Erscheinung des vereinzelten Auftretens des Genies. Würde sich dasselbe von Sproß zu Sproß verpflanzen, so würden wir bald eine ganz besondere Geistes- oder vielmehr Genie- aristokratie haben, deren Existenz der gleichmäßigen Entwickelung der Menschheit sicherlich nicht förderlich sein könnte. Vorläufig ist trotz der eingehenden Untersuchungen moderner Forscher — wir nennen nur Lombroso — das Wesen des Genies noch zu wenig ermittelt, als daß wir uns zu einer auch nur hypothetischen Lösung der aufgeworfenen Frage entschließen möchten. Gewinnt solche doch sofort ein anderes Bild, wenn wir die umgekehrte Maxime verfolgen, und statt zwischen großen Männern und ihren Kindern einen Vergleich zwischen ersteren und ihren Eltern ziehen. Wir treffen dann in sehr vielen, vielleicht in den meisten Fällen auf, wenn auch nicht geniale, so doch in vieler Hinsicht intelligente Personen, in welchen häufig verwandte Eigenschaften und Neigungen, wenn auch in unvollkommener oder doch unvollkommenerer Entwickelung, schlummern. Schillers Vater z. B. vererbte seinem Sohne nicht nur die rastlose Energie und den gewaltigen Ehrgeiz, sondern er besaß auch selbst ein nicht zu unterschätzendes schriftstellerisches und poetisches Talent. Wir wissen, daß er mehrere Bücher über Baumzucht und Landwirtschaft schrieb, und ein von ihm noch erhaltenes Gedicht, ein Morgengebet, zeugt trotz einiger Anklänge an E. Ehr. Kleist's Hymne „Lob der Gottheit" von hohem poetischen Empfinden und einer gewandten Behandlung der metrischen Form. Noch weniger kann Goethe den erblichen Einfluß der elterlichen Charaktere verleugnen. Die „Frohnatur und Lust zu fabulieren" erhielt er von der Mutter, „die Statur und des Lebens ernstes Führen" vom Vater. Im Vater Rouffeaus begegnen wir einer ganzen Reihe derjenigen Züge, welche den Charakter des Sohnes zusammensetzen, nur der Grad ihrer Entwickelung ist verschieden, vor allem sind hier die krankhafte Unstethcit und Sentimentalität zu nennen. Auch die Mutter war eine Frau von Geist und Talent, sie zeichnete, sang, musizierte und machte hübsche Verse. Wir könnten diese Beispiele nach Belieben vermehren, glauben aber für unseren Zweck genug gesagt zu haben; die Frage der Erblichkeit, der Eigenschaften, Neigungen und Talente steht jedenfalls nach alledem außer Zweifel, nur scheinen für die Entwickelung des Genies noch besondere Momente in Betracht zu kommen, welche sich bisher unserer Kenntnis entziehen. Rechtfertigt schon obige Ausführung die Behandlung unseres Themas, so kommt noch das natürliche Jntereffe hinzu, welches jeder Gebildete an den Kindern der von ihm verehrten Geistesgrößen und Helden nimmt. Wie oft hören wir die Frage: „Was ist denn eigentlich aus Schillers (oder Goethes, Luthers u. s. w.) Kindern geworden? Existieren überhaupt noch Nachkommen von ihm oder ist die Familie erloschen?" Soweit es im Rahmen einer kurzen Skizze möglich ist, wollen wir darauf antworten. Um mit dem Lieblingsdichter der Deutschen zu beginnen, so ist bekannt, daß er bei seinem am 9. Mai 1805 in Weimar erfolgten Tode vier Kinder hinterließ: den elfjährigen Karl, den neunjährigen Ernst, die fünfjährige Karoline und die erst neun Monate alte Emilie. Sämtliche Kinder erwuchsen zu äußerst tüchtigen und intelligenten Menschen, wenn auch des Vaters dichterisches Genie mit ihm selbst zu Grabe ging. Karl (geboren 1793) bekleidete den Posten eines württembergischen Oberförsters und den Rang eines weimarischen Kammerherrn, er starb 1853 in Stuttgart im Alter von etwa 64 Jahren. Der zweite Sohn, Ernst (1796 zu Jena geboren), erreichte nur das Alter des Vaters, sein Todesjahr war 1841, er nahm die Stellung eines Appellationsgerichtsrats ein. (Fortsetzung folgt.) Inzer __ 11 wald Hage: ta ts Nr. 116, Kaiser fr raig td C. Kransse, Entree 30 Pfj izert in dem Saale PW Mm 111 Wv —-------- töfe i MizchM. W 110 Zweites Matt' Donnerstag den 1L Mai 1899 Gießener Anzeiger Keneral-Unzeiger ?5t)Ufl$prel< vierirljährlich 2 Mart 20 Pfg. monatlich 75 Pf, mit Bringerlohn. Nvnohmr von Anzeigen zu der nachmittag- für den fvlßmden Lag erscheinenden Nummer bi- Dorrn. 10 Uhr. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Alle AnzeigeN'BermrttlungSstrllen de- In» und Au-lande, nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Grfchetnl ltgNch mit Ausnahme deS Montag- Die Gießener »erden dem Anzeiger iv-chenUich viermal beigelegt. Amts- und Anzeigeblutt für den Weis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Achnlftraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Zandwirt, Dlätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Deutsches Keich. Berlin, 9. Mai. Die Statistik der Reichstags- Wahlen von 1898, die das kaiserliche Statistische Amt im vorigen Jahre herausgegeben hatte (Ergänzungsheft zu der Bierteljahrsheften zur Statistik des Deutschen Reichs 1898 III und Reichstagsdrucksache Nr. 77) ist jetzt von diesem Amte fortgesetzt worden (zweiter Teil, in einem Er- gLt znngsheft zu den Vierteljahrsheften 1899 I). Das ganze Material ist