iiten w®ko»meee chenke Hessen, n. ______6481 sich. lt> Stjktnbn er.: Iftft 03129 angsdorf, tr. HST italLtytata iest, 6515 lierbach. Bichler-Bier. -M Liier ausgezeichneter Suppe, migen Minuten nur mit r hechMür. > W W men Lotten, tou ®ew, mstWr, Mute Luppen rc. 1887 .knoten ito. iller iten uet. „b« IS»»' 6itien«i“ fließen 100.00 00.00 91.65 9876 93,85 100$ 49 70 äx tulfH ,..,05 101.«« fiflp^^'ieoo ioo-K 0tU etttf ggsb "'S169!f Nr. 213 Drittes Blatt.Sonntag den 10. September LGVÄ frffftirf UtO4 ertt lulne^mt be< Reatagi. ®k Gießener Serben km Anzeiger Wöchentlich viermal deigelegt. Gießener Anzeiger Ae»»-»prek- vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfz mit Bringerloß». Bei Postbezug 9 Mark 50 Ps^. "sterteljährlich. lene^we Anzeigen zu ber «achmittagr für k« fetynioi U| erscheinenden Nummer di» »em. 19 ühr. General-"Zinkiger Alle Anzeigen.Lermiittungrstellen kl In- und Hullaakä »eßmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eatg^W. Amts- und Anzeigeblatt für den Aveis Gieren. Rt>litten, tprtifan und Druckerei: Kch«tßr«ße Ar. 7. GrattsdMage«: Gießener Familienbläiter, Der hessische Landwirt, DlStier für hessische Volkskunde. 1 1 T" ■■"■■■ !—5!--- Adresse für Depeschen: Anzeiger Gietzr»- Fernsprecher Nr. 51. CTCUHälll « ■ I1—l>\iß ■■«»gBMTM.in t iiii wg» 5>as Schriststelker-Keim in Jena. Es gelangen jetzt überall hübsch ausgestattete Baustein- Karten zur Ausgabe, die das Bild eines stattlichen Hauses im Renaissance-Stile ausweisen. Ein solches Haus soll demnächst als Schriststeller-Heim in Jena errichtet werden, und mit den Karten richtet das Heim-Komitee an alle Freunde unserer Litteratur einen Appell, zur Erbauung des Hauses je nach Kräften ein Scherflein beizutragen. Das Komitee besteht aus den Schriftstellern: Victor Blüthgen, Martin Greif, Joseph Kürschner, Otto v. Leixner, Julius Lohmeyer, Adolf Pichler, Ferdinand von Saar, Ludwig Salomon, Timon Schroeter, Ernst Wichert und Ernst von Wildenbruch, sowie dem Jenaer Oberbürgermeister H. Singer. Jeden, der Antheil an der Entwickelung unserer Litteratur nimmt, wird es gewiß mit Freuden erfüllen, daß endlich auch den Förderern des deutschen Schrifttums für die Tage des Alters eine behaglich trauliche Heimstätte errichtet werden soll. Alte Krieger, alte Lehrer, alte Schauspieler usw. besitzen längst derartige Feierabendhäuser — wahrlich, die deutschen Schriftsteller haben ein solches nicht minder verdient. Gleich Fackelträgern sind sie als Erleuchter unserer Nation jederzeit vorangeschritten; als Herolde haben sie in trüber Zeit das Volk wieder aus tiefer Niedergeschlagenheit aufgeweckt und zu neuen Thaten begeistert. Man denke nur an Arndt, Theodor Körner und Max von Schenkendorf! Die „Wacht am Rhein", so hat ein sachverständiger Mund versichert, habe mehr geleistet, als ein ganzes Armeekorps. Wohl ist es auch früher schon anerkannt worden, welche gewaltigen Impulse unser Schrifttum und unser Nationalgeist durch unsere Dichter und Denker erfahren hat. Aus dankbarem Herzen erstand nach den unvergeßlichen Schillerfesten 1859 die Schillerstiftung, die nun schon Jahrzehnte lang segensreich wirkt. Allein diese Stiftung gewährt, ihrer Natur entsprechend, nur Geldunterstützungen. In Jena soll ein Schritt weitergegangen, ein eigenes Haus soll den Schriftstellern zur Verfügung gestellt werden. Wie jetzt