t hieM ' totW bie|d \M Mreich« te« mit bem irben ermögliche e^ngenes unb bi lusslhuß. rchmaL. ;en, onzert ndank 525* Ü6, Kaiser Wilhelm Krausse. EntrSe 50 Pfg mts-Konzert. ende in ohler fühlen. Palm e. das Pfund koste lusserordentlich leid eben Wohlgeschmack 524 e 9 73 - QC SÄ * *25 - S -Lßi LZ >1 »O 2- A =" lsttv 100.Ü 26.H 100.1' 1881 bOlt 100) 00.» ,899. ilberrente ),Mtt n -nttbkND8n ObL -rl" K SSlii.* 4JI jS#* * Nr. 161 Zweites Blatt Mittwoch den 12. Zuli 1899 Gießener Anzeiger Keneral-An^eiger Bei Postbezug R Mark 50 Pf^ vierteljährlich. AezugrpretL vierteljährlich 2 Mark 20 Pf, monatlich 75 Pf, mit Bringerlohn. lnne>mt »•* Anzeigen zu der nachmittag- für den feigtnbctt La, erscheinenden Nummer bi- vor». 10 Uhr. Alle Anzeigen.BermlttlungSstellen de- Irr» und Lu-lanvei nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ent,«,-». ertcheint täßttch mit Au-nahme de- Montag-. Di« Gießener »ewWfcnHittrr »erden dem Anzeiger »dchentlich viermal beigelegt. Amt-- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieszen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familiendlätter, Der hesiische Landwirt, Ktätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger chießen, Fernsprecher Nr. 51. Deutschlands und Englands Industrie. Die Geschichte des Welthandels zeigt doch einen wunderbaren Wechsel der Machtverhältnisse der handeltreibenden Nationen, die einst den Weltmarkt beherrschten. Als nach der Entdeckung Amerikas das Mittelmeer als Centrum des Handels seine Bedeutung verlor, und sich der Welthandel nach dem Atlantischen Ozean zog, wurden die Spanier das erste Handelsvolk der Welt, das (mit den Portugiesen) den Atlantischen Ozean beherrschte. In ihren Reichen ging die Sonne nicht unter. Allmählich aber wurden die Spanier aus ihrer weltbeherrschenden Stellung verdrängt, und an ihren Platz traten die Holländer, die eine solch ungeheure Handelsthätigkeit entfalteten, daß sie sich zur reichsten Nation der Welt emporschwangen. Die Börse zu Amsterdam war die Pulsader der Welt, und die Centralstelle alles geschäftlichen Verkehrs jener Zeit. Aber auch die Weltherrschaft der Holländer war nicht von Dauer. Sie wurde ihnen von den Engländern entrissen, die im 17. Jahrhundert die holländischen Schiffe aus den britischen Meeren vertrieben, und mit Erlaß der Cromwell'schen Navigationsakte, die u. a. vorschrieb, daß alle Waren aus Asien, Afrika und Amerika nur von englischen Schiffen eingeführt werden durften, der Weltmachtstellung der Holländer den entscheidenden Schlag versetzten. Die Engländer wurden die erste Handelsnation der Welt, und haben diese Stellung bis zum heutigen Tage behauptet. Wird es so bleiben? Vorläufig liegen jedenfalls noch keine Anzeichen für einen starken Wandel vor. Was aber die englische Industrie betrifft, die einst als unerreichbar galt, auf der ganzen Erde die herrschende Rolle spielte, und keinen Mitbewerber neben sich aufkommen ließ, so haben die Engländer zu ihrem Leidwesen schon seit geraumer Zeit die Entdeckung machen müssen, daß es mit ihrer einstigen ausschließlichen Stellung in Handel und Industrie vorüber ist, und erfreulicherweise war es vor allem der deutsche Kaufmann, der deutsche Industrielle, der überall auf dem Erdball erfolgreich mit den Engländern den Wettbewerb aufnahm. In mancher Beziehung herrschen über den englischen Unternehmungsgeist geteilte Meinungen, und es dürfte daher Interesse bieten, hierüber einmal ein ausländisches Urteil zu hören, wie wir ein solches in einem Londoner Briefe der Stockholmer Zeitung „Nya dagligt Allehanda" finden. Es ist ein Irrtum, heißt es dort, zu glauben, daß die heutigen englischen Kaufleute und Industriellen unternehmende Leute seien. Wenn die Engländer behufs wirtschaftlicher Thätig- keit im In- oder Auslande eine Menge Geld in Gesellschaftsgründungen stecken, so geschieht dies ganz einfach, um die Summen fruchtbringend zu verwerten, die von allen Teilen der Erde, von den Kolonieen, die durch glückliche Kriege oder geschickte Politik erworben wurden, hereinströmen. Gilt es aber, in den verschiedenen Industriezweigen neue Herstellungsmethoden anzunehmen, sich nach Geschmack und Wünschen der ausländischen Käufer zu richten, anstelle des uralten, verwickelten englischen Maß-, Gewichts- und Münzsystems das in der ganzen civilisierten Welt verbreitete Dezimal- und Melersystem anzunehmen, statt der Vorliebe für physische Kraftäußerungen, die unter dem Namen Sport gehen, den künftigen Industriellen und Kaufleuten den nötigen Unterricht und allgemeine technische Ausbildung zu geben — da sind die Engländer wie auf den Kopf gefallen, und alles andere eher, als unternehmend. Die guten Zeiten haben nicht verhindert, daß in dem offenen internationalen Wettkampf ausländische Industrielle ihre englischen Nebenbuhler selbst in der von alters her als ganz besonders englisch betrachteten Maschinenfabrikation aus dem Felde geschlagen haben. Hier ein Beispiel. In Amerika werden gegenwärtig 50 Lokomotiven für zwei englische Eisenbahngesellschaften, die Midland Railway Company und die Great Northern Rw.Co., hergestellt. Die Amerikaner können billiger und schneller liefern, und ihre Lokomotiven zeigen eine den englischen überlegene Konstruktion. Ebenso bemächtigten sich deutsche und andere europäische Nebenbuhler eines großen Teils der Ausfuhr Englands in Industrie- Erzeugnissen nach den eigenen Kolonien. Selbst bei Produkten, die nur England glaubte herstellen zu können, ist das Ausland mit England in Wettbewerb getreten. Zu allem Ueberfluß ist auch Englands Ueberlegenheit im Schiffsbau nur noch eine Mythe. Die Deutschen, die vor nicht zu ferner Zeit ihre Fahrzeuge in England bauen ließen, besitzen jetzt die größten und schnellsten Liniendampfer der Welt, und alle sind auf deutschen Werften, von deutschen Arbeitern, vom Kiel bis zur Mastspitze mit deutschem Material gebaut. Im Jahre 1896 baute man in Großbritannien nur einen Dampfer über lOOOO Tons, aber in Deutschland 4, 1897 in England nur einen über 12000 Tons, in Deutschland aber drei, und 1898 wurde in England kein Dampfer von solchem Tonnengehalt gebaut, während in Deutschland wieder drei solcher Kolosse vom Stapel liefen. Unlängst begann man in Deutschland mit dem Bau der „Deutschland", von 