nach Größenklassen der Orte in den einzelnen Wahlkreisen zerlegt, um den Einfluß des Zerstreutwohnens obei des Zusammenlebens größerer Menschenmengen auf die Wahlbeteiligung und die Parteibildung zu veranschau- likh^n. Die Ortsgrößenklasse a ist aus Gemeinden gebildet, zu denen kein Wohnplatz von 2000 Einwohnern und dar- i&er gehört, im wesentlichen also das sogenannte „platte Land"; die Ortsgrößenklasse b aus den Orten bis zu 10000, c ans den Orten mit mehr als 10000 Einwohnern. Zur Ortsklasse a gehörten von insgesamt 11441094 Wahlberechtigten 5961697; auf die Klasse b kamen 2 004142; auf die Klasse c 3 475255. In den beiden ersten Orts- grötzenklaffen belief sich die Wahlbeteiligung am 16. Juni 189.8 auf je 66,9 v. H., in der dritten auf 70,8 v. H. Di« meisten Stimmen vereinigten hierbei auf sich in der Orbsgrößenklasse a das Zentrum (928869), in den beiden anbttren die Sozialdemokraten (437 439 bezw. 1 105 785). Di« Gemeinden von mehr als 10000 Einwohnern sind tinpfa aufgeführt; die Wahlergebnisse in den 28 Großstädten des Deutschen Reichs (die bei der Volkszählung am 2. Dezember 1895 mehr als 100000 Einwohner aufwiesen) Huben eine besondere Zusammenstellung gesundem In fünf biefcr Städte (nämlich in Köln, Düffeldorf, Dortmund, Sachen und Krefeld) hat das Zentrum, in zweien (Bremen unb Danzig) die freisinnige Vereinigung, in Straßburg i.E. btt „Freisinnige" Riff, in den übrigen zwanzig die sozial- delmkratische Partei bei den ersten odentlichen Wahlen die Mehrheit der Stimmen erlangt. Hierbei sind die Stimmen- mh ältnisse natürlich streng nach den amtlichen Wahlberichten angegeben worden. In einem Anhang werden die Cr- gcbmffe der bis zur Fertigstellung dieser Statistik statt- gcha.bten sechs Ersatzwahlen nachgewiesen. Sehr bemerkens- »ert sind auch in diesem zweiten Teile der Wahlstatistik die Sartcnbeilagen. Während dem ersten Teile eine geographische Harte des Reichs beigegeben war, welche nach Wahlkreisen bie um 16. Juni 1898 erzielten Majoritäten darstellte, liege n dem zweiten Teile zwei graphische Tafeln bei, welche bie Entwicklung dec Parteiverhältnisse für alle Reichstags- rchllen seit 1871 zeigen. — Eine Warnung veröffentlicht die Münchener „Allg. Ztg." in folgender Zuschrift aus Franken: Wohl weniger um der allgemeinen Ausstellungsmüdigkeit entgegenzuarbeiten, als vielmehr auf Umwegen ein gutes Geschäft auf Kosten der ehrlichen Aussteller zu machen, hat eine Firma einen „Spezialdienst für die Pariser Weltausstellung 190 0" organisiert und versendet an Industrielle ein Zirkular mit folgender verlockender Einladung: „Seit Jahren im Ausstellungswesen thätig, bin ich mit sämtlichen Formalitäten vertraut und wäre imstande, Ihnen für Ihre Spezialitäten hohe Auszeichnungen, wie goldene Medaillen mit Diplom garantieren zu können. Sie hätten nur Kataloge und Proben an die betreffende Ausstellung zu senden, eventuell durch meine Vermittlung, und würde ich alsdann alles weitere ohne Vorzahlung für Sie besorgen; auch wäre der auf Wunsch von mir veranschlagte Gesamtkostenbetrag erst bei Empfang der betreffenden Auszeichnung an mich zu entrichten, somit wäre jedes Risiko für Sie ausgeschlossen. Erfolg garantiert." — Aus st and im Sa ar re vier. Gestern nachmittag betrug die Zahl der Ausständigen 4000. Die Arbeiter verlangen die Achtstundenschicht, einen täglichen Mindestlohn von 5 Mk. für die Häuer sowie die Bildung von Arbeiterausschüssen, Einführung von Lohnbüchern und Schaffung von Badeanstalten. Heute hat sich der Ausstand nunmehr auf alle Schichten ausgedehnt. Die von den Vertrauensmännern angenommene Vermittlung des Kreisdirektors und des kaiserlichen Bergamts wurde von den Arbeitern abgelehnt. Die Ruhe ist nicht gestört worden. — Regulierung des Oberrheins. Eine wichtige Mitteilung machte dieser Tage im Straßburger Gemeinderat der Bürgermeister, Unterstaatssekretär z. D. Back. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärte er den Vertretern der Bürgerschaft, der Kaiser habe ihm anläßlich seiner Anwesenheit in Straßburg huldvoll gestattet, im Beisein des kaiserlichen Statthalters Fürsten Hohenlohe-Langenburg über den gegenwärtigen Stand der Frage der Regulierung des Oberrheins Vortrag zu halten. Der Kaiser sei bereits über die Angelegenheit unterrichtet gewesen und habe sein lebhaftes Jntereffe für ihre baldige glückliche Lösung kundgegeben. — Von derKolonialschule inWitzenhausen. Ein Teil der angemeldeten Kolonialschüler ist bereits in die deutsche Kolonialschule eingezogen. Indessen findet die offizielle Eröffnung des Sommersemesters erst am 15. Mai statt. Der Eröffnungsakt mit größerer Feierlichkeit wird erst am 29. Mai erfolgen. Der Protektor der Anstalt, Herzog Paul von Mecklenburg, wird ihr voraussichtlich beiwohnen. — Bayerischer Senat des Reichsmilitärgerichtshofs. Die Münchener „Allg. Zeitung" bringt folgende offiziöse Mitteilung: „Am bayerischen Senat des Reichsmilitärgerichtshofs, der bekanntlich am 1. April 1900 in Aussicht genommen ist, erhalten die Richterbeamten den Titel