2111 iau, ingsieste: RT ?rl.ElseBe il Polster. iBohn, SilcAer, Zollr- nitt etc. - 80IM ecke, d'Altort. nmerierte Siteplät® & ® ballier und an der K» MM w en 20. Aä! Der Vorstands ,HFM Sage in affen N4* uteto sr^SÄffl* itheatei 12. Mar, •• Stellung „nd Schülers chratisven^ MDB ^Beliachi" unb ..„i Dsjts' i»«" 8116t: >br°ds » »*ll: «.»1 Busch®1' »r. 61 Zweites Blatt Sonntag den 12. März 1999 Amts- und Anzeigeblatt für den Tireis Gieren Itinalmt een Anzeigen zu der nachmittag- für den ^lzenden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgege«. Redaktion. Lrpeditton und Druckerei: Zchnkaratze Ar. 7. Schiffe zwar mit stolzen Lasten Trägst du nicht zum fernen Meer, Und nicht wandert sonder Rasten Hin zu dir der Völker Heer. Fern dem großen Weltgetümmel Ziehst du friedlich deine Bahn, Blaue Berge blauer Himmel; Sei gegrüßt, du stille Lahn! Reiche Auen, gold'ne Fluren, Saft'ge Weiden, grüner Wald Folgen droben deinen Spuren, Froher Menschen Aufenthalt. Unten durch der Berge Schluchten Drängst du rauschend deine Bahn, Lieblich winken deine Buchten; Sei gegrüßt, du holde Lahn! Tief in deiner Berge Schooße Trägst du Erz und Edelstein, Oben, nah' bei Fels und Moose Reift die Sonne gold'nen Wein. Aus der Erde Quellen dringen, — Brausend, zischend perlt's heran — Kraft und Heilung uns zu bringen; Sei gegrüßt, du reiche Lahn! Und ein Volk so treu und bieder Wohnt allorts an deinem Strand, Frommer Sitte treuer Hüter; Glücklich Volk und glücklich Land! Schöne Städte, prächt'ge Dome, Aufwärts deutend, himmelan, Spiegeln sich in deinem Strome; Sei gegrüßt, du heil'ge Lahn! Ob ich auch im deutschen Reiche Wandernd ziehe weit und breit, Nirgends find' ich, was da gleiche Nassau, dir an Herrlichkeit. Und durch Nassaus schöne Gauen — Oftmals scheint's als hielt' sie an. All das Schöne rings zu schauen — Zieht, ein glänzend Band, die Lahn. Seht, sie kommt vom fernen Hessen, Dessen Treue weit bekannt! — Wo sich deutsche Stämme messen. Wird auch Hessen stets genannt. — Nassaus Schöne, Hessens Treue Bindet sie auf ihrer Bahn; Und so ruf' ich stets aufs neue: Sei gegrüßt, du deutsche Lahn! Herrlich Land, seit fernen Tagen Du an Ruhm und Ehren reich! Herrlich Thal! wohl darf ich fragen: Was kommt dir an Schönheit gleich? Drum laßt laut die Gläser klingen, Deutsche Brüder, stoßt mit an! Jubelnd wollen heut' wir bringen Dir ein Hoch, du schöne Lahn! Ach, so oft hinaus ich ziehe In die Welt, zum fernen Meer, Immer, wenn die Welt ich fliehe. Kehr' ich gerne wieder her. Und wenn dann nach langem Scheiden Ich im Thale komme an, Ruf' ich's laut in alle Weiten: Grüß' dich Gott, du traute Lahn! Ob an lindem Sommerabend Du in leichtem Wellenspiel, Mensch und Tiere freundlich labend. Nieder ziehst zum fernen Ziel. Ob mit wilden, stolzen Wogen, Die sich donnernd brechen Bahn, Du im Sturmwind kommst gezogen: Lieb' dich immer, meine Lahn! Wenn sich einst dem Lebensmüden Schließt das Äug' zum letztenmal. Will ich ruh'n zum ew'gen Frieden Hier in diesem stillen Thal; Adresse für Depeschen: Jtaieiget chietze». Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblittter, Der hessische Landwirt Matter fär hessische Volkskunde._________________ AezngApreiL vierteljährlich 2 Mart 20 Pf,, monatlich 75 PfG. mit vringerloha. Bei Postbezug 2 Mart 50 Pfg. vierteljährlich. Grutz an die Lahn. (Lahulied) von R. Lade, Obernhof. Nach der Melodie: „Strömt herbei ihr BöNerscharen" rc. Jedes Volk hat seine Lieder, Die es allzeit gerne singt, Ueberall sie hallen wieder, $po die heim'sche Zunge klingt. Oftmals stimmten deutsche Zungen Auf den Rhein ihr Loblied an; Doch mein Lied, es sei gesungen Dir zum Preis, du schöne Lahn! ttHeixi tt-Nch mit Ausnahme de- Montag». Die Gießener >e*trte*SC4tt- Miosbarg.