die Reichsboten unter der hohen Kuppel des Neichtagsgebäudes, so sollen künftig auch die deutschen Schriftsteller und Journalisten ihre genossenschaftlichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten im eigenen Hause in Jena beraten, und außerdem soll der Bau den Männern und Frauen von der Feder in den Zeiten der Not und des Alters eine Zufluchtsstätte bieten. Denn: „Seltsam spielt der Erfolg! er belohnt oft den Macher mit Schätzen, Und an dem vortreff tLen Mann fliegt er oerächtltcht vorbei." Ein sehr wichtiger Anfang zur Verwirklichung des Planes ist bereits gemacht worden. Ein Mitglied des deutschen Schriftsteller-Verbandes in Jena hat in hochherziger Weise den reizend gelegenen Bauplatz gestiftet, der einen Wert von 25,000 Mk. repräsentiert, die Stadt Jena ist dem Projekte durch verschiedene Vergünstigungen entgegengekommen und der Großherzog von Sachsen, der erlauchte Förderer aller litterarischen und künstlerischen Bestrebungen, hat das Protektorat über das Heim übernommen. Möchten daher die warmherzigen Verse Otto v. Leixners in allen Herzen ein Echo finden: „Liede, sie rufi Euch zum Werk, Ihr deutschen Männer und Frauen, Denen begeistertes Wort jemals das Herz hat gelabt Oder beflügelt den Geist, daß in Stunden tnn’rer Erhebung Er des umnebelten Thals Mühen und Sorgen vergaß. Dann wird der freundliche Bau einst sprechen zu Söhnen und Enkckn: Liebe, sie rief: und daS Volk fügte zum Steine den Stein!" Die Baustein Karten sind in der Preislage von 1 Mk., 10 Mk., 20 Mk., 50 Mk., 100 Mk., 500 Mk. und 1000 Mk. überall zu haben. Wo dies noch nicht der Fall sein sollte, wolle man sich direkt mit dem „Ortsausschuß für das Schriftsteller-Heim in Jena" in Verbindung setzen. Der Bilderschmuck wurde von Künstlerhand ausgeführt und stellt insbesondere in den höher bewerteten Exemplaren ein äußerst geschmackvolles Kunstwerk dar. Dr. Ludwig Salomon -Elberfeld. Vermischtes. * Der Manöver-Wagen des Kaisers. Für den Manöverdienst des Kaisers besitzt der königliche Marstall in Berlin zwei besondere Wagen, die ausschließlich für diesen Zweck bestimmt sind. Beide sind ganz gleich gebaut. Es sind zwei Viktoria-Wagen mit aufzuklappendem Verdeck. Abgesehen von ihrer Leichtigkeit unterscheiden sich die Wagen von anderen ihrer Gattung dadurch, daß unter dem Kutscherbock eine Lade angebracht ist, die herausgezogen werden kann, um die Platte eines Schreibtisches zu bilden. Papier, Umschläge, Siegellack, kurz alles Notwendige zum Erledigen von Briefschaften vervollständigen die Einrichtung und machen es dem Kaiser möglich, an jeder beliebigen Stelle mit Bequemlichkeit zu schreiben. Plätze hat der Wagen, abgesehen von denen für den Kutscher und den Leibjäger auf dem Bock, nur zwei im Vordersitz. Der Anstrich ist hellbraun. Einer der Wagen begleitet den Kaiser auf größeren Reisen und wurde selbst schon nach Schweden mitgenommen. * Eine waschecht gefärbte Schönheit. In dem hübschen englischen Badeort Margate erzählt man sich folgendes nette Geschichtchen, das bezeichnend ist für die selbstlosen Gefühle, die oft in jugendlichen Mädchenherzen schlummern. Zu einem kleinen Kreise übermütiger junger Damen, die für die Dauer des Strandaufenthaltes treue Freundschaft geschlossen hatten, gesellte sich unlängst noch das anmutige, vertrauensselige Töchterchen eines in der „City" sehr bekannten Börsenmannes. In ihrer Harmlosigkeit erwähnte die „Neue", daß sie zu dem nahe bevorstehenden Tanzfest eine dekolletierte Toilette anziehen werde. Unter den andern jungen Mädchen befand sich keines, das sich diesen Luxus gestatten konnte. Sie waren alle zu sehr verbrannt und hatten zum Ueberfluß jene sogenannte Salzuäpschen aufzuweisen. Der Gedanke, daß die Neugekommene ihren thursächlich schönen Hals zur Schau tragen würde, war daher allen sehr unangenehm. Es gab da mehrere junge Herren, die dann ganz sicher nur Augen für die zarthalsige Beautö in dem duftigen ausgeschnittenen Gewände haben dürften, während sie selbst in ihren geschlossenen Kleidern wie Provinzlerinnen aussehen und unbeachtet als Mauerblümchen paradieren würden. Das mußte auf jeden Fall verhindert werden. Am Vormittag des wichtigen Tages, als die jungen Damen wie gewöhnlich gemeinsam baden wollten, machte die Neue die Wahrnehmung, daß ihr Badeanzug Feuilleton. 5>ie Wosen von la Malmaison. Von Johannes Pasig. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Die beiden näherten sich bereits wieder dem Schlosse, und Alexander, dem daran lag, dem Gespräche bald eine andere Wendung zu geben, sagte: „Ew. Majestät sind in der Lage einer Witwe, die, wenn die Tage der ersten herben Trauer vergangen sind, auch die heilige Pflicht hat, an die eigene Zukunft und die ihrer Kinder zu denken." „Es ist wahr," seufzte Josephine. „Man hat mir wieder und wieder gesagt, daß Ew. Majestät der einzige sind, der in den Verhandlungen der Verbündeten mit Frankreich unsere Sache mit Kraft und Eifer vertritt, der sich bemüht, Bonapartes und der ©einigen Zukunft günstiger zu gestalten. Ich habe es nicht glauben wollen, aber Hortense hat sich verbürgt für die Aufrichtigkeit Ihrer Freundschaft, und einem solchen Bürgen kann ich nicht mißtrauen." Freudig erwiderte Alexander: „Ich danke der Königin von Herzen für dieses Vertrauen, und da die Tochter meine Bundesgenossin ist, werde ich das Vertrauen der Mutter bald ganz erobern." „Vertrauen gegen Vertrauen!" sagte Josephine, indem sie dem Kaiser frei ins Angesicht blickte, „wie steht es um die Anerkennung des Königs Eugen, um diese Hauptbedingung, unter welcher der Kaiser in seine Abdankung gewilligt hat? Ist es wahr, daß man in den Tuilerien diese Bedingung als nicht vorhanden betrachtet? Mas haben Sie ausgerichtet für meinen Sohn, für meine Tochter und Mr deren Kinder?" „Was den König betrifft," antwortete der Kaiser, „so ist es so, wie Ew. Majestät sagen. Ich bin allein lebhaft eingetreten für seinen Thron, aber ohne Erfolg. Aber ich habe wenigstens das erreicht, daß Saint-Lou zum Herzogtum erklärt ist und Eigentum der Prinzessin Hortense bleibt. Somit ist deren Verbleiben in Frankreich und in der Gemeinschaft Ew. Majestät gesichert. Ich habe erreicht, daß für Ew. Majestät eine Rente von einer Million Franks auf die Staatskasse angewiesen wurde, da Sie sonst aller Einkünfte verlustig sind. Mehr zu erlangen, stand nicht in meiner Macht." „O, Sie haben mehr erreicht, als ich zu hoffen wagte," sagte Josephine, dem Kaiser die Hand reichend. „Sie haben auch erreicht, daß mein Dank und meine Gebete Sie nach Hause begleiten. Und wenn Sie dort ankommen werden, dann werde auch ich in der Heimat sein." Die Spaziergänger standen vor dem Schlosse, auch die anderen Damen des Hofstaates