^nvigst geliebte mz ifen. 5223 beueu: 02421 Mittag» 5 Uhr, 4 statt. svemn. uh Bchlar. Hotel Kessel). Mehrer Dr. Kofwaa» Seßlar, im Anschluß 'Berfammluitg irn igung der UrkMden« übet die Msassung bo^nten Dr. ßolii ach einer Pause um cksahrl nach Belieben scht, Gaste find will- n, wolle man zeitig, Grn des Verein», abngerstraße 4, ge* n. 6118 n Vorstand. »pff“1 1S’fe, itiäfl o C 0.8 *•: 4242 9 atratzen 9 gewährter Sylt»' V •■Matratzen 0 atratzen S latrafzen. g r.Kissen g Nr. 160 Zweites Blatt Dienstag den li. Juli 18»» Gießener Anzeiger Keneral-Anzeiger Annahme »an Anzeigen zu der nachmittag» für de» Atzenden Lag erscheinenden Nummer H» vor«. 10 Uhr. »tlMWtis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfß. mit Bringerloh». Bei Postbezug R Mark 50 2ßfg. lierttljährliH Llle Anzeigeu-BermittlungSstellm de» In- und Lu»l«tz«G nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgtg*. frf4d*t ttßNch mit JluSnahme de» Montag». Di« Gießener Ao«rtte»ßlttter werden dem Anzeiger «»chentlich viermal beigelegt. Anrts- und Anzeigeblutt für den Ttreis Giefzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Sch kßr-tze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießt». Fernsprecher Nr. 51. 'W Zur Lage auf der Balkan- Halbinsel. Auf der Balkan-Halbinsel, diesem Pulverfaß Europas, gährt es wieder einmal, wie wir unfern Lesern bereits ausführlich v gemeldet haben. Im Vordergrund des Interesses stehen Fürst Ferdinand von Bulgarien, der angeblich vertrieben sein soll und Exkönig Milan von Serbien, auf den ein Attentat ausgesührt wurde. Wir geben beide Persönlichkeiten im Bilde wieder. 6.1 Der abgewandte Weltuntergang. Neber die im Sommer und Herbst 1899 zu erwartenden Sternschnuppenfälle schreibt dem „Berl. Tagebl." Professor Dr. Förster, der Direktor der Berliner Sternwarte: Die sogenannte Perseiden-Erscheinung, nämlich der Sternschnuppenfall, welcher in den Tagen vom 8. bis 12. August aus dem Sternbilde des Perseus auszustrahlen scheint, wird diesmal besonders begünstigt sein durch die Abwesenheit des Mondscheins, da der Mond in diesen Tagen schon vor 9 Uhr abends untergeht. In betreff der Leoniden, nämlich desjenigen Sternschnuppenfalls, welcher Mitte November aus dem Sternbilde des Löwen auszustrahlen scheint und zwar besonders reich alle 33 Jahre, liegt die Sache sehr eigentümlich. Der Mond ist am 16. November voll, aber er ist in denjenigen Morgenstunden, in denen der Strahlungspunkt dieser Meteore seine größte Höhe über dem Horizont erreicht, bereits untergegangen oder dem Untergang nahe. In welcher Weltzeit aber der Durchgang der Erde durch die Leonidenschar eintreten wird, und ob wir in Deutschland um diese Weltzeit den Strahlungspunkt (den scheinbaren Ausgangspunkt) im Löwen genügend hoch für eine glänzende Erscheinung über dem Horizonte haben werden, ist durch die neuesten Untersuchungen über die Störungen, welche die Lage und die Gestalt der Bahn dieser Meteorschar seit dem Jahre 1866 hauptsächlich durch die Anziehungswirkungen des Jupiter erlitten hat, sehr ins unsichere gerückt worden. Zwar ergiebt die vollständigste Vorausberechnung auf Grund dieser Störungsuntersuchungen, daß der Durchgang der Erde durch die Ebene dieser Meteorbahnen wahrscheinlich am 15. November um 9 Uhr mitteleuropäischer Zeit, also um 4 Uhr morgens, am bürgerlichen 16. November erfolgen wird, somit upt die Zeit, um welche der Strahlungspunkt, abgesehen ' von der beginnenden Dämmerung, die günstigste Stellung über unserem Horizont haben wird. Indessen wird durch die aus derselben Rechnung folgende starke Veränderung, welche die Gestalt der Bahn hinsichtlich des kleinsten Abstandes von der Sonne erfahren hat, mindestens ein erheblicher Zweifel daran erweckt, ob die Erde bei dem Durchgänge durch jene Bahnebene ebenso zahlreichen Scharen von Meteoren, wie in den Jahren 1866, 1833 usw. begegnen wird. Jedenfalls muß sorgfältige Ausschau danach gehalten werden, ebenso wie in der zweiten Hälfte des November nach den Meteoren, die aus dem Sternbilde der Andromeda auszustrahlen scheinen und deren Vorausbestimmung im vorigen Jahre sich nicht bewährt hat. Die großen Jupiterstörungen, welche auch diese Scharen in den letzten Jahren erfahren, hatten infolge der Unbestimmtheit wichtiger Grundlagen der bezüglichen Untersuchung nur sehr unsicher in Rechnung gestellt werden können. Es ist möglich, daß die Bahnen der letzten Meteore bei jener Jupiternähe überhaupt eine solche Veränderung erfahren haben, daß die reichen Strahlungen aus der Andromeda, die auch erst seit einigen Jahrzehnten beobachtet worden waren, bis auf weiteres zu Ende gegangen sind. Jedenfalls ist der sogenannte Weltuntergang, welchen man seltsamer- und irrtümlicherweise aus den bisherigen Angaben der Fachmänner über den Durchgang der Erde durch die Bahn der Leoniden und eines bekannten Kometen für Mitte