__- Verflchleimanf JJd« Bit den leit Jahr« Waith Fichtennadel Bestandteile: Zucke Fichtennedel- Je Paketen d 30 u' Gustav W INehr alter Korn We: E. $)■ Maaerfleis iOftjee - eiitflefübTt 110,000 ®e|d)äiten W Ikanntoembxtnnettt qm 175 — prämiirt mit hielt lern franz. Cognac a pro Liter * 1,80 be Alle anderen Kleider hatte er anzulegen vergessen. Der Giftbrunnen von Gastein. Wir lesen in einer rein und klar, doch seit Jahrhunderten schon „Giftbrunnen Grund" dieser Giftigkeit sei; man fand durch die chemische daß ich mich nicht um häusliche Angelegenheiten kümmere. Die Zerstreutheit des berühmten Fabeldichters La Fontaine grenzte fast an Blödsinn. Er hatte einmal mit seinem Sohne, der fern vom Hause erzogen wurde, und den er längere Zeit nicht gesehen hatte, an einem bestimmten Orte ein Stelldichein verabredet Nachdem La Fontaine sich mit seinem Sprößling, den er nicht erkannte, einige Stunden unterhalten hatte, drückte er den Anwesenden seine Freude über das gute Aussehen des fremden jungen Mannes aus. „Aber das ist doch Ihr Sohn!" wurde ihm erwidert, worauf der Fabeldichter wie geistesabwesend sagte: „So, so! Ja, der ist auch ein netter junger Mann." Auch Sully, der berühmte Minister Heinrichs IV., litt sehr an Zerstreutheit. An einem Spätherbsttage fand er, daß es furchtbar kalt sei, was aber gar nicht der Fall war. Schließlich entdeckte Wache, die selbst ein Opfer der Explosion geworden ist, geladen war. Wenn der Soldat, heißt es, dem das Gewehr gehörte, nicht eine dem Personal des Pulvermagazins fremde Person hätte herumstreichen sehen, so hätte er seine Waffe nicht geladen. Der „Gaulois" verzeichnet ein Gerücht, wonach die Direktion der Marineartillerie im Augenblick des letzten Konflikts mit England eine solche Menge Pulver und Sprengstoffe in Lagoubran angehäuft habe, daß die einheimischen Arbeitskräfte dafür nicht genügten und fremde zu Hilfe gezogen werden mußten. Aus dem Munde dieser Ausländer, vermutlich Italiener, will man Drohungen gehört haben, worauf nun die Vermutung von einem Anschlag gebaut wird. Die Erschütterung war so stark, daß man sie auf 120 Kilometer in der Runde verspürte, anch in Nizza, wo sie in der Fremdenkolvnie große Aufregung verursachte, weil man während des Restes der Nacht auf nähere Stöße des „Erdbebens" wartete. Im Augenblick der Explosion, zwischen 2 und 3 Uhr morgens, befanden sich der Hafenpräfekt und zahlreiche hervorragende Herren von Toulou noch auf einem Ball, kaum zwei Kilometer von der Unglücksstätte. Von dort aus eilten Damen in Gesellschaftstoilette nach Lagoubran, um die Verwundeten zu pflegen. Ein Essenbesitzer jener Gegend, der von dem Balle heimkehrte, war zehn Minuten vor der Explosion an dem Pulvermagazin vorbeigefahren. Ein anderer Wagen mit zwei Pferden und drei Insassen, der etwas später an der gleichen Stelle vorbeikam, wurde in's Meer geschleudert und nur einer der Insassen kam mit dem Leben davon. Die ersten Maßregeln zur Unterstützung der heimgesuchten Familien sind schon getroffen. Der Gemeinderat von Toulou hat den Beschluß gefaßt, die Kosten des Begräbnisses der Opfer, das am Dienstag stattgefunden hat, aus den städtischen Mitteln zu bestreiten und eine Grabstätte auf ewige Zeiten für die Verunglückten zu stiften. Die öffentlichen Gebäude sind schwarz beflaggt, das Theater und die übrigen Vergnügungslokale geschlossen. * Vom Limeskastell Kemel. Aus Wiesbaden, 6. März, wird berichtet: Die Ausgrabungen an dem Limeskastell Kemel, das im vorigen Dezember gefunden wurde, haben, wie der hiesige Altertumsverein