Donnerstag den 10. August 1S99 Nr. 186 Zweites Blatt Keßener Anzeiger General-Anzeiger Anrts- unb 2lnzeigeblcrtt für den Kreis Gieren. Alle Anzrigen«Bcrmittlung»stellm M In« und HuiUmNl nehmen Anreißen für tzen Gießener Anzeiger e*tyf*< Kez»-»»rei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pfz monatlich 75 Pf>, mit Bringerloh». Bei Postbezug R Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Anuohme von Anzeigen zu ber nachmittag» für k» Lag erscheinenden Nummer di» vor«. 16 Uhr. frflttaf U,Nch mit Au»nahm« de» Montag». ®h Gießener »erden dem Anzeiger »dchentlich viermal deigelogt. AG 'n 18‘ d. Mts. bt. ien. Kamerad Käufer, etev. 58ßj «iS«r ins. chMuny M 8>/r Uhr, " iatö. gelegeoheit. m recht zahlreiches fr her Vorstand. erte äussere S. en von ist 1899 Mntet glewWtiß’ LexicaniBchen Anteil äge zur Ausgabe, ichen Geschäftsstusda 5814 lelbeim* \ ml f»i" ud) IU jebem andnru »«■ “ft per unter iehr »unMN A verlaufen. , . . Verein ing reiner Hunderasse Giessen. . Wftf'Ä’ 02; i« -aiftthof. tS-gg» m, 11 t 1899. Silbenenu jofd-Rentt leien knoten to- J 'z ff l« jift . . pOn »ol-Gritäen clL e»1* Redaktion, Gspeditton und Druckerei: Kch»k-raße Ar. 7. Oratisdeilagen: Gießener Familiendlätter, Der hessische Kandwirt, Kliitfer für hesslsche Volkskunde. ____________ Adreffe für Depeschen: Anzeiger $Utau Fernsprecher Nr. 51. Bericht über die Thätigkeit des Gewerbvereins für das Grotzherzogtum Heffen und der Grotzh. Centralstelle für die Gewerbe. (Vom 14. August 1898 bis 13. August 1899.) Als Vorlage für die Hauptversammlung des Landes-Gewerb- vereins am 13. August 1899 zu Groß-Umstadt erstattet von Großh. Centralstelle für die Gewerbe.*) Diesem Bericht entnehmen wir folgendes: Das abgelaufene Jahr darf wohl als eines der an Arbeit reichsten bezeichnet werden, welche die Geschichte des Landes-Gewerbvereins aufzuweisen hat. Es begann mit Einführung neuer Satzungen des Vereins, welche nach Anhörung der Orts-Gewerbvereine entworfen, in eingehenden Beratungen des engeren und weiteren Ausschusses angenommen wurden und am 10. Oktober 1898 die Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern fanden. Die wesentlichen Neuerungen bilden hierin die Schaffung von Bezirksverbänden benachbarter Gewerbvereine und die Beseitigung des seitherigen engeren und weiteren Ausschusses unter Ersatz durch einen einzigen Ausschuß, welcher zum größten Teil seiner Mitglieder von den Ausschüssen der Bezirksverbände und denjenigen Orts-Gewerbvereinen gewählt wird, deren Mitgliederzahl 300 übersteigt. Bei dem starken Zuwachs, den der Landes-Gewerbverein in den letzten Jahren durch Neubildung und Vergrößerung von Orts-Gewerbvereinen erfahren hat, gestaltet sich die Verwaltung desselben sehr umfangreich, und der Verkehr der Orts-Gewerbvereine mit der Centralstelle steigert die Anforderungen an die Arbeitsleistungen der letzteren fortwährend; auch die zahlreichen Ortsvereine finden in dem Landes-Gewerbverein nicht den wünschenswerten Anschluß aneinander, weshalb diese Bezirksverbände als Zwischenglied zwischen Ortsvereinen einerseits und Landes-Gewerbverein und Centralstelle andererseits als ein zweckmäßiges Förderungsmittel der weitern Entwicklung des gewerblichen Bereinslebens in unserm Lande notwendig erschienen. Den Bezirksverbänden liegt ob, die Veranstaltung gemeinsamer Beratungen der Aufgaben des Landes-Gewerbvereins über Fragen zur Förderung des Gewerbestandes, der Gewerbvereine, Handwerkerschulen und Lehrlingsausbildung, sowie die Pflege freundschaftlicher und geselliger Beziehungen der Gewerbvereine untereinander. Die Geschäfte eines solchen Verbandes werden durch *) Aus Nr. 31 des »Gewerbeblatt". Delcafsv, französischer Minister des Auswärtigen. ■\*s Die Reise des französischen Ministers Delcass« nach Petersburg erregt in allen politischen Kreisen Aufmerksamkeit, da man geneigt ist, sie mit der „Allianz" zwischen Frankreich und Rußland und dem Verhältnis beider Staaten zum Deutschen Reich in Zusammenhang zu bringen. Man spricht sogar vielfach von einem neuen Dreibund Deutschland-Rußland-Frankreich, der sich gegen England richten soll. Selbstverständlich sind dies alles nur Vermutungen näheres wird man erst in den nächsten Tagen erfahren können. Wir führen unseren Lesern heute das Bild des Mannes vor, der gegenwärtig im Vordergrund des politischen Lebens steht. den Bezirksausschuß geleitet, welcher aus den Vertretern der dem Verband angehörigen Orts-Gewerbvereine besteht. Die Einteilung der Bezirke erfolgt nach Anhörung der Vereine durch die Centralstelle, die Ausarbeitung der Satzungen bleibt den Verbänden überlassen, welchen ein einheitlicher Satzungsentwurf in 7 Paragraphen von der Centralstelle zur Verfügung gestellt wurde. Zurzeit bestehen 13 Bezirksverbände mit zusammen 98 Gewerbvereinen. Der zurzeit aus 21 Mitgliedern bestehende Ausschuß des Landesgewerbvereins, dessen Erneuerung bezüglich der gewählten Mitglieder nach drei Jahren zu erfolgen hat, setzt sich zusammen aus: 10 Handwerkern, 2 Fabrikanten und 2 dem Handelsgewerbe angehörigen Mitgliedern, ferner aus 7 Beamten und Lehrern, darunter 1 Architekt, 2 Ingenieure und 1 Kunstgelehrter. Die Mitgliederzahl des Landes-GewerbvereinS hat sich im abgelaufenen Jahre um 1058 vermehrt und betrug am 1. August 1899 8666 in 98 Gewerbvereinen, deren Zahl in Jahresfrist um 12 gewachsen ist. Dem Stand der Handwerker gehören 63 vom Hundert an, dem Gewerbestand überhaupt 82 vom Hundert. Auf die drei Provinzen des Landes verteilen sich die Gewerbvereine folgendermaßen: Starkenburg 59 Gewerbvereine mit 4778 Mitgliedern, Oberhessen 24 „ „ 1858 „ Rheinhessen 15 „ „ 1964 „ dem Landes-Gewerbverein allein gehören an 65 „_______ Gesamt-Mitgliederzahl 8666 Mitglieder. Durch den Tod wurden dem Landes-Gewerbverein 67 Mitglieder entrissen. Am 1. Januar 1899 trat die vom Orts-Gewerbeverein Darmstadt für Mitglieder des Landes-Gewerbvereins ge- gründete Sterbekasse in Thätigkeit. Noch war das 1. Quartal 1899 nicht abgelaufen, so war die Zahl der Anmeldungen auf 1300 gestiegen, welche Zahl sich bis heute auf 1492 erhöht hat. Außerdem sind noch weitere 84 Anmeldungen in Aussicht gestellt, so daß wohl noch im Laufe des Sommers die Anmeldungen die Zahl 1600 erreichen. Bereits ausgenommen