November 1899 angesetzt hatte, durch jene Störungswirkungen des Jupiter jetzt auch für die abergläubischen Befürchtungen als beseitigt zu erachten. Deutsches Reich. Berlin, 8. Juli. Zum Telegrammwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und Loubet schreibt die „T. R.": Im „Figaro" spricht Whist seine Genugthuung aus über das Verhalten des Kaisers Wilhelm bei seinem Besuche an Bord der „Iphigenie", besonders über den Austausch der Telegramme zwischen dem Kaiser und dem Präsidenten Loubet. Eine Annäherung zwischen den Kabinetten von Paris und Berlin auf kolonialem Gebiete sei wünschenswert. Alles, was hierzu beitragen könne, müsse von Frankreich günstig ausgenommen werden. Die gestern ausgetauschten Telegramme seien ein neuer Beweis der friedlichen Gesinnung des Kaisers. Selbstverständlich urteilt eine große Zahl von Pariser Blättern auch sehr abfällig über den Besuch und knüpft in gewohnter Tonart allerlei bissige Bemerkungen und gehässige Ausfälle und Unterstellungen an den Schritt des Kaisers. In London hat das Ereignis, wie uns unser Berichterstatter telegraphiert, großen Eindruck gemacht, zumal nachdem der Kaiser die Hoffnung, daß er nach CoweS zur Regatta kommen werde, nicht erfüllt hat. Unser Berichterstatter fügt hinzu: Die Presse, ausgenommen „Daily Mail", sucht ihre Beunruhigung zu verbergen, aber wie ich von wohlunterrichteter Seite erfahre, herrschte bei Eintreffen der Nachricht von dem Depeschen-Austausch gestern in höchsten Politischen Kreisen geradezu Bestürzung. Man befürchtet, wenn auch kein Bündnis, so doch Anlehnung Frankreichs an Deutschland in Kolonialfragen und eine wesentliche Veränderung der jetzigen Konstellation. Die Kreise der Haute Finance sind gleichfalls beunruhigt und befürworten ein englisch-deutsches Einverständnis als friedlichste Kombination. Berlin, 8. Juli. Wie das „Berliner Tageblatt" vernimmt , geht dem Bundesrat in. diesen Tagen eine im Reichsamt des Innern ausgearbeitete Novelle zum Weingesetz von 1892 zu, in welcher die gewerbsmäßige Herstellung von Kunstwein verboten wird. Berlin, 8. Juli. Das Linienschiff Baden erlitt, wie dem „Berliner Tageblatt" mitgeteilt wird, während des Manöverierens in der Nordsee Havarie. Es mußte das Geschwader verlassen und traf in Kiel mit beschädigter Schraube ein. Bei Niederlassung des Heckankers traf dieser die Schraube, wodurch das Panzerschiff manöverierunfähig wurde. Es mußte mit einer anderen Maschine die Kaiserswerft zur Reparatur aufsuchen. Berlin, 8. Juli. Die Kommission zur Ausarbeitung einer türkisch-griechischen Konvention, die ihre Sitzungen seit Monaten unterbrochen hatte, nimmt, wie das „Berliner Tageblatt" aus Konstantinopel meldet, dieser Tage ihre Arbeiten wieder auf. Man glaubt, diesmal zu einem Resultat zu gelangen, da die griechischen Delegierten Auftrag zu haben scheinen, in verschiedenen früher hartnäckig festgehaltenen Punkten nachzugeben. — Arbeiterwohnungen. Der Vorsitzende des Gesamtverbandes der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands, Lic. Weber, hat an das Staatsministerium nachFeuilleton. Keiseöriefe für den „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) n. Sommertheater in München. E. Nachdem die Oper, an welcher zuletzt noch häufig das Wagner'sche Jugendwerk „Die Feen" gegeben wurde, und das „Schauspiel", woselbst Ferdinand Bonn ein erfolgreiches Gastspiel absolvierte, geschlossen haben, stehen von Bühnen noch offen: das „Residenztheater", das „Volkstheater", das „Theater am Gärtnerplatz" und das „Deutsche Theater". Letzteres, in der Schwanthaler Passage gelegen, schon durch seine glanzvollen und behaglich eingerichteten Jnnenräume eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, hat seit einem Jahre seinen Charakter vollständig verändert. Ursprünglich als „Schauburg" für den linken Flügel der modernen Dramenlitteratur bestimmt — im Frühjahre 1897 sahen wir hier das Zola'sche Schauerstück „Therese Raquin" — ist es jetzt in ein Varietetheater größten und vornehmsten Stils umgewandelt worden. Nicht nur, daß große Balletarrangements mit pompöser Ausstattung auf dem Repertoire erscheinen, Seil- und Parterre - Akrobaten ihre staunenerregenden Künste zeigen --ganz aparte, höchst originelle Nummern bringt der Spielzettel, wie z. B. das Quartett der schwarzen Troubadours, welches uns in unverfälschter Negersprache amerikanische und afrikanische Nationalweisen zu Gehör bringt. Die farbigen Sänger, welche im tadellosen europäischen Gesellschaftsanzug erscheinen, und in ihrem ganzen Auftreten etwas sehr Zivilisiertes haben — hat sich bekanntlich in den letzten zwanzig Jahren in den „Vereinigten Staaten" doch so etwas wie eine Negeraristokratie herausgebildet — besitzen schöne, klangvolle Stimmen und einen wohlgeschulten Vortrag, der namentlich in der feinen Behandlung des Piano und Pianissimo echt