16000 Tons und 24 Knoten Fahrt, die also an Größe und Schnelligkeit noch den „Kaiser Wilhelm der Große" übertreffen wird. Letzteres Schiff hat über ein Jahr lang den Record gehalten, ohne daß die Engländer auch nur den Versuch machten, ihn den Deutschen zu entreißen. Die vielen Millionen, die sonst von Deutschland für Schiffe nach England gingen, bleiben jetzt im Lande. Die Engländer sind unerhört langsam, sich neue Erfindungen und Ideen anzueignen. So brauchten sie 20 Jahre, um dem Fernsprecher größere Verbreitung zu geben, aber das ganze Fernsprechnetz ist so schlecht, daß man die Lust verlieren kann, es zu benutzen. Dieses Urteil klingt scharf, aber in der englischen Preffe selbst hat es nicht an Stimmen gefehlt, die den Ursachen auf den Grund zu gehen versuchen. Ein Fachblatt schreibt die vielen Niederlagen Englands auf industriellem Gebiet der konservativen Trägheit der englischen Industriellen und dem Mangel der englischen Arbeiter an Originalität zu. K. Z. Deutsches Reich. Berlin, 10.Juli. Wie aus Kiel gemeldet wird, wird morgen die Kaiserin anläßlich des Geburtstages der Prinzessin Heinrich von Preußen dortselbst eintreffen und gegen Mittag nach Berchtesgaden abreisen. Berlin, 10. Juli. Das Staatsmini st erium trat heute nachmittag 3 Uhr in seinem Dienstgebäude unter dem Vorsitz des Kultusministers vr. Bosse zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 10. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz vom Jahre 1899 betreffend Verwendung von Mitteln des Reichs-Jnvalidenfonds, ferner das Gesetz betreffend die Aufnahme einer Anleihe im Betrage von 17 215000 Mark, welche in dem zweiten Nachtrage zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1899 vorgesehen sind, und das Gesetz betreffend die Handelsbeziehungen zum britischen Reiche. Berlin, 10. Juli. Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht die Abberufung des Botschafters am italienischen Hofe, Freiherrn v. Saurma-Jeltsch und dessen Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Berlin, 11. Juli. Ob erpräsi d ent v. Achenbach fi. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg, Staatsminister v. Achenbach, der in der vorigen Woche, wie wir gemeldet haben, einen Schlaganfall erlitt, ist gestern früh infolge eines wiederholten Schlaganfalles aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene stand im 70. Lebensjahre Geboren am 23. November 1829 zu Saarbrücken, trat Heinrich Achenbach im Jahre 1851 nach Beendigung seiner juristischen Studien in den Staatsdienst. Als Justitiar am Oberbergamt zu Bonn habilitirte er sich dort an der Universität und wurde 1860 Professor. Im Jahre 1866 wurde er in das Handelsministerium berufen und in demselben Jahre auch in das Abgeordnetenhaus gewählt. In den folgenden Jahren erwarb er sich um wichtige gesetzgeberische Arbeiten hervorragende Verdienste, u. a. um das Reichsbeamtengesetz und Feuilleton. Iritz Meuter. Ein Gedeukblatt zu seinem 25jährigeu Todestage. (12 Juli 1899.) Von Paul Pasig. (Nachdruck verboten.) „vr. Fritz Reuter. Vormittags nicht zu sprechen." Nit welcher Enttäuschung, aber mit welchem Hochgefühl zugleich lasen wir jugendfrohe Musensöhne und begeisterte Verehrer des kerndeutschen, nordischen Dichters diese Worte auf dem glänzenden Messingschilde an der Thür von Reuters Villa bei Eisenach, von der aus man einen entzückenden Blick auf das vielbesuchte Marienthal zu Füßen hat, während seitwärts die auf hoher, waldiger Bergkuppe thronende Wartburg in den Gesichtskreis tritt. Da wir uns einmal vorgenommen hatten, wenn irgend möglich dem greisen Dichter in die treuen Augen zu schauen, so ließen wir uns durch den zarten Wink des Thürschildes, dessen Berechtigung wir übrigens, zumal während der Reisezeit, durchaus anerkennen mußten, nicht abschrecken, sondern beschlossen, am Nachmittag wiederzukommen, vorher aber der reizvollen Wartburgumgebung unfern Besuch abzustatten. Als wir dann gegen drei Uhr wiederkameu, meldete das saubere Hausmädchen, daß „der Herr Doktor" im Garten fei. Wir traten ein und sahen uns bald der gedrungenen, auf Men Krückstock gestützten Gestalt des Dichters gegenüber, dec uns auf der breiten Terrasse, auf welche die Thür des Speisezimmers mündet, entgegenkam und mit beiden Händen herzlichst bewillkommnete. Ja, das war es leibhaftig, das alte, liebe Gesicht, mit dem weißen, etwas struppigen Vollbarte, wie wir es von den neuesten Bildern her kannten, zwar keineswegs das, was man „schön" zu nennen pflegt, weit eher das Gegenteil, aber so voll Güte und Wohlwollen, daß einem das Herz aufging, und die treuherzigen, blauen Augen blickten so vertrauenerweckend durch die blanken Brillengläser hindurch, als wollten sie sagen: „ Nur nicht so zaghaft, junger Mann! Trotz meines weißen Haares bin ich noch einer der Euren geblieben!" Und das zeigte sich auch während der allerdings leider nur kurzen Unterhaltung, die wir mit dem liebenswürdigen Hausherrn pflogen, der sogleich „sin Lowising", seine erprobte Gattin, herbeigeholt hatte, um uns Musensöhne als seine „treuesten Freunde" vorzustellen. Wovon wir sprachen, während wir von der Terrasse unsere wundernden Blicke Über das bezaubernd schöne Landschaftsbild vor uns gleiten ließen? Von allem andern, nur nicht von unseres Dichters Werken, der, wie uns wohlbekannt war, ein abgesagter Feind jeder Schmeicheleien und alles Weihrauchstreuens war. Aber wenn er von seinem trauten Heim erzählte, das ihm sein unermüdlicher Schaffenseifer mitgebracht hatte, da wußte er nicht genug Worte des Dankes für die „lieben guten Freunde" zu finden, die durch ihr reges Interesse an seinen Schöpfungen ihm die Erfüllung dieses seines größten Wunsches ermöglicht hatten. Im Jahre 1853 — der Dichter ist am 7. November 1810 in Stavenhagen geboren, studierte Jurisprudenz in Jena und Rostock, wurde 1833 in Berlin als Burschenschafter verhaftet und zum Tode verurteilt, aber zu 30 Jahren Festung begnadigt, bis die Amnestie vom Jahre 1840 den fast verzweifelnden Freiheitsschwärmer der Oeffentlichkeit wieder zurückgab — war es, als der unbeachtete Privatlehrer, dem alle Versuche zur Wiederaufnahme des Studiums, zum Ergreifen der landwirtschaftlichen Karriere u. a. m. fehlgeschlagen waren, in Gemeinschaft mit seinem Weibe