Oswaldsgarten. obe. U?b“ «"-» «M abends 8 Uhr: ^WUna. ttobet 189», * Ähr: ^rsteÜNgm. auSgefiattet, \o\t die !(t* ÄeuhcUt». -»K heben-. .«Jft® n» rk 8tlb “42 Mb) etc’” ’Hommenen Vdol.Lru-pe, k Prairir, sibnGn und fiürmifdien Upplaug. Sin en haben, solche Leistungen randra, vvtMlche Draht- infttttiw. in I., in allen ©angarten der Schule geritten von Fräulein nie Lobe als blauet Husar im miauet l'Clow« Rerktl mit feinen mabßnheed u. neuesten Spässen, eliebleste und beste Clown btr leit. lerander Lobe, vorzüglcher Je« r» Äl«d. chenpausen werden durch larni# was, sowie 2 Dumme Kngnstt auSgefüHt bnr<6 Mitt. "W 7276 obe, Direktor, auwiderrustich: MM». „ 16, 6to6tr 1899: MiDM tätig» EH°k-.A°,dM nrs-OrdnMtz. g Sed>nunq«abla0t. 3; M» 4. tw _ t I-ltt-MG ■ML M-S- KsK ’ ”rf”'SJÜS ScHiat?rnr ®nlOlUfi?uB1»- Z"L' **»■ 5”n« 1 w Herrn* Mittwoch den 11. October 1899 Nr. 239 Zweites Blatt Ugfit eit lnln*bm< des Äeetagi. Di« Gteßkner >«aHftfalUtter xrbtn bem Anzeiger »rcheutltch viermal bdgckgt Gießener Anzeiger ggeiuflsyrrU vierteljährlich 2 Marl 20 Pf§ monatlich 75 Pfg mit Bringerloh» Bei Postbezug 2 SWar! 50 Pf,, vierteljährlich. AnnnchE« »en Anzeigen zu der uschmittagi für den felyobm tag erscheinenden Stummer bi» vorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen bei In- und ÄuileiM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Auzeiseblutt für den Ttreis Giefzen. Rebehien, Expedition und Druckerei: Schnkßrnßt Mr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische UalKsbunde. Ubreffe für Depeschen: Anzeiger chiciiL. Fernsprecher Nr. 51. Mnnitionsverteilung vor einer Landdrostei in Transvaal. Mit welchem Eifer die Buren ihre Rüstungen betreiben, geht aus dem Umstande hervor, daß alle Waffen und Munition, die von Lorenco Marques auf der Eisenbahn ins Land gebracht werden, sofort durch Maultiergespanne an die einzelnen Landdrosten weiter- gehen, die sie an die Buren verteilen. Unsere heutige Abbildung zeigt eine Waffen- verteilung vor einer Landdrostei. I Der Doktortitel der Techniker. Technische und nicht technische Zeitschriften, Tagesblätter und Broschüren beschäftigen sich in letzter Zeit eingehend mir der Frage des gelegentlich der Charlottenburger Säku larfeier zu erwartenden kaiserlichen Geschenkes: der Verleihung des Doktortitels an jene Hörer technischer Hoch schulen, die den Anforderungen ihrer Lehranstalt voll genügt haben. Gelehrte, Professoren technischer Hochschulen und Universitäten, Studierende der Hochschulen und als erster der Verein deutscher Ingenieure haben das Wort in der Angelegenheit ergriffen, um einen rechtsgeschützten Titel für jene Männer vorzuschlagen, die mit ihrem Wissen und ihrer Arbeit dem scheidenden Jahrhundert den Namen des eisernen gaben. Ausschlaggebend war neben dem Verein deutscher Ingenieure eine gewisse Kategorie von Professoren, die seit einigen Jahren an den technischen Hochschulen in reformatorischer Beziehung ein unbeschränktes Regiment sich aneignen wollen und wohl auch zum großen Teil sich angeeignet haben, gegen das nur wenige andere Kollegen mit Erfolg auftreten können. Der letzteren Stimmen verhallen auch ungehört in dem Beifall, mit dem die Studenten fast ausnahmslos den Sprechern für den Doktortitel zujubeln; ein Jubel, der bei der studierenden Jugend selbstverständlich und lobenswert ist. Wie denkt aber die Mehrzahl jener Männer, die nach beendeter Hochschule die Erfahrungen des praktischen Lebens gesammelt haben und unparteiisch die energischen Bestrebungen nach Erlangung eines Titels betrachten? Da man in nicht-technischen Kreisen die Verleihung des Doktortitels an die Techniker gewissermaßen als Erfüllung eines langgehegten, großen Wunsches anzusehen geneigt ist, so möge hier gesagt sein, daß alle Bestrebungen, welche die Schaffung des „Doktors der Technik" bezwecken, niemals den Beifall der großen Zahl im praktischen Leben stehender, schaffender, akademisch gebildeter Techniker erringen können. Wir wollen ganz von den zum Teil ungerechten Einwendungen absehen, welche die „Universitas literarum“ diesem „Eindringling" entgegensetzen will und die dem technischen Doktor gar leicht den Beigeschmack des Geduldeten geben können, wir wollen vielmehr nur die Bedingungen, die bei Verleihung des Titels von den beiden Hochschulen an den Kandidaten gestellt werden, mit einander vergleichen. Durch die Verleihung des Doktortitels bezeugt die Universität den Doktoranden die Fähigkeit reifen Denkens und selbständiger Arbeit auf einem bestimmten Wissensgebiete; und in der That, der Jurist sowohl als der Theologe und Philosoph und in ganz besonderem Grade der Mediziner können, zufolge der Eigenart ihres Studiums, nach Vollendung desselben den an sie gestellten Anforderungen der Praxis mehr oder weniger erfolgreich gerecht werden. Nicht so der Techniker, der eine Hochschule absolviert hat. Ihm giebt das Polytechnikum die Möglichkeit, volle Herrschaft über die seinem Fache zur Grundlage dienenden Wissenschaften zu erlangen; sie bildet ihn nur in rein wissenschaftlicher, theoretischer Beziehung aus, während der große Teil der technischen Ausbildung stets und allein der spätern praktischen Bethätigung überlassen werden muß. Diese „Praxis", die der vollendete Mediziner zufolge Besuches von Kliniken, Arbeiten im Seziersaal u. s. w. in hohem Maße bei Erlangung einer Stellung im öffentlichen Leben besitzt, und die bei den drei anderen Universitäts- Fakultäten sich von ihrer Theorie so gut wie garnicht unterscheidet (?), muß dem absolvierten und selbst mit bestem Erfolge geprüften Techniker fehlen. Die vielen Hunderttausende, die für Errichtung von Ingenieur-Laboratorien an technischen Hochschulen ausgegeben wurden und werden, jene schönen Redensarten von der Ausbildung in „praktischer" Richtung, welche die Hochschulen gewähren sollen, und alle Bestrebungen, die den theoretischen Unterricht auf Kosten der „praktischen" Fächer verkürzen wollen, können an der Thatsache nichts ändern, daß der Absolvent der technischen Hochschule mit der Erlangung seiner höchsten akademischen Befähigung noch lange nicht jene für praktische Bethätigung notwendige Summe von Wissen besitzt, das