Mittwoch den 11 Januar 1899 Zweites Blatt Nr. 9 Gießener Anzeiger General-Anzeiger 6 ^tfümetie, Herauszahlungen ff Feuilleton. erei lieft Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen dcS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn. Melioration der 21, 22, 23, 24 rrente >nte Wend: ippe, lit £ml. M Erscheint täglich mit AuSimbuie des Montags. 4. das Verzeichnis über besondere und Entschädigungen, 5. das Verzeichnis der durch die Wiesen in den Gewannen 20, und 25 entstandenen Kosten Dir Gießener Ilamikieuvlätter werden drm Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Redaktion^ Expedition und Druckerei: Schulkraße Wr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Uolksbunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. ">1. überstehen und die Grenze des Zulässigen weiter hinauf gerückt wissen wollen. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, daß in Anbetracht der großartigen Leistungen der englischen Volksbibliotheken und der Würdigung, die dieselben in allen, aber auch in allen Schichten der Bevölkerung finden, die Bibliothekssteuer schon in absehbarer Zeit eine höhere Normierung findet. Bis jetzt ist es den Gemeindeverwaltungen nur dann gestattet, eine höhere Steuer zu erheben, wenn ein besonderes Gesetz für den betreffenden Ort die Erlaubnis dazu giebt, oder wenn mit der public library noch andere, der Volksbildung dienende Anstalten verbunden sind. Doch bevor ich auf deren Besprechung eingehe, ist es angebracht, die Einrichtungen der englischen Volksbibliotheke« selbst einer kurzen Beschreibung zu unterwerfen, zumal sie sich von den deutschen Anstalten nicht unwesentlich unterscheiden. Gemeinsam ist den Anstalten beider Länder (ich will hier die englischen public libraries mit den Volksbibliotheke« vergleichen, die in Deutschland noch bis zum Anfänge dieses Jahrzehnts ganz allgemein üblich waren) eigentlich nur die kostenlose Benutzbarkeit für jedermann, wofür meist eine nicht allzu schwer beizubringende Bürgschaft gefordert wird, und die Ausleihebibliothek. Gerade an diejenigen Einrichtungen aber, die den englischen Dolks- bibliotheken ihren kolossalen Erfolg verschafft haben, scheint man in Deutschland bis zu dem angegebenen Zeitpunkt gar nicht gedacht zu haben. Es ist das erstens das Offenstehen der Bibliothek den ganzen Tag über oder zum mindesten in den Abendstunden, zweitens die Einrichtung eines Lesesaales, in dem die Bücher an Ort und Stelle benutzt werden können, und drittens das Auslegen von Zeitunge« und Zeitschriften ebenfalls in einem Lesesaal; dazu kommt dann viertens noch seit neuester Zeit die Schaffung vo« Filialen, die zum mindesten in jeder einigermaßen ausgedehnten Stadt die Zirkulation des Bücherbestandes vermehren und erleichtern. (Fortsetzung folgt.) eine genauere Kenntnis des englischen Bildnngswesens voraus. Im ganzen sind es 23 verschiedene Gesetze u. s. w., die auf das deutlichste zeigen, welcher Eiser für die Ausgestaltung und Verbesserung der Volksbibliotheken in England herrscht. In den letzten 20—30 Jahren sind sie meist von Sir John Lubbock eingebracht worden, dem berühmten Naturforscher und Förderer des Volkswohles und der Volksbildung. Einen gewissen Abschluß hat die englische Bibliotheksgesetzgebung durch die Annahme der Public Libraries Act vom 27. Juni 1892 gefunden, die außer einer Zusammenfassung der bis dahin geschaffenen Bestimmungen einige nicht unwesentliche Aenderungen und Verbesserungen enthält. Diese Public Libraries Act hat ihre Entstehung wesentlich der Library Association zu danken, einer bedeutenden und einflußreichen Körperschaft, die im Jahre 1877 im Anschluß an den ersten, in jenem Jahre zu London abgehaltenen internationalen Bibliothekar-Kongreß gegründet wurde; ich komme auf die Thätigkeit dieser Gesellschaft, die außer einer großen Anzahl von Bibliothekaren, Bibliotheks- Ausschnßmitgliedern, Bibliotheksfreunden u. s. w. auch eine ganze Reihe von Buchhändlern, ja selbst Inhaber größerer Buchbindereigeschäfte u. s. w. zu ihren Dtttgliedern zählt, nachher noch zurück. Augenblicklich hat sich das geltende Bibliotheksrecht derart gestaltet, daß auf das Verlangen von mindestens zehn Steuerzahlern von dem Bürgermeister eine Abstimmung über die Annahme der Bibliothekssteuer ins Werk gesetzt werden muß; die einfache Majorität (anstatt der früheren Zweidrittel-Majorität) ist entscheidend. Wenn die Abstimmung ein negatives Resultat hat, darf sie frühestens nach Ablauf eines Jahres wiederholt werden. Die Steuer darf einen Penny auf je ein Pfund gezahlter Steuern (man erinnere sich, daß die Ewart-Bill nur einen halben Penny vorgesehen hatte) nicht übersteigen. Das ist außerordentlich wenig, denn es ist nicht mehr als 0,4 Proz., und man kann sich deshalb denken, daß nicht blos die englischen Bibliothekare und Bibliotheksverwaltungen, sondern weitere Kreise der Oeffentlichkeit dieser Beschränkung abhold gegen- ini’reitt beginnt Januar, lt Winterfest aui weiterer Vorstand. Dentsch-Ostafrika. Seitdem da» Deutsche Reich Kolonien erworben hat, giebt es bei uns natürlich Kolonial freunde und Kolonialfeinde. Im Reichstage rekrutieren sich letztere aus den link» stehenden Parteien und einem geringen Teile des Zentrums. Das Hauptargument, welches die Kolonialgegner für ihre Abneigung gegen ein deutsches Kolonialreich ins Feld führen, ist, daß die von uns erworbenen Länderstriche wertlos find, daß alles Geld, welche» da» deutsche Reich für seine Kolonien aufwendrt, weggeworfen ist. Wären die jetzigen deutschen Kolonien wirklich etwa» wert, so urteilen jene Gegner, dann hätten andere