fein Erstlingswerk: „Läuschen und Rimels" (d. h. Gereimte Schnurren) in die Welt hinaussandte, wozu ihnen Justtzrat Schröder in Treptow, ein erprobter Freund, Mut gemacht hatte. „Dor laag denn nu in de ein Stubeneck en groten Hümpel Säufer un de Dichter un sin Lowising stünd'n an'n Disch un matten lute lütte Bäukerpackets un drogen se mit sworen Harten up de Post un talten bat grnglich vele Porto dorför un schickten de Läuschen un Rimels an de Baukhändlers in Meckelnborg un Pommern un ehr Upstahn un ehr Liggengahn was; Ob't woll glückt? Ob de leiw Herrgott sinen Segen un Sün'nschin dortau giwt? Ob dat Bank woll Einer köfft? Ob am End nich de Baukhändlers uns de Läuschen und Rimels wedder in't Hus schicken und toi noch ein Mal dat grnglich vele Porto dorför talen möten?" Aber der Erfolg der im Selbstverläge erschienenen Dichtungen war ein wider Erwarten großer, und nach zehn Jahren bereits konnte Reuter dem Gedanken an ein eigenes Heim in grüner Waldeinsamkeit, wie er es sich so oft geträumt hatte, näher treten, zumal da der über Nacht populär und berühmt gewordene Dichter nach diesem besten Erfolge nicht müde ward, auf der so verheißungsvoll eingeschlagenen Bahn mecklenburgischer Dialektdichtung weiter fortzuschreiten. Es folgten: „De Reis'nah Belligen" (1855), „Polterabendgedichte" (1855), zwei Lustspiele: „Der 1. April 1856 oder Onkel Jack und Onkel Jochen" und: „Blücher in Teterow" (1827), „Läuschen und Rimels neue Folge" (1858), „Kein Hüsung" (1858), „Olle Kamellen" (1860), „Hanne Räte" (1860), „Schurr-Murr" (1861), „Ut mine Stromtid,, (1862—64), sein populärstes Werk, „Ut nune die kirchenpolitischen Gesetze. Am 13. Mai 1873 wurde er zum Handelsminister ernannt. Er hatte dieses Amt nahezu fünf Jahre inne. Meinungsverschiedenheiten mit dem Reichskanzler in Eisenbahnfragen veranlaßten ihn im März 1878 seine Entlassung zu erbitten, worauf er zum Oberpräsidenten von Westpreußen ernannt wurde, eine Stellung, die er schon nach einem Jahre mit dem gleichen Amt für die Provinz Brandenburg vertauschte. In seinem 20jährigen Wirken an dieser Stelle hat dieser hervorragende Beamte noch mannich- fache Auszeichnungen und Vertrauensbeweise erfahren. Er war es,auch, dem im Jahre 1882 die praktische Einführung des damaligen Prinzen Wilhelm, unseres jetzigen Kaisers, in die Staatsverwaltung übertragen wurde. Kaiser Friedrich verlieh ihm nach Antritt seiner Regierung den Adel. Berlin, 9. Juli, Die offizielle Schlußsitzung der Haager Friedenskonferenz ist auf den 28. d. Mts. festgesetzt worden. Die Konferenzmilglieder, die sich je länger je mehr bewußt geworden sein werden, daß ihre schönen Reden mit der thatsächlichen Wirklichkeit doch nur gar zu wenig gemein hatten, werden herzlich froh sein, wenn sie ihre Koffer packen können. — Der bekannte Margarinefabrikant Mohr überschwemmt, wie der „D. Tagesztg." mitgeteilt wird, das Posener Land mit polnischen Reklamen für seine Margarine, die er den polnischen Zeitungen beilegen läßt. Von nationalen Vorurteilen scheint diese deutsche Firma frei zu sein. Villach, 10. Juli. In einem zwischen Oßlach und Sattendorf verkehrenden Personenzuge wurde nachts ein Gerichts-Adjunkt namens Hallada von einem unbekannten Mitreisenden erdolcht und beraubt. Er wurde dann von dem Attentäter aus dem Coupesenster geworfen. Man fand Hallada am andern Morgen auf dem Bahngeleise sterbend vor. — Die neuen Beamten für die Verwaltung der mikronesischen Inseln reisen schon am 25. Juli von Genua mit dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd nach Ostasien ab. Der Assessor Dr. Hahl begibt sich heute nach seiner bayerischen Heimat, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Er wird als Vizegouverneur seinen Sitz in Ponaps nehmen; der Assessor Fritz, dem die Marianen als Verwaltungsbezirk überwiesen sind, ist ein geborener Hesse und hat sich in Argentinien aufgehalten; er ist in den Reichsdienst übergetreten. Der Sekretär Senfft, der den Bezirk der Westkarolinen in Iap verwalten soll, war seit 1895 der Landeshauptmannschaft der Marschall-Inseln zugeteilt. Von Singapore begeben sich die Beamten nach dem Bismarck- Archipel, wo der mit Land und Leuten vertraute Dr. Hahl eine Schutztruppe aus Melanesiern anwerben und einüben wird. Einige Monate nachher wird alles mit einem gecharterten Dampfer nach den Bestimmungsorten gebracht. Ausland. Wien, 9. Juli. Die gegenwärtige österreichische Politik hat sogar am Gründer der habsburgischen Dynastie, an Kaiser Rudolf, etwas auszusetzen. Vermutlich weil man ihm den Sturz Ottokars glaubt nachtragen zu müssen, ist ihm ein Denkmal verweigert, das ihm auf Anregung des Erzherzogs Franz Ferdinand aus Anlaß des 50jährigen Regierungsjubiläums des jetzigen Kaisers errichtet und von Mitgliedern des Kaiserhauses dem Monarchen gewidmet werden sollte. Wie die „N. Fr. Pr." meldet, ist die Denkmalserrichtung, nachdem sie schon soweit gediehen war, daß Professor v. Zumbusch mit der Ausführung beauftragt wurde, endgiltig — aus politischen Gründen — aufgegeben. — Die slov enischen Studenten beabsichtigen, hinfort der deutschen Universität Graz den Rücken zu kehren, und fordern auch die slovenischen Abiturienten, die demnächst Aussicht haben, Muli zu werden, eindringlich auf, desgleichen zu thun. In Graz wird man sich darüber freuen, daß die deutsche Hochschule von den Söhnen des Pervaken- Festungstid" (1863), denen sich später anreihten: „Dörchläuch- ting" (1866) und „De Meckelnbörgschen Montecchi und Capu- letti oder de Reis' nah Konstantinopel" (1868). So war wider Erwarten schnell das längst ersehnte Ziel erreicht; das Dichterehepaar brauchte nicht mehr über „kein Hüsung" zu klagen und sah sich nach einem grünen Erdenwinkel um, wo es sich sein Nest bauen könnte, um seinen Lebensabend in Frieden zu beschließen. Aber wo? „Wi söchten äwerall herum in de Welt: in de Schweiz, an'n Neckar un an'n Rhein — und fernen tauletzt doch wedder nah uns stilles, gräunes un de oll Wartborg taurügg — und dor sünd wi denn blewen un't is uns noch kein Stund let word'n"..... Reuter erwarb also im Jahre 1866 einen Bauplatz auf einem Ausläufer des Hainsteinfelsens da, wo das Hellthal in das Marienthal einmündet, ein entzückendes, wenn auch zunächst noch recht wüstes Plätzchen, das die