in der richtigen Anwendung der in der Schule gelernten „Theorie" auf die im Laufe der Jahre erst erworbene „Praxis" besteht. Dasjenige, was also die Universitäten mit dem Doktortitel erreichen wollen und gewiß auch zum Teil erreichen, nämlich die Anerkennung selbständigen Denkens und Schaffens auf einem bestimmten Wissensgebiete, kann die technische Hochschule, wenn sie den Doktortitel ebenfalls verleihen sollte, nimmer erreichen. Die Eigenart der Technik, jene Verquickung von Theorie und Empirie, bringt es eben mit sich, daß die technische Hochschule so gut wie keine Garantie für den Erfolg ihre« Absolventen im praktischen Leben übernehmen kann, wenn sie ihm in Zukunft den Doktortitel verleihen sollte. Menn man aber diese Erfahrung, die die Universitäten mit dem „technischen Doktor" früher oder später vielleicht machen könnten, sich heute vergegenwärtigt, so muß man im Interesse des Standes befürchten, daß der „Doktor der Technik" leicht zu einem Doktor zweiter Klaffe herabsinken könnte. Feuilleton. $>te Zarin. (Ein Charakterbild.) In diesen Tagen, da das russische Kaiserpaar wieder auf deutschem Boden weilt, mag es wohl angebracht sein, die Blicke auf die edle Frau hinzulenken, die auf der Höhe deS stolzesten Thrones dazu berufen ist, dem einsamen Beherrscher des riesigen Zarenreiches eine liebende Gefährtin zu sein. Bekanntlich hatte Zar Nikolaus, als er als Großfürst- Thronfolger von seinem Vater gezwungen werden sollte, die hessische Prinzessin zu heiraten, sich ganz entschieden geweigert, diese Ehe einzugehen. Aus diesem Grunde war man in Petersburg nach dem Tode des Kaisers davon überzeugt, daß Zar Nikolaus die Partie vollständig rückgängig machen würde. Aber darin sah man sich sehr bald getäuscht. Als Nikolaus nicht mehr unter dem Zwange des väterlichen Willens stand, als er zudem die jugendliche Prinzessin näher kennen und lieben gelernt hatte, war er sofort entschlossen, die Braut heimzuführen; und er hat es nie bereut, denn er weiß, daß er keine treuere Gattin und für sein Land keine bessere Kaiserin hätte finden können. So leben denn die zwei Menschen in ihrer Familieneinsamkeil in der schönsten Harmonie. Die höfischen Sitten und Zeremonien bringen es natürlich ost mit sich, daß das Kaiserpaar sich mitunter tagelang so gut wie gar nicht sieht und kaum ein Paar vertrauliche Worte sprechen kann, ohne daß Hunderte von neugierigen Ohren sie hörten. Aber wo es nur irgend möglich ist, sucht der Kaiser die Kaiserin und umgekehrt diese ihren hohen Gemahl auf. Zar Nikolaus hat die Gewohnheit, bis in die späte Nacht am Schreibtisch zu sitzen; dann sitzt aber gewöhnlich die Zarin an seiner Seite, über eine Näh- oder Stickarbeit gebückt. Tritt nun irgend ein vortragender Rat ein und die Zarin will sich still entfernen, so bittet sie der Zar, zu bleiben; und sie bleibt, denn sie weiß, daß sie einen wohlthuenden Einfluß auf ihren hohen Gemahl ausübt. Unermüdlich ist sie thätig, den Kaiser in seinen guten Absichten zu bestärken und ihn zu ermutigen, auf der freiheitlichen Bahn fortzuschreiten. Alexandra Fcodorowna hat sich für die Katholiken in Polen und für die Deutschen in Livland und Kurland verwendet und namentlich viel dafür gethan, daß die katholische Kirche in Rußland nicht so sehr unter der Intoleranz des orthodoxen PopentumS leide — kurz, vieles von dem, woran die besseren Elemente Rußlands ihre Freude haben, ist auf den Einfluß der jungen Zarin zurückzuführen. Aber Alexandra Feodorowna ist nicht nur etne von reinsten Absichten erfüllte Herrscherin, nicht nur eine edle und vielgeliebte Frau, sie ist auch em praktisches und resolutes Hausmüllerchen. Die Zarin spricht französisch, deutsch, englisch und italienisch und soll jetzt auch bereits die schwere russischeSprache beherrschen. Sie verfügt über eine schöne, von dem Frankfurter Gesangsmeister Herborn ausgebildete Sopran- ftimme und ist zugleich eine ausgezeichnetePianistin.Aber auch das Kochen und weibliche Handarbeiten sind der Zarin vertraute Dinge, ja, sie ist auf diesen Gebieten in ihrem wahrsten Element. Sie darf geradezu für eine Meisterin in der Kochkunst gelten, und ihre Stickereien sollen bewunderungswürdige Kunstwerke sein. Auch ihre Mutterpflichten faßt sie ganz von der edlen Seite auf. Die Liebe, mit welcher sie an ihren Töchtern hängt, soll nahezu grenzenlos sein. Al- Prinzessin Olga, die erste Tochter des Kaiseipaares, geboren war, hatte die Kaiserin nur den einen Wunsch, das kleine Wesen selbst zu nähren. Das ging natürlich nicht an. Einer Amme aber wollte sie ihr Kind auch nicht anvertrauen; sie wollte es selbst hegen und pflegen. Nikolaus zog nun alle möglichen Petersburger Aerzte zu Rate; und schließlich kam man zu dem Entschlüsse, die kleine Großfürstin mit Kuhmilch zu ernähren. Eine stattliche Anzahl Schweizer Kühe hielt daher eines Tages am Zarenhofe ihren Einzug; und wo immer das Zarenpaar auch hinreiste — die Kühe folgten mit; selbst auf den Reisen ins Ausland wurden die Kühe der Großfürstin Olga mitgenommen; denn die Zarin wollte sich von ihrem Töchterchen nicht trennen. Im Mittelpunkt ihrer Familie stehend, hat die junge Kaiserin viel dazu beigetragen, daß sich das melancholische Wesen des Zaren mehr und mehr ausheiterte. Aber auch ihrem Volke steht sie als eine Lichtgestalt, als eine Spenderin des Guten gegenüber. Wie sie den Zaren zu dem Handschreiben an den Justizminister anregte, in welchem er die Justizordnung Alexanders II. verfügte und erklärte, daß die veraltete und unbrauchbare Justizordnung in Sibirien dem modernen Leben nicht mehr entspreche, so ist sic es, welche Richtig ist, daß die Hauptbedenken, die vom philolo« gischen Standpunkt gegen das technische Doktorat ins Feld geführt werden, daß nämlich ein Wort, das mit den humanistischen Studien zusammenhängt und aus der Entwicklung der Universitäten hervorgegangen ist, auf die viel jüngere Hochschule übertragen werden solle, nur einer zwar begreiflichen Empfindlichkeit, zum Teil mangelhaft historischen Anschauungen, aber keinem gesunden Gefühl entspringen; aber ebenso unrichtig ist es, wenn die junge Hochschule ihre eigenen bisher gewandelten und zu