und mit Aufnahme-Urkunden versehen sind zur Zeit 1268 Mitglieder. Da die Aufnahme in die Sterbekasse von dem beizubringenden ärztlichen Atteste abhängt, so mußten eine größere Zahl Ablehnungen erfolgen, doch ist auch infolgedessen noch kein Todesfall für die Kasse zu verzeichnen gewesen. Eine Anzahl größere Orts-Gewerbvereine hat bis jetzt gar keine oder wenige Mitglieder zur Sterbekasse gestellt, so daß doch zu hoffen ist, daß im Laufe des kommenden Winters noch zahlreiche Beitrittserklärungen erfolgen werden. Ueber die Thätigkeit der Centralstelle, soweit sie nicht die Gewerbvereine und das gewerbliche Unterrichtswesen betrifft, wird aufgeführt die Teilnahme an dem Verbandstag deutscher Gewerbvereine am 28. u. 29. August 1898 zu Erfurt, an einer Sitzung des Vorstandsrats des Verbandes deutscher Gewerbvereine, am 14. deutschen Gewerbekammertag in Würzburg u. s. w. Es folgt dann die Aufführung der verschiedenen von der Centralstelle veranstalteten Ausstellungen, der Veranstaltungen zur Ausbildung des Lehrlingswesens und zur Förderung der Berufslehre, sowie Feuilleton. Z>ie Heufelsöohnen. Eine heitere Ehestandsgeschichte von Alwin Römer. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Ich finde ihn sehr gut!" behauptete sie. „Er ist einfach abscheulich!" „Das sagst Du, weil Du verärgert bist. Der Kaffee ist direkt aus Bremen." „Aha! Und kostet?" „Nun, natürlich ist er billiger, wie hier. Das ist doch erklärlich. Erstens hat Bremen ganz andere Bezugsquellen — und wenn man zehn Pfund nimmt . . ." „Allmächtiger Himmel! Zehn Pfund? Soll ich wirklich so lange von dem Zeug schlucken, bis die zehn Pfund ave sind?" „Soll ich ihn vielleicht in den Müll schütten, was? Aber so bist Du nun; vor einer Viertelstunde lamentierst Du über Dein Einkommen, und jetzt, wo Du Grund hättest, Dich über meine Sparsamkeit zu freuen, fängst Du an zu nörgeln. Heisens trinken sogar Kathreiner. Dann wirst Du wohl mit Bohnenkaffee, das Pfund eine Mark zwanzig, zufrieden sein können." „Was gehen mich Heisens an!" schrie geärgert der Assessor, und schlug dabei auf den Tisch. Doch noch ehe die junge Gattin ein Wort der Erwiderung über die Lippen gebracht hatte, erschien das Mädchen mit der Nachricht, Herr Doktor Reiser sei da. „Ich lasse bitten, näherzutreten!" beschied sie der Hausherr. Aber der Doktor, ein angehender Fünfziger, lebhaft und wegen seiner Derbheit bekannt, stand schon auf der Schwelle. „Famos!" sagte er, der Hausfrau die Hand schüttelnd, ohne ihre mißmutige Stimmung scheinbar zu bemerken. „Kaffee habe ich noch nicht getrunken. Ich lade mich also ein!" „Bitte, Herr Doktor!" nötigte ihn Frau Klara auf einen Fauteuil, nicht gerade angenehm davon berührt, diesem kritischen alten Herrn von dem Kaffee vorsetzen zu sollen, den ihr Gatte so abfällig beurteilt hatte. Aber es half doch nun einmal nichts. „Was hattet Ihr denn vor miteinander?" fragte der Doktor, als die Wirtin verschwunden war, um eine Tasse zu holen. „Das wirst Du gleich merken," erklärte der Assessor mit langsam wiederkehrendem Humor. „Dieser Kaffee ist nämlich ein Höllengebräu!" „Wohl Cichorie zwischen, was?" fragte mit schmerzlich verzogenem Gesicht der Doktor. „Möglich, daß das seinen Reiz erhöht! Thu mir nur den einzigen Gefallen und nimm kein Blatt vor den Mund, wenn er Dir nicht schmeckt." „Wie kann ich denn?" „Ich bitte Dich inständig darum!" „Na, wollen sehen!" Inzwischen kehrte die Hausfrau zurück und stellte dem Gaste eine Tasse hin. Ein wenig zitterig schenkte sie ein und schob ihm dann die Zuckerschale und den Sahnentopf daneben. „Ich danke, verehrte Frau!" sagte der Doktor, „Kaffee muß man schwarz trinken, das heißt, wenn er gut ist! Und das darf man hier wohl voraussetzen. Ist er mäßig, so nehme ich Zucker hinein. Taugt er gar nichts und ich kann mich nicht gut drum drücken, so lange ich natürlich auch nach der Milch." Die junge Frau bekam eine leise Gänsehaut, als sie sah, wie der Gefürchtete endlich nach Dem Kaffee griff. Aber er kostete, verzog keine Miene und stellte die Tasse dann wieder hin. „Nun?" fragte sie erleichtert. „Vortrefflich!" versicherte er, was dem Assessor ein ärgerliches Hüsteln abnötigte, während seine Frau ihm einen triumphierenden Blick aus ihren blitzenden, braunen Augen zusandte. Dann sprachen sie eine kleine Weile von anderen Dingen. Plötzlich aber ergriff der Doktor ein tüchtiges Stück Zucker und sagte lächelnd: „Da fällt mir eben ein, was Professor Schneider neulich über die Luftbläschenbildung des Zuckers in heißem Kaffee geschrieben hat. Sie gestatten doch, daß ich das Experiment einmal mache?" Dabei hatte er den Zucker schon in die braune Flut versenkt und sah nun so aufmerksam auf die Oberfläche derselben, als handle es sich wirklich um eine Beobachtung von größter Wichtigkeit. „So närrisch bin ich nun," erklärte er währenddessen, „sobald mir so etwas im Kopf herumgeht, muß ich auch Gewißheit haben! . . Aber ich finde garnicht, daß der Professor Recht hat . . . Na, einerlei!" Und nun rührte er so harmlos mit dem Löffel im Kaffee herum, als sei diese Versüßung wirklich ganz ohne Absicht gewesen. Frau Klara war ein wenig rot geworden. Der Assessor lächelte vergnügt. Der Doktor aber nahm den zweiten Schluck. „Manchmal mißglückt so etwas der entsetzlichen Fälschungen wegen, die mit dem Zucker vorgenommen werden," dozierte er sodann. „Sie glauben garnicht, wie raffiniert heute gefälscht wird, und wie schlecht die meisten Menschen Bescheid wissen, Fälschungen zu erkennen. Die meiste Milch beispielsweise ist getauft. Aber die Hausfrauen merken es nicht. Unsereiner siehts ja sofort. Sowie ich nur ein paar Tropfen in den Kaffee thue, weiß ich gleich, was Sache ist!" Mit einem kühnen Griff hatte er sich dabei des zur weiteren Ausbildung von Meistern und Lehrern der Handwerkerschulen, und die Veranstaltung von Ausbildungskursen für Meister und ältere Gesellen. Weiter wird berichtet über den kunstgewerblichen Unterricht im Anschluß an die technische Mustersammlung und Vorbildersammlung des Landes-Gewerbvereins in dem Dienstgebäude der Centralstelle für die Gewerbe. Klagen über das Vergebungswesen wurden — führt der Bericht aus — von der Centralstelle dem Wunsche der Beschwerdeführer entsprechend an die