Ä8d Samstag den 9 December Erstes Blatt. Aintr« und Anzrigeblatt f3r bett Aveis Gssszetr. M^nfl ÄSe lnjeigm»Betini.tiim|t|tdtin lei In« nnb HirileeiN« et Im» en anjcigen für bei ditfcour Äniri$e* cn-^vL» 8»R Anzeigen z« b« ne^wttugl für btw S*g rrf^thirabtn Shimctet M »em. 16 Stzr. »r-kbitton und Bruäerd: #/,aißr«te Nr. 7. ^e|K3«PreU QircteiiäbrtiS, 2 Mark 20 Pf, movallich 75 Pf^ mit Bringerlvh^ Bei Postbezug 2 Mar? 50 üfg. oiertetjährlich. Mcherrer Anzeiger Heneral-'Unzeiger druck geben und dieselbe als eine für die Entwickelung der deutsch amerikanischen Freundschaft bedeutsame Kundgebung bezeichnen lassen, mit dem Hinzusügen, daß die von Mc. Kinley zum Ausdruck gebrachten Sympathieen für Deutschland hier aufrichtig erwidert werden. In der Depesche heißt es weiter: Politisch sei alles glatt, und nichts störe das gute Einvernehmen. In wirtschaftlicher Beziehung werde er, der Staatssekretär, durch Ton und Inhalt der Botschaft in der Hoffnung bestärkt, daß die Vereinigten Staaten mit der steigenden Einfuhr nach Deutschland gerechte Konzessionen für den deutschen Warenhandel machen und daß die ReciprocitätS Berhandlungen beiderseits in freundschaftlichem Geiste zu einem guten Ende geführt werden. t — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Roten Adler-OrdenS II. Klasse mit der Königlichen Krone an den Erbprinzen zu Wied. — In der XIV. Kommission des Reichstages wurde heute der vom Abg. Esche verfaßte Bericht über die Verhandlungen fcetr. das Telegraphenwegegesetz verlesen und genehmigt. Die Vorlage kommt morgen zur Verteilung. — Professor Frhr. v. Hertling ermächtigte den Berichterstatter der „Germania", ausdrücklich zu dementieren, daß er in der ewigen Stadt irgendwie mit Verhandlungen über eine Nuntiatur in Berlin betraut ! sei oder verhandelt habe. — Für die am nächsten Montag im Reichstage be- ginnende erste Etatsberatung sind vier Tage in Aussicht genommen. Am 45. geht sodann der Reichstag in die Weihnachtsferien. — Dem Jahrhundertswechsel wird die Rcichs- postverwaltung durch Ausgabe besonderer Säkularpostkarten Rechnung tragen. Die Entscheidung über die in dieser Richtung gegebenen Bewegungen wird in diesen Tagen erfolgen. Auch sollen die Fahnen der Regimenter Erinnerungsbänder erhalten. — Der Gesetzentwurf über die Patentanwälte ist von den Ausschüssen des Bundesrats umgearbeitet worden und wird voraussichtlich nach deren Vorschlägen vom Plenum I angenommen werden, sodaß die Vorlage noch vor Neujahr dem Reichstage zugehen dürfte. — Die Wahlprüfungskommission des Reichstags hat heute die Wahl der Abgg. Möller-Duisburg (nl.) und Ernst (frs. Vgg.) für giltig erklärt. — In Berliner Meldungen englischer Blätter wird auf Grund angeblicher kompetenter Mitteilungen behauptet, daß das geheime deutsch-englische Abkommen über die deutschen Interessen in der südafrikanischen Republik einer von der früheren Auffassung der deutschen I Regierung durchaus verschiedenen Beantwortung Ausdruck I gebe. Hierzu bemerkt die „Rat. Ztg.": Thatsächlich ist Deutschland in dem Konflikte zwischen England und der I südafrikanischen Republik nach wie vor entschlossen, strenge I Neutralität zu wahren. Nach einer in dasselbe Gebiet I tendenziöser Nachrichten gehörenden Mitteilung aus Peking I soll dort seit Kurzem das Zusammengehen der diplomatischen I Vertreter Deutschlands, Englands und der Ver. Staaten I in handelspolitischen Dingen sehr bemerkt werden. Diese Mitteilung bezweckt offenbar, zugleich in Rußland Miß- I trauen zu erregen. Aber daß Deutschland sich zur Politik der „offenen Thür" in China bekennt, bedarf keiner Be- I stätigung. Detmold, 7. Dezember. Im lippisch en Landtage wurde gestern die Besprechung über den Vertrag, betreffend die Berlebecker Quellen, welche der Graf-Regent der Stadt Detmold für Anlage einer Wasserleitung geschenkt hat, vorher die Genehmigung des Landtages einzuholen, zu Ende geführt. Mit 15 gegen 5 Stimmen wurde ein Antrag angenommen, wonach in dieser Angelegenheit die Entscheidung des Bundesrates angerufen werden soll, nachdem zwischen | Staatsregierung und Landtag ein Verfaffungsstreit aus- I gebrochen ist._____________ * Bom Kriegsschauplatz liegen wichtige, entscheidende Meldungen heute nicht vor. ! Heber die Entsetzung oder Einnahme von Ladysmith rc. sich den Kopf zu zerbrechen, lohnt nach all den widersprechenden Nachrichten absolut nicht mehr. Der englische Draht, auf den wir leider einzig und allein angewiesen sind, hat ja bis jetzt kaum ein der Wahrheit entsprechendes Telegramm übermittelt. Wir lassen auch heute die Nachrichten aus derselben Quelle folgen, ohne die geringste Garantie dafür, daß sie ev. morgen widerrufen werden, zu übernehmen. London, 7. Dezember. Einem aus Frere hier em- selroffenen Telegramm zufolge sollen am 5. Dezember 6000 Freistaatburen die Belagerungstruppe | vor Ladysmith verlassen haben. London, 7. Dezember. Ein Telegramm aus Bloemfontein vom 3. Dezember besagt, daß sich Präsident Steyn zum Modderfluß-Kommando begeben habe. Sein Erscheinen dort habe großen Enthusiasmus unter den Buren erweckt. „ _ rer , „ London, 7. Dezember. Die „Daily Marl" erfahrt aus Lissabon, daß zwei russische Obersten, ein französischer General und ein französischer Oberst «ach Laurenzo Marquez in See gingen, um bei der Verteidigung von Prätoria Dienste zu lersten. Dr. LeydS hat die Offiziere angeworben und der französische Legationssekretär begleitete sie auf das Boot. — Aus Maritzburg wird gemeldet, daß sich eine Deputation nach der Delagoabai begab, um die Flucht der Präsidenten Krüger und Steyn vorzubereiten, welche sich nicht trauen, dem Volksunwillen zu trotzen, wenn die schweren Verluste der Buren