mitteilt, vor einigen Tagen wieder begonnen und schon ein sehr erfreuliches Ergebnis gebracht. Es wurde nämlich dicht hinter dem Chor der Kemeler Kirche das noch ziemlich wohlerhaltene nordöstliche, dem Limes zugewandte Kastellthor entdeckt; das Thor hat einen etwa 3,50 Meter breiten Durchgang und wird von zwei viereckigen Türmen wie üblich flankiert. Die Türme haben 2:1,80 Meter lichter Weite Seitenmauern von 0,75 Meter Stärke; die Frontmauern messen etwa 1,80 Meter. Ob man in diesem Thor die Porta praetoria des Kastells vor sich hat, wird sich in den nächsten Tagen bei Aufsuchung der anderen Frontecken ergeben. Zutreffendenfalls hätte das Kastell eine Frontlänge von etwa 78 bis 79 Meter. Die Thortürme, die massenhaft Kohlen, verbrannten Lehm vom Oberbau, sowie Scherben und Eisenreste enthielten, werden noch weiter freigelegt. * Altgermanische Reihengräber bei München. Die Hauptstadt Bayerns, deren Name zu Anfang des 12. Jahrhunderts zuerst genannt wird, ist eine verhältnismäßig junge Stadtgründung. Zwar führten Römerstraßen in nicht großer Entfernung südlich und auch westlich vom heutigen München vorüber. Aber keinerlei Funde haben bisher angedeutet, daß hier in vorrömischer, römischer oder frühgermanischer Zeit eine menschliche Ansiedlung vorhanden gewesen sei. Dagegen ist vor einigen Tagen bei den Ausschachtungen für einen Neubau in dem je ns eit der Isar gelegenen südlichen Vorort Giesing, der früher eine besondere Dorfschaft bildete, ein altgermanisches, also wahrscheinlich baju- varisches Reihengräberfeld aus dem fünften oder sechsten Jahrhundert n. Chr. zutage gekommen. Leider sind von etwa 50 Gräbern, die sich durch humusartige Schwärze von dem umgebenden Kies abhoben, sowohl die Skelettteile als auch die wenigen sonstigen Funde (ein Kurzschwert, eine Anzahl Thonperlen u. s. w.) verstreut oder von zufälligen Zuschauern erworben und mitgenommen worden. Ob die Leitung der staatlichen Sammlungen weitere Nachgrabungen veranstalten wird, ist bisher nicht bekannt. * Heber die Zerstreutheit berühmter Männer plaudert ein französisches Blatt: Buds, der von Erasmus das „Wunder Frankreichs" genannt wurde, war sehr zerstreut. Eines Tages stürzte einer seiner Diener in sein Studierzimmer und meldete, daß das Haus brenne. Buds er- wienerte ruhig: „Sag das meiner Frau; Du weißt doch, Vermischtes. * Mit der Deutschen Kunstausstellung Dresden 1899 wird außer der Lukas Cranach-Ausstellung auch eine Ausstellung von Alt-Meißner Porzellan verbunden sein, die Prof. Berling vom Knustgewerbe-Museum in Dresden vorbereitet. * Die Pest wüthet gegenwärtig in der Stadt Bombay mit nicht dagewesener Heftigkeit. Schon seit mehreren Wochen ist die Sterblichkeit fortwährend gestiegen. Letzte Wyche sind im Ganzen in Bombay 2309 Personen gestorben, davon 972 nach amtlicher Angabe an der Pest. Genau ist diese Statistik nicht, da keine strenge Eintragung der Todesfälle besteht und Hunderte von Pestfällen ver- । heimlicht werden. Wenn man die Zahl der gewöhnlichen Todesfälle auf 600 veranschlagt, so bleiben 1700 als solche an der Pest übrig. Die eingeborenen Indier bleiben bei dieser großen Heimsuchung ruhig und ergeben und freuen . sich nur, daß die Regierung keine strengen Maßregeln er- | greift. Die letzten vierzehn Tage sind wenig Fälle von i Panik vorgekommen. Die reichen Eingeborenen sind in aller Stille abgereist. Jetzt folgen die Handwerker. In der europäischen Kolonie ist der Gesundheitszustand überraschend gut. * Der Dichter Kipling, von deffen Erkrankung kürzlich berichtet wurde, ist in Indien, in Bombay, geboren; er ist jetzt 33 Jahre alt. In Indien hat er seine