zuständige Behörde weiter gegeben. Bei den getroffenen Entscheidungen erwiesen sich die Beschwerden nur zum Teil berechtigt. In dieser Angelegenheit ist das Zusammenwirken der ausführenden Baubeamten und der Handwerker im beiderseitigen Interesse mit allen Mitteln zu fördern, wozu insbesondere auch von feiten der Beamten, soweit möglich in beratender Thätigkeit, an der Ausbildung eines tüchtigen Handwerkerstandes mitgewirkt werden kann. Auf der anderen Seite aber darf auch gefordert werden, daß die von feiten der Handwerker etwa vorzubringenden Wünsche mit Prüfung, Sachlichkeit und etwaiger Belehrung in den beteiligten Kreisen behandelt werden. Die Centralstelle läßt es sich angelegen sein, die Vorschriften über die Vergebung von Arbeiten zur allgemeinen Kenntnis der Handwerkerkreise zu bringen; bereits im vergangenen Winter wurden von verschiedenen Baubeamten in entgegenkommender Weise Vorträge über diesen Gegenstand in den Orts-Gewerbvereinen abgehalten. Die Orts- Gewerbvereins-Vorstände sollten alle in ihrem Bezirk veröffentlichten Ausschreiben prüfen, etwaige Beanstandungen an denselben besprechen und auf dem ihnen gut scheinenden Wege die Abstellung von Uebelständen veranlassen. Unbegreiflich ist allerdings, wie vielfach von feiten der Handwerker einzelnen Orts-Gewerbvereinen und dem Landes- Gewerbverein die Schuld an Arbeitsvergebungen von Behörden beigemeffen wird, welche nicht nach dem Wunsche der Submittenten ausgefallen sind. Der Katalog der Bibliothek des Landes-Gewerbvereins umfaßt den Bücherbestand von der Gründung der Bibliothek im Jahre 1837 bis gegen Ende 1898 und verzeichnet 8486 Buchtitel mit zusammen 17144 Bänden, 150 Karten, 1190 Heften und 491 Lieferungen (Fortsetzungen), insgesamt 18975 einzelne Stücke, wobei die einzelnen Stücke, die laufenden Nummern und Hefte von Zeitschriften, Jahrbüchern und Berichten nicht eingerechnet sind. — Es wird sodann u. a. des Gewerbemuseums gedacht, der Lehrmittelsammlungen, des Gewerbeblattes 2C. Die Gesamtaufwendungen der Großh. Centralstelle und des Landes-Gewerbvereins beziffern sich auf 458 321 Mk. 65 Pfg.. wovon 224846 Mk. 33 Pfg. oder 49 Prozent durch Staatsmittel gedeckt wurden. Die an die Kunstgewerbe- und Gewerbeschulen insgesamt gewährten Staatszuschüsse berechnen sich dabei auf rund 97 316 Mk., während von den beteiligten Gemeinden, Sparkassen rc. in bar rund 60 000 Mk. geleistet, an Schulgeld 44360 Mk. und an sonstigen Einnahmen 3080 Mk. erzielt wurden. Was die Organisation des Handwerks, insbesondere der Wahlen zu der Handwerkskammer anbelangt, so bilden, soweit bekannt, sämtliche Gewerbevereine des Landes Wahlkörper zu den Handwerkskammern, da sie über die Hälfte ihrer Mitgliederzahl aus Handwerkern bestehen. Einzelne an der Grenze dieser Verhältniszahl stehende Sahnengießers bemächtigt und goß sich einen ordentlichen Hieb daraus in seine Tasse. „Sehen Sie," bemerkte er weise, „die Milch ist gut . . ." „Aber der Kaffee nicht, Herr Doktor!" unterbrach ihn die Hausfrau, feuerrot im Gesicht. „Warum sagen Sie mir's nicht rund heraus, Sie Eulenspiegel, anstatt mich derart aufzuziehen?" „Aber ich bitte, gnädige Frau. „Der Kaffee ist vorzüglich. „Ich erkläre Ihnen . ." „Erklären Sie mir lieber nichts. Aber morgen nachmittag, wenn Ihre Frau Gemahlin bei mir ist, werde ich ihr einmal erzählen, wie Sie's mit mir getrieben haben." „Aber glauben Sie mir doch, er war brillant," sagte nochmals ernsthaft der Schalk, nachdem er verwegen die Taffe geleert hatte. „So darf ich Ihnen noch einmal einschenken?" fragte sie listig, und hob die Kanne empor. „Um alles in der Welt nicht!" fuhr er erschrocken auf. „Ich kann nämlich nicht mehr wie eine Taffe vertragen. Ich bekomme sofort Herzklopfen." Sie lachte. „Das ist das böse Gewissen," sagte sie, und half ihrem Gatten dann in den Herbstmantel, da die beiden ihren Spaziergang unternehmen wollten. Der Doktor verabschiedete sich und ging voraus, die Treppen hinunter, während der Assessor geflissentlich eine Weile zögerte. „Na," sagte er vergnügt, als er mit seiner Frau allein im Korridor war, „siehst Du nun ein, daß das Zeug nichts taugt?" „Es mag ja sein, daß er nicht vom besten ist," entgegnete sie kühl. „Jedenfalls aber hattet Ihr Euch verabredet. Das sah ich sofort. Und gekauft habe ich ihn nun einmal, folglich muß er auch verbraucht werden." „Aber Klara, Du wirst doch nicht auf Deinem Kopf bestehen wollen?" „Bestehst Du nicht auf dem Deinen? Oder hast Du Osterode etwa aufgegeben?" „Wie kann ich?" „So kauf' ich auch keinen anderen Kaffee! Wer weiß, was Du in dem Neste für eine Sorte trinken müßtest." Damit trennten sie sich. (Schluß folgt.) Vereine mögen sich vorsehen und ihre werdende Kraft in dieser Richtung geltend machen. Der Verkehr der Centralstelle mit den Orts-Gewerbvereinen war im abgelaufenen Jahre sehr lebhaft. Soweit es die dienstliche Beanspruchung durch die laufenden Verwaltungsgeschäfte gestattete, war bei allen größeren Veranstaltungen der Vereine ein Vertreter der Centralstelle anwesend und umgekehrt haben in vielen Fällen im Dienstgebäude der Centralstelle Verhandlungen mit Vertretern der Ortsvereine stattgefunden. Diesem regen persönlichen Verkehr verdankt der Landes-Gewerbverein nicht den kleinsten Teil seiner lebhaften Thätigkeit und seines Erstarkens. Der Bericht gebt nun speziell auf die Orts-Gewerb- vereine ein, auf das gewerbliche Unterrichtswesen, auf die Thätigkeit der Großh. chemischen Prüfungsund Auskunfts-Station für die Gewerbe und bringt schließlich das Verzeichnis der Orts-Gewerbvereine, deren Gesamtmitgliederzahl schon oben angegeben ist. Deutsches Keich. Berlin, 8. August. Der Kaiser hörte heute auf Schloß Wilhelmshöhe den Vortrag des Chefs des Militär- Kabinetts v. Hahnke. Berlin, 8. August. Wie aus Wilhelmshöhe gemeldet wird, empfing der Kaiser heute früh den Feldjäger-Oberleutnant Freiherrn v. Strombeck, welcher einen eigenhändigen Brief der Königin von England an den Kaiser überbrachte. Die Königin hatte bekanntlich den Freiherrn v. Strombeck in Osborne empfangen. Derselbe berichtet, daß das Befinden und Aussehen der Königin ganz vortrefflich sei. Berlin, 8. August. Die Feier der Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals beginnt am