itittn als. n_ es? ' b« )m A vor. M. bk fett, w» brstehm bleiben. r tagtet .....1,16 W. eus 36 Teutuer«: .....0.85 M .....LOS DH. .....1.10 M. bestens 200 Ceotueru: .....0.90 Mk. .....M. .....1.05 Mk. i 5 Wenig für btw f bft bttr. SagttMCMtX; n ßcftaufwanb mtunde» ist. unter und dis ein* Seltnes im BaSwrrk ix QmvMvi m über ei ivlzendeu hiest-e» SascsKrs tuer rhchjstraßr 33, 151, )/ larttstrch 10, ^dieselbe» 7165 >erk Gießen. dirdff s> c >H bis 200 PS werbe fl l Mittwoch den 11. October 1S99 Nr. 23S Erstes Blatt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug R Mark 50 ^erteljährttch. !■«•#»< Injetgen zu kr fSr ke M «scheineutz« Thron»« W »»ne. 10 H#t. SIt LnzNz«n.Sermtttll»g»ftell« W I» n* ÄnllexM »etzmeu Mn|d|en für ke Gtetzmer Rnzrißrr aUfege. yeeMO,t4e(6r*|< Nr. 7. Gratisbeilage«: Gießener Familie«blättrr, Der hrstiphe Kmdwirt, Mütter für hessische DolKsKun-e. »reffe für Depeschen: >*jci|n frUfce- Fernsprecher Ur. 61. * Deutschland, England und der Südafrikastreit. Gieße«, 10. Oktober 1899. Der Streit zwischen Briten und Buren versetzt das deutsche Volk in eine eigentümliche Lage. Gerechtigkeitssinn und Jnteressenpolüik scheinen zu einander in Widerspruch zu treten. Die Heißsporne unter den Gefühlspolitikern wünschen, daß Deutschland für die Buren thätig Partei ergreife, während offiziöse Preßstimmen verlangen, daß die öffentliche Meinung in Deutschland aus Jnteressenpolitik den Buren Unrecht geben und das Vorgehen der Engländer gutheißen solle. Das sind beides Extreme. Zum Eingreifen würde uns wie das Recht, so die Macht fehlen, und wenn die deutsche Regierung auch nur eine Parteinahme für die Buren bekundete, so würde ein möglicherweise siegreiches England daraus einen Vorwand ableiten, uns in Afrika und Kleinasien den Riegel vorzuschieben, anstatt mit uns zu teilen, wie es letzteres wahrscheinlich nach dem vielgenannten Abkommen thun wird. Andererseits aber den Engländern recht zu geben und ihre Gewaltspolitik gutzuheißen, daran verhindert uns das Gewissen. Von den Buren gewisse Reformen zu verlangen, war nicht unbillig und ließ sich gutheißen. Aber das Reformverlangen war für Chamberlain nur die Brücke zu rücksichtsloser Unabhängigkeitsberaubung. Und das verdient die entschiedenste Verurteilung. Wir sind durchaus der Ansicht, daß Deutschland nicht Gefühls-, sondern Jnteressenpolitik treiben muß, und vertreten ferner auch den Gesichtspunkt, daß es für Deutschland keineswegs wünschenswert ist, sich gänzlich von Rußland abhängig zu machen, und daß die Politik der freien Hand, die gelegentlich auch ein Zusammengehen mit England ermöglicht, zur Förderung der deutschen Machtentwickelung im Hinblick auf die gegenwärtige Weltlage das richtigste ist. Aber damit, daß die deutsche Regierung von der britischen das Versprechen gewisser kolonialer Vorteile entgegennahm, hat, wie der „Schwäb. Merkur", dem wir folgen, treffend ausführt, nicht das deutsche Volk auch sein Gewissen verkauft. Kein Volk darf sich das Recht nehmen lassen, das, was nach seinem Sittlichkeits- und Gerechtigkeitsgefühl eine Gewaltthat ist, rückhaltslos, selbst wenn sie von einer verbündeten Nation begangen würde, als eine Gewaltthat zu bezeichnen und . zu verurteilen. Und wenn Volk und Presse in Deutschland das unter Beobachtung der Formen internationaler Rücksicht thun, so kann dadurch keine Gefährdung der von der Regierung eingeschlagenen Jnteressenpolitik verursacht werden. Der Himmel bewahre uns davor, daß die öffentliche Meinung Deutschlands um den Preis eines Judasschillings erkauft werden -könnte. Eine solche Charakterlosigkeit würde der Anfang vom Ende unserer nationalen Größe sein. Jntereffenpolitik wollen heutzutage unzweifelhaft die meisten Deutschen von ihrer Regierung betrieben wiffen, aber sie haben aus der Geschichte der Vergangenheit nur Mißtrauen gegen England geschöpft und haben daher auch wenig Vertrauen, daß die Engländer das, was sie in dem vielgerühmten geheimen Abkommen versprochen haben, auch halten werden. Man kann sich des Argwohns nicht erwehren, daß England, wenn es durch eine siegreiche Unterwerfung der Buren seine Macht in Afrika und sein Ansehen in der Welt ungeheuer gestärkt hätte, eine ganz andere, und zwar eine gebieterische Sprache führen würde, als es bis jetzt zu thun wagt. Das Ministerium Lord Salisbury's erweist augenblicklich der deutschen Regierung ein außerordentliches Entgegenkommen. Aber würde das so bleiben? Würde das siegreiche England nicht die alte Anmaßung gegen uns hervorkehren? Die deutsche Regierung scheint Grund zu der Annahme zu haben, daß sie ein solches Bedenken nicht zu hegen brauche. Aber das deutsche Volk hat es zu einer so optimistischen Auffassung noch nicht gebracht, und der genannte Argwohn wird in ihm auch nicht vermindert werden, so lange die Regierung es über den Inhalt, die Form und den Wert des mit England getroffenen Abkommens im Dunkel läßt, bezw. vielleicht lasten muß. So lange die deutsche Regierung nicht in der Lage ist, das Volk zu vergewissern, daß ihre „Jnteressenpolitik" unzweifelhaft eine Förderung der deutschen Jnteresten bedeutet, wird sie auch Schwierigkeiten haben, die Oeffentlichkeit mit der Schwenkung auszusöhnen, die sie in ihrer Haltung gegenüber England und der Transvaalrepublik vollzogen hat. Inzwischen aber legt man sich in Anbetracht der in offiziösen Preßorganen entfalteten Befürwortung der englischen Südafrikapolitik sehr naturgemäß die Grundfrage vor, ob denn das weitere Aufsteigen Englands unseren eigenen Bestrebungen dienlich sein kann, ob nicht vielmehr die Erschütterung der britischen Macht in unserem Interesse läge und ob nicht die Vernichtung der britischen Macht am Cap und die Errichtung der „Vereinigten Staaten von Südafrika" uns viel größere Vorteile bringen könnte, als das die ausschließliche Seeherrschaft und womöglich die Weltherrschaft beanspruchende, anmaßende Großbritannien uns bieten würde. Die deutsche Regierung mag an strenger Neutralität festhalten — das ist „korrekt". Aber das deutsche Volk kann und wird es sich nicht nehmen lasten, im innersten Herzen mit dem Burenvolk in Südafrika zu sympathisieren und ihm sogar zu wünschen, daß ihm eine gegen die Engländer gerichtete Diversion der Rusten in Asien in ihrem Kampfe zum Siege verhelfen möchte. Und das sagen wir ganz offen: das bramarbasierende Angelsachsentum, das in allen Weltteilen gegen das Buren- tum wirbt und wütet, und ein kleines um seine Unabhängigkeit kämpfendes Völkchen mit seinem von allen Enden des britischen Reiches zusammengelesenen Söldnertum zu vernichten droht, scheint uns eine recht verächtliche Rolle zu spielen. Die herrschenden Engländer, die ihre Haut nicht selbst zu Markte tragen, suchen mit Mietlingen, mit den Soldaten eines Volkes ein anderes Volk zu unterwerfen. Das war Roms Maxime — und es war Roms Untergang. Der Kern Englands ist nicht mehr, was er früher war. Sein alter Adel ist durch einen neuen ersetzt worden, der im Mammon fußt. Geldbesitz ist der herrschende Faktor in Englands sozialem und politischem L.eben, und hab gieriger H andels- und Erwerbsgeist bildet die Triebkraft des rücksichtslosen und jedes Recht in den Staub tretenden Imp erialis- mus, dessen Vorkämpfer der Kolonialminister, Herr Josef Chamberlain ist. (Vgl. letzte Meld.) Deutsches Reich. Berlin, 9. Oktober. Die Königin Wilhelmine der Niederlande wird heute nachmittag im Potsdamer Stadtschloste den Staatssekretär Grafen Bülow, den niederländischen General-Konsul George und eine Deputation des Berliner niederländischen Vereins empfangen. Heute abend findet Konzert im Neuen Palais statt. — Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge seit einigen Tagen durch eine Erkältung genötigt, das Zimmer zu hüten. — Der alldeutsche Verband, Gruppe Berlin, hielt gestern abend in der Schlaraffia eiue gut besuchte Versammlung über die Transvaalfrage ab. Es wurde einstimmig eine Resolution angenommen zu gunsten des Friedens, und ein Telegramm an den Vertreter Transvaals im Haag, Dr. Leyds, gesandt. — Wiederzusammentritt des Reichstags. Wie wir schon am Sonntag meldeten, soll der Reichstag am 14. November wieder zusammentreten. Der Arbeitsstoff, der aus dem ersten Sessionsabschnitt unerledigt vorliegt, ist sehr umfangreich. Nicht weniger als fünf wichtige Vorlagen sind in den Kommissionen fertig durchberaten, sodaß ihre Verhandlung im Plenum beginnen kann, nämlich die Novelle zu den Post ge setz en; die neue Fernsprech-Gebühren-Ordnung; die Novelle zu den Justizgesetzen, worin u. a. der Nacheid und die Bestrafung uneidlicher falscher Aussagen vor Gericht eingeführt wird; die Novelle zum Strafgesetzbuch, allgemeiner bekannt unter dem Namen „lex Heinze", und die Novelle zur Gewerbeordnung, welche die Verpflichtungen der Gesindevermieter und Stellenvermittler regelt, für die Kleider- und Wäschekonfektion u. a. Lohnbücher und Arbeitszettel einführt, im Handelsgewerbe die Ruhezeit, die Mittagspause der Gehilfen und den Ladenschluß, den Baukonsens genehmigungspflichtiger Betriebsanlagen behandelt. In der Kommission stecken noch das Fleischbeschaugesetz, das dem Reichstag am 17. Februar zugegangen ist; das Telegraphenwegegesetz, das am 10. März vorgelegt, und die Reichsschuldenordnung, die am 4. Mai eingebracht wurde. Dazu kommen noch eine ganze Reihe insbesondere gewerbepolitischer Anträge aus dem Hause, die ebenfalls die zweite Lesung bereits passiert haben, und schließlich die Vorlage zum Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses, die sogleich in zweiter Lesung im Plenum verhandelt werden soll. Es stehen aber bereits noch weitere Vorlagen in sicherer Aussicht. Zunächst die Novelle zum Weingesetz, das bereits in dem sogenannten „Weinparlament", der mtt Wem- intereffenten im Hochsommer gepflogenen Rücksprache, vorbereitet ist. Dann ist im Hinblick auf die Pestgefahr anzunehmen, daß ein Reichsseuchengesetz vorgelegt wird. Sehr wahrscheinlich ist eine Vorlage über die Regelung des privaten Versicherungswesens und den Schutz des Urheberrechts. Dazu kommt als eine der Hauptaufgaben der Session die Reform des Unfallversicherungsgesetzes, deren Einbringung im Laufe des Winters jetzt offiziös angekündigt ist. — Die Klage des Grafen Erich zur Lippe- Weißenfeld gegen den Graf Regenten Ernst auf Herauszahlung der seit dem Jahre 1857 auf Grund des Brüdervergleiches bezogenen Rente ist von dem Landgerichte ix Detmold kostenpflichtig abgewiesen. Der Anspruch des Klägers gründete sich darauf, daß er die Ebenbürtigkeit der seit dem Jahre 1857 in den Genuß der Rente getretene« Mitglieder der Linie Biesterfeld, die als Voraussetzung für den Bezug der Rente stipuliert war, bestritt. — Kultusminister Dr. v. Landmann. Die „Neue Bayer. Zeitung" meldet: „Die Professoren der Münchener Hochschulen sind, wie man weiß, mit dem Kultusminister Dr. v. Landmann sehr unzufrieden. Diese Unzufriedenheit, welche an Erbitterung grenzt und privatim sich oft in der schärfsten Weise äußert, fand kürzlich eine« drastischen Ausdruck. Der Direktor der Technischen Hochschule glaubte aus Anlaß der Vollendung der Neubauten an dieser Hochschule ein Dank-Diner des Pro- fessoren-Kollegiums für den Herrn Kultusminister veranstalten zu sollen und lud den Kultusminister dazu ein. Die Sache wurde dann vom Lehrerkollegium beraten Und das Diner mit Zweidrittelmehrheit abgelehnt, unter scharfer Kritik. So mußten ein paar Dutzend Eingeladener und der Kultusminister Dr. v. Landmann wieder „ausgeladen" werden." Sozialdemokratischer Parteitag. Hannover, 9. Oktober. Der sozialistische Parteitag wurde heute vormittag 9 Uhr im Saale des Ballhofes durch den Abgeordneten Singer mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Etwa 300 Delegierte waren anwesend. Zum Vorsitzenden wurde Singer gewählt. Alsdann stimmte der Parteitag dem Vorschläge bei, die Arbeitszeit auf 8 Stunden täglich, also bis 7 Uhr abends zu beschränken. Es folgt als erster Gegenstand der Tagesordnung der Geschäftsbericht des Parteitages. — Zum Geschäftsbericht des Partei-Vorstandes liegen zwei Anträge vor, nach welchen der Parteitag die Unterlassung der Registrierung des Löbtauer Schwurgerichts-Urteils im „Vorwärts" mißbilligt und die nachträgliche Aufnahme in dieListe der Klassenkampf- Opfer beschließen soll. Um diese beiden Punkte drehte sich während der ganzen Vormittagssitzung die Debatte. Der Berichterstatter des Partei-Vorstandes, Abgeordneter Auer betonte, daß von fünf Vorstandsmitgliedern vier für die Nichtveröffentlichung des Urteils waren und deshalb demgemäß verfahren wurde. Ledebour-Dresden griff den Parteivorstand wegen der Unterlassung der Registrierung an, die er als einen schweren Mißgriff bezeichnete. — I« der Nachmittagssitzung des sozialistischen Parteitages wurde über die Parteikafse und über die Parteipresse Bericht erstattet. Die gesamte Reineinnahme betrug im Vorjahre 254753 Mk., wovon rund 118000 Mk. auf Beiträge dev Parteigenossen entfallen. Die Zahl der Abonnenten ist von 200000 auf 400 000 gestiegen. In der Angelegenheit des Löbtauer Urteils wurde dem Parteioorstande ein Vertrauensvotum erteilt. Abgeordneter Hoch-Hanau betont, daß man in den letzten Jahren mit zwei Strömungen -zu kämpfen gehabt habe, mit derjenigen des Freiherrn von Heyl und derjenigen des Freiherrn von Stumm. In allen wichtigen Fragen sei von der Fraktion stets volles Einvernehmen erzielt worden. Es wurden dann noch eine Reihe von Anträgen durch die Referenten begründet. Ausland. Wie«, 9. Oktober. Morgen erscheint eine kaiserliche Entschließung, mittelst welcher die Schließung der Reichsrat-Session angeordnet wird. Die Einberufung des Reichsrates wird Mittwoch bekannt gegeben werde«. Petersburg, 9. Oktober. Die Ober-Preß-Verwaltung forderte den finnländischen Senat auf, gegen die neue finnlündische Preß-Verwaltung eine Untersuchung einzuleiten, weil letztere die Verbreitung schädlicher Bücher in finnländischer Sprache gestaltete. Ja, ja! Kommt keinem 162 stand gestern im Schaufenster der Konditorei Hettler aus, nämlich eine mit Marzipan-Masse überzogene Torte in Form einer Ansichtspostkarte, auf der das Bild der Stadt Gießen links in der Ecke vortrefflich wiedergegeben ist. Unter dieser Ansicht ist Raum frei für eine Widmuung, rechts vom Bild für die Adresse. ** Dünsbergturm. Die für den kommenden Sonntag geplant gewesene Feier aus Anlaß der Fertigstellung des Aussichtsturmes auf dem Dünsberg ist bis zum 29. d. Mts. vertagt. Das Interesse für das Bauwerk ist übrigens ein so großes, daß am vergangenen Sonntag 800 Personen den Berg erstiegen hatten, um den Turm zu sehen, der sehr gefällig und schmuck ausschaut. ** Polizeibericht. Zwei fremde Arbeiter mußten wegen Trunkenheit und Ruhestörung in Haft genommen werden. — Eine hier in einem Restaurant der Hammstraße in Stellung befindliche Kellnerin wurde vergangene nacht in der Schanzenstraße in total betrunkenem Zu stand liegend aufgefunden. Dieselbe mußte im Haftlokal untergebracht werden. Summa 172 Mathematiker ins Gehege! B. । können. — Als Termin für die Einweihung des I Sparkassegebäudes ist nunmehr der 26. Oktober fest- I gesetzt worden. Harimannshain, 9. Oktober. Gestern wurde hier seit I zwei Jahren zum ersten Mal wieder Kirchweihfest ab» | gehalten und zwar in dem großen Saal des neuerbaute« I Gasthauses des Kaufmanns Johannes Ahlbrand. Leider I wurde das Fest durch einen Todesfall gestört. Die anfangs I der 40 er Jahre stehende Ehefrau des Bürgermeisters und I Landtagsabgeordneten Weidner von Herchenhain, bekam | während des Abendessens im Schwalbach'schen Gasthaus I einen Schlaganfall, dem sie in kurzer Zeit erlag. Friedberg, 7. Oktober. Die Neueinwölbung des neuerbauten Teiles der Stadtkirche wurde in dieser Woche beendet. Der letzte Stein des Gewölbes in der Vierung wurde am 4. Oktober im Auftrage und Namen des Vorsitzenden des Kirchenvorstandes mit einem frommen Spruch eingeschlagen. Die Wölbarbeiten waren dem Kirchenwölber Herrn Adam Ebel aus Münster, Oberlahnkreis, übertragen worden, der diese am 5. September 1899 begonnen hat. nn. Darmstadt, 9. Oktober. In den Räumen der Landesbaugewerkschule findet seit vorigen Montag die Prüfung der Bauaufseher-Aspiranten für Hoch- und Wasserbau statt und beteiligen sich an dieser Prüfung 37 Kanidaten. Als Prüfungs Kommissäre fungieren Bauinspektor Wagner und Regierungsbausührer Haag-Bensheim. Die Prüfungen werden die ganze Woche dauern. nn. Darmstadt, 9. Oktober. Wie in den vordere« Jahren sind augenblicklich die Kreisämter von der Großh. Regierung beauftragt, Erhebungen über die derzeitige Lage des Arbeitsmarktes und über die Lage des Arbeiterstandes und der Industrie anzustellen. Ferner werden über die Produktionsverhältnisse sowie über die Lebenshaltung der Arbeiter in Industrie und Gewerbe eingehende Ermittelungen gemacht und sind die Handels- und Gcwerbevereine mit der Durchführung dieser Erhebung beauftragt worden. nn. Darmstadt, 9.Oktober. Der Karneval im Jahre 1900 wird in Darmstadt wieder in glanzvoller Weise gefeiert werden, nachdem jetzt von allen hiesigen Vereine« die Zusage zur Teilnahme an dem großen Karnevalszug gegeben wurde. Der Karnevalszug wird an ein bestimmtes Programm nicht gebunden sein, sondern in zwei Gruppen, in eine historische und eine humoristische zerfallen. Dem Vernehmen nach hat sich auch bereits unser Herr Oberbürgermeister bereit erklärt, alles aufzubieten, um die Karnevalsaison 1900 in Darmstadt so glänzend wie nur möglich zu gestalten. Bereits am 1. Januar 1900 ist eine größere karnevalistische Festlichkeit geplant, wobei den Ehren- Vorsitzenden Kappe und Stern überreicht werden soll. Auch die Aufführung eines echt karnevalistischen Theaterstücks ist bereits gesichert. Darmstadt, 9. Oktober. Ihre Königl. Hoheiten die Prinzessin von Schaumburg-Lippe und die Prinzessin Friedrich K^rl von Hessen trafen gestern nachmittag 1 Uhr in Wolfsgarten ein und reisten um 5 Uhr 30 Min. nach Schloß FriedrichShof zurück. Darmstadt, 9. Oktober. Ihre Großherzogl. Hoheit die Prinzessin Ludwig von Battenberg traf nachmittag 3 Uhr 30 Minuten in Wolfsgarten ein und kehrte abends nach Schloß Heiligenberg zurück. Mainz, 8. Oktober. Der heutige, zahlreich besuchte hessische Handwerkertag sprach sich in einer Resolution einstimmig für Einrichtung oon brei jpanbtverU» kammern für bas Großherzogtum Hessen aus. („F.Z.") Zu biesem mathematischen Scherz wirb uns aus unserem Leserkreise geschrieben: Trotz obigen Rechenexempels des * Köln, 9. Oktober. Die ..Köln. Volksztg." bringt über bas Testament des verstorbenen Weihbischofs Schmitz folgenbe Mitteilungen: Fast bas ganze Vermöge« würbe für wohlthätige Zwecke bestimmt, unb zwar ungefähr 100,000 Mark zur Errichtung katholischer Pfarrstellen auf ber rechten Rheinseite unb in ber Diöcese Hildesheim. Reiche Zuwendungen wurden bestimmt für die katholischen Kirchen- bauten in Berlin und das deutsche Missionshaus. Wohl- thätigkeitsanstalten und -Vereine in den früheren Wirkungskreisen des Verstorbenen (Krefeld und Düsseldorf) sowie i« Köln und das Marienhospital wurden bedacht. Das Dienstpersonal erhielt Legate. * Linda», 8. Oktober. Juwelendiebstahl. I« Luzern wurden vor etlichen Tagen in einem Hotel Juwele» rm Werte von 15,000 Frks. entwendet. Der Dieb, Monolesko ist sein Name, suchte zunächst in Konstanz das gestohlene Gut zu veräußern; als ihm dies nicht glückte, wandte er sich über Baden-Baden nach Frankfurt a. M. Die Polizei war ihm aber schon auf den Fersen und es erfolgte gestern seine Verhaftung in Frankfurt. Der Juwelendieb hatte sich mit seiner Frau, die übrigens keine Ahnung von dem verbrecherischen Thun ihres Mannes hatte und der allseitig aufrichtiges Mitleid entgegengebracht wird, seit letzten Frühjahr in der Nähe Lindaus niedergelassen. Er soll einer reich begüterten Familie in Rumänien entstammen. Durch unsinnige Geldausgaben vergeudete er sein Vermögen, und die der Frau regelmäßig zu Gebote stehenden nicht unerheblichen Mittel scheinen dem allzuflotten Lebemann nicht mehr genügt zu haben. Nach Luzern reiste er am 26. September von hier ab. Vermischtes. * Berlin, 9. Oktober. Ein schwerer Bau-Unfall ........... vu.uv au yunu.u. . hat sich heute vormittag auf dem Grundstück Kleine Frank- Eine süße Ansichtspostkarte. Eine originelle Neuheit I iurtcr ®lra6c H/12 und Landsbergerstraße 89 zugetrageu, ---------- - woselbst em großer vierstöckiger Neubau aufgeführt wird, der rm Rohbau schon fertig ist. Durch den Einsturz eines Teues des Gebäudes wurden zwei Arbeiter unter dem Schutt begraben. Einer derselben war bereits tot, als man ihn aus den Trümmern hervorzog, der andere konnte bisher aus seiner Lage nicht befreit werden. Doch dürfte auch er getötet sein. 4- Grüuberg, 9. Oktober. Das Obstgeschäft entwickelt sich jetzt recht lebhaft. Fast jeden Tag werden am Bahnhof Aepfel verladen, die von hier und aus den umliegenden Ortschaften angefahren werden. Das Malter Schütteläpfel wird von den Händlern mit 7,50 Mk. bezahlt. Gebrochene Aepfel kann man zu 3,50 Mk. per Korb kaufen, sodaß sich der Zentner, je nach den Sorten, auf 5 bis 6 Mk. stellt. — Zwetschen wurden zu 2,20 bis 2,50 Mk. das Simmer verkauft. — Die Kartoffelernte geht nun, begünstigt durch das schöne Herbstwetter, rasch von statten. Die Landwirte sind mit dem Ertrag im ganzen recht zufrieden. Auch mit dem Einheimsen von Dickwurzeln, Kraut rc. hat man bereits begonnen, da in hiesiger Gegend der in nächster Woche stattfindende „Gallusmarkt" als Endtermin für die Feldarbeiten gilt. In diesem Jahre dürften dieselben jedoch schwerlich bis dahin bewältigt werden * « * •* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der G r o ß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 20. September dem Bürgermeister Kaspar Steuernagel XIX. zu Windhausen das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. ** Hessische Anwaltskammer. Die am 7. Oktober in Gießen tagende Jahresversammlung der Anwaltskammer wählte anstelle des aus dem Vorstand ausgeschiedenen Rechtsanwalt vr. Osann I den Justizrat Massot von Darmstadt, für Geh. Justizrat Bai st Gießen, der eine Wiederwahl abgelehnt hatte, Justizrat Jöckel von Friedberg. Die weiter ausscheidenden Mitglieder Schödler in Darmstadt und Juftizrat Dr. Reina ch in Mainz wurden wieder nominiert. ** Kunstvereiu. Wir wir vernehmen, sind dieser Tage eine Anzahl Gemälde im Turmhaus am Brand wieder eingetroffen, und dürfte somit die Eröffnung der Gemälde- Ausstellung in aller Kürze bevorstehen. *• Stadltheater. Die morgen (Mittwoch) stattfindende erste Volksvorstellung beginnt um 8 Uhr. Die Thüren zum Saale werden um 7y2 Uhr geöffnet. ** Die gestrige Eröffnungsvorstellung des jetzt hier gastierenden bekannten Cirkus Lobe war nicht sehr gut besucht. Das jetzt schon recht kühle Wetter hatte offenbar viele, die sonst Interesse für die Produktionen gezeigt hätten, vom Besuche abgehalten und bei Anhalten der kühlen Abende dürften bedauerlicherweise auch die folgenden Vorstellungen darunter zu leiden haben. Die Piöcen des gesamten Programms wurden äußerst präzis und mit vorzüglicherVerve durchgeführt. Unter den equilibristischen Leistungen, die für das anwesende Sportspublikum natürlich das meiste Interesse erregten, standen die Leistungen der Damen denjenigen der Herren vollkommeu gleich. Das Pferdematerial ist vorzüglich im Bau und trefflich gehalten. Auch die Texasgruppe mit ihrer eminenten Reitergewandtheit und fabelhaften Geschicklichkeit im Lassowerfen fand verdiente Anerkennung. Die drollige Scene mit dem Esel Pipifax wurde natürlich viel belacht, und wurde durch die echte Klowngewandtheit des H. Merkel und die wirklich bewundernswerte Intelligenz des Grautieres eine der besten Nummern des Abends. Beim Ballet überlief es uns eiskalt; hoffentlich haben die „zarten Wesen" keinen Schnupfen davongetragen. Wir wünschen den weiteren Vorstellungen eine wärmere Witterung, denn ein besserer Besuch ist bei der Güte und Reichhaltigkeit des Gebotenen dem Cirkus Lobe wohl zu gönnen. ** (-■ --- — - - - —• ... London, 9. Oktober. Wie aus Durban gemeldet wird, befindet sich das deutsche Korps beim Bothas-Paß. Konstantinopel, 7. Oktober. Am helllichten Tage und im Eentrum des Verkehrs von Konstantinopel ist heute nachmittag, wie der „Frkft. Ztg." gemeldet wird, einer der sensationellsten Morde verübt worden. Der Sohn des Großveziers, Staatsrat Djavid Bey, verließ gegen vier Uhr die Hohe Pforte, begleitet von seinen beiden Sekretären, um sich nach seinem Palaste auf der Prinzen tsel zurückzubegeben. Auf der außerordentlich belebten Galata- Brücke näherte sich ihm in dem Augenblicke, als er seine Equipage verließ, ein Individuum, das zwei Revolver- schüsse abgab, die den Sohn des Großveziers leicht im Rücken verletzten. Derselbe zog sofort seinen Revolver und feuerte auf den Attentäter, der ebenfalls leicht getroffen wurde, aber trotzdem drei weitere Schüsse abgeben konnte. Die Kugeln trafen und Djavid stürzte blutüberströmt zusammen, worauf er nach wenigen Sekunden den Geist aufgab. Der Attentäter, ein Taglöhner, ist Albanese und heißt HadjiOsman. Er wollte flüchten, und die nach Tausenden zählende, aufgeregte Menschenmenge hätte, entsprechend den hiesigen eigentümlichen Verhältnissen, keinen Finger gerührt, wenn nicht der in der Menge befindliche Tscherkessen-Offizier Mehemed Ali mit gezücktem Säbel dem Attentäter nachgerast wäre und gegen den Albanesen einen Streich geführt hätte, sodaß dieser sich ergab, worauf er der Polizei überwiesen wurde. Die Aufregung in Galata war unbeschreiblich. Im ersten Momente glaubte man an eine Wiederholung der Massakre, weil die Kaufleute, angsterfüllt, ihre Läden schlossen. Der . Attentäter wurde sofort nach dem Palaste eskortiert. Man fand bei ihm eine Barschast von 28 Pfund. Ergab an, seit einem Monat in Konstantinopel zu sein, mit Djavid keine Beziehungen gehabt und den Mord nicht aus eigenem Willen verübt zu haben. Weitere Aussagen zu machen, lehnte er ab. Der ermordete älteste Sohn des GroßvezierS — der jüngere ist einem preußischen Regi- ; mente zugeteilt — war ein Hauptvertreter der stärksten ’ Korruption und den Einfluß seines sonst ehrenhaften | Vaters nützte er in unglaublicher Weise zu fortwährenden