Reichs-Militärgerichtsräte. Als Senatspräsident wird der jeweilige Militärbevollmächtigte in Berlin, als Beisitzer werden die dorthin kommandierten bayerischen Stabsoffiziere fungieren." Berlin, 9. Mai. Eine wichtige und für die jüngeren Offiziere sehr bedeutungsvolleBestimmung ist kürzlich in der Armee bekannt gegeben worden. Danach soll die große Zahl der aus der Front abkommandierten Oberleutnants und Leutnants nach Möglichkeit eingeschränkt werden, um dem vielfach vorhandenen Mangel an diesen Chargen abzuhelfen. Obwohl der Nutzen von Kommandos zu wissenschaftlicher oder theoretischer Weiterbildung der Offiziere an maßgebender Stelle anerkannt wird, werden besonders die längeren Beurlaubungen mit oder ohne Stellung ä la suite der Regimenter, sofern sie nicht zur Wiederherstellung der Gesundheit geboten sind, in Zukunft wesentlich schwerer zu erlangen sein als bisher. — Erzbischof v. Stablewski Kardinal? Wie aus vatikanischen Kreisen verlautet, dürfte infolge des Ablebens des Kardinals Krementz von Köln im nächsten Konsistorium der Erzbischof v. Stablewski von Posen-Gnesen den Purpur erhalten. Die Kreirung eines neuen deutschen Kardinals erscheine den deutschen Kreisen durchaus notwendig, da die zwanzig Millionen deutscher Katholiken zurzeit nur mehr einen einzigen in Deutschland residierenden Kardinal haben, während das kleine Spanien allein fünf Kardinäle besitzt. So berichtet ein Berliner Blatt. Die „Germania" gibt dies mit der Bemerkung wieder, daß eine Bestätigung dieser Meldung noch nicht vorliege. Ausland. Wien, 9. Mai. Blättermeldungen zufolge wird das neu zu errichtende österreichisch-ungarische 16. Armeekorps fein Hauptquartier in Brünn erhalten. Wien, 9. Mai. Bei der heutigen Probe von „Fra Diavolo" in der Hofoper fiel der sinkende Vorhang oem Sänger Neid! auf den Kops. Der Sänger stürzte ohnmächtig und blutüberströmt zusammen, erholte sich aber später etwas. Die Probe wurde sofort sistiert. Feuilleton. Die Kinder großer Wänner. Von Dr. Ernst Wilms. (Nachdruck derboten.) Große Söhne großer Väter sind in der Geschichte eine Mene Erscheinung. Warum? Diese Frage hat, obwohl fit ein hohes psychologisches Interesse besitzt, bisher noch kmie befriedigende Lösung erfahren. Wenn man an der Hand von Beispielen über dieselbe nachgrübelt, so möchte mit fast zu dem Resultate kommen, daß die Darwinsche Zhcorie von der Vererbung hier versagt. Und doch muß am sich auch wieder hüten, ein allzu schnelles Urteil zu Mein. Denn wir müssen mit dem nicht zu leugnenden llvstande rechnen, daß die Menschheit nur zu leicht geneigt fit om die Söhne großer Väter weitgehendere Ansprüche zu |Mem, als an die Kinder gewöhnlicher Sterblichen. Der raimale Maßstab geht in ersterem Falle verloren, die Ver- öknfte des Vaters werfen ihren Schatten auf diejenigen vis Sohnes. So kann derselbe an sich ein recht tüchtiger, t altn tboöer Mensch sein, da er aber das Unglück hatte, eiittu durch Gaben ausgezeichneten Vater zu besitzen, wie fnt nur bei wenigen begnadeten Sterblichen vorhanden sind, 0 löirb er uns immer im Vergleich zu seinem großen Vater mbeibeutenb und klein erscheinen. Wenn wir also gerecht sein wollen, so dürfen wir kmfseits nicht vergessen, daß wir auch berühmte Künstler- siAillen besitzen, in welchen eine bestimmte Begabung sich d-nlh, Generationen hindurch fortgeerbt hat, andererseits, d'chums nichts berechtigt, den für den großen Vater geltenden Wstab auch an den Sohn anzulegen. Wir müssen letzteren Milmchr stets mit dem normalen Maße, das für uns alle gK «essen, denn nichts kann wohl natürlicher sein, als die 8876 der Kämpfe Friedrichs II. mit dem Papst von ihr im Namen des Kaisers Besitz ergriffen halten. Später hat die Statt Schlettstadt die Burg erworben. Lange Jahrhunderte ist es her, daß jene Burg kein deutscher Kaiser mehr besuchte Einst aber hat sie das alte Deutschland in seinem höchsten Glanze gesehen, und die edelsten deutschen Kaiser waren ihre Herren. Von der Riesenburg hat sich noch sehr viel erhalten. — Besonderer und warmer Dank aber gebührt der Gemeinde Schlettstadt als Eigentümerin, sowie der Ge- sellschaft zur Erhaltung historischer Denkmäler im Elsaß, daß beide vereint unter Opfern und Mühen bestrebt bleiben^ dieses köstliche Denkmal einer vergangenen Zeit pietätvoll nachkommenden Geschlechiern zu überliefern, diese merkwürdige Stätte vor weiterem Verfall zu bewahren. Man hat dir Trümmer zugänglich gemacht da und dort, ohne den poetischen Budapest, 9. Mai. Die Ausgleichs-Konferenzen zwischen den österreichischen und ungarischen Ministern haben mittags begonnen. Wie verlautet, fordert die österreichische Regierung Regelung der Quotenfrage, sowie ein neues Bank- und Ausgleichs-Provisorium. Pilsen, 9. Mai. Die Bergarbeiter des hiesigen Kohlenbeckens fordern kürzere Arbeitszeit und eine Lohnerhöhung, was jedoch von den Bergwerksbesitzern entschieden abgelehnt worden ist. Es wird ein Streik befürchtet. Graz, 9. Mai. Der verantwortliche Redakteur der Zeitschrift „Arbeiterwille", Rudolf Büchl, welcher wegen Aufwiegelung und Beleidigung der Behörden angeklagt worden jvar, wurde von den Geschworenen freigesprochen. Brüffel, 9. Mai. Aus La Louvier wird gemeldet: Im Mittelbock nimmt der Aus st and jeden Tag ab, da nunmehr auch die sozialistischen Ortsbehörden die Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordern. Loudon, 9. Mai. Hier verlautet, daß das Zaren« paar Ende August der Königin Viktoria einen Besuch abstatten werde. * Arigr-ot dri r Taglöbnn für leii 1 Rontorift, 1 Schrei kachsta-e »i Nrter, 3-4 Wei1 machen, 1 Schneider löhner für leichter« Hohem Lohne. Kammer auf den Standpunkt stelle, etwas praktisches zu schaffen, so empfehle sich die Annahme des Ausschußantrages und der Regierungs-Vorlage, nachdem vom Regierungstisch erklärt wurde, daß eine humane Ausübung des Gesetzes ftattfinden werde. — Bei der nun stattfindenden Abstimmung stellt der Abg. Bähr die Beschlußunfähigkeit des Hauses fest, da nur 26 Abgeordnete anwesend sind, und wird die Sitzung bis um 4 Uhr ausgesetzt. Wiederbeginn der Sitzung um 4 Uhr. Bei der nun folgenden Abstimmung wird der Ausschuß- Antrag gegen sechs Stimmen angenommen. Ein Antrag auf Strich der Worte „civil- und strafrechtlich" wird gegen sechs Stimmen abgelehnt. Hieraus erfolgt die Beeidigung des neu eingetretenen Abgeordneten Korell. I Art. 79 hat die Ausschuß-Majorität in folgender Fassung I beantragt: „Für den Schaden, den ein Beamter in Ausübung der ihm anvertrauten öffentlichen Gewalt einem Dritten zufügt, ist der Staat oder der Verband, für den der Beamte thätig war, verantwortlich. Der Beamte ist dem Staate oder Verbände, der für ihn Zahlung geleistet hat, ersatzpflichtig." — Abg. Metz spricht sich gegen diesen Antrag aus und stellt einen Ergänzungsantrag, den Justizminister Dittmar für unannehmbar erklärt. — Abg. Schmitt befürwortet die Regierungsvorlage nach ! dem Zusatzantrag des Gesamtausschusses, dahin gehend, daß der Staat, Verband oder Gemeinde die rechtliche Stellung eines Bürgen hat. Sobald der Beamte rechtskräftig zur Zahlung verurteilt wird, kann eine Einrede aus § 771 des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht mehr erhoben werden. — Bei der Abstimmung wird der Antrag der Ausschußmajorität gegen 5 Stimmen abgelehnt und der primäre Antrag des Gesamtausschuffes einstimmig genehmigt. — Art. 80 bestimmt, daß die im Art. 79 bestimmte Haftung nicht eintritt bei Handlungen von Beamten, die ausschließlich auf den Bezug von Gebühren angewiesen sind, insbesondere bei Handlungen von Notaren und Gerichtsvollziehern. — Abg. David und Abg. Weidner wünschen, daß auch die Haftpflicht des Staates auf die Notare ausgedehnt werde. — Justizminister Dittmar erläutert in längerer Rede und an Beispielen die Undurchführbarkeit dieser Wünsche. Er weist j dabei auf die Thätigkeit der Rechtsanwälte hin, welche doch ein notwendiges Organ im Staate seien, für die aber eine Ersatzpflicht nicht übernommen werden könne. Bezüglich der Haftung der Notare sei er s. Z. mißverstanden worden und er beeile sich, dieses heute festzustellen. Dabei präzisiert er auf Grund einer Reichsgerichts-Entscheidung die Stellung der Gerichtsvollzieher gegenüber dem Staate, aus der hervorgeht, daß der Gerichtsvollzieher nur zum Teil im Auftrag des Staates handelt, im übrigen nur ein Beauftragter I streitender Parteien ist. Eine Haftung für dessen Amtstätigkeit könne der Staat nicht übernehmen. Der Artikel I wird hierauf in der Negierungsfassung angenommen und I die Sitzung um V26 Uhr geschlossen. Morgen früh Fortsetzung der Beratung um 9 Uhr. tetr.: Den Ortil Grünbergerst In Gemäß! hierdurch zur Öfft zwischen der (M und bet fyfäitng i solcher von um ui ' war - untenn 20. MiMrriW X\M Der irrMS ^tabtbaumnt oßn Gießen, l Die Haupts MMtzungsvnei am Dienstag *? dm Riginm» ungeladen. Tages.OrdnuH Gießen, be, 53839 Vermischtes. * Allgemeine Deutsche Sport.Ausstellung München 1899. Abteilung 6. Auch für die Abteilung 6 „körperliche Uebung" liegen Anmeldungen von zahlreichen Ausstellern vor, sodaß dem Besucher der Ausstellung Gelegenheit geboten ist, alle Gegenstände kennen zu lernen, die bei dem Betrieb der verschiedenartigsten Leibesübungen notwendig sind und Verwendung finden, nämlich: die Geräte für das Turnen rn Schulen und Vereinen, für Fechten auf Hieb und Stoß, für Schlittschuh- und Schneeschuhlaufen, für unsere beliebtesten einheimischen, sowie auch für die ausländischen Spiele zc. Um insbesondere die Hilfsmittel für das Turnen, der in | Deutschland am meisten verbreiteten Körperübung zur vollen Geltung zu bringen, wird in der Ausstellungshalle ein 400 Quadratmeter großer Raum zu einer Turnhalle umgewandelt und mit musterhaften Turngeräten ausgestattet. Zur Lieferung dieser Geräte haben sich namhafte bayrische Turngerätefabriken in entgegenkommendster Weise bereit erklärt. Doch in erster Linie sind zum Betrieb des Turnens und der Spiele Hallen und freie Plätze nötig. Es lag somit auf der Hand, Sorge zu tragen, daß auch Pläne größerer Turnhallen und Spielplätze gezeigt werden können. Die Bemühungen