den größten Erfolgen führenden Wege verläßt und um einen ihrem innersten Wesen fremden Titel buhlt. Die Absolventen der technischen Hochschule sind nicht nur, was allgemeine Bildung betrifft, den Hörern der Universität ebenbürtig, sondern in wissenschaftlicher Beziehung ihren Kollegen zuweilen überlegen, und recht und billig ist es nur, wenn man auch für den geprüften Techniker einen rechtsgeschützten Titel — falls man überhaupt von besonderen Rechten des Doktors heute noch sprechen kann — fordert. Warum soll aber die technische Hochschule nicht jenen aus den von ihr gegründeten und ausgebauten Wissenszweigen — den Jngenieurwissenschaften — hervorgegangenen Titel, den „Ingenieur", für sich beanspruchen, und für ihn die gleichen Rechte verlangen, wie für den von der Universität verliehenen „Doktor"? Es hieße die Berücksichtigung verlangende, natürliche Entwickelung der Technik über den Haufen werfen, wenn man ihr den „Doktor" schenken wollte; Schreiber dieses, der den Anforderungen der Hochschule vollkommen entsprochen hat, dem also die Doktortrauben sicher nicht zu hoch hängen, hielte es für eine Herabsetzung der Technik, dem Stande einen Titel aufzudrängen, der bei der heutigen ungeteilten Anerkennung der Technik und ihrer Erfolge nicht mehr bedeutet als der rechtlich geschützte „Ingenieur". Man erhebt von gegnerischer Seite den Einwand, daß der „Ingenieur" immer wieder irrtümlicher Auffassung preisgegeben sei, indem man mit diesem Worte gleichzeitig eine Bernfsthätigkeit und einen erworbenen Grad bezeichne; dieser Einwand ist, wie die Praxis zeigt, gänzlich unhaltbar. Es wird natürlich nach wie vor eine Menge Techniker geben, die ohne akademische Vorbildung hohe Stellen erlangen und den „Ingenieur" mit mehr oder weniger Recht angenommen haben. Für solche Nichtakademiker lassen sich aber nach vorliegender praktischer Erfahrung leicht Namen finden, welche ihren Berufsstellungen entnommen sind: „der Bureauchef", „der Werkstättenchef", „der Konstrukteur", „der technische Zeichner", „der technische Hilfsarbeiter" sind heute schon gäng und gäbe und bewähren sich. Daß man dabei einer Menge älterer verdienter Herren durch Wegnahme des langjährig geführten Titels vor den Kopf stoßen würde, ist selbstverständlich, das wird sich aber stets dann ergeben, wenn neue Namen und neue Rechte geschaffen werden sollen. Daß der „Doktor der Technik" als ein „Fortschritt im Sinne unserer geistigen Entwicklung" und als „Befriedigung eines praktischen Bedürfnisses" anzusehen sei, wird nur von einer geringen Zahl der davon Betroffenen zugegeben werden. Nach diesem Titel können nur jene verlangen, die das stille Bewußtsein einer gewissen Unsicherheit haben und sich gegen die Gefahren der Feuerprobe der Praxis durch ein auf ihre Visitenkarten gesetztes „Dr." die unverletzbare Siegfrieds- Haut erringen wollen. Der Titel könnte ferner einige von falschem Ehrgeiz erfüllte junge Leute befriedigen und endlich einer Reihe von rein technisch gebildeten Professoren auch äußerlich die Gleichberechtigung mit den Kollegen der Universität geben; einem „praktischem Bedürfnisse" entspringt er sicher nicht, und um einen „Akt der Gerechtigkeit" zu vollführen, genügt es, den „Ingenieur" ebenso zu schützen wie den „Doktor". Daß der Doktortitel auch gar zu leicht dem hemmenden Bureaukratismus in der Industrie Eingang verschaffen, daß sich der Assessorismus auch im Fabrikbetriebe einschleichen könnte, soll hier nur nebenbei erwähnt werden. Der Himmel schütze uns jetzt vor „Schiffbaudoktoren" ebenso wie vor dem einst glücklich abgewehrten „Maschinenbau- Assessor". Will jedoch der absolvierte Techniker seine besondere Befähigung auf rein wissenschaftlichem Gebiete nachgewiesen bekommen, so hindert ihn nichts, nach vollendetem bei jeder passenden Gelegenheit und zumal wenn der Zar sie um ihren Rat befragt, zur Milde rät. Sie hat dadurch für Rußland schon viel gutes gethan, und mancher, der es wohl gar nicht ahnt, verdankt ihr seine Freiheit, sein Leben. So wurde vor einiger Zeit der Cornet Volkow vom Wos- nezenskischcn Dragonerregiment zum Verluste sämtlicher Rechte, Degradierung und Ansiedelung in Sibirien verurteilt, weil er seinen Vorgesetzten, den Leutnant Michaelow, getötet hatte. Eine Liebesaffaire war der Grund. Als die Zarin von dem Geschicke des jungen Offiziers erfuhr, bat sie den Zaren, ihm die Strafe zu mildern, worauf Nikolaus II. nicht säumte, den Cornet zu acht Monaten Festungshaft und fünfjährigem Avancementsverlust zu begnadigen. Leider sollen sich, nach der Mitteilung eines Kenners des Lebens am russischen Hofe,*) in neuerer Zeit Bestrebungen geltend machen, welche dahin zielen, das Verhältnis, das zwischen Nikolaus II. und seiner Gemahlin besteht, zu trüben. Die liberalen, von Alexandra Feodorowna geteilten und begünstigten Tendenzen des jungen Kaisers sind der Pobjedonoszew'schen Klique ein Dorn im Auge. Aber der Einfluß, den die Kaiserin auf ihren Gemahl thatsächlich ausübt, ist ein starkes Hindernis für die nicht rastende Maulwurfsarbeit der Pobjedonoszew'schen Klique. Und so wird es Kaiserin Alexandra Feodorowna vergönnt sein, an der Seite ihres Gemahls noch recht lange als weitblickende Landes- und zärtliche Familieumutter zu walten. *) Zar Nikolaus IL und sein Hof »s« 1. o. Sydacoff (Fr Luck-ard-Brrlin und SrtPiig). Studium an der technischen Hochschule die verschiedensten Gegenstände an den verschiedenen Fakultäten einer Universität zu hören und dann seinen Doktor der Philosophie oder wie er sonst heißen mag, zu erwerben. Ob ihm und dem Stande der Techniker dadurch beffer gedient ist, als mit dem „Ingenieur", soll hier nicht weiter berührt werden, doch möchte ich diese Frage verneinen. Zum Schluffe möchte ich allen jenen warmen Fürsprechern für den erborgten Titel die Worte zurufen, welche ein hervorragender Vertreter der deutschen wissenschaftlichen Technik einer Abordnung von Studierenden sagte, die sich gelegentlich der Titelfrage an ihn wandte: „Meine Herren, lassen Sie ab vom Doktortitel; James Watt und Stephen- son sind keine Doktoren, sie sind vielmehr die größten Ingenieure aller Zeiten gewesen, und ich sage