künstlerische Wirkungen zu erzielen weiß. Die Tonstücke selbst erscheinen uns, von einzelnen abgesehen, schon etwas idealisiert. Dvorak, als er nach New-Aork übersiedelte, hat ja zuerst die musikalische Welt dadurch in Erstaunen gesetzt, daß er seinen von Amerika aus datierten Kompositionen echte Negergesänge zu Grunde legte. Eine Umbildung derselben nahm er für seine Zwecke allerdings vor, und es ist sehr möglich, daß diese Kunstmusik wiederum die Volksmusik beeinflußt hat. Ein Haupttreffer des Spielplanes im „Deutschen Theater" besteht in der Vorführung der „Mutoskopen", dieser neuesten Wundererscheinung auf dem Gebiete der Optik, die alles schlägt, was man bisher dem Auge durch Lichtbilder, Transparente, Zauberspiegel an Illusionen bereiten konnte. Wenn sich auf der hellen Fläche des Vorhanges der Stapellauf des Panzerschiffes „Wilhelm der Große" entwickelt, oder wir Felix Faure auf der Fasanen- jagd erblicken, so ist das alles so plastisch deutlich und lebenswahr, daß man keinen Moment an ein „Bild" denkt, sondern einem wirklichen Vorgänge als Augenzeuge beizuwohnen glaubt. In alten Schmökern ist viel zu lesen von den Geisterbeschwörungen, mit welchen der Abenteurer Cagliostro selbst die Gebildeten unter den Zeitgenossen zu berücken verstand. Welchen Eindruck hätten seine Künste erst gemacht, wenn er bereits im Besitze jener technischen Errungenschaften gewesen wäre, die heute die moderne Wissenschaft, nicht zu lichtscheuem Thun, sondern zum Nutz und Frommen aller, zur Erheiterung und Belehrung der menschlichen Gesellschaft in den Dienst des Fortschritts stellt! Während der Pausen besichtigt man im „Deutschen Theater" die luxuriös ausgestatteten Jnnenräume. Säulen, Plafondsmalereien, der „japanische Saal", der „Silbersaal" lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, daß dieses Theater in einer Kunststadt ersten Ranges liegt. Der moderne Barockstil, in welchem es erbaut ist, paßt vorzüglich zu dem gegenwärtigen Zweck, welchem es dient. Zweitausend Personen kann der Zuschauerraum aufnehmen. Die großen Redouten des Münchener Karnevals werden hier abgehalten. stehende Eingabe, betr. Arbeiterwohnungen, gerichtet, in der nachfolgende, auf der Delegiertenversammlung der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands zu Altona einstimmig beschlossene Forderungen vorgebracht werden: 1. Einrichtung von Landesbaubanken oder Landeskreditkassen zur Beschaffung der Baugelder für gemeinnützige Baugenossenschaften^ 2. Befreiung von der Umsatzsteuer, von Gebühren für Rechtsakte und von den laufenden Steuern für solche Vereinigungen. 3. Billige Abtretung von fiskalischem Baugelände namentlich in der Nähe der großen Städte. 4. Möglichste Wohnungsfürsorge in Bezug auf staatliche Unterbeamte und Arbeiter. 5. Regelung der Wohnungspolizei namentlich in der Richtung einer periodisch regelmäßigen, gesundheitspolizeilichen Revision der Mietwohnungen und Schlafstellen durch besondere Wohnungsinspektoren. Die Delegiertenversammlung hat ferner die Schaffung von Wohnungskommissionen für erforderlich gehalten, welche eine vollständige Wohnungsreform vorbereiten, das vorhandene Bedürfnis untersuchen, den Privatbestrebungen umfaßende Anregung geben, zur Gewinnung sowohl des geeigneten Baulandes als auch der Geldmittel und aller sonstigen Erleichterungen hilfreiche Hand leisten, sowie für eine letzte Entscheidung zur Sache die Grundlage herstellen. Berlin, 8. Juli. Auf der serbischen Gesandtschaft erschienen gestern anläßlich des vereitelten Attentats auf König Milan zahlreiche Diplomaten, um ihre Karte abzugeben. Berlin, 8. Juli. Der flüchtige Bankier Sally Elias, welcher wegen bedeutenden Unterschlagungen von der Staatsanwaltschaft gesucht wurde, ist in Paris festgenommen worden. Berlin, 8. Juli. Wie aus Köln gemeldet wird, wurde heute vormittag dem Fürstbischof Schmitz, der seit längerer Zeit au einem hartnäckigen Knieübel leidet, das rechte Bein oberhalb des Kniees abgenommen. Der Patient befindet sich verhältnismäßig wohl. Berlin, 8. Juli. Wie aus Bergen gemeldet wird, ist die Hohenzollern nach Aales und Drontheim weiter gesegelt. Berlin, 8. Juli. Der Reichs-Anzeiger veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Gesandten in Buenos Ayres, Freiherrn von Mentzingen zum Gesandten in Marokko. — Handwerkerkonferenz. In Weimar hat eine Handwerkerkonferenz stattgefunden, über die der Reichstagsabgeordnete Euler folgendes mitgeteilt hat: Die Konferenz hat am Dienstag und Mittwoch dieser Woche getagt. Es beteiligten sich an ihr drei Reichstagsabgeordnete, neun Regierungsvertreter und ein hoher Vertreter der verbündeten Regierungen, acht Handels- und Gewerbekammer-Sekretäre und eine-Anzahl von Handwerkern aus den verschiedensten Provinzen Preußens und den Bundesstaaten. Die Verhandlungen waren sehr eingehend und führten u. a. zu der einmütigen