Freitagmorgen 9 Uhr. Auch die Minister v. Miquel und Thielen sind zu der Feier eingeladen und kehren von Dortmund alsbald nach Berlin zurück. Berlin, 8. August. Finanzminister Dr. v. Miquel ist wieder nach Berlin zurückgekehrt. Berlin, 8. August. Die Korrektur des Reichstags-Stenogramms. Den „M. N. N." zufolge verlautet, Bureau-Direktor Knack habe den Präsidenten Grafen Ballestrem wegen der bekannten Stenogrammänderung um Verzeihung gebeten. Der Präsident habe sich damit zufrieden erklärt. Die Sozialdemokraten, besonders Singer, wollten aber die Angelegenheit in der ersten Sitzung des Gesamtvorstandes nach Zusammentritt des Reichstages zur Sprache bringen, unter Betonung der bedeutenden Kosten, die für stenographische Berichte erforderlich sind, lediglich um eine authentische Urkunde über den Wortlaut der Parlamentsverhandlungen zu haben. — Konservative und Sozialdemokraten in Bayern. Der 1. Vorsitzende des Wahlvereins der bayerischen Konservativen, Friedrich Bekh, erklärt in einem Schreiben, daß weder die Parteileitung der bayerischen Konservativen, noch die konservativen Wahlmänner im Wahlkreise Fürth-Erlangen irgendwelche Verhandlungen mit den Sozialdemokraten gepflogen haben. An dieser Nachricht sei nur soviel wahr, als die Sozialdemokraten bereit waren, darauf ein Kompromiß einzugehen, daß aber die konservativen Bauern jedes Zusammengehen abgelehnt haben. — Obligatorische Arbeitsnachweise auf unparteiischer Grundlage im Anschluß an die örtlichen Bauarbeitervereinigungen in ganz Deutschland zu errichten, hat der Vorstand des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe in seiner Sitzung zu Berlin beschlossen. Ferner will er beim Bundesrat, den Ministerien, der konservativen und der Zentrumspartei gegen die Errichtung paritätischer Arbeitsnachweise Einspruch erheben und die Arbeitgeberverbände veranlassen, für die Streikvorlage durch Erklärungen sich zu verwenden. — Arbeiterwohnungswesen. Der Senat in Lübeck hat die Ausarbeitung eines Wohnungspflegegesetzes veranlaßt, das die Besserung der Arbeiterwohnungsverhältnisse bezweckt, vom Medizinalkollegium geprüft und für gut befunden worden ist, und demnächst der Bürgerschaft zur Beschlußfassung unterbreitet werden wird. — Der Magistrat in Nürnberg hatte die Erbauung von vorerst 108 Wohnungen für städtische Bedienstete beschlossen. — Der rheinische Verein zur Förderung des Arbeiterwohnungswesens weist neue Erfolge seiner Bestrebungen auf. Im Regierungsbezirk Düsseldorf sind eine Reihe gemeinnütziger Bauvereine, u. a. in Heerd, Neviges, Kray, Essen, Cronenberg und Lüttringhausen gebildet, während in anderen Orten, z. B. in Krefeld, Oberhausen, Jülich, Jüchen, Erkrath, Kaiserswerth, Ronsdorf und Hückelswagen die Gründung solcher Vereine bevorsteht. In Radevormwald und Rees beabsichtigen die Sparkassen mit Hilfe der Gelder der Versicherungsanstalt Rheinprovinz Darlehen zwecks Erbauung von Är- beiterwohnungen zu gewähren. Im Kölner Bezirk sind neue Bauvereine in Köln-Ehrenfeld, Köln-Süd, in Bonn und Honnef entstanden. Im Regierungsbezirk Koblenz sind auf Anregung und mit Hilfe des Landrats des Kreises Mayen zwei Baugenossenschaften entstanden (Stadt Mayen und Andernach). Es wird beabsichtigt, hier die Bestrebungen auch auf ländliche Gegenden zu übertragen, um die landwirtschaftlichen Arbeiter seßhaft zu machen. In der Stadt Trier ist ein Bauverein in Bildung begriffen. Sämtliche vorgedachte Bauvereine sind unter Mitwirkung der Lokalbehörden entstanden. — Die geplante Verbilligung der Personentarife in Süddeutschland findet eine Gegnerin in der „Kreuzzeitung": Von vornherein muß eine weitere Verbilligung des Eisenbahnpersonenverkehrs ernste soziale, wirtschaftliche und finanzielle Bedenken Hervorrufen. Die Eisenbahnen fahren bereits so billig, daß Jedermann reisen kann und thatsächlich reist, auch der unbemittelte Mann, auch der Arbeiter — oft auf sehr weite Strecken, um scheinbar höheren Löhnen nachzugehen. Die Bevölkerung ist durch den Eisenbahnverkehr schon in solchem Maße mobilisiert worden, daß durch den erleichterten Zug in die Stadt bedauerliche, dem Gesamtwohl abträgliche Verschiebungen und Mißverhältnisse entstanden sind, die man bisher vergebens zu beseitigen bemüht war. Sodann begünstigt jede Verkehrserleichterung in letzter Reihe weitaus am meisten die großen Städte, die großen Geschäfte, die Zentralisierung des Erwerbslebens. Endlich ergibt nach sachverständigen Gutachten der Personenverkehr schon jetzt keinen Ueberschuß, sondern ein Defizit, das aus den Mehrerträgen des Güterverkehrs gedeckt werden muß. Der Personenverkehr verlangt erheblich höhere Aufwendungen als der Güterverkehr, u. a. kostspielige Bahnhofsbauten, regelmäßige, nicht immer lohnende Zugverbindungen, Schnellzüge u. s. w. Wie es im politischen Kampf so Mode ist, wirft die „National-Zeitung" ihrer politischen Gegnerin vor, ihre ganzen Darlegungen nur zum Vorteil eines eng begrenzten Kreises geschrieben zu haben: Des Pudels Kern ist natürlich das rein agrarische Interesse, daß billige Personentarife das Landvolk dazu bestimmen könnten, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern und schlechte Lohnplätze mit besseren zu vertauschen. Deshalb plädiert die „Kreuzztg." auch mit allem Eifer für die Beibehaltung der Rückfahrtkarten, deren Beseitigung ebenfalls in den süddeutschen Eisenbahntarifreformen angeregt wird. Nach dem konservativen Blatt bieten nämlich die Rückfahrtkarten eine Gewähr dafür, daß der Reisende auch wirklich wieder zurückkehrt und nicht etwa, von den Lockungeu der Großstadt verführt, die Heimkehr in sein ländliches Paradies vergißt. So stehen die Rückfahrtkarten „mit der Politik des Schutzes der nationalen Arbeit und, wenn man will, auch der nationalen Arbeiter im vollen Einklang, nicht aber vereinfachte, einheitliche Fahrpreise, die für jeden Reisenden gelten, ohne Rücksicht darauf, ob er Staatsangehöriger ist oder ein fremder Passant". Wie schrecklich, wenn von der Tarifverbilligung deutscher Eisenbahnen auch einige „Passanten" fremder Nationalitäten Vorteil haben könnten! Also Schutz nicht nur dem nationalen Schwein, sondern auch dem nationalen Reisenden! Lokales und Provinzielles. Gießen, 9. August 1899. ** Auf der Kegelbahn wird