ausgehende Sonne mit ihren ersten Strahlen küßt. Ein ganzes Jahr verstrich, ehe die Bodenschwierigkeiten behoben und der erforderliche Baugrund auch für den geräumigen, terrassenförmig anzulegenden Garten hergestellt war. Run ging's an das Entwerfen von Bauplänen, wobei der Dichter mit seinem „Lowising" tüchtig mitwirkte. Endlich, Ostern 1868, konnte das Haus, ein wahres Schmuckkästchen, bezogen werden, und bald hatte sich das Ehepaar in sein erträumtes „häusliches Glück" hineingefunden. Ueber den Geist aber, der in diesem deutschen Dichterheim fortan walten sollte, gab Reuters Dichter- und Lebensmotto Aufschluß, das über der Thür uns entgegenleuchtete: „Wenn einer kümmt und tau mi seggt: I! mal bat allen Minschen recht . . . Dann segg ik: Leime Fründ, mit Gunst O lihr'n S' mi doch de swere Kunst!" . . . völkleins verschont bleibt, und Bruder Tschech wird sie in Prag mit offenen Armen empfangen. So ist allen Teilen geholfen. Wien, 10. Juli. Der Bund der deutschen Landwirte in der Ostmark hielt gestern in Eger eine Versammlung ab, woran Schönerer teilnahm. Der Abgeordnete Jro erklärte, wenn im Herbst der österreichische Reichsrat einberufen werde, so sei das Ironie und da müsse das Beispiel, was Belgien gegeben habe, befolgt' werden. Redakteur Heber wies auf das alte reichsstädtische Wappen Egers mit dem deutschen Reichs-Adler hin, dessen untere Hälfte zum Zeichen der Verpfändung an Böhmen verkittet sei. Heber sagte, dieser Adler muß befreit werden, wir Deutsche folgen dem einköpfigen, nicht dem zweiköpfigen Adler. Bei diesen Worten löste der Regierungsvertreter die Versammlung auf. Paris, 9. Juli. Die Dreyfus feindliche „Libertö" glaubt zu wissen, daß die Ersetzung Zurlindens infolge einer Forderung des Handelsministers Millerand erfolgt sei. Dieser soll seinen Kollegen Waldeck-Rousseau und Gallifet erklärt haben, daß das Kabinett zu dieser Maßregelung greifen müsse, wenn es noch länger die Unterstützung der radikalen und sozialistischen Presse haben wolle. Paris, 10. Juli. Das Hauptereignis am Samstag war ein unpolitisches, das indes in der Geschichte von Paris roth angestrichen zu werden verdient. Seit Samstag wälzen die Kanäle der Hauptstadt ihren Unrat nicht mehr in die Seine, töten dadurch nicht mehr deren Fische und vergiften ihre blühenden Ufer nicht mehr mit höllischem Geruch. Das Thor des großen Sammelkanals in der Clichy- Vorstadt wurde mit besonderer Feierlichkeit im Beisein des Bautenministers Baudin, des Ackerbauministers Jean Dupuy und sämtlicher städtischen und Departementsräte geschlossen, und die 500 000 Raummeter Abwässer, die Paris täglich hervorbringt, fließen nun 20 Kilometer weit weg auf die Rieselfelder der GemeindenMery, Colombes undAchöres. So wollte es ein Kammerbeschluß vom 10. Juli 1894, der die Stadt zur Aufnahme einer Anleihe von 117 Millionen ermächtigte, damit sie die Bauten zur Verbefferung ihrer Gesundheitsverhältnisse unternehmen könne. Das Rieselwerk ist nun nach genau fünf Jahren vollendet. Und das Modell dazu lieferte die deutsche Reichshauptstadt. Paris, 10. Juli. General Brugere ist als Nachfolger Zurlindens zum Gouverneur von Paris ernannt. Zurlinden büßte also feine Parteinahme in der Dreyfus- affatre mit dem Verlust seines einflußreichen Amtes. Als man ihm nach dem Bekanntwerden der Fälschung Henrys das Kriegsministerium anbot, war er für die Revision scheinbar sehr eingenommen, kaum aber war er Kriegsminister geworden, als er der Revision die größten Schwierigkeiten machte; das brachte ihn um sein Portefeuille, aber das Kabinett wagte ihn nicht ganz zu beseitigen und machte ihn zum General-Gouverneur von Paris. Er trat seinen neuen Posten gleich mit einer Handlung an, die ihm von allen, außer den Nationalisten, sehr Übel vermerkt wurde. Der „General-Gouverneur" Zurlinden fand einen Befehl des „Kriegsministers" Zurlinden vor, gegen Picquart militärgerichtlich vorzugehen und zögerte natürlich nicht, diesem seinem eignen Befehl nachzukommen. Mit großer Rücksichtslosigkeit gegen Picquart verband Zurlinden die größte Nachsicht gegen Esterhazy. Sein Nachfolger Bru- göre ist jetzt 58 Jahre alt und hat seine militärische Laufbahn in Afrika begonnen, wo er noch ganz jung beinahe an der Cholera gestorben wäre, als er Opfer dieser Seuche pflegte. Im Kriege von 1870 bewies er große Tapferkeit in den Schlachten um Metz, namentlich bei Gravelotte und Borny. Es gelang ihm, aus der Gefangenschaft zu entweichen. Als Schwadronschef nahm er an der Niederschlagung des Kommune - Aufstandes unter dem jetzigen Kriegsminister Gallifet teil. Im Jahre 1884 machte er, nachdem er aus dem Militärstaat des Präsidenten der Republik ausgetreten war, den Feldzug in Tunesien mit. Er kehrte 1885 nach Paris zurück, um der Generalsekretär Grsvys zu werden. Auch unter Carnot versah er dieses So waren in trautem Zwiegespräche, während dessen uns der Hausherr im beseligenden Hochgefühl feiner Würde im parkähnlichen Garten herumführte, uns da und dort auf besonders erwählte Lieblinge, wie verlockende Erdbeeren, üppige Spargelkulturen, fruchtbehangene Zwerg- und Spalierobstbäume u. a. aufmerksam machend, die Minuten verrauscht, da es uns vergönnt war, einen der gemüth- vollsten und edelsten deutschen Dichter von Angesicht zu Angesicht schauen zu dürfen. Ein markiger, deutscher Händedruck und ein freundlicher Geleilswunsch des greifen Jünglings — und fröhlich zogen wir unsere Straße weiter hinein ins herrliche Thüringerland! Eins war es, was uns fort und fort beschäftigte, der Gedanke nämlich, daß Fritz Reuter mit seiner Lebensgefährtin nirgends besser hineinpaßte, als in das Herz des Thüringerlandes. Denn — wir schweigen von den allbekannten wissenschaftlichen und litterarischen Verdiensten des Dichters — das, was dessen Schöpfungen dem deutschen Volke so lieb gemacht hat, das ist das wahrhaft deutsche Herz, dessen warmer Schlag alle seine Helden im Augenblicke zu unseren erkorenen Lieblingen macht. Nomina sunt odiosa — darum wollen wir von einer Auszählung der bekannten Hauptfiguren Reuter'scher Dichtungen absehen. Eins aber wollen wir hervorheben, weil es notwendig hergehört und zugleich mit der Eigenart unseres Dichters den grundlegenden Unterschied Reuter'scher Dichtungen von den verwandten Schöpfungen