Ihnen, so wie Sie heute den Doktortitel gern erwerben möchten, so werden vielleicht diejenigen Kollegen von der Universität, die uns am nächsten stehen, die Mediziner des nächsten Jahrhunderts, zufrieden sein, sich etwa „Ingenieure der Anatomie" nennen zu dürfen." Wir geben vorstehenden der „Köln. Ztg." zugesandten Artikel mit dem Bemerken wieder, daß wir Aeußerungen aus akademischen Kreisen zu dieser Frage gern Aufnahme gewähren. Selbstverständlich geben die folgenden Auslassungen nicht die Ansichten der Redaktion wieder, wir überlassen vielmehr cv. schriftliche Meinungsäußerungen Für und Wider Männern vom Fach aus unserem Leserkreise. Kokries und Krsmumües. Gießen, den 10. Oktober 1899. *- Hunde und Radfahrer können sich selten vertragen. Die größeren Hunde suchen mit Vorliebe den Fahrern den Weg zu versperren und in die Speichen oder Pedale einzubeißen. Auch sonst treiben große Hunde manche Allotria, durch die den Betroffenen mehr oder minder erheblichen Schaden geschieht. Die Herren Hundebesitzer machten sich, bisher wenig aus den Passionen ihrer Hunde, da sie nach dem bestehenden Recht für den Schaden nur dann haften, wenn ihnen ein Versehen (versäumte Aufsicht) nachgewiesen werden kann. Das wird mit dem 1. Januar 1900, an welchem Termin bekanntlich das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft tritt, anders. Dieses gewährt in seinem § 833 nämlich einen hinreichenden Schutz gegen derartige Attentate, indem es den Besitzer ohne weiteres verpflichtet, den durch seinen Hund angerichteten Schaden zu ersetzen. •• In Amerika verstorbene Hesten. In New-Ham- burg, Kanada, Pauline Franke, geb. Plätzer, 63 Jahre alt, aus Appenrod. — In Kenosha, WiS., Konrad Münzenberger, 79 Jahre alt, aus Mainz. — In Chicago, Jll., Katharina Ditewig, 75 Jahre alt, aus Nieder-Saulheim. -e- Vom Laude. Dem nassen September ist ein kühler Oktober gefolgt. Bereits am verflossenen Samstag zogen die erstenScharenKraniche nach dem warmen Süden. Diesen Vorboten ist denn in der letzten Nacht bereits die erste Kälte gefolgt, denn heute morgen lag der Reif überall ausgebreitet. Unsere Landleute sind eifrig mit dem Ausstreuen der Wintersaat beschästigt. Die Knollengewächse, wie Kartoffeln, Dickwurz und Kohlraben liefern eine reichliche Ernte. Letztere sind von enormer Größe, und müssen daher unsere Landleute dieselben aus Mangel an Räumlichkeit in Erdgruben versenken. X Vom Lande, 9. Oktober. Den Schluß der Ernte macht die Kartoffel. Sie, das Brot der Armen, ist in ihrem Ertrage für das Gesamternteergebnis fast noch bedeutungsvoller als die Getreideernte. Das ausgezeichnete Ergebnis der letzteren in allen Gattungen ist genugsam gelobt worden. Aber der diesjährige segensreiche Jahrgang erhält erst seine Krone durch die vortreffliche Kartoffelernte. Die langen Reihen weißer Säcke in den Feldern, die schwerbeladenen Wagen, die zum Feierabend in die Dörfer kommen, die zufriedenen Gesichter der Landleute, sie sagen deutlich, was für einen Herbstsegcn der allgütige Schöpfer geschenkt hat. Des Jahrgangs Fruchtbarkeit tm ganzen ist eine so große, wie sie in den letzten drei Jahrzehnten kaum dagewesen sein dürfte. Dazu wirft noch die strahlende Oktobersonne ihren glänzenden Schein über die Felder, daß auch die Winterbestellung der Felder gut von statten gehen kann. Vergessen wir eins nicht: „Gebt unserm Gott die Ehre!" 4- Aus Daubrmgen, 9. Oktober, wird uns geschrieben: Unseren verehrten Herrn Lehrer Weinsheimer, welcher sich in den zwei Jahren, in denen er hier die zweite Schulstelle bekleidete, die Liebe und Achtung sämtlicher Einwohner erworben, nun aber von uns scheidet, um eine Lehrerstelle in Allendorf a. d. Lda. anzunehmen, wird die Einwohnerschaft in gutem Andenken behalten. Besonders die Eltern der Schulkinder werden es nicht vergessen, wie er die Klasse den heutigen Anforderungen entsprechend zu erhalten gewußt hat, was auch mehreremal von seinen Vorgesetzten anerkannt wurde. Möge Herrn Weinsheimer in seiner neuen Stellung nur Glück beschieden sein. △ Aus Oberhesse«, im Oktober. Es ist allgemein bekannt und auch von jedem Unbefangenen anerkannt, welch' gefährlicher Feind der Volkswohlfahrt der Alkohol ist. Wieviel Existenzen in einem einzigen Jahre ihm zum Opfer fallen, wieviel unglückliche Familienverhältnisse auf ihn zurückzuführen sind — wer kann es ausrechnen? Genug, daß sich im „Verein vom blauen Kreuz" Männer zu seiner Bekämpfung zusammengethan haben; daß sogar die Aerzte unter sich einen Verein ins Leben gerufen haben, um dem verderblichen Einfluß des Alkohols entgegenzutreten. Ist es doch offenkundig, daß an Krankheiten der Atmungsorgane Erkrankte im vorgerückten Lebensalter dann die Krankheit leichter überstehen, wenn sie sogen. Abstinenzler find! Wird doch jetzt gerade Hexans behauptet, daß bei der vor noch nicht allzulanger Zeit üblichen Behandlung der Diphteritis mit Arak und ähnlichem sicher mehr Kinder an Alkoholvergiftung als an Diphteritis gestorben seien. Gerade bei Kindern wirkt er vergiftend. Und gerade da wird besonders auf dem Land furchtbar gesündigt. Dort gehören die stumpfsinnigen Kinder meist Eltern an, die dem Alkoholgenuß zu- gcthan sind. Diese Kinder sind aber nicht bloS erblich belastet, sondern sie werden noch stumpfsinniger gemacht dadurch, daß die Eltern, wenn sie ihren Fusel trinken, das Kind mittrinken laffen, besonders aber, wo beim Kartoffelausmachen der Kühle wegen der Schnaps nicht fehlen darf, muß auch das Kind mittrinken. Noch mehr, wenn Sonntags der Vater auf die Kegelbahn geht und das Kind ihn aufsucht, geht es ohne Trinken nicht ab. Man braucht nur Montags solche Kinder in der Schule zu beobachten, daun sieht man genau, wo sie Sonntags gesteckt haben. Der Lehrer kann nur froh sein, wenn es ohne Eruptionen abläuft. Das Gesetz bestimmt, daß Kinder ohne Begleitung der Ellern oder deren Stellvertreter (das kann aber jeder beliebige sein) kein öffentliches Lokal besuchen dürfen. Dieses Gesetz hat gar keinen Erfolg. Sollte es nicht möglich sein, dahin auf gesetzlichem Weg zu wirken, daß Kinder bis zu einem gewissen Alter überhaupt in kein Wirtshaus ausgenommen werden dürfen, wenigstens im Heimatsort; und daß der Wirt für Kinder bis zu diesem Alter nichts verabreichen darf? Man ist ja leider in unseren Tagen gegen alle Einschränkungsmaßregeln; aber diese Politik des „laisser aller, laisser passer", d. i. des Geschehenlaffens, hat bis jetzt nichts gutes gebracht. Wo die Schäden so augenscheinlich sind, sollte man sich nicht passiv verhalten nur um der Doktrin halber. 0, Aus Oberhesseu, 9. Oktober. Es existiert eine G. W. Küchlers Waisenstiftung, aus deren Zinsen alljährlich eine namhafte Summe an Waisenkinder ausgezahlt wird. Diese Waisenkinder werden durch das Los bestimmt, und es haben in unserer Gegend W. Leidner in Hungen und Luise Höres in Helpershain je 171 Mk. (nach früherem Gelbe — 100 Gulden) gewonnen, welche demnächst zur Auszahlung gelangen. B. Aus dem Kreise Büdingen, 9. Oktober. Man hat den Versuch gemacht, das Obst an den Kreisstraßen zu brechen und möglichst selbst durch die Verwaltung verwerten zu lassen. Für die Bäume ist diese Verwertungsart sehr zuträglich, weil sie dadurch bedeutend geschont werden. Das finanzielle Ergebnis scheint jedoch hinter den Erwartungen zurückzubleiben; denn es wurde vieles Obst entwendet, wodurch der Ertrag bedeutend zurückging. Auch an Privatobstbäumen wurde viel gefrevelt, und nicht minder wird über Diebstähle an allen Gemüsesorten geklagt. Es ist dringend zu wünschen, daß der Feldschutz in Zukunft von Mitte September an wesentlich verstärkt und verschärft wird. — Gegen Ende der vergangenen Woche wurden Versuche zur Bildung eines Obstringes gemacht, der seinen Sitz in Frankfurt gehabt zu haben scheint, er ging jedoch in die Brüche. — Heute morgen hatten wir scharfen Reif; die Bäume entblättern sich rasch und das letzte Obst muß geerntet werden. R. Reichelsheim i. d. W., 9. Oktober. Vom herrlichsten Oktoberweiter begünstigt, wird gestern und heute unsere Kirch weihe gefeiert. Wenn man gestern die Menschenmasse betrachtete, die uns die Bahn zusührte, hält man c8 kaum für möglich, daß wir früher ohne Eisenbahn auskommen konnten; besonders lebhaft ist jetzt der Güterverkehr, der durch die Verfrachtung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen hervorgerufen wird. Der Bau der Zuckerrüben läßt sehr nach, weil sie zu viele Menschenhände erfordern, die in unserer Gegend nicht mehr aufzutreiben sind. Dagegen werden Runkelrüben und Kartoffeln, die auch dieses Jahr trefflich geraten sind, massenhaft erzeugt, und gehen meisten« nach Westfalen und dem Odenwald, wo sie sehr gelobt werden. — Man plant in der hiesigen Gegend ein Elektrizitätswerk, das auf 30 Kilometer Umkreis die Ortschaften mit elektrischem Lichte versorgen will. — In Bezug auf die Landtags wähl verdient hervorgehobe« zu werden, daß man den seitherigen Vertreter, Herrn Weith, der sich entschiedene Verdienste um seinen Bezirk erworben hat, wieder wählen will. Schotten, 9. Oktober. Am vergangenen Donnerstag ist hier einem auswärtigen Viehhändler ein Rind durchgegangen, das trotz gemachter Anstrengung bis heute noch nicht eingefangen werden konnte. Das wild gewordene Stück Vieh soll sich in den Wäldern bei Schotten aufhalten. § Aus dem Ohmthal, 9. Oktober Die erste Frostnacht liegt hinter uns. Weiß bereifte Dächer, eisfunkelnde Wiesen und eisbedeckte Wasserpfützen kündeten heute morgen den ersten Oktoberfrost. Das Thermometer zeigte noch morgens um 7 Uhr 2 Grad unter Null nach Reamnur. Die Bäume, Obst- wie Waldbäume, standen seither noch in vollem Laubschmuck, ja die Blätter zeigten ein saftstrotzendes Aussehen wie im Sommer. Heute morgen begann der erste allgemeine Blattabfall. Bald werden die Bäume kahl stehen, mahnend an die Vergänglichkeit des Irdischen. Die Trauben, die bei uns bekanntlich nur an die Hauswände gepflanzt werden können, scheinen nicht reif werden zu wollen; sie sehen noch meist ganz grün aus, während sie der Zeit nach sich blau — es sind fast nur diese Sorten — gefärbt habe« müßten. Die Obsternte ist vorüber. Sie ist im allgemeine« recht zufriedenstellend gewesen. Sie hat wieder klar dem Landmann gezeigt, welchen großen Wert es hat, der Obft- baumzucht und Obstbaumpflege seine Aufmerksamkeit et« klein wenig zu widmen. Wie fast immer, so ist auch in diesem Herbste der Obstsegen kein allgemeiner. Die eine Gemarkung hat volle Obsterträge, die andere weniger, leer aber geht wohl keine aus. Gar vielfach ist der Glaube verbreitet, im oberen Ohmthal, das ist im Vogelsberg, wächst kein Obst. Wenn wir sagen, daß in Unter- Seibertenrod in einem Garten fast bis zu 100 Körbe voll Aepfel geerntet werden konnten, so ist das der beste Beweis ift. äs weil atsM»" t „;WM di- «* sich ittSufr unter W®9 » Stadt nach allen M1 morden, daß vorer und zwar tn der im näiftf» 3*1 tichmer Schwarz so Vertrag seitens der ; Ossenbach, 8. DI Oberamtsrichter Ba damals mitgeteilt - weismittel in einer B der Stadtverordnetend Akten des Amtsgerick Vorstand Wolff und, zuliefern. Jetzt hat l diese Akten zur Bersü Generalstaatsanwalt c ordnet, daß die Mitte Ttrasalten gegen den schast den Parteien oe auöschuß, sondern au Mainz, 9. Olti dorfer Bootes Kaise burger waren gester nachts wieder an 8 heil fielen sie aus Nachensührer behau habe sie in der Dui Mainz, 9. Oktc In den Gefchäftsrar länger als acht Tag. * mit 20 M. klagte im Verlauf des lahm müsse, aber fei sremd, kenne wenigster Schließlich rüäie er i Barbier nicht 4 M. v und würde den Beirr u°n da zurüSschicken erst, auch noch als Pfand bot. Als i steckenden Trauring Wro dem Fremde l'ch, da ihn der Fre hielt, die gewünschtem den Trauring al Dankes etheuerungen 2?r ^rbier nahm 3? be6 Fremd Trauringe i«i -L7°. @1W| >» AM» * rÄL 6eil 8ie6,n ’u- Oft Lb $bOn*6ten b te ä*S°ä: • bat* ■* ihn "jär.: haben. t)tt L* Eruptionen ab- ,(7 kann aber jeder suchen dürfen. Dieses möglich n; M Mtt bis in teiu Wirtshaus aus- 2 m heimatsvrt; und ll^em Alter nichts ver- w unseren Tagen gegen dch «ik des „laisser eschehenlassrvs, hat bi» Schilden so augenschein- 10 verhalten nur um btt üer. Es existiert eine >n g, aus deren Zinse« ■ Waisenkinder ausgezahlt durch das Los bestimmt, ö. Le ebner in Hungen in je 171 M (nach lewonnen, welche dem- 9. Oktober. Man hat an den Kreisstrahrn zu >ie Verwaltung verwerten iese VerwertungSart sehr :nb geschont werden. Das hinter den Erwartungen ieles Obst entwendet, w- ckging. Auch an Privat- , und nicht minder wird lsesorten geklagt. Es ist Feldschutz in Zukunst von stärkt und verschärft wird. Woche würben Versuche gewacht, her feinen Sitz nt, er ging jedoch in die wir scharfen Reis; bie ba8 M W «h )ttobn. Lm hmW« ’qtitew Md hmlr w geftirn bie ®«»"' ihn jufü^rte, hall m« <’ über «h«< ®l* Ja« bcr 8«®** ,M,Wb- eriorbtm b i f30 3« IC tetW" ...ggro^obll hl »=*lö^ ?n ®£r!re erworben um ft-neu Lez.rr „-neu DonnnSla» - ?Ri»d Meblit «*’ bii hin« ter dkl«Sc 8"? - «kN f«”1"1", ,Gll «°* unter H wie, tt jeiäben ein । ’i^n elfte ,„ben V-e Traube«' lä e« H-" f bet vbs' ®- •* l‘i« bü9*\Wbrt’®1“'t' i Ifc-AesÄ 5ür die Unhaltbarkeit dieses Glaubens von der Unrentabilität der Obstbaumzucht im Vogelsberg. Etwas wahres liegt allerdings darin; hier wächst vielfach kein Obst, weil keins gepflanzt worden ist. Darmstadt, 7. Oktober. Die vereinigten Darmstädter Bezirksvereine haben neuerdings eine für das Verkehrsleben unserer Stadt wichtige Entscheidung errungen. Schon vor einigen Jahren waren sie beim Kaiserlichen General-Postamte in Berlin wiederholt eingekommen, cs möchten in unserer bekanntlich mit verhältnismäßig riesig ausgedehntem Weichbilde versehenen Stadt zwei weitere Neben Postämter errichtet werden, das eine etwa in der Nähe des Lazarets, das andere am Treffpunkte der Roßdorfer- und Teichhausstraße. Diese Eingaben, obwohl mit triftigen Gründen und statistischen Nachweisen über die Notwendigkeit weiterer Poststellen versehen, wurden damals abschlägig beschießen, weil angeblich, „ein Bedürfnis nicht vorliege". Vor mehreren Monaten sind nun die Bezirksvereine wiederholt vorstellig geworden, die Kaiserliche Oberpostdirektion Darmstadt hat sich der Sache nunmehr günstig gegenübergeftellt, ein Kommissär vom Generalpostamte kam hierher und besichtigte unter Führung des Herrn Oberpostdirektor Maier die Stadt nach allen Richtungen und daraufhin ist nun verfügt worden, daß vorerst ein weiteres Nebenpostamt und zwar in der Stiftsstraße zu errichten und im nächsten Jahre zu eröffnen sei. Mit Bauunternehmer Schwarz soll schon bezüglich der Lokalfrage ein Vertrag seitens der Oberpostdirektion abgeschlossen sein. Offenbach, 8. Oktober. Wir berichteten seinerzeit, der Oberamtsrichter Baur in Offenbach habe sich — wie damals mitgeteilt — geweigert, die vom Kreisamt als Beweismittel in einer Beschwerdesache gegen einen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung in Offenbach eingeforderten Akten des Amtsgerichts Offenbach über den OrtSgerichts- vorstand Wolffund das Ortsgericht Offenbach auszuliefern. Jetzt hat das Justizministerium entschieden, daß diese Akten zur Verfügung zu stellen sind. Ferner hat der Generalstaatsanwalt auf Antrag des Kreisausschusses angeordnet, daß die Mitteilung der als Beweismittel benannten Strafakten gegen den Sekretär Kost, die die Staatsanwaltschaft den Parteien verweigert hatte, nicht nur an den Kreisausschuß, sondern auch an die Parteien zu erfolgen hat. Mainz, 9. Oktober. Zwei Heizer des Köln-Düsseldorfer Bootes Kaiser Friedrich, ein Böhme und ein Duisburger waren gestern abend hier an Land und ließen sich nachts wieder an Bord zurückrudern. Bei dieser Gelegenheit fielen sie aus dem Nachen und ertranken. Der Nachensührer behauptete, sie seien betrunken gewesen. Er habe sie in der Dunkelheit nicht retten können. Mainz, 9. Oktober. Ueber den Löffel barbiert. In den Geschäftsraum eines hiesigen Barbiers kam vor länger als acht Tagen ein Fremder, ließ sich rasieren und zahlte mit 20 Pfg. Dann fing er ein Gespräch an und klagte im Verlauf desselben, daß er unbedingt nach Köln fahren müsse, aber kein Geld dazu besitze; er sei auch hier fremd, kenne wenigstens niemand, den er anborgen könne. Schließlich rückte er mit dem Anliegen heraus, ob ihm der Barbier nicht 4 Mk. leihen wolle; er sei ein ehrlicher Mensch und würde den Betrag, der ihm reiche, nach Köln zu kommen, von da zurückschicken. Der Angegangene weigerte sich zuerst, auch noch als ihm der Fremde seinen Regenschirm zum Pfand bot. Als ihm aber der Fremde den am Finger steckenden Trauring als Pfand bot, da lieh der gutmütige Figaro dem Fremden auf den Trauring — den er natürlich, da ihn der Fremde ja am Finger trug — für echt hielt, die gewünschten 4 Mk Der Fremde nahm das Geld, ließ den Trauring als Pfand zurück und entfernte sich unter Dankesbetheuerungen und der Abgabe des festen Versprechens, innerhalb wenigen Tagen den goldenen Trauring einzulösen. Der Barbier nahm, wie das zu gehen pflegt, erst nach dem Weggang des Fremden eine genauere Prüfung des verpfändeten Trauringes vor, wobei sich herausstellte, daß — der Ring unecht war. An Stelle des Goldgehalt-Stempels war im Ring zur Täuschung eine ähnlich aussehende Stelle eingekratzt und schwarz gemacht, aber sonst bestand der Ring nur aus ganz gewöhnlichem — M .ssing. Bis heute ist der unbekannte Fremdling noch nicht gekommen, um den Ring wieder einzulösenl — Reichsratsabgeordneter K. H. Wolf aus Wien spricht am 29. Oktober in der Stadthalle über die Lage der Deutschen in Oesterreich. M. A. Mainz, 8. Oktober. (Domdekan Franz Werner) der heil. Schrift und Wellweisheit Doktor und Kommandeur des Großh. Hess. Ludwigsordens, geboren 21. Oktober 1770 zu Mainz, gestorben daselbst, 16. Februar 1845. Ein Gedenkblatt von Dr. Friedrich Schneider. Anläßlich der vor kurzem erfolgten Erneuerung eines Denksteines, der in der Memoria des Domes das Grab des Domdekanes Werner bezeichnet, hat Domkapitular Dr. Schneider ein kleines Schristchen verfaßt, das unter vorstehendem Titel demnächst im Druck erscheinen wird. Neben einem warmen Lebensbild des hervorragenden Mainzer Gelehrten und des um die Wiederherstellung unseres Domes nach der Zerstörung durch die Franzosen besonders hochverdienten Domdekans Werner enthält das Gedenkblatt eine Reihe bis jetzt un- gedruckte Originalbriefe und Auszüge bischöflicher Akten, aus welchen ein interessantes Stück Mainzer Geschichte hervorspricht und welche die Namen hervorragender, der heutigen Generation zum Teile noch bekannter Mainzer in das Gedächtnis zurückruft, die sich nach den französischen Verwüstungen um die Wiedererstehung von Mainz große Verdienste erworben haben. Besonderes Interesse bietet in dem Schristchen, welchem in Lichtdruck das Portrait des Domdekans Werner in drei verschiedenen Lebensalter eingefügt ist, eine bewegte Schilderung aus dem handschriftlichen Protokoll des Domkapitels, in welcher der Seminarprofessor und nachmalige Pfarrer von St. Peter, F. Hanrad, die Gräuel und Verheerungen aufzeichnet, die Mainz zur Frau- zosenzeit zu ertragen hatte. „M. A." h. Krofdorf, 9. Oktober. Ein Fest seltener Art wird man in den nächsten Tagen hier feiern. Unser Ortsgeistliche, Herr Pfarrer Geibel begeht nämlich am 15. Oktober sein 50jähriges Dienstjubiläum. Wie wir hören, so soll die eigentliche Feier erst am darauffolgenden Mittwoch, also am 18. Oktober, abgehalten werden. Dieselbe soll eingeleitet werden durch einen Festgottesdienst in der Kirche zu Krofdorf. Da Herr Pastor Geibel die größte Zeit seiner Amtsthätigkeit der Pfarrei Krofdorf- Gleiberg-Kinzenbach gewidmet hat, so darf man wohl annehmen, daß von feiten der Gemeinden eine große Beteiligung stattfindet. Harmlose Bemerkungen über den „Klub der Harmlosen". (Ortgtnalbertcht.) Jedes Ereignis, mag e8 auch dem oberflächlichen Beschauer von noch so geringer Tragweite erscheinen, wird heute von den Zeitungen der verschiedenen Richtungen in ihrem Sinn ausgebeutct. Ein bekanntes Witzblatt hat einmal die Entlassung eines Dienste Mädchens in der Weise dargestellt, wie sich die ein j Inen Parteiorgane dieses alltäglichen Vorfalls bemächtigen. Ein halbes Dutzend Leitartikel ließ sich bl quem herauSschlagcn. W«nn man jetzt die deutschen Zeitungen durchblättert, findet man sie mit Berichten über den Moabiter Spielerprozeß angefüllt. Mehr oder minder schlagen sie politisch aus der Affatre Kapital; am meisten die links stehenden Pceßorgane, die in dieser Angelegenheit einen willkommenen Anlaß sehen, den preuß'schen Adel aufs Korn zu nehmen. So geht es also in der Aristokratie zu. Trotzdem der Kaiser ausdrücklich das Jeuen in einer Kabinettsordre verboten hat, haben Offiziere der vornehmsten Regimenter nichts besseres zu thun, als nach gethaner Arbeit dem Spiel zu fröhnen. Gewiß fällt auf die beteiligten Kreise kein günstiges Lickt. Aber die Uebertreibung versteigt sick zu lächerlichen Angriffen auf den gesamten Adel, der für dieses Treiben verantwortlich gemacht werden soll. Nichts ist thörichter als das. Eine Frage von allgemeiner Bedeutung, die Hoch und Niedrig, Adlig und Bürgerlich in wett höherem Maße angebt, ist auch in diesem Prozeß „angeschnitten" worden und sollte alle Zeitungen ohne Unterschied der parteilichen Richtung beschäftigen. Da dürfte sich die gesamte, viel zerklüftete Puffe einmal konsolidartsch fühlen. Es ist die Frage, unter welchen Umständen jemand in Untersuchungshaft genommen werden kann. Immer wieder haben di« Verteidiger während btr ersten Vrozeßwoche von der Slaatöanwalt zu erfahren gesucht, warum die drei jugendlichen Angeklagten so lang« in Hast behalten wurdm. Mitte Januar wurden ziemlich gleichzeitig die Herren v. Kröchcr und v. Keyser verhaftet auf Grund mehrerer Artikel, die ein Denunziant verfaßt oder doch inspiriert hatte; der Dritte im Bunde, Herr o. Schackt- yer, folgte ihnen bald. Infolge des gewaltige« Zmgenmaterio debnte sich die Voruntersuchung bis in den Monat April aus. Es müffen dann immer wieder neue Zeugenvernehmungen stattgefuuden haben. Immer wieder mußte der Prozeß vertagt werden. Endlich, am zweiten Oktober, nackdem also die Angeklagten 8Vi Monat- ui Untersuchungshaft zugebrachl hatten, beginnt die Verhandlung. Jede ihrer Revisionen war von verschiedenen Instanzen zurückgewiesen worden. Es muß also, so schließt der Unbefangene, ein erdrückendes Belastungsmaterial gegen sie vorgelegen haben. Und was ist das Ergebnis? — Am vierten VerhandlungStag werde« die drei Angeklagten auf Beschluß des Gerichtshofs aus der Hast entlassen, weil sie sich eines Betrugs beim Spiel offenbar nicht schuldig gemacht haben und weil auch kein Fluchtverdacht vorltegt. Nach 8>/, Monaten Untersuchungshaft am vierten VerhandlungStag befreit! Damit ist der Höhepunkt dieser ganzen Äffaire erreicht. Worauf stützte sich nun diese unsäglich rigorose Maßnahme? Die Staalsanwaltschast ist noch immer die Antwort schuldig geblieben und hat die Frage, wenigsten« teilweise, offtn gelassen, weil sie darüber keine Rechenschaft zu geben bat und keinen Blick hinter die Kulissen gestattet. Aber die Oeffentttchkeit hat das größte Interesse daran, eS zu erfahren. Jeder von uns kann einmal in diese peinliche Lage kommen. Man denke nur, 81/« Monate festgenommen, nickt wegen eines Verbrechens, sondern nur wegen eines Vergehens, das im allerböckstm Fall mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft wird. Und selbst wann die drei Angeklagten verurteilt werden sollten, waS nach den Ergebnissen der letzten Woche immer zwetfelbaster erscheint, so wird die über fie verhängte Strafe keinesfalls die Höhe von 87z Monaten erreichen, sodaß ihre Strase durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen wird. Worauf stützte sich diese unsäglich rigorose Maßnahme? Man wird die Frage nicht los. In der Hauptsache auf die Aussage des Polizei- kommissarius von Manteuffel, der auch im Hannoverschen Spielerprozeß eine Rolle gespielt hat. Im Lauf der Verhandlung schien es bisweilen, als sollte der Spieß umgedreht werden, als ob nicht die drei jungen Leute auf der Anklagebank, sondern dieser überaus erfahrene Kriminalbeamte gerichtet werden sollte. Er ist Beamter und Adliger zugleich, ein Organ der Staatsanwaltschaft und Offizier. Diese Doppelstellunhat ihn in eine schlimme Lage gebracht. Er hat den Haftbefehl gegen einen der Angeklagten in der Tasche. Es ist ihm peinlich, mit der Sprache herauszurücken. Er soupiert gemeinschaftlich mit seinem Standesgenofsm, dann läßt er ihn die Nacht noch allein in seiner Wohnung, sodaß er von Papieren vernichten konnte, was ihm beliebte. Am nächsten Morgen holt er ihn ab, nachdem er ihn vorher gewarnt und ihm sozusagen das Hinterthürchen der Flucht offen gelassen hat, vorausgesetzt, daß sich Herr von Kayser schuldig gefühlt hätte, und dann „würgt" er an dem Ausdruck, bis er ihm die niederschmetternde Kunde macht. Gewiß ist diese Handlungsweise sehr zartfühlend, aber ob sie im Interesse der Justiz liegt, ist eine andere Frage. Schließlich wollen doch alle mit demselben Maße gemessen sein, und was Herrn von Kayser recht ist, darf jedem Bürgerlichen billig sein. Der Polizeikommissarius ist sich selbst über die Gründe dieser Verhaftung nicht klar, aber er handelt nur im Auflrag seiner vorgesetzten Behörde. Und immer mehr fühlt er sich nun alS Werkzeug seiner Behörde. Ueberall stellt der Vielgewandte seine Ermittelungen an. Er hört herum. Gerüchte von dritter Seite werden protokolliert, Klatsch und Tratsch wird gebucht. Ja er übt durch seine Persönlichkeit einen verhängnisvollen Einfluß auf die Zeugen, von denen schon zwei erklärten, sie seien durch ihn „präoecupiert" gewesen. Sr scheut jetzt kein Mittel mehr. Er mystifiziert die Presse. Er nimmt für sich das Recht in Anspruch, „auf den Busch zu klopfen". Und wirklich gehen dem Vielgewandten die Opfer in die Falle, die erst nachträglich zur Besinnung kommen und merken, daß sie hinters Licht geführt sind. Man denkt unwillkürlich an die Fabel von dem schlauen Fuchs, der sich ins Fäustchen lacht. Auch der General von Kröcher soll sich in der ersten Erregung zu dem unvorsichtigen Ausspruch haben verleiten lassen: „Ja, ich weiß, mein Sohn ist ein gewerbsmäßiger Spieler." Darnach erst habe der General — so bekundet Herr von Manteuffel — die Frage an ihn gerichtet: „Was ist eigentlich gewerbmäßiges Spiel?" Erst bie Anschuldigung, dann die Rechtsbelehrung — das ist ein eklatanter Widerspruch, auf den leider die Verteidiger nicht hingewiesen haben. Abgesehen vom Grafen Königsmarck war Herr von Manteuffel zweifellos die Hauptursache, weswegen die Angeklagten so lange inhaftiert blieben Schon während der ersten Woche ist in das Belastungsgebäude manche Bresche gelegt worden. Wer weiß, ob es nicht wie ein Kartenhaus zu- sammenfällt. Dann aber ist soviel gewiß : wenn der Spielerprozeß mit der Freisprechung der Angeklagten endigt, dann dürfte er noch ein Nachspiel erleben, und dessen Held wird Herr v. Manteuffel sein. Bekanntmachung, die Wahl der Beisitzer für das Gewerbegericht der Stadt Gießen betrrffend. Für das Gewerbegericht der Stadt Gießen sind auf die Dauer von drei Jahren, beginnend mit 1. November 1899 24 Beisitzer zu wählen und zwar die eine Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeitgeber von den wahlberechtigten Arbeitgebern und die andere Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeiter von den wahlberkchtiglen Arbeitern. Zum Beisitzer eines Gewerbegerichts kann nur berufen werden, wer das dreißigste Lebensjahr vollendet, in dem der Wahl vorangegangenen Jahre für sich oder feine Familie Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen, oder die empfangene Unterstützung erstattet hat und in dem Bezirk des Gewerbegerichts seit mindestens zwei Jahren wohnt oder beschäftigt ist. Personen, welche zum Amt eines Schöffen unfähig find, können nicht berufen werden. Die Wahl findet Samstag, den LI. Oktober 1899 von mittags 12 bis abends 6 Uhr im Sitzungssaals des Bürgermeisterei- zebäudes statt. Die wahlberechtigten Arbeitgeber und Arbeiter werden daher eingeladen, in der angegebenen Abstimmungszeit sich persönlich einzufinden und ihre Stimme abzugeben. Gießen, 7. Oktober 1899. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ____________ _______I. &: Wolff.__________________7268 Real- und Handelsschule (Fenftonal) in Marktbreit a. Main. Die Reifezeugnisse berechtigen zum einjährig «freiwilligen Dienste. Gute Verpflegung, strenge Aussicht, Nachhilfe. 6888 Vesunde, freie Lage, schöne Schlafzimmer, Badezimmer, 2 große Spielplätze, Park, elektrisches Licht rc. rc. — AufnahmSalter 10 bis 16 Jahre. Prospekte durch J. Damm, Rektsr. -llerA'igmnnml Donnerstag den 12. Oktober, nachmittags 2*/2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben der Theodor Lotz Eheleuten in Gießen gehörigen Grundstücke: Flur 11 Nr. 4 ii. 5 — 1100 qm Acker auf der Harth rechts am Gleiberger Weg, Flur 11 Nr. 6 — 1100 qm Acker daselbst, Flur 17 Nr. 53m — 2860 qm Wiese am Hamm, Flur 25 Nr. 215 — 1144 qm Acker auf der Rothhohl auf den Leihgesterner Weg, Flur 28 Nr. 7 — 437 qm Acker am Altenfeld auf das Bruch, Flur 28 Nr. 100 — 475 qm Wiese am Heegstrauch vor Stauden Garten, Flur 28 Nr. 132,6/10 — 1938 qm Acker am Sandkauter Weg, links hinter den Gärten, Flur 28 Nr. 197 — 1396 qm Wiese am Hohen Rain, Flur 29 Nr. 135 — 1838 qm Acker im Rödern auf die Gräben, Flur 29 Nr. 136 — 1875 qm Acker daselbst, Flur 31 Nr. 138 — 2244 qm Acker am Erdkautermeg bis an den Grüninger Pfad, Flur 33 Nr. 16 — 606 qm Acker im Altenfeld bei den Gärten, Flur 33 Nr. 17 — 344 qm Acker daselbst, Flur 33 Nr. 127 — 837 qm Acker am Nahrungsberg hinten am Feld Srbverteilungshalber freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 9. Oktober 1899. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 7267 Mittwoch den 11. Hktoöer, nachmittags 2‘/i Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Philipp Weigel X. von Klein- Linden in der Gemarkung Gießen gelegenen Grundstücke: Flur 19 Nr. 9 — 675 qm Ackert zwischen dem Wetzlarer i 3 ~ Weg und der Lahn, f £ Flur 19 Nr. 10 — 1369 qm Acker) daselbst, (s?« Flur 19 Nr. II — 906 qm Ackers § g daselbst J -- 5 nochmals freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 9. Oktober 1899. Großh. Ortsgerickt Gießen. I. A.: Bogt.7266 MH hl MM Frischer Traubenmost. Schotts Weinstube. ________ »ahnhosftratz«. 7261 Neue holl. Vollheringe Marinierte Heringe Rollmöpse Sardinen frisch eingetroffen bei 7094 8rt. Leo Nachfl. C. Herber, Seltersweg 71. WMiWltWWD Verdingung von Pflafterarbeit. Die Pflasterung der Nodheimer- straße zwischen den Rillenschienen der Kleinbahn nach Bieber, rund 230 qm, einschl. Materiallieferung und Aufbruch der Chaussierung, fol Mittwoch den 11. d. 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