durch das Schreien der Kegeljungen häufig ein Irrtum über die Zahl der wirklich gefallenen Kegel hervorgerufen. Um dies zu vermeiden, find schon viele optische und mechanische Signalvorrichtungen erfunden worden. Eine derjenigen, welche die meiste Hoffnung auf Einführung haben, ist ein sehr einfaches optisches Signal, über das uns das Patent- und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz folgendes mit teilt: Auf einer großen Glasscheibe sind 10 Felder vorgesehen und diese mit den Nummern 0—9 beschrieben. Hinter dieser Scheibe aus Glas ist eine Blechscheibe angebracht, die mit einem Ausschnitt in der Größe eines der zehn Felder versehen ist. Dieser Ausschnitt steht für gewöhnlich hinter dem Felde 0. Eine Lichtquelle beliebiger Art läßt durch den Ausschnitt das Feld 0 erleuchtet erscheinen. Nach erfolgtem Wurf dreht der Kegeljunge die Blechscheibe so weit, daß der Ausschnitt hinter das Feld kommt, dessen Zahl der Anzahl der geworfenen Kegel entspricht. Die dann erleuchtete Zahl ist leicht vom Standpunkt der Kegler aus zu erkennen, und Mißverständnisse, die zum mindesten Zeitverluste im Gefolge haben, sind ausgeschlossen. •* Beschädigte Reichsmünzen. Gelegentlich der Einziehung der silbernen 20-Pfennigstücke erleiden die Kaffenbeamten häufig Verlust dadurch, daß die Reichsbank die überwiesenen 20-Pfenmgstücke als ungiltig bezeichnet, sobald dieselben durch Gewalt mehr oder weniger beschädigt sind. Um sich vor derartigen Verlusten zu schützen, sind die Kassenbeamten genötigt, bei Entgegennahme der genannten Geldstücke ebenso peinlich zu verfahren, wie die Reichsbank d. h. sie müssen Stücke, auch wenn dieselben unerheblich beschädigt sind, durch Zerschlagen oder Durchschneiden als Geldstücke unbrauchbar machen und dem Einzahler zurückgeben. Indem die Kassenbeamten in solcher Weise verfahren, handeln sie nicht nur in ihrem Interesse, sondern sie befolgen vor allem ihre Dienstinstruktion. Diese gründet sich auf das Reichsmünzgesetz und die diesbezüglichen Bestimmungen des Strafgesetzbuchs. Die genannte Instruktion schreibt vor: Geldstücke, die durch gewöhnliche Abnutzung beschädigt wurden, sind aus dem Verkehr zurückzuziehen und bei der näher bezeichneten Stelle gegen unbeschädigte Münzen umzutauschen. Geldstücke, die durch Beschneiden, Durchlochen, Anfeilen oder sonst durch Gewalt in ihrem Umfang oder Gewicht verringert wurden, sind durch Zerschlagen oder Durchschneiden unbrauchbar zu machen und dem Einzahler zurückzugeben. Ein Umtausch gewaltsam beschädigter Münzen findet nicht statt; vielmehr ist in den Fällen, in denen die Beschädigung der Münze erfolgte zur Bereicherung des Beschädigers, die beschädigte Münze als Falschstück zu behandeln und der Urheber der Beschädigung wegen Münzvergehens zur Anzeige zu bringen. Deshalb Vorsicht bei der Annahme beschädigter Münzen auch im Privatverkehr. A Saasen, 8. August. Bei Erntearbeiten beschäftigte Frauen wurden gestern nachmittag durch ein Gewitter veranlaßt, nach Hause zu eilen. Leider wurde die hinterste der Frauen, eine Witwe, deren Mann erst vor kurzem gestorben war, nur wenige Schritte von den vorauslaufenden Personen entfernt, von einem Blitzstrahl getötet. — In dem nahen Bollenbach fuhr um dieselbe Zeit der Blitz in einen Birnbaum und verbrannte einem in der Nähe stehenden erwachsenen Mädchen die Beine, welche jetzt noch gelähmt sind. n. Von der mittleren Nidda, 7. August. Heute mittag gegen 5 Uhr zog, von Nordwest kommend, ein sehr schweres Gcwitter über untere Gegend, das von einem furcht- ben 2 in*11? * ila,J 2 Bel W* gar taae waren, et vich anfgelnebe Einlegeschweme WM per Ze giindoieh ungur heule der W Jahrmarkt mit Ml das heute w + Nidda hiesigen Arztes morgen Oel u solle. Sosort die Kleider be< infolge derP der nötigste ü Erbringung H. Ans arbeiten ' Ernteergebnis^ Weizen gut im (sog. kleine M bis 2 Fuder < Lunden, womit ebensoviel im G Gerste. Ganz gehalten, er be insolgedessen V artigen Regen voller schon au besonders am wesentlich, spannt. - T rosen, bilden - Wirsing u Herzen. Wei Bohnen stehen Lagen dagegen frieden sein, a Wtöfify sich. nn. Friedb die diesjährige MbauvereinS 22. b\6 2b. C wird am erstg Vereinsyrästd berg feierlich der Verteilun werden nur Obstsanilni ö- Handesobft trauben, 5.Prc und Dekoratii wieder verschi bestehen in Di Dbstetnte auß Besuch von ai Ausstellungsbn Mitteilungen Mitteln. Bei Proben oanr * L Weite A Mer bis ^usstetlungsleit " Nu«: Mndet, unter nehmen. 1 81* fifr * ■ Mgen A, SÄ; isNim f ™" Äöiet jfinunq > obe, bei st?°" Besch Worms, 7. August. Am Samstagnachmittag wurde )ie Ehefrau des Wirts und Spezereihändlers V. in der Gaustraße unter dem Verdachte festgenommen, daß sie an ihrem Ehemann einen Giftmordversuch verübt habe. Unter der Anschuldigung, die Ehefrau V. hierzu angestiftet, ad er ihr durch Rat und That wissentlich Beistand geleistet haben, wurde gestern weiter verhaftet ein Unteroffizier des hiesigen Regiments. Alzey, 7. August. Bei dem gestrigen starken Gewitter schlug der Blitz in ein Haus der Bahnhofstraße. In dem hcruse war niemand anwesend, da die beiden darin wohnenden Familien, Herr Oberlehrer Backes und Herr Reallehrer Artsch, infolge der derzeitigen Schulferien auf Reisen sind, mL wurden dieselben sofort von dem Ereignis benachrichtigt' Der Blitz schlug in den Schornstein und zerstörte denselben mzefähr in der Höhe von einem Meter, riß alsdann eine tleünere Oeffnung in das Dach und fuhr hierauf durch ein Zimmer der oberen Wohnung, wo derselbe nur geringe Lvuren von Beschädigungen hinterließ und jedenfalls durch u. starken Luftdruck ein Bücherregal umgeworfen hatte, nach dem Stiegenhaus. Dortselbst richtete der Blitz be- Semtende Verwüstungen an. Der Verputz an den Wänden M Decken ist vollständig abgeschlagen und der über das M'hr gespannte Draht ist ganz geschmolzen, während an baren Sturm begleitet war. Derselbe hat die Fruchthaufen int Felde umgestürzt, Baumkronen zerrissen und die Aepfel massenweise heruntergeschüttelt. Es fiel auch Hagel dabei, glücklicherweise aber nicht so stark, daß er nennenswerten Schaden hätte verursachen können. Im Wohnhaus des Schuhmachers Welz in Niederflorstadt schlug der Blitz ein, ohne indessen zu zünden. n. Echzell, 7. August. Unser heutiger Ferkelmarkt war stark befahren, jedoch nur von wenigen Käufern besucht. Er nahm darum einen schleppenden Verlauf. Viele Ferkel wurden wieder mit nach Haus genommen. Trotz alledem hielten sich die Preise auf der seitherigen Höhe. Für das Paar 7 Wochen alter Ferkel wurden bis zu 30 Mk. bezahlt. 