Mächte, insbesondere England, schon längst ihre Hand auf jene Länder gelegt. Es mag ja sein, daß wir reichlich spät an den Erwerb von Kolonien herangetreten find, aber es beibt zu bedenken, daß ein solcher Schrill nicht möglich war, ehe nicht ein einiges deutsches Reich bestand, welches sich AnsthkN und Einfluß im Rate der Völker ver- schafft hatte. Denn Kolonien konnten wohl leicht erworben werden, aber schwierig ist es, dieselben gegenüber der Begehrlichkeit anderer Nationen zu behaupten. Wir denken zu groß von der deutschen Regierung, al« daß wir annehmen könnten, die Kolonien seien nur erworben, um dieselben nach alUn Regeln der Kunst auszubeulen. Deutschland hat eine höhere Mission zu erfüllen, nämlich: Die Segnungen der Kultur soll e« jenen unerforschten Gegenden zugänglich machen und dem Christentum den Weg ebnen unter den noch in der Macht des Heidentum» wandelnden Eingeborenen. Allen Freunden unserer Kolonien wird der Vortrag, welchen Gouverneur Ltebert am Sam-tag abend tn der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin über Deutsch-Ostafrika hielt, ein Lichtblick und Hoffnungsschimmer gewesen sein Das Bild, welches er von unserem Schutzgebiete entrollte, war ein hocherfreuliches, da es einen Ausblick gewährte, in eine segensreiche Zukunft. Man muß sich bei der Beurteilung unserer Kolonialpolitik immer vergegenwärtig n, daß e» ein ungeheueres Gebiet ist, welches w r der Kultur erschließen wollen, daß vorläufig ja nur ein kleiner Anfang gemacht wurde. Deutschland ist kein reiches Land und muß mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln sparsam umgehen. Um so willkommener ist es deshalb, daß General Siebert eine Rentabilität Deutsch Ostafrikas in sichere Aussicht stellte und erben von D6L zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meldung des Ausschluffes innerhalb der oben angegebenen Frist bei Großh. Bürgermeisterei Ruttershausen schriftlich einzureichen. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär: Süffert, Kreisamtmann. Anrts- unb JinjdaeHatt für ben ICrete 99-00 M.unk-b-A Bkunk'b- goß 100.60 is '61". fonbtrn fa tt. ” Pper. 101.86 100.26 28 66 99.08 1887 48'85 100.20 00.0» I tn "«de, fa* ^4.18/« häuf, 481 Lenz. Englische Bolksbiöliotßeken. Von Dr. Ernst Schultze. (4. Fortsetzung.) In den meisten anderen Städten, die diese einmal verworfen hatten, ist man nicht so hartnäckig darin gewesen, eine Ablehnung der anderen folgen zu lassen; vielmehr haben sich diese Ablehnungen sehr oft schon bald hinterher in ihr Gegenteil verkehrt. In Cardiff z. B. wurde die Ewart-Bill im Jahre 1860 mit einer Stimme Mehrheit verworfen, aber schon im Jahre 1862 mit großer Mehrheit angenommen. In Nottingham, wo im Jahre 1867 die Gründung einer Volksbibliothek beschlossen wurde, ereignete sich der durchaus nicht seltene Fall, daß in der öffentlichen Versammlung nur ein einziger gegen ihre Gründung stimmte — und daß dieser Gegner der Volksbibliothek einer ihrer ersten und eifrigsten Benutzer wurde. Mit was für Gründen von gewisser Seite gegen die Errichtung von public libraries geeifert wird, dafür möge als Beispiel die Thatsache angeführt werden, daß die „Liberty and Property Defense League“, die namentlich in London ihr Wesen treibt, in einer ihrer Flugschriften, die dabei den Titel „Plea for Liberty“ („Für die Freiheit!") führt, die Volksbibliotheken heftig bekämpft; in derselben Schrift wird dann aus denselben ultraindividualistischen Gründen die Einrichtung der staatlichen Post angegriffen. Auf der anderen Seite ist es nicht minder bemerkenswert, daß die großen Gewerkvereine der englischen Arbeiter der Bibliotheksbewegung anhängen; so nahm der Trades-Union-Kongreß des Jahres 1884 eine Resolution zugunsten der free libraries an. Die ursprüngliche Bibliotheksakte, die mehrfach erwähnte Ewart-Bill des Jahres 1850, ist im Laufe der Zeit durch mehrfache andere Parliament Acts ergänzt und vervollständigt worden. Ich kann hier natürlich nicht alle diese Gesetze und Amendements anführen; sie setzen oft 399. Gießen, den 6. Januar 1899. Betreffend: Die Ernennung von Vertrauensmännern der Berufsgenossenschaften. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au Großh. Polizeiamt Gieße» und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden desKreises. Wir bringen zu Ihrer Kenntnis, daß als Beauftragter im Sinne der §§ 82 u. f. des Unfallversicherungsgesetzes für die Fleischereiberufsgenossenschaft der Ingenieur Karl Deiters, vom 1. Januar 1899 an in Lübeck wohnhaft, angestellt worden ist. I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung, betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Ruttershausen. I« der Zeit vom 13. dss. Mts. bis einschließlich 19. dss. Mts. liegen auf dem Amtszimmer Großherzoglicher Bürgermeisterei Ruttershausen 1. das Geldausgleichungsverzeichnis über den Zuvieloder Zuwenig-Empfang an Geländewert, 2. das Geldausgleichungsverzeichnis über den Zuvieloder Zuwenig-Empfang an Obstbaumwert, 3. das Verzeichnis der Pachtentschädigungen für zu viel oder zu wenig empfangenes Gelände, da» Schutzgebiet dem deutschen Kapital mit bestem Gewissen empfehlen konnte. Die Ausführungen Liebert» geben wir au anderer Stelle ausführlicher wieder, hier an dieser Stelle wollten wir nur unserer Genugthuung Ausdruck geben, daß der Blick, welcher Ostasrika unter deutsche Herrschaft gestellt hat, nicht trübe gewesen ist, daß er klar erkannt hat, war dieses Gebiet noch einmal unserem deutschen Vaterlande werden würde. Hoffentlich währt es nicht mehr allzu lange, bis Kapital und Industrie dort ihre volle Kraft entwickeln! ______________________(xx) Deutsches