mit dem Maßstab ihres Erstlingswerkes messen. Gewöhnlich ist es dasjenige, welches wir am ungernsten missen würden, weil es uns den freisten Einblick in die Entwicklung des Dichters gestattet. Aber thatsächlich hat sich das Publikum so und so oft diese Ungerechtigkeit zu schulden kommen lassen. Es war ein Verhängnis für Grabbe, daß er aus dem himmelstürmenden Titanismus seines „Herzog Goth- lanv" nicht herausgekommen ist. Friedrich Bodenstedt ist sein ganzes Leben hindurch der Dichter der „Lieder der Mirza Schaffy" geblieben; er durfte schreiben, was er wollte, immer wieder verlangte das Publikum von ihm die seichte Philosophie eines Handlungsreisenden. Otto Roquette ist an dem Erfolg von „Waldmeisters Brautfahrt" gestorben. Und um auch hier ein Beispiel aus unseren Tagen einzustreuen : Max Halbe wird stets und ständig der Dichter der „Jugend" bleiben, weil hier seine starke Begabung für lyrische Stimmungen am ungetrübtesten hervortrat, und weil er nie wieder so aus tiefster Seele schuf und mit vollem Herzen ans Werk ging. Ich werde zu ausführlich. Ich wollte von einem Erstlingswerk erzählen, das am Gießener Stadttheater seine Feuerprobe bestehen soll, dem bürgerlichen Trauerspiel „Frau Marie" von Eduard Eugen Ritter. Die Versuchung liegt nahe, den Inhalt des Dramas vorzuführen, weil man ihm so am besten beikommen kann. Aber ich weiß nicht, ob dem Publikum und dem Autor mit einer peinlichen Zergliederung gedient ist; dem Publikum nicht, weil dadurch sein stoffliches Interesse vermindert wird, dem Autor nicht, weil das Publikum in einem solchen Falle nicht mehr unbeeinflußt ist. Aber, wird man mir sagen, was hat es für einen Zweck, über ein Drama zu sprechen vor einem Publikum, das dessen Inhalt nicht kennt? Das ist gerade so als ob man einem, der die Noten nicht kennt, von der Schönheit eines Musikstückes vorreden wollte, und es wäre doch so einfach, sich ans Klavier zu setzen und es ihm vorzuspielen. Ich lasse diesen Einwand gelten, aber ich möchte doch dem Autor nicht vorgreifen und will sein bürgerliches Trauerspiel auf eine unbefangene Gemeinde wirken lassen. Dies scheint mir hier um so gebotener, weil ein Hauptreiz des Stückes im Stoff liegt. Er mag wohl aus dem Leben gegriffen sein, das mit der fabelhaften Fülle seiner Motive die fabelhafteste Dichterphantasie hinter sich läßt. Das Vorkommen eines Geschehnisses im Leben braucht deshalb noch lange nicht für die Bühne geeignet zu sein, ja es giebt Stoffe, die eben weil ihnen zu sehr die Erdenschwere anhaftet, der dichterischen Behandlung spotten. Aber das Problem, mit dem sich Ritter in seinem bürgerlichen Trauerspiel befaßt hat, ist in den letzten Jahren oft gestreift worden. Darin erblicke ich einen Beweis, daß der Stoff das Lampenlicht verträgt, wie ja in letzter Linie alles auf die Art der Behandlung, nichts auf den rohen Stoff ankommt. Es ist kein Kunststück, den Inhalt einiger anerkannter Meisterwerke der Weltliteratur so zu erzählen, daß ein biederer Philister dabei in Andacht versinkt, z. B. des Sophoklei'schen Oedipus, des Faust, der Braut von Messina. Ritter hat seinen Stoff mit heißem Bemühen, ohne jegliche Frivolität zu gestalten versucht; nur scheint es, als ob ihm zu viele literarische Reminiscenzen haften geblieben seien. Wie in Ausland. Wien, 10. März. Das seit kurzem wieder arbeitsfähig gewordene ungarische Abgeordnetenhaus hat das einjährige Ausgleichsprovisorium mit Oesterreich ohne Erörterung unverändert angenommen. Vorher hatte der Ministerpräsident von Szell erklärt, er sei ein aufrichtiger Anhänger der Zollgemeinschaft mit Oesterreich; infolgedessen sei er entschlossen, auf vertragsmäßigem Wege, wie es das Grundgesetz des Dualismus vorschreibe, die Zollgemeinschaft aufrecht zu erhalten. Sollte sich jedoch die Regelung der wirtschaftlichen Beziehungen mit Oesterreich auf vertragsmäßigem Wege als unmöglich erweisen, so werde die Regierung dem wesentlichen Inhalt des jetzigen Zoll- und Handelsbündnisses mit der Begrenzung auf das Jahr 1903, bezw. 1904, durch einseitige Verfügung mit Anwendung der Reziprozitätsklausel Gesetzeskraft verleihen und ihn ins Leben treten lassen. Rom, 10. März Die Leibärzte Dr. Mazzoni und Lapponi erklären die Nachricht, daß der Papst an Altersbrand leide, völlig erfunden. Der Papst nehme so reichlich Nahrung zu sich, wie seit langer Zeit nicht mehr. Mazzoni untersuchte soeben die Wunde und fand ihren Zustand ausgezeichnet. Der Papst werde nach kurzer Zeit die Empfänge wieder aufnehmen können. — Die englische Admiralität hat für das Dock Calliope in Auckland, Neu-Seeland, einen jährlichen Zuschuß von 4,244 Sterl. auf die Dauer von 30 Jahren bewilligt. M.P.C. Rußland. Wintermanöver im Kaukasus. Nachstehende Bestimmungen bezüglich der im Winter abzuhaltenden Hebungen sind den im Kaukasus stehenden Truppen zugegangeu: Obgleich die Grundzüge des Felddienstes zu allen Jahreszeiten dieselben bleiben, so bringt doch der Winter Verhältnisse mit sich, die den Truppen, die nicht mit ihnen vertraut sind, leicht gefährlich werden können. Benutzung des Geländes, Märsche, Angriff und Verfolgung, Besetzen von Stellungen und deren Befestigung mit Schnee oder Eis, Einrichtung der Biwaks, sind Sachen, welche sich nur durch praktische Erfahrungen im Winter lernen lassen. Es sollen daher zu Hebungen zusammen- gestellt werden: zwei kriegsstarke Infanterie-Bataillone, Sonntag den 12. März yir 61 Viertes Blatt. 1S«M> Gießener Anzeiger h M Keneral-AnMger Amts- mrd Anzeigeblatt ftw den Ttveis Gietzen. 0. 1883 41 Icker, 2. Lei Postbezug 2 Mart 50 Pfg. vierteljährlich Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den Zeigenden Tag erscheinenden Nummer bis Dornt. 10 Uhr. Alle Anzeigen.VermittlungSstelleu M In- und Auslande« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegm. Die Gießener ^«mlllenvlätter »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukftraße Ar. 7. Aezugsprela vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. ßuhdllch» childergassi/fl' , m Hessen: fadrackereil sprach sich der Besucher, welcher der Firma Silberbauer, Le Sueur, Wahl u. Fuller angehört, sehr lobend über den Eisenbahn- und Moleubau aus, so daß man in der That mit dieser Beurteilung der Verhältniffe Südwestafrikas zufrieden sein kann, zumal wenn man in Betracht zieht, daß sie in einem durchaus deutsch feindlichen Blatte Aufnahme gefunden hat. Aus dem Interview geht jedenfalls hervor, daß in der Kapkolonie die merkwürdigsten Geschichten über die^Rechtsprechung und Gesetzgebung in Südwestafrika im Schwünge waren. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Erscheint täglich Mit Ausnahme des Montags. eiss-, nach dem Etat außer Wohnungsgeldzuschuß und Servis eine wandelbare, d. h. „eine Zulage bis zu . . . Mk." zuständig ist, neben dem Gesamtbeträge der Gebührnisse der Stelle die jährlich steigende Pension nur bis zur Erreichung des von der Pensionierung bezogenen pensionsfähigen Diensteinkommens zu beanspruchen." Es bestehen also hiernach zwei Kategorien im aktiven Dienst wieder verwendeter pensionierter Offiziere, je nachdem der Etat eine feste oder wandelbare Zulage ausgeworfen hat. Zu den ersteren Stellen gehören beispielsweise die der Bezirkskommandeure, zu den letzteren die der bei den Generalkommandos wieder verwendeten Offiziere. Warum der eine besser gestellt werden muß, als der andere, dafür ist ein Grund nicht ersichtlich. Mann kann nur wünschen, daß bei der durch die Resolution in Aussicht genommenen Neuregelung auch dieser durch nichts gerechtfertigte Hnterschied verschwindet. — Aus Südwestafrika. Die jungen Mädchen, welche mit Hnterstützung der Deutschen Kolonialgesellschaft nach Südwestafrika geschickt worden sind, sind am 25. Dezember in Swakopmund angekommen und haben ihre Bestimmungsorte glücklich erreicht. Acht von ihnen, die Stellungen in Windhoek angenommen haben, trafen am 10. Januar wohlbehalten in Windhoek ein. — Die „Cape Times", eines der verbissensten Jingoblätter, welches stets nur Hohn und Verachtung für die deutschen Bestrebungen in Südwestafrika hatte, muß doch jetzt eingestehen, daß die Deutschen dort besser sind, als ihr Ruf. Das Mitglied einer kapländischen Firma, welches kürzlich in Minenangelegenheiteu Südwestafrika besucht hatte, wurde nämlich nach seiner Rückkehr interviewt und sprach sich vor allem äußerst lobend aus über die Höflichkeit, mit der ihm seitens aller Beamten im Schutzgebiete begegnet worden sei. Der Eindruck, den er von dem Lande mit Bezug auf seinen Mineralreichtum empfangen habe, sei äußerst günstig und auch als großartiges Weideland habe Südwestafrika eine Zukunft. Die Rinderpest ist nach seiner Ansicht vollkommen überwunden, und das Land gewinnt seinen früheren Ruf als erstes Viehzuchtgebiet von Südafrika wieder. Eine hervorragende Eigentümlichkeit, welche ganz besonders dem Besucher auffiel, war die gegenwärtige Politik der Regierung, daß sie nämlich gleiche Rechte und Chancen allen Neuankommenden und zwar ohne Rücksicht auf Nationalität zubilligte. Die Negierung sei durchaus entschlossen, jede nur mögliche Hnterstützung den Unter» nehmungen zu geben, welche die Entwicklung der Kolonie im Auge hätten. Der Besucher konstatierte ferner, daß das fast militärische Regierungssystem, an welchem manche Kap- kolonisten Anstoß zu nehmen schienen, in keiner Weise eine freie und unparteiische Rechtsprechung, ohne Rücksicht auf Glauben oder Herstammung, beeinträchtige, oder die zufriedenstellende Erledigung der Geschäfte hindere. Ferner v an ssorbach. 1840 WM. Mgeckn^. vM Umzug in h n, verkaufe solche aus voflemmenst« $c/irabmaschine. aupl'/orzüqe Sicher Systeme I ^reinigend. it^ascVme mit ^Wandher Stellung. Deutsches Reich. Berlin, 10. März. Welche Härten und Ungleichheiten die Militärpensionsgesetze in sich schließen, ist bei der Beratung des Allgemeinen Pensionsfonds und des Reichs- Jnvalidensonds in der Sitzung des Reichstages am 6. März Dom Abgeordneten Grafen Roon an einem Beispiele schlagend bewiesen. Ein im aktiven Dienst wieder verwendeter Offizier hatte sich durch sechsjährige Dienstzeit seine Pension um volle 67 Mk. — sage und schreibe 67 Mk. — erhöht. Derselbe Offizier wurde im statistischen Amt angestellt, wo er es nun, im Alter von 67 Jahren, zum Sekretariats- Assistenten gebracht hat, man kann sich denken, mit welch geringem Gehalt; und dabei wird ihm dauernd seine Pension darauf angerechnet, er darf nie über fein altes Dienstein- fommen, das er vor 24 Jahren als Hauptmann hatte, hm ausgelangen. Während den im Staatsdienst angestellten ehemaligen Offizieren die Pension angerechnet wird, sobald sie ihr altes Diensteinkommen als Offizier erreicht haben, beziehen die im Kommunaldienst Angestellten ihre Pension siels weiter, unbeschadet der Höhe ihres Gesamteinkommens. Infolgedessen wenden sich jetzt viele tüchtige verabschiedete Offiziere lieber der Kommunal- statt der Staatsverwaltung zu, was nicht im Interesse des Staates liegen kann. Diese Ungleichheit in der Behandlung der verabschiedeten Offiziere zu beseitigen, bezwecke die in derselben Sitzung hierzu ein» gebrachte und vom Reichstag unter Beifall einstimmig angenommene Resolution. Diese Resolution spricht aber merkwürdigerweise nur von der Belastung der Pension beim Zivildiensteinkommen. Nun sind aber eine große Menge pensionierter Offiziere auch in etatsmäßigen Stellen der Heeresverwaltung wieder verwendet, und es darf wohl als selbstverständlich gelten, daß sie unter die beantragten Vergünstigungen ausgenommen werden, da sie sonst den einzigen pensionierten Offiziere bleiben würden, denen diese nicht zuteil würden. Bei diesen im aktiven Dienst wiederverwendeten Offizieren liegt augenblicklich die Sache noch merkwürdiger, indem bei einem Teil derselben die jährlich steigende Pension gezahlt wird, ohne Rücksicht auf das frühere Dienst- einkornrnen, während sie bei einem anderen Teil einbehalten wird, sobald das alte Diensteinkommen erreicht ist. In der tom Kriegsministerium herausgegebenen „Zusammenstellung bei Militärpensionsgesetze" findet sich hierüber auf S. 26, Ziffer 10, folgende Bemerkung: „Von den durch Wiederverwendung im aktiven Dienst zur Pensionssteigerung berechtigten pensionierten Offizieren u. s. w. beziehen diejenigen, welchen in ihren Stellungen nach dem Etat außer Wohnungsgeldzuschuß und Servis eine feste Zulage zuständig ist, neben diesen Gebührnissen ihre alljährlich steigende Pension ohne Rücksicht auf die Höhe des vor der Pensionierung bezogenen Oiensteinkommens unbeschränkt weiter. Dagegen haben diejenigen pensionierten Offiziere, welchen in ihren Stellungen USÄ* -US Feuilleton. Irau Marie. öirgerliches Trauerspiel in 3 Akten von Eduard Eugen Ritter- (Erste Aufführung am Gießener Stadttheater). In einem feiner feinsinnigen, tiefgründigen Essays hat Herman Grimm den Ausspruch gethan: „Es geht nichts über die Stimme eines Menschen, der aus tiefster Seele das ausspricht, was er für wahr hält". Nirgends aber hat die Stimme des Menschen das redliche Bemühen, das auszu- fpirechen, was er für wahr hält, als in einem Erstlingswerk. Ein jedes Erstlingswerk trägt die unverkennbaren Spuren feines Schöpfers an sich. Es wird immer ein Gefäß werden siür die persönlichen Anschauungen des Autors, die nach dem sm deckenden Ausdruck ringen. Gerade bei dramatischen Schöpfungen läßt sich dies deutlich beobachten. Goethe w»ar in keinem späteren Drama so sehr in den Banden des Sturms und Drangs als in der Geschichte des Gottfried v»n Berlichingen. Schiller hat nie wieder eine urwüchsigere Sprache geredet als in den Räubern, da er seinen Bann /In tyrannos" hinausschleuderte. Hebbel hat die lodernde Rhetorik seines Erstlings, der .Judith", nicht wieder erreicht. Hnd um ein Beispiel aus Hinferen Tagen anzureihen: Gerhart Hauptmann hat soziale Mißstände nicht wieder so rücksichtslos, aber so mit tiefster Seele Anteil nehmend, aufgedeckt wie in „Vor Sonnenauf- 90ang". Es wäre ungerecht, wollte man die Dichter stets 2192 Laubach, 7. März. In große Freude wurde das hiesige erlauchte gräfliche Haus versetzt durch die heute morgen erfolgte Geburt eines Sohnes des Erbgrafen Otto und seiner Gemahlin Emma, geb. Prinzessin von Isenburg- Büdingen. Bom Ramsberg kündeten heute vormittag 25 Böllerschüsse das frohe Ereignis an; durch Fahnenschmuck in Solms'schen Farben gab die hiesige Bevölkerung ihre Anteilnahme zu erkennen. Laubach, 8. März. Der Sommerfahrplan wird für den hiesigen Verkehr eine lang angestrebte Verbesserung bringen. Wie im Sommer werden täglich vier Züge abfahren, der erste Zug aber früher, nämlich um o Uhr 30 Minuten, wodurch der Anschluß an den zu Hungen nach Gießen abgehenden Zug erreicht wird. Außerdem wird der für den Winter an Sonntagen eingelegte Abendzug auch im Sommerfahrplan fortbestehen, sodaß also Sonntags fünf Züge nach Hungen verkehren. Hoffen wir. eine Batterie und eine Eskadron. Größere Truppenkörper sollen wegen der besseren Unterbringung der Mannschaften nicht genommen werden. Zur Verfügung der Führer sollen Generalstabsoffiziere bezw. solche, welche die Akademie absolviert haben, gestellt werden, um die Berichte auszuarbeiten. Die Manöver können stattfinden gegen markierten Feind, oder zwei Detachements gegeneinander; letzterer Fall tritt stets ein, wenn die Standquartiere nicht mehr als zwei oder drei Märsche auseinander liegen. Die Manöver dürfen die Dauer von zwei Tagen nicht überschreiten. Bei weniger als — 10 Grad Reaumur finden dieselben überhaupt nicht statt. Mit den Manöver» soll möglichst kriegsmäßiges Schießen im Gelände verbunden werden; ferner Befestigungsarbeiten im Schnee. Nachts ist dem Ortsbiwak Vorzug zu geben; Biwaks im Zelt nur im äußersten Notfälle und dann nur für eine Nacht. Der Kavallerie soll Möglichkeit gegeben werden, auf möglichst großen Entfernungen aufzuklären und zwar bei jeder Uebung in neuem Gelände. Asten. Zur Abwechslung wird wieder einmal aus London berichtet, man glaube dort nicht, daß ein ernster Zwist aus den englisch-russischen Meinungsverschiedenheiten in der chinesischen Eisenbahnanleihefrage entstehen werde; eine freundliche Auseinandersetzung werde vielmehr in wenigen Tagen erwartet. Zwischen Salisbury und Staal schweben gegenwärtig direkte Unterhandlungen behufs Erzielung eines dauernden englisch-russischen Abkommens bezüglich Chinas. In der Londoner Presse wird übrigens allgemein eine solche endgiltige Verständigung befürwortet, um auf diese Weise die fortwährende Wiederkehr von Krisen, wie der gegenwärtigen, zu vermeiden. In diesem Sinne sprechen sich selbst Blätter von so verschiedenen Richtungen, wie „Standard", „Morning Post", „Daily Chronicle" und „Daily Graphic" aus. Bemerkenswert ist, daß das letztere, häufig sehr gut unterrichtete Blatt im Gegensatz zu den anderen einen besonders freundlichen Ton gegenüber Rußland anschlägt. sie sich dessen nicht bewußt gewesen. Nora kämpft auch den Verzweiflungskampf um ihre Existenz, um ihr Glück, aber nicht Seite an Seite mit ihrem pedantischen Helmer, sondern hinter seinem Rücken. Der Rechtsanwalt Helmer ist bei Ritter zum Schullehrer Dr. Bähr geworden. Auch er hat keine Ahnung, welche Gefahr seinem häuslichen Glück auflauert, aber er verrät uns schon zu Anfang in einem bedeutsamen Gespräche mit seinem Weibe, daß er ein geistiger Vetter des Helmer Typus ist. Dr. Bähr: „Und wenn auch alles auf uns einstürzte — unsere Ehre müssen wir rein erhalten. Nur auf der Ehre kann sich das Glück aufbauen." Marie: So würdest Du es nie für möglich halten, daß ein Gatte diesen Schritt seiner Gattin verzeihen könne? Dr. Bähr: „Nie, Marie; verzeihen wohl — aber nur seinem toten Weibe — die lebende müßte er meiden wie die Pest." Nichts liegt mir ferner, als die Behauptung, Ritter habe sich bei all diesen Stücken Motive geholt; ich habe nicht die geringste Gewißheit, ob er sie überhaupt kennt. Aber das ist garnicht von Belang. Es ist höchst unwahrscheinlich, daß ein Dichter in einer Art von Eklektizismus bei dem und jenem Autor auf die Suche geht, um ein eigenes Drama zu konstruieren. Aber wenn sich dieses mit anderen Werken der gleichen Gattung berührt, so sehen wir darin ein Zeichen, daß er von den Ideen seiner Zeit beeinflußt ist. Nur der Einfluß von Ibsen ist sicher zu erweisen. Es ist nicht die schlechteste Schule, in die der dramatische Jünger gehen kann. So wenig wie sich der moderne Musiker den Males und Prsvinsielles. Gießen, den 11. März 1899. ** Der Voranschlag der Stadt Gießen für 1899/1900 gestaltet sich nach dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 9. ds. Mts. wie folgt: A. Betriebs- Rechnung: Rest aus vorderen Jahren Einnahme 138398.42 Mk., Ausgabe 17 340.42 Mk.; Gebäude Einn. 16243 Mk., Ausg. 4850 Mk.; Grundstücke Einu. 28627.11 Mk., Ausg. 10333.58 Mk.; Waldungen Einn. 97860 Mk., Ausg. 309'98.65 Mk.; Gaswerk Einn. 98040 Mk.; Wasserwerk Einn. 71583.50 Mk.; Schlachthaus Einn. 29 723.50 Mk., Ausg. 15 747.25 Mk.; Jagden Einn. 4270 Mk., Ausg. 260 Mk.; Märkte Einn. 2700 Mk., Ausg. 2592 Mk.; Aich- anftalt Einn. 170 Mk., Ausg. 80 Mk.; Waaganstalten Einn. 4300 Mk., Ausg. 2314.40 Mk.; Kirchen Einn. 67945.99 Mk., Ausg. 69860.91 Mk.; Friedhöfe Einn. 2264.72 Mk., Ausg. 4802.08 Mk.; Volksschule und Fortbildungsschule Einn. 907.44 Mk., Ausg. 116590.46 Mk.; Höhere und erweiterte Mädchenschule Einn. 31 811.29 Mk., Ausg. 61278 Mk.; Realgymnasium und Realschule Einn. 275 Mk., Ausg. 37 813.74 Mk.; Handwerkerschule Einn. 50 Mk., Ausg. 1854.63 Mk.; Vorschule des Gymnasiums Einn. 5130 Mk., Ausg. 6166.86 Mk.; Aliceschulc Einn. 60 Mk., Ausg. 789 Mk.; öffentliche Feierlichkeiten Ausg. 1500 Mk.; Denkmäler Ausg. 100 Mk.; gemeinnützige Zwecke außerhalb der städtischen Verwaltung Ausg. 8098.60 Mk.; Straßenunterhaltung Einn. 1600 Mk., Ausg. 46 343 Mk.; Straßen- teinigung und Kehrichtabfuhr Eiun. 235 Mk., Ausg. 44 816 Mk.; Straßenbeleuchtung Ausg. 29250Mk.; öffentliche Anlagen Einn. 180 Mk., Ausg. 10470 Mk.; Brunnen Ausg. 3400 Mk.; Bäche Einn. 50 Mk., Ausg. 1638 Mk.; Kanäle Ausg. 9055.80 Mk.; Entwässerungsanstalten Ausg. 641.76 Mk.; Filialarbeitshaus Einn. 2860 Mk., Ausg. 2860 Mk.; Tonnenanstalt Einn. 500 Mk., Ausg. 107.87 Mk.; Feuerlöschanstalten Einn. 180 Mk., Ausg. 4161.31 Mk.; Faselvieh Ausg. 1100 Mk.; Gemarkungs, Flur- und Gewanngrenzen, Parzellenvermessung und Grundbuchskosten Ausg. 3525.56 Mk.; Wert- und Schadensersatz von Feld- Bei Todesfällen übernimmt die Buohdruckerei des Giessener Anzeigers, Schulstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauer- briefen und Dankaagungskarten, welche auf Wunsch couvertirt geliefert werden. Errungenschaften Richard Wagners entziehen kann, kann h moderne Dramatiker an dem Nordlandsrecken vorbeikomma Es ließen sich noch andere Ähnlichkeiten, abgesehen w „Nora", aufspüren. Wichtiger ist, daß Ritters Technik ve von Ibsen gelernt hat. „Frau Marie" ist ungefähr w Hedda Gabler komponiert, durchaus deduktiv, d. h. Konflikt ist schon in den Anfangsszenen vorhanden, ur wird im Verlaufe der Handlung aufgedeckt. Das Sir- bringt nur die Lösung des Knotens, es schürzt ihn in» sondern läßt nur den