bekannt werden. (? ?) , Auf unaufgeklärte Weise ist eine Menge Munition aus dem Waffendepartement in Jersey verschwunden. Man bringt dies mit der Abfahrt eines für ein amerikanisches gehaltenen Schiffes in Zusammenhang, welches zur Reparatur anlegte und dann nach Frankreich ging, um angeblich Kartoffeln für Südafrika zu laden. — Die Regierung in Prätoria stellt die Meldung in Abrede, daß sie eine Kommission abgesandt habe, die den Frieden uachsuchen solle. - Der Mod der fluß ist durch die Leichen zahlreicher Buren, die in dem Bajonettangriff der Northumber- Füsiliere gefallen waren und alsdann in den Fluß geworfen wurden, verunreinigt. r — Einem Telegramme aus Maritzburg vom 5. Dezember zufolge ist General Buller nach Estcourt Lbgegangen. . ,,, , — Zwei Batterien der Königlichen berittenen Artillerie haben den Befehl erhalten, am 9. Dezember von Southampton nach der Kapkolonie zu fahren. — Dem „Daily Telegr." wird aus Lord Methuens Lager am Modderriver vom 2. d. Mts. berichtet, daß die Buren die Anhöhen zwischen dem Modderflusse und Kimberley besetzt halten und Verstärkungen I vom Osten erhielten. Lord Methuen könne erst weiter vorrücken, wenn die neue Brücke fertig ist. Die alte Brücke ist derart zerstört, daß sie sich nicht auSbeffern ließ. * Telegramme des „Gietzeuer Anzeiger". London, 8. Dezember. Aus Kimberley wird dem I Lord Methuen unterm 2. Dezember gemeldet, daß die Stadt I mit Ausnahme von Rindfleisch keinen Mangel an Nahrungsmitteln habe. Die Buren rücken auf Pen- I hoek in der Nähe von Kerkstrom am Modderflusse vor. — Der Korrespondent der „Times" meldet unterm 5. ds., daß das englische Lager noch eine Woche lang am Modder- fluffe verbleibe, um den General Gatacre seine Angelegen- I heilen erst abwickeln zu lassen und dann mit ihm vereint gegen Spytfontein los zu rücken. — Aus Sterkstrom wird vom 2. ds. gemeldet: Die Buren rückten in Dortrecht ein. General Gatacre's Truppen stehen noch immer in Putterskraal, cirka 30 Meilen von den Truppen der Buren entfernt. — „Daily Mail" meldet aus Kapstadt, daß zehntausend Basutos des Gebietes, welches die Truppen des Lord Methuen kürzlich durchschritten haben, jeglicher Nahrungsmittel entbehren. Es herrscht große Besorgnis in der Umgebung Lord Methuens und man befürchtet noch einen Auf st and der Basutos. — „Daily Mail" meldet aus Laurenzo Marquez, daß ein deutscher Dampfer mit einer Anzahl Krankenträger und 16 deutschen Offizieren dort eingetroffen sei. Letztere begaben sich sofort zu den Buren. — Nach einer Meldung aus H o p e t o w n sind die Farmer aus diesen Bezirken in den letzten Wochen in das Buren- I lager übergegangen. Die bewaffneten Rebellen werden auf 400 geschätzt' Sie erklärten, sie lehnten sich aus eigenem I Antriebe auf, ohne Anregung seitens des Freistaates. Das Transportschiff „Tantaloon Castle", welches heute mit dem Belagerungs-Parke in See geht, führt außer diesem noch 498 Mann und 20000 Lyddit Geschosse mit sich. —.In I Belfort wurden die Familien der vor dem Feinde I stehenden Garnison aufgefordert, innerhalb 24 Stunden die Dienstwohnung in der Garnison zu verlassen. Nur mit Mühe konnte ihnen ein Aufschub von 8 Tagen erteilt werden. Das Vorgehen der Militär-Verwaltung erregt I allgemeine Entrüstung. I London, 8. Dezember. Die heutigen Morgenblätter I beschäftigen sich ganz besonders mit der Lage der I Truppen Lord Methuens am Tugelaflusse. Nach den letzten eingetroffenen Telegrammen haben die Buren wieder große Streitkräfte in der Gegend von Spytfontein zusammengezogen. „Daily Mail" schätzt dieselben auf 12,000 Mann, doch ist dieselbe wahr- scheinlich noch zu niedrig gegriffen. Die meisten Blätter sind der Ansicht, daß diese Streitkräfte für die Engländer die größten Gefahren bedeuten. „Daily Mail" und „Daily Telegraph" meinen, die englischen Truppen seien der Lage I in Natal gewachsen, während die Lage des Lord Methuen sehr kritisch sei. Die Blätter drücken die Hoffnung aus, daß die Buren in Natal genügend zu thun haben werden, um nicht noch eine Abt ilung ihrer Streitkräfte nach dem Tugelafluffe absenden zu können. Die Buren haben das rechte Ufer dieses Flusses besetzt. Die beiderseitigen ©treib I kräfte sind auf Schußweite voneinander entfernt. — Aus Kapstadt kommt unter demselben Datum folgendes Telegramm: Gefangene Buren sagen aus, daß, wenn der Ort Kimberley entsetzt sei, viele unzufriedene Freistaat-Buren die Waffen niederlegen würden. Die Verluste der Buren am Modderflusse waren nach einer Depesche vom 3. ds. sehr schwer. Es befinden sich 50 verwundete Buren in einem vier Mcilen entfernten Hospital._________ Bekanntmachung. Betr.: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Auf Grund der Vorschrift des § 105 b Absatz 2 der Gewerbe Ordnung wird für Sonntag, den 10. l. Mts., die Zeit, während welcher Gesellen, Gehilfen und Arbeiter im Handclsgewerbe beschäftigt werden dürfen und ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen stattfinden kann, auf die Stunden von 7—9 Uhr vormittags und von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags festgesetzt. Hinsichtlich der beiden anderen Sonntage vor Weihnachten wird besondere Verfügung ergehen. Gießen, den 7. Dezember 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Deutsches Keich. Berlin, 7. Dezember. Heute früh von 9 Uhr ab hörte der Kaiser die Vorträge des Kriegsministers von Goßler und des Generals v. Hahnke. Nachher nahm der Kaiser die persönliche Meldung des von seinem Kommando in Rom abberufenen und wieder in den unmittelbaren Dienst übernommenen Flügeladjutanten, Oberstleutnant von Jacobi, entgegen. Später hat der Kaiser die Reise nach Bückeburg angetreten. , c — Wie