Mich. Berlin, 9. Januar. Der Kaiser empfing gestern Vormittag im Potsdamer Stadtschloß den Staatssekretär v. Bülow und den Grafen Henckel von Donnersmarck zum Vortrage. Gestern Nachmittag empfing der Kaiser im Berliner Stadtschlosse den Professor Adolf v. Menzel. Heute früh sprach der Kaiser bei dem Staatssekretär o. Bülow vor und nahm später im Berliner Schlosse verschiedene Vorträge entgegen. Um 12 Uhr wohnte der Kaiser der Trauung der Tochter des hiesigen österreichischungarischen Botschafters bei und nahm darauf teil an einem Frühstück in der Botschaft. Berlin, 9. Januar. In der am Samstag stattgefundenen Sitzung des Staatsmini st eriums wurde, wie ein Berichterstatter hört, der Entwurf der Thronrede für die Eröffnung des preußischen Landtages festgestellt. Berlin, 9. Januar. Der „Post" zufolge sind die Angaben verschiedener Blätter, daß im Finanzministerium ein Gesetzentwurf betreffend die Besteuerung der großen Warenhäuser ausgearbeitet sei, der von einer Umsatzsteuer Abstand nehme, verfrüht. Die zwischen den zuständigen Ressorts diesbezüglich gepflogenen Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Berlin, 9. Januar. Im Verkehr zwischen Deutschland und Schweden tritt vom 1. Mai ab auf der Linie Saßnitz- Trelleborg int Anschluß an die entsprechenden Schnellzüge eine V erd oppelung der Dampf er Verbindung ein, die von den Dampfschiffen „Imperator" und „Rex" unterhalten wird. Damit erhält die neue, seit dem 1. Mai 1897 bestehende Postlinie zwischen Deutschland und Schweden die Ausgestaltung, die man schon bei der Gründung im Auge Mer, ch: Vermischtes. graphie unterrichtet worden. • Der Felssturz in Airolo. Die Angaben, wie viel Felsmasse bei Airolo in der Nacht auf den 28. Dezember heruntergestürzt sei, schwanken zwischen 400 000 und 700 000 Kubikmeter. Die „N. Zur. Ztg." bemerkt dazu: „400 000 Kubikmeter, die gefallen sind. Was tst das gegen andere Bergstürze? Die abgebrochenen Felsen von Elm wurden auf 11 000 000, die von Goldau auf rund 25 000 000, die von Brienz im Bündlerland vom Sturz im Jahre 1749 auf 50 000 Kubikmeter geschätzt und ein ähnlicher großer Felssturz, wie die genannten, bereitet sich im Berner Oberland im Gebiete des Laminbaches vor, dessen engerer Schlamherd glücklich hat eingedämmt werden können, während sich höher eine Gebirgspasse mit einem Längsriß von 950 Meter in langsamer Senkung von etwa zehn Metern im Jahre bestndet und nach Jahren, Jahrzehnten, vielleicht erst nach einem Menschenleben zu Fall kommen wird." Auch das Dorf Campo im Balle Maggia (Kanton Tessin) steht aus einem Felsenstock, der sich jährlich an 3 Meter zu Thal bewegt. Beim Sasso Rosso wird nach dem jetzigen Urteil der Sachverständigen der Berg, nicht eher zur Ruhe kommen, als bis im Ganzen eine Million Kubikmeter niedergestürzt sein wird und zwar von jetzt an in kleinen Teilabstürzen von 100000 Kubikmetern. Kommt alles auf einmal herab, dann soll Airolo und der Eingang des Gotthard-Tunnels verloren sein. Man spricht davon, Airolo weiter im Westen neu aufzubauen, aber die Bewohner wollen die alte Scholle nicht verlassen. Der Gedanke der Abwehr, heißt es in dem genannten Blatte, hat einen groß ausgedachten Sicherungsdienst ins Leben gerufen, der unter der Leitung des Majors Hadorn vom Gotthard steht und mit Festungstruppen militärisch ausgeführt wird. Die Abbruchstelle soll am Tag wie in der Nacht, in dieser mit elektrischen Scheinwerfern, bewacht und untersucht werden. Auf jede Gefahrdrohung gehen von den nächsten Forts Kanonenschüsse los und die Glocken in Airolo beginnen zu läuten. Fluchtziele sind den Einwohnern angegeben. Es heißt dann weiter: „Jeder weitern Gefahr soll, wenn möglich, durch Sprengungen mit Dynamitminen, die in die Spalten des Gebirges versenkt werden und eine Loslösung der sturzbereiten Felsen in verhältnismäßig kleinen Massen herbeisühren, vorgebeugt werden. Als Leiter diejer Unternehmung, die schon in den nächsten Tagen beginnt, • Vom Feldberg. Das neue Jahr brachte dem Gebirge ziemlich viel Schnee; am Feldberg hatte er im Durchschnitt ein Höhe von 25 bis 30 Zentimeter, tn zusammen- aewehten Stellen aber bis zu einem Meter. Jetzt ist der Schnee zum größten Teile wieder verschwunden und die Skiläufer haben keine gute Arbeit. Auf dem Feldberg, der in einem Nebelmeer steckt, gibt es schöne Reifbildungen. • Stenographie. Die Verbreitung der G a b e l s b e r g e r - scheu Stenographie hat nach den soeben abgeschlossenen Erhebungen des letzten Zähljahres wiederum sehr erheblich ruaenommen, mehr als in einem der früheren Jahre. Die QaM der Vereine ist von 1161 und 1342, die der Mitglieder von 51 494 auf 61482, die der Unterrichteten von 54 488 auf 65170 (darunter 39547 an 1313 Lehranstalten) gestiegen. Unter den Vereinen befinden sich 157 Schülervereine mit 4500, 75 Damenvereine mit 2833 und 32 Militärvereine mit 2095 Mitgliedern. Infolge der Einführung des Stenographieunterrichts in die Kapitulantenschulen sind über 4000 Militärpersonen in der Gabelsbergerschen Steno- ündern. . Petersburg, 8. Januar. Russische Rüstungen pflegen von Zeit zu Zeit Gegenstand allarmierender Berichte in der englischen Presse zu sein. Der „Times" wird aus Sebaftopol vom 6. Januar von einem ihrer Vertreter, der zwei Monate das europäische Rußland bereiste, gemeldet, daß in sämtlichen dortigen Schiffswerften mit fieberhafter Eile an der Ausrüstung der Flotte gearbeitet werde; daß die Zahl der im Oktober und November dem Heere und der Flotte eingereihten Mannschaften die der früheren Jahre weit übertreffe, daß ferner Verstärkungstruppen so schnell wie möglich