traten herzu. Die scheidende Sonne beleuchtete in zauberischem Glanze die Blumenpracht vor dem Schlosse. „Ist das nicht herrlich?" sagte Josephine zum Kaiser. „Ich habe nie etwas Schöneres gesehen, als diese Rosen," sagte Alexander, indem er auf den Teppich mit dem Namen der Kaiserin zeigte. „Also sind Sie auch ein Freund der Rosen?" fragte Josephine erfreut. Und sie bückte sich nieder, pflückte eine der schönsten Knospen, und überreichte sie dem Kaiser, indem sie mit unbeschreiblicher Anmut und Wehmut sagte: „Nehmen Sie das als ein Andenken an la Malmaison." Dies geschah am 22. Mai 1814. Es war die letzte Rose, die Josephine pflückte. Am folgenden Tage empfing sie den König von Preußen nebst dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm und dem Prinzen Wilhelm, dem nachmaligen Kaiser: sie waren bei der Kaiserin in la Malmaison zum Diner. Am 25. Mai begrüßte sie noch auf einige Augenblicke die russischen Prinzen Nikolaus und Michael, die dem Kaiser Alexander bereits von ihrem leidenden Zustand berichteten. Der Zar schickte sofort seinen Leibarzt nach la Malmaison, der sie ernstlich krank fand. Die besten Aerzte aus Paris wurden herbeigeholt; sie alle aber erklärten, daß eine Bräune der gefährlichsten Art vorliege und ihre Hilfe zu spät komme. Am Morgen des ersten Pfingsttages, am 29. Mai 1814 ist sie in den Armen ihres Sohnes Eugen entschlafen. Ihre letzten Worte waren: „Marie Luise, Elba, Bonaparte!" Während dreier Tage war ihr Sarg mit vielen tausend Rosen geschmückt im Vestibüle des Schlosses ausgestellt, und wohl 20000 Menschen kamen aus allen Städten von nah und fern herbei, die Dulderin noch einmal zu sehen. Auf dem Friedhöfe an der Kirche zu Rueil in einem von ihr hergestellten Gewölbe sollten ihre sterblichen Reste beigesetzt werden, ein unermeßliches Gefolge, darunter die Vertreter der verbündeten Monarchen, gab ihr die letzte Ehre. Als Napoleon in seiner Verbannung ihren Tod erfuhr, rief er aus: „Dieser Tag ist einer der unglücklichsten meines Lebens!" Eine seiner ersten Fragen war: „Hat man Josephine sehr betrauert?". Und als sein Geheimschreiber ihm antwortete: „Ew. Majestät weiß, wie sehr sie von den Franzosen geliebt und geehrt war", antwortete Napoleon: „Sie verdiente es auch, sie war eine außerordentliche Frau, sie hatte einen hohen, edlen Charakter". Er hatte recht. Noch heute lebt im Munde des ganzen französischen Volkes die Kaiserin fort unter dem Namen: la bonne Josephine. — Es giebt eine Rose, deren Namen an alle die berichteten Ereignisse erinnert, Souvenir de la Malmaison. Es giebt wohl kaum eine schönere als diese; sie ist das herrlichste Gebilde, das die Erde trägt. Sie strahlt nicht durch Pracht, sie prahlt nicht durch Farbenglanz, aber was jedes Herz ihr gewinnt, ist der Zauber vollendeter Anmut. Unsere Rose kleidet sich in Weiß. Nicht das blendende Weiß des Schnees, auch nicht das malte Milchweiß; es ist ein frisches Weiß von einem ganz leichten Rosa überhaucht; und dieses schwer beschreibliche Kolorit erglänzt von einem ganz matten Atlasschimmer. Wie bei der vollsten Centifolie fügen sich hundert und mehr große Kronenblätter eng zusammen, so dicht und voll, als wollten sie in jedem Augenblicke die Knospe zersprengen; und über dieser Knospe breitet sich ein seiner milder Duft. In der That, wie die Rose die Königin der Blumen