Klaus Groths, des jüngst verstorbenen Hauptvertreters des holsteinischen Plattdeutsch, u. a. jüngerer Poeten des Nordens (John Brinkmann, Johann Meyer, H. Allmers, Sophie Detleffs u. a.) bezeichnet: das ist der gemütstiefe Humor, der seither noch von keinem seiner Nachahmer und stammverwandten Mitbewerber um den olympischen Lorbeer erreicht Amt. Seither spielte er eine glänzende Rolle in den hohew Armeekommissionen, auch veröffentlichte er bemerkenswerte technische Werke. Belgrad, 10. Juli. Viele Professoren und hohe Beamte, welche der radikalen Partei angehören, wurden entlassen. — Nicola Pasic wurde von Poscharevac in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. — Die Disciplinierung der geistlichen Beamten Vasa Milic soll nicht im Zusammenhänge mit dem Attentat gegen Milan, sondern wegen Bestechlichkeit in einer Ehescheidungssache erfolgt sein. London, 10. Juli. Zwischen der englischen und russischen Negierung finden Verhandlungen wegen der Thronfolge in Afghanistan statt. Males und Provinzielles. Gießen, 11. Juli 1899. ** Vom Sprachvereine. In der letzten Zeit des Sommerurlaubs begegnet man oft der Verwechslung der Wörter wöchig und wöchentlich, monatig und monatlich und bergt Wenn wir diese Formen vernünftig scheiden wollen, so verwenden wir die Silbe ig zur Bezeichnung einer Dauer, lich zur Angabe der Häufigkeit einer Wiederholung. So kann eine ärztliche Untersuchung halbstündig fein, die Arznei wird vielleicht halbstündlich genommen. Ein täglicher Spaziergang mag jedesmal ganz kurz sein, eine fünftägige Reise füllt aber fünf Tage vollständig aus. Sechswöchentliche Uebungen wären solche, die alle sechs Wochen wiederkehren, in der Regel sind aber sechswöchige gemeint. Eine zweimonatliche Auszahlung geschieht alle zwei Monate, der Lohn ist dann zweimonatig. Ebenso ist eine Versammlung etwa dreijährlich, d. h. sie tritt alle drei Jahre zusammen; ein Krieg aber kann dreijährig fein, d. h. drei Jahre dauern. — Unsere Behörden haben angefangen, in ihren Ausschreiben diese Unterschiede richtig inne zu halten. Anderwärts finden sich Verstöße dagegen noch ziemlich häufig. So werden z. B. die gegenwärtigen Schulferien oft vierwöchentliche genannt. Unsere Jugend hätte gegen solche, d. h. alle vier Wochen eintretende Ferien vielleicht nichts einzuwenden - sie wird sich aber mit vierteljährlichen, zwei- bis vierwöchigen Ferien begnügen müssen. ** Erledigte Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 18. Armee-Korps. Biebrich, Magistrat, Schul- Pedell an der Elementarschule, 600 Mk. Gehalt nebst freier Wohnung und Heizung. Im Bezirk der Kaiserlichen Ober- Postdirektion Darmstadt, 1 Briefträger und 1 Landbriefträger, 900 bezw. 700 Mk. Gehalt und der gesetzmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Im Bezirk der Kaiserlichen Ober- Postdirektion Dortmund, Landbriefträger, 700 Mk. Gehalt und der gesetzmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Niedermarsberg,Kommunalkasse, VollziehungSbeamter,nurMahngebühren, die etwa 450 Mk. im Jahre betragen. •• Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot- geborenen, betrug in der Woche vom 25. Juni bis 1. Juli in Mainz 22, in Darmstadt 22, in Offenbach 20, in Worms 11 und in Gießen 4, zusammen 79, davon 25 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 14,2, Darmstadt 16,5, Offenbach 24,4, Worms 15,3 und auf Gießen 8,2. — Die Todesursache anbelangend, verstürben an Scharlach 1 (Darmstadt), an Rachenbräune 1 (Offenbach), an Keuchhusten 1 (Offenbach), an Diarrhöe und Brechdurchfall 15 (je 2 in Mainz^und Darmstadt, 8 in Offenbach, 3 in Worms), an Lungenschwindsucht 7 (1 in Mainz, 3 in Darmstadt, 2 in Offenbach, 1 in Gießen), an entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 10 (je 1 in Mainz und Offenbach, 4 in Darmstadt, je 2 in Worms und Gießen), an Gehirn-Apoplexie 8 (4 in Mainz, 2 in Darmstadt, je 1 in Offenbach und Worms), an sonstigen Krankheiten 33 (13 in Mainz, 10 in Darmstadt, je 5 in Offenbach und Worms; gewaltsamen Tod erlitten 3 Personen (je 1 in Mainz, Offenbach und Gießen). wurde. Als Probe hierfür diene das nachstehende, weniger bekannte Gedicht: „De Koppweihdag" (Kopfschmerzen, im Erzgebirge u. a. „Kopfwehding" genannt). Es lautet: „Gu'n Morgen, Herr Apteiker! Seggen S' mal, Wat is woll gaub vor Koppweihdag'?" „Min Sühn, bat is de büllste Qual, Dat is 'ne niebertrücht'ge Plag'! Na fett Di man en Beten bal. Du büst woll her ut Frugenmark?" „Ja, Hevr! Ik bein boar up ben Hoff!" „Na, fünb be Koppweihbag' benn stark?" „Ja, Herr! Sei malen’t goar to gros." „Na, benn lumm her un bauh Mal ierst bin beiben Ogen tau — SÜH, so is't recht! Nu rük*) mal froinn**) All wat bu kannst, in bisse Bubbel 'rin!" De Bengel bett ok ganz genau, Wat hei em heit: malt ierst be Ogen tau. Unb ruft recht buchtig rinnet bunn. Bautz! fällt hei rügglings von bem Staul herun. As hei nu roebber sik besunn, Seggt bet Apterker: „Sahn, nu segg, Sünb bine Koppweihbag, nu weg?" „Jh, Herr, von mi is nich be Frag', Uns' Ftölen heft be Koppweihbag'!" Das ist der unverfälschte deutsche Humor, der mit der Thräne im Auge lächelt und der, wenn er auch als Freund der ungeschminkten Wahrheit und Offenheit die Dinge stets beim rechten Namen, ohne Schönfärberei, nennt, doch nirgends mit Absicht verletzt und giftige Pfeile versendet. Hierin war Fritz Reuter unbestritten Meister, und das deutsche Volk wird, zumal seit sein „Platt" wesentlich durch unseres Dichters Verdienst aufs neue wie ehedem — vergl. u. a. den niederdeutschen „Heliand" aus dem 9. Jahrhundert — litteraturfähig geworden ist, das Andenken des ebenso als Dichter wie als Mensch trefflichen Wartburgeinfiedlers allezeit in Ehren halten. «ft Sä: $-••• *<* M .