nach dem fernen Osten gesandt und die Besatzungen an der russisch-türkischen Kaukasusgrenze kürzlich vermehrt worden seien. — Diese Meldungen können einen Males und Provinzielles. Gießen, den 10. Januar 1899. Ausland. Wien, 11. Januar. Leider sind wieder einige Fortschritte der Vertschechung Böhme n s zu verzelchnni. In Pilsen verlangt, wie uns geschrieben wird, der ychechtsche Chauvinismus nun ebenso rote in Prag, der Fremde solle über die Thatsache hinweggetäuscht werden, daß m dieser Stadt und in der Umgebung viele Tausende Deutsche wohnen. In der letzten Sitzung des Pilsener Gemeinde- rates wurde nämlich beschlossen, ausschließlich tschechisch Straßentafeln anzubringen und alle Gemeindekundmachungen nur in tschechischer Sprache zu veröffentlichen. Pilsen war in Böhmen noch die einzige Stadt mit tsch^hischer Gemeindevertretung, welche doppelsprachige Aufschriften ei _ geführt hatte. Nun soll auch dieses äußere Zeichen, daß dort Deutsche wohnen, verschwinden. — Auch ist wieder eine deutsche Gemeinde dem Deutschtum verloren gegangen. Qu Blisowa in Westböhmen, welcher Ort nach der Volkszählung vom Jahre 1890 noch 489 Deutsche und nur 167 Tschechen zählte, siegten bei den letzten Gemeindewahlen die Tschechen. Innerhalb 8 Jahren hat sich also infolge der Wühlereien der Tschechen und der nationalen Nachlässigkeit der Deutschen das Verhältnis so sehr zu Un- gunsten der letzteren geändert. , Budapest, 9. Januar. Unter dem Eindruck der aus Wien kommenden Mitteilungen über den dortigen Kronrat verläuft die heutige Abgeordnetenhaus-Sitzung ziemlich ruhig. Banffy, von allen Seiten über die weitere Haltung der Regierung befragt, erklärt, er könne darüber keine Mitteilung machen. . Budapest, 9 Januar. Die hierher zuruckgekehrten Minister beobachten über das Ergebnis der m Wien unter dem Vorsitz des Kaisers stattgefundenen Konferenz das strengste Stillschweigen. Trotzdem gilt es als sicher daß das Abgeordnetenhaus vertagt werden wird, um mit den Führern aller Parteien wegen der parlamentarischen Cr= ledigunq des Ausgleiches Verhandlungen anzubahnen. ' Szeaedin, 9. Januar. Durch einen furchtbaren Schneesturm wurde hier und in der Umgebung großer Schaden eingerichtet. Ein Boot, in welchem vier Bauern über die Theiß übersetzen wollten, schlug um und sämtliche p<"‘b«b 'aB der P" die ir*tn L-tfe’ Sftf ST».«। Lnngm E “tjiaijntin W 9 »Di« W l-eld-iw-l «M b« * WV m Menschs Uni) das N“0 uiommtn, finM i hierfür in tineT L 1200 Mr Midi geleit bi Dieser Grat bilbi §Mmll für dc her drofl 250 $ Wald, von dem o lehen. Daß der m3 der Schuttml linem Mein Dir Bobtn wchrm bie Maße kam glitt mit dem E ifpitlsroeife, der Irünmr steht ( M adMtzt lm hast ’t Gvtdarr, W; sprang. ®ä' vierzig ober Zunndportal gar der größt Sauinfpeltor G litf ablöftn; da herigen Weg ne WstLrzen wert HiuÄo ist roie Dorjes ist fast den engen Gast schlitten, mit eh tinem magern denen man beg große Zahl ist, Neugierige aus Dorfe herrscht die über die llnc vom Bahnh ^erge und die Feuermehr (der fM) sind die * Dem MW Vei * W fteuung in daselbst 5etl Verein u. fl. MgesM eine n ^'"bauchara tu I'1 Wei "d ir * Ad hQ * ö'e Wein ♦ ft* * 16. ft*. E? Mi $«£ *i ü° , 7 Stic« ?. bes ** Patente- und Gebrauchsmuster Eiutragungen von rm Ä 'S. Brecher, „Elektrotechnische Werkstätte Darmstadt", G. nu b H., Darmstadt, 20. 11. 97. Centrisch spannendes Zwnbacken- sutter Jean Göbel, Darmstadt, Grreshermer Weg 25, 17 8 98. Eine Einrichtung zur Belebung von Leitungs- I wasser durch Kohlensäure, Louis Rühl, Worms a^ Rh. 11. 8 98. — Patent-Erteilungen. Verfahren zur I Darstellung gechlorter ß-Naphthalinsulfosäuren, Dr. Ch. Rudolph, Offenbach a. M., 2. 4. 98. Kniehebel-Stempel- presse mit Färbevorrichtung, I. Göbel, Darmstadt, Gaues- I Heimer Weg 25, 21. 12. 97. Autographenmasse, M. Scham- bach, Mainz, Dreikronenstraße 1, 2. 9. 96. Abnehmbare I Verschlußklammer für Formkasten, Eisenwerke Hirzenhain und Lollar C. Buderus, Lollar, 1. 4. 98. — Gebrauchsmuster-Eintragungen. Turnmieder mit Kordel-Kolonnen und Faltenbrust im Vorderteil, sowie Kordel-Kolonnen und versteifter Schnürvorrichtung im offenen Rückenteil, Koch u. Eichenauer, Gießen, 4. 10. 98. Turnimeder mit I Kordel-Kolonnen und Faltenbrust im Vorderteil und Kordel- I Kolonnen im geschlossenen Rückenteil, Koch u. Eichenauer, Gießen, 4. 10. 98. Sammelkasten für kleine Schriften mit flachem, durch einen Einsteckverschluß gehaltenem, sich 1 auf einen Rahmen des Kastens legenden »nd staubdicht schließenden Deckel, I. P. Sann, Gießen, 28. 10 98 Einstellbare Nähmaschinenlampe für gasförmige Brennstoffe mit die Flamme teilweise umgebendem Blender und aus gasdicht mit einander verbundenen Gelenkrohren bestehenden Träger, Oloff Heyer, Stockheim, 21. 10. 98 Portetresor mit Geheimtasche seitlich des Verschlusses, D. Heymauu, Offenbach a. M, 21. 9. 98. Geldtaschenbugel, bei welchem | sich ein an denselben durch Schienen gelenkter Schenkel in denselben hineinlegt, D. Heymann,„Offenbacha. M., 21. 9. 98. Vierteiliger Geldtaschenbugel, wovon zwei Teile verdeckt liegen, mit derartiger Schloßkonstruktion, daß sich jeder Teil für sich öffnet, D. Heymann,. Offenbach a. M. 21.9.98. Verschiebbare Walzenlagerhülsen behufs raschen Auswechselns von Walzen, Josef Heim, Offenbach a M 17. 19. 98. Musik-Instrument nut abgestimmten drehbaren Glaskelchen und Gummitnstern zur Erzeugung der Töne, Alfred Paris, Mainz, Löhrstraße 19, 26. 9.,98. Abnehmbarer, zum Tragen mit der Hand eingerichteter Gcpäckhalter, für Fahrräder, Peter Schlesinger, Offenbach a M. 10. 10. 98. Fächerartig aufgehende Werkzeugtasche für Fahrräder, H. Müller u. Co., Offenbach a. M., 31. 