ist, so kann die Rose von la Malmaison uns erinnern an jene Kaiserin, zu deren Erinnerung sie auch den Namen trägt, an Josephine. Gewiß ist es gerade die Geschichte des Namens dieser Rose, die ihre Schönheit in den Augen dessen noch erhöht, der jene Geschichte kennt. Aber nur wenige Gärtner kennen la Malmaison und seine Geschichte; und als im Sommer 1880 ein deutscher Gartenbauverein die Urteile aller Rosenkenner und Gartenbauvereine einholte über die zwanzig schönsten Rosen unter den mehr als 6000 bekannten Sorten, da war Souvenir de la Malmaison unter jenen, die einstimmig mit dem Preise gekrönt wurden. vollkommen durchnäßt war. Sofort wurde ein für „derartige Fälle" in Bereitschaft gehaltenes Kostüm herbeigeholt. Es war ein hübscher schwarzer Anzug mit hochrotem Kragen und schien noch ganz neu zu sein. Da das Wetter ungewöhnlich warm war, blieb man sehr lange im Wasser. Als die übermütigen Nymphen endlich den Wellen entstiegen und sich lachend und plaudernd anzukleiden begannen, zeigte es sich, daß die zarthalsige Miß über und über mit roten und schwarzen Streifen bedeckt war. Der „Reserve-Badeanzug" hatte abgefärbt und zwar vollkommen echt. Am Abend erschien die „Neue" ebenso wie ihre heimlich sich anstoßenden Gefährtinnen in einer bis zu den zierlichen Ohren hinaufreichenden Toilette. * Ein Nachkomme Mohameds. Nach Mitteilungen eines Deutschen, die der „T. R." aus Sansibar zugehen, weilte dort bei Abgang der Post seit einiger Zeit ein gewisser Aga Khan. Er wird für einen geraden Nachkommen der Tochter Mohameds gehalten und als solcher von einer in Sansibar ziemlich zahlreich vertretenen Sekte der Mohame- daner, den sogenannten Khojas, als Gott verehrt. Seine Anwesenheit hat die Leute zum Teil wie berauscht gemacht. Von allen Seiten fließen ihm Geschenke zu; der Eine schenkt 50000 Rupien, der Andere 20000 und so fort. Man nimmt an, daß die Summe, welche Aga Khan von Sansibar mit hinwegnimmt, sich auf eine halbe Million belaufen wird. Unter dieser Freigebigkeit leidet das Geschäft natürlich erheblich. Die Leute sind zum Teil so fanatisch, daß sie sich geradezu arm schenken, um hernach vielleicht ihren Zusammenbruch anzumelden. Aga Khan kommt von Europa, wo er mehrere Monate sich aufgehalten hat. Später geht er nach der Küste Deutsch-Ostafrikas, um auch dort seinen Anhängern sich zu zeigen. Sein eigentlicher Sitz ist Bombay. Dort hat er auch seine meisten Anhänger. Er ist noch ganz jung, spricht fließend englisch und französisch und führt den Titel „His Highness“ (Se. Hoheit). Die englische Regierung kommt ihm seiner Macht und seines Ansehens wegen mit der größten Zuvorkommenheit entgegen; von den Europäern in Sansibar dagegen wird er völlig übersehen. * Ein interessantes Erlebnis mit einem Rehbock, das die Aufmerksamkeit der Jagdfreunde erregen dürfte, wird aus der Umgegend von Hildesheim erzählt. Vor einiger Zeit war ein Soldat des dort garnisonierenden 79. Infanterie- Regiments fahnenflüchtig geworden, und konnte lange nicht entdeckt werden, bis kürzlich beim Regiment die Nachricht einlief, der Ausreißer halte sich vermutlich in den umfangreichen Waldungen bei dem nahen Soolbade Salzdetfurth auf. Um nun den Flüchtling einzufangen, nahm das Regiment gelegentlich einer Fel'ddienstübung in der dortigen Gegend eine Absuchung der betreffenden Waldreviere vor, wobei der Gesuchte auch aufgefunden wurde. Er befand sich in einem kläglichen, dem Hungertode nahen Zustande. Nicht wenig aber erstaunt waren die Soldaten, die den entwichenen Kameraden aufgesunden, in seiner unmittelbaren Nähe einen kräftigen Rehbock anzutreffen, der sich bei ihrer Annäherung anschickte, den Deserteur, mit dem er anscheinend Freundschaft geschlossen hatte, zu verteidigen. Es stellte sich denn auch heraus, daß dem hilflosen Flüchtling die vollständige Zähmung des Tieres gelungen war. Leider mußte es seine Anhänglichkeit an den Soldaten mit dem Tode bezahlen. Als der Rehbock verscheucht wurde, setzte er in der Angst über unebenes Gelände, kam zu Fall und brach das Genick.______________________________________ Universitäts-Nachrichten. — Berlin. In Groß-Lichterfelde ist der königliche Landes« geologe Professor Dr. Theodor Ebert im 43. Lebensjahre gestorben. — Halle. Die hiesige Universität verlieh zum erstenmal den Doktortitel Honoris causa an eine Dame, Miß Smith Lewis in Cambridge, für die Entdeckung und Herausgabe von Grundtexten der Bibel. — Freiburg 1. Br. An der hiesigen Universität ist die ordentliche Professur der Moral dem bisherigen Direktor des theologischen Konvikts Dr. Karl JuliuS Mayer übertragen worden. Wien. Der außerordentliche Profesior der Physiologie an der hiesigen Universität Dr. Sigmund Fuchs wurde zum ordentlichen Profesior der Anatomie und Physiologie der Haustiere an der Hoch- fchu e für Bodenkultur ernannt. — Wien. Zum Professor der Elektrotechnik an der technischen Hochschule wurde der Ober-Ingenieur und bisherige Leiter der Ab« teilung für elektrotechnische Centralstationen und elektrische Bahnen der Firma Siemens und Halske in Wien, Karl Hocheneeg ernannt. Wie offiziös mitgetetlt wird, ist ihm der größte Gehalt unter allen österreichischen Hochschulprofessoren zuerkannt worden. — Zürich. Der Regierungrat hat hinsichtlich der Teilnahme der sog. „Hö er" an bei: Vorlesungen der hiesigen Hochschule den Beschluß gefaßt, daß diese in der Regel nicht mehr als acht ein« stündige Vorlesungen in der Woche besuchen dürfen. Die Erlaubnis, mehr Vorlesungen zu besuchen, soll im allgemeinen nur an Hörer schweizerischer Nationalität und an solche, die sich für züricherisches Fachexamcn (neuere Sp.ache und Geschichte, Notariat- und R-chtsanwaltschaft) vorberetten, erteilt werden. -.llfrlh'iocrmuuii Mittwoch den 13. Zcptenibcr, nachmittags 2Ve Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Martin Weiner Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr. 6B9e8«/1000 — 226 qm Hof- raite in den Neuenbäuen, Flur 1 Nr. 689eW5/loco— 116 qm Grabgarten daselbst, Flur 1 Nr. 689e<»/1000 — 236 qm Hof- raite daselbst freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 1. September 1899. Großh. OrtsgeriLt Gießen. I. A.: Vogt. 6381 (Ihiipfchliimjcii Wichtig für Hausfrauen! Die unter der Marke Mephanlen-Kaffee' H. Disqaä&Co , Mannheim, bekannten und beliebten gebrannten KuaMäts-Kaffee per Pfund u 766 n n M n 1.20 1.40 i.6o: 1.80* f. Keara f. Manilla f. Aava f. Westindisch f. Menado Vs Ko.-Packeten in Gießen r Mischung M II II ertraf. Mokka ", sind stets frisch zu haben II H 2.—, in Vs, V< und August Noll II., Bahnhofstraße 51, Jacob Häuser, Ludwigstraße 36, Adolf Lenhard, Frankfurterstr. 64, With. 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