(* $11®, »«d rch- b!t Thr°". LS. Uli 1899. ^e6 Ad» »ortet U'ch und berql to°öen, so ver. 3 kiner Dauer^ ^Holling. To sA die Arznei gllcher Spazier, uustägige Reise echSwöchrMche n lviederkehren, nt Eine zwej- ouute, der Lohn ‘Sammlung etwa zusammen; ein Jahre dauern, m ihren Ansen. Anderwärts ) häufig. So oft vierwöchent- üchr, d. h. alle A einznwrnden^ zwei- bis vier- anwärter im iagistrat, Schul- ihalt nebst freier aiserlichen Ober- nd 1 Landbrief- der gesetzmäßige nserlichen Ober- 700 M. Gehalt ß. Niedermars- rMahngebühren, ßlich der Tot- ani dir 1. Juli fieubach 20, in n 79, davon 25 r und 1000 Ein- ibt 16,5, Ofien- :n 8,2. - Die an Scharlach 1 >ach), an §euch- grechdurchfoll 15 Offenbach, 3 in in Mainz, 3 in an entzündlichen 1 in Mainz und ms und Gießen), > m Darmstadt, 'tigen Arankheiteu § in Offenbach I Personen (je 1 hstehende, weniger Wffch-MM, 1B , Es lautet: n 6’ mal, lt**) 11. mt ^o^alsFreund d'°, doch ■ nen( nerfende'' vi‘1U J b«> Ple'f*“'dis -h-d-» *f Fürsorge für geistig zurückgebliebene Kinder. Die abnorm beanlagten Kinder lassen sich in zwei Gruppen teilen, in bildungsr^nfähige und bildungsfähige Kinder. Für die ersteren gibt es in Deutschland 60 Jdiotenanstalten, in denen die Insassen event. bis an ihr Lebensende verpflegt werden. Noch viel wichtiger als die Pflege idiotischer Kinder ist die Ausbildung derjenigen geistig zurückgebliebenen Kinder, die zum Eintritt in das öffentliche Leben zu gewinnen sind. Diese Kinder haben leider bisher fast allgemein keine geeignete Erziehung erhalten, sie sind infolge dessen dauernd ihren Familien oder den Kommunen zur Last gefallen. Es sei darum auf eine Broschüre des Direktors B. Wildt in Nordhausen über „Fürsorge für geistig zurückgebliebene aber noch bildungsfähige Kinder" hingewiesen, in welcher der Beweis zu führen versucht wird, welche Erziehungsweise für derartige Kinder am besten ist. Die Broschüre wird von Herrn B. Wildt gratis versandt. + Grimberg, 10. Juli. Mit dem am 12. und 13. August l. I. hier stattfindenden Verbandstag des Gabelsberger Stenographenverbandes für Hessen und Nassau wird auch ein Preiswettschreiben verbunden werden. Hierzu beabsichtigen die Damen'Grünbergs einen Ehrenpreis zu stiften. Die Vertreterversammlung tagt am Vorabend im Gasthaus „Zum wilden Mann". Sonntag vormittag findet die Festversammlung mit Vortrag in der Turnhalle statt. Nachmittags wird der hiesige Musikverein in der Halle konzertieren, und ein Festball in demselben Lokale wird den Schluß der Veranstaltung bilden. Es ist zu hoffen, daß das Fest, unter zahlreicher Beteiligung der Bewohnerschaft und auswärtiger Vereine einen schönen und würdigen Verlauf nehmen wird. x Grünberg, 10. Juli. Kaum sind die Spuren des am 21. Juni über unsere Gegend ziehenden Unwetters einigermaßen verwischt, so wurde heute nachmittag gegen 6 Uhr unsere Stadt abermals durch ein schweres Gewitter mit starkem Regen und Hagelschlag heimgesucht. Glücklicherweise hielt dasselbe nur etwa eine Viertelstunde an, sodaß der verursachte Schaden nicht allzu groß sein dürfte. Auch heute zeigte sich wieder, daß die von Norden kommenden Wetter für unsere Gegend am gefährlichsten sind. △ Mücke, 10. Juli. Kürzlich berichteten wir, daß hier eine elektrische Beleuchtungsanlage geplant sei. Der Plan dieser Anlage wird nun seiner Verwirklichung in nächster Zeit entgegengehen. Sämtliche Hausbesitzer auf Mücke sind für das Projekt gewonnen worden. Die elektrische Kraftquelle liefert die Dampfholzschneiderei des Herrn Schmidt hier. Die Ausführung der Anlage ist einem Frankfurter Elektrizitätswerk übertragen. Hoffentlich bleibt nach Eröffnung der neuen Beleuchtung das eigentliche Stationsgebäude nicht zurück, sondern erhält auch Anschluß und — mehr Licht. n. Ortenberg, 9. Juli. Im nahen Selters feierten heute unter großer Beteiligung die Gesangvereine des Nidderthal-Sängerbundes ihr diesjähriges Bundes- f e st. Das herrliche Festwetter, das nach der langen Regenperiode die Gemüter besonders heiter stimmte, trug viel zum Gelingen des schönen Festes bei. § Aus dem Ohmthal, 10. Juli. Je mehr die ländliche Bevölkerung sich den Industriezweigen zuwendet, desto schwieriger wird es dem Landwirt, die nötigen Hilfsarbeiter zur Zeit der Ernte zu bekommen. Dieser Mangel an Arbeitskräften tritt gleich bei der Heuernte in die Erscheinung. Gerade die Heuernte verlangt zum Mähen des Grases ein größeres Aufgebot von Arbeitern. Die Industrie, die nun dem Landwirt durch besseren Lohn die früher billigen Arbeitskräfte entzieht, gewährt ihm nach einer Richtung hin wieder Ersatz für den benannten Verlust in den landwirtschaftlichen Maschinen. Man war bis vor kurzem seitens vieler Landwirte noch der Meinung, landwirtschaftliche Maschinen eigneten sich nur für den eigentlichen landwirtschaftlichen Großbetrieb, da hier größere Ländereienkomplexe lediglich den Maschinenbetrieb rentabel machten. Je mehr man sich aber mit der Zeit davon Überzeugte, wie die landwirtschaftlichen Maschinen viel Zeit, Kraft und Mannschaft ersparten, und wie eben der Mangel an Arbeitskräften nach Ersatz den Blick lenkte, desto mehr gewann und gewinnt man Lust und Liebe zu den landwirtschaftlichen Maschinen. So sehen wir zur jetzigen Heuernte in den Wiesen des oberen Ohmthales mehrere Mähmaschinen in Thätigkeit. Sie waren seither hier eine noch unbekannte Erscheinung. Wer diese Maschinen in Thätigkeit sieht, der erstaunt eben über die Leistungen derselben. Das Mähen des Grases, das manch sauren Schweißtropfen kostet, geht hier wie mit Zauberkraft von statten. Wie diese modernen Mähmaschinen, so gibt es noch eine Reihe anderer Maschinen, die alle dazu berufen sind, dem Landwirt Ersatz für den Mangel an Arbeitskräften zu liefern und ihm es zu ermöglichen, den Anforderungen unserer jetzigen Zeit an den landwirtschaftlichen Betrieb vollauf gerecht zu werden. n. Nieder Florstadt, 9. Juli. Heute feierte, vom Wetter ganz besonders begünstigt und unter lebhafter Teilnahme der gesamten Einwohnerschaft unser Kriegerverein sein 2 5 j ä h r i g e s Bestehen. Die eingeladenen Kriegervereine waren zahlreich erschienen und marschierten, mit den hiesigen Vereinen und der Schuljugend zu einem stattlichen Festzug vereinigt, durch den aufs schönste herausgeputzten Ort nach dem im nahen Hochwald gelegenen prächtigen Festplatz. Hier begrüßte ein aus den Schülern der Oberklasse und einigen Sängern gebildeter gemischter Chor die Festteilnehmer mit der Motette: „Hör uns Allmächtiger." Hierauf hielt Herr Lehrer Jakobi von hier die Begrüßungs- und Festrede, in der er der Gründung und der Erlebniffe des Vereins gedachte und die Zwecke der Kriegervereine schilderte. Im Anschluß hieran brachte er dem deutschen Vaterland und seinen Fürsten ein Hoch aus, in das die Versammelten be- g.eistert einstimmten. Der