Forderung: nicht freiwillige Zwangsinnung, sondern obligatorische Zwangsinnung. — Als Verwaltungschefs der neu erworbenen Karolinen- Inseln sollen bestimmt sein: für die Oftkarolinen in Ponape der frühere kaiserliche Richter im Bismarck-Archipel, Dr. Stahl, für die Westkarolinen in Aap der Sekretär S e n f f t auf den Marschall-Inseln, und für die Marianen in Saipan der Assessor Fritz, der durch einen längeren Aufenthalt in Südamerika der spanischen Sprache völlig mächtig ist. — Samoa. lieber das empörende Verhalten des bisherigen englischen Konsuls Maxse, der bekanntlich die treibende Kraft bei dem rechtswidrigen Vorgehen der Engländer und Amerikaner auf Samoa war, werden immer neue Einzelheiten bekannt. Aus Apia wird jetzt gemeldet, daß Admiral Kautz zugegeben habe, von dem englischen Konsul Maxse direkt zu seinem Vorgehen gegen die Ma- taafaleute veranlaßt worden zu sein. Er habe ursprünglich die Entwaffnung aller Samoaner ohne Unterschied der Partei im Auge gehabt; dadurch aber, daß gegen seinen ausdrücklichen „Befehl" auf Geheiß des englischen Konsuls Waffen und Munition an die Tanupartei geliefert worden seien, sei nicht allein diese Absicht vereitelt, sondern er selbst in eine falsche Lage gedrängt worden, die von Maxse immer mehr ausgebeutet worden sei und friedliche Verhandlungen, wie solche anfänglich in Aussicht genommen waren, unmöglich gemacht habe. — Aus Südwestafrika. Nachdem die bergmännische Expedition, welche von der South West Africa Co. 1893 nach dem kupferführenden Gebiete von Otavi im Ovambolande abgesandt worden war, dort ansehnliche Kupferlager gefunden hatte, war die Gründung einer Kupferbergbau-Gesellschaft zu deren Ausbeutung beschlossen worden. Zuvor wurde aber der Berginspektor Duft in Südwestafrika beauftragt, noch einmal von Amts wegen das Gebiet daraufhin einer Untersuchung zu unterziehen. Da der Berginspektor Duft nun die Angaben der Privatfachleute bestätigt hat, so ist die Bildung einer kapitalkräftigen großen deutschen Gesellschaft für diesen Zweck, wie verlautet, dem Abschlüsse nahe. Diese Gesellschaft übernimmt auch den Bau einer Eisenbahn von der Küste nach Otavi, um damit das Erz transportieren zu können. Schon in diesem Herbste wird eine technische Expedition nach Süd- west-Asrika abgehen, um mit den vorbereitenden Arbeiten für diese Eisenbahn zu beginnen. Durch die Ueberlassung dieses Bahnbaues an die Otavi-Gesellschaft wird von der South West Africa Co. ein wesentlicher Teil der Rechte, die aus der berüchtigten sogen. Damaraland-Konzession von 1892 stammen, wieder in deutsche Hände zurückgebracht. Diese Unternehmungen werden einen bedeutenden Fortschritt in der Entwicklung Südwest-Afrikas bilden. Es ist das erste Mal, daß dort der Bergbau von einer mit reichen Mitteln versehenen Gesellschaft ernstlich in Angriff genommen wird. Bisher waren alle solche Versuche nur oberflächlich und konnten deshalb auch zu keiner vollen Klarheit und zu keinen Erträgnissen führen. Der Bahnbau hat ebenfalls nicht geringen Wert, da er die zweite Linie im Schutzgebiete bildet und nach einer Richtung hin führt, woIsich in einigen Jahren vielleicht Anschluß an andere fremde Linien bietet. .. «___x AMAAW. Oesterreich Ungarn. Die Tschechen scheinen einen neuen Beutezug aufKostenderDeutschenzu beabsichtigen. Anders kann man sich die beweglichen Klagen der tschechischen Blätter über angebliche Benachteiligung des tschechischen Volkes durch das Ministerium Thun nicht erklären. „Nar. Listy" heben hervor, daß in dem auf Grund des § 14 erschienenen Staatsvoranschlag die tschechische Universität und die tschechische Technische Hochschule in Brünn mit keinem Heller bedacht seien, während für das deutsche Wien noch immer viel geschehe. Die Schulden Böhmens wüchsen, so daß es Anspruch darauf hätte, daß ihm ein Teil der Staatsüberschüsse zu gute kämen. Das tschechische Volk sei erbittert und fordere von Thun, daß er endlich die „Unfreundlichkeit" aufgebe. Noch pessimistischer ist ein Erguß des radikal-tschechischen Blattes „Radikalni Listy". Es schreibt: „Verschwunden sind die rosigen Hoffnungen, verschwunden das Vertrauen nicht nur zur jungtschechischen Politik, sondern auch in die eigenen Kräfte, und das Schlimmste ist, daß zu all dem noch die Hoffnungslosigkeit, es könnte in der Zukunft besser werden, hinzugetreten ist. Es scheint, wie wenn sich Resignation des ganzen Volkes bemächtigt hätte." — Die „T. R." bemerkt dazu: Man kann es dem Grafen Thun von Herzen gönnen, daß er von seinen ehemaligen, begehrlichen Freunden so unfreundlich behandelt wird. Mailand, 8. Juli. Seit heute früh wütet ein verheerender Brand in der Seiden-Ausstellung und der internationalen elektrischen Ausstellung in Como. Man befürchtet den Verlust der gesamten Ausstellung. Frankreich. Der bisherige Militärgouverneur von Paris General Zur lind en soll demnächst