Jugend verbracht, ist dann längere Zeit in Süd-Afrika gewesen und lebt augenblicklich in Nord-Amerika. Kipling kann als | poetischer Vertreter der kolonialpolitischen Ideen gelten, die ' von Sir Charles Dilke zuerst klar gestellt wurden und jetzt unter dem Namen Imperialismus die Beziehungen des englischen Mutterlandes zu seinen Kolonien beherrschen. Es ist die Weltpolitik, welche das Kolonialreich möglichst auszubreiten sucht. Der Grundgedanke ist der, daß das Mutterland der Kolonie vor allem militärischen Schutz nach außen hin gewährt und dafür die Vorteile der Handelsbeziehungen zu den Kolonien hat. Die Formel lautet etwa: „Das Mutterland hat das höchste Interesse an der Einfuhr aus den Kolonien, erst das zweite an der Ausfuhr seiner Industrie und Erzeugnisse." Kipling hat nun in seinen Novellen und Erzählungen die ideale Seite dieses Gedankens hervorgehoben, indem er mit außerordentlicher poetischer Kraft, in großer Anschaulichkeit den Schilderungen und scharfumrissener plastischer Darstellung der Charakte, das Leben in den Kolonien und die treibenden iutellektuellen und psychischen Kräfte schildert, die hinter diesem großen kolonialen Leben stehen. Seine bekannteste Arbeit dürfte das Dschungeln-Buch sein, ein Fabelbuch für Groß und Klein, voll edler Gedanken und packender Wahrheit für alle Zeiten. Indessen giebt es zahllose andere Werke von ihm, die in dem großen Heer der englischen und amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften verstreut sind. In jüngster Zeit hat Kipling vor allem durch zwei Gedichte den jubelnden Beifall der Amerikaner errungen. Das erstere erschien beim Ausbruch des spanisch-amerikanischen Krieges. Es war in gewaltiger Sprache etwa auf den Ton gestimmt, den die Marschlieder der Cromwell'schen Jronside (Eisenseiten, d. i. Eisenreiter) inne hielten, eine Mischung von Psalmodie und Schlachtgesang, wie sie glücklicher nicht gedacht werden kann. Der wiederkehrende Reim „Lest we forget, lest we karget" (damit wir nicht vergessen) enthielt in kürzesten Ausdrücken in jedem Refrain eine ernste Mahnung an die Pflichten, die das amerikanische Volk mit seinem neuen Vorstoß in der Weltpolitik gegen die ganze Welt übernahm. Stärker noch wirkte Kiplings neueste Dichtung „The white man’s bürden“. (Die Last des weißen Mannes.) Die Last des weißen Mannes ist sein fein entwickeltes Gewissen und seine durch das christliche Bekenntnis „gedrungene" Nächstenliebe, die ihn zwingt, hinauszugehen, um seine Kultur allen Völkern der Erde zu bringen. * Hebet die Explosion bei Toulon werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: In der Nacht zum Sonntag wurde die Bevölkerung Toulons durch einen Knall und eine Erschütterung aufgeschreckt, die viele der Explosion der Pulver- Untersuchung absolut keinen Stoff, den man hätte beschuldigen können, es fanden sich nicht mehr Bacillen, nicht mehr Salze und mineralische Bestandteile als in anderen Wassern, im Gegenteil viel weniger. Das Wasser dieses Brunnens mußte als im höchsten Maße „rein" bezeichnet werden — und dennoch hatte man wiederholt die Erfahrung gemacht, daß es nachteilig wirke, ja, daß es, in größeren Mengen genommen, sogar bedenkliche Erscheinungen, heftiges Erbrechen und in der'Folge einen schweren Magenkatarrh hervorzu. rufen imstande war. Nun hat H. Koeppe das Phänomen erklärt! die Ursache der Giftwirkung des Wassers ist — seine allzu große Reinheit. Die Deutung ist einfach. Reines Wasicr, d. h. solches, welches weder durch mineralische, noch durch organische Beimengungen verunreinigt ist, hat die Eigenschaft, Salze, wo es solche in leicht zugänglicher Form an- trifft, an