der „Lokal-Anzeiger" erfährt, hat der Staatssekretär Graf v. Bülow durch den hiesigen Vertreter der „Associated Preß" drahtlich seiner Genugthuung über die Botschaft des Präsidenten Mc. Kinley Aus- Amtlicher Teil» Bekanntmachung, Betreffend: Die Maul- und Klauenseuche in Utphe. In Utphe ist die Maul- und Klauenseuche nunmehr ganz erloschen und Aufhebung der Sperrmaßregeln verfügt worben. Gießen, den 8. Dezember 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Ausland. Wien, 7. Dezember. Der König von Serbien verläßt am 28. Dezember Meran. Er nimmt mehrere Tage in Wien Aufenthalt und wird auf Einladung des Kaiser« in der Hofburg Wohnung nehmen. Wien, 7. Dezember. Die Gerüchte von einer beabsichtigten Aenderung der Taktik des Jungtschechenklubs werden von diesem bementirt Der Klub werbe vielmehr seine oppositionelle Haltung beibehalten. I GraÜsbeilkKm: Gießemr FamMrnblätter, Hei hessische Landwirt, j Blätter für hessische Volkskunde. | Adreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher 9h:. 51. Nr. ?S0 &it Wv.&t-jstyat bei 3* Gtotzener wtbo Snzelger Budapest, 7. Dezember. Falls die Delegationsverhandlungen in diesem Monat nicht zu Ende geführt werden sollten, so ist die Regierung entschlossen, eine vier monatliche Indemnität zu verlangen. Rom, 7. Dezember. Der Papst hatte eine gute Nacht. Jede Gefahr ist ausgeschlossene Die Gerüchte von der Vertagung des Konsistoriums sind falsch. London, 7. Dezember. Der Herzog und die Herzogin von Orleans treten demnächst eine Seereise nach Indien an. Angeblich soll diese Reise mit politischen Motiven in Zusammenhang stehen. Belgrad, 7. Dezember. Zwilchen den Chefs der beiden liberalen Parteien hat eine Versöhnung stattgefundeu, welche die Vereinigung aller liberalen Fraktionen zu einer großen liberalen Partei zur Folge haben wird. Dieselbe wird berufen sein, auf die innerpolitischen Verhältnisse einen überwiegenden Einfluß aus- zuüben.______________________ _________________________ Aus dem Reichstage. nh. Berlin, 7. Dezember 1899. Je länger die Tagesordnung, desto kurzer die Sitzung. Das ist ein Satz, der auf die Parlamente sehr häufig zutrifft und den man mich auf die heutige Reichstagssitzung in Anwendung bringen kann. Am Montag beginnt die große Elats^Redeschlacht, und da räumte man heute noch, natürlich vor leeren Bänken, mit einigen Ueberbleibseln auf, >amit bei Eintritt der Weihnachtsferien möglichst alles glatt ist. Auf einen Punkt hatten allerdings manche unkundigen Tribünen- Lesucher einige Hoffnung gesetzt: auf die 3. Lesung des Antrags betr. Aufhebung des Verbindungsverbots für politische Vereine, dieses Antrags, deffen erste Beratung gestern zu so dramatischen Szenen geführt hatte. Die guten Leute täuschten sich gründlich. Ohne eine Spur von Dis- rusfion wurde der Antrag mit der gestrigen Mehrheit endgiltig an- -enommen, ohne daß sich auch nur einer der Volksvertreter in seinen geräuschvollen Privatunterhaltungen stören ließ. Unter denselben Umständen wurde sodann der Antrag v. Heyl (nl.) tetr. Ausdehnung der Krankenversicherungspflicht auf die Heimarbeiter Lebattelos einstimmig in dritter Lesung gebilligt. Bekanntlich werden beide Anträge die Zustimmung der verbündeten Regierungen finden. Es folgte die Beratung einer großen Zahl von Petitionen, die zum überwiegenden Teil für die Oeffentlichkeit nicht das geringste Jntereffe haben und meistens nach den Anträgen'der Petitionskommission erledigt würben. Nennenswerte Erörterungen riefen nur die erste und die letzte Petition hervor. Bei jener handelte es sich um eine Milderung des Strafgesetzparagraphen betr. die Gefährdung von Eisenbahnen. Dieser Paragraph, der grundsätzlich Gefängnis vorschreibt, hat infolge der Verbreitung der elektrischen und Dampf-Straßenbahnen zu Härten geführt. Darüber war fich das ganze Haus einig, und diese Einigkeit verdichtete stch zu einem Anträge Gröber (Ztr.) und Genoffen, der von allen bürgerlichen Parteien des Hauses unterschrieben war und der neben der Gefängnisstrafe bei mildernden Umständen Geldstrafe bis 900 Mk. zu- laffen wollte. Dieser Antrag wurde nach Ablehnung eines weitergehenden sozialdemokratischen Antrages in 1. und 2. Lesung einstimmig angenommen und hat die beste Aussicht, von der Regierung sanktioniert zu werden. Die zuletzt verhandelte Petition kam von Helgoland und bat um die Beibehaltung der durch das Bürgerliche Gesetzbuch vom 1. Jaguar ab beseitigten sog. Fremdentrauungen, wenigstens noch auf die Dauer von 10 Jahren. Für diese helgoländische Einnahmequelle legte fich besonders, wie neulich schon, Abg. Stadthagen (Soz) ins Zeug, »hne den Uebergang zur Tagesordnung verhindern zu können. Die Helgoländer müssen nun sehen, ob sie von der preußischen Regierung eine Entschädigung für ihren Verlust erlangen können. Zu Anfang der heutigen Sitzung wurde der Antrag der freisin- »igen Volkspartei, das Mandat ihres eigenen Hospitanten Jacobsen (gewählt für Schleswig-Eckernförde) wegen Konkurses für erloschen zu er- Lären, debattelos der Geschäftsordnungskommission überwicscn. Prinzipiell ist dieser Fall nämlich noch niemals entschieden worden. Graf Posadowsky benutzte die Gelegenheit, um formell der Zeitungsnachricht entgegenzutreten, das Reichsamt des Innern hätte sich für Giltigkeit des Mandats in diesem flalle ausgesprochen. Bekanntlich befindet sich noch rin Mitglied des Reichstags in Konkurs, Abg. Agster (Soz., Pforzheim), eine merkwürdige Dublizilät der Ereignisse I Lokales und UrovinMes. Gießen, den 8. Dezember 1899. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 82 Jahren, «m 9. Dezember 1717, wurde zu Stendal der nawha'te Lllertums- unb Kunstforscher Johann Joachim Winkelmann geboren. Wtederbolte R iscn nach Neapel, Herkuianum und Pompeji machten ihn zum Begründer der A-chäologte der klassischen Kunst. Auf einer Reise nach Deutschland begriffen, fiel er zu Triest als Opfer gemeiner Habsucht durch die Hand feines Dieners. Die Heizung der Stuben hat zwar schon lange begonnen, da wir aber jetzt kältere Witterung bekommen, so möchten wir auch an dieser Stelle auf die richtige Zimmerwärme Hinweisen. Es ist durchaus nicht gleich- giltig, ob man einen Wohnraum mäßig erwärmt oder überheizt. Zu starke Zimmererwärmung ist der Gesundheit entschieden schädlich. Die gesündeste Zimmerwärme ist 13 bis 15 Grad Reaumur. Es giebt jedoch Leute, die in solcher Temperatur erfrieren wollen. Erhöht man die Zimmerwärme über 15 Grad, so steigert sich unser Wärmebedürfnis, und bald genügen uns 17—20 Grad nicht mehr. Namentlich wolle man nicht versäumen, öfters das geheizte Zimmer zu lüften und den Wohnräumen Sauerstoff und Feuchtigkeitsgehalt zuzuführen. * * * Von der Universität. Im Winterhalbjahr 1899/1900 sind 802 Studierende immatrikuliert, gegen das Sommersemester 1899 weniger 114, gegen das Wintersemester 1898/99 dagegen mehr 84. Der Zugang betrug 176, der Abgang 190. Die theologische Fakultät zählt 67 Studierende, die juristische 184, die medizinische 251, die philosophische 300. Dazu kommen noch 71 nicht immatrikulierte Hörer, sodaß sich die Gesamtfrequenz auf 873 beläuft. Wir führen zur Veranschaulichung des Wachstums der hiesigen Hochschule die Frequenzziffern der letzten fünf Halbjahre an: Sommersemester 1897: 663, Wintersemeser 1897/98: 674, Sommersemester 1898: 733, Wintersemester 1898/99: 717, Sommersemester 1899: 816. • * Kirchliche Dieustnachrichten. Seine König!. Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, am 24.Novbr. den evangelischen Pfarrer Ludwig Hofmann zu Hohen- Sülzen, Dekanat Worms, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Januar 1900 an, in den Ruhestand zu versetzen, und am 29. November dem Pfarrer Dr. Franz Vaconius zn Wald UelverSheim die evangelische Pfarrstelle zu Bauschheim, Dekanat Groß Gerau, z« übertragen. * * Die Wasserleitung. Wir machen auch an dieser Stelle die Hausbesitzer, resp. deren Stellvertreter, auf die in heutiger Nummer dieses Blattes enthaltene Bekanntmachung des städtischen Gas- und Wasserwerks, betreffend Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Hauswasserleitungen, aufmerksam; es empfiehlt fich, diese Bekanntmachung aufzubewahren. * * Zur Beachtung. Wir wollen nicht unterlassen, bei dem nunmehr eingetretenen Frostwetter unsere Leser darauf aufmerksam zu machen, daß weder Wasser aus den Häusern auf die Straße fließen, noch solches geschüttet werden darf. Dies gilt iusdesondere auch für Besitzer von Brauereien in den Hofraiten. Die Schutz- Mannschaft hat strenge Weisung erhalten, auf diese Vorschrift zu achten und Uebertretungen zur Anzeige zu bringen. • * Stadttheaier. Ueber Frau Prasch-Grevenberg, welche nächsten Dienstag als „Zaza" gastiert, schrieb die „Börsen-Zeitung": Das ganze Sittenbild „Zaza" ist eigentlich nur eine Rolle, die der Zaza. Was sie thut und denkt, ist die Hauptsache, ist das einzige, was uns interessiert. Zaza hat fast alle Empfindungen vor uns anschaulich zu machen: Eifersucht aus Brotneid, heiße Liebe, Schmerz um die eigene Verwahrlosung in der Jugend, Seelengröße und genialen Leichtsinn, Lebensverachtung und Entsagung. Und all' dies hat Frau Prasch-Grevenberg gestern als Vertreterin der Rolle der Zaza mit wahrhaft bewundernswerter Vollkommenheit vor Augen geführt. Sie fand Töne der Innigkeit, die erschütterten, und all die verschiedenartigen Ausbrüche der Leidenschaft waren von elementarer Kraft und fortreißend ehrlich und echt. Es war die vollendetste Leistung, die uns die Künstlerin bot, und wahrlich, keiner von all' den Hunderten, die im ausverkauften Hause ihrer Anerkennung so stürmischen Ausdruck gaben, wird diese, von Frau Prasch-Grevenberg dargestellte, wahrhaft genial angelegte Figur jemals wieder vergessen können. Der Eindruck war denn auch ein überwältigender ; die Hervorrufe und Beifallszeicheu bei offener Szene waren nicht zu zählen. * * Der Reinertrag des Transvaal-Abends, der am Montag, dem 4. Dezember, im Sladtcheater stattfand, beläuft sich nach Abrechnung sämtlicher Unkosten (wie Miete incl. Heizung und Licht, Drucksachen, Porto, Plakate, Inserate, Sauerstoff für den Projektions-Apparat, Fracht, Botengelder, Diener, Reisekosten rc.) auf ca. 320 Mark. Genaue Angabe folgt noch. * * Armenpflege. Am 4. lfd. Mts. fand in der Restauration Feidel die Jahresversammlung der Organe der öffentlichen Armenpflege statt, welche von den Mitgliedern der Stadtverordneten-Versammlung und der Armendeputation, sowie von den Armenpflegern zahlreich besucht war. Als Vertreter des Kreisamts war Herr Regierungsrat Dr. Wagner anwesend. Der Vorsitzende der Versammlung, Herr Beigeordneter Wolff, begrüßte zunächst die Erschienenen und erstattete dann Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Armenpflege in unserer Stadt während der beiden letzten Rechnungsjahre. Später referierte Herr Pfarrer Schlosser über den im Jahre 1898 abgehaltenen Kongreß des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit, und Herr Beigeordneter Wolff über die im laufenden Jahre auf dem Kongreß desselben Vereins behandelten Gegenstände. An die einzelnen Referate knüpfte sich eine lebhafte Diskussion, welche zeigte, daß die Herren Armenpfleger ihren Aufgaben reges Interesse entgegenbringen. * * Kriegerdenkmal. Nachdem die Fundamentierungsarbeiten und die Wasser-Ab- und Zuführung für das Kriegerdenkmal ihrer Vollendung entgegengehen, fanden