Konflikt tragisch ausklingen. in der Behandlung der Sprache, die sich bei Ritter cW gedrängten Kürze befleißigt, schwebte wohl Ibsen als MB vor. Namentlich die Verwendung gewisser Symbole w der häufige Gebrauch der tragischen Ironie läßt hieral schließen. Gelegentlich verrät sich hier in einem ,u W Unterstreichen der Anfänger. Es war nicht meine Absicht, ein endgiltiges Urteil m Ritters „Frau Marie" abzugeben, so wie es nicht mes Absicht sein kann, mich in Vermutungen über den W zu ergehen. Von allen unwahrscheinlichen Dingen ist t. Prophezeien über die Aufnahme eines dramatischen Wei das unwahrscheinlichste, weil zu viel Faktoren im Spiel deren Wirkung unberechenbar ist. Hierbei spricht neben Dichter der Schauspieler ein Wörtchen mit, und ich moff- nicht gegen einen Hauptsatz des Hamburger Dramaturg verstoßen, der also lautet: „Die größte Feinheit ri dramatischen Richters zeigt sich darin, daß er in jedem p" des Vergnügens und Mißvergnügens unfehlbar zu M scheiden weiß, was und wieviel davon auf Rechnung Dichters oder des Schauspielers zu setzeu sei". XJ strafen Einn. 100 Mk., Ausg. 100 Mk.; Vertilgung schädlicher Tiere Ausg. 200 Mk.; Armenpflege Ausg. 473o0 Mk.; Versicherung der Arbeiter Einn. 3463 Mk , Ausg. 6290 Mk.; Impfung Ausg. 500Mk.; Stiftungen Emn. i6o9.79Mk., Ausq. 7464.67 Mk.; Zwecke des Kreises und der Provinz Ausg. 80000 Mk.; Militürzwecke Einn. 1800 Mk„ Ausg. 4700 Mk.; Polizei Einn. 5978 Mk., Ausg. 53176.93 Mk.; öffentliche Sicherheit Einn. 108 Mk., Ausg. 2593 Mk.; allgemeine Verwaltung Einn. 7545Mk Ausg. 86'559.75Mk.; Pensionen und WitwengehalteAusg. 5007.89Mk., Schulden^ tilaung Einn. 9000 Mk., Ausg. 75216 Mk.; Grundzinsen und Anerkennungsgebühr Einn. 711 Mk., Ausg. 0.40 Mk.; Einzugs- und Einschreibegeld Einn. 56 Mk.; Kapitalzinsen Einn. 12 975.91 Mk., Ausg. 253100 Mk.; Oktroi Emn. 113 750 Mk., Ausg. 17 711 Mk.; Hundesteuer Einu. 4405 Mk., Ausg. 266.83 Mk.; Anteil an Stempeltaxen für Wanderlager Einn. 38 Mk.; für die Landesuniversität Emn. 80Mk.,Ausg.924.46Mk.; Fleischbeschau Einn. 6778.15 Mk., Ausg. 6272.50 Mk.; Rettungsanstalt, Cholerabaracke und Desinfektionsanstalt Einn. 400 Mk., Ausg. 1347.30 Mk.; Zusammenlegung von Grundstücken Einn. 466.69 Mk., Ausg. 311.56 Mk.; ausgeliehene Kapitalien Ausg. 645.12 Mk.; Reservefond Ausg. 22000 Mk.; Betriebskapital Ausg. 71 710.08 Mk.; Kommunalsteuern Einn. 53 7540 Mk., Ausg. 15 870 Mk.; Rente der Oberhessischen Eisenbahngelände- Entschädigung Ausg. 5761.74 Mk. — B. Vermögens- Rechnung: Rest aus vorderen Jahren Einn. 355 692.27 Mk., Ausg. 355.692.27 Mk.; Stiftungskapitalien Einn. 645.12 Mk., Ausg. 1100 Mk; An- und Verkauf von Gebäuden und Grundstücken Einn. 18 884.01 Mk., Ausg. 24 610^Mk.; Erbauung gemeinheitlicher Gebäudeu.dgl. Ausg. 40779.85Mk.; Erbauung von Straßen und Wegen u. dgl. Einn. 11995.75 Mk., Ausg. 108513.79 Mk.; Kanalbauten Einn. 520 Mk., Ausg. 47556.55 Mk.; Erbauung eines Gaswerks Ausg. 59590 Mk.; Erbauung eines Wasserwerks Ausg. 29695 Mk.; Kapitalaufnahme und Rückzahlungen Einn. 281206.31 Mk., Ausg. 4606 Mk. ** Die Verkehrs Erleichterungen, welche, wie mitgeteilt, die preußische und hessische Staatsbahnverwaltung durch Verlängerung der Geltungsdauer gewöhnlicher Rückfahrkarten (vom 21. März bis 14. April einschl.) gewährt, finden, wie amtlich bekannt gemacht wird, auch auf den Verkehr mit den Privat- und außerpreußischen Bahnen statt. Eine Ausnahme machen die bayerischen, württembergischen und badischen Staatsbahnen, sowie die Rcichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen und die pfälzischen Bahnen, auf welchen die Geltungsdauer der Rückfahrten nur auf zehn Tage erstreckt wird; die belgischen Bahnen gewähren überhaupt keine Vergünstigung. „Zur Begegnung von Zweifeln" — so schließt die Bekanntmachung, „wird bemerkt, daß der Antritt der Hinreise am Lösungstage der Rückfahrkarten, spätestens (bei versäumter Abfahrt und eingeholter Bescheinigung der Stationsbeamten) am nächstfolgenden Tage stattzufinden hat (§ 19 Z, 3 der Verk.-Ordn.). Der Reiseantritt an jedem beliebigen späteren Tage innerhalb der verlängerten Geltungsdauer der vom 21. März ab gelösten Rückfahrkarten ist nicht zulässig." „(leit WN« W1 ft*" * _ gitieit, Die Max Burkhards Volksstück „'s Katherl" hat seine Heldin ein Opfer gebracht, wie das schlichte Mädchen aus dem Volke ist Frau Marie aus dieser Krisis geläutert hervorgegangen. Wie in Ernst von Wolzogens „Lumpengesindel" hat die Heldin eine Vergangenheit, aber sie ruft nicht tendenziös in die Welt hinaus: „Wir armen Dinger haben ein Recht auf Vergangenheit" und sie hält nicht wie Katherl ihrem Manne mit peinlicher Logik entgegen: Meine Gegenwart und Zukunft — die gehören Dir, aber meine Vergangenheit - nein!" Frau Marie fordert das Recht auf Glück, sie verteidigt ihr Glück wie die Löwin ihre Jungen, aber sie muß in beständiger Furcht leben, daß ihr dieses Glück, das sie sieben Jahre lang genießen durfte zertrümmert wird, daß eines Tages der Eine wieder auftaucht, der ihr mühsam erkämpftes Glück vernichten kann. Und er erscheint wirklich, der Eine. Kann man auf einer Lüge ein Glück aufbaueu? Muß das Lügenfundament nicht zusammeubrcchen? Ibsen hat diese Frage mit seiner scharfen Dialektik angeschnitten. In den „Stützen der