sich zu ziehen, bis zu einem gewissen Grade der Sättigung. Da nun die oberflächlichen Zellen der Schleimhäute Salze enthalten, erfahren sie durch das reine Wasser eine schwere Schädigung; das Wasser entzieht ihnen ihre Salze und bringt sie zum Absterben; sie quellen auf und werden abgestoßen. Man kann diese Wirkung leicht scsi stellen, indem man solch chemisch reines Wasser mit bem Protoplasma einer lebenden Zelle zusammenbringt; bas Protoplasma verändert sich rasch, es quillt und die Zelle stirbt. Ereignet sich das auf der Magenschleimhaut, so hat man das ausgesprochene Bild eines Magenkatarrhs, der je nach den Umständen leichter oder schwerer ist. Ars diese förmliche Giftwirkung des reinen Wassers ift„ das manchmal beobachtete Erbrechen beim Eisschlucken zurückzuführen, und das ist auch der Grund, weshalb erfahrene Touristen vor dem Genüsse von Schnee- und Gletscherwasicr, sowie des Wassers der klaren Gebirgsbäche warnen. Nicht die Kälte ist in diesen Fällen das Schädliche, wie man wohl denken könnte, sondern die allzugroße Reinheit dcs Wassers. Ein merkwürdiger Widerspruch!" * Verkehrswesen. Eine Wartburgbahn plant bic Zentralverwaltung für Sekundärbahnen (H. Bachstein) in Berlin. Sie ist zum Teil als elektrische Bahn geplant unb wird in Verbindung mit der elektrischen Straßenbahn in Eisenach am dortigen Bahnhof ihren Anfang nehmen, im Marienthal, der vielbesuchten Touristenstraße, abzweigcn unb am Reuter- und Wagnermuseum vorbei durch das Hainthal als Zahnradbahn den Weg bis zur Höhe der Wartburg restauration nehmen, in deren unmittelbarer Nähe sie enben soll. Das Projekt hat die Genehmigung des Großherzogs von Sachsen erhalten und von allen maßgebenden Behörden gebilligt worden.— Die Bauerlaubnis zu einer elektrischen Schmalspur bahn über den Großen Sankt Bernhard (Martigny-Gr. Sankt Bernhard-Aosta) ist bei der schweizerischen und der italienischen Regierung nachgesucht worden. Die Länge der Bahn, welche mit einer Zahnstange versehen werden soll, beträgt 70 Kilometer, die Steigung bis zu 60 v. T. Bemerkenswert ist, daß die erforderliche elektrische Kraft durch Ausnutzung der zahlreichen Wildbäche des Großen Sankt Bernhard gewonnen werden soll. * Gutes Gewißen! Student (in hohen Semestern): „Da les' ich in der Zeitung, daß hier in München im verflossenen Jahre der Bierkonsum um einige Liter pro Kops zurückgegangen wär'! . . Meinetwegen — mich trifft keine Schuld!" Flieg. Bl. • Das kommt davon. Vater: „Nun hab' ich Dir ein Fahrrad versprochen, wenn Du versetzt würdest und doch hat's wieder nicht geholfen! Was hast Du denn nur immer getrieben in der Zeit?" Sohn: „Radfahren erlernt!" Seiner Wasser dumpfes Brausen Stimm' das Schlummerlied mir an! Und in seiner Winde Sausen Grüß' ich scheidend dich, o Lahn! Vorstehender „Gruß an die Lahn" ist aus einem jüngst veröffentlichten größeren Gedichte gleichen Namens als „Lied" zusammengeftellt Möge die deutsche Jugend an der Lahn es wert finden, in chren Liederschatz ausgenommen zu werden! R. L. kammer eines Kriegsschiffes im Hafen zuschrieben, während andere in der ersten Verwirrung an ein Erdbeben glaubten. Der gewaltige Luftdruck hatte das Gas der Straßenlaternen ausgelöscht, in manchen Häusern alle Scheiben zerbrochen, die Hausthüren gesprengt und die eisernen Läden der Schaufenster zertrümmert. Matrosen, die hilfesuchend hereinkamen, meldeten, daß das Unglück nicht im Hafen geschehen sei, sondern zu Lande: Die Pulvermagazine von Lagoubran, die 50000 Kilogramm schwarzes Pulver- geborgen haben sollen, waren in die Luft geflogen. Der Kriegshafen von Toulon hat zwei Pulvermagazine, das von Milbau, das größere, daß