Präsident des Bezirksverbandes Jriebberg, Herr Dönges, Überreichte dann im Namen des Vorstandes vom Hassiaverband dem Jubelverein sowohl als auch dem Rechner, der seit der Gründung die Kasse geführt, Ehrendiplome. Damit schloß der offizielle Teil des Festes und die allgemeine Fidelität nahm ihren Anfang. Mainz, 8. Juli. Aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums der Mainzer Feuerwehr wurde heute vormittag in Gegenwart der Vertreter der Regierung, der städtischen Behörden und der Militärbehörden in der Stadthalle eine Ausstellung von Feuerwehrgeräten eröffnet, die in reichhaltigster Weise beschickt ist. Herr Beigeordneter Haffner eröffnete sie mit einer Ansprache, worauf ein Rund- gang vorgenommen wurde. Hierauf wurde durch einen Festakt das Jubiläum der Feuerwehr mit Musik- und Gesangs-Vorträgen eröffnet. Provinzialdirektor v. Gagern beglückwünschte die Feuerwehr im Namen der Regierung, Oberbürgermeister Dr. Gaßner im Namen der Stadt Mainz und Gouverneur v. Collas im Auftrag der Militärbehörde, worauf Herr Brand-Direktor Pricken dankte. Namens des Großherzogs überreichte Provinzialdirektor v. Gagern an folgende Personen Orden: das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippsordens an Brand-Direktor Pricken, das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens an Oberbrandmeister Keller, das silberne desselben Ordens an die Brandmeister Gimbel, Becker und an den Zeugwart Schreiber, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für Verdienste den Spritz- meistern Hubel und Grundel, sowie dem Feuerwehrmann Bierthaler. Nachmittags fanden unter dem Vorsitz von Brand-Direktor Pricken-Mainz die Beratungen des 18. hessischen Feuerwehrtages statt. Ein Antrag auf Bestellung eines Landes-Feuerwehr-Jnspektors gab zu langen Debatten Veranlassung. Die Regierung selbst verhielt sich, gleich den meisten Delegierten, ablehnend gegen den Antrag, doch wurde beschlossen, daß eine Konferenz der Kreisfeuerwehrinspektoren eine Instruktion für die Feuerwehrinspektoren des ganzen Landes ausarbeiten soll. Ein Antrag, die in dem Uebungsbuch für freiwillige Feuerwehren enthaltenen Sanitätsvorschriften einer zeitgemäßen Umänderung zu unterwerfen, wurde angenommen. Der nächste hessische Feuerwehrtag findet 1902 in Bad-Nauheim statt. Vermischtes. * Vom Deutschen Flotten Verein. Man schreibt: Die reich illustrierte, vom Deutschen Flotten Verein herausgegebene Monatsschrift „Ueberall", welche sich ausschließlich mit allen sich auf unsere und fremde Marinen beziehende Fragen beschäftigt und eine Fülle vortrefflicher Illustrationen bringt, hat den Zweck, in anregender, populärer Weise das Verständnis für das Wesen und die hohe Bedeutung unserer Flotte in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes zn verbreiten. Der Schiffsbau, die Bewaffnung, Dienst und Leben an Bord der einzelnen Schiffe, wie im Geschwader, Bedeutung und Zweck der verschiedenen Schiffstypen, Wert und Notwendigkeit einer starken Seemachtstellung in militärischer, politischer und besonders auch wirtschaftlicher Beziehung werden in leicht faßlicher Darstellung fortlaufend erörtert. Wer sich in all diesen Fragen unterrichten, ihre Entwickelung verfolgen will, wer Freude an der mächtigen Entfaltung des Reiches über See hinaus hat, wer überzeugt ist, daß auf dieser, besonders in kolonialer, wie handelspolitischer Hinsicht, für unser Vaterland eine große, segensreiche Zukunft beruht, dem sei, soweit er auf einen jährlichen Bezugspreis von 10 Mark nicht zu sehen braucht, diese patriotische, vielseitige Zeitschrift wärmstens empfohlen. * Eine interessante Untersuchung, die vielleicht auf einen neuen Spionageprozeß hinauslaufen wird, ist augenblicklich beim Metzer Landgericht anhängig gemacht. Vor etwa acht Tagen wurden in Metz nach der „Voss. Ztg." zwei Männer verhaftet, die sich für französische Missionare ausgaben und Mönchsgewänder angelegt hatten. Sie waren mit Empfehlungsschreiben aus Frankreich und besonders aus Algier versehen, um angeblich für Missionszwecke zu sammeln. Der Mangel einer Erlaubnis der Metzer Behörde und der Umstand, daß sie sehr reichliche Geldmittel besaßen, führte zu ihrer Verhaftung. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß der eine ein Araber aus Algier ist, der nur mangelhaft französisch versteht ober verstehen will. Durch Vermittelung eines Dolmetschers soll festgestellt sein, daß es sich hier nicht allein um unerlaubtes Geldsammeln handelt. * Eine gefährliche Krankheit tritt nach Dr. Favre (Charkow) seit Jahren im ostsibirischen Bezirke Akfcha an der chinesischen Grenze seuchenhaft auf, deren Verlauf vollkommen dem der Pest ähnelt, sich aber von dieser dadurch unterscheidet, daß sie noch nie als Dolksseuche, sondern nur in kleinen Herden als Hausseuche aufgetreten ist. Die Ansteckung soll von einer in jener Gegend vorkommenden Murmeltierart, dem Sabagan (Aretomys Bobae) ausgehen. Bis jetzt ist diese „Sabagan-Pest" noch nicht wissenschaftlich untersucht worden, was aber um so wünschenswerter wäre, als jene Gegend durch die Eröffnung der Sibirischen Eisenbahn dem Weltverkehr näher gebracht wird. * Zehn Gebote für den Verkehr mit Hausgenossen. 1. Man sei stets nachgiebig, ohne sich alles gefallen zu lassen. 2. Man begrüße sich stets freundschaftlich, meide aber womöglich den näheren Verkehr. 3. Man lasse sich nie über die Mitbewohner von den Dienstmädchen u. s. w. erzählen. 4. Man halte nie dieselbe Waschfrau, Näherin u. s. w. 5. Man nehme nie ein Mädchen, das schon im Hause gedient hat. 6. Man unterlasse das gegenseitige Entlehnen, kommt es aber doch einmal vor, so gebe man das Geliehene bald mit Dank zurück. 7. Hat man auf der Treppe oder im Hausgang etwas verstreut oder ausgegossen, so lasse man es sofort sauber beseitigen. 8. Man nehme stets Rücksicht auf die neben, über ober unter sich Wohnenben burch Vermeidung alles unnützen Lärms, Getrampels und besonders Mißhandlung des Klaviers; unterlasse das Ausschütteln von Teppichen, Vorlagen usw. aus den Fenstern, sowie das Uebergießen von Blumen auf den Fenstergesimsen. 9. Hört man einen Wortwechsel, der in ben besten Familien Vorkommen kann, so schließe man Fenster unb Thüren und entferne sich, um nichts davon zu verstehen. 