in dieser Woche wiederholt Sitzungen des Denkmals-Ausschusses statt, um die Aufschriften für das Denkmal zu bestimmen, sowie über den Zeitpunkt der Einweihungs- bezw. Enthüllungsfeier, endgiltigen Beschluß herbeizuführen. Als Termin für die Enthüllung ist der Tag des Frankfurter Friedensschlusses, 10. Mai k. I., in Aussicht genommen. Voraussichtlich werden am gleichen Tage die von der Stadtverordneten-Versammlung in hochherzigster Weise gestifteten und für die Vorhalle des alten Rathauses vorgesehenen Votivtafeln fertiggestellt sein und ebenfalls geweiht werden. Auf diesen Tafeln sollen zum bleibenden Gedächtnis und als ehrende Anerkennung die Namen der Offiziere des hiesigen Regiments und derjenigen Söhne Gießens, welche den ruhmreichen Feldzug 1870/71 gegen Frankreich aktiv mitgemacht haben, verzeichnet werden. — Abgesehen von den allgemeinen Enthüllungsfeierlichkeiten, beabsichtigt die Vereinigung der hiesigen Krieger- und Vete- ranen-Vereine am gleichen Tage eine Regimentsfeier zu veranstalten und hierzu alle noch lebenden Veteranen des hiesigen Regiments einzuladen. Die Feststellung des eigentlichen Programms ist einer weiteren Beschlußfassung Vorbehalten. * * Ausstellung von Malereien und Handarbeiten. Im Schaufenster von Frl. H. Fischer, Seltersweg, sind kunstgewerbliche Gegenstände dauernd zum Verkauf ausgestellt. Es ist somit den Damen in Z^nz Hessen Gelegenheit geboten, ihre verfertigten Malereien undHandarbeiten jeder Art zu verkaufen. Anfragen über Ausstellungsbedingungen rc. sind unter Beifügung des Rückportos an die Vorsteherin des Augusta Viktoria-Töchterinstitutes, Gießen, zu richten. * * Neue Wieseckbrücken. Die beiden Brücken über die Wieseck in der Goethe- und in der Moltkestraße, welche voraussichtlich bald dem Verkehr übergeben werden dürften, sind seitens der Firma Dyckerhofs und Widmann in Biebrich a. Rh. durchaus in Stampfbeton ausgeführt worden. Nur die Stirnmauern wurden des besseren Aussehens wegen mit Quadern verkleidet. Während bei der ersteren Brücke die Betonfundamente direkt auf der Sohle der Baugräben errichtet werden konnten, war in der Moltkestraße die Gründung auf Pfahlrost erforderlich und wurde der weiche Untergrund durch Einrammen von mehr als 70 starken Pfählen von der Dicke leichter Baumstämme gedichtet. Die am weitesten vorgeschrittene Brücke in der Goethestraße von 12,70 m Spannweite wurde vor einigen Tagen einer Probebclastung in der Weise unterzogen, daß auf die eine Brückenhälfte, vom Widerlager zum Scheitel gerechnet, 2 schwer beladene Wagen, sowie die städtische Straßenwalze aufgebracht und in den Zwischenräumen, sowie auf den Bankelen, Personen aufgestellt wurden, während die andere Brückenhälfte unbelastet blieb. Es wurde ft eine für das Brückengewölbe sehr ungünstige Lastverteilunz bewirkt und betrug das Gesamtgewicht auf der einen Brückenhälfte 21700 bis 22000 kg. (Die hier gebrauchten Dampfstraßenwalzen haben 15000 bis 20000 kg Dienstgewicht.) Um auch den durch den Verkehr hervorgerufenen Erschütterungen Rechnung zu tragen, wurden die 5000 kg schwere Straßenwalze und die schwer beladene» Wagen nach einander über die Brücke gefahren, während die anderen Lasten an ihrer Stelle verblieben. Es galt nun, die Formveränderung des Brückenbogens zu messen, denn wenn das Betongewölbe auch ein starrer Körper ift, so wohnt ihm doch noch eine geringe Elastizität inne, infolge deren unter der Einwirkung der Lasten und Stöße des Verkehrs sehr kleine Formveränderungen, meist nur vorübergehend, zu entstehen pflegen. Um sie zu messe», war im vorliegenden Fall unterhalb der Brücke ein Zeiger- werk mit zehnfacher Übersetzung derart angebracht, daß jede, auch die geringste Senkung des Gewölbescheitels ent einer Skala in lOsach größerem Maßstabe abgelesen werden konnte. Es blieb jedoch der Zeiger während der ganze» Belastungsprobe unbeweglich, wie auch die unterhalb des Gewölbes stehenden Personen nicht die geringste Erschütterung verspürten, ein Beweis für die Güte der Arbeit. * * Evangelischer Arbeiterverein. Unsere Mitglieder seien — unter Hinweis auf die Annonce — nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß der am Sonntag, dem 10. d. M., abends 81/, Uhr stattfindende Vortrag über die Buren nicht im Vereinslokal, sondern ausnahmsweise im Lenz- schen Felsenkeller gehalten wird. Die zu erwartende zahlreiche Beteiligung hat den Vorstand zu dieser Aenderung veranlaßt. * * Polizeibericht. Beim Abbruch des sogenannten Mordkellers löste sich plötzlich eine größere Masse Erde los und drückte einen 16 jährigen Arbeiter. Derselbe wurde derartig verletzt, daß er nach Hause gefahren werden mußte. — In der Plockstraße fuhr ein Knecht mit seinem Fuhrwerk einen daselbst stehenden ausgesvannten Wagen an, sa daß die Deichsel in eine der Bach'schen Erkerscheibe» stieß, dieselbe zertrümmerte und noch eine Menge ausgestellte Sachen beschädigte. Darmstadt, 7. Dezember. Wegen eines ihnen zur Last gelegten schweren Sittlichkeitsverbrechens wurde» vier Bursche von Gernsheim namens Vogel, Nagel, Brau» und Muster in Untersuchungshaft genommen. Die drei ersteren waren flüchtig gegangen und wurden gestern in Göttingen ergriffen, während der weniger belastete Muster, der in Gernsheim geblieben war, dort verhaftet wurde. Die an einem 16jährigen Mädchen verübte Thal soll unter ganz empörenden Umständen am 27. v. M. gemeinschaftlich begangen worden fein. Nur Braun ist über 18 Jahre alt, die übrigen stehen erst im 17. Lebensjahr, insbesondere auch Vogel, dem die hervorragendste Rolle an dem Verbreche» zugeschrieben wird. nn. Darmstadt, 7. Dezember. Nachdem am heutigen Vormittag eine Sitzung des Landesausschusses der Gewerbevereine für das Großherzogtum Hessen im Gebäude der Centralftelle für die Gewerbe stattgefunden hatte, in welcher der Entwurf zur Umgestaltung des VergebungS- wesens zur Beratung stand, sind heute nachmittag um V23 Uhr Vertreter der Gewerbvereine und Innungen des Großherzogtums zur Sitzung zusammengetreten, um über die Ausführungsbestimmungen, insbesondere über die von Großherzoglicher Regierung zusammengestellten Materialien zur Durchführung der Wahlen zur Handwerkerkammer zu beraten. An diesen Beratungen nahmen als Regierungs- Vertreter Ministerialrat Braun und Regierungsrat Usinger, sowie 9 Vertreter der Innungen und 9 Vertreter der ®e= werbvereine des Landes, teil. Ob mit dieser Sitzung eine endgültige Beschlußfassung über alle Fragen zur Durchführung des Handwerkskammer-Gesetzes verbunden sein wird, erscheint fraglich, nachdem in letzter Stunde von Seiten des Handwerkerverbandes und Innungen der Wunsch nach drei Handwerkskammern immer stärker zum Ausdruck gebracht wurde, während die Großherzogliche Regierung an der Bildung nur einer Kammer für das ganze Land festhält. Ueber das Resultat dieser wichtigen Beratungen werden wir demnächst Bericht erstatten. A Mainflingen, 7. Dezember. Die Höhen des nahe» „Freigerichts", die westlichen Ausläufer des Spessarts, tragen seit heute morgen kräftige Schneehauben, in welche sie sich während der verflossenen Nacht trotz des niedergehenden Regens hüllten. A Bieber bei Offenbach, 7. Dezember. Die Exzesse gegen Bahnbeamte scheinen neuerdings vielerorts auf der Tagesordnung zu stehen. Zwei Männer von hier beleidigten unlängst einen Bahnbeamten, leisteten ihm Widerstand und gaben schließlich falsche Namen an. Der eine wurde jetzt wegen Widerstands zu 3 Wochen Gefängnis und wegen falscher Namensangabe zu 15 Mk. Strafe, der andere wegen Beleidigung zu 30 Mk. Strafe verurteilt. A Seligenstadt, 7. Dezember. (Schlecht belohnte Gastfreundschaft.) Ein hiesiger Metzgerbursche erhielt vorgestern abend von einem auswärtigen Kollegen unerwarteten Besuch. Er bewirtete denselben ausgezeichnet und teilte auch seine Schlafstelle mit ihm. Gestern morgen war der Ankömmling, ohne Abschied genommen zu haben, ver- "mb6"“11 SÄT?1 Me ta, . .bt> 1 etitinn t,l,l9n ?fc lÄ'.ty »ii w K>-> • to«rbii 1*» hS? E«ts *« biiabmt, Ld?“,k >« Sörper ift > inne, £ Neu uni gl86 ™“n meist * 15 1” W«. n» ätiget, * ®*Ht, L ‘7“W«»ttkn ?*,b d» 91R|t> ).blt unterhalb bt« r,ngfte St^ütteruna rr Arbeit. ftre Mitglieder seien - nochmals darauf lag, dem 10. d. M ^er die Sure« Eeise im Lenz- Dir zu erwartende zu dreier ^eudnuua ^MuutenM ordere Masse Erde Io* r- Derselbe wurde ähren werden mußte, it mit seinem Fuhr- nnten Wagen an, so ien Erkerscheiben »ch eine Menge aus- tinti tyntn zur Saft 'drechenS wurde, igel, Nagel, Braun wmmu. Die drei wurden tzestrrn in iger belastete Muster, ort verhaftet wurde. Äbte Thal soll unter 0. M. gemeinschaftlich ’t über 18 Jahre alt, ihr, insbesondere auch 'an dem Verbreche» achbem am heutigen ischusseS der Sewerde- se„ im Gebäude der nben HM, in welcher des VergebuugS- heute nachmittag um ie und Innungen des menge« um über andere über die M ,gestellten Materials» Lndrverkerkammer zu men als Regrerungs« Regierungsrat Usin^r, ) 9 Vertreter der 0« ,t dieser Wc,n,e ,s<» mA-dr°- rSSJs Beratungen tverven , aac,n des nahen De $* Ach-B «ä* euerd'Ngv » iieI de- i ®>*mW «, ®et ««' her and!« ! Hloj«1,' et^il w1 w« "iir; duftet und «it ihm auch die Barschaft des gastfteundschaft- lichen Metzqerburscheu. Der saubere Schlafkollege wurde «dessen bald darauf am Bahnhofe verhaftet und in sicheren Gewahrsam gebracht. Bensheim, 7. Dezember. In große Aufregung wird seit einigen Tagen die hiesige Bäckersfamilie K. versetzt, «dem derselben von abscheulicher Hand Drohungen gegen das Leben des FamilieuvorstandeS zugesandt werden. Gestern morgen erhielt K. eine Postkarte mit dem Inhalte, daß seine Ermordung und die seines Gesellen beschlossene Sache sei, noch in diesem Monat würde der Schreiber der Karte beide «ittelst Revolver oder Dolch töten. Die Aufregung der Familie ist deshalb sehr begreiflich. Wie verlautet, ist man dem Anonymus auf der Spur. = Mainz, 7. Dezember. Als „authentisch" wird von den „Reuest. Mz. Nachr." folgende Liste von Kandidaten veröffentlicht, welche das Domkapitel der Regierung zur Besetzung des hiesigen Bischofssitzes unterbreitet habe: 1) Dr. Fischer, Weihbischof in Köln, 2) Prinz Max von Sachsen, 3) Domprobst Fehr von Worms, 4) Pfarrer Dr. Engelhardt Bensheim, 5) Pfarrer Dr. Forschuer zu St. Quintiu in Mainz und 6) Bistumsverweser Dr. Brück in Mainz. Unter den Kandidaten wird Prinz Max von Sachsen als derjenige bezeichnet, welcher dem hessischen Hofe am genehmsten erscheine. Beiläufig Bemerkt, ist der letztgenannte nicht, wie vielseitig behauptet wird, erst 24 Jahre alt, sondern derselbe steht bereits im 30. Lebensjahre, indem derselbe am 17. November 1870 geboren ist. — Den Mannschaften und Unteroffizieren der hiesigen Garnison ist laut Gouvernementsbefehl das weitere Tragen eigener Seitengewehre verboten worden. Außer Dienst dürfen fernerhin nur die vorschriftsmäßigen Dienstwaffen getragen werden. Der betreffende Gouvernementbefehl ist wohl auf die in der letzten Zeit hier vorgekommenen Reibereien zwischen Civil und Militär zurück- zusühren. — Die Köln-Düsseldorfer Gesellschaft nimmt mit Rücksicht, daß der Rhein wieder in das Steigen gekommen, von morgen ab ihre Fahrten wieder auf. O Vom Rhein, 7. Dezember. Der Komponist Humperdink liegt in Boppard erkrankt darnieder. Sein Zustand ist nicht so befriedigend wie man anfänglich glaubte, indem die höhen Fiebertemperaturen anhalten. = Kinzenbach, 7. Dezember. (Gemeinde-Bor- sieherwahl.) Bei der am heutigen Nachmittag hierselbft vorgenommenen Gemeindevorsteherwahl wurde Herr Adam Mandler jun. zur großen Zufriedenheit einstimmig zum Ortsoberhaupt gewählt. Wiesbaden, 7. Dezember. Wie die „Frkf. Ztg." meldet, hat sich Prinz Georg Alexandrowitsch Iuriewski, ein Sohn aus der morganatischen Ehe Kaiser Alexanders II. «it der Fürstin Dolgorukij, mit der Tochter des Herzogs Constantin von Oldenburg aus dessen morganatischer Ehe mit der Gräfin Zarnekau verlobt. Vermischtes. * Bromberg, 7. Dezember. Das Schwurgericht verurteilte nach dreitägiger Verhandlung die Grundbesitzer- svhne Franz, Josef und Julius Kociskowski aus Kronsch- Vowo, welche am 11. August ihren Vater, den Grundbesitzer Anton Kociskowski ermordet haben, und zwar die beiden ersteren zum Tode, den dritten zu fünfzehn Jahren Gefängnis. ♦ Zwickau, 7. Dezember. Der bekannte Großindustrielle Lindner in Crimmitschau-Wahlen, Besitzer der großen Digogncspinnerei August Lindner, hat Selbstmord begangen. Die ungünstige Lage der Digognebranche soll das Motiv zu der Aufsehen erregenden That sein. ♦ Bern, 7. Dezember. In Mollis (Kanton Glarus) wurde der aus Deutschland stammende N aturarzt Heyse (im Kanton GlaruS kann jedermann als Arzt praktizieren, ohne irgendwelches Examen gemacht zu haben) verhaftet unter der Beschuldigung, in seiner sogenannten Klinik unmoralische Praktiken verübt zu haben. * Madrid, 7. Dezember. In Santa Maria de Nieva ist eine furchtbare Feuersbruust ausgebrochen. Das alte Dominikanerkloster, wo das Stadtarchiv, das Landgericht, das Friedensgericht, das Gefängnis und die Gemeindeschule untergebracht waren, ist gänzlich niedergebrannt. Gerettet wurde bloß das Archiv, das eines der wichtigsten in Spanien ist. Fünf Stunden im Umkreis wurden die Flammen gesehen. Der Schaden beträgt Millionen. Für die Buren sind wettere Beträge bei der unterzeichneten Ortsgruppe eiugegangen: Von Herrn Zahnarzt E. Jäger, Gießen 5 Mk., N. N., Gießen 3 Mk., H. Sch., Gießen 2 Mk., H. K. 3 Mk., weitere Gabe von den Stammgästtn des „Reiseonkel" Gießen 15 Mk, O. U. 2 Mk, Prof. H. 2 Mk., H. F. 2 Mk., Stammtisch int Caf6 Leib 23 Mk., aus der Sammlung d?r Redaktion des „Gießener Anzeiger" 500 Mk., zusammen 866.30 Mk.; was hiermit dankend bescheinigt die Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes. Weitere Spenden nimmt für die Ortsgruppe Gießen des A. D. B. gerne entgegen: Gerichtsaceespst Pro sch, Schillerstraße 14 und die Redaktion des »Gießener Anzeigers Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 10. Dezember. 2. Advent. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 97« Uhr: Pfarrer Dr. Grein Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Be chte und heil. Abendmahl für die Matthäusgemeinde, wozu besonders die konsumierte Jugend eingeladen wird. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Konfirmandensaal, «irchstraße. Vormtttags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrassistent Dr. Heußel. Donnerstag den 14.Dezember, abends8Uhr, Bihelstunde. Pfarrer Dr. Grein. Sonntag den 17. Dezember findet im Abendgottcsdienst Beichte und heil. Abendmahl für die Markusgemeinde statt, wozu besonders die konfirmierte Jugend eingeladen wird. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 97, Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer erbeten. Montag den 11. Dezember, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. Kap. 8. Pfarrer Euler. Nächsten Sonntag, 3. Advent, findet Beichte und heil. Abendmahl für die LukaSgemeinde im Abendgottesdienst statt. Am 8. Adventsonntag, dem 17. Dezember, nachmittags 3 Uhr, findet in der Johanneskirche die kirchliche Feier der Christbescher» uug für die Kinder der Kleinkinder-Bewahranstalt statt. Katholische Gemeinde. Samstag den 9. Dezember. Nachmittags um 47, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 16. Dezember. L. Adventssonntag. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Betcht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der hell. Eommunion; , um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; „ um 97, Uhr: Hochamt mit Verlesung des päpstlichen Rundschreibens und der oberhirtlichen Anordnungen über das allgemeine Jubiläum. Nachmittags um 5 Uhr: Christenlehre; darauf AdventS-Andacht mit Segen. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold". * Darmstadt, 8. Dezember, 10,45 Uhr. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, am 6. Dezember den seitherigen kommissarischen Grenz- und Kreistierarzt Dr. phil. Wilh. Pfeiffer aus Ortelsburg (Westpreußen) zum ordentlichen Professor der Tierheilkunde an der Landes-Universität und zum Direktor des Tier- Hospitals zu ernennen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben ferner geruht, am 6. Dezember den Lehrer am Ludwig Georg-Gymnasium zu Darmstadt, Dr. Alheim, vorbehaltlich etwaiger späterer Wiederverwendung, in den Ruhestand zu versetzen. Berlin, 8. Dezember. Wie aus Bückeburg gemeldet wird, traf gestern nachmittag 6 Uhr der Kaiser mittelst Sonderzuges ein. Das Souper im Schlosse begann um 1/a8 Uhr. Der Aufbruch zur Jagd erfolgte heute vormittag um 9 Uhr. Berlin, 8. Dezember. Ein gewaltiger Feuerschein hat heute in den ersten Morgenstunden die Passanten im Norden, Osten und im Centrum unserer Stadt in Aufregung versetzt. Es brannte ein großes Holzlager in der Greifswalder Straße, unmittelbar am Ning- bahnhof Weißensee. Die Feuerwehr war sofort zur Stelle. Graz, 8. Dezember. In der Station Niklasdorf fuhr der Wiener Schnellzug infolge falscher Weichenstellung auf ein Magazin-Geleise und stieß dort auf mehrere Lastwagen, welche zertrümmert wurden. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Budapest, 8. Dezember. Ministerpräsident Szell wird morgen nach Wien reisen, um mit dem Grafen Clary über die Chancen der Ausgleichs-Vorlage und des Ueberweisungsgesetzes zu konferieren. Rom, 8. Dezember. Das Befinden des Papstes hat sich gebessert. Gestern mittag verließ der Patient das Bett und speiste am Tische. Der Papst wird schon heute die Meffe lesen. Gestern ließ er sich trotz des Verbotes seines Arztes Lapponi seinen Geheimsekretür Abgelini kommen, dem er das Konzept zur Allokution des nächsten Konsistoriums diktierte. Petersburg, 8. Dezember. Zwischen dem Minister des Aeußeren, Grafen Murawiew, und seinem Gehilfen, Grafen Lambsdorff, ist eine Spannung eingetreten, die den Grafen Lambsdorff veranlaßt hat, seine Stellung niederzulegen. Wie verlautet, soll Graf Lambsdorff bereits in der nächsten Woche zum Mitgliede des Reichsrates ernannt werden. Giessen Kirchenplate 11, gegenüber der Stadtkirche. Konfektion, Weibnachts-Ausverkauf, Anfertigung nach Mass, BeLanntmachung. Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Hauswafferleitnngen. Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitungen w Gießen" wachen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren deS WafferS in den Ha«Swafferleitn«gen bei eintretender Kälte vorzubeugen es erforderlich ist. die Hanswasserleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser befindliche Houpiabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich desselben befindliche Entleerungs- HSbnchen, nachdem ein passendes Gefäß nntergeftellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet geballen wird, bis das in der Hausleitung siebende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichn-les Hähnchen wieder geschlossen wird- Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während der- felben das in dem obersten Stockwerk des HanseS befindliche Aapfventil der Hausleitung offen m halten, damit die Lust Zutritt in die Leitung erhalle. — Gin größerer Theil des Wassers kann auch schon durch das Zapsventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Emleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgebabter Entleerung find die beiden Zapfoentile, welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. DaS Schließen des HauPtabfperrhahnS erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigenHahnzapfen und Drehung in der Richtung von links nach rechts — im Sinne eines Uhrz-igrrs — bis Widerstand erfolgt. — Das Veffnen deS Hanptabsperrhahnes geschieht durch Drehung in entgegenge etztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen «ach Waschküche«, Badezimmern, Hofräumen, Gärten u. s. w. sind während ins Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betreffende Leitung gefertigt hat. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt etz sich, die Wasserentnahme auch während des Tages auf kürzere festgesetzte Zeit zu be- schränket» und während der übrigen Tageszeit die Hauswass^rleitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Kll ch n unbenutzter Wohnuugen geführt sind, kann man durch Unterhalten eines kleinen Heerdfeuers Vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Etoset- oder sonstigen ungeheizte« Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern da-elbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt tft, die Temperatur durch ein Oefchen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgeftellte und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche EloserS (wie in BeretnShäusern u s. w) werden durch Einstreuen von etwas Salz (Viehsal) m Hausbesitzer aber werden Beschädigungen au Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende VorstMtSmaßregeln allen Betheiligte« zur ganz besonderen Beachtung. Reparaturen und Aufthauung von Hauswasserleitungen werden am schnellsten von denjenigen JnstallationS Geschäften besorgt, welche die betr. HauSwafferleitungen s. Z. ausgeführt haben. Gießen, den 8. Dezember 1899. Städtisches Gas und Wasserwerk Gießen. 8534] Otto Bergen. - Iklinnntniniljinißfii Vergebung von Kauarbeiten. Die zum inneren Ausbau des Schulhauses zu Lang-Göns erforderlichen Arbeiten, und ^ioqt: veranschlagt zu Schlosserarbeiten 550,80 JL Glaserarbeiten 1238,63 ,, Schreinerarbeiten 3629,15 „ Weißbinderarbeitm 1924,66 „ Tapezierarbeittn 118,50 sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Angebote find bis Samstag den 16. Aezbr. l. Is., nachmittags 3 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Lang- Göns, woselbst Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Gießen, am 6. Dezember 1899. Der Großh. Kreisbauinspcktor. Stahl. 8538 Vergebung von Chanssieruugsarbeiteu und Lieferung von Cement- röhren. Die zur Herstellung von Feld- Wegabfahrten in der Gemarkung Riugelshanseu erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionsweg vergeben werden und zwar: veranschlagt zu Lieferung von Cement- röhren 218,10 Verlegen der Röhren 57,30 „ ChausfierungSarbeit 503,50 „ Angebote sind bis Montag dku 18. irjbr. d. I., vormittags 9 Uhr, bei dem Kreisstraßenmeister List- mann in Hungen, bei welchem Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Gießen, am 6. Dezember 1899. Der Großh. Kreisbauinspektor. Stahl. 8537 UHiipfeliluiiiicn Stadt. Schlachthaus. Freibank. 8444 Heute und morgen: FalkloGnflkisch 45 pfg. MAGGI ist heute nicht mehr die Bezeichnung allein für die wohlbekannte Suppenwürze, MAGGI ist der Inbegriff einer guten sMsauttuKüche. Die Gesellschaft MAGGI BERLIN W. 57, huldigt dem Grundsatz, dass Allo leben müssen, und dass jede Arbeit ihres Lohnes wert sei. Sie umgeht deshalb den Zwischenhