die Waldungen zwischen Simmozheim und Merklingen zurückzog, auf den Hängen des Galgenberges zu einem heftigen Jnfanterie- gefecht, das mit dem Rückzüge der 30. Division von der roten Armee endete, als um 9®/a Uhr das Gefecht abgebrochen wurde. • » e Hechingen, 9. September. Der Kaiser traf mit Gefolge heute mittag P/3 Uhr auf der Station Zollern ein, wo Fürst Leopold von Hohenzollern ihn empfing, und fuhr mit dem Fürsten nach der Burg Hohenzollern. Heute nachmittag um 4 Uhr reist der Kaiser voraussichtlich nach Karlsruhe ab. Die Kaisertage unb das Ausland. Die so glänzend verlaufenen Straßburger Kaisertage haben auch im Ausland bedeutendes Aufsehen erregt. Die begeisterte Stimmung der Bevölkerung und der vorzügliche Verlauf der Kaiserparade des 4. September werden lebhaft anerkannt und erörtert. Im Pariser .TernpL" wird die Entfaltung der Truppenmacht von 30,000 Mann auf dem Polygon ,absolument imposant“ genannt, und tm Vergleich mit den in Frankreich üblichen Paraden der deutschen Paradeordnung in Bezug auf die wichtigen Truppenbewegungen zwischen den beiden Vorbeimärschen, der Vorzug zuerkannt; sie verleihe der Truppenschau „mehr Interesse und Nutzen". Ebenso rühmt das Pariser Blatt, daß der Kaiser die Fahnen grüße, ohne daß diese, wie in Frankreich, sich neigen; in einem „demo- ttatischen Staat" dürfe doch vor allem das „embldme de la patrie“ sich nicht vor dieser oder jener militärischen Persönlichkeit d>ugen, und man hätte mit diesem Mißbrauch schon lange aufräumen sollen. In der Schweiz, deren Bevölkerung eine sehr feine Fühlung für militärische Dinge besitzt, haben die militärischen Vorgänge in Straßburg auch die weitestgehende Beachtung gefunden. Aber auch die persönliche Aufnahme des deutschen Kaisers durch die Bevölkerung wird richtig beurteilt. Die demokratischen unabhängigen „Basler Nachrichten" geben den nachstehenden Ausführungen ihres Berichterstatters Raum: Der Jubel, der den Monarchen auf demlangen Wege begleitete, war geradezu elementar, daran läßt sich nicht deuteln. Ebensowenig an der Thatsache, daß von den Tausenden, welche zu beiden Seiten die Trtumphstraße etn- fäumlen, mindestens die Hälfte auS Einheimischen bestand. Und der Kaiser war und blieb, trotz der glänzenden Suite, die ihn umgab, und dem ganzen Aufgebot militärischen Pompes der eigentliche Mittelpunkt des Interesses. Ibn und nur ihn wollte man sehen, ihm zurufen. Die Leute durchbrachen, wo er vorübergerttten war, die Schutzmannsketten, um ihre Huldigung womöglich an der nächsten Straßenecke noch einmal darbringm zu können. Die Begrüßung hatte dieses Mal unleugbar etwas ungemein Persönliches, nicht bloß dem gekrönten Staats oberhaupte, sondern auch dem Menschen Geltendes, und der Kaiser schien dies auch zu fühlen, denn sein sonst so ernstes Gistcht strahlte eitel Freundlichkeit. Fort und fort dankte er aufs lebhafteste nach allen Seiten, indem er entweder chevalereök den Degen senkte oder lächelnd nickte. Einer Gruppe junger Elsässerinnen, die am Kleber- plctz scheu und ehrfurchtsvoll zu ihm ausblickten, warf er im Vorbetretten eine Kußhand zu. Der Kaiser erfreut sich — darüber besteht kein Zweifel — starker und stetig steigender Sym- yathteen tm Elsaß und dazu haben verschiedene Vorgänge der letzten Zett nicht unwesentlich betgetragen. Man braucht dabet nicht immer an das Erkalten der Beziehungen zu Frankreich infolge der Dreyfusvorgänge zu denken, wenn schon diese zu dem entschieden bemerkenswerten Umschwung der Stimmung tm deutschfreundlichen Sinne nicht unwesentlich betgetragen haben, nein, auch das positive Moment kommt, was die Person des Kaisers anbetrifft, zu seinem Recht. Das tadellos korrekte Verhalten des deutschen Reichsobrr- hauptes in der berühmten „Affaire" und die chevalereske Art, mit der der Kaiser bet Gelegenheit die Nachbarn jenseits der Vogesen behandelt, haben die grade für solche persönlichen Züge außerordentlich empfänglichen Elsässer sehr für ihn eingenommen. Besonders ein Bevölkerungselement schwärmt direkt für ihn; das der noch zahlreichen lebenden alten französischen Soldaten und zwar seitdem der Kaiser vor wenigen Wochen anläßlich der DenkmalS- enthüllung bet St. Privat der Tapferkeit des damaligen GcgnerS ein so schönes Kompliment machte. die geheime und schriftliche Abstimmung elnzufuhren, wie sie bei den Schwurgerichten in Frankreich üblich ist. Aehnlich wie beim Geschworenengericht gilt auch beim Kriegsgericht eine gewisse Minderheit der abstimmenden zu gunsten des Angeklagten (minorite de faveur), und zwar genügen drei (gegen vier) die Schuldfrage verneinende Stimmen, um den Angeklagten freizusprechen. Auch bei der Strafbemessung, die im Gegensatz zum Schwurgericht ebenfalls den Kriegsrichtern zusteht, muß für die höchste Strafe die Mehrheit von fünf (gegen zwei) vorhanden sein; wird sie nicht erreicht, so wird die geringere Strafe zu gunsten des Angeklagten ausgesprochen. Ist das Urteil gefällt, schrift- lich aufgesetzt und von den Richtern unterzeichnet, so kehrt der Gerichtshof in den Sitzungssaal zurück, und der Vorsitzende verkündet nun öffentlich, aber in Abwesenheit des Angeklagten das Urteil und schließt die Sitzung; dem Angeklagten wird erst alsdann von dem Gerichtsschreiber vor der versammelten Wachmannschaft sein Urteil kundgethan. Wird der Angeklagte nicht schuldig befunden, so ist er sofort in Freiheit zu setzen, falls nicht der Regierungskommissar auf Grund etwaiger neuer, den Angeklagten belastender Verdachtsgründe, die die Verhandlungen ergeben haben und die außerhalb des Bereichs der bisherigen Anklage liegen, seine Vorbehalte macht, um ein neues Verfahren gegen den Freigesprochenen einzuleiten. In diesem Falle kann er beantragen, daß der Freigesprochene in Haft bleibt, die Entscheidung darüber steht jedoch dem Kriegsgericht zu. ordnete Amtsrichter Esche in Dresden, gewählt für Annaberg-Schwarzenberg, hat nach dem „Vorw." seine Entlassung aus dem Staatsdienst nachgesucht und erhalten. (Dem Amtsrichter Esche sind nämlich wegen seines Urlaubs während der Reichstagssession vom Amts- gerichtspräsidenten in Dresden die ihm zustehenden Gerichts- * Das Verfahren der französischen Kriegsgerichte. Obwohl das Urteil über den unglückseligen Hauptmann Dreyfus gesprochen, und die Sache vor dem Kriegsgericht ihr vorläusiges Ende gefunden, dürfte doch bei den Erwägungen hin und wieder der Modus des Geschäftsganges resp. der Förmlichkeiten bei den französischen Kriegsgerichten weitere Kreise interessieren. Nachdem die sieben Kriegsrichter sich in das Beratungszimmer zurückgezogen haben, ist jeder Verkehr mit ihnen untersagt; außer dem Gesetzestext nehmen sie die Prozeßakten, einschließlich der Protokolle über die Zeugenaussagen, mit ins Beratungszimmer; einige Vorsitzende gestatten sogar, daß ihnen die Akten der Verteidigung zugestellt werden, soweit sie in der Verhandlung vorgeiragen und sofern sie vorher dem Regierungskommissar mitgeteilt worden sind. Im Beratungszimmer verliest sodann der Vorsitzende die gestellten Fragen, und jeder Richter, vom untersten Grade angefangen, giebt sein Urteil ab. Der löbliche Zweck dieser Abstimmungsform, eine Beeinfiusiung der Untergebenen durch die Ansicht der Vorgesetzten zu vermeiden, wird jedoch oft dadurch hinfällig, daß eine Diskussion gestattet ist, in der naturgemäß die Aeltesten und Höchstgestellten zuerst ihre Meinung äußern. Man hat daher vorgeschlagen, bei dem Kriegsgericht statt der offenen und mündlichen Ausland. Wien, 10. September. Der Genfer Korrespondent des „Neuen Wiener Tgbl.", besuchte gestern am Jahrestage der Ermordung der Kaiserin Elisabeth, die Zelle des Mörders Luccheni, der noch immer in derselben weilt. Die Einzelhaft wurde auf Beschluß der Regierung auf ein Jahr verlängert. In einer für ihn allein abgesonderten Werkstätte verfertigt er Pappschachteln. Aus Humanität wird Luccheni täglich eine Stunde allein in dem von hohen Mauern umgebenen Hofe spazieren geführt; er hat mit keinem Menschen außer seinem Wärter, Direktor und Beichtvater Verkehr. In seiner Zelle liegen italienische Bücher und Zeitschriften. Sein Wunsch, euu? Tageszeitung zu erhalten, um zu erfahren, ob die Welt noch von ihm spreche, wurde abgelehnt. Im ganzen erhielt er sechs Briefe, darunter einen chiffrierten, der ihm nicht ausgefolgt wurde. Er hat nicht geschrieben, zeichnet aber wiederholt pornographische Zeichnungen auf die Wände. Sein Betragen ist gut, aber er zeigt keine Reue. Eger, 10. September. Gestern abend fanden hier wiederum große sozialistische Kundgebungen gegen die Deutschnationalen statt. Konstantinopel, 9. September. Der deutsche Botschafter Frhr. v. Marschall ist abermals vom Sultan in Audienz empfangen worden. zwar das Ministerium diese Maßregel rückgängig gemacht. Herrn E. hat die Sache aber so gekränkt, daß er sofort seine Entlassung nahm.) — Die „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich heute gegen einen Artikel der „Konserv. Korrespondenz" über die Stellung der Regierungsbeamten in den Parlamenten und weist darauf hin, daß der Erlaß des Staatsministeriums vom 31. August nur denjenigen Grundsätzen Ausdruck gäbe, welche bereits früher in Geltung waren, Grundsätzen, denen gerade die konservativen Parteien bei mannigfachen Anlässen ihre uneingeschränkte Billigung haben zu teil werden lassen. Es sei eine völlige Verkennung der Sachlage, wenn der Nachweis zu führen versucht werde, daß die Vorlage des Kanalprojektes nicht zu denjenigen Regierungsakten gehöre, betreffs deren energische Unterstützung in den Pflichtenkreis der politischen Beamten fällt. Die einfache Thatsache spreche hiergegen, daß, nach dem Verlauf der ganzen Angelegenheit und insbesondere nach der kaiserlichen Kundgebung in Dortmund, kein Beamter darüber im Unklaren sein konnte, daß es sich bei der Kanalvorlage nicht um eine wirtschaftliche, sondern zugleich um eine politische Frage von der größten Bedeutung handelte. Die preußischen Traditionen würden sicher am besten gewahrt, wenn in guten und bösen Tagen die bewährten Grundsätze alter Beamtentreue sorgfältig innegehalten werden. Thorn, 10. September. Eine schwere Grenzverletzung wurde von einem Offizier der russischen Grenzwache des Städtchens Dobrzyn verübt. Derselbe verfolgte zu Pferde auf preußischem Gebiet zwei desertierte russische Grenzsoldaten. Beim Gute Ostrowitz holte er dieselben ein und transportierte sie zurück, ohne den diesseitigen Behörden Kenntnis davon zu geben. Breslau, 10. September. Aus Schloß Primkenau traf zum Besuch des Herzogspaares Geheimrat Professor v. Esmarch nebst Gemahlin, geborenen Prinzessin von Schleswig-Holstein, ein. Halle, 10. September. Gegen 40 Vertreter der provinzialsächsischen Städte unter 10 000 Einwohnern gründeten heute einen Städteverband der Provinz Sachsen. Hamburg, 9. September. Hier trat heute der fünfte Parteitag der deutsch-sozialen Reformparter zusammen. Es sind 200 Teilnehmer versammelt. Vermischtes. Marburg, 9. September. Das Unwetter, welches^ wie gemeldet, vorgestern abend hier niedergegangen, hat auch einer großen Anzahl Singvögel das Leben gekostet. So lasen, wie die „Oberh. Ztg." schreibt, gestern Morgen allein auf dem Kämpfrasen einige Schulknaben etwa 20 Vogelleichen zusammen. Durch die zahlreichen durch den Hagel zerschlagenen Fensterscheiben haben die Glaser Plötzlich viel Arbeit bekommen. In den Gemarkungen Bauerbach, Schröck und Anzefahr richtete der Hagelschlag in den Obstanlagen großen Schaden an. * Osnabrück, 9. September. In der Ortschaft Rödinghausen ist ein Giftmord versucht worden. Zwei Brüder, welche Landwirte sind, waren in Streit geraten. Als nun einer der beiden Mittag aß, wurde er unwohl, und es zeigten sich alsbald Anzeichen einer Vergiftung. Ein Hund, der von den Speisen genossen hatte, verstarb bald darauf. Der Mann liegt krank darnieder. Die Untersuchung wurde bald angestellt und wird hoffentlich Licht in die dunkle Angelegenheit bringen. * Potsdam, 9. September. Ein gewissenloser Lehrer hat in dem hinter dem Neuen Palais belegenen Dorfe Eiche seit etwa einem Vierteljahr mit dem ihm anvertrauten Schulmädchen sein Unwesen getrieben. Die Schule in Eiche war längere Zeit geschlossen, weil der alte, inzwischen verstorbene Lehrer Tietz erkrankt war und ein Stellvertreter nicht so schnell zu haben war. In der Person des 20jährigen Lehrers Pflug aus Gransee wurde endlich ein neuer Erzieher der Dorfjugend gefunden und die Schule wieder eröffnet. Nun ist zur Anzeige gekommen, daß Pflug fortgesetzt mit einer großen Anzahl Schulmädchen die skandalösesten Sachen innerhalb der Schulstube begangen hat. Er wurde sofort vom Amt entlassen, und die Eltern der mißbrauchten Kinder gingen höchst aufgebracht zur Schule, um an dem Sittenverderber Lynchjustiz zu üben. Dieser aber hatte wohl geahnt, was folgen würde und war schleunigst entflohen, so daß er vorläufig der ihm drohenden Verhaftung entgangen ist. * Rominten, 9. September. Für den Besuch der Kaiserin in Rominten wird gegenwärtig der linke Flügel des Kaiserlichen Jagdschlosses, der sogenannte Ca- valierflügel wohnlich hergerichtet. Die Möbel für tue Kaiserin werden von hier aus nach Rominten gesandt. Die > bisherige Ausstattung dieser Zimmer wird in dem Pavillon untergebracht werden, welcher für das Gefolge errichtet ist. — In dem Dörfchen Rominten geht ein Neubau feiner Vollendung entgegen, dessen Bauherr der Kaiser ist. Das im Stile des Jagdhauses erbaute Haus weist einen Mittelbau und zwei Seitenflügel auf. Es hat die Bestimmung, als Arbeiterheim zu dienen. Der linke Flügel, welcher von einer mit Schnitzerei verzierten Veranda umgeben ist, enthält einen kleinen Saal und drei Zimmer. Auf den Wunsch der Kaiserin sollen diese Räume als Kinderheim für Ro- minten Verwendung finden. Die Arbeiterfrauen dürfen in diesem Hause, um ungestört ihrer Beschäftigung nachgehen zu können, ihre Kinder für den ganzen Tag unterbringen. Es werden dort einige Damen angestellt werden, welche die I Aufsicht über die Kinder führen und die Speisen für diese I bereiten, da die Kleinen auch daselbst beköstigt werden sollen. • Posen, 9. September. In drei Tagen Deutsch gelernt hat in Samter ein Dominialvogt namens No- waczyk. Wegen Körperverletzung angeklagt, gab er vor | dem Schöffengericht an, nur Polnisch zu verstehen. Deutsches Reich- Berlin,9. September. Der Kultusminister Studt ist gestern abend in Berlin eingetroffen und im Hotel Windsor abgestiegen Heute vormittag hat er bereits die Amtsgeschäfte übernommen und sich durch den Unterstaatssekretär | v. Bartsch die Räte des Ministeriums vorstellen lassen. In 1 einer kurzen Ansprache gedachte Herr Studt der Verdienste seines Vorgängers. Er bat die Herren um ihre Unterstützung in seinem schwierigen Amte. Die zu Ehren des neuen Kultusministers in Münster geplante Abschiedsfeierlichkeit soll am 16. September stattfinden. — Das Staatsministerium trat heute nachmittag 3 Uhr in seinem Dienstgebäude unter dem Vorsitz des Finanzinisters v. Miquel zu einer Sitzung zusammen. In derselben wurden die beiden neuen Minister Freiherr v. Rheinbaben und Studt durch Herrn v. Miquel ein- geführt. . — Der Reichstag wird, wenn er im November wieder zusammentritt, nicht das Vergnügen haben, den Abgeordneten Dr. Lieber in seiner Mitte zu sehen. Der einflußreiche Herr trägt sich mit großen Reiseplänen und gedenkt, das Interesse, das er der Entwicklung unseres ost asiatischen Kolonialbesitzes entgegenbringt, auch durch einen Besuch an Ort und Stelle zu bethätigen. — Nach einer Meldung aus Posen hat der frühere Landrat und jetzige Regierungsrat Blanckenburg, der als Abgeordneter gegen die Kanalvorlage gestimmt hat, seinen Abschied eingereicht. — In Vertretung des Bundes der Landwirte im Königreich Sachsen hat die konservative Parteileitung aufgefordert, die Kandidaturen von Beamten in den sächsischen Landtagswahlkreisen zurückzuziehen, da nach den preußischen Vorgängen der Bund der Landwirte die Kandidatur eines Beamten weder für den Landtag, noch für den Reichstag mehr unterstützen werde. Berlin, 10. September. Das Befinden der Kaiserin ist in ständiger erfreulicher Besserung begriffen. Die Kaiserin unternimmt bereits tägliche regelmäßige Spaziergänge von beschränkter Dauer, wobei sie sich freilich noch auf einen Stock stützen muß. — Finanzminister Dr. v. Miquel gedenkt morgen einen zwölf- bis vierzehntägigen Urlaub anzutreten, den er in Schlesien in der Familie seines Schwiegersohnes zu- I bringen will. — Der nationalliberale Reichstagsabge- Lord Salisbury. Man glaubt, daß diese Unterredung einen Aufschub des Krisen-Ausbruches zur Folge haben dürste und daß D-uischland die TranSvaal-Rkgierung in friedlichem 1 ©inne beeinflussen wird. (?) I Sn« sroiniftennm diele Maüreael rückaänaia aemacht. hiilE Hein 2 daß < fi”" * b-fi- « Utta8te zu konnte j*iie .u btmeM W Ult ' S brenn* „ch o N') rin ” ***\ * » *obo ein Ad, Me M Unb wollte hierauf Rad für 140 SB;( in Freising wieder, tmörecht lastete, Hs noch wegen Mey einschließlich emrC Gefängnis. » Manchen, 9. Als jüngst der Pri see nach Linderhof festlich geschmückt, . aufs herzlichste. Ai hatte Fahnenschmuck waren blau-weiße von Mmr entbot den Agenten rchek von Mmr non doch wohl nur eil Nachricht entstamn * Würzburg,1 fieber Gabler^ große Quantitäten urteilte die Str wegen Hehlerei zu sofort verhaftet. * KaiskrSlaute starb hier infolge Sari Sarder, S und vieler blii^nb Pfalz. Der Verstört erreicht. * Knen i. B bruchs ist Höcht Muldengebiet ist u ’ Mannheim, Andenken für die • Freiheitskämp offiziell von dem sozialdemokratischen Nach Anordnung t Namen der Erscho aus dem Steine, Odenwälder Syeni schrift wurde nicht Wbt noch ein Fon! Unterhaltung sicher * 9. Madchenhändle Ä iei‘ i“ !' trat 1890 «neu fe6r ftW«» Mb mX? .^slaw LKr Nso 9r . bei »Ä * i«r ft H Jt» ? N hn Diese Beobachtungen des schweizerischen Blattes dürften, | fo bestätigt die „Straßb. Post", im wesentlichen mit den I allseitig bezeugten Thatsachen übereinstimmen. I * England und Transvaal. Die Spannung zwischen England und dem südasrika- | nischen „Schutzstaat", hat, soviel aus den heute vorliegenden Nachrichten zu ersehen ist, weder nachgelassen, noch hat sie sich verschärft, zweifellos aber gehen beide Parteien dem I Kriege entgegen. Wir registrieren im Folgenden die Nach- I richten von den letzten zwei Tagen: London, 9. September. In Bethätigung dessen, was I die „Pall Mall Gazette" gestern abend über die Beschlüsse des Kabinettsrats mitteilte, sagt die „Times" in I ihrem ersten Leitartikel, daß eine stark abgefaßte Note an I die Transvaal-Regierung die einstimmige Billigung des Kabinetts gefunden habe. Die Note werde eine so- 1 fertige kategorische Antwort auf die Forderungen Englands verlangen, wobei Milners Forderungen auf der Bloemfon- I teiner Konferenz zur Grundlage gemacht sind, obwohl an- I erkannt wird, daß das was sich inzwischen ereignet hat, es notwendig gemacht habe, die ursprünglichen Garantieen zu I sichern und zu stärken. Vom Charakter der Antwort Transvaals auf diese Depesche werde dann die weitere Aktion der englischen Regierung abhängen. Inzwischen wird die Zahl der englischen Truppen in Südafrika nm 10,000 Mann vermehrt, von denen der größere Teil aus Indien kommen werde. Dies sei notwendig angesichts der drohenden Haltung der Buren, der Anhäufung von Kriegsmaterial in Transvaal und der drohenden Sprache der Mitglieder des Volksraads. Wenn diese Verstärkungen Südafrika erreicht hätten, so würde die Zahl der Truppen daselbst sich auf 23,000 Mann belaufen, und diese sollten mindestens genügend sein, um die Grenzen gegen Ueber- fälle der Buren zu sichern. Man habe es nicht für nötig gehalten, das Parlament jetzt einzuberufen. Die Regierung habe die materiellen Mittel und auch die gesetzliche Vollmacht, um die gestern vom Kabinett bewilligten Verstärkungen abzuschicken. Sollte Transvaal aber die gestrige scharfe Note Chamberlains ablehnend beantworten, so werde unverzüglich das Parlament einberufen, welches dann die nötigen Mannschaften und Mittel zu bewilligen und die Einberufung der Reserven anzuordnen habe. Mit besonderem Nachdruck weist dann die „Times" darauf hin, daß die letzte Diskussion im Volksraad zeige, wie die | Buren die Lehre von der englischen Suprematie in jeder I Gestalt und Form ablehnen. Auch Krügers Rede im Volksraad am letzten Donnerstag zeige, daß er seine Behauptung, Transvaal sei ein internationaler souveräner Staat, nicht im geringsten eingeschränkt habe. Zum Beweise dessen führt die „Times" folgenden Satz aus Krügers Rede an: „Wenn Chamberlain vor dem Angesichte Gottes stünde, so müßte sein eigenes Gewissen anerkennen, daß keine Suzeränität besteht." Weiter teilt das Blatt mit, daß, wenn Transvaal seine Haltung nicht ändere, das Kabinett noch einmal zusammenberufen werden müsse und bann das Parlament schnell einberufen werde. Die 10,000 Mann, welche jetzt abgeschickt würden, bildeten nur eine Avantgarde. ' Hinzugefügt wird noch, daß, wenn die Buren inzwischen britisches Gebiet angreifen sollten, darauf die entsprechende Bestrafung folgen würde. London, 10. September. Offiziös wird bestätigt, daß eine Depesch e von energisch er Fassung die im wesentlichen des schon gestern angegebenen Inhaltes war, nach Transvaal abgegangen sei. 10000 Mann Truppen aus England und Indien haben Befehl erhalten, sofort nach Afrika abzugehen. Das sei nur eine Defensiv - Maßregel, namentlich zum Schutze Natals. (Na Nu!) Die englischen Truppen in Südafrika sind dadurch um 23,000 Mann erhöht. Für den Kriegsfall würden eventuell noch weitere Truppen folgen, (s. o.) London, 10. September. Es verlautet, der Regierung von Transvaal sei eine zehntägige Frist für die Beantwortung der Depesche Chamberlains gestellt worden. London, 10. September. Der deutscheBotschafter hatte betreffs Transvaals eine lange Unterredung mit *».« Jahres- i. lPn.ei'f«6etb, *be auf8^h6 her ft In einer für ihn fWer^Wteil W eine Stunde allein enen Hose spazieren gt-. 11 nutzer seinem Wärter, In seiner Zelle liegen eiu Sein Wunsch, eine ^Ichen, ob die Welt noch : Im ganzen erhielt er irrten, der ihm nicht auö- leschrieben, zeichnet aber mngen auf die Wände, igt keine Reue. ern abend fanden hier hnbgebungen gegen »-r. ÄKr geben. ’ be" ÄOrinteno« P " Resormpau.i c versammelt. " Der deutsche Batist abermals vom Sultan les. Das Unwetter, welches, hier niedergegangen, hat Singvögel das Leben ,Oberh. Ztg." schreibt, ge- Zämpsrasen einige Schulen zusammen. Durch die r^Iagenen ftenfterfdjeibtii ’rbeit befommen. An den und Anzefahr richtete der großen Schaden an. ZnderOrtM^ading- acht worden. Zwei Brüder, , Streit geraten. Als nun be er unwohl, und es zeigten rqiftimg. Ein Hund, der , verstarb bald darauf. Der Die Untersuchung wurde bald licht in die dunkle Angelegen- ir. toi itrteliabr Widm m "! * L ti« rie§ erkran ’.Ä*hs "»'SÄE it entlaßen, ® , J-SÜ««- -i-d fÄU» ** f »kl » S!ä"!»e5 ut- ÄS-p? SÄ ®d'rf9«S«' 8,11 bit j M \he ®Pel,< wfoW' 3"b ■ Ltüoa‘ gfgw iU (auch in ümtauoh gegen ilter(»Werke) sowie alle andern Bücher liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an BL 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VIL einen Bruch beider Unterschcnkelknochen des linken Beines. Arbeiterbemegung. gertcht bereit. KMeratur, Wissenschaft und Kunst. Schon am Nachmittag des ersten September ließ sich der Kaiser nach dem Befinden des verletzten Kanoniers erkundigen. Wie groß aber war dessen Erstaunen und Freude, als am Sedantage ein Diener des Kaisers im Lazarett Tempelhof erschien und außer einem prächtigen Blumenstrauß zwei Flaschen Marcobrunner Auslese überbrachte." 17 000 fl. bei der Pucher'schen Konkursmasse. Ob jedoch i Anzahl Weichteilsverletzungen im Gesicht und auf dem Schädel diese Darlehen einbringlich sind, ist fraglich. * Salzburg, 9. September. Zu dem geheimnisvollen Todesfall desvr.Waldmann, der am Gaisberg mit zwei Schüssen im Kopfe aufgefunden wurde, wird weiter berichtet: Den umfassenden Nachforschungen der Gendarmerie ist es gelungen, klarzustellen, daß Dr. Waldmann das Opfer der sträflichen Unvorsichtigkeit zweier Jäger geworden ist. Es wurden nämlich die Jäger, welche an einer Jagd teilgenommen haben, einem eingehenden Verhöre unterzogen und nach dem Ergebnisse desselben der Jäger Johann Grill und der Jagdpraktikant Simon Brunauer in Haft genommen. Außerdem 'sollen noch zwei weitere Verhaftungen erfolgt sein. Die gerichtsärztliche Obduktion der Leiche hat im St. Johann-Spitale stattgefunden. Dabei ergab sich, daß Dr. Waldmann zwei Schußwunden erhalten hatte, die eine im Genick durch einen Weitschuß, die andere in der rechtsseitigen Schläfe durch einen Nahschuß; letzterer führte den Tod herbei. Die Wunden rührten von Rehposten her, welche durch die Schädeldecke in das Gehirn drangen. Die genaueren Erhebungen über den schrecklichen Vorfall sind noch im Zuge, doch nimmt man an, daß der eine entferntere Jäger den Dr. Waldmann, der mit einem rehbraunen Lodenrock bekleidet war und wahrscheinlich am Bache sich gelagert hatte, für ein ruhendes Reh hielt und einen Schuß auf ihn abgab. Als der näher befindliche, tiefer unten stehende Jäger diesen Schuß hörte und das Objekt desselben erblickte, dürfte er, ebenfalls in der Meinung, ein Reh zu sehen, einen zweiten Schuß abgegeben haben, um des Wildes sicher Köln, 9. September. Außer den Klempnern und Installateuren find nunmehr auch die Zimmerleute in eine Ausstandsbewegung eingetrrten. Eine gestern abend stattgefundene Versammlung beschloß auf allen Werkstätten, wo nicht ein Stundenlohn von 50 Pfennig bewilligt werde, die Arbeit sofort niederzulegen. Bremen, 9. September. Der hiestge Klempner-Ausstand ist beendet, nach Bewilligung LV-stündiger Arbeitszeit und 331/» Proz. Lohnaufschlag.' Leipzig, 9. September. Im Plauen'schen Kohlenrevier ist infolge von Lohndifferenzen ein Generalstrike der Bergleute ausgebrochen. Bis jetzt sind etwa 1000 Bergarbeiter ausständig. Dresden, 9. September. Auf Beschluß des Verbandes deutscher Steinmetzgeschäfte haben heute die Steinmetz Jmmngsmeister in Dresden, Pirna und Umgegend 1500 Gesellen ausgesprrrt. Die Arbeitnehmer haben zwar infolgedessen Gegen- maßregeln beschloffen, sind aber zu Einigung durch ein Schieds — Berlin, 9. September. Der Maler, Professor Wilhelm Amberg ist gestern gestorben. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumurgemefien am lO.September, zwischen 11 u.!12Uhr|mittagS: Wasser 13«/i°, Luft IW. Rübsamen'fche Badeanstalt. und weigerte sich beharrlich, trotz mehrfacher Vor- | Haltungen und Ermahnungen, Deutsch zu sprechen. Da I er drei Jahre beim Militär gedient hatte und den Schöffen bekannt war, daß er Deutsch sprechen kann, stellte der Amtsanwalt den Antrag, den Nowaczyk wegen Ungebühr vor Gericht mit einer sofort zu vollziehenden Haftstrafe von I zwei Tagen zu bestrafen. Das Schöffengericht ging noch über das beantragte Strafmaß hinaus und verurteilte ihn zu drei Tagen Haft, der höchsten zulässigen Strafe. Nach I dieser Strafe konnte Nowaczyk gut Deutsch sprechen, so daß die Verhandlung bis zu Ende in deutscher Sprache geführt wurde. * Colmar, 9. September. Die Frau des Zeughändlers Kloß wollte eine Spiritusflamme frisch auffüllen, ohne zu bemerken, daß die Flamme noch etwas brannte. Der Inhalt explodirte und die Frau wurde vollständig mit dem brennenden Spiritus übergossen. Sie starb noch am selben Tage unter großen Schmerzen. (Immer die alte Unvorsichtigkeit, die schon so viel Menschenleben | gekostet hat.) • München, 9. September. EinenKuh handel machte ein in Haidhausen wohnhafter Maurer mit einem Fahr- I rade. Er kaufte bei einem Fahrradhändler für 250 Mk. | ein Rad, zahlte 100 Mk. an und kurz darauf noch 50 Mk. und wollte hierauf das Vehikel gegen eine — Kuh ver- | tauschen. Als ihm dies nicht gelang, veräußerte er das Rad für 140 Mk., also mit einem Mindererlös von 10 Mk., I in Freising wieder. Da nun auf dem Rade das Eigentumsrecht lastete, hatte sich der „große Handelsmann" auch noch wegen Unterschlagung zu verantworten und erhielt einschließlich einer Schutzmannsbeleidigung noch dazu 14 Tage I Gefängnis. * München, 9. September. Ein Gebirgs-Idyll. I Als jüngst der Prinz-Regent über Urfeld am Walchensee nach Linderhof fuhr, waren die Dörfer Urfeld u. s. w. festlich geschmückt, die Bewohner begrüßten den Regenten aufs herzlichste. Auch die Villa des Herrn von Vollmar hatte Fahnenschmuck angelegt; an der Front des Hauses I waren blau-weiße Fähnchen gekreuzt angebracht. Frau von Vollmar entbot am Thor der Villa dem vorüberfahren- I den Regenten respektvoll den Gruß und dasselbe that Herr von Vollmar von der Veranda des Hauses aus. (Ist I doch wohl nur ein Ulk der „N. Bayr. Ztg.", der diese Nachricht entstammt.) * Würzburg, 9. September. Den reichen Seifensieder Gabler, der monatelang von Metzgergehilfen große Quantitäten gestohlenen Fettes kaufte, verurteilte die Strafkammer nach zweitägiger Verhandlung | wegen Hehlerei zu einem Jahre Zuchth aus. Er wurde sofort verhaftet. * Kaiserslautern, 9. September. In vergangener Nacht | starb hier infolge eines Schlaganfalls Kommerzienrat Karl Karcher, Mitbegründer der Kaiserlauterner Bank und vieler blühender industrieller Unternehmungen in der Pfalz. Der Verstorbene hatte ein Alter von nur 58 Jahren | erreicht. * Plauen i. V., 9. September. Infolge Wolkenbruchs ist Hochwassergefahr eingetreten. Das ganze Muldengebiet ist überschwemmt. • Mannheim, 9. September. Gestern wurde das zum Andenken für die im Jahre 1849 standrechtlich erschossenen Freiheitskämpfer in Rastatt errichtete Denkmal offiziell von dem aus Mitgliedern der demokratischen und sozialdemokratischen Partei bestehenden Komitee übernommen. Nach Anordnung der badischen Behörden durften nur die Namen der Erschossenen und das Datum ihrer Erschießung auf dem Steine, einem mächtigen Felsblock von grauem Odenwälder Syenit, angebracht werden. Eine weitere Inschrift wurde nicht gestattet. Nach Deckung aller Kosten bleibt noch ein Fond übrig, dessen Zinzerträgnis die dauernde Unterhaltung sichert. * Wien, 9. September. Der internationale Mädchenhändler I. Banda, 1862 in Galizien geboren, wurde jetzt zu sechs Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Banda war 1890 ziemlich mittellos aus Galizien ausgewandert und hat in den letzten zehn Jahren eingestandenermaßen einen sehr ausgedehnten Mädchenhandel zwischen Buenos-Ayres und Galizien betrieben und ist jetzt im Besitze eines Vermögens von über 100 000 Gulden. Während seines vorübergehenden Aufenthaltes in Galizien wohnte Banda in Jaroslaw, wo er die Mädchen engagierte und nach Argentinien expedierte. Er reifte jährlich zwischen Galizien und Argentinien mindestens zwei bis dreimal. Ergriffen wurde er im März in Montevideo, als er mit drei Mädchen aus Jaroslaw, darunter die erst neunjährige Laura R., landete. Mit Banda zusammen „arbeiteten" ein gewisser Fränkel und Frau in Wien, gegen die auch das Strafverfahren eingeleitet worden ist. Banda wird sich Übrigens noch wegen weiterer Strafthaten zu verantworten haben. * Wien, 9. September. Es erscheint nunmehr zweifellos, daß Dr. Schiestl fast das ganze, ca. 60 000 fl. betragende Vermögen seiner Schwestern seiner Spekulationswut, die ihn ins Unglück brachte, geopfert hat. In Aufzeichnungen, die bei der Revision vorgefunden wurden und vom 30. August b. I., also zwei Tage vor dem entsetzlichen Ende der Geschwister, datirt sind, findet sich ein Geständnis, daß er das Vermögen seiner Schwestern, und das Geld, das ihm Klienten zur Fruktifizierung übergeben hätten, in mißglückten Häuser-Spekulationen verloren habe, und daß er nun vor dem Konkurse stehe. Das sei der Grund, warum er aus dem Leben scheiden müsse. Dieses Selbstbekenntnis behebt wohl jeden Zweifel über den Grund des Selbstmordes des Advokaten, doch bezüglich des Schwestermordes fehlt noch immer jede Erklärung. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß Dr. Schiestl noch viele Hypothekar-Darlehensätze ausstehen hat, darunter auch ungefähr — Berlin, 9. September. Der Vorstand des Gefchäftsaus- fchuffes der Berliner ärztlichen Standesvereine hatte sich beim Poltzeipräsivium darüber beschwert, daß der Vorstand der Krankenkasse des Hilfsvereins für weibliche Angestellte mit der ärztlichen Behandlung ihrer Mitglieder dauernd in Deutschland nicht approbierte Medizinalpersonen betraue. Das Polizeipräsidium hst darauf den Vorstand der Krankenkasse angewiesen, die drei Damen, welche diesseits als Aerzte im Sinne deS S 29 der Reichsgewerbeordnung rech lich nicht angesehen werden können, weiter mit der ärztlichen Behandlung nicht mehr zu betrauen. — Breslau, 9. September. Der Oberarzt der Armee der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Dr. Wystbury, erhielt die Erlaubnis, bet der 22. Jnfanteriebrigade des sechsten Armeekorps den Herbstübungen beizuwohnen, um sich über den deutschen Sanitätsdienst zu unterrichten. Wystbury ist hier eingetroffen. Ein gleiches Gesuch für die Kaisermanöver in Württemberg ist abgelehnt worden. — München, 9. September. Der als Pferdemaler und Zeichner rühmlichst bekannte bayerische Major Ludwig Nagel, ein hervorragender Mitarbeiter der Fliegenden Blätter, ist gestorben. — Kopenhagen, 9. September. Eduard Brandes wurde wegen seines Werkes „Junges Blut" zu 200 Kronen Strafe verurteilt. Die Strafe wurde wegen unsittlichen Inhalts deS Werkes ausgesprochen, während Brandes behauptet, das Buch müsse ironisch aufgefaßt werden. — Endlich erfahren wir einmal, woher das Wort »Deutsch" stammt. Das in Triest erscheinende slovenische Blatt „Edmost" befaßt sich neuestens mit „etymologischen" Untersuchungen. Der Sprachforscher des Blattes stellte sich die Aufgabe, das verhaßte Wort „Deutsch" aus der slovenischen Sprache abzuleiten; diese Untersuchung ist zu kostbar, als daß fie der Wüt vorenthalten bleiben darf, und lautet: „Die alten Deutschen waren ein Prasservolk, das von den mühsamen Arbeiten der friedlichen Slovenen lebte. Sie liebten es, auf Bärenhäuten herumzuliegen, zu spielen und dabei tüchtig zu kneipen. Der Meth, ihr Lieblingszetränk, wurde natürlich von den Slovenen bereitet; sie selbst hatten es nicht einmal der Mühe wert gefunden, die spätere Weltsprache, das „Slovenische", zu erlernen. Da sie noch dazu daS Unglück hatten, ein dummes Volk zu sein, so merkten fie von der „wortreichen" slovenischen Sprache nur die Worte „Dajte se" (gebt doch!), wenn sie nämlich den Mett-, ihr Lieblingsgetränk, von den Slovenen verlangten. Dieses „Dajte se" ist dann unglücklicherweise an ihnen haften geblieben und hat sich dann in „Deutsche" verwandelt." — Es ist wirklich bedauerlich, daß die Menschheit so viele Jahrhunderte gebraucht hat, um die richtige Erklärung des Wortes Deutsch zu finden; erst ein slovenischrs Sprachgenie mußte kommen, um dieses Rätsel in so großartiger Weise zu lösen. J „Die einzige Seife die bisher meine volle Zufriedenheit erlangt", schreibt eine Arzt, nachdem er Versuche mit der Patent-Myrrholin- Seife gemacht. Ueberall, auch in den Apotheken erhältlich. Seidenstoffe, Sammle und Velvets kauft jede Dam» am besten und billigsten direkt vou ÄS “ä. von Elten & Keussen, Krefeld. zu sein. • Budapest, 9. September. Gestern nacht hat ein I großer Sturmwind furchtbaren Schaden angerichtet. I Der 15 Meter hohe Turm der im Bau befindlichen neuen reformierten Kirche wurde vom Sturme niedergerissen, wo- I bei ein Passant getötet wurde. «5 »Rom, 8. September. Ein Pfarrer in den Grafenstand erhoben. König Humbert hat den Pfarrer des Dorfes Altäre bei Savona, Monsignor Bertolotti, der zur Stiftung eines Waisenhauses 300,000 Lire gespendet, in den Grafenstand erhoben mit dem Rechte der Übertragung des Adels auf seine Neffen. » Petersburg, 9. September. ZweifacherLustmord. In Lefortow (Westrußland) wurden dieser Tage, die grauenhaft entstellten Leichen der 15 jährigen Tochter des Leutnants Lorwrentjew und der 11 jährigen Tochter des Feldwebels Boginow bei einer Bodensenkung in der Nähe der Stadt verschüttet aufgesunden. Die Mädchen, die, wie ärztlich festgestellt worden, einem Lustmord zum Opfer gefallen sein müssen, wurden von ihren Eltern seit 3 Tagen vermißt. * Schweizerisches Soldatenleben. Von einem bekannten ! schweizerischen Waffenplatz wird folgendes gemeldet: Kürzlich ist hier einem „idyllischen" Zustand ein plötzliches, trauriges Ende bereitet worden. Der Herr Oberst N. N. hatte schon jahrelang die Pacht der Militärkantine inne, und in dieser Wirts-Eigenschaft bediente er höchst eigenhändig im Verein mit seiner wackeren Frau sowohl Offiziere als auch Soldaten, die ihre leiblichen Bedürfnisse in seiner Wirtschaft zu stillen kamen. Da konnte man, zuweilen den hohen Herrn in ehrfurchtgebietender militärischer Haltung am Büffet hantieren oder von Tisch zu Tisch eilen sehen, um Hunger und Durst ganz gewöhnlicher Rekruten zu stillen, die (O Widerspruch der Widersprüche!) unablässig kommandierten: „Herr Oberst, ein Glas Bier! Herr Oberst, zwei Zigarren! Herr Oberst, eine Suppe! Herr Oberst, eine Wurst! Herr Oberst, eine Portion Käse!" Sie scheinen es förmlich darauf abgesehen zu haben, die Dienste des „Herrn Obersten" recht viel in Anspruch zu nehmen; die respektvolle Bezeichnung „Herr Oberst" bei ihren Bestellungen ließen sie schon gar nicht weg. So ging es Jahr für Jahr, bis schließlich jemand daran Aergernis nahm. Plötzlich erhielt nun der „Herr Oberst" eine Verfügung der Militärbehörde, wonach es ihm untersagt wurde, in Zukunft die Gäste der Kantine selber zu bedienen. Damit hatte das „Idyll" ein Ende, und die armen Soldaten müssen sich ! seither zu ihrem größten Leidwesen ihre Bedürfnisse von ganz gewöhnlichen Sterblichen befriedigen lassen. » Der neue Salomo. In einer südrussischen Stadt, so berichten dortige Blätter, weigerte sich kürzlich ein ehrsamer Bürger, ein Paar Hosen, die er beim Schneider bestellt hatte, in Empfang zu nehmen und zu bezahlen. Die Sache kam vor Gericht. Hier erklärte der Beklagte zu seiner Rechtfertigung, daß die Hosen nicht nur „schlecht säßen", sondern auch zu eng seien. Der Schneider hingegen bestand sehr energisch auf dem Gegenteil und richtete schließlich an den Richter die Bitte, den Beklagten das Kleidungsstück versuchsweise anziehen zu lassen. Der weise Richter hatte es aber anders beschlossen. Er zog sich zunächst seine Stiefel aus, trat alsdann vor den Aktentisch und legte gemütlich das corpus delicti selbst an. Die Unaussprechlichen schienen dem weisen Salomo zu gefallen und — zu passen; er ging einige Male vor dem Aktentische auf und ab und entschied zur sichtlichen Freude des Schneiders und zur heimlichen Empörung des Beklagten, daß tue Hose keineswegs zu eng sei, tadellos sitze und nicht nur zum Tragen am Alltage, sondern auch an Sonn- und Festtagen sich eigne. Das Opfer seiner salomonischen Weisheit mußte aber bezahlen — den Schneider und die Gerichtskosten. * Ueber eine vom Kaiser einem veruuglückteu Soldaten I erwiesene Aufmerksamkeit berichtet die „Tgl. Rdsch.": „Als bei der Parade über das Gardekorps das erste Garde- Feld-Artillerie-Regirnent im Galopp am Kaiser vorbeimarschierte, kam ein Geschütz der ersten reitenden Batterie dadurch zum Stehen, daß der Vorderreiter stürzte. Von der im Galopp nachfolgenden zweiten reitenden Batterie sprang das Pferd eines Bedienungs-Kanoniers über die Laffette des zum Stehen gekommenen Geschützes hinweg, stürzte zwischen dieser und der Protze nieder und I begrub den Reiter unter sich. Derselbe erlitt Neben einer Drucksachen, Kechaungen, Kacturen, Kircutare, Arieföogen, Ilmfchkäge mit Airme«dr«ck fertigt billig Kriihl'sihk Univ.-Such- n. Aeindrnckerei, Schirlstrabe 7. Meyers Kohversalions - Lexikon 8818 Al * Der Alte Ludwigstratze 31 PS CO Stück Total 8000 Stück Heinrich Lanz, Mannheim. 6604 I. 23.: Wolff. Gesucht zum 15. September Mantel billig abzugeben. 6569 I. 23.: Wolff. 6517 zu verkaufen. Vormbaum’s 6282 Wollwaschpulver Ludwigstratze 26. vermieten- 6024 Moltkestratze 8 Geschäft gesucht. 6577 Hekettiee «. 8erT>«tkt — »nrf äs» ^rkhl'sch« UawersttttS-Vsch- und 6tde»m