Erpressungen und einem ausgedehnten Konzessionsschacher I «us. Trotzdem er feste Bezüge im Betrage von fünfzigtausend Mark hatte, gingen seine Erpressungen selbst bis zum Sultan hinauf, der ihm das meiste bewilligte, obgleich er ihn nicht leiden konnte. Erst vorgestern erhielt Djavid den Osmanie-Orden in Brillanten. Während die einen in dem Morde einen Aufschrei der bedrückten Bevölkerung gegen die zunehmende Korruption der oberen Schichten erblicken, neigen andere der Ansicht zu, daß es sich um einen albanesischen Akt der Rache handle, für die Ermordung des Flügeladjutanten Ghani Bey, dessen Beseitigung Djavid nahegestanden haben soll. — Die Ermordung des Staatsrates Djavid Bey nimmt alles Interesse in Anspruch. Im Gegensätze zu ihrem sonstigen Verfahren hat die Preßzensur den türkischen Blättern gestattet, heute den Vorfall zu er- I wähnen und ausführliche Berichte zu veröffentlichen. Der I Mörder Hadji Mustafa Osman ist aus Skutari in I Albanien; er verweigert weitere Auskunft. Der Djavid I Bey begleitende Sekretär wurde ebenfalls leicht am Fuße I durch einen Schuß verletzt. Der Großvezier nahm heute I zahllose Kondolenzen entgegen. Er ist tieferschüttert und I aller Voraussicht nach, wird die Mordthat einen baldigen I Wechsel im Großvezierate zur Folge haben. Die Leiche des I ermordeten Djavid wurde wenige Stunden nach dem Morde I in aller Stille beerdigt. Ksksies Mn) KrovmMes. Gießen, 10. Oktober 1899. ** GeschichtSkalender. Vor 368 Jahren, am 11. Oktober 1531, erlitten die Züricher in der Schlacht bei Kappel durch die an S'Srke wett überlegenen Gegner eine blutige Niederlage. Neben dem Banner der Stadt fiel auch Ulrich Zwingli, und mit ihm der Kern der gleichgesinnten Männer. Sein Leichnam wurde zuletzt verbrannt und die Asche den Winden preisgegeben. ** Dreyfus schuldig oder unschuldig? Ein „ausgeruhter Kopf." Das „BerlinerTagebl." erhält von einem pensonierten Bürgermeister folgendes Schreiben: Damit sich die Welt nun endlich nicht länger die Köpfe darüber zerbreche, ob Dreyfus schuldig oder unschuld ist, bringe ich Ihnen folgenden mathematischen Beweis: (a — 1, b = 2, o = 3, d = 4, e — 5, f — 6, g = 7, h = 8, i = 9, k = 10, 1 = 11, m = 12, u = 13, o = 14, p = 15, q ----- 16, r = 17, s — 18, t ----- 19, u ---- 20, v ----- 21, w = 22, x = 23, y = 24, z = 25.) Kaptain Dreyfus = Ein Unschuldiger. findigen Bürgermeisters ist die DreyfuSfrage noch immer eine offene, denn es fällt nicht schwer, nachstehenden „mathematischen Gegenbeweis" zu erbringen: Kapitain A. Dreyfus = Kein Unschuldiger. K = 10 K = 10 a = 1 e — 5 p = 15 i — 9 i = 9 n ----- 13 t = 19 a = 1 U = 20 i = 9 n ----- 13 n = 13 8 — 18 A = 1 e — 2 D = 4 h ----- 8 r = 17 a — 20 e = 5 I = 11 y = 24 d ---- 4 f = 6 i ----- 9 u = 20 8 = 7 6 = 18 e — 5 r ---- 17 K ----- 10 E ---- 5 a = 1 i ----- 9 p ----- 15 n — 13 t == 19 U ----- 20 a = 1 n == 13 i — 9 8 — 18 n — 13 0 — 3 D ----- 4 h = 8 r — 17 u — 20 e — 5 1 = 11 y = 24 d = 4 f = 6 i ---- 9 u — 20 8 — 7 8 — 18 e = 5 r ----- 17 .je- Ulff :«£ letnig W‘™'b e -t bandsdireltor vr. N • gtU* ton hier, der W» ist geflüchtet. » 100MW- verwandt seiner SN?1' aich andere Gelder h Minal-Kommssar «ter öffentlichen Erklärt» LrchAngrifien der letzt- iet Slitter, daß er hin fatnblum Ermittelungen gehabt, als aus einem 5 war die Einleitung des habe sofort der Ueberzeu Iah fei. Frühere Srmlt daß Dr. fiombium ein f gewerbsmäßigen Spielers, kein, des Äriminol-Mn eine Unterdrückung ber ? Mrücklichen Auftrag hat gestoßen werbe. Die Singel daß eine Boruntersuchung wohl ein dem Angellagle Men in der Hand gehabt mmenet Dbedeüner m Unteriudjungsrityerä hat längeren Anseinandersetz' gesagten m Kröcher. gaben hierüber gebeten «fseffor von Mors, weil Kayser unb von Kröche Herren Borwürfe geinac unb solch dunkle Ehre» geklagten hätten ihm er unmöglich ein Lump | (eien die Enthüllungen verwahrt sich gegen die trauter des Dr. Aornbl Aeröfsenllichungen im B ihn gebeten, in einer Slf) Äarteükäger ;u fein, bi «eichen sie als Urheber de- tzbußert hatten. Inder" von Manteuffel aus trieb. Wine Lätze des ^otoli dem MeyuLun Dbttlellntt Krieger war An« bedienstet und hi An denselben hätten su «röcher und von Kavser «Ißbann folgt die Bem Sp'^-Zirlel zu bedien dem Lokale hinaus« £*■ sw, kif-n Knr gj M er nur deshalb g°eine gute Stelle ir °1-r angeraten, vorläuü [Wjfat beendet sei $ Hjung der Ber . W «o« ß1,1.1*1, ?■ Otlol r-, 3 •ürtiitt»Jf i,rNi Mi, H.Ä' M Uli *e »« felsig KK «/ogenannie L en,alH 4^ feit ?SGrt. ®ie'aJtlbtt !^s?- §Är- «äA- •*.: t*s nÄ*** ^b rlahnkreis, übrr ®ePttmbet 1899 be> 3» bm Numu der ;.5> Bwtai plranten ftr beteiligen an dieser chMSomissäre fun. ° Reglmngsbaüfiihrer roetbttl die ganze lövche ,®k lN den vordere» Minter von der &06h • über die derzeitige Lage -age des Arbeiterstandes erner werden über dir , die Lebenshaltung der gehende Ermittelungen id Gewerbevereine mit beauftragt worden. Karneval im Jahre tziauzvvUer i alltn hiesigen Vereinen im großen Karnevalszug I wird an ein bestimmtes ndern in zwei Gruppen, »ristische zerfallen. Dem ereitS unser Herr Obcr- s auszubieten, um die )t so glänzend wie nur 1. Januar 1900 ist eine ^eplant, wobei den Ehren- -eicht werden soll. Auch ift/fchen DheaterDÄ ist Sönigl. Hoheiten die Lippe und die Prinzessen irasen gestern in und reisten m b Hr s znrnä. Großherzvgl. Hoheit die en berg tras nachmittaz n ein und kehrte abends rillige, zahlreich besuchte piach fi-h i« «”,r mbrei®«« ««'!; Ehesten äug. (hO-JL! 66 schwerer Bau-Unfall gimbM Seine graul- raerfitaje 89 «etr-ge», San««*”; sSF.s iorbenen K^rmögen rtarrfttW j°°L -SA- am -ie- AuS de» Kreise Wetzlar, 10. Oktober. Die Sch ul- ferien müssen laut Verfügung König!. Regierung zu Koblenz, bereits mit dem 10. Oktober beendet sein. Mit dem gestrigen Montag sollte daher in sämtlichen Landschulen der Unterricht wieder beginnen. Da aber durch die große Nässe die Kinder in der ersten Zeit der Ferien ihren Ellern wenig behilflich sein konnten, so sind laut Verfügung Kgl. Landratsamtes die Ferien ausnahmsweise um eine Woche, bis zum 16. Oktober, verlängert. * Ludwigshafen a. Rh., 9. Oktober. Hier haben die Raiffeis en'schen Genossenschaften der Pfalz eine neue Z e ntr a l ka sse „Pfälzer Genossenschaftsbank e. G. m. b. H." errichtet. Als Direktor der Bank ist der pfälzische Ver- bandSdirektor Dr. Nolden bestellt worden. * Zell a. Mosel, 8. Oktober. Bürgermeister Schaefer von hier, der wegen Unterschagung verhaftet werden sollte, ist geflüchtet. Von einem ihm übergebenen Legat von 10,000 Mk. verwandte er 4000 Mk. zur teilweisen Deckung seiner Schulden, die übrigen 6000 Mk. und wie verlautet auch andere Gelder hat der Flüchtige mitgenommen. Hochheim a. M., 8. Oktober. Bei dem heute hier stattgehabten Wettfahren des hiesigen Radfahrervereins auf einer Strecke von 60 Kilometer erhielten folgende Herren, den 1. Preis Adam Weilbücher, den 2. Georg Enders, den 3. Jean Harn, den 4. Rudolph Siegfried, den 5. Heinrich Siegfried, den 6. Peter Stickert, den 7. Heinrich Jahn. — In dem Garten der Frau Runzemer sind jetzt Erdbeeren, die in zweiter Blüte stehen, ebenso ein Birnbaum, der die dritte Blüte hat. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „ftcrolb*. Berlin, 10. Oktober. Beim Kaiserpaar fand gestern abend 8 Uhr eine musikalische Abendunterhaltung statt, zu welcher etwa 30 Einladungen ergangen waren. Das Kaiserpaar nahm im Marmorsaale vor dem für die Künstler errichteten Podium Platz. Berlin, 10. Oktober. Der König von Griechenland trifft, wie aus Wiesbaden gemeldet wird, am Donnerstag zu zweitägigem Aufenthalt hier ein. Kirche und Schule. Sr lin, 7. Oktober. In der Schöneberger Schülermiß- handlu rffaire hat das Reichsgericht da« Urteil des Landgerichts II aufgehoben, wonach Redakteur Brüning und Journalist Vormeng wegen Beleidigung des Rektors Ptepke und des Lehrers Rtcharf 500 bezw. 300 Mark Geldstrafe verurteilt worden sind. Der senfm-onelle Fall, der jetzt der Prüfung durch das Reichsgericht unterlag, durfte unseren Lesern noch in Erinnerung sein. Der Knabe Fischer war nach einer von Richard erhaltenen Züchtigung erkrankt und gestorben. Die öffentliche Meinung schien geneigt, die Züchtigung Todesursache anzusehen, und in mehreren Artikeln machten xrc . fltten iu Vertretern dieser Ansicht. St- wurden wegen öffentlicher Beleidigung angeklagt, und in einer zweitägigen Verhandlung wurde nach der damaligen Urteilsbegründung folgender Sach- oerhalt fesigestellt: Die Mißhandlung des verstorbenen Knaben stand in ursächlichem Zusammenhang mit seiner tödtlich verlaufenen Erkrankung. Der Lehrer Richard hat nicht nur das zulässige Maß »n Züchtigung überschritten, sondern im vorliegenden Falle überhaupt keinen Anlaß zu einer Züchtigung gehabt. Wenn auch der Redakteur Brüning sich auf den Schutz des S 193 nicht ^anV' lo darf ihn Vormeng doch in Anspruch nehmen; denn als Vater eines die Gemeindeschule besuchenden Mädchens hatte er das berechtige Interesse wahrzunehmen, derartige Exzessen zu steuern. Trotzdem kam das Gericht zu einer Verurteilung, weil objektiv beleidigende Ausdrücke, wie „brutaler Mensch" und „^Brutalität* gebraucht worden waren, und weil dem Rektor Piepte der Vorwurf, seine Amtspflichten vernachlässigt zu haben, gemacht worden sei. Gegen dieses Urteil hatten nun Brüning und Vormeng die Revision eingelegt, und zwar der Letztgenannte, weil er die in den inkctminterten Ausdrucken gefundene „beleidigende Absicht bestritt", und Brüning außerdem, weil er ebenfalls den Schutz des S 193 für sich in Anspruch nahm, weil ferner die betreffenden Artikel ohne sein Wissen ausgenommen worden waren, und weil er deshalb behauptete, für sie nicht verantwortlich zu sein. Das Reichsgericht hob, rote schon oben erwähnt, das Urteil des Landgerichts II in allen Fällen auf und verwies die Sache zur anderweitigen Entscheidung an das Land- gericht I Berlin mit der sehr interessanten Begründung, daß, wenn die Bezeichnungen „brutal" und „roh" als strafbar gelten sollten, das Landgericht II hätte darlegen müssen, durch welche anderen nicht strafbaren Worte das Verhalten des Lehrers Richard hätte zutreffend bezeichnet werden können, und daß zweitens hinsichtlich der in- kriminterten „Ausdrücke" über die Vernachlässigungen der Amtspflicht, die sich der Rektor Piepke habe zu Schulden kommen lassen sollen, das Urteil des Landgerichts Widersprüche enthalte. Kunst und Wissenschaft. Andrees Nordpol-Boje. Wie aus Stockholm berichtet wird hat auf Anlaß der Auffindung der großen Boje Andrees der Kapitän Andree in Göteborg, ein Bruder des Nordpol-Ballonfahrers, einem Mitarbeiter des „Göteborg Posten" gegenüber sich dahin ausgesprochen daß sein Bruder niemals selbst gesagt oder geschrieben habe, er wolle die sogenannte Polarboje beim Passieren des Nordpols auswerfen es sei vielmehr seine Absicht gewesen, sie auf dem nördlichsten Punkte' welchen die Expedition erreichen würde, ins Meer fallen zu lassen. Nach der Richtung der Polarstrüme schien cs dem Kapitän Andree undenkbar daß sein Bruder die Boje am Nordpol hätte auswerfen können. Dagegen wäre es möglich, daß die Lustschiffer beschlossen hätten, die Boje «lszuwerfen, und daß diese dann während der Vorbereitung zur Einlegung des Telegrammes verloren wurde. Alles spreche dafür meinte der Kapitän, daß Andree in der Richtung von Britisch-Nordamerika S^s-g-lt sei, in welchem Falle man erst im nächsten Sommer Nachricht von den Polarschiffern erwarten könne. Sportplatz. Kommenden Sonntag, den 15. Oktober, f«?t U^r' fi"^t als Schlußrennen ein großes Herbstwettfahren i FrftS a$reJ ®oä Rennprogramm umfaßt folgende Nummern: v2‘ Ermunterungsfahren, 3. Vorgabefahren, 4. Haupt- ayren, .. Tandemhauptfahren, 6. Landsturmfahren. Das Schlußmeetinq, & a- ®etet. $ zahlreiche Meldungen vorliegen, verspricht noch einmal ^r- SÄtPateure am Start zu vereinigen, sodaß äußerst mtereffante Radwettkämpfe zu erwarten sind. Gerichtsfaal. Berlin, den 9. Oktober 1899. Prozeß gegen den Klub der Harmlosen. Kriminal-Kommiffar von Manteuffel verlangt zunächst das Wort zu einer öffentlichen Erklärung gegenüber den vielen gegen ihn gerichteten Preß-Angriffen der letzten Sage. Derselbe bezeichnet die Aeußerungen der Blätter, daß er hier gesagt haben solle, er hätte auch gegen Dr. Kornblum Ermittelungen wegen gewerbsmäßigen Glücksspieles angestellt gehabt, als auf einem Mißverständnis beruhend. Gegen Dr. Kornblum war die Einleitung des Verfahrens beschloffen und er. von Manteuffel, habe sofort der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß Dr. Kornblum intakt sei. Frühere Ermittelungen, welche er angestellt, hätten ergeben, daß Dr. Kornblum ein sehr bedeutendes Vermögen, keinen Anhang in gewerbsmäßigen Spielerkreisen hatte und aus guter Familie stammte. Sein, des Kriminal-Kommissars Dementi im „Kleinen Journal" bezweckt eine Unterdrückung der Preßfehde, wozu er vom Untersuchungsrichter ausdrücklichen Auftrag hatte, damit Dr. Kornblum nicht vor den Kopf gestoßen werde. Die Angeklagten von Kayser und Kröcher bleiben dabei, daß eine Voruntersuchung gegen Dr. Kornblum geschwebt und daß sowohl ein dem Angeklagten von Kayser befreundeter Referendar diese Akten in der Hand gehabt, als auch ein vom Untersuchungsrichter vernommener Oberkellner namens Sommer die Akten auf dem Tisch des Untersuchungsrichters habe liegen s.hen. Es kommt alsdann zu einer längeren Auseinandersetzung bezüglich der ä la oaito-Stellung des Angeklagten von Kröcher. Das General-Kommando soll um genaue Angaben hierüber gebeten werden. Der nächste Zeuge ist der Gerichts- «ffeflor von Mörs, welcher im Victoria-Hotel mit dem Angeklagten von Kayser und von Kröcher gespielt hat. Derselbe sagt aus, daß er beiden Herren Vorwürfe gemacht habe, weil sie mit Leuten wie Wolff verkehrten und solch dunkle Ehrenmänner in ihren Klub aufnähmen. Die Angeklagten hätten chm erklärt, daß Wolff tadellose Manieren habe und unmöglich ein Lump sein könne. Bald nach diesen Vorstellungen seien die Enthüllungen im „Berliner Tageblatt" erfolgt. Der Zeuge verwahrt sich gegen die Verdächtigung, daß er ein Freund und Vertrauter des Dr. Kornblum gewesen sei. Derselbe sei nur nach den Veröffentlichungen im Berliner Tageblatt zu ihm gekommen. Er habe ihn gebeten, in einer Affaire mit v. Kayser und v. Schachtmeier sein Kartelltläger zu sein, da sich beide Herren abfällig über Kornblum, welchen sie als Urheber des Artikels im „Berliner Tageblatt" schilderten, geäußert hatten. In der Nachmittagssitzung gab der Kriminalkommissar von Manteuffel auf wiederholtes Drängen der Verteidigung zu, daß einzelne Sätze des Protokolls über die Vernehmung des Zeugen von Gersdorf dem Untersuchungsrichter von ihm, Manteuffel, diktiert worden seien. Es wurde sodann die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Der Zeuge, Oberkellner Krieger war im Winter 1897/98 im „Viktoria-Hotel" als Kellner bedienstet und hatte die dort tagenden Spielerzirkel zu bedienen. An denselben hätten sich von den Angeklagten nur die Herren von Kröcher und von Kayser beteiligt. Es sei ziemlich hoch gespielt worden. Alsdann folgt die Vernehmung des Oberkellners Kotz, der bei Hecht die Spieler-Zirkel zu bedienen hatte. Den Dr. Kornblum habe er einmal aus dem Lokale hinausgeworfen, weil ihm derselbe verdächtig vorkam. Kornblum habe übrigens als Leiter des Spielklubs bei Hecht fungiert und ihm jedesmal Anleitung gegeben, wem er unbedingt Geld zum Weiterspielen leihen könne Uffd wem nicht. Oberkellner Montaldi sagt aus, daß er nur deshalb von Berlin abgereist sei, weil er in Monte Larlo eine gute Stelle in Aussicht hatte. Die Angeklagten hätten ihm sogar angeraten, vorläufig in Berlin zu bleiben, bis die Prozeß-Angelegenheit beendet sei. Nach Vernehmung einiger weiterer Zeugen wird die Forffetzung der Verhandlung auf morgen früh vertagt. Berit«, 9. Oktober. Das Urtheil gegen den Grafen von Eglofsstein, welches in der Verhandlung am S>amstag auf heut« vertagt wurde, ist heitte nachmittag 3% Uhr verkündet worden. Dasselbe lautet auf neun Monate Gefängnis, wovon 6 Monate als verbüßt erachtet wurden. Der Angeklagte wurde mcht aus der Haft entlassen. Coblenz, 8. Oktober. Der Handlungsgehilfe Wilhelm Geiße ; aus Gießen und der Zahntechniker Georg Frey aus Hanau miß- I handelten in der Nacht zum 31. Juli in roher Weise einen hiesigen Gärtner, welcher zwei Mädchen nach Hause geleitete. Auf der Schiffbrücke griffen sie ihn von hinten an, Geiße stieß ihm einen spitzen Dolch in die Lende, warf ihn zu Boden und versetzte ihm noch mehrere Dolchstich-. Darauf schleppten die beiden den Mißhandelten an das Brückengeländer, um ihn in den Rhein zu werfen. Eines der Mädchen hielt den Gärtner an den Haaren fest. Auf die Hilferufe kam ein Schutzmann herzu, welcher die Raufbolde verhaftete. Die Slraskamwer verurteilte den Geiße zu 15 Monaten und den I Frey zu 8 Monaten Gefängnis. Ktteratur. — Hans Thoma, der berühmte Frankfurter Maler, hat soeben m großer Frische seinen 60. Geburtstag gefeiert und sich gleichzeitig von semem Freundeskreis in der Mainstadt verabschiedet, um seine neue Thäirgkert als Museumsdirektor in Karlsruhe zu beginnen. Als eine nachträgliche Festgabe erscheint in 8 Tagen bei Schuster u. Loeffler in I „nCC n innerhalb der von Franz Hermann Meißner herausgegebenen Monographien-Sammlung „Das Künstlerbuch" ein reich illustrierter Thoma-Band, der gleich den ersterschienenen Bänden: Böcklin, Klinger, Stuck em lebhaftes Interesse finden dürfte__ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Stetze«, 10. Oktober. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90—1.10, Hühnereier Per St. 7—8 4, 2 St. 14-15 Enteneier 1 St. 0-0 H, Ganse, eiet per St. o—00 H, Käse 2 St. 5—8 Käsematte 2 St. 5-6 Erbsen per Liter 18 H, Linsen per Liter 29 Tauben per Paar •£ 0.70—0.80, Hühner per St. X 1.00—1.20, Hahnen per Stück ** 0 60—Lio, Enten per St. X 1.80—2.00, Gänse per Pfund JC 0.50—0.60, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 66—74 <4, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bis 6.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 5.00—6.00 Milch per Liter 16 H, Zwetschen per Etr. 8,00—12,00. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nach, mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherzieben nickt feilqeboten werden. Mainz. Uebersicht der Durchschnittspreise der am Markttage vom 6. Oktober 1899 verkauften Früchte (pro 100 Kg.): Weizen I 16,80 Mk., Roggen (Korn) 15,69 Mk., Gerste 17,00 Mk., Hafer 14,75 Mk., Heu 5,00—6,40 Mk., Stroh 3,20-4,20 Mk., Kartoffeln 4,50—7,00 Mk. — Auf dem Viehmarkt zu Mainz vom 30. September bis 6. Oktober wurde folgendes Vieh verkauft und nachstehende Preise (alles per 50 Kg. Schlachtgewicht) erzielt: 6 Farren 56—58 Mk., 126 Ochsen, 1. Qual. 00-70 Mk, desgl. 2. Qual. 00-68 Mk., 3. Qual. 00—66 Mk., 296 Kühe und Rinder, 1. Qual. 56—58 Mk., desgleichen 2. Qual. 50—54 Mt., 3. Qual. 00—00 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 349 Kälber 66—70 Mk., mittlere' Mast- und gute Saugkälber 00 Mk., geringe Saugkälber 60 Mk., 1231 Schweine 50—55 Mk. Heu und Stroh. Berlin. Richtstroh, höchster Preis 3.82 Mk., niedrigster Preis 3.50 Mk., Heu höchster Preis 6.30 Mk., niedrigster Preis 3.50 für 100 Kilo. — Köln. Heu 5.80 bis 7.90 Mk., Krummstroh 2.00 Mk., Maschinenstroh 2.10 Mk., Richtstroh 0 00 Mk. für 100 Kilo. — Nordhausen. Heu 5.00 bis 6 00 Mk., Richtstroh 2.50 bis 3.00 Mk. für 100 Kilo. — Halle. Sämtliche Preise gelten für 100 Kilo, und zwar bei Partien frei Bahn hier. Roggenlangstroh (Handdrusch) 2.50 bis 3.20 Mk., Maschinenstroh (Roggenstroh) 2.00 bis 2.50 Mk., Weizenstroh 1.70 bis 2 Mk., Wiesenheu, hiesiges oder Thüringer, beste Sorten 6.50 bis 7.50 Mk. — Nürnberg. Heu 6.00 bis 7.80 Mk., Stroh 3.60 bis 4.00 Mk. für 100 Kilo. — Würzburg. Heu 5.00 bis 5.60, Stroh 3.60 bis 3.80Mk. für 100 Kilo. — Karlsruhe. Heu 6.60 Mk., Stroh 0.00 Mk. für 100 Kilo. — Offenburg. Heu 4.60 Mk., Stroh 3.40 Mk. für 100 Kilo. — Freiburg. Heu 7.00 Mk., Stroh 5 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Heu 5.00 Mk., Stroh 0,00 Mk. für 100 Kilo. Kartoffeln. Magdeburg. Eßkartoffeln 450 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Stettin. Kartoffeln 3.40 bis 4.00 Mk. für 100 Kilo. — Nord- hausen. Kartoffeln 4.50 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Kartoffeln0.80 Mk. für 20 Liter. — Freiburg. Kartoffeln 0.85 Mk. für 20 Liter. Offenburg. Kartoffeln 0.80 Mk.' für 20 Liter. — Karlsruhe 0.80 Mk. für 20 Liter. Scriin, 10. Oktober. Zum Regierungspräsidenten von Posen ist nunmehr der dortige Ober-Präsidialrat Krahmer ernannt worden. Nürnberg, 10. Oktober. Die zwölfte Hauptver- L??mI£n9 evangelischen Bundes ist aus allen Teilen Deu'ichlands zahlreich beschickt. Dieselbe begann gestern abend mit zwei stark besuchten Begrüßungs-Versammlungen. u Zurich, 10. Oktober. Die Regierung in Genf hat die Untersuchung Uber das vom türkischen Konsul denunzierte angebliche Komplott gegen dasLeben desSultans geschlossen und die Akten der Bundesanwaltschaft übergeben. Die Verdächtigen sind absolut schuldlos, und der Konsul scheint fremden Spitzeln zum Opfer gefallen zu sein. Einer davon ist bereits ausgewiesen worden. Der beschuldigte Schweizer Arzt Dr. Lardy wird gegen den türkischen Konsul wegen Verleumdung gerichtlich vorgehen. Rom, 10. Oktober. Nach einer Meldung der „Italic" einigten sich Italien, Oesterreich und Deutschland in betreff der Unterzeichnung des Haager Friedens-Konferenz-Protokolls. Die Unterschrift soll in den nächsten Tagen erfolgen. London, 10. Oktober. In Iokohama ist infolge eines Zyklons ein Personenzug, welcher über eine Brücke fuhr, in den Fluß gestürzt. Bisher sind 12 Tote und eine große Anzahl Verwundeter konstatiert. Kairo, 10. Oktober. Die Blätter melden, Dreyfus habe eine Villa in Kairo gemietet, um mit seiner Familie den Winter dort zu verbringen. Kronprinzessin Stephanie von Oesterreich. Berlin, 10. Oktober. Das „Kleine Journal" meldet aus Budapest: In hiesigen aristokratischen Kreisen erzählt man sich, dieKronprinzessinStephanie von Oe st erreich würde demnächst unter Verzicht auf alle Vorrechte eines Mitgliedes des Kaiserhauses mit dem Attacho der österreichisch-ungarischen Botschaft in London, dem Grafen Elemer Lonyay sich vermählen. (Wir hatten bereits von unserer Seite aus die Meldung des Berliner Sensationsblattes als unglaubwürdig bezeichnet, als uns die folgende, unsere Ansicht bestätigende Depesche zuging:) Wien, 10. Oktober. Die von Budapest aus verbreitete Nachricht von einer beabsichtigten Vermählung der Kronprinzessin Stephanie mit dem Grafen Lonyay wird von Hofkreisen dementiert. Der Transvaalkonflikt. Brüffel, 10. Oktober. Die deutschen und belgischen Großkaufleute in Antwerpen haben einen Ausschuß eingesetzt, um für die Transvaalarmee eine Ambulanz zu schaffen. Rom, 10. Oktober. Viele Garibaldianer haben der Transvaal«Regierung ihre Dienste angeboten und erklärten sich bereit, gegen die Engländer zu kämpfen. London, 10. Oktober. Die Petition zur Aufrechterhaltung des Friedens zeigt 40000 Unterschriften. London, 10. Oktober. In Edingburgh fand gestern ein Meeting zu gunsten des Friedens statt, bei welchem drei liberale Wähler das Wort ergriffen. Loudon, 10. Oktober. Der Sozialistenführer Tom Man wird in der nächsten Woche ein großes englisches Sozialist en-Organ gründen. London, 10. Oktober. Alle hier eingetroffenen Uit» länders erklärten, daß keiner von ihnen beabsichtigt habe, irgend welche politischen Rechte zu verlangen und wenn sie dieselben erhalten hätten, vorläufig keinen Gebrauch davon zu machen. London, 10. Oktober. Depeschen aus Afrika melden, daß starke Unzufriedenheit im Lager der Buren herrscht über die Nichteröffnung der Feindseligkeiten. Tatsächlich erlangen dadurch die Engländer die Möglichkeit, ihre militärische Ueberlegenheit zu sichern. Bis gestern hatten 66 Minen-Kompagnieen die Arbeit eingestellt. 17 Kompagnieen arbeiten noch. Tausende von schwarzen Arbeitern sind ohne Beschäftigung. London, 10. Oktober. Daily Mail meldet aus Durban, der deutsche Dampfer Welfe habe 400 Kisten Mu- uition für Transvaal in Laurenzo Marauez auS- geschifft. Wien, 10. Oktober. Der italienische Botschafter hatte gestern mit dem Grafen Goluchowsky eine längere Be- prechung angeblich wegen der Transvaalfrage. Loudon, 10. Oktober. Daily Mail meldet aus Prä- toria, die Auswanderungen seien nunmehr beendet. Zum Attentat in Konstantinopel. Berlin, 10. Oktober. Wie einem kleinen Blatte aus nplomatischen Kreisen, die der türkischen Regierung nahe tehen, mitgeteilt wird, ist in der Ermordung des Sohnes des Großvezirs Djavid Bey ein neuer Verstoß der jungtürkischen Bewegung zu erblicken. Der Haß der Jungtürken richtet sich vor allem gegen den Großvezir und seine Familie sowie gegen den Marineminister. (Vgl. „Ausland"). Darmstadt, 10. Oktober. 12 Uhr. (Telephonmeldung). Se. Maj. der russische Kaiser und Ihre Mas. die Kaiserin kamen heute vormittag 8 Lis 31. Oktob r 1900 die in bei I In Gießens bester Geschäftslage möglichst Settersweg Kein Hausschwamm bei Anwendung von Dr. H. Zevener’« Antimerulion D. R. G. M. 18777. Gustav Schallehn, onem. Fabrik, 6000] Unmöbl. 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Werner. Anfang 8 Uhr. Entree 40 Pfg. Die Kapelle konzertierte mit grossem Erfolg in Frankfurt a. M. (RosenauSHtellnag), Cassel (Cölnsoher Hof, Nurdhau-en (Krystallpalast), Giessen iCaf6 Leib) etc. Es finden nur diese beidm Konzerte statt. 7269 Ordentliches Mädchen auf sofort gesucht. 03587 Frau Ernst Bloedner, Plockstr. 2. SUP* Laufmädchen Kroße Kata-Ktite-Iorssellung. Morgen, Mittwoch den 11. Oktober 1899, nachmittags 4* b und abends 8 Zlhr: 2 große Hal'a-^rachl-Aorstell'ungen. Die Nachmittags-Vorstellung ist ebenso reichhaltig auSgestattet, w-e die Abendvorstellung. Jeder Erwachsene kann ein Kind frei einfüdren; jedes weitere Aiud halben Aasteupreis. Abends 8 Uhr volle Presse. _ Mix- Kewähttes neues yrogramm mit ttUfen Weuheile«. ”^8$ Von diesen Vorstellungen ist besonders hervorzuheben-. Auftreten der hier mit stürmischem Beifall aufgenommenen Odol'Truppe, 7 Personen, die besten Akrobaten der Welt. 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