10 98. Ansteckvorrichtung, bestehend aus einer mit konischem Gewinde versehenen Stopfbüchse, I. Westermeyer, Gießen, 29 9. 98. Aus zwei untereinander und zur Papierfuyrungs walze beliebig einstellbaren Klebstoffauftragwalzen bestehende Reqnliervorrichtung für die aus das Papier °uszutragend Klebstoffschicht bei Blechbeklebmaschmen, H. F- Stollberg, Offenbach a. M., 20. 10. 98. Vorrichtung 5"^ Trennung der einzelnen Überklebten Blechtafeln bei Blechbettewasch men, bestehend aus einem hinter den Transportwalzen angeord- I neten Walzenpaar mit konischen W^zen von größerem ISL.e säw&m»' E do?f bei Alsfeld, 29. 10. 98. Holzhulse aus beklebten aufqewickelten Fournieren für Griffel, Bleistifte re., Gg. Rüikle Worrns, 3. 10. 98. - Verlängerung der Schutzfrist. Schirmhülle zc., M. Levi, Gießen, 4. 12 9o, 4 11. 98 An Regulierofen-Thüren nachstellbarer Verschluß, Karl Buderus, Lollar, 19. 11. 9o, 3 11. 98. ♦* Die Großh. Zenttalstelle für die Gewerbe beabsichtigt, im Laufe des ersten Viertel dieses Jahres Uebuugskurse ür Meister und ältere Gesellen m einzelnen Orten des Großherzogtums abzuhalten, wo hierfür e" besonderes vorhanden ist. Die Dauer der Kurse wird 8 bis ?4 Tage betragen bei mäßigem Unterrichtsgelde, welches Minderbemittelten erlassen werden kann. Anmeldunge sind bald bei der genannten Stelle zu machen. Ebenso wird beabsichtigt, demnächst in den Räumen der Darmstadter Gewerbeschule zwei Fachkurse von 8- vis 14tägiger Dauer abzühal.en: 1. für Maler in Holz- und Marmor- malen nach der Natur, 2. für Schuhmacher im Maßnehmen, Aufträgen und Zuschneiden, unter Vorführung neuer Hilfsmaschinen. Der Malerkursus soll am 23. Januar beginnen und 14 Tage dauern. Anmeldungen sind bis zum 20. Januar einzusenden. Das Unterrichtsgeld be- träat fünf Mark; dasselbe kann Minderbemittelten erlassen werden, außerdem kann denselben, falls sie von auswärts kommen, einmalige Rückfahrkarte 3. Wagenklaffe vergütet und ein Tagegeld von zwei Mark als Beihilfe gewahrt werden. — Dieselbe Behörde schreibt zur Gewinnung eines geeigneten Aufnahme-Diploms für Mitglieder des Landesgewerbevereins unter denselben einen Wettbewerb aus. Zur Auszeichnung der besten Entwürfe sind drei Preise ausgesetzt von 100, 60 und 40 Mark. Näheres ist aus Nr. 1 des „Gewerbeblatt" zu ersehen. Insassen ertranken. ., ri r . Mailand, 9. Januar. Da sämtliche Bedienstete der hiesigen elektrischen Tramway striken, mußte der gesamte Betrieb eingestellt werden. Die Behörden sind bemüht, etne baldige Beilegung des Ausstandes herbeizuführen. Paris, 11. Januar. Ueber die Kosten des nächsten Krieges veröffentlicht der frühere französische Handels Minister Julius Roche im „Figaro" eine Studie, die sich wie gewöhnlich durch Klarheit und scharfe Logik auszeichnet. Er legt dabei die Kosten des letzten großen europäischen Krieges, des Krieges von 1870/71, zu Grunde und kommt zu dem Ergebnis, daß der Unterhalt des mobilisierten französischen Heeres, auf den Kopf acht Franken 80 Centimes gerechnet, ungefähr täglich 25 Millionen Franken erfordern würde. Außerdem würden sich die erforderlichen Anschaffungen sofort auf eine« Betrag von zwei Milliarden belaufen. Dabei ist natürlich die durch den Krieg herbei- geführte Stockung in den Geschäften nicht gerechnet. Aiff einen sehr wichtigen Punkt aber weist Jules Roche noch hin. Das ist die Einrichtung der französischen Sparkassen, die nicht wie in Deutschland eine gesonderte Organisation haben, sondern in den Staatskassen mit eingeschloffen sind. Im Jahre 1870 waren es aber nur 600 Millionen, die das Publikum vom Staate zurückfordern konnte und znrück- gefordert hat. Heute sind es 4Va Milliarden. Wo will der Staat diese hernehmeu, fragt Jules Roche, wenn alle Welt plötzlich feine Einlagen zurückfordert und notgebrungen zurückfordern muß? Es bleibt nun nichts übrig, schließt Jules Roche seine Darlegung, als entweder unsere Finanzpolitik oder unser System der nationalen Verteidigung zu Welcher jedoch beteuert, aß vorgenommenen m seiner Hand losgegangen sei. w ü J «A her Sohn Sektion der Leiche seines Vaters geberdete sich ganz verzweifelt/ man führte ihn daraus von derselben r J n ker ;u Berlin oder Stockholm am zweiten nach der Absendung morgens ausgeteilt wird, künftig schon am Abend des folgenden Tages in die Hände des Empfängers gelangt. Da sowohl Saßnitz wie Trelleborg eisfreieHafen ?md wird eine nennenswerte Störung nur in ganz besonders K Z zu bejürcht-n sein Mit der B-r °pp° nng der Saßnitz-Trelleborger Linie tritt vom Ma, -me solch Dcrbesierung dieser Linie ein, wie sie beim Betrieb ®amPäbm9.mÄ.'f\m Sonntag Nachmittag sand eine von nahezu 2000 Bürgern und Webern besuchte Versammlung statt. Es wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Arbeiter das Gewerbegericht als Elmgungs- amt bezüglich der schwebenden Lohnstreitigkeiten in der S°wm-.bruuche Vorschlägen. Badische Presie" erfährt ft Mn einem Abschi-dsgesuch des komman- di-rend°n Generals v. Bülow hi-rs-lbst Nichts bekannt. beunrnhigenden Charakter haben, brauchen ihn aber nicht "°"°L°nd°m 9^ Januar. Bon den Philippinen wird gemeldet daß di- Eingeborenen Baracken bauen und ahuliche R. te diaunasmaßreaeln gegen di- amerikan, ch-n Truppen W^WN«Sl°.Jl, in Brand zu stecken w nn es ihnen nicht gelingen sollte, diese Stadt -rsolgr-ich W verteidigen. Die in Jlo-Jlo anwesenden Fremden haben sich an Bord der Kriegsschiff- begeben. • Frankfurt a. M., 5. Januar. Ein Reitersest. über das der Großherzog von Hessen d°s Protektorat übernommen hat, wird am 16., 18. und 19. Marz Räumen des neuerbauten Hippodroms zum Besten des Verein