den Oberbefehl über das 18. Armeekorps erhalten. — Der Munizipalrat von Paris, der drey- fusistische Neigungen hat, leistet sich das Vergnügen, Herrn Bertillon, einen der drei Schreibsachverständigen, der allerdings mit seinem Urteil über das Bordereau einen gehörigen Bock geschossen hatte, für unwürdig zu erklären, sein Amt weiter zu versehen. Dieses Amt hat nun mit der Graphologie nicht das Geringste zu thun, und man sieht den Grund zu jenem Urteil nicht ein, wenn es eben nicht eine Revanche der Dreyfusards ist. Bertillon ist Vorsteher des anthropometrischen Amts und hat sich durch die Erfindung, Verbrecher zu ermitteln, Weltruf erworben. Lopine, der Polizeipräfekt, der offener Dreyfusard ist und öffentlich erklärt hat, daß Bertillon sich bei dem Bordereau gröblich geirrt hat, schätzt doch den Direktor des anthropometrischen Instituts als gerichtlichen „Jdentifikateur" derart, daß er am liebsten von dem Beschluß des Stadtrats, der von ihm die Abberufung Bertillons verlangt, keine Notiz nehmen möchte. Aber dann taucht gleich die Prinzipienfrage auf, die dem Munizipalrat das Recht der alleinigen Aufsicht über das Personal der Stadt Paris giebt. Und erst neulich hat Lopine auf einen ausdrücklichen Beschluß des Stadtrats zwei Beamte der Untergrundbahn abgesetzt. Ein Kompetenzstreit heftigster Att würde sicherlich bei einer Weigerung Lopines ausbrechen, der einen unangenehmen Gegensatz zwischen Magistrat und Polizeipräfektur zur Folge hätte. Die nationalistische Presse erklärt, die Entfernung Zurlindens sei ein Beweis dafür, daß das Ministerium den Feldzug der Wiedervergeltung auf Anftiften der Parteigänger Dreyfus verfolge. Die revisionistische Presse spricht ihre Genug- thuung über die Entfernung aus, die unumgänglich gewesen sei. Niederlande. Die gestern von der dritten Kommission der Friedenskonferenz angenommenen Zusatzbestimmungen zu dem Entwurf eines Vertrages über die Schiedsgerichte lauten folgendermaßen: a. Die Mitglieder des ständigen Schiedsgerichtshofes haben bei der Ausübung ihres Amtes diplomatische Privilegien und Immunitäten, b. Das Zentralbureau wird ermächtigt, seine Lokalitäten und seine Organisation den Signatarmächten für die Arbeiten eines jeden besonderen Schiedsgerichts zur Verfügung zu stellen, c. Die Signatarmächte verpflichten sich, dem Bureau eine Kopie von jeder Abmachung, die zwischen ihnen bezüglich des Schiedsgerichts getroffen wird, mitzuteilen, ferner alle Urteilssprüche, die von anderen Schiedsgerichten als von dem ständigen Schiedsgerichtshof gefällt worden sind. Die Signatarmächte verpflichten sich auch, dem Bureau die Gesetze, Verordnungen sowie alle Dokumente mitzuteilen, durch welche die Ausführung der vom ständigen Schiedsgerichtshof gefällten Urteilssprüche festgestellt wird. In seinem Bericht wies Deschamps darauf hin, daß der Sitz des ständigen Schiedsgerichtshofes Haag sein würde, und daß dieser Ort nicht nur der Mittelpunkt für schiedsgerichtliche Rechtsprechung, sondern auch für die schiedsgerichtliche Rechtslehre werden würde. Die nächste Sitzung der Kommission wurde auf Montag, den 17. Juli festgesetzt, nachdem De- lyannis erklärt hatte, daß ihm und anderen Vertretern acht Tage nicht genügten, um ihren Regierungen die Urkunden mitzuteilen, über die sie nähere Anweisungen zu erhalten wünschten. Belgrad, 8. Juli. General Save Gruic, der serbische Gesandte in Petersburg wurde abberufen und mußte sofort die Geschäfte an den Gesandtschafts-Sekretär abtreten. Madrid, 8. Juli. Die Gegensätze zwischen Finanz- und Kriegsminister haben sich wieder verschärft, sodaß eine Krisis unvermeidlich erscheint. Im allgemeinen ist die Stellung der Regierung sehr erschüttert. Die letzte Erklärung Silvela's in den Cortes beweist, daß im Kabinett keine Einigkeit besteht. Die heutige Kammersitzung wird voraussichtlich äußerst stürmisch verlaufen. Die OppositionsParteien werden einen allgemeinen Ansturm gegen die Regierung unternehmen. Balkanstaateu. Zu dem Mordanschlag aus den Exkönig Milan liegen folgende weitere Meldungen vor: Als Knezevic die Schüsse abfeuerte, warf sich der Adjutant Lulik auf ihn, um ihm den Revolver zu entreißen und wurde hierbei an der linken Hand verletzt. Der König ließ den Adjutanten in dem Hofwagen in den Konak fahren, er selbst blieb in dem Geschäft des Großhändlers Barlovac, vor dessen Hause das Verbrechen geschah und wartete auf einen Fiaker. Mittlerweile sammelte sich eine äußerst zahlreiche Volksmenge an, die den König stürmisch begrüßte. Als Milan in den Wagen stieg, lüftete er seine Mütze und sagte: „Ich bin unverletzt. Gott hat mich beschützt." — Knezevic war früher als Feuerwehrmann in Belgrad thätig und weilte in der letzten Zeit in Bukarest. Als er nach der That flüchtete, suchte er sich durch einen Revolverschuß zu töten und sprang, als ihm dies nicht gelang, in die Save. Man konnte ihn jedoch herausziehen. — Im ersten Verhör hat Gjura Knezevic mehrere einflußreiche Mitglieder der radikalen Partei, darunter den früheren Oberstleutnant Nicolic, den früheren Minister Tauschanovic, den Redakteur des „Odjek" Stojan Protic, Atza Stanoyevic und den Pfarrer Milan Giuric der Mitschuld bezichtigt. Die beiden Letztgenannten waren im Jahre 1883 zum Tode verurteilt, aber von Milan begnadigt worden. Sämtliche hier genannten Persönlichkeiten sind bereits im Laufe der Nacht verhaftet worden. — Die Namen dieser in den Mordanschlag verwickelten Personen geben den Beweis dafür, daß es sich um eine hochpolitische Verschwörung handelt, und daß das Haus Obreno- witsch nahe daran war, seinen Throu ernstlich gefährdet zu sehen; Milan ist es, der trotz seiner Vergangenheit und obwohl er der Königswürde vor zehn Jahren entsagen mußte, die Herrschaft seines Hauses bisher gehalten hat. König Alexander ist trotz seiner Jugend schon ein früh gealterter Genußmensch, der, ohne den Willen und die Fähigkeiten zum Herrschen, die Zügel der Regierung in die Hände seines Vaters, wenn auch nicht der Form nach, so doch tatsächlich längst zurückgelegt hat, und der unfähig wäre, sie jemals wieder erfolgreich zu führen. — Ferner wurde der Führer der Radikalen' Pasic, bei dem der Thäter lange in Dienst gestanden, verhaftet, mit ihm weitere Mitglieder der radikalen Partei. Bei dem Advokaten Ljuba Schiffkovich, sowie bei der Geliebten des Thäters fand man belastende Schriften. Unmittelbar nach dem Anschlag befahl der König, sofort die ganze Garde zum Schutz des Königs an die Save zu führen, da er befürchtete, daß die Verschwörer auch dem König Alexander bei der Heimkehr von der Kahnfahrt auflauern könnten. — Einer der ersten, welche dem Mörder entgegen- traten, war der Dragoman des deutschen Konsulats, Herr Roesner. Knezevic bedrohte Herrn Roesner mit dem Revolver. Gestern wurde in der Kathedrale ein Dankgottesdienst abgehalten, dem auch das diplomatische Korps beiwohnte. Am Abend veranstaltete die Bürgerschaft einen Fackelzug. König Alexander erließ einen Armeebefehl, in welchem er die Armee zur glücklichen Errettung des Oberkommandanten beglückwünscht. In einer Festsitzung des Gemeinderats wurde einstimmig ein Beschluß angenommen, in welchem im Namen der gesamten Bevölkerung Belgrads der ruchlose Anschlag verurteilt wird. New-York, 8. Juli. Aus Austin in Texas wird gemeldet, daß etwa tausend Personen, welche sich vor der Ueber- schwemmung auf eine kleine Anhöhe geflüchtet hatten, dem Hungertode entgegensetzen. Auch unter Schlangenbissen hätten sie viel zu leiden. Vermischtes. * Mit einem Hünengrab hatte sich nach der „Deutschen Juristenztg." kürzlich das Reichsgericht zu beschäftigen. Mehrere Schüler hatten von einem bloßgelegten und in seinem Wesen erhaltenen Hünengrab Keilsteine entfernt und es dadurch beschädigt. Sie waren wegen Beschädigung eines Gegenstandes der Wissenschaft verurteilt worden. Das Reichsgericht hat die hiergegen eingelegte Revision verworfen, indem es ausführte: Ein so erhaltenes Grab sei Gegenstand der Wissenschaft und im öffentlichen Interesse erhalten, wie alle im § 304 des Strafgesetzbuchs bezeichneten Gegenstände, bei welchem das Eigentum und dessen Beschädigung nebensächlich sei. Auch als „aufgestellt" könne es gelten, da sich § 304 auch auf Immobilien erstrecke und die Aufdeckung, Erhaltung und Zugänglichmachung eines solchen Grabes als „Aufstellung" gelten könne. Die Entfernung der Keilsteine sei aber eine Beschädigung, weil sie die Unversehrtheit des Grabes aufhebe, das kein regelloser Steinhaufen sei. * Reisepläne des Kaisers. Der Kaiser wird sich im Anschluß an die Eröffnungsfeier des Dortmund-Ems-Kanals, die bekanntlich am 3. August d. I. stattfindet, nach Solingen bezw. Remscheid begeben, um die Müngstener Brücke, die Remscheider Thalsperre, sowie das in der Nähe gelegene Schloß Burg zu besichtigen. Nach einer soeben eingetroffenen Mitteilung des kaiserlichen Hofmarschallamtes an das Solinger und Remscheider Bürgermeisteramt hat der Kaiser den Wunsch geäußert, daß ein besonderes Festmahl ihm zu Ehren nicht stattfinden möge. Dagegen wird der Monarch an einer Festlichkeit bei der Thalsperre oder im Schlöffe Burg teilnehmen. Für den Besuch des Kaisers im bergischen Lande werden schon jetzt umfassende Vorbereitungen getroffen; so sind z. B. gegenwärtig etwa 70 Arbeiter mit der Renovierung des Weges von Müngsten längs der Wupper nach der Brücke zu beschäftigt, ferner soll auch für einen bequemen Fußweg von der Haltestelle Schaberg nach Müngsten gesorgt werden. * Eine Reichserhebung über die Lage der Kellner und Kelluerinneu in Deutschland hat im November vorigen Jahres stattgefunden. Sie erstreckte sich auf die Arbeitszeit, die Lohnverhältnisse, den Arbeitsvertrag, die Stellenvermittelung und auf die besonderen Verhältnisse der jugendlichen und Ä'Ä -S-'Ä HL “'V*: »Sch .,ti ^kzevic idq, M her AZ ä“ «ten ^Tave. Ma». &När fjat ^rder tQ^al «mcoiic, d,ü ^"d--,Odjck. ®ta tn Ngtnatmta 11 * Ult Mn, Men Persönlich- ^haftet worden.- verwickelten Per- W uni eine hvch- §au6 Obreno- gefährdet zu IMgenheit und ob- :n entsagen mußte, ton hat. König m früh gealterter )le Fähigkeiten zum ^e Hände seines o doch thatsächlich lväre, sie jemals wurde der Führer lange in Dienst liebet bet tabitalen silvvich, sowie bei lastende Schriften, et König, sofoit die die Save zu führen, auch dem König ihnfahrt auflauern > Mörder entgegen» n Konsulats, Herr Intr mit dem Re- le ein Dankgottes- iiatl'jche Korps bei- Sürgtrfäaft einen i Armeebefehl, in cettnng beS Ober- ZeMnng des Geiß angenommen, in erung Belgrads der "exas wird gemeldet, ch vor der Heben lüchtet hatten, dem ter Schlangenbissen nach der..Deutschen cht zu beschäftigen, ioßgelegten und w ilfteine entfernt und men Beschädlguug lTteilt worden. Das > Revision verworfen, grab fiiüiß* treffe erhalten, M drneten GegenM SeWdigung * te eS gelten, da B «d di-«« x.°S'Lf 'Lsck-l-, * sfeö »„ iw @N b« 81(11 Wfor <1 "98 für«’% IU> w - hie "rö Jifte ii^ - weiblichen Personen. Die tägliche Arbeitszeit beträgt in 53,3 Prozent der befragten Betriebe mehr als 14 bis 16 Stunden, in 29,8 Prozent mehr als 16 bis 18 und in 1,5 Prozent sogar mehr als 18 Stunden. Die Arbeitszeit der Kellnerlehrlinge ist durchschnittlich ebenso lang wie die der erwachsenen Angestellten. Einen bestimmten Lohn erhalten 82,5 Prozent der Kellner, 79 Prozent der Kellnerinnen und 74,8 Prozent der Oberkellner. Die übrigen sind ganz auf das Trinkgeld angewiesen.. Bon den Angestellten, welche Lohn empfangen, erhalten 17,9 Prozent der Kellner, 55,6 Prozent der Kellnerinnen und 5 Prozent der Ober- tellner einen Monatslohn von höchstens 10 Mark! Auf die Frage, ob das Trinkgelderwesen einen Nachteil für den Kellnerstand bedeute, haben 11 Wirte- und 25 Kellnervereinigungen bejahend geantwortet, dagegen 14 Wirte- und 1 Kellnervereinigung mit „Nein". Dabei kommen die Trinkgelder noch nicht einmal dem Bedachten unverkürzt zu gute; einen Teil erhält der Stellenvermittler, und in den Wiener Kafss hat der Zählkellner häufig dem Besitzer einen Pachtschilling zu zahlen je nach der Höhe des Umsatzes. * Allgemeine deutsche Sportausstellung München 1899. Mit Samstag, dem 8. Juli, wurde auf die Dauer der Ausstellung bei den bayerischen Eisenbahnstationen mit der Ausgabe von sogenannten „Ausstellungskarten" be. gönnen. Diese Fahrkarten, welche an jedem Samstage und Sonntage nach München C.-B. oder O.-B. ausgegeben werden, berechtigen, wenn sie in der Ausstellung abgestempelt worden sind, zur freien Rückfahrt innerhalb 10 Tagen. * „Big, Beu", die große Glocke auf dem Thurm des Parlamentsgebäudes zu Westminster, hat für einige Zeit ihre Arbeit einstellen müssen, und die tiefen Klänge der 16 Tonnen schweren Glocke sind verstummt. Die Gattin des im Parlamentsgebäude wohnenden Sergeant at-Arms, des Disziplinarbeamten, ist schwer erkrankt, und aus Rücksicht auf sie mußte das historische Schlagen zeitwillig eingestellt werden. Der Mechanismus des Glockenwerkes wird durch über eine Tonne schwere Gewichte bewegt, die in einem 174 Fuß tiefen Schachte hängen und sich mit tadelloser Pünktlichkeit nach der Greenwicher Normalzeit richten. Unterhaltungen in Bad-Nauheim vom 11. Juli bis 15. Juli. Dienstag den 11. Juli, nachmittags von 4rg bis 6>/r und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale: Zaubeivorstellung de8 Hofkünfilers Belachint aus Frankfurt a. M. Mittwoch den 12. Juli, nachmittags von 4>/, bis 7 und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Konzert der Kapelle deS Hess. Jäger-Bataillons Nr. 11 aus Marburg. Bei gutem Wetter spielt die Kurcapelle nachmittags von 4 bis 6 Uhr am Teichhause. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle. Don Cesar. Donnerstag den 13. Juli, nachmittags von 4‘/i bis 7 Uhr: Konzert der Kurkapelle auf der Terrasse. Abends von 8 bis 10 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den 14. Juli, nachmittags von 4'/, bis 6*/a und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung und Konzert des König!. Sächsischen Kammersängers Herrn Hans Gießen (Buff) vom König!. Hostheater in Dresden. Der Einsiedler. Hierauf: Konzert-Vorträge (Herr Gießen). Dann: Ein Strafrapport. Zum Schluß: Konzert-Vorträge (Herr Gießen). SamStag den 8. Juli, nachmittags von 47t bis 7 und abends von 8 Uhr ab auf der Terrasse: Konzert der Kapelle des Pionier-Bataillons Nr. 16 aus Metz. Abends von 8 bis 9Vz Uhr im Saale: Wagner-Konzert zu gunsten des Baues der evangelischen Dankeskirche. Universitäts-Nachrichten. — Berlin. Der außerordentliche Profesior der Medizin an der hiesigen Universität, Geheimer Mediztnalrat Dr. Karl Anton Ewald, Chefredakteur der Berliner klinischen Wochenschrift, hat am 4. d. M. sein 25jähriges Jubiläum als Universitätslehrer begangen. — Berlin. Dem Prtoatdozenten für FrauenheUkunde an der hiesigen Universität, Dr. Karl Gebhard, ist der Profeffortitel verliehen worden. — Berlin. Professor Dr. Immanuel Munk, Abteilungsvorsteher am physiologischen Institut unserer Universität, bisher Privatdozent, ist zum außerordentlichen Profesior in der medizinischen Fakultät derselben Universität ernannt worden. — Berlin. Der bisherige Hllfsbtbliothekar an der Königlichen Bibliothek, Dr. Karl Friese, ist zum Bibliothekar an der Universitätsbibliothek ernannt worden. — Königsberg i. Pr. Der bisherige Hllfsbtbliothekar an der Königlichen und Universitätsbibliothek, Dr. Paul Hirsch, ist zum Bibliothekar an der Paultntschen Bibliothek i. W. ernannt worden. — Kiel. Der zum ordentlichen Profesior an der hiesigen medizinischen Fakultät ernannte Dr. Bernhard Fischer übernimmt das Ordinariat der Hygiene und wird in seinen Vorlesungen auch die Schiffs- und Tropenhygiene berücksichtigen. — Göttingen. Wegen UeberhandnehmenS der nächtliche« Ruhestörungen gibt der Prorektor der Universität den Studierenden bekannt, daß neben den polizeilichen Ordnungsstrafen die akademische Behörde nunmehr auch in jedem einzelnen Falle Disziplinarstrafe verhängen wird. — Leipzig. Der außerordentliche Profesior der Asiyriologie an der hiesigen Universität Dr. Heinrich Zimmern, erhielt einen Ruf an die Universität Breslau. — Basel. An der hiesigen Hochschule wurde die venia legendi erteilt in der medizinischen Fakultät an Dr. Karl Hübscher für das Fach der orthopädischen Chirurgie und Mechanotherapte, in der philosophischen Fakultät an Dr. Wilhelm Bruckner für germanische Philologie. — Wien. Der Profesior des römischen Rechtes, Dr. Ludwig Mittels, der mit Schluß deS Sommersemesters von der Wiener Universität scheidet, um einem Ruse nach Leipzig Folge zu leisten, beendete am 6. ds. Mts. seine Vorlesungen über Pandektenrecht und nahm bei dieser Gelegenheit von den zahlreich versammelten Hörern herzlichen Abschied. Als eine epochemachende Neuheit i auf dem Gebiet der Stärke-Fabrikation darf mit Recht die von der Firma Heinrich Mack in Ulm neuerdings in den Handel gebrachte Pyramiven-Glanz-Stärke bezeichnet werden, welche in kleinm, billigen Packeten zu 10 und 20 Pfg. käuflich ist. — MackS Pyramiden-Glanz-Stärke enthält alle nötigen Zusätze zum Matt- und Glanzbügeln, sie löst sich besonders schnell, verarbeitet sich sehr leicht und kann mit gleich gutem Erfolg kalt, warm oder kochend, sogar ohne vorheriges Trocknen der Wäschestücke, verwendet werben. in Jeder Dame gefallen unsere garantirt soliden schwarzen, weissen und farbigen Seidenstoffe, die wir direct an Private zu billigsten Preisen bemustern. Danz & Co., Barmen 282 Bekanntmachung, betr. die Vergebung der Zinsen des Christian Gerhard Hast'schen Vermächtnisies. Aus obigem Vermächtnis sind zehn Gaben zu 19,71 Mk. an zehn bedürftige Familien bezw. Witwer oder Witwen zu vergeben. Anmeldungen zum Bezug fraglicher Zinsen sind bis zum 14. d. M. einschließlich bei dem Armenamte — Zimmer Nr. 2 — mündlich oder schriftlich vorzubringen. Gießen, den 7. Juli 1899. 5201 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h.' Großh. Faudks-KailMttkschule Dlumstadt. Beginn des Wintersemesters am 23. Oktober. Schluß Mitte März 1900. Die Schule umfaßt vier Klaffen. Das Schulgeld beträgt 50 Mk. Programme und Anmelde-Formulare find durch die Direktion der Landes-Baugewerkschule, Darmstadt, Neckarstraße 3, zu erhalten. Schluß der Anmeldefrist am 26. August d. I. Die Direktion. ijrlannitmiidjiiiiijiii Verdingung. Die nachstehenden Unterhaltungs arbeiten an städtischen Gebäuden sollen Samstag bett 15. Juli b. Js., vormittags 11 Uhr, öffentl ch verdungen werden. a)WeißViuderaröeit: Schulhaus in der Neustadt, Forsthaus Hochwart, Aliceschule, Altes Arresthaus, Eiserne Brücken». Schutzgeländrr, Turmhaus am Brand, Cholerabaracke und Desinfektionsschuppen bei den neuen Kliniken. b) Schreinerarveit: Altes Arresthaus, c) Schtofferarveit: Südanlage, ck) Maurerarbeit: Aliceschule. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 6 während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin etnzu- reichen. Zuschlagsfrist 18 Tage. Gießen, den 7. Juli 1899. Das Stadtbauamt. Schmandt. 5195 Jede sparsam Hausfrau- mache einen Versnob mit Schalhof* gebranntem Kaffee da* Pfand za 1 Mk. Andere Sorten in jeder Preislage stets frisch gebrannt, empfiehlt billigst J. M. Schulhof, Marktstrasse 4. Telephon 119. Zwiebelkuchen Dienstag, Donnerstag und Samstag von 9 Uhr ab. 4872 Mer Schomber, Walltharstraße. UIMiioUmW H. Kettler empfiehlt stets vorrätig: Kaffee- und Thee-Gebäck Kuchen und Torten etc. Gefrorenes in verschiedenen Sorten und anerkannter Güte. 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