1t t Erstes Blatt. Nr. 10 180» Meßmer Anzeiger Heneral-AMger Aiirts- unb Anzeigeblcrtt für den Ureis Gieren Donnerstag den 12. Januar Bezugspreis vicrtcljähilid) 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. "Annahme von Anzeigen zn der nachmittags für den «folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Erscheint täglich uinit Ansnahurc De-? Montags. Die Gießener 'Mamilicublättcr werden dem Anzeiger .wöchentlich viermal beigelegt. ganzen Verlauf seines weiteren Charakteraufbaues legte sie Herr Peppler zu Grunde: sein Lear wurde niemals — wie man z. B. dies in der Szene auf der Heide oft sehen kann, ein polternder, im Grunde aber ohnmächtiger Greis; selbst im Wahnsinn war er nicht ein kindischer Stammler, sondern stets: every inch a king — jeder Zoll ein König. Das Majestäts- und das Jch-Bewußtsein verlassen Lear nie: bei der harten Behandlung, die er seitens der Töchter erfährt, kränkt ihn am meisten, daß er sein glänzendes Gefolge entlassen soll — im Wahnsinn horcht er auf, sobald nur das Wort: König fällt, er geht sogar soweit, auf die Frage des Narren, was ein Verrückter sei, zu antworten : a king, a king, selbst an der Leiche der Cordelia denkt er an die eigene Person, wie ihre Stimme ihm so sanft und mild gewesen sei. Herrn Pepplers Leistung, die gleich realistisch wahr, wie psychologisch fein war, schuf aus dem Lear eine durchaus lebenswahre Figur, sie zeigte uns, wie ein König, und wir dürfen verallgemeinernd sagen: der Mensch, in dem Bedürfnis nach der Liebe und Verehrung der anderen und in dem Wahn, sie zu besitzen, durch der Wahrheit herbe Enttäuschung in den Grundvesten seiner Weltanschauung erschüttert werden kann, wie ein Litterarhistoriker es ausdrückt, und zum Wahnsinn geführt wird, setzen wir hinzu. Die Leistung war künstlerisch vollendet, und dies um so mehr, als Herr Peppler von allen Extravaganzen, zu deneu gerade diese Rolle leicht verleitet, stch fernhielt. Nicht unerwähnt will ich endlich lassen, daß die Rolle auch pathologisch interessant durchgeführt wurde. Mit grausiger Wahrheit wurde das erste Aufflackern der Irrlichter des Wahnsinns auf der Heide in den mit völlig veränderter Stimme hastig gesprochenen Worten: „Mich selber friert, mich selber friert" zur Anschauung gebracht, wurde gezeigt, wie sich die Furien mehr und mehr der Sinne Lears bemächtigen — charakteristisch war das Vorsichhinreden — bis zum Erwachen in Cordelias Zelt., Der reiche Beifall des Publikums war wohlverdient. Den Edmund Gloster spielte Herr Poor. Edmund ist kein gewöhnlicher Schurke, er ist eine Richard III.-Natur, er hat eine unbeugsame Energie, jedes Mittel, Heuchelei, Meuchelmord ist ihm zur Erreichung seiner Ziele recht; aber, hier unterscheidet er sich von einem Franz Moor, er ist nicht feige, er ist bereit, gegen jedermann seine schlechte Sache mit dem Schwerte in der Hand zu verfechten. Dadurch, daß Herr Poor sowohl das Satanische als das Heldenhafte dieser Figur in gleich vollendeter Weise zur Darstellung brachte, hat er von neuem seine eminente künstlerische Begabung bewiesen. Volles Lob gebührt auch dem Edgar ves Herrn Emerich. Ganz besonders gut gelangen die Szenen, in denen Edgar den schwachsinnigen Toms spielt. Fräulein Hildburg verstand es, die Cordelia durch ihre überzeugend-wahre Darstellung von Liebe und Treue unserem menschlichen Empfinden nahe zu bringen. Mit trefflichem Gelingen giebt Herr Steinecke die kleine, aber schwierige Rolle des Narren. Die Worte: „Seit unsere junge Prinzessin nach Frankreich gegangen ist, hat sich der Narr ganz abgehärmt", macht Herr Steinecke mit Recht zum Ausgangspunkte seiner Darstellung. Lear antwortet auf jene Worte: „ich hab es wohl bemerkt", und auch der Zuschauer muß merken, wie dem Narren bei jedem Scherze, den er macht, das Herz blutet. Wackere Leistungen boten unter den übrigen Darstellern besonders noch die Herren Geißler, dem namentlich der trockene Humor, mit dem er den treuen Kent ausgestattet hatte, vortrefflich gelang, Albert (Gloster), Riesenberg (Albanien), Meyer (Cornwall), Odemar (Burgund) und Brümmer (Frankreich). Auch Frau Mondthal (Goneril) konnte befriedigen. Unzulänglich war dagegen die Darstellung der Regan durch Frau Scholz. Für den Mißerfolg ist allerdings in erster Linie die Regie verantwortlich zu machen. Wie ist ein solcher Fehlgriff in der Besetzung überhaupt möglich? Erkläret mir, Graf Oerindur! — Die szenische Einrichtung verdient Lob, nur das Geknatter des Donners war zuweilen unnatürlich. Der Gesamteindruck der Vorstellung war aber jedenfalls ein trefflicher. E. R. Niederlage, 363 rage. r pSfiktJich: s Wasser. reee'acheQ und. nm Universität»* 380 ichn. mterzächnetn Kasse 288 iuf. nun, verkluse KandM ZlnterMe m ufro. Masten ein, ouveustraße. tunken und ©önntt aul'inerkiam, daß w weg W tww ia H*: ss? ’ m I*1* neuert", nnj** k. BaarvelmöM. ° SrMWÄ’Ä Offerten unter - --- Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Uolksbunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger «Ließe«. Fernsprecher Nr. 51. Der deutsche Reichstag hat am Dienstag seine Sitzungen nach den Weihnachtsferien wieder ausgenommen, er ist damit in die Hauptperiode seiner Thätigkeit eingetreten. Was wir aus der kurzen Tagung vor dem Feste erkennen konnten, war so übel nicht. Freilich hatte die am ersten und zweiten Sitzungstage konstatierte Beschlußfähigkeit weiterhin erheblich nachgelassen, aber immerhin beseelte das Haus doch noch ein früher schmerzlich vermißter Eifer. Wir haben zwei Wünsche für die fernere Tagung des deutschen Reichstages: daß das Interesse der Volksvertreter an den Parlamentssitzungen so rege sein möge, daß nur in den allerdringendsten Fällen eine Beurlaubung eintrete und daß die Verhandlung stets sachlich geführt und alle persönlichen Spitzen und Anzapfungen vermieden werden. Es war kein erfreuliches Bild, welches her letzte Reichstag bot, und wenig geeignet, dem Ansehen des Parlaments förderlich zu sein. Wenn die wichtigsten Gesetze unter Mitwirkung von knapp einem Zehntel der berufenen Volksvertreter zustande kommen, wie es doch vielfach, ja meistens geschehen ist, dann darf man sich nicht wundern, wenn etwa einmal an der Institution des Parlaments gerüttelt wird, daß auch im Volke die Gleichgiltigkeit und Teilnahmlosigkeit an den Wahlen und an den Verhandlungen selbst immer mehr zunimmt. Das Interesse des deutschen Volkes an der Gesetzgebung bedarf der Auffrischung, und dazu können in erster Linie seine Vertreter beitragen, indem sie durch rege Teilnahme an den Parlamentsverhandlungen zu erkennen geben, welch hohen Wert sie dem freiwillig übernommenen Amte beimessen. Im weiteren wünschen wir Sachlichkeit der Verhandlungen. Zustände, wie sie in Parlamenten befreundeter Länder fast zur Gewohnheit geworden sind, wo man sich in persönlichen Beschimpfungen zu überbieten sucht, werden uns hoffentlich für immer fernbleiben, und zu unserer Ge- nugthuung können wir konstatieren, daß der deutsche Reichstag noch immer seine Würde gewahrt hat, selbst wenn die Wogen der Debatte noch so hoch gingen. Aber an persönlichen Spitzen, die sehr wohl hätten vermieden werden können, hat es darum doch nicht gefehlt. Wir haben hier besonders die Fälle im Auge, wo außerhalb des Reichstags stehende Personen in die Debatte gezogen, aus ihrem Vorleben Enthüllungen gemacht und Vorgänge wieder in die Erinnerung gerufen wurden, welche längst gebüßt, vergeben und vergessen waren. Das ist ganz entschieden zu mißbilligen, da die Betroffenen wehrlos sind und sich kaum wieder rehabilitieren können, selbst wenn sich ihnen die Preffe in ausgiebigster Weise zur Verfügung stellt. Hoffen wir, daß die beiden Wünsche, welche wir hiermit an den Reichstag richten, erfüllt werden. Dem Ansehen des Parlaments und dem Fortgang der Verhandlungen würde damit in hohem Maße gedient sein. (xx) Deutscher Reichstag. 7. Sitzung am 10. Januar. 2 Uhr. Am Bundesratstische: GrafPosadowsky, v. Hammerstein, v. Thielmann. Präsident Graf Ballestrem gedenkt des Ablebens des Alterspräsidenten Abg. Die den. Das Haus erhebt sich zu Ehren des Dahingeschiedenen. Auf der Tagesordnung steht zunächst die definitive Wahl des Präsidiums. Auf Vorschlag des Abg. v. Levetzow wird das bisherige Präsidium per Akklamation wiedergewählt. Es wird nunmehr eine Rechnungssache erledigt und sodann die Uebereiukunft zwischen Deutschland und den Niederlanden betr. die gegenseitige Zulaffung der Tierärzte in erster und zweiter Lesung debattelos genehmigt. Es folgt die Beratung der Interpellation v. Wangen heim: ob der Reichskanzler bereit sei, Auskunft zu geben über die EnquLte - Ergebnisse der angeblichen Fleischnot. Graf Posadowsky erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beantworten. Abg. v. Wangenheim (kons.) begründet die Interpellation. Er weist dabei den Vorwurf zurück, den man der deutschen Landwirtschaft gemacht habe, daß sie sich nicht genug um Förderung der Viehzucht bemüht habe. Weiter verbreitet sich Redner über die Notwendigkeit von Sperren zum Schutze gegen Seucheneinschleppung. Nach einer ihm vorliegenden Zusammenstellung von Marktberichten aus 300 Orten im Vorjahre sei von einem mangelhaften Viehauftrieb durchaus nicht die Rede; ebensowenig von kolossal hohen Preisen. Daß die Landwirtschaft so weite Schritte vorwärts habe thun können, das verdanke sie zum großen Teile dem preußischen Landwirtschaftsminister. (Große Heiterkeit.) Staatssekretär Graf Posadowsky führt aus, daß der allgemeine Eindruck der Antworten, die auf die vom Reichskanzler wegen der Fleischversorgung veranstalteten Umfragen eingegangen sind, der ist, daß die Rinder- und Rindfleischpreise stellenweise gestiegen sind, an anderen Stellen aber gleichgeblieben oder sogar gefallen sind. Anders liegen die Dinge bei den Schweinen, die Preise sind da fast durchweg, teilweise sogar erheblich höher. Redner betont weiter, was den Fleischbedarf betreffe, so sei dieser absolut und relativ gestiegen. Es habe eine Mehrschlachtung von Rindern und Hammeln sowie von Pferden stattgefunden. Die Viehzucht habe fast überall zugenommcn. Die Schweinehaltung sei neuerdings stark gestiegen im Zusammenhang mit einer guten Kartoffelernte. Darin sei man einig, daß der gegenwärtige Zustand nur ein vorübergehender sei und die Vorbeugung von Seuchen unbedingte Voraussetzung sei für eine weitere Entwicklung unserer Viehhaltung. (Beifall.) Im allgemeinen gehe jedenfalls aus den Antworten auf die Umfragen hervor, daß unsere Viehversorgung keineswegs auf das Ausland angewiesen sei, und im allgemeinen heiße es, daß von Fleischnot keine Rede sein könne. (Beifall.) An eine weitere Oeffnung der Grenzen sei gegenwärtig nicht zu denken, weil in den Nachbarländern noch Seuchen herrschten. (Beifall.) Auf Antrag des Abg. Fischbeck (frs. Vp.) erfolgt Besprechung der Interpellation. Abg. Fischbeck (frs. Vp.) fragt, weshalb man nach Schlesien nicht ebenso gut den ganzen Bedarf von 20 000 Schweinen hereinlassen könne, wenn man doch 7000 hereinlasse? Daran zeige sich, daß die in Oberschlesien gehandhabten Maßregeln lediglich agrarische Maßnahmen seien. Auf diese Weise herrsche in Oberschlesien ein Notstand, das sei nicht zu leugnen. Aber auch in allen anderen Teilen Deutschlands herrsche ein solcher. Er hoffe, daß man angesichts der thatsächlichen Notstände mehr Entgegenkommen zeige als bisher, und in größerem Umfang als bisher Vieh nach Deutschland hereinlasse. Abg. Gerstenberger (Centr.) betont, die Umfrage in Bayern habe ergeben, daß nicht das Angebot hinter der Nachfrage, sondern vielmehr die Nachfrage hinter dem Angebot zurückbleibe. (Beif. rechts.) Die Preise seien deshalb Feuilleton. Kart Weppker ats König Lear. Königliche Schauspiele Hannover. Shakespeares König Lear ging am Samstag in Szene in einer Aufführung, welche unserem Hoftheater in jeder Beziehung Ehre macht und den lebhaftesten Beifall des gut besetzten Hauses fand. Den Lear spielte Herr Peppler und löste diese schwierige Aufgabe der Schauspielkunst in einer Weise, welche vollendet zu nennen ich nicht anstehen möchte. Ein Meisterstück feinsinniger und zugleich wahrer realistischer Darstellungskunst war gleich die erste Szene. Sie packt den Hörer gewaltig und steigerte seine Erwartung auf die Entwickelung des Charakters des Königs; denn sie ließ erkennen, daß Herr Peppler die beiden Grundzüge des Charakters richtig herausgegriffen und zu der Basis seiner Darstellung gemacht hatte. Diese beiden Grundzüge, welche unbegreiflicherweise von den Darstellern so häufig nicht genügend erkannt werden, sind: Hochmut d. h. ein ausgeprägtes Majestäts- und Jch- Bewußtsein, und Eitelkeit, welche glaubt, daß die Menschheit, die eigenen Kinder nicht ausgenommen, nur zur Verherrlichung der eigenen Person vorhanden ist. Gerade dieser Zug muß in der Szene recht ausdrücklich betont werden, um die Verstoßung Cordelias glaubhaft zu machen. Dies gelang Herrn Peppler nicht nur trefflich, sondern er bot mehr. Mit großem Feinsinn war die Anrede des Königs an die drei Töchter geistig ausgearbeitet. Wahrhaft ans dem Herzen hervorquellend war mit Recht die Ansprache an Cordelia, welche seine Lieblingstochter ist, und von welcher er deshalb die größte „Verhätschelung" seiner Person erwartet. Je wärmer die erste Anrede ist, um so gewaltiger wirkt die Verstoßung, wenn es gelingt, den Üebergang aus beiden Extremem, um diesen Ausdruck einmal pi gebrauchen, glücklich zu motivieren. Dies gelang Herrn Peppler völlig, weil er eben von vornherein jene beiden Zharaktereigenschaften trefflich zur Darstellung brachte. Im auch nichts weniger als hoch, selbst die.Schweinepreise seien wieder zurückgegangen, vielleicht weil die jüdischen Händler sich weniger mit Schweinen abgeben. (Heiterkeit). Redner verbreitet sich dann über Fleischer- und Händler-Kartelle und bemerkt dabei, 1895, als die Bauern wegen der großen Futternot alles Vieh hätten abschlachten müssen, habe die Linke auch kein Mitleid mit den Bauern gehabt und die sehr niedrigen Preise gern acceptiert. Nun solle man sich auch einmal die etwas höheren Preise gefallen lassen. (Bravos.) ... , .. Minister v. Hammer stein greift zuruck aus die Aeußerungen des Abg. Richter bei der Etatsdebatte. Richter scheine Schwierigkeiten gegenüber Amerika befürchtet zu haben. Demgegenüber müsse er, der Minister, erklären, die verbündeten Regierungen hätten die Absicht und den Wunsch, mit dem Auslande auf wirtschaftlichem Gebiete auf dem besten Friedensfuß zu leben, selbstverständlich unter voller Wahrung unserer eigenen berechtigten Interessen. Weiter müsse er Herrn Richter sagen, weder früher noch in den letzten Jahren habe die Regierung irgend eine Maßregel getroffen, die nicht vereinbar gewesen sei, mit den Handelsverträgen. Die Absicht, mit Sperrmaßregeln die Preise inländischer Produkte zu steigern, habe der Regierung gänzlich fern gelegen. Deutschland sei überdies bei seinen sämtlichen Maßnahmen viel weniger rigoros als das Ausland. Eine strenge Handhabung der Seuchenpolizei sei unbedingt nötig. Schließlich bemerkt noch der Minister, der Dank Wangenheims gebühre nicht ihm, sondern allen verbündeten Regierungen. (Beif. rechts.) Geh. Rat Schröter legt dar, daß die Fleischversorgung der Armee im letzten Jahre keine Schwierigkeiten gemacht habe. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß 59/4 Uhr. Deutsches Mich. Darmstadt, 10. Januar. Gestern abend fand in den Räumen des Palais am Luisenplatz der zweite diesjährige Hofball in Anwesenheit Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin, Seiner Großherzoglichen Hoheit des Prinzen Wilhelm, Sr. Durchl. des Prinzen und Ihrer Hoheit der Prinzessin Franz Joseph von Battenberg, Sr. Hoheit des Prinzen Albert zu Schleswig-Holstein, Sr. Erl. des Grafen und Ihrer Durchl. der Gräfin zu Erbach-Schönbe^, J.J. E.E. des Grafen und der Gräfin zu Solms-Laubach, Sr. Erl. des Erbgrafen und Ihrer Durchl. der Erbgräfin zu Asenburg Büdingen-Meerholz, Sr. Erl. des Grafen Elias zu Erbach Fürstenau und sonstigen Geladenen — im ganzen 253 Personen — statt. Die Tanzmusik wurde von der Kapelle des Großh. Feld-Ar- tillerie-Regiments Nr. 25 (Großherzogliches Artillerie-Korps) I ausgeführt. Das Fest nahm wiederum einen sehr animierten und glänzenden Verlauf. M.P.C. Berlin, 10. Januar. Zum Fleischbeschaugesetz wird uns aus Süddeutschland geschrieben: Es ist ein Irrtum, wenn angenommen wird, in Süddeutschland und besonders in Bayern werde einer schärferen Handhabung der Fleischbeschau widerstrebt. Die jetzigen Bestimmungen erwiesen sich namentlich in dem Verkehr mit Oesterreich als unzulänglich. Infolge dessen ist derselbe ununterbrochen mit vielfachen Reklamationen belastet. Wenn es auch in Oesterreich-Ungarn mindestens bei den Centralstellen nicht an reichlichem guten Willen fehlt, den Vieh- und Fleisch- Export in veterinärpolizeilicher Hinsicht so zu überwachen, daß den fortschreitenden Ansprüchen der Zeit nach Möglichkeit entsprochen wird, so mangelt es doch bis auf weiteres dort noch allzusehr an den notwendigsten Voraussetzungen, um die guten Absichten auch in die praktische Wirklichkeit überzuführen. Die in Deutschland und namentlich im Norden in ausreichender Zahl vorhandenen Kräfte, welche das Fleischbeschaugeschäft regelrecht zu besorgen haben, fehlen in Oesterreich-Ungarn so gut wie ganz. Um so erwünschter ist es auch nach dieser Seite, wenn jetzt für das ganze Reich geltende gesetzliche Bestimmungen getroffen werden, mit denen sich das Ausland, soweit es für den Vieh- und Fleischhandel mit Deutschland in Betracht kommt, ein für allemal abzufinden hat. M.P.C. In den amerikanischen Gewässern haben interessante Versuche mit einem von Mr. Hayward erfundenen Signalapparat stattgefunden. Dieser Apparat, der eine Verbindung der Schreibmaschine und des Stereoptikon bildet, heißt Lucigraph. An Stelle der bisherigen Tafeln bedient man sich einer schnellrotierenden Scheibe, auf welche die Signalbuchstaben geworfen werden. Als Achtungszeichen dient ein auf die Scheibe geworfenes blendend weißes Licht, welches von dem Schiff, das eine Verbindung wünscht, erwidert wird. Die Größe der Signalbuchstaben beträgt bis 4.50 Meter. Diese neue Methode ist bereits beim „Norddeutschen Lloyd" eingeführt und kann sie wohl nirgends bester als dort auf ihren wirklichen praktischen Wert geprüft werden. Ausland. Budapest, 10. Januar. Die Kompromiß-Verhandlungen, welche sich anfänglich recht zufriedenstellend gestalteten, stoßen wieder auf große Schwierigkeiten. Sollte im Laufe des heutigen Nachmittags keine Einigung erzielt werden, so wird Banffy neuerdings sich nach Wien begeben. — Im Abgeordnetenhause wurde die Obstruktion heute fortgesetzt. Budapest, 10. Januar. Die Vertagung des Abgeordnetenhauses wird erst dann erfolgen, wenn Banffy die Ueberzeuguug gewonnen hat, daß die Verhandlungen mit den Führern der Oppositions-Parteien keine Aussicht auf Erfolg haben. M.P.C Frankreich. Die vom General Galliöni erbetene Gebirgsbatterie zur Unterdrückung eines Aufstandes im nördlichen Teile Madagaskars wird sich am 10. Januar in Marseille einschiffen. Zwei Kompagnien der Fremdenlegion, zusammen 318 Mann, ebenfalls für Madagaskar bestimmt, sind bereits am 23. Dezember von Marseille mit dem Dampfer Yang-Tsö abgegangen. Paris, 10. Januar. Die hier eingetroffene Antwort Dreyfus lautet: Ich habe niemandem gegenüber irgend welche Geständnisse gemacht und bin vollständig unschuldig. Paris, 10. Januar. Das Syndikat der französischen Lokomotivführer und Heizer in Stärke von cirka 6000 Mitgliedern ist der Liga der Vaterländischen beigetreten. Paris, 10. Januar. „Gil Blas" versichert, mehrere Akademiker hätten die Absicht, Beaurepaire den durch den Tod des Leiters des „Soleil", Hervä, frei gewordenen Sitz anzubieten. Paris, 10. Januar. Nach einer Meldung des „Gaulois"sollen sich im geheimen Dossier drei Schriftstücke befinden, in welchen der Name Dreyfus voll ausgeschrieben sei. Paris, 10. Januar. Wegen der gestern erfolgten Amtsenthebung des Bürgermeisters von Algier, Max Negis, wollen Drumont und Guerin hier eine Protest- Kundgebung inscenieren. Paris, 10. Januar. Im „Echo de Paris" erklärt Beaurepaire, daß Bard die Worte: Mon obere Pilquart! nicht gebraucht habe. Dagegen seien Anzeichen von Rücksichten vorhanden, welche die Mitglieder der Kriminalkammer Picquart gegenüber an den Tag legten und die einen peinlichen Eindruck hervorriefen. London, 10. Januar. Nicht gerade an sich unzeitgemäß, aber doch ohne Aussicht auf Erfolg setzt die von Stead gegründete Vereinigung zu Gunsten der Abrüstung ihre Bewegung fort. Der Hauptausschuß beabsichtigt diese auch auf das Festland zu übertragen, und zwar durch Mastenverteilung von Schriften zu Gunsten der Abrüstung. Auch unterzeichneten die Führer der englischen Arbeiterpartei einen Aufruf an die Arbeiterklasse zu Gunsten des Friedens. Angeblich macht die Bewegung andauernd große Fortschritte, doch steht der Erfolg ihres Strebens, wie angedeutet, sicher nicht in Einklang mit dem Aufwande von Mühe. Petersburg, 10. Januar. Die russische Marine gedenkt der deutschen ein kostbares Geschenk zn machen durch ein großes Gemälde, welches das Panzerschiff „Peter der Große" im Sturm darstellt. Das Bild soll ein Gegengeschenk für das das Panzerschiff „Kurfürst Wilhelm" darstellende Gemälde sein, welches die deutsche Marine vor zwei Jahren der russischen Marine verehrte. New York, 10. Januar. Wie aus Washington gemeldet wird, nahm der Senat gestern die Gesetzes-Vorlage an, der zufolge als Belohnung für die Vernichtung der spanischen Flotte 2 Millionen Dollars an die Offiziere und Mannschaften verteilt werden sollen. Mates und Provinzielles. Gießen, den 11. Januar 1899. ** Hessisch-Preußische Eisenbahn Gemeinschaft. Seine Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 24. Dezember v. Js. den seither widerrufluch angestellten Stationsvorsteher 2. Klasse Ludwig Göbel II. zu Nidda nunmehr zum Stationsvorsteher 2. Klaffe in der Hessisch- Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft in unkündbarer Diensteigenschaft, den seither widerruflich angestellten Stationsassistenten August N a u zu Stockheim nunmehr zum Stationsassistenten in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft in unkündbarer Diensteigenschaft, den seither widerruflich angestellten Bureauassistenten Friedrich Dörner zu Gießen nunmehr zum Bureauassistenten in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft in unkündbarer Diensteigenschaft —- zu ernennen. — Ernannt wurden am 27. Dezember v. I. die seither widerruflich angestellten Lokomotivführer Friedrich Posse zu Londorf und Johannes Seth II. zu Gießen nunmehr zu Lokomotivführern in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft in unkündbarer Diensteigenschaft. •• Kaiser-Panorama. Das Panorama stellt diese Woche Oberitalien aus. Den Glanzpunkt der Ansichten bilden selbstverständlich die entzückenden Landschaften am Lago- Maggiore- und am Como-See. Die Boromeischen Inseln, Bellaggio u. s. w. brauchen nur genannt zu werden, um all den Zauber, der über die oberitalienischen Seen ausgegossen ist, ins Gedächtnis zu rufen. Wir sehen hier die Reize der italienischen Erde mit der Großartigkeit der Alpennatur vereinigt : dunkelgrüne Laubwälder, sanft aufsteigende Berge und himmelhohe, schroff niederfallende Felsen. Die Landschaften sind täuschend nachgeahmt, man fühlt sich unwill- kürlich in die dortige Gegend versetzt. Es sollte niemand, der nur irgend die Zeit dazu erübrigen kann, versäumen, diese Serie sich anzusehen. •• Stadttheater. In den „Stützen der Gesellschaft" wird am heutigen Abend die neuengagierte sentimentale Liebhaberin des Stadttheaters, Fräulein Schloß, i zum ersten Male auftreten und die Rolle der Dina Dorff geben. ** Bei der stattgehabten Wahl zum Vorstande der israelitischen Religionsgesellschaft wurden die Herren Bankier Grünewald, Siegmund Rosenbaum und Hermann Katz IV. einstimmig wiedergewählt. * Preisaufschlag für Milch. Gestern waren die Milch- I Produzenten aus der Umgegend in Lonys Bierkeller zu- I sammen, um einen Aufschlag des Preises der Milch I um vorläufig 2 Pfg. pro Liter zu vereinbaren. Zu ver- I denken ist es den Landwirten nicht, wenn dieselben für dies I Produkt höhere Preise verlangen. Die Milchkühe sind sehr | teuer (siehe Diehmarktbericht), hierzu kommt die andauernde Preissteigerung des Kraftfutters und die hohen Schweizer" •• Uebersahreo von einem beladenen Wagen wurde gestern Nachmittag in der Rodheimerstraße der Dienstknecht Peter Rosenbecker von hier. ®emfetben maien bie Pferde durchgegangen, und beim Anhalten derselben wurde er unter den Wagen geschleudert. Er erlitt schwere Verletzungen am Kopfe und den Armen und mußte in die Klinik gefahren werden. ,___ s m „ Wetterbericht. Bei fortgesetztem Sinken des Barometers breitet sich der niedere Druck immer weiter rn östlicher Richtung nach dem Kontinent herein aus und drangt dabei das barometrische Maximum vollständig nach em Südosten Europas zurück. Dabei bleibt das von Süden nach Norden gerichtete Druckgefälle bestehen. Die Witterung ist in Süddeutschland allenthalben ruhig, teils heiter, teils nebelig, im allgemeinen mild. An den Hochstatlonen sin die Temperaturen bei kräftigem Südwind stark gestiegen. — Voraussichtliche Witterung: Vorerst noch ziem- ich mildes, aber vorwiegend trübes Wetter Mit zeitweisen Niederschlägen. Grünberg, 8. Januar. Der hiesige Gastwirt und Metzgermeister S. machte kürzlich die unangenehme Wahrnehmung, daß in seinem Hause ein D i e o Jem Wesen treiben müsse. Cigarren, Wein und auch Geldbeträge ver- chwanden, ohne daß der Thäter ermittelt werden konnte. Schließlich lenkte sich der Verdacht auf den im Hause schon eit zwei Jahren bediensteten Knecht. Eine unter Zuziehung der Gensdarmerie vorgenommene Untersuchung der Kammer des Knechtes hatte ein überraschendes Ergebnis. Man orderte Cigarren, mehrere Flaschen Wein und sogar eine goldene Damenuhr, welch letztere zwar nicht aus dem Hause tammte, aber auch nicht rechtmäßig erworben sern durfte, zutage. In einer Mütze eingenäht, fand man den Schlussel zum Geldschrank seines Dienstherrn, den er sich ledenfalls anfertiaen ließ oder auf irgend eine andere Weise zu ver- chaffen wußte. Die Uhr soll aus dem Laden eines hiesigen Uhrmachers, bei dem der Knecht vor einiger Zeit ein Paar Ohrringe kaufte, entwendet worden sein. Da der Dieb nun chou im dritten Jahre im Hause thätig war, so ist anzn- nehmen, daß er die Kasse seines Dienstherrn schon oster erleichtert hat. Er wurde in Haft genommen. § Aus dem Ohmthale, 10. Januar. Nicht als wenn wir im eigentlichen Wintermonat, sondern im Frühlingsmonat uns befänden, so lind ist das Wetter. Gestern und heute schien die Sonne so warm, daß die Bienen servorgelockt wurden und ihren Reinigungsflug ausführen konnten. Die Wetterpropheten, die uns im Herbste einen Winter mit viel Schnee und Eis prophezeiten, sind wieder — wie in der Regel — schmählich hiueingefalleu. — Draußen im schneefreien Felde sproßt und grünt die Wintersaat wie im Lenze. Der Landmann sieht freilich ein solches Frühwachstum nicht gerne, da dies zu üppige Wachsen bei oft eintretenden strengen Nachwintern ein Faulen und Absterben der jungen Triebe nach sich zieht. Wenn nur diesem linden Winter nicht wieder folgt ein regnerisches Frühjahr und ein nasser Sommer, wie im vorigen Jahre, so daß die schönen Tage erst anfangen, wenn die Nächte langen! Aus -er Zeit für die Zeit. Vor 153 Jahren, am 12. Januar 1746, wurde in Zürich der große Menschen- und Kinderfreund Johann Heinrich Pestalozzi geboren, durch deffen segensreichen Einfluß eine gänzliche Umgestaltung des Schulwesens in der ganzen civili« fierten Welt herbeigeführt wurde. Pestalozzi erprobte seine genialen Ideen zuerst an 50 Bettelkindern, die er in sein Haus aufnahm und unter Aufopferung seines Vermögens zu braven Menschen erzog. Von seinen pädagogischen Schriften erwähnen wir „Lienhart und Gertrud". Pestalozzi starb am 17. Februar 1827 zu Brugg (Aargau). Vermischtes. * Neue Niederlassung. Es wird unsere Leser interessieren, daß die seit Jahrzehnten wohlbekannte Kolonialwaren-Firma Franz Kathreiners Nachfolger, G. m. b. H. in München (nicht zu verwechseln mit Kathreiners Malzkaffce-Fabriken) sich infolge der bedeutenden Ausdehnung ihres Kaffeegeschäftes veranlaßt gesehen 'hat, in Hamburg eine Niederlassung zu errichten und daselbst eine mit den denkbar vollkommensten Einrichtungen versehene Rösterei zu eröffnen. Daß die Niederlassung in Hamburg dazu beitragen wird, die Leistungsfähigkeit der genannten Firma noch bedeutend zu erhöhen, liegt in der Natur der Sache. * Verkehrswesen. Der größte Bahnhof der Welt wurde am 30. Dezember in Boston eingeweiht. Die gesamten Räumlichkeiten sind 765 Fuß lang und 662 Fuß breit. Das Hauptgebäude ist aus Granit mit Terrakotta- Verblendung hergestellt. Es ist 5 Stockwerke hoch und von einer Uhr und einem Adler mit ausgebreiteten Flügeln überragt. Die Einfahrtshalle ist 602 Fuß lang und 570 Fuß breit. Die größte Höhe beträgt 112 Fuß. Das aus Stahl hergestellte Dach zeigt drei große Bogen, einer 228 und jeder seitliche Bogen 171 Fuß breit. 32 Geleise führen in die Halle. Die Länge aller Schienenstränge in dem Bahnhof beträgt 15 Meilen, und 732 Züge können täglich fahren. — Der Schnellzug, welcher Sonnabend, den 31. v. M., um 9 Uhr abends von New-York abfuhr, ist Donnerstag, den 5. d. M., abends 8 Uhr 45 Minuten in San Franzisko angekommen. Er hat also die 3047 engl. Meilen lange Strecke in 95 Stunden zurückgelegt, 13 Stunden schneller, als irgend ein früherer. Die durchschnittliche Schnelligkeit des Zuges betrug 59y2 Kilometer die Stunde, einschließlich des Haltens. Dieser Schnellzug, der auch die Post befördert hat, soll bestehen bleiben. 'N .Mdi-S :N i T «8 i ^Nq der !° C $Qb’ Ns? ”, genaue» 3« SU di- Interessenten g S-i' llWtrrli selbst durch (ine gedeihliche t n 5 Qu einem »ns eine EM' fahren -nod) der gar m Franzosen eine Vertin als ein Wie W * ME N nur M btn Franz fahren sollte, das 06er man traute korsch die Mut heute auf den gieren geht, hi mb einige Cast- Kundschaft, die fi jusammeusetzt, die fühlen. Bisher! bann nach Berlir handelte, um da- in Berlin Haden war gewissermas Hier anwesenden Studien ebenso! llninrrsitat deb einen lMchen. lrinrMO M zeitweiligen 5 »m.mentlich we um das M jungen Reute b gefärbte dritte t unb beffer M ihm Rückkehr a Vorgang, du w wird, der aber c Boller vvrteilhat * lieber Vv AMche Amt NmMyli dar Nurn bei; großem Eifer ges Ofnr erschrecke ”6 « auch übt Besonder» EM Santa vltoder Ml ’W« SisUM 5 ^schrecken »wa noch Wtti lhwr V 5 gingen. Manien in $ habe tat m itl Nm; «kl .Artigen Na Taimen äufn »,/Tie Neki rK SK Ä Mer ? , M ’.’Äft’ tbltie v. Ah LebenSschwäche Krämpfen niete Leser i«t» Nach °L,,z Kirchliche Nachrichten. Evasgelische Gemeinde. Im Conftrmandensaal, Reustadt Sir Donnerstag den l2.Januar, abends 8 Uhr: Bibellstunde« 1. Cor. IS. Von der Auferstehung. Pfarrer Schlosser.- zweite Qualität 350-400 Ma,?, ältere Tiere und geringe Ware 220—280 Mark pro Stück; Kälber 58 Mark, tussere Qualitäten 60—62 Mark pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht. Für scbwe.e Gangochfen wurden 900 Mark pro Paar gefordert. Handelsware wurde nach der Sreg und dem Westerwald mit 660—800 Ma>k ge- kauft. Mast- und Fettoteh war nennenswert nicht am Markt. Dre Preise für die Schweine waren wie beim letzten Markt. — Dre Erbauung der Schutzhallen auf dem Marktplatz findet den Beifall der Handelsleute. Man ist jedoch der Ansicht, daß der vorhandene Schutz bet schlechtem Wetter nicht ausrercht und erwartet, daß, wenn die städtische Behörde sich erst durch einen verregneten Markt davon überzeugt ha', noch einige Hallen errichtet werden. Gastwirt und jenehme Wahr- b sein Wesen eldbeträge ver- werden konnte. 'm ftaufe schon der Zuziehung 3 der Kammer iebni§. Man mb sogar eine ins dem Hause en sein dürste, in den Schlüssel sich jedensalls Weise zu ver- n eines hiesigen Zeit ein Paar >a der Dieb nun ir, so ist anzn- :rn schon öfter ’n. icht als wenn im Frühliugs- iier. Gestern die Bienen sstng ausführen im Herbste einen iten, sind wieder ineingefallen. - und grünt die M /rei/ich ein üppige ffladjfen in Faulen M Wenn nur ein regnerisches vorigen Jahre, uenn die Nächte Vorsicht die Mutter der Weisheit sei. Wenn man nun heute auf den belebtesten Verkehrsstraßen von Berlin spazieren geht, hört man auffallend viel französisch sprechen, und einige Cafös haben eine sehr zahlreiche französische Kundschaft, die sich zum Teil aus französischen Studenten zusammensetzt, die sich hier allem Anschein nach ganz wohl fühlen. Bisher kamen französische Studenten eigentlich nur dann nach Berlin, wenn es sich um ein Spezialstudium handelte, um das Hören gewisser Vorträge, die sie eben nur in Berlin haben konnten. Die Anwesenheit dieser Studenten | war gewissermaßen eine erzwungene, während jetzt unter den I hier anwesenden Franzosen sich auch viele befinden, die ihre Studien ebensogut in Paris oder auf einer französischen Universität betreiben könnten, „fils de Familie*, die über einen hübschen. Wechsel verfügen und denen das Studium keineswegs Alleinzweck ist. Wir sehen darin, wie in jedem zeitweiligen Bevölkerungsaustausch, einen großen Vorteil, »nmentlich wenn es sich um „intellektuelle" Elemente handelt, um das Modewort anzuwenden. Nicht nur lernen die jungen Leute das fremde Land, das sie bisher durch eine gefärbte Brille gesehen haben, aus eigener Erfahrung kennen und besser schätzen, sondern sie werden ihre Kenntnis nach ihrer Rückkehr auch den andern Volksgenossen mitteilen, ein Vorgang, der nicht von heute auf morgen Folgen haben wird, der aber auf die Dauer die Beziehungen der beiden Völker vorteilhaft beeinflussen muß." * Heber die Heuschreckenplage in Argentinien hat das Auswärtige Amt in Washington von dem Konsul Mayer aus Buenos-Ayrer einen eingehenden Bericht erhalten, der das Datum des 12. Oktober trägt. Obgleich der Kampf mit großem Eifer geführt wird, macht die Verbreitung des Ungeziefers erschreckende Fortschritte, und e» ist zu befürchten, daß es auch über die Provinz Buenos-Ayres hereinbrechen wird. Besonders heimgesucht sind die Provinzen Entrerios, Telle von Santa Fö und Cordoba. An den drei ersten Tagen de» Oktober wurden in Entrerios allein 7960 Zentner Heuschrecken gesammelt. Auch Paraguay liegt unter dicken Wolken von Heuschrecken. Die südlichen Kolonien der Provinz Santa Fö waren noch nicht von der Plage erreicht und die Farmer hofften, ihren Weizen und die Leinsaat noch glücklich herein zu bringen. Außerordentlich stark gelitten haben die jüdischen Kolonien in Villaguay, wo die Heuschrecken die ganze Ernte vernichtet haben. Der Besitz der Ansiedelungsgesellschaft erstreckt sich über 70000 Hektar, wovon 25—30000 unter Kultur stehen; man kann sich danach eine Vorstellung von dem ungeheueren Verlust machen, der nur durch den Eintritt von Regen vielleicht noch etwas gemildert werden könnte. Die dortigen Bauern haben den Kampf gegen das Geschmeiß vollkommen aufgegeben. In anderen Provinzen wird von einem guten Erfolge der Vernichtungrarbeit berichtet. * Die Elektrizität im Jahre 1898. Die Elektrotechnik, so berichtet die Wiener Zeitung, hat im Jahre 1898 nicht weniger Errungenschaften zu verzeichnen als im oorangegangenen Jahre. Außer der rasch zunehmenden Verwendung des elektromotorischen Betriebes in der Industrie und bei Straßen- und Vollbahnen sind im letzten Jahre durch Verbesserung der Akkumulatoren die elektrischen Automobile in Nordamerika, England und Frankreich zahlreich zur Einführung gelangt. Im Telegraphen- und Telephonwesen ist es gelungen, nach dem System Marconi bis auf 18 Kilometer drahtlos zu telegraphieren. Ferner hat Prof. Zickler in Brünn seine vielversprechenden Versuche mit der von ihm Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold*. Berlin, 11. Januar. Der preußische Staatshaushalts- Etatsentwurf für 1899 ist fertig gestellt und wird in der üblichen Form durch den Finanzminister in einer dazu anberaumten Sitzung dem Abgeordnetenhause vorgelegt werden. Unter anderm wird im Etat zum Ausdruck kommen, daß der Staat die B e r n sie i n g e w i n n u n g in eigene Regie übernimmt. Berlin, 11. Januar. Dem „Berl. Lokal-Anz." zufolge ist die Audienz des Herrn v. Kotze beim Kaiser, welche drei Viertelstunden dauerte, auf die persönliche Entschließung des Kaisers hin erfolgt. «Berlin, 11. Januar. Prinz Adalbert, der wegen einer Erkältung in Potsdam zurückbleiben mußte, ist gestern Abend in Plön wieder eingetroffen. Krefeld, 11. Januar. Gestern kündigten diejenigen Sammetweber, die in eintägiger Kündigung stehen. Der Stillstand sämtlicher Sammetfabriken für den 16. d. M. ist nunmehr gewiß. , Krefeld, 11. Januar. Offiziös wird mitgetedt, daß die Nachricht des Berliner „Kleinen Journals", Bayern habe die Errichtung eines Gerichtshofes für die Fürsten als gesonderte Instanz für die Erledigung von Kronstreitigkeiten angeregt, völlig unbegründet sei. Stuttgart, 11. Januar. Die Herrenhaus-Kommission lehnte den Eintritt in die Beratung des Ortsvorsteher-Gesetzes eiustimmig ab. Auch die Steuerreform dürfte in den nächsten Tagen fallen. Damit wären sämtliche Reformwerke des gegenwärtigen Landtages als gescheitert zu betrachten. ,r . . I Lübeck, 11. Januar. Bei dem hier garmsonierenden 162. Infanterie-Regiment sind mehrere Scharlach- Erkrankungen vorgekommen. Ein Lazarettgehilse qt bereits gestorben. Budapest, 11. Januar. Die Kompromiß-Verhandlungen haben bis jetzt zu keinem Resultat geführt. Die persönliche Seite der Krisis ist zwar durch Fallenlasten Banffys erledigt, dafür aber macht die Unabhängigkeitspartei in der Angelegenheit der Ausgleichsfrage große Schwierigkeiten. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Rom, 11. Januar. Bei den Ausgrabungen auf dem Forum Romanum entdeckte man das von den alten I Römern verehrte angebliche Grab des Romulus. Brüffel, 11. Januar. Viel besprochen wird hier eine Rede des Bürgermeisters Buls über denCongo- sta at. Buls tadelt darin in scharfen Worten die engherzige Wirtschafts-Politik Frankreichs den übrigen Staaten gegenüber, die darin bestehe, den Nachbarländern die Thore für ihre Produkte zu schließen. Paris, 11. Januar. Der Abgeordnete Guy esse, Ehrenmitglied des Vereins französischer Eisenbahn-Mechaniker, die, wie bereits gemeldet, in einer Stärke von 5000 bis 6000 Mann der Liga der Vaterländischen beigetreten find, I erklärt in einem Briefe an den Präsidenten seinen Aus- I tritt, da er nicht zugeben könne, daß sein Name an der Seite gewisser Persönlichkeiten, die auf eine so eigentümliche Art ihre Ehrfurcht vor der Gerechtigkeit bekundet haben, I genannt werde. Paris, 11. Januar. Der Eindruck der Cayenner De- I pesche mit den Aussagen Dreyfus bei dem Publikum ist I der erwartete. Den Dreyfus-Freunden bietet sie keinerlei Ueberraschung, die Nationalisten thun die Aeußerung mit I Schlagworten ab, wie z. B. eingedriüte Lektion, Verständi- I gung, geheime Korrespondenz. Die Zeugen-Vernehmung I vor dem Kassationshofe soll noch 10 Tage dauern. Dann übernimmt Macau die Leitung der Revisions-Verhandlungen. Paris, 11. Januar. Die Kammer wählte gestern De sch an e l wiederum zum Präsidenten. Die Niederlage I Brissons war vorauszusehen. Er hatte auch nur des I Prinzips halber kandidiert. Gegen ihn stimmten sowohl die politischen Anhänger Deschanels, also das Zentrum und die Ralliirten wie auch die Gegner der Revision, also die I Rechte, die Antisemiten, die Nationalisten und einige I Radikale. Paris, 11-Januar. Wie aus sehr zuverlässiger Quelle I verlautet, finden augenblicklich zwischen den Kabinetten von I Washington und Paris Verhandlungen statt, deren Endziel gegen England gerichtet ist. Die Washingtoner Staats- I männer sind ebenfalls der Ansicht, daß es unerläßlich sei, I für die Vereinigten Staaten sowohl als auch für Europa, I zu verhindern, daß England in Aegypten dauernd Fuß fasse. London, 11. Januar. Im Auswärtigen Amte werden lalle Alarm-Nachrichten über die angeblich verschlechterten Beziehungen zu Frankreich als unbegründet bezeichnet, vielmehr versichert, daß ebenso tote bei der Faschoda-Frage auch in den noch schwebenden Streittg- keiten ein Ausgleich im Wege ruhiger Auseinandersetzungen I erfolgen wird. Madrid, 11. Januar. Die Meldung, Sagasta habe nach einer Audienz bei der Königin-Regentin das Bestehen einer Kabinets-Krisis bestritten und erklärt, daß eine solche Krisis erst beim Zusammentritt der Cortes möglich werden dürfte, wird hier mit Mißtrauen aufgenommen. Man glaubt vielmehr, daß Sagasta seiner Gepflogenheit gemäß den ihn ausfragenden Journalisten auf eine falsche Fährte leiten wollte. wurde inM sann Heinrich hen Einffuß eine .er ganzen M Ä erprobte fw« bit er irr »& Vermögens zu fischen Schriften Äi M erfundenen lichtelektrischen Telegraphie gemacht, welche, wenn sie sich praktisch bewährt, das Telegraphieren auf weit größere rntf, Distanz ermöglichen würde, wobei außerdem noch der Vorteil besteht, daß das Depeschengeheimnis gewahrt werden kann, was bei Marconi nicht der Fall ist. Die Elektrochemie hat in diesem Jahre große Fortschritte gezeitigt, besonders in der Reinigung der Metalle von anderen Bestandteilen. In Amerika sind Fabriken errichtet worden, in welchen täglich 1150 Kilogr. Silber und jährlich 2040 Kilogr. Gold auf elektrolytischem Weg gewonnen werden. Die meisten Erfolge hat die Elektrotherapie aufzuweisen. Ob die Wirkung der lichtelektrischen Bäder den Wärmestrahlen oder den Lichtstrahlen oder beiden zusammen zuzuschreiben ist, darüber «erden jetzt an der Wiener Poliklinik durch Professor * lieber die Einwirkungen der Winterkälte auf die B ä u m e i in verschiedenen Lagen sind in den letzten Jahren gniaue Messungen angestellt worden, und haben dieselben die That- sache ergeben, daß die Bäume in südlichen Lagen an der Südseite der Stämme ganz gewaltige Temper^ur chwankungen auszuhalten haben und dadurch Frostbeschadigungen viel mehr ausgesetzt sind als die Bäume m nördlich en Lagen. Die genauen Zahlenangaben über die mteressanten Messungen enthält die neueste Nummer des praktischen Ratgebers, die Interessenten gern kostenlos vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers in Frankfurt a. O. zugeschickt wird * Ein Restaurant für Damen ist der „Berliner Böllen- zeilung« zufolge am Nenjahtstage in^openfcageneröffne mneben ’ Vier mutige Frauen haben die neue Wirtschaft etTweriÄtet und sich dazu -Mschlosl-n. di- Seüung be« «a- bliffements selbst in ble H°nd ,u nehmen. S e haben eine perfekte Köchin als „chef de cuisine“ angestellt und hoffen, durch zahlreiche Zuschriften aus Damenkreisen ermutigt, auf eine gedeihliche Weiterentwickelung ihre» Unternehmens. * In einem Berliner Briefe der „Straßb. Post wird auf eine Erscheinung aufmerksam gemacht, die seit einigen Jahren beobachtet werde: „Die Zahl derjenigen Franzosen, die Deutschland zu längerem oder kürzerem Aufenthalte oe- suchen, hat erheblich angenommen. Wir erinnern uns noch der gar nicht weit entlegenen Seit, wo den meisten Franzosen eine Reise ober gar ein längerer Aufenthalt tn Berlin als ein sehr bedenkliches Wagnis erschien. Man traute sich wohl nach Köln oder Frankfurt, aber darüber hinaus ging nur, wer „dreifaches Erz um die Brust" hatte. Was den Franzosen in der wilden Stadt Berlin widerfahren sollte, das wußte wohl keiner so recht anzugeben, aber man traute eben dem Frieden nicht und meinte, daß piburg m Die ngewK 662 Fuß ang kotta- nit lockig 9 !°M ) 132 3“ bei- •»Ää Die W'S Wf' 111 Eitervergiftung Krebs des Magen« 1 (1) Summ«: 4 (2) 2 (2) 2 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. !n 6kt ( „?’«» die 'Weit wurde 1 iWere $er; e ,n die Klinik ten des Barv- veitcr in ost, und bräunt 'd'g nach dem von Süden Die Witterung ” heiter, teils »Nationen sind M gestiegen, erft noch ziem« mit zeitweisen Gingesandt. Gieße», 11. Januar 1899. Es hat eine Zeit gegeben, da war es besonder« vornehm, recht spät zu kommen. Diese Zeit ist zwar längst geschwunden, aber nicht das Zuspätkommen, dagegen haben bisher Litten und Elferungen gleichwenig genützt. Wenn nur die Säumigen darunter litten, würde jede Aufregung hierüber höchst überflüssig sein, leider aber ist das Gegenteil der Fall. Der Pünktliche, der rechtzeitig seinen Platz einnimmt und gespannt der Dinge harrt, die da kommen werden, wird in letzter Minute und darüber gestört, manchmal sogar recht nachdrücklich, insbesondere, wenn er empfindsame Füße hat Die Zuspätkommenden möchten wir übrigens hiermit ganz vertraulich darauf aufmerkfam machen, daß die Pünktlichen, mit entschuldbarer Schläue, sehr häufig die nicht feststehenden Stühle zu ihren Gunsten verrücken und den Nachzüglern, den, ihnen zukommenden ohnehin fchon knapp bemessenen Raum noch mehr verkümmern. Läg' es daher nicht im eignen Intereste, den Spieß 'mal umzukehren? Wer nun aber absolut den Anfang versäumen muß oder will, der möge dann wenigstens die Güte haben, das Aufsuchen seine« Platzes in die erste Pause zu verlegen. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle inMeßm. 1. Woche. Vom 1. Januar bis 7. Januar 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24100 (incl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkeitsziffer: 8,63, nach Abzug der Ortsfremden 4,31 Q/ro Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: hn oom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr — 1 — 1 1 (1) 1 (1) Winternitz umfangreiche Versuche angestellt. Die Röntgen- i Strahlen haben sich durch die Verbesserung der Crooke'schen Röhren als besonders erfolgreiche Heilfaktoren bei Lupus und Haut-Tuberkulose erwiesen. Die schädliche Wirkung der Strahlen auf die gesunden Hautstellen hat Professor Niels Findsen in Kopenhagen dadurch beseitigt, daß er ein gewisses farbiges Licht in den Strahlen abzulenken vermag. Seitdem haben sich die Röntgen-Strahlen auch als tätlich für die Bakterien erwiesen und werden bereits im Münchner hygienischen Institute als Desinfektionsmittel angewendet. Aus Frankreich wird sogar neuestens gemeldet, daß die Em- ■ Wirkung des elektrischen Lichtes auf und durch den Körper sich als sehr heilsam für gewisse Krankheiten erwiesen hat. In der Beleuchtungs-Elektrizität sind noch zu nennen die neuen Glühkörper von Nernst und Auer, die sich durch große Lichtstärke auszeichnen sollen._____________ Mteratur, Wissenschaft und Kunst. - Da« Jahr 1899 wird zwei litterariscke Ereignisse von außergewöhnlicher Bedeutung bringen: zwei neue Romane von den beiden größten Romanschrtststrllern der Gegenwart. Graf Leo Tolstoi, der seit „Anna Karenina" bisher kein größeres episches Werk mehr veröffentlicht hatte, hat vor kurzem einen Roman mit dem Titel [ „Auferstehung" vollendet, der demnächst erscheinen wird und nach zuverlässigen Mitteilungen an tiefem Gehalt, Frische der Empfindung, großartigem Realismus und hinreißender Darstellung den beiden früheren Romanen Tolstojs nicht« nachgiebt. Gleichfalls bald zu erwarten ist der Roman, den Emile Zola, der große Dichter und beldenbafte Anwalt der Wahrheit, in der St-lle und Abgeschiedenheit seine« Exil« schreibt und dem die ganze gebildete Welt mit gespanntem Interesse entgegensieht. Diese beiden Romane wird die Zeitschrift Aus fremden Zungen*, das bekannte Organ für die moderne Erzählungslitteratur des Auslandes, in ihrem soeben begonnenen neunten Jahrgang ihren Lesern tn deutscher Uebersetzung darbieten, neben einer Reihe anderer intereffanter Werke der gesamten ausländischen Liiteratur. Das soeben auSgegebcne erste Heft deS neuen Jahrgangs enthält das neueste Werk Pierre Lotis: „Seemann (a. d. Französischen), die Erzählungen „Maler Figge* von G. Norden- savn (a. d. Schwedischen), „DaS Geheimnis" von Matrlde Serao (a. d. Italienischen), „Ghetto-Idylle" von W. F-ldmann (a. d. Polnischen), „Ein Dickschädel" von D. O-stergaard (a. d. Dänischen), drei Gedichte von Björnstjerne Björnson (a. d. Norwegischen) und eine Anzahl kleiner lilterarischer Artikel. — Von „Au« fremden I Zungen" erscheinen allmonatlich 2 Hefte k 50 Pig- Das etfte Heft I sendet jede Buchhandlung auf Verlangen zur Ansicht ins HauS. SchLffrnachrichterr. Der Postdampfer „Noordland" der -Red Star m AM - wrrpen ist laut Telegramm am 7. Januar wohlbehalten in New- York «ngkkommen.__ Verkehr, Land- und Volkswirtschaft- Giekeu, 11. Januar. Der gestrige erste Viehmarkt im neuen Jahre zeigte einen außergewöhnlich großen Auftrieb. Es standen zum Verkauf mehr wie 1800 etfid 250 Stück Fahrochsen und einige hundert Kälber. Der Austrieb auf dem Schwetnemarkt war weniger zahlreich. Die Witterung trug wesentlich dazu bei, daß der Rindviehmarkt einen so großen Auftrieb hitte, indem Vieh aus dem höheren Vogelsberg sonst um diese Jahreszeit, des schwierigen Transportes wegen, nicht zu den Gießener Märkten gebracht wird. Der Handel in Ochsen war sehr flau, well die Landwirte mit dem Ankauf von Zugvieh noch zurückhalten. Ganz schwere« Gangvieh, welche« verhältnismäßig am Markt vertreten war, war nicht unterzubringen, während Handelsware zu gerade nicht sehr hohen Preisen vertäust wurde Auch der Kälberhandel ließ zu wünschen übrig, obwohl gegen sonstige Märkte keine große Anzahl vorhanden war. Für Wiesbaden und Frankfurt a. M. wurden fchwere Kälber in Partien angekauft. Die Preise für Milchkühe warm tn der gewohnten Höbe, und ging der Handel in dieser W«" überaus flott Die Milchproduzenten haben seit Wochen versucht, die Preise ür tragende und frischmelkende Kühe herunter zu drücken, es war dies Beginnen aber vergeblich, da die Verkäufer wissen, daß die Ware gebraucht wird und mit der Thatsache rechnen, daß im Lande nicht soviel Vieh gezüchtet wird, um den Bedarf an Milch zu decken, und da die Zufuhr von ausländischen speziell Holländer Kühen unterbunden ist, so rechnen die Händler auf ein weitere-Steigen der Preise für Milchvieh. Die erzielten Preise stellten sich wie folgt: Schwere Milchkühe 525-550 Mack, erste Qualität 450 - 500 Mark, Verloren Uermietnngen 506] Eine tücktige, gut empfohlene Verkäuferin, welche längere Jahre ein Geschäft selbständig geführt hat, sucht auf sofort Stelle. Offerten unter H. 43 an Haasenstein u. Vogler, A.'G., Gaffel. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstrafie L. Angebot der Arbeitnehmer r 1 Bäcker, 1 Drechsler, 1 Glaser, 1 Bau- f d)I off er, 3 Schneider, > Schuhmacker, 2 Taglöhner für leichtere Arbeit, 3 Taglöhner, 1 Kellner, 2 Fuhrknechte, 2 Hausburschen, 1 befferes Hausmädchen für Bad Nauheim, 3 Lauffrauen, 1 Haushälterin, 1 Büglerin, 1 Schrerbgebufe. Nachfrage der Arbeitgeber» 1 Bäcker, 1 Drechsler, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 3 tücht. Bauschreiner, 1 Taglöhner für zeitwerse Arbeiten, 3 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 2 Lauffrauen, 8 bis 10 Ausrippermnen, 3 bis 4 Lumpensortiererinnen, 1 Flickfrau Kaiter-Aanorama 514 Nenn - Naue I Diese Woche: Womanlische Weise: Ober-Italien, Lago-, Maggiore-, Como- und ’wSfcBtöiv Lugano-See,Jsola-Bella, Pescatori, Sounenauf u nd Untergang am Seerc. oi45] Verloren ein Brillant aue einem Ringe.