4- Schotten, 8. August. Am heutigen zweiten Markttage waren etwa 1100 Schweine und 1000 Stück Rindvieh aufgetrieben; es kosteten Ferkel durchschnittlich 30 Mk., Einlegeschweine 60—80 Mk. das Paar und fette Schweine 30 Mk. per Zentner Lebendgewicht, während die Preise für Rindvieh ungünstiger als gestern waren. Ueberhaupt ging heute der Handel schleppend. Morgen findet der Kirchweih- Jahrmarkt mit seinen vielseitigen Vergnügungen statt, wenn nicht das heute eingetretcne Regenwetter fortdauert. 4- Nidda, 8. August. Das Dienstmädchen eines hiesigen Arztes schüttete aus der Petroleumkanne heute morgen Oel in das Feuer, damit letzteres besser brennen solle. Sofort schlugen die Flammen an das Gefäß und an j)tc Kleider des Mädchens, die alsbald lichterloh brannten; infolge der Hilferufe konnte dem schwer verwundeten Mädchen der nötigste ärztliche Beistand geleistet werden, worauf dessen Verbringung in die Klinik zu Gießen erfolgte. H. Aus dem Horloffthal, 5. August. Die Erntearbeiten schreiten unaufhaltsam vor. In Bezug auf Ernteergebnisse ist zu bemerken, daß sowohl Gerste als Weizen gut ins Gebund gehen. Ich habe auf den Morgen (sog. kleine Morgen zu 2000 Quadratmeter) 2 Fuder 20 bis 2 Fuder 25 Garben (das Fuder — 60 Garben) gebunden, womit man recht zufrieden sein kann. Weizen giebt ebensoviel im Gebund und hebt sich schwerer auf, als die Gerste. Ganz besonders schön hat sich der englische Weizen gehalten, er besitzt einen Halm wie dünnes Schilfrohr, steht infolgedessen kerzengrade, hat sich, trotz der wolkenbruch- ortigen Regengüsse nicht gelagert, seine Aehre ist gedrängt roller schön ausgebildeter Körner und erleichtert das Schneiden, besonders auch das Schneiden mit der Maschine, ganz wesentlich. Man ist allseitig auf die Druschergebnisse gespannt. — Die Kartoffeln, in vorderster Linie die Frührosen, bilden sich immer bester aus und werdenmehlreicher. — Wirsing und Rotkraut leiden vielfach an Fäulnis der Herzen. Weißkraut, Blumenkohl und Gurken stehen prächtig, Bohnen stehen an nassen Plätzen schlecht, in milden, trockenen Lagen dagegen recht gut. Bauer und Gärtner können zufrieden sein, auch wenn stellenweise eine magere Obsternte in Aussicht steht. nn. Friedberg, 7. August. Es ist nun bestimmt, daß die diesjährige O b st a u s st e l l u n g des Oberhessischen Obstbauvereins für die Kreise Gießen und Friedberg vom 22. bis 25. September im Saalbau hier stattfindet. Sie wird am erstgenannten Tag vormittags ltt/,Uhr durch den Bereinspräsidenten und den Vorsitzenden des Bezirks Friedberg feierlich eröffnet und am 25. nachmittags 4 Uhr mit der Verteilung der Diplome geschlossen werden. Zugelassen werden nur Vereinsmitglieder. Sie können ausstellen: 1- Obstsammlungen, 2. Einzelsorten in je 10 Früchten, 3. Handesobst (je 5 Kg. in Spankörbchen verpackt), 4. Weintrauben, 5. Produkte der Obstverwertung, 6. Geräte, 7. Blumen und Dekorationspflanzen. Jede 'dieser Gruppen umfaßt wieder verschiedene Preisaufgaben. Die Auszeichnungen bestehen in Diplomen einer Klasse. Man erhofft, da die Obsternte außerhalb Hessens gering ausfällt, einen starken Besuch von auswärtigen Händlern, und wird darum das Ausstellungsbureau, dem vorher natürlich die betreffenden Mitteilungen gemacht werden müssen, Obstverkäufe vermitteln. Bei Verkaufsabschlüssen werden die eingelieferten Proben ganz oder teilweise plombiert, um sie in zweifelhaften Fällen behufs Vergleichung zur Hand zu haben. — Eine zweite Ausstellung wird wahrscheinlich vom 29. September bis 2. Oktober in Büdingen abgehalten werden. Die Tusstellungsleitung behält sich bei beiden Veranstellungen das Recht vor, die schönsten Sammlungen auf der Jubiläumsausstellung in Dresden, die vom 14. bis 19. Oktober stattfindet, unter dem Namen des Ausstellers auszustellen und sonst noch Früchte für eine Sammelausstellung zu entnehmen. b« Äfltnä' ahnende ,"® £ «Weil .Ju haben.- De« S, iNk toi;«, Ä «ttt bi, 1 «t,b*lhing btt * i« ta'ffc SÄ ein, 1 wieder zu- “Wer Gr°ßL Paradies vergißt. Politik des Schutzs auch der natio- $ aber vereinfachte, senden gelten, ohne lor,9er ist ober ein ln Don bet Tarifvet- einige „Passanten" Men! Ässo Schuß ern auch bem na/io SfX ,n bei” “ 31» A «* -lb- *3*»W\ das °°° 1 *11 durch k ilifert t ’" $ik - bebaue?, ^ b«6 . '■'Derbn • August 1899. ) das Schreien bet )ie Zahl der wirklich dies zu vermeiden, nische Signalvor- berjenigen, welche die n, ist ein sehr ein» das Patent- und tech- Aörlitz folgendes mit sind 10 Felder vor- n 0—9 beschrieben, ne SHletyfyibe an- er Größe eines bet hnitt steht für ge- »ichtgucke btMngtr jtÄ v nleuchtet er i der Segeljunge bi. litt hinter das Fell geworfenen Kegel ent» st leicht vorn Stand- unb MißveiMni'sse, :olge haben, fmb aus- Selegenllich der Ein- iqftüdt erleiden du vaß die Wbant ^ngiltig bezeichnet, f°- :r weniger beschädigt ien zu schützen, ft Mahmedetgenannm -n, wie die Re« ' dieselben unerheblich er Durchschneiden bem Einzahler mag olcherMse verfahren, s, sondern fie bchlg ° e c gründet sich SS» “!t W* den Nägeln keine Spur von Beschädigungen wahrzunehmen ist. Auch der im unteren Stock befindliche Abort zeigt Spuren des Blitzschlages auf, und das Rohr der Wasserleitung wurde ebenfalls an einer Stelle defekt. Die Wohnung des Herrn Oberlehrers Backes ließ die Polizei öffnen, und fand man außer in dem obenerwähnten Zimmer keine weiteren Beschädigungen vor; dasselbe glaubt man auch sicher von derjenigen des Herrn Reallehrers Bitsch und war dieselbe bis heute mittag noch nicht geöffnet. „A. Z." Vermischtes. • Eine 105jährige Reisende befand sich an Bord des aus New-Iork in Queenstown eingetroffenen Dampfers „Umbria". Sie hat die anstrengende Fahrt von Amerika nach England ohne nachteilige Folgen zurückgelegt. Miß Alice McMann ist in Irland geboren und ging vor gerade 69 Jahren nach Amerika, sie befindet sich im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten. Ihr hohes Alter und ihre Rüstigkeit schreibt sie