Kriegerheim zu Frankfurt a. M. veran altet Das Programm vereinigt im bunten Wechsel eine Fülle malerischer Bilder, die die verschiedensten Zeiten und Volker 'u ritterlichem Spiele dem Auge erstehen lassen. Die Offiziere Frankfurts und der Garnisonen von Darmstadt, Hanau uno Mainz mit ihren Damen, sowie eine große Zahl Frant- surter Reiterinnen und Reiter haben ihre Mitwirkung zu- hinweg. cwnar In der gestrigen Nebelnacht war, direkt in das ziemlich hohe Wasser. Sei H T und das Geschrei seiner Kollegen versetzten die aus dem Schlaf gerüttelten hiesigen Uferbewohner in 3 f 9 der herrschenden Dunkelheit gelang erst nach augerer Zeit die Rettung des Burschen aus s-mem ^nfte.will^gen W«mi, 8. Januar. Das säst 6 Jahre alte Sohuchen des Brauereibesitzers Jean Rühl hier splelte F zeug, das Nachthemdchen des Kindes fing Feuer, und d unglückliche Kind erlitt dadurch so schwere Brandwunde , daß es bald darauf unter schweren Schmerzen starb. Oppenheim, 8. Januar. Der Rheinwasserstand s in ein für die Schifffahrt fe^ gün^tige8 ®\ab^nm^ne^tarec-": und können die Fahrzeuge jetzt wieder volllastig überall h fahren. Die Wasserzuuahme betragt vom 1-bis heute^u i 1 Mtr. bei weiterer Aussicht auf Wachsen. Der Sch ff - verkehr, besonders mit Kohlen, ist sehr flott. „ift v°n mir in meinet F-miU- w-hrend d-«'»uhe^Wini»« tmd Bei besonders h-rtem Sffinffer ’!*"’-.5'S fo Haut glatt und gelchmetdig und °-'hwd-it da« ^unp-mg , schrttbt etn bdanntcr Mediziner. Überall, auch m * 39 erhältlich. prächtiger wird, so werden die Gesellschaften doch sehr vereinfacht. Beispielsweise die Einladungskarten sind ostentativ einfach gehalten. Auch ist die sonst übliche Länge des „sich die Ehre geben" rc. verpönt. Eine englische Herzogin lud jüngst zu einem Balle: „Come and dance!“ (Kommen Sie und tanzen Sie!) mit Bleistift geschrieben. Wie die Einladung, so die Antwort. — Kürze ist überall die Würze. Natürlich macht der Hof hiervon eine Ausnahme. Hier bleibt die Etiquette, weniger der Mode unterworfen, sich verv xr.» de"- $agen 'n ben 40er den. Als der 'en verhaftet, ewen Zufall yommenen ch der Sohn wn betreiben en Nebelnacht eim mit der nseitigenllfer ngen, sprang Wt entfernt eine Hilferufe ms dem Schlaf >nbg Wegen längerer Zeit eiwilligen eis- mst. Ztg. alte Söhnchen lte mit Feuer- 'uer, unb das Brandwunden, n starb. iserstand ist m eingetreten, z überall hin- )is heute über Der Schiffs- Meratnr, Wissenschaft und Kunst. Mreisausstüreiben föv 1899 und bte solgmden Jahre veröffer.tUchl loeden die Pariser Akademie- der ^^»0. Der Hervorragendste unter allen ist der Frar?oiS-Joseph Audiffre^Preis der in einer Rente von 24.000 Franken besteht. Sie wird oyue Ansehung seiner Nattonaliiät oder seives BeiusS demjentgen -uge- sprochen, der in einem Zeitraum von 25 Jahren, S-«»nrt vom 2 Avril 1896 ein Heil- oder Vorbeugungimutel gegen dis Schwind- sücht^ entdeckt Ein Preis von 10,500 Franken (Adrien BuissonpreiS vtS 1901) ist ausgesttzt sür die btsten H^^ersahren gegen Kran knitrn die nach dtM heutigen Stande der Wissenschaft noch als unh ubar gelten. Auch um diesen Preis können stÄ AueiSnder bewerben. — Drei Jahrhunderte russischer Geschichte (1598—1898)» Seit mehreren Wochen lagern in allen grSnerenStSdiendeSruMch Reiches Hunderte von Exemplaren deS neuen' Werkes von i Dr. »• Kleinschmidt, UniversttSisprofessor in Heidelberg, Drei Iah hund-r e russischer Geschichte (1598-1898), und vergeolich M seither dü- Genehmigung zu ihrem Verkaufe erwartet worden Wenn es auch einzelnen Buchhändlern gelungen sein wag, « nige Exemplare den Späheraugen der Zensurbcamtrn zu entziehen, so liegt doch vle aroüe Mehrzahl unter Siegel und Gewahrsam der Zensurbehörden. In dem Buche stehen Dinge, die sonst überall von der Zensur g - ttrtchen zu werden pflegen, wie z. B. in dem Kapitel 5. Romanow" und Kapitel 6: »Der erste Gottorp rc. Vom Verfasser mild i B die Frage, wer der Vater Kaiharlnas ll. war, drsinitio in dem Sinne gelöst, daß dies nur der Prin^bristtan August von Anbait derbst gewesen sein könne. In der Oiffentltchkeit darf in Rußland das jetzige Herrscherhaus nur als direkte Nachkommenschaft der Romanow bezeichnet werden- ___ Reiterfest, Protektorat über- März in ben sten des Vereins instaltet Das •ülle malerischer lölter in ritter- Die OWne M, tzamn unb vße Zahl Frank- i Mitwirkung zu- machte bem Gebirge te er im Durch- r, in aufammtn-- ■ vu?de geteilt durch ein weit vorspringendes Felsenriff. Dieser Grat bildet auch bei den häufigen Nachsturzen^den Schutzwall für das Dorf. Sodann war eine kräftige Wehr her etwa 250 Meter über dem Dorfe sich ausdehiiende Wald, von dem allerdings nur mehr einige geknickte Baume stehen. Daß der Bestand sehr kräftig war, zeigen einzelne aus der Schuttmafse hervorragende Stümpfe von mehr als einem Meter Durchmesser. Von diesem Walde an war der Boden wasserreich und an vielen Stellen etwas sumpfig, die Masse kam hier daher nicht mehr ins Rollen, sondern alitt mit dem Erdreich abwärts. Der gewaltige Stern beispielsweise, der am nördlichen Rande der Berg- und Hausey irümmer steht (bort, wo sich bie alte Gottharbstraß- nach rechts abzweigt), zeigt weit hinauf eine Schleifbahn. So kam es, daß der ganze Absturz nicht, wie beispielsweise m Goldau, bis in die Tiefe ging und selbst das Thal uber- svranq. Wäre dies hier der Fall gewesen, wurden fitzt vierzig oder mehr Hauser, der Bahneinschnitt mit dem Tunnelportal und der obere Teil des Bahnhofes, vielleicht gar der größere Teil des Dorfes begraben Jein. Ober- Bauinspektor Gruber meint, es würden noch größere Massen sich ablösen; dagegen ist es wahrscheinlich, daß