10. Man bilde sich niemals ein, die gesittetsten unb bravsten Kinber zu haben, unb lehre sie neben ben zehn Geboten Gottes auch bie vorstehenben. * Wo werben die meisten Ansichtspostkarten in Deutschland verschickt? Diese Frage dürfte oft gethau werden und wir antworten darauf: Vorn Niederwalddenkmal, das im vorigen Jahr mit 216,000 Postkarten den höchsten Rekord erreichte. Dann folgt das Kyffhäuser - Denkmal mit 168,000, bie Bastei mit 154,000, bie Wartburg mit 146,000, bcr Brocken mit 144,000, die Schneekoppe mit 139,000, bie Rubelsburg mit 57,000, bas alte Schloß in Heibelberg mit 45,000 Ansichtspostkarten. Diese Zahlen haben sich bei einigen bieser Lieblings - Ausflugsorte seit bem Jahre 1893 nahezu verdoppelt, ja bei ber Bastei sogar verdreifacht, bei allen aber ist von Jahr zu Jahr eine sehr erhebliche Steigerung eingetreten. — Jedenfalls geht aus bieser kleinen Statistik hervor, baß (in Anbetracht ber beim Nieberwalb- denkmal und beim Kyffhäuser erreichten höchsten Ziffern) die patriotische Begeisterung noch mehr zum Schreiben einer Ansichtskarte anregt als bie Freube an ber schönen Natur. • Stoßseufzer eines Junggesellen in Hessen. Anläßlich bes von ber Zweiten Kammer gefaßten Beschlusses, eine Junggesellensteuer einzuführen, veröffentlicht bas Mainzer „Journal" ben folgenden poetischen Stoßseufzer eines Unverehelichten: Es kommt im Leben selten Ein Unglück ganz allein. Da nützet auch kein Schelten Es könnt' noch schlimmer sein. Ich bin ein Junggeselle Unb Rabler obenbrein, Ich fahre gar nicht schnelle Unb bin sonst ganz allein. Für beibes soll ich zahlen Steuer in Hessen zugleich. Das will mir nicht gefallen, An mir wirb keiner reich. Da stürze ich mich schließlich Noch in ben Ehestanb Unb stell' mein Rad verdrießlich Für immer an bie Wanb. Meratur, Wissenschaft und Kunst. — ^Der Bär", illustrierte Wochenschrift für Geschichte und modernes Leben (Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin SW., 13, Neuenburgerstraße 14a), bringt in Nr. 27 neben der Fortsetzung des Romans „Opfer des Herzens" von O. Elster, nachstehende hocd- interefsante Artikel: „DaS Berliner Theater in den Jahren 1827 und 1828." Von Eugen von Jagow. „Krieg im Frieden." Von Braune. Den Schluß der Erzählung „Martino." Von Rudolf Elcho. „Eine Pfingstfahrt in den Harz." Von Karl Langhammrr. III. „Kunst und Wissenschaft." „Berliner und Märkische Chronik." Sehr interessant find auch die „Kleine Mitteilungen" des „Bär" darunter: Eine Geschichtsfälschung. Brandenburg an der Havel erhält Zollfreiheit. DaS zerstörte Zigeunergrab. Französische Okkupation u. v. a. Wieder eine rcichillustrierle Nummer und können wir unseren Lesern nur wiederholt empfehlen, sich ein Abonnement auf den „Bär" zu bestellen. Man wird uns Dank wissen, daraus htngewiesen zu haben. — Die soziale Wirksamkeit der Hohenzollerrr von vr. phil. Theo Sommerlad, Privaldozent an der Universität Halle. Preis 3 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Der Verfasser dieser auf daS mannigfachste anregenden Skizze der sozialen Wirksamkeit der Hohenzollern ist unausgesetzt bestrebt, den Dingen auf den Grund zu gehen und bei allen Erscheinungen deS modernen Kulturlebens nach Möglichkeit die verknüpfenden Fäden nachzuweisen. Die Würdigung der Reformation in ihrer Bedeutung auch für daS öffentliche Leben des deutschen Volkes leitet die Darstellung der sozialen Thätigkeit des Großen Kurfürsten ein. Der hervorragende Empiriker auf dem Throne, Friedrich Wilhelm I., sein ruhmreicher Sohn, der „König der Geusen", die Stein-Hardenbergsche Reform, die Begründung der deutschen Zolleinhett, die durch die kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 etngeleitete Sozialgesetzgebung im neu geeinigten Deutschland werden in großen Zügen dem Leser vor Äugen geführt. Gewissenhafte Ausnutzung aller im Druck vorliegenden Quellen, Freude am Vaterland und Mut für treue Zukunftß- arbett spricht aus jeder Zeile des patriotischen Werkes, das sich in seiner klaren Schreibweise an die weitesten Kreise wendet. — Mit dem Beginn deS Sommers stehen im Blumentisch, auf dem Balkon und vor den Fenstern die Lieblinge der Blumenfreunde in üppigster Vegetation. Mehr als zu anderen Selten stellen sich jetzt aber auch die Feinde der Topfblumen ein, namentlich in Gestalt niederer Insekten, und drohen alle Hoffnungen zu vernichten. In der kürzlich erschienenen 2. Lieferung der 2. Auflage des Hand- buchs der praktischen Zimmergärtnerei von Max Hesdörffer (Verlag von Gustav Schmidt, Berlin SW. 46) finden wir zur recht.n Zeit eine eingehende illustrierte Schilderung über die Feinde der Zimmerpflanzen und deren Vernichtung. Auch über daS Einpflanzen und Verpflanzen, über das Gießen, die wichtigste Arbeit im Sommer, über daS Schneiden und Aufbinden der Topfgewächse und über die Reinlichkeit bei der Pflanzenkultur flieht diese Lieferung eingehende Auskunft. In der soeben erschienenen Lieferung 3 finden wir eine eingehende Abhandlung über die Krankheiten der Zimmerpflanzen, Ratschläge für den Einkauf und Transport, über das Aufbewahren und Antreiben ruhender Knollen, Regeln über die Sommerbehandlung der Zimmerpflanzen, über die Blumenkästen und ihre Bepflanzung und neben vielen anderen praktischen Artikeln auch eine mächtig illustrierte Abhandlung über moderne Blumenvasen als Zimmer- schmuck. Nicht weniger als 52 Originalabbildungen im Text schmücken diese Lieferungen. Von den Tafeln stellt eine den in Hamburg mit erstem Preis prämiierten Blumentisch, eine zweite ein prachtvolles Aquarium mit Sumpfgewächsen, Zimmerkultur deS Verfassers, dar. Dieses Handbuch, das beste Werk über Zimmergärtnerei, erscheint in 10 Lieferungen zum Preise von je 75 Pffl. und ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. MQWnö QU z- dass <*• bekannten Kuren geg. Angst, JUvl V Um vH Zwangsgedanken, Sohlaflosigk , Asthma, Herz- erreg., Magen- u. Darmträgh., Sohwächezust, def. Gicht eto. auch in d. Jahre v. April bis Okt. in Auerbach, Hessen stattfinden. Prosp. üb. Eigenart u. Wirkung frei. 2535 Dr. Borcherdt. Marktstratze 29 vermieten. Zu vermieten 1. 5212 Kietzen Woltkestraße 8 2. o. ro oo I Hiesenweg 4, Hcke ZKahnyofstraße 4328 billigst. 4868 I. Zufall, Krevrplah 4. 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