unversehrt geblieben ist, und das von Lagoubran, das auf einer kleinen Halbinsel ange- o 7. v legt ist In unmittelbarer Nähe ziehen sich auf dem Fest- I man, daß er vollständig nackt gewesen wäre, wenn er nicht lande die Bahnlinie von Marseille nach Toulon und die I zufällig den Ueberzieher anqezoqen hätte. ~ Landstraße hin. Etwa 30 zerstreute Häuser bilden ein 1 " kleines Dorf, das nun größtenteils in Trümmern liegt. „ Einzelne Leichen scheinen ins Meer geschleudert worden zu I naturwissenschaftlichen Rundschau der Bohemia: „Eine selt- sein, denn die Flut schwemmt verstümmelte Gliedmaßen I same Giftwirkung ist in jüngster Zeit in ihren Ursachen an. Ueber die Ursache deö Unglücks weiß man noch nichts festgestellt worden. Bei Gastein 'ist eine Quelle, die obwohl Bestimmtes. Es ist von einer Selbstentzündung eines an- I rein und klar, doch seit Jahrhunderten schon „Giftbrunnen" sehnlichen Vorrats von Schießbaumwolle, aber auch von I geheißen, und deren Wasser nicht getrunken wird. Vergebens einem böswilligen Anschlag die Rede. Auf einen solchen hat man sich bemüht, zu erforschen, was eigentlich der schließt man aus dem Umstande, daß das Gewehr einer 1 „c* ------ .. . . - - Landwirtschaftliches. — „Verhextes" Vieh. Friedrich Hessing der bekennte Orthopäd, veröffentlicht in der Wiener Wochenschrift „Dir Da^e einen interessanten Aufsatz über die Gefahren der KuhmtlchernLhrrwa Er kommt darin auf die oft geradezu unglaublichen Stallverhättrüne des Viehes zu sprechen und schreibt u. a.: Das Gebtrgsvteh hat im Sommer in den Bergen wohl vorzügliches Weidefutter, genügend Luft und frisches Wasser, aber daS ändert sich, sobald es im Herbste eingestallt wird. Da wird es für sieben bis acht Monate in dum Raum eingesperrt, der so klein und niedrig ist, daß dort, wo vielleicht zehn Kühe stehen, kaum für ein Stück genügende Luft »or- banden ist. Für Ableitung der verbrauchten und Zuleitung frischer Luft wird in den Bauernställen ganz und gar nicht gesorgt. . . - Ich habe häufig Gelegenheit gehabt, von Bauern die Klage zu vernehmen, daß ihr ganzes Vieh im Stalle „verhext" worden sei, und daß die berdeigeholten Hexenbeschwörer alle Künste gebraucht hätten, um die Hexe auS dem Stalle zu treiben. DaS Vieh begann vätw ltch einige Stunden nach der abendlichen Futterzett zu toben und »a schlagen, einige Tiere gerieten vollständig in Schwdß und käme, fast um. Bet Tage wird hingegen das Vieh selten „verbext", will die Stallthüre gewöhnlich offen gelassen oder häufiz geöffnet nmD. eß erfolgt dadurch eine Ventilation deS Stalles, bet der daS Tin zur Not existieren kann. Während der Nacht jedoch hält der Bavo seinen Kuhstall womöglich hermetisch verschlossen, sodaß absolut kein« frische Lust etndringen kann. Ist die Luft vollständig verbraucht, U tritt der früher geschilderte Zustand der „Verhexung' bet den Tierei ein. Da dem Aberglauben deS Bauers mit einem Vortrage übet Hygiene deS Stalles nicht betzukommen ist, habe ich in Füllern ich intervenieren konnte, den Leuten geraten, sie möchten das Stallfenster bet Nacht offen lasten. Die Hex« wäre nämlich im Stalle eingesperrt worden, ste wolle aber frei ein- und ausgehen können, dann würde das Vieh gewiß nicht erkranken. Da« half. „Elephanten-Kafiee" 31 von der Holl. Kaffee-Brennerei H. Diequä & Co. ist a°« erkannt die beliebteste Marke und kann bestens empfohlen weroe- — wegen ihrer Billigkeit, Ergiebigkeit und besonderen Breonart n« % von LtebtgS Vorschrift (leichte Zuckerumhüllung), wodurch d» Aroma gebunden und das schädliche, fettige AuSschwitzen der BohrM unmöglich ist. 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