sie den bis- engen Weg nehmen und nicht über das Schlittgebiet hm- ausstürzen werden. Aber das sind fi"r Mutmaßungen. Airolo ist wie ausgestorben. Die nördliche Halste des Dorfes ist fast völlig geräumt; ab und zu sieht man m ben engen Gassen ein armseliges Fuhrwerk, einen Bauern- schlitten, mit etwas Hausrat und Bettzeug beladen und mit einem magern Kühlein bespannt. Von den ^idleuten, denen man begegnet, sind die wenigsten Airolesen (eme große Zahl ist, von der Panik gefaßt, geflohen), sondern Neugierige aus den Nachbardörfern. Ueber dem ganzen Dorfe herrscht eine düstere Ruhe; nur die Kirchenglocken, die über die Unglücksstätte klagen, die Pfiffe der Lokomotiven, die vom Bahnhofe herauftönen, das Getöse hoch oben vom Berge und die Hornfignale der immer noch arbeitenden Feuerwehr (denn im Schutte des Hotels Airolo brennt es fort) sind die einzige Störung der gespensterhaften Ruhe. * Weinausstellung in Frankfurt a. M. Der landwirtschaftliche Verein für die Provinz Rheinhessen wird auch in diesem Jahre bei Gelegenheit der landwirtschaftlichen Ausstellung in Frankfurt a. M. eine Weinausstellung daselbst veranstalten. In einem Rundschreiben teilt der Verein u. a. folgendes mit: Wie in früheren Jahren soll die Weinfesthalle der Ausstellung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft aus der Provinz Rheinhessen beschickt und durch eine geeignete Kommission eine Anzahl für unseren Weinbau charakteristische Proben ausgewählt werden. Kosten für Platzmiete und Fracht erwachsen den Beschickern nicht. Es soll eine sorgfältige Auswahl typischer Weine getroffen werden, wobei hauptsächlich gangbare Verbrauchsweine zu kleinen und mittleren Preisen, jedoch auch feinere und größere Weine Berücksichtigung finden. Der Aussteller hat die Wahl, von jeder Sorte ganze oder halbe Flaschen oder ganze und halbe Flaschen einzusenden. Bis zum 20. Mai sind die Weine nach Frankfurt einzusenden. • Ei» neuentdecktes Manuskript von Galilei. Eine wichtige Entdeckung wurde vor kurzem in der vatikanischen Bibliothek gemacht. Der Abbö Cozza Luzzi, der Assistent der Bibliothek, untersuchte die Staatsurkunden aus dem 16. Jahrhundert und fand dabei die Urschrift der Abhandlung von Galileo Galilei über bie Gezeiten. Sie ist vollständig in der eigenen Handschrift des großen Gelehrten geschrieben und am Ende mit dem Zusatz versehen: „Geschrieben in Rom im Mediei-Garten, 8. Januar 1616." Galilei hat das Buch dem Kardinal Orsino, seinem Verehrer und Gönner, gewidmet. Der Papst hat großes Interesse an dem Fund genommen und läßt das Manuskript auf Kosten des Vatikans in schöner Ausstattung Herausgebern Die Entdeckung dieser Abhandlung ist um so wichtiger, als ihr Inhalt wesentlich von den Ansichten Galileis über den betreffenden Gegenstand abweicht, die man ans anderen Schriften entnommen hatte. * Um Seekadett zu werden hat man folgendes zu beachten. Das Lebensalter von 19 Jahren darf nicht überschritten sein, wenn der junge Mann die Abiturientenprüfung bestanden hat; andernfalls darf er nicht älter als 18 Jahre sein. Einstellung in der Regel im April; Anmeldung schriftlich beim Oberkommando der Marine in der Zeit vom Universitäts-Nachrichten. — Kiel. Dem Vernehmen nach ist der außerordentliche Pr^ ftflor der Chirurgie, Dr. Bier, als ordentlicher Prof.ssor nach ®t“iS"affiibe,nUiCäm°f&ri » b’r « tf*““?19 Lnje« ei"‘ bis 100000, ^nDlUItb bei in« 2* Ufa t b-L Tüchtiger Kaufmann, mit 12 —1500v Mk. Baarvermögcn, als Teilhaber zur Gründung eines außer« ordentlich rentablen Fabrikbetrieb» gesucht. Gef. Offerten unter A. K. 435 a. d. Exped. d. Bl. Student erteilt Nachhilfestunde«. Näheres in der Exped. d. Bl. [0112 Srxkditioii drs frj Gikßk«rr Alljkiger». & Vereine Ortsgewerbsverein Gießen. Lese-Abend (Auflegung der neuesten technischen und Fachblätter) Kaiserbof Ä. $totL Bekanntmachung. Die Schuldverschreibungen der Stadt Hungen Nr 2, 4 und 7, L Mk. 200, find laut T-lgungsplan z-m 1. April 1899 zur Rückzahluno ausgelost worden. Diejenigen, welche die genannten Schuldverschreibungen in Händen haben, werden aufgelordert, das Kapital bis zu dem genau« *i Tage an der hiesigen Gemeindekaffe in Emosang zu nehmen; die Ve zinsrmg endet mit 31. März d. I Nr. 15 ä^Mk. 300 ist im Januar 1898 ausgeloost, aber noch nicht präsentiert worden, worauf aufmerk-au> gemacht wird. Hungen, im Januar 1899. Grobherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Buttron. 4-6 ikrllwriiiiiirii Holz-Versteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, den 16. Januar 1899, vormittags 9>/3 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Distr. Lache und Steinrutsche, versteigert werden: 100 Eichenstämme mit 24,41 fm 3 Eichen-Derbstangen mit 0,325m, 275,5 rm Bucht n Scheitholz, 22 „ Eichen- „ 127 „ BucheN'Knüpvelholz, 73 „ Eichen 4120 Wellen Buchen-Reisig, 150 „ Eichen. „ 77 rm Buchenstöcke, 15 ,, Eichenstöcke Die Zusammenkunft ist auf der Licher Chauffee, 9. Schneise. Gießen, den 9. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __Gnauth._______458 Holz-Versteigerung im «Licher Stadtwald. Montag den 16. Januar, vormittags 10 Uhr beginnend, sollen im Licher Stadtwald, Distrikt Fichtenkopf, Rindköpfe und Rokher- dt-sch, versteigert werden: 172 rm Buchen- und Eichen- Scheiter, bei letzterem Werkholz, 180 „ Buchen-, Eichen- und Weichholz-Knüppel, 16925 Wellen Buchen-, Eichen- und Weichholz, hiervon meistens Durchforstungswellcn, 329 rm Buchen-, Elchen- und Wetchholz-Stöcke, 5 fm Fichten-Bau- undStangen- holz. Zusammenkunft auf der Straße Lich - Hattenrod beim Pflanzgarten. Lich, den 9. Januar 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei, Heller. 