der Ausstellungsleitung hatten auch nach dieser Richtung einen schönen Erfolg, da nicht nur große deutsche Turnvereine, sondern auch staatliche und gemeindliche Behörden die Pläne ihrer Hallen und Plätzen zur Verfügung stellten. So dürfte z. B. für jeden Münchner und auch für Fremde ganz besonders der Stadtplan von Interesse sein, den der Magistrat-München ausstellt, auf welchem alle Spielplätze zu finden sind, die bisjetzt schon ; 8U Spielzwecken verwendet werden, sowie auch diejenigen, welche späterhin für unsere Jugend reserviert bleiben sollen. An künstlerischer Ausgestaltung wird es der Turngeräte- Ausstellung keineswegs fehlen. Die Ecken der Halle sollen geziert werden mit plastischen Werken aus dem Gebiete der I Leibesübungen. Die Büste Jahns, des Wiedererweckers der j deutschen Turnkunst wird einen Ehrenplatz erhalten, und zu einem Gesamtbild vereinigt, welches die Halle nach einer Sette abschließt, werden die verschiedenartigen körperlichen Hebungen von Künstlerhand zur Darstellung gebracht werden. * Ein neuer Ueberfall des deutschen Gelehrten Dr. Belck? I Englischen Meldungen aus Wan zufolge ist die Mission I des deutschen Gelehrten Belck abermals von kurdischen Räubern überfallen worden, doch geht aus den Meldungen nicht klar hervor, ob Belck mit seinem Diener, einem Deutschen, oder blos letzterer gefangen genommen wurde. Die Kurden verlangen ein bedeutendes Lösegeld. Der erste Ueberfall des deutschen Gelehrten Waldemar Bleck erfolgte im Herbst vorigen Jahres, als er sich von seiner türkischen Begleitung entfernt hatte, im Sipando-Gebirge. Auf die sofortige Vorstellung der deutschen Botschaft befahl der | Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Stände. nn. Darmstadt, 9. Mai 1899. Die Sitzung wird um x/211 Uhr durch Präsident Haas eröffnet. — Am Ministertisch: Justizminister Ditt- mar, die Ministerialräte Pückel und Milbrand sowie die Oberlandesgerichtsräte Best und Hangen. Der an Stelle Neebs gewählte Abg. Korell hat seinen Platz ein- genommen. Abg. Molthan hat den Antrag gestellt, eine Verkehrserleichterung zwischen Nierstein und dem gegenüber liegenden Ufer herbeizuführen. Der Antrag geht an die Regierung zur Aeußerung. Hierauf wird die Spezial-Beratung über das Ausführungsgesetz zum Bürgerlich en Gesetzbuch mit Art. 74 fortgesetzt. Auf Antrag des Abg. Osann, wird die am Samstag geschlossene Debatte über den Art. 74 mit Zustimmung des Hauses nochmals eröffnet. — Abg. Osann beantragt, dem Art. 74 noch hinzuzufügen: „Der Kreisausschuß hat bei seiner Entschließung in Erwägung zu ziehen, ob die zu unterstützende Person, ohne Gefährdung rhrer wirtschaftlichen Lage, zur Zurückerstattung der vorgelegten Beträge im stände ist." — Justizminister Dittmar ist mit dieser Ergänzung des Art. 74 einverstanden. — Auch die Abgeordneten Schmitt, Köhler-Darmstadt und Weidner treten für den Antrag Osann ein, der das richtige treffe. Nach längerer Debatte wird der Ausschuß- ' antrag mit dem Amendement Osann mit großer Majorität I angenommen. Ebenso die Art. 75, 76 und 77. Die Art. 78/81 handeln von der Haftung des Staates und der Kommunal - Verbände für den von einem Beamten verursachten Schaden, den derselbe in Ausübung der ihm anvertrauten öffentlichen Gewalt einem Dritten zugefügt hat. Ferner über die Art und Weise, wie, wenn von dem Beamten Ersatz nicht zu erlangen ist, Staat und Verband verantwortlich gemacht werden kann. Eine Nichthaftung tritt ein bei Handlungen von Beamten, die ausschließlich auf den Bezug von Gebühren angewiesen sind, insbesondere bei I Notaren und Gerichtsvollziehern. Die im Art. 79 be- I stimmte Haftung tritt Ausländern gegenüber nur insoweit I ein, als die Gegenseitigkeit verbürgt ist. Die Ausschußminorität fordert Streichung des Art. 78, während die Majorität beantragt hat, demselben hinzuzufügen: „Es gilt alt Verzicht des Ministeriums auf eine Vorentscheidung, wenn das Ministerium nicht innerhalb eines Monats nachdem ihm ein darauf gerichteter Antrag des Beschädigten zugegangen ist, die Vorentscheidung beantragt." Justiz- I Minister Dittmar verteidigt die Regierungs-Vorlage, welche den Zwecken des Bürgerlichen Gesetzbuches entspreche und durchführbar sei. — Abg. Metz ist vollständig davon durchdrungen, daß die Beseitigung der Vorentscheidung „vb ein Beamter, welcher sich in Ausübung seines Dienstes in zivilrechtlicher oder strafrechtlicher Weise vergangen hat, verfolgt werden soll", die Aufgabe des Hauses sein müsse, da diese Vorentscheidung zur Erhöhung des Rechtsbewußtseins nichts beitrage. Er beantragt daher, die Vorentscheidung ganz fallen zu lassen, ev. Streichung des Art. 78. — Justizminister Dittmar hält die Einführung einer Vorinstanz für unbe- I Dingt erforderlich. Der höchste wie der niedrigste Beamte des Staates müsse zür Verantwortung über dienstliche Ver- I s^ße gezogen werden können. Die Aufrechterhaltung der I Autorität des Staates müsse die erste Bedingung jedes Staats- I burgers sein. — Es sprechen noch die Abgg. Weidner, Schmeel, Schmitt und Ulrich, welche