Gesellschaft" z. B. wird von dem Musterhaus und dem Musterleben des Konsuls Bernick die Larve heruntergerissen, er verliert den Boden unter den Füßen, das Lügengebäude stürzt zusammen wie ein Theaterpalast. Oder Nora's, der sündigen Reinen und der reinen Sünderin, Scheinglück, gründet sich auf eine Lüge, auf eine Namensfälschung. Sie hat ja nur ein frommes Werk gethan, sie wollte ihrem kranken Gatten die Mittel zu einer Reise nach Italien verschaffen, was liegt an den Mitteln, wenn sie der Zweck heiligt? Wem hat sie mit dieser gefälschten Namcnsuuterschrift einen Schaden zu gefügt? Und wenn sie ein Vergehen begangen hat, so ist m von del & **: ? giefceib G' per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 Schweim« fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 X Kalbfleisch per Pfd. 64—66 4, Hammelfleisch per Pfd. 50-70 X Kartoffeln per 100 Kilo 6.60 W 6.60 JL, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. ** 8.00—9.00. Milch per Liter 16 H. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf m Umherziehen nicht feilgeboten werden. Mittwoch ab, werv-n in der 13,59 75,91 Ießnel 9 14 Rann Das $olj ßt» Sora Wl unb $o^nfolmä 2195__ WMk In Dn U. find to WW? - Beuern hat w $ Amt^eachl Gcker 1898 errichteter fo1 des CH i'wph 2o' bonne Müller zu fchadiguntz für gl fei' e alleinige. Erb deren Antrag roi bekannim Aui-v Bruder des V rfloi PM- Wer beffen Soieöeni, nfle ai#orhtrt, biene uatea dar Tellam Md dessen Anfechtung zeichneien Gerichte widrig,nfalls das Te erkannt unb vollstreck Gießen, den 9. M Großh. Acitt ___Schmit Verding ^(Maurer-und & « vubftite des Dbetbe flbJ,ner Stützmauer f W -um Mersckuvv Unhn9kbal^°tmulQte s ■ Ult. von dem JJWW hegen die qeid ’Ä’Ä berget *T6* $0lt von 68 ok ' 0 title unb t ® » 8mm b‘n ,0'' ®r* OtaM Gießen, 11. März. Marktbericht. Auf dem heutig» Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.80—0.90 Huhnemo per St. 5—6 2 St. 10—11 Enteneier per St. 6—7 Gant«- eier per St. 11—13 -3», Käse 1 St. 5-8 H, Käsematte per St. »4. Erbsen per Liter 20 X Linsen per Liter 30 Tauben per 0.80—1.00, Hühner per St. X 1.20—1.70, Hahnen Per Snii I JL 1.30-2.00, Enten per St. X 1.80—2.40, Gänse per Pfunjll X o 00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rmdfitlfl I t damit diese Einrichtung auch fernerhin bestehen bleibt, atf eine reichliche Freguenz der Züge. + Blofeld, 10. März. Kürzlich wurden an einem uro demselben Abend in den Hofraiten des Ortsdieners H<ß und des Landwirts W. Nohl von einem raffinierten Dieb, mittels Einschleichens drei, resp. vier Hühn-r und ein Halv aus dem Geflügelstall entnommen und abgeschlachtet, som« ein Teil dieser Beute mitgenommen. Der Thäter wurde zwar in dem Anwesen des einen Bestohlenen bemerkt, entfiel jedoch in der Dunkelheit, sodaß eine Verfolgung bezw. Er greifung unmöglich war. Nach der heute erfolgten gericht liehen Äugenscheinseinnahme zu schließen, ist man dem Hühner marder auf der Spur. D. Alsfeld, 10. März. An der hiesigen landwirtschaftlichen Winterschule begann das Wintersemestei 1898/99 mit dem 7. November. Ausgenommen wurden 28 Schüler, wovon 17 dem oberen, 11 dem unteren Kursus angehörten. Auch in diesem Semester nahm der Unterrich: einen normalen Verlauf und wurde in strengem Anschluß au den vom Großherzoglichen Ministerium erlassenen Unter richtsplan für die landwirtschaftlichen Winterschulen im Großherzogtum Hessen durchgeführt. Die Erfahrung^ welche diesbezüglich gemacht worden sind, bestätigen bi: Ansicht, daß unsere Schulen auf Grund dieses Planes gut organisiert sind, und daß der Unterricht nur noch immc intensiver zu gestalten ist, um in der kurzen Unterrichtszeit, den Zweck der Schule zu erreichen: Die jungen Leute für ihren Beruf als Landwirte vorzubereiten. Der Unterricht findet täglich von 8—12 Uhr und nachmittags von 2-4 Uhr statt. An den Tagen Montag, Dienstag, Donnerstag unb Freitag haben die hier wohnenden Schüler Arbeitsstundr unter Aufsicht eines der beiden Landwirtschaftslehrer. Die Exkursionen sind in diesem Winter ausgeführt worden: nach Fulda, zur Besichtigung der Domaine Ziehers, nach Hünfeld, zur Besichtigung der Zuckerfabrik, nach Altenburg zur Besichtigung des Schloßgutes und nach Domaine Schafhof. Die Schüler der oberen Klasse unternahmen dann außerdem Ausflüge nach Zell, um der Auswahl bei für die Frankfurter Ausstellung auszuwählenden Tiere beizuwohnen, und nach Romrod, wo eine vom Landes- Pferdezuchtverein angesetzte Stutenkörung stattfand. Zur Verbesserung und Vermehrung des Schulinventars sind auch im abgelaufenen Schuljahre wieder recht beträchtliche Mittel verwendet worden. Die öffentliche Schlußfeier findet am 14. März, vormittags 10 Uhr im Anstaltsgebäude statt. Zeichnungen und schriftliche Arbeiten liegen im PrüfungS- saal aus. Verkehr, Md- «nd Volkswirtschaft. Gnauth. 2192 2198 Uhr 2211 Möller. ^^aughaltmigsbiirstkn u. Kksen. Zahn-, Kopf- unb KIkiberbiirsten. A. Welz, Seltersweg 2 1612 Bor«, Gerichtsvollzieher. Vergebung Die Direktion. 2H9 2232 Rein. Garten. Prosp kte durch die Vorsteherin. 0803 den Bemerkt wird, daß sich unter Hotel Grossherzog v. Hessen Reiskirchen, btn 9. März 1899. empfiehlt 2212 «m». "w—«» w*|Mt!i||lid|eiiyill«|8lif» 2212 «Gießen, den 10. März 1899. Großh. Obersörsterei Gießen. Joseph. 