ihrer ländlichen Lebensweise zu, durch die sie gezwungen war, jeden Morgen um 5 Uhr aufzustehen und den größten Teil des Tages im Freien zu verbringen. Bis in die letzte Zeit verwaltete sie ein kleines Landgut, dessen Ertrag ihr ein vollkommen sorgenfreies Leben gestattete. * Goethe'8 Urteil über die Berliner. In einem Feuilleton „Goethe in Berlin" erinnert die „Kreuzztg." an folgenden Ausspruch des Dichterfürsten zu Eckermann über die Einwohner Berlins: „Es lebt dort, wie ich an allem merke, ein so verwegener Menschenschlag beisammen, daß man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern daß man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muß, um sich über Wasser zu halten." * Kahlköpfigkeit ist nur ein Schönheitsfehler, so hat das Kammergericht jüngst in einer Strafsache entschieden. Wegen Anpreisung von Arzneimitteln war ein Fabrikant von Haartinkturen, Haarwuchspräparaten und Universalkopfwässern unter Anklage gestellt. Er wurde jedoch in letzter Instanz vom Strafsenat des Kammergerichts freigesprochen, wobei in dem Urteile ausgeführt wurde, daß die angepriesenen Tinkturen, Präparate und Wässer nicht als solche Mittel zu erachten seien, welche dazu bestimmt sind, zur Verhütung oder Heilung menschlicher Krankheiten zu dienen. Kahlköpfigkeit könne zwar die Folge von Erkrankungen des Haarbodens oder Haares sein, es sei aber an sich selbst nur ein Schönheitsfehler oder Körperschaden, nicht aber eine Krankheit, d. h. eine „Abweichung eines Körperorgans von derjenigen Beschaffenheit oder demjenigen Verhalten, welches zur Erhaltung der vollkommenen Leistungsfähigkeit des Organismus erforderlich ist"; ebensowenig sei Kah'lköpfigkeit eine „wesentliche Störung des normalen Zustandes der Gewebszellen und ihrer Wechselwirkung untereinander." * Die verschiedenen militärischen Maßregeln, die das Gouvernement von Kiautschou veranlaßt hat, um die Ruhe und Ordnung im Lande wiederherzustellen, haben, dem Ostasiatischen Lloyd zufolge, ihre guten Erfolge gehabt. Nur ein kleiner Vorfall störte neuerdings den Frieden. Darüber wird folgendes berichtet: Auf der Insel Chiposan hat ein Deutscher, Herr Laengner, eine Meierei angelegt. Als dessen Leute in dem gegenüberliegenden kleinen Marktflecken Hsinan- tschuang Einkäufe machen wollten, wurden sie dort verjagt und bedroht für den Fall, daß sie es wagen sollten, wieder auf dem Markt zu erscheinen. Wie sich herausstellte, war der Anstifter ein Tipau aus einem benachbarten Dorfe, der gleichzeitig im Verdacht stand, der Anführer einer Gaunerbande zu sein, die auf Chiponsan kurz vorher erschienen war und verschiedene Leute beraubt und bestohlen hatte. Infolge dessen wurde ein Detachement von 20 Seesoldaten unter Führung des Leutnants von Beringe nach Kap Evelyn übergesetzt, um sich des genannten Tipaus zu bemächtigen. Der Tipau war wohl von der Annäherung der Soldaten in Kenntnis gesetzt, denn sein Haus war fest verschlossen, und die Thüren mußten gewaltsam geöffnet werden. Es fanden sich indessen nur zwei Frauen in dem Hause, angeblich die des Tipaus und seines Bruders. Nach Bekanntgabe des Grundes wurden nun diese beiden Frauen mitgenommen und dabei bemerkt, daß sie beim Erscheinen des Tipaus sofort wieder entlassen werden würden. Hierauf wurde der Rückmarsch angetreten. Nach etwa anderthalb Stunden kam der gesuchte Tipau nachgelaufen und erlöste durch seine Selbstauslieferung die Frauen aus der Gefangenschaft. Er wurde darauf mitgenommen und nach Tsintau geschickt. Seine Weiterbeförderung nach Kiautschou, wo seine Bestrafung durch die zuständige Behörde stattfinden wird, ist erfolgt. Dem am selben Tage stattfindenden Markt in Hsinantschuang wohnten ein Unteroffizier und sechs Mann bei, unter deren Aufsicht die Deutschen und ihre chinesischen Diener ruhig ihre Einkäufe machen konnten. * Das Museum der Belagerung von Paris. Man schreibt den „M. N. N." aus Paris unter dem 24. Juli: Im „Musee Carnavalet“, das alle auf die Geschichte der Stadt Paris bezüglichen Gegenstände und Erinnerungen aufbewahrt, ist in voriger Woche eine eigentümliche Ausstellung eröffnet worden, die in vier Sälen alles vereinigt, was mit der Belagerung von Paris im Jahre 1870 zusammenhängt. Unter den Fahnen und Uniformstücken der Nationalgarde, zwischen Granaten und Waffen, ist ein zerschossener preußischer Helm aufbewahrt. An den Wänden vergegenwärtigen die Zeichnungen und Aquarelle von Pils und Clerget nebst den Karrikatnren von Andrö. Gill das Leben der Belagerten. Amtliche Schriftstücke, Passierscheine in deutscher und französischer Sprache, eigenhändige Briefe Gambettas sind in Glaskästen ausgestellt. Eine besondere Abteilung enthält alles, was für die Ernährung der Bevölkerung während der Belagerungszeit Bezug hat: Preislisten der Lebensmittel, Brodmarken, und sogar noch Proben von Mehl und Brod. Ueber einem Kamine sind die Ueberreste des letzten Ballons aufbewahrt, der Paris verließ, des Vauban. Die Tötenmaske Gambettas, wenige Stunden nach dem Tode ausgenommen, und diejenige des Malers Henri Regnault, dem eine Kugel die Schläfe zerschmetterte, ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher besonders an. Das „Mustie du Siege“ gibt so ein übersichtliches Bild dieser Leidensepoche der Geschichte von Paris. Es erweckt schmerzliche Erinnerungen — nicht nur für den Franzosen — gibt zugleich aber auch Zeugnis von dem verzweifelten Ringen der belagerten Stadt. * Der mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnete deutsche Arzt Dr. Max Breuer in Breslau erzählte dem Berichterstatter des dortigen „Generalanzeigers" über die schwierigen Umstände der Operation auf stürmischer See, die ihm die Auszeichnung eingetragen hat, Folgendes: „Es war am 18. September 1891. Wir befanden uns auf hoher See. Es herrschte heftiger Sturm. Ich befand mich gerade in meiner Kajüte, als mich der Kapitän — es ist der durch kaiserliche Gnade für echt deutschen Mannesmut und Tapferkeit anläßlich der bekannten Katastrophe auf der „Bulgaria" ausgezeichnete Kapitän Schmidt — auf die Kommandobrücke rufen ließ. Dort angekommen, wurde mit mitgeteilt, daß ein Schiff um einen Arzt bäte, der eine Amputation vornehmen sollte. Der Kapitän fragte mich, ob ich hinüber auf das fremde Schiff