den Standpunkt der Regierung in dieser Sache für richtig halten. Da die Zelt schon weit vorgeschritten ist, schließt der Präsident um /22 Ht)r die Sitzung. — Abg. Osann und Schmitt I beantragen bet der Geschäftslage des Hauses eine Nachmittags- I sttzun^ welche sodann mit großer Majorität beschlossen wird. Der Finanzausschuß der I. Kammer der Stände ist heute Mammengetreten, um die Steuer-Vorlagen u. s. w der I Beratung zu unterziehen. Nachmittags-Sitzung. hp6 S'tzuug w,rd um 3 Uhr eröffnet unb bie Seratung beS Art. <8 des Ansfuhrungsgesetzes für das I Bürgerliche Gesetzbuch fortgesetzt f \ Abg. Metz- Gießen kann seinen Standpunkt berüalick des Wegfalls der Vorentscheidung des Verwaltung Hofes uich andern. Auch die Ausführungen des £>errn Justizministers hatten ihn zu einer anderen Ansicht nickt bringen können. Er beantragt Strich derselben — Aba Schmitt als Berichterstatter ist von Haus aus ein Gegner der Vorentscheidung gewesen und hätte die Beseitiguna der- ftlben gewünscht. Er giebt dem Hause eine Reihe von Beispielen, in welchen die Entscheidungen ohne den Verwaltungsgerichtshof stattfinden werden. Wenn sich aber die Sultan die strengste Verfolgung und Bestrafung der Sri digen. Die ^hater wurden auch entdeckt und in fSnft nommen. Das geraubte Gut sowie ein Teil des g?rQuF?’ Geldes wurde aufgefunden. Belck selbst wurde ajf herfu luhe Anordnung des Sultans auf Staatskosten vervll^ Nach einer früheren englischen Meldung geschah dieser nö fall durch Reiter der Hamidie-Kavallerie am Wau-S-e - Hauptzweck der Reisen Belcks sind, wie schon früher V uns mitgeteilt, anthropologische Forschungen. Dr. Wald-^ Zelck hat seinen Wohnsitz seit einigen Jahren in Franks Er ist der „Franks. Ztg." zufolge, als Chemiker bei Hopfner angestellt, mit dem zusammen c:~bei der Werbung unserer südwestafrikanischen Kolonien thätio Dle fetzige Reise des Forschers nach dem Kaukasus-G^ und an den Arexes geschah im Auftrag der Akademie Wissenschaften. Dr. Belck steht im 29. Lebensjahre. | _ * 3m Riesengebirge ist Hochwasser eingetreten w,rl Warmbrunn wird darüber berichtet: Ein starker Reo-, der von Freitag vormittag bis Samstag ununterti,r herniederging, brachte den frisch gefallenen Schnee, der u ganzen Kamm des Gebirges bedeckte, zum Schmelzen große Wassermenge strömte in kurzer Zeit thalwärts. Zacken stieg in einer Stunde um mehr als ein Meter nnh steht jetzt im ganzen zwei Meter höher als Freitag hüt"' Er und andere Gewässer sind aus den Ufern qetreto Einzelne Häuser, die unmittelbar an den Ufern lieoes I haben gelitten. In Warmbrunn ist die alte bölierr Klosterbrücke, die allerdings ohnehin dem Abbruch verfalle- war, nahezu zerstört. Viele Eltern schickten ihre KiM mcht zur Schule. Die Arbeiter einer Fabrik mußten ihr, Wohnung räumen. Die Bevölkerung sieht in der Er an die Schrecken der Ueberschwemmunq vor ^unl 1897 mit Besorgnis in die Zukunft, zumal da di Schaden des letzten Hochwassers noch nicht überall aut gebessert sind. Die Gefahr ist aber nicht so groß wie vor I äwel Jahren, selbst wenn der Regen noch weiter anbahen sollte. Die Hauptmasse des Wassers rührt ohne Zweifel vom Schnee her, der jetzt vollständig abgeschmolzen ist. & | wird daher wohl bald ein Rückgang eintreten. Die bet Telegraph aus Warmbrunn meldet, scheint dort iebe Gefahr ausgeschlossen; das Bad ist vollständig unbeMat. — yjn Breslau herrscht seit gestern, laut telegraphischer Meldung, andauernd heftiger Regen bei mehrfachen Gewittererscheinungen. — Aus Sprottau wird gemeldet, daß infolge der anhaltenden Regengüsse das Wasser des Loder und der Sprotta bis an die Ufer gestiegen ist. Aus btir. Gebirge wird weiteres Steigen des Wassers gemeldet, a | Hirschberg herrscht ebenfalls fortdauernd Regenwetter. Bober ! und Zacken sind ausgetreten. Die Sandvorstadt ist zim j Teil^ überschwemmt. Bober und Queis steigen stark. - In Tharandt wurde eine im Abbruch begriffene Brücke von der Weisseritz fortgerissen, wobei ein Feuerwehrmann leichl verletzt wurde. Die Elbe steigt langsam. * Die Hohköuigsburg in den Vogesen. Wie aus Straßburg gemeldet worden, hat der Kaiser bei seiner Be sichtigung der bisher der Stadt Schlettstadt gehörigen Ruine der Hohköuigsburg diese als ein ihm dargebrachtes Geschenk der Stadt übernommen. Damit ist dieser nächst dem Heidelberger Schloß zweitgrößten Burgruine Deutschland- wohl für alle Zeiten die Erhaltung gesichert. Nächst den, Odilienberg ist die Hohköuigsburg der schönste Glanzpunkt des Elsaß. Der Odilienberg trägt auf seinem 826 bittet hohen Gipfel ein weit berühmtes, den Franziskanerinnen gehörendes Kloster, in welchem auch für Unterkunft von Touristen und Sommerfrischlern gesorgt ist. Die Hch königsburg ist, wie bereits angedeutet, die an Ausdehnung größte der an solchen fast überreichen Ruinen des Nfaffes. Beide genannten Plätze liegen inmitten großartiger, weit ausgedehnter Hochwaldungen und ist ihr Besuch durch den von dem Vogesenklub angelegten sog. „Vogesenpsad" sehr erleichtert. Die Hohköuigsburg ist eins der geschichtlich ältesten und fehenswertefteu Denkmäler des Elsasses. Ja dieser Gegend, in dem schönen Leberthal, weilte einst Karl der Große gern und oft und lag dort der Jagd ob. Ja dem dicht bei Schlettstadt gelegenen Kiuzheim (Kunigesheim) hatte er eine Pfalz mit dem Sitze eines Landgerichts für das ganze Elsaß. Die gewaltige Königsburg aus dem „hohen Berge" wurde aber erst von Friedrich von Hohenstaufen, der im Jahre 1080 von Kaiser Heinrich IV. mit der erblichen Herzogswürde im Elsaß beschenkt wurde, erbaut. Heute noch trägt das Löwenthor am Eingang der Burz das Wappen der Hohenstaufen. Friedrich erhob auch bai nahegelegene Schlettstadt aus einem Dorfe zur Stabt, während das karolingische Kiuzheim fast ganz uiedergerissea wurde. Die Hohenstaufen waren selbst halbe Elsässer — die Großmutter jenes Friedrich war eine elsässische Gräfin von Egisheim —; sie hielten sich auch nachher viel im Lande auf und hinterließen zahlreiche Spuren ihres Wirkens. Die Elsässer haben ihnen denn auch bis zr ihrem Untergang große Anhänglichkeit, Liebe und Treue bewahrt. Bis zum Aussterben des Geschlechts blieb die Hohköuigsburg den Hohenstaufen, bann ging sie in den Besitz der Herzöge von Lothringen über, die schon während M, iLetbl M d»E' -in Mischer/ ihren Turmzw schwer bean aber der Koste fei - dw M deutscher Kchr worben ist,0,111 rrWn!^, Ädw Mi bl{ § W iiatur und ® Mdchen zu >e90 * in MW » den maM-laGm - Wir smd gewohnt p das wir nur hMM ist aber nicht so. e Leben, welche zumey Aefferen und zeigt, finden zu überwache 5. Bändchen b« n Darstellungen aus al weit“'. (Verlag von 5 -Pros. Dr. R. Blochr standen, den saien i !L I m"2„ ■ W. 8 1 ^cht äug h'Hen ; Endenden Die.zu . Wonnen nentH btUch 5 2 M h 0 <"lcht in U-Nbch t un'x Aböl tzS "•Mm VWTS, '««hÄk "L «2v< *«J«Seä* Achtet: Ä 16 'ter S '« e'” * " »°htt M »J \ Mä b'" °k ’ ” "" bin Hs«, 'ff bie Q[tt . Ä'° dm «fch^ ®,etn Wiiten ih 1,7« Hrit m- et“"9 Mt in v f ble 8«tunft, w '’noWäbi °« Mt 1° jnj y noch weilei ^Ms rührt ohm «dlg abgeschwolzeu uagang eintreten, leidet, scheint dort ist vollständig un! gestern, laut telegr Regen bei niehch: Möttau wird getntb # das Wasser Mi lser gestiegen ist. fe des Wassers gM dauernd Regenlvkllerr Die SandvorstaS! ii ib Queis steigen Ü7 ibruch begristeneW. ei ein Feuervkjm.'rn /: t langsam. n Vogesen, ff.? ier Kaiser bd seiner $ SchletlMgehochnU ihm dor^chrsGr^! 'M ist dieser Mst ten Argmm DM tung gesichert. MP irg bet jiönfit Glar igt auf («hem 826: s, bin FrarrMal.- auch sirr Unteck gesorgt ist. T1 tutet, btt an t chn Rmnen fr mitten grohL' 1 ist ihr Best '- n sog. «Vogeck i ist eins ber p- enhnäler bei Ci- Leberthal, *' aa dort ber 3f men Mei« M Sitze eines Loch'- Itige pon gnirt*- m Saifer H " bar am WS ' ' $r«brW «M eine® ®7«iW ft*-- len- ® . BM LM beivahl^, iiinbruef zu zerstören, mit ordnender Hand aufgeräumt, sodaß sich heute beim Durchwandern der weiten Räume ein völliger Ueberblick ermöglicht und man von der Plattform des Turmes aus das gesamte Ruinenfeld im Rahmen der herrlichsten Landschaft zu überschauen vermag. Ob ein Ausbau der Hohkönigsburg möglich ist, ob jemals dort oben rin deutscher Kaiser Hofhalten und die Kaiserflagge von ihren Turmzinnen in das Land hinauswehen wird, ist eine schwer zu beantwortende Frage. Unmöglich wäre es nicht, über der Kosten wegen unwahrscheinlich. Doch wie dem auch sei — die Tatsache, daß nach Jahrhunderten wieder ein deutscher Kaiser Herr dieser altehrwürdigen Königsburg ge- foorben ist, wird alle Deutschen mit Genugtuung und Stolz erfüllen! D. T. Mtrratur, Wissenschaft und Kunss — Luft, Wasser, Licht und Wärme. Acht Vorträge aus dem Gebiete der Experimental-Chemie von Prof. Dr. Bloch mann. . Aus Natur und Geisteswelt." Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Gebieten deS Wissens. 12 monatliche Bündchen zu je 90 Pf., geschmackvoll gebunden zu je JL 1,15, oder 54 wöchentliche Lieferungen zu je 20 Pf.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Luft , Wasser, Licht und Wärme sind uns unentbehrlich. Doch beachten wir dieS kaum, da wir uns fortwährend unbewußt in der mannigfachsten Beziehungen zu diesen Lebensbedingungen befinden. Wir find gewohnt sie als etwas von der Natur Gegebenes zu betrachten, dat wir nur hinzunehmen brauchen, um uns wohl zu befinden. Dem ist über nicht so. Ein näherer Einblick in diese Beziehungen zum täglichen Leben, welche zumeist auf chemischen Vorgängen berufen, lehrt uns eines Besseren und zeigt, wie sehr wir es in der Hand haben, unfer Wohlbe- fini en zu überwachen und zu fördern. Diesen Einblick gewährt uns das 5. Bändchen der neuen Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Da: stellungen aus allen Gebieten des Wissens. „Aus Natur und Geistes- iwlL“'. (Verlag von B. G. Teubner Leipzig). Der Verfasser des Büchleins, Prcff. Dr. N. Alochmann in Königsberg i. Pr, hat es meisterhaft verstanden, den Laien in das Gebiet der Chemie einzuführen und ihm eine Fülle von Anregungen zu geben. Das Experiment, welches in den zahlreichen Abbildungen (103) sich gewissermaßen vor den Augen des Lesers vollzieht, bildet die Grundlage aller Erörterungen. Die Luft erscheint als ein Reich des Unsichtbaren, welches in wunderbar einfacher Weise die Beziehungen zwischen der Pflanzen- und Tierwelt regelt und in neuester Zeit eine Fundstätte bisher unbekannter Grundstoffe wurde. Das Wasser, nichts anderes, als das Produkt der chemischen Vereinigung von zwei gasförmigen Grundstoffen, übte und übt Sie wichtigsten chemischen, physikalischen (meteorologischen) und geologischen Einflüsse in der Natur aus. Licht und Wärme begleiten den Verbrennungsprozeß, dessen mannigfache Gestaltungen klarzulegen Endzweck der 8 Vorträge ist. Hierbei wurde auf die alltäglichen Erscheinungen und auf das praktische Leben besonders Rücksicht genommen. Daher finden die Vorgänge in der Kerzenflamme ebenso Beachtung, wie das Feuer in unseren Oefen und die Verwendung des Gases zum Kochen. Die unvollständige Verbrennung und die langsame Verbrennung, die Quelle der Körperwärme, bilden den Schluß der Betrachtungen, die vielfach einen tiefen Einblick in das Walten der Natur gewähren. Die Grundbegriffe der Chemie, Molekül und Atom, Element, chemische Zeichen und Formeln sind an geeigneter Stelle abgeleitet und erörtert, so daß der aufmerksame Leser, auch wenn er ohne alle Vorkenntnisse an das Büchlein herantritt, es mit vollem Verständnis des Gelesenen aus der Hand legen wird. Auch dieses neue Bändchen der Sammlung „Aus Natur und Geisteswelt" zeigt uns, wie die Verlagsbuchhandlung bestrebt ist, nur von hervorragenden Fachmännern leichtverständliche, aber auf wiffenschaftlicher Grundlage ruhende Darstellungen zu einem ganz billigen Preise zu bringen. Wir können deshalb auch dieses reich illustrierte Bändchen warm empfehlen und möchten bei dem jetzigen Bestreben zur Schaffung freier öffentlicher wie Vereinsbibliotheken nicht unterlaffen, auf diese nutzbringende und wirkliche Befriedigung gewährende Sammlung hinzuweisen. Das Legen von Seeminen zur Zerstörung von Kriegsschiffen im Seekriege wird uns durch ein ungemein anschauliches Bild des bekannten Marinemalers Willy Stöwer im neuesten Hefte der Zeitschrift »Zur Guten Stunde^ vor Augen geführt. Von seltsam geformten Fahrzeugen, den sogenannten Minenprahmen, werden die gigantischen mit Sprengstoff gefüllten „Töpfe" durch Hebebäume in die Tiefe gesenkt, ein Fingerdruck vom Lande her bringt sie auf dem Wege der elektrischen Leitung zur Explosion. Weitere interessante Einzelheiten über die Art des Minenlegens einst und jetzt enthält ein erläuternder Artikel desselben Heftes (Heft 18 der illustrierten Familien-Zeitschrist „Zur Guten Stunde", Deutsches Verlagshaus Bong rEmdenden Abdrücke des Verdingheftes I lönnem gegen post- und bestellgeldfreie ß kchnidung (nicht in Briefmarken) von ! I M. vom Eisenbahn-Betriebs-Sekretär ’ßJhlfwr in Herborn (Nassau) bezogen 1 ftien Angebote sind versiegelt mit der SLii'dnift: /Angebot auf Erdarbeiten, 1 und Tunnelbau der Neubau- 1 htde Weidenhausen—Herborn, Los V" Verdingung der Ausführung der Erd-, Maurer- und Steinhauerarbetten einschl. Materiallieferung zur Herstellung der bei Endbach in Teilpunkt 35+70 der Neu baustrecke Weidenhausen—Herborn zu erbauenden neunbogigen Thal- brücke (in der ersten Bekanntmachung irrtümlich elfbogigen Thalbrücke), umfassend 4800 cbm Mauerwerk, am 25. Mai 1899, mittags 12 Uhr, im Amtszimmer des Vorstandes der Bauabteilung. Bedingungen und Zeichnungen liegen während der Dienststunden hier zur Einsicht aus. Die zu den Angeboten zu benutzenden Vordrucke können gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 0,80 Mk. (nicht in Briefmarken) vom Eisenbahn- Betriebs-Sekretär Welker hier bezogen werden. 3737 Zuschlagsfrist 4 Wochen. Herborn (Hess.-Nassau),den 3.Mail899. Königliche Eisenbahn-Bauabteilung. 2189) Gteinstratze 19 ist der erste Stock mit 5 Zimmern, allem Zubehör Für den Ausschuß: I. E.: Gnauth, Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Die Haupt-Versammlung des zur Abstellung des Bettelns gegründeten Merstützungsvereins (Armenverein) in Gießen findet am Aienstag dem 16. Mai d. vormittags 11V2 Uhr, iin dem Regierungsgebäude dahier statt, und werden die Mitglieder hierzu mgt ladm. Sißiee*Drbnung: 1. Ergänzung des Ausschusses. 2. Vorlage der Rechnung für 1898. 3. Vorlage des Voranschlags für 1899. 4. Feststellung des Beitrags zu den Kosten der Naturaloerpflegungsstation Gießen für 1898/99 Gießen, den 6. Mai 1899. I !fc ;uim 5. Juni b. IS«, mittags I lLlltzr, an uns einzusenden, zu welcher - 81« Sie Eröffnung der eingegangenen s- ötybi'Ote in Gegenwart der etwa er- jltiitmen Bieter erfolgen wird. Zu-. _____________ _____ r 4 Wochen. 3727 und Gartenanteil per 1. Juni I. Js. vEorn (Nassau), den 30. April 1899. zu vermieten^ Kömgliche Eisenbahn-Bauabteilung. Ludwigsbrunnen in der Wähe des Korstgartens. W Am Himmelfahrttage: "MZ Konzert mit Tanz Ansschauk von ff. §ier aus der Aktikll-§rallerki Gieffev. 01772 J. Marker. 2933] Der dritte Stock, eleg. gr. 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