2229] gne Brennabor Mittwoch den 15. März niib hie Anfertigung von 350 Ifb. 14 30 91,6 56 4 149 2280 510 9690 16,8 46,7 statt 2243 rm M n » // rt H rm Seifen unb Parfümerien. Toiletteartikel re. Auf den Tiefgang regulierbar. Bei schwerem Boden, ober Böden, die sich im Frühjahr schnell verkrusten, durch die Hobe Leistungsfähigkeit unübertroffen Prospekte und Offerten stehen zu Diensten. 2201 Gießen, den 6. März 1899. Die Armen-Devutation der Stadt Gießen. bet Auwiese der Gemarkung Wicseck mib das Verbringen bee Aushubs in tiefere Stellen, sowie ber Trans- pnt von 68 cbm Erbe in bet Au- 8liefe unb Fafanengutswiese an Ort utlb Stelle in Akkoib gegeben. .Zusammenkunft am Pfau vormittags 9 :il r. Versteigerung. Mittwoch den 15. März l. I., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in Biekers Saal, Neustadt 65, dahier, gegen Barzahlung: 2 vollständige Betten, 1 Waschtisch, 4 Tische, 1 Kleiderschrank, 6 Stühle, 1 Kommode, 1 Eisschrank, 1 Nachttisch, 2 Bücherregale, 1 Dezimalwage mit Zug und Gewichten, 1 Flügelpumpe, 1 Kopierpresse, 1 Schneidkluppe, ein Petroleumherd, 1 eiserner Durckmurf, 1 Kindeisitzwagen, 1 Kinder-Leiterwagen, 1 drehbarer Sckreibftuhl, zwei Meter Gasrohr und sonst verschiedenes. Die Versteigerung findet bestimmt Versteigerung. Dienstag den 14. März d. I., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1 Schwein, 1 Fahrrad, 1 Nähmaschine, 1 Rollwagen, 1 Frachtwagen, 1 Kassaschrank, 1 Violine, 1 Rauchtisch, eine Partie Sckuhwaren, 1 DutzendZylinder- hüte und Möbel aller Art. 2242 Born, Gerichtsvollzieher. Gebrüder Martin Standenbühl (Matz). Schareg ge, D. R-Mnt Nr. 80587 Nadelflämme ----- 4,45 fm, Nadel Derbstangen — 2,84 fm, Kttnuhch-Nklstkigklung Freitag den 17. d. Mts., vormittags 9 Uhr, bei Gaft Wirt Zahrt in Manlbach, werden aus den Distr klen L tzel, Hirtenwiesenkopf, E'chwä dchen, Aulbach, Haag, Lichterwald, Saal, Linn u. s. w. der Forstwartei Maulbach versteigert: Scheiter rm: 402 Buchen, 62 Birken (hiervon 8 rm rund), 15 Elchen, 8 Nadelholz, 27 Aspen (hiervon 2 rm runb); Knüppel rm: 148 Buchen, 29 Birken, 68 Eichen, 174 Nadelholz, 12A«pen; Reiser rm: 172 Buchen (hiervon 54 rm in Schichthaufen)/ 440 Elchen (hiervon 154 rm In Schichthaufen), 228 Nadelholz, 38 Aspen; Stöcke rm: 34 Buchen, 24 Eichen, 282 Nabel» holz, 3 Aspen. Nähere Auskunft durch Großh. Forstwart Markart zu Maulbach. Steigerer wollen das Holz gefl. vor» her einsehen. Maulbach, am 7. März 1899. Großh. Obersörsterei Maulbach. Dypothcken-Bank in Hamburg. Die Einlösung der am 1. April 1899 fälligen ZtnSschetne unserer Hypotheken-Pfandbriefe erfolgt vom 15. März 1899 an außer an unserer Kasse, Hamburg, Hohe Bleichen 18, bei den sonstigen bekannten Zahlstellen und allen Pfandbrief-Verkaufsstellen. Fichten»Wellen lange Wellen befinden, welche sich zu Bohnen> und Spalierstangen eignen. Der Anfang ist morgens 9 Uhr am Bersröder Weg. Hotzversteigerung. Montag den 13. März ds. IS. vormittags von 9 Uhr au, kommt in den Waldungen der Gemeinde Reiskirchen, Distrikt Walbersberg, Schlteberg, Nonn und Buchwald nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung: Pensionat Thomas Darmstadt, Deckarstraße 6. Wiffenschaftlichrr Unterricht, Erlernung des Haushaltes und gesellschaftlicher Formen unter liebevoller Leitung. Handarbeiten, Kochen, Musik u. s. w. Angenehmes Familienleben, gute Verpflegung, eigenes Haus mit großem liiniorlflgfn, Schwimmt. Fensterleder re. Das Holz liegt in den Distrikten Grundwald, Bürgerwald, Weiterberg, Vvrm Heliho z unb Hollerberg bes Gemeinbewaldes von Hohensolms. Hohensolms, ben 8. März 1899. 2195 Der e. Bürgermeister. Verdingung der Erd , Maurer- und Steinhauerarbeiten für die Herstellung einer Stützmauer an der Südseite des Oberhessiscken Bahnhofs iinlb einer Stützmauer längs der Zufuhr- tzraße zum Gütersckupven. Augebotssormulare sind gegen porto- un'b bestellgeldfreie Einsendung von 0,5.0 Mk. von dem Bureau der unten liiabneten Inspektion zu beziehen; eben« daselbst liegen die Zeichnungen der beiden kamwerke zur Einsicht auf. Die Eröffnung der Angebote findet am 27. März I8b9, vorm. 10 Uhr, statt. Gießen, den 10. März 1899. 2240 Großh. Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion I. DcksmrW bericht. A dem W ■ ö. * 0.80-0.90, Mtaw der per 6t. 6-14®- ‘ ^,Memattej>er6tlA >r 30 4, buten per 1m )—1.70, bahnen per fe* >-2.40. w -14 A, Wf liebeln per Str- * ’■ Ihr SPlorflenl Kl L w wf" nrW{11 ' ^Dr- Entwässerungsgräben auf ber if7n*ncIli?0 $15 5' ödbroefe ber Gemarkung Gteßen ..CA,hpdl. .. t.( 350 lsd. Mir^ Grenzgräben auf i äsäsi urk.rte». «* t geliefert «erden -Ätfj —-—- jSsdfiK Mn Wicicuarbcitc» ist. 1#i*: '«ti». ’■ * M 7 Bulle. Mittwoch den 15. März l. I, vormittags 10 Uhr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei ein ber hiesigen Gemeinde gehörender schwerer Bulle meistbietend versteigert. Mendorf a. b. Lba., 11. März 1899. Gr.Bürgermeisterei Mendorf a.b. Lda. Tapeten, die neunen MMer in größter Anmch, empfehle ick billigst, vorjährige unb ältere Muster zu bebeutenb herab- gesetzten Preisen 2221 Heinrich Hochstätter, Schlotzgaffe 19. Bekanntmachung. Der von der Stabtoerordneten-Versammlung in ihrer gestrigen Sitzuna festgesetzte Voranschlag der Stadt Gießen sür daS Etatsiahr 1899/1900 nebst Voranschlag bes <5tobtetroelleruna6fonb» unb des städtischen Gas- unb Wasserwerks liegt in Gemäßheit des Art. 83 ber ©täbteorbnung während acht Tagen zur Einsicht jebes Beteiligten in bem Büreau - Zimmer Nr. 15 r- bet unterzeichneten Stelle offen. Gießen, bin März 1899. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 1,1 fa. ,’A; Utlb ri. • ft*’ voruehmSks Fahrrad bei airdrigsten Preisen. Alleinige Niederlage öei Fr. Leo Nachf., C. Herber. 2050 | Eigene Reparatur-Werkstätte. Bekanntmachung. DieuStag den 21. März 1899, nachmittags 2 Uhr, sollen die an Großh. Polizeiamt abgelieferten, gefundenen, von den Ver (irrem nicht abgeholten Gegenstände, darunter verschiedene Gold- und Sllbersachen, Sonn- und Regenschirme, Kleidungsstücke, Brillen usw., im alten Rathause dahier zu Gunsten der Armenkasse gegen Barzahlung ver- steigert werden. >!' Ms« la"n .bas ffiinlitjt «ufgenommen t dem unteren-. ^.nahm bet Unt- _,n strengem ^rmm erlassenen ’ i^en Winterschul, 'rL Die Ersahn en stnd, bestätig Srunb dieses Plan-: Erricht nur noch » er kurzen Unterritz Die jungen fienh bereiten. ®cr Unter achmittags von 2-; >eustag, Donnerstag eu Schüler Arbeitäs: ndwirtschastslehrer. er ausgeführt wo:: Domaine Ziehers, erfabrik, nach 811«: J unb nach Dor: rm Aasse untern: Ä, M ki Mivof z MMWeck» lv: , wo eine mW: Störung stattsm Schulinventar! . r recht betracht!:. che Schlußseier •£-:' im AnstaltsgMf.' w eiten liegen iw MN 'JLtdjin 011 Ä C (1 Neffkutliche Aufforderung. Der am 11. Februar 1899 verstarb ne Philipp Müller II. zu Dienern hat du ch em vor Großh. Aint-ge-ichl Gießen am 24. Ap tl 1*98 errichtete« Testam nt die Witwe bew CH inoph Lotz, Eli'abethe, ge» tonne Müller zu B uern, zur Ent- schädigung sür gd istete Pflege als sei' e alleinige Erbin eingesetzt. Auf denen Antrag wird der mit un blöannltM Auf nthalt abwesende B-uder des V rftorbenen, Johann Philipp Müller, ober, im Falle deßsen Aoleven», otffen etwaige Kinder oirfgerorbert, binnen zwei Mo öflten da« Testament anzufechten un o dessen Anfechtung bei dem unter- zeiichneien Gerichte nachzuweisen, vüdrigmfalls das Testament als aw ernannt unb vollstreckbar gelten wirb. Gießen, ben 9. März 1899. Großh. Amtsgericht. Sckmibt. 2231 Aol'zverffeigerirng. Mittwoch den 15. d. Mts., von vormittags 10 ab, werb«n in ber Gastwirtschaft Sänger Hierselbst verkauft: 43,59 Iestmeler Kichen-Stamncholz, 75,91 Achmeler Kiefern- und Aichlen-Stammholz 9 Raummeter Eicheu-Rutzholz, 14 Raummeter Kiesern und Fichten-Rutzholz. Buchen-Scheiter, Buchen-Knüppel, Eichen- „ Nabel- Buchen-Reisig, Erchen- „ Nadel- „ Buchen-Stöcke, Nadel- „ j)t, b*e ffaMU als *l, Hafersuppen sind nahrhaft, aber oft fade im Geschmack. Man wür-e fie daher mit einigen Tropfen und wird Über den angenehm kräftigen Wohlgeschmack 1 V M V LJ I der Suppen überrascht sein. Zu haben in Original- ■ J, | Ä 1 I Fläschchen von 95 Pfg. an bei 1830 itn«v .l* il KarlSchwaab,M,Stlttrswrg. _________Origmat-jflaicvcven werden mit echtem Maggi billig nachgefüllt. W ein-Ausschank. Ein streng reelles, höchst leistungsfähiges, rheinisches WeinversandthauS, fast ausschließlich nur mit Winzern arbeitend, sucht sür seine Rheinweine, sowie Mosel- und direkt importierten Original-Bordeaux- und Lüdwetne geeigneten RestaurationS-Jnhaber, welcher gewillt ist, den glaS- und flasckenwcisen Wein-AuSschank zu übernehmen. Sämtliche Weine, welche behördlich vereideter Kontrole unterstellt sind, werden in untadelhaster Güte geliefert und wird ein Nutzen bis zu 100 Prozent gewährleistet. Der AuSschankspreis ist dennoch so niedrig, wie keinerseits geboten, sodaß der Wein im wahren Sinne des Wortes als VolkSgetränk zum Ausschank gelangt, was allseitig höchsten Absatz zur Folge hat. Offerten unter K. T. 2225 an die Expedition d Bl. Hotzversteigemng in ber krrihml. Oderförftmi Kabtnan. Dienstag den 14. März l. Js., vormittags 9 Uhr, nach Zusammenkunft im Distrikt Holzapselbrusch am Walbeingang, aus den Distrikten Holzapselbrusch, Katzengeheeg, HunbfirgStanne unb Sicktergehecg. Stämme: Eichen 24 Stück (Stammabschnitte) von 20 bis 51 cm mittl. Durchm unb 2 bis 4 m Länge mit 15 fm, Esche 1 Stück von 8 cm mittl. Durchm. unb 7 m Länge, Fichten 2 Stück von 14 unb 15 cm mittl. Durchm. unb 11 und 12 m Länge, Derbstangen: Fichten 447 Stück mit 22,24 fm, Reisslängen : Fichten 405 Stück mit 9,34 fm, «Lcheiter rm: .Buchen 78, Eichen 30, Knüppel rm: Buchen 139, Eichen 37, Nadel 58; Reiser rm: Buchen 274, Elchen 150, Nadel 204 (ausgeknüppelt); Stöcke rm: Buchen 19, Elchen 41.; Papiermühle, ben 8 März 1899. Freiherrliche Obersörsterei Rabenau. _________Schwör er._____2222 Am 20 März 1899, nachmittags 3 Vs Uhr, soll im Gasthaus „Z»r Touue" in Betzdorf a.S. das zum Nachlasse der Kath. Stahl gehörige, in befler Geschäftslage an ber Bictoriastraße zu Betzdorf gelegene Wohn- und Geschäftshaus mit großem ©arten öffentlich meist- bietend gegen Zahlungsausstand versteigert werden. 2112 Die Verkaufsbedlngungen sind bei Karl Stahl in Wissen einzusehen. Wer bauen will versäume nickt, Preise einzuholen bei 616 Emil Horst, Giessen Kunststein- und Cementwarenfabrik, Baumaterialienhandlung LiebigstrBNse 43/45—Biegeiptad. Vorteilhafte Bezugsquelle für Aauartillel aller Art. 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