gehen wolle, verpflichtet dazu sei ich nicht. Wir hatten ungefähr 120 Mann Besatzung, 120 Kajüts- und 800 Zwischendeck-Passagiere an Bord. Von dieser Seite aus wurde ich bestürmt, nicht zu gehen, da, wenn ich das Schiss verließ, es jeder ärztlichen Hilfe bar war. Ich wollte jedoch einen Verunglückteu nicht ohne Hilfe lassen und erklärte mich bereit, zu gehen. Gleichzeitig kommandierte ich den Schiffsbarbier, der die Funktion eines Heilgehilfen mit versah, zum Mitkommen. Wir packten nun Verbandzeug in ein Betttuch; ich nahm mir mein großes Besteck und nun setzten wir uns in das Rettungsboot. Mit vieler Mühe gelang es uns, das Boot flott zu machen, denn die See ging sehr hoch. Sehr schwierig war es, von der „Rugia" loszukommen; das Boot klebte förmlich an dem großen Schiff. Wir hatten ungefähr 3000 Mtr. zu rudern, ehe wir an das fremde Schiff herankamen. Da erst konnten wir den Namen lesen: „Wild Flower". Die großen Wellen hoben unser Boot bis in Bordhöhe, und so gelang es mir, vom Boot aus meine Instrumente dem Kapitän zu überreichen. Als uns die nächste Woge nachhob, faßte ich das Geländer und schwang mich auf Deck. Ebenso kamen der Schiffsbarbier und der Offizier hinauf. Der Kapitän begrüßte mich, ein deutscher Matrose wurde geholt und ich nach dem Deckhause geführt, wo der Verwundete lag. Bei dem hohen Seegänge war es unmöglich zu stehen. Der Kapitän, Mannschaften, mein Gehilfe und ich legten sich strahlenförmig um den Verwundeten. Ich verlangte heißes Wasser und was ich sonst noch zur Operation brauchte. Der Verwundete hatte heftige Schmerzen. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß die Hand zerschmettert war. Die Wunde war schon brandig geworden. Ich ließ ihm Choroform geben und während der Narkose nahm ich, auf dem Bauche liegend, die Amputation der Hand vor. An Bord der „Rugia" zurück- gekehrt, setzten wir unsere Fahrt nach New-Iork fort. Nach 17tägiger Fahrt kam „Wild Flower" in Philadelphia an. Von dort aus schrieb mir deren Kapitän, daß der verunglückte Element sofort in ein Krankenhaus gebracht worden sei. Dort habe man den Verband geöffnet und die Wunde ohne Eiterung vollständig normal geheilt gefunden." Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Wunderbar schöne moderne Trauerbindereien schmücken daS soeben erschienene (24.) Hcfl der »Modernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57, Leipzig, Wien, Stuttgart.) Sowohl Abbildung, als auch der dazu gegebene Aussatz von Max Heßdörffer beweisen, wie erfolgreich die »Moderne Kunst" bestrebt ist, alle Neuerscheinungen auf künstlerischen und kunstgewerblichen Gebiete aufmerksam zu verfolgen und ihre Leser davon zu unterrichten. In einem anderen hervorragend schön illustrierten Aussatze werden die neuesten herrlichen Bauten der Hochschule zu Karlsruhe geschildert, die das Entzücken jedes Beschauers erregen. Auch die Nooelltstik und Romanschrtststelleret kommt in dem Hefte in ganz ausgezeichneter Weise zur Geltung. Der Roman »Blonde Teufel" von Günther von Freiberg seffelt in jeder Nummer mehr und die Plauderei »Der Vorhang fällt" von S. Detschy läßt ungemein interessante Blicke thun in das Leben und Treiben des Schauspielervölkchens. Bekanntlich blickt jedermann gern hinter den Vorhang und hinter die Kou- lissen. Auch die kleineren b ldnerischm und textlichen Beiträge bringen eine Fülle des Originellen und Wertvollen. — Da8 »Deutsche Protestantenblatt" (Bremen) bringt in seiner neuesten Stummer 32 neben einer erbaulichen Betrachtung von Pfarrer Munzinger, dem früheren Missionar des Allg. evang. prot. MtsstonSoeretns, über die »Treue im Kleinen" interessante Ausführungen von Ehr. Schrempf über »Selig find, die reines Herzens sind", in der tiefen, klaren und offenen Weise, wie wir sie von diesem Verfasser gewohnt sind. Von dem sonstigen Inhalt ist noch besonder- bervorzuheben der Aufsatz detz Züricher Pfarrer Gsell »Krieg oder Frieden" und die Darlegung der »ktrchenpoltttschen Bedeutung Oliver Cromwells", dessen 300. Geburtstag in dieses Jahr gefallen ist. — Das selbständige Erlernen fremder Sprachen wird wesentlich gefördert durch drei bet Rosenbaum & Hart in Berlin erscheinende Zeitschriften „Le Repetiteur“, „The Repeater* und ,J1 ripetitore“. Die Methode derselben ist insbesondere geeignet, den Lesern in leichter Weise die Kenntnis der französtschen, englischen resp. italienischen Sprache zu erschließen. Jedes fremde Wort hat unter sich das entsprechende deutsche, sodaß daS Unbekannte sofort auffällt und bei Wiederholung in Erinnerung gebracht wird, wodurch der Wortschatz sich vermehrt. Dieses ebenso einfache wie praktische System wird glücklich gestützt durch den fesielnden Inhalt dieser Blätter, der stets unterhaltend, anregend und belehrend ist. Die 14tägig erscheinenden UnterrichtSblätler sorgen außerdem für die schon fortgeschrittenen Leser dadurch, daß sie allmonatlich eine Beilage mit nur fremdsprachlichem Text bringen, der behufS beffercn Verständnisses Fußnoten erhält. Da bei diesen Vorzügen der AbonnementSpretS ein überaus billiger ist, indem er pro Quartal für jede der drei Zeitschriften nur 1 Maik beträgt, so seien diese allen Freunden fremder Sprachen aufS beste empfohlen. Abonnements werden zu jeder Zeit bei allen Postanstalten und Buchhandlungen entgegengenommen. Ausschank von 3912 4299 billigst bei Erlernen unter meiner persönlichen Leitung, auch bei ungünstiger Witterung auf einem Lernapparat. in einem geschlossenen Raume, 4078 Prämiiert: Butzbach 1898. "5" BUTZBACH 9» bei 4302 zu 15, 30 und 50 Pfennigen. 4499 5708 nach der vermieten. Asterweg LS. stützen zu wollen. .5 = Der Anfang meines Kleiderkursus Gießen bei: 5477 5671 5294 allshaltuugsbWkN «. ßeftn Zahn-, Kopf- und Klkiderdürstea Bahnhofstraße 2. vermieten. Schwämme Bleichstratze 31, Hl. mieten Mbl. Zimmer m vermieten zwecke geeignet. 5719 Moleum-Teppiche 1 / vorzüglicher Bodenbelag deutsche u. enal. Qualitäten, sowie Philosophenwald. 5806 Westanlage 45. zu vermieten. deutsche u. engl. Qualitäten, sowie Rekattie* t. Vurkh.rtzt. — »ruck m»d »-rt«, Ner »rühl'schrn Uni»ersitSr».«uch. und «tewdruckerei (Pietsch «rfcea) in «ießn». (ihn iifilil u Urten Gust. Malier, Mänstueg 13. 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