466 Holzversteigerung. Freitag den 13. Januar l.J , des vormittags um 10 Uhr beginnend sollen im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Seewald, so gen de Holzsorti- mente öffentlich versteigert werden: 2 rm Eichen-Scheit, 2 „ „ Knüppel, 2 „ „ Stöcke, 150 „ „ Wellen, 47 „ Nadel-Scheit, 76 n ii Knüppel, 26 „ „ Stöcke, 1700 „ „ Wellen, 13 Eichenstämme mit 5,59 fm, 104 Kiefernstämme mit 43,03 fm Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martinitaa 1899 verstattet. Der Anfang ist zur bestimmten Stunde im Distrikt Seewald, unweit dec Grünbergerstraße. Rödgen, am 9. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Rödgen _________Jnderthal.__464 Holz-Verkauf. Aus dem Körnberg bei Ganseburg verkauft Un'eczeichneter ca. 65 fm sichten Stamm- und Derb» ftangesholz. L ebhaber find gebeten, bi» .'zum 20. d. Mts. gefl Angebote;abzugeben. Näheres sagt Förster Schäfer in Annerod und H. Adami, Gießen, 473 Südanlage 19 Holzverkauf i« der Köllig!. Gbersörstrrri Krofdorf Montag deu 16. Jauuar 1899, vormittags 10 Uhr, komm n in der Freund'schen Wirtb'choft m (trofhorf zum Verkauf: Schutzbezirk Krofdorf, Distrikte 8o und 10 a (Leschenwald und Diebskaul) 17, 18 und 19 (Buchwald): Elchen: 11 rn. Lcheiie und Knüppel, 5 rm Stock Holz, 40 rm Reiser; Buchen: 503 rm Scheite und Knüppel, 88 rm Stockholz, 1476 rm Reiser. Der Königliche Oberförster. __________Busold.________465 Mittwoch de« II. Januar h. Js., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'fcven Saale üerfteinert: 1 Sofa, 1 Kommode, 1 Kleider- fckrank, 1 ov. Trfch, 2 vollst. Belten, 1 Schreibtisch, 3 Nähmaschinen, verschiedene Ladenschränke, eine Partie Filzhüte, eine Partie Schuhwaren u. a. m. 456 Geißler, Gerichtsvollzieher. — wenige Tropfen genügen. — Jacob Häuser, Ludwigstraße 36. Soeben wieder eingetroffen 266 zum Würzen der Suppen, Kein Hustenmittel übertrifft« Kaisers Brust-Karamellen. | lluttiLicU beglaubigt. A mUUU Zeugniffe beweisen den« sicheren Erfolg, bei Husten,W Heiserkeit, Catarrh und« Verschleimung. 366M Preis per Paket 25 Psg. bei: I A. Sf G. Wallenfels, g Maiktplatz 21, Telephon 46,18 Ehr. Wallenfels, Markt 17,^1 Heiur. Wallach.M Champagner Söhnlein&Bl Schierstein jAy-Champagneg Rheingau Frankreich Bezug durch den Weinhandel. I Vertreter: 9 August Wehn, Giessen. Vermiethungen 442] Ein kleines Logis zu vermieten ____________________Rittergaffc 23. 261] Schöne 4 - Zimmerwohnung versetzungshalber sofort oder 1. April zu vermieiben. Frankfurterstraße 43. 77] Den unteren Stock meines Hauses Schanzenstraße 12 beabsichtige ich an eine kleine Familie zu vermieten. _________H. Schaffstaedt. 86] 3. Stock, 6 Zimmer mit allem Zubehör, ver 1. April zu vermieten. I. P. Sann, Bismarckstraße 10. 285] Grünbergerstratze 3 ist ein Laden mit Wohnung zu vermieten und alsbald zu beziehen. 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(Offene Stellen Schreinergeselle sofort gesucht. 0113 Wilhelm Weigel, Löberstraße 9. Iahrrad -Aeparateur, tüchtiger, selbständiger Arbeiter, für einige Stunden des Tages (auch eventl. abendtz) gegen gute Bezahlung gesucht. 339 Wo? sagt die Expcdttton d. Bl. Cigamnkistchluuagltt gesucht. 308 F. Bender & Co. Wein-, Korn- oder Karlgummi - Dreher finden dauernde Stellung bei 399 Wacker Sf Doerr, 355] Suche per sofort oder später einen Lehrling. Georg Koch, Uhrmacher, __Neuen-Bäue 5. Lehrstelle per sofort oder später zu besetzen in einem hiesigen Material-, Färb- und Kolonial- waaren-Gesckäft. Gefl Offerten unter A. 167 befördert die Exped. d. Blattes. Pteue Klinik. Ein im Weitzuähen geübtes Mädchen und ein im Kocken bewandertes Mädchen für die Küche alsbald gesucht. 449 Akademische Vorträge. Freitag den 13. d. Mts., abends 8 Uhr pünktlich: Privatdozent Dr. Koppe: lieber das Wasser. Eintrittskarten sind in der Fevber’schon, Frees’schen und, Ricker’schen Buchhandlung, Studentenkarten beim Universität»» hausverwalter zu haben. 380 Spar- und Leihkaffe Gießen. Donnerstag deu 12. I. Mts. wird bei unterzeichneter Kaffe noch besonderer Zahltag abgehalten. Gießen, den 3. Januar 1899. Spar- und Leihkaffe Gießen. Doering. 289 Ausverkauf. Um mit dem Restbestand meines Lagers zu räumen, verkrufe Manschetten, Kragen, Mnden, Kandschuhe Korsetten, Aaumwolle, Wolle, Wnterröcke Wähartikel, Atänder, Spitzen usw. zu nochmals reduzierten Preisen. Ladentheke, Reale. Glas- und Holzkasten werden billigst abgegeben. Ii. Mattrein, 288 Ecke der Schul- und Souneustraste. 01 i8] Hausbürschchen sofort gesucht. _____Alicestratze 20. 448] Eine kräftige, unabhängige Frau oder Mädchen, wird zur Wartung einer Kranken gesucht. Näheres Ludwigstraße 28, 111, vormittags.___ 411] Braves, fleißiges Dienstmädchen, das etwas kochen kann, gegen guten Lohn gesucht. Zu erjagen in der Expedition d. 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SW’*“ Montag6' Sie öttben W> *wxxM ,D! tfl Retalnon, ®fPfi 2 Hat am Di'enstn wiebtr aufgMM ^ätigteit * wt -em Merl hatte die am ei Seschlußfähigkeit immerhin beseelte »ermißter Eifer, lagung des beu öolksvertreter a möge, daß nur ivlaubung eintrei geführt und all vermieden werde der letzte Reich des Parlament- Gesetze unter berufenen Soll vielfach, ja mei wuntzern, wenn meuts Mtett undTeilnatzml lungen selbst i Volkes an bei können in er sie durch rege zu ttfem g i^mommenen; «eiter, Nto- Wn ^nber fast zur 'n pichnlichen uns hojsenllich i *g Bunt N "och immer bei Debc '^Spitzen, du ’f1* es darum dc b“»m8(u in die in Lari Shakestzel Mf?“b' heil, dj 7 ""d ileier i)n? bet 'verd? M T)itS L?bie^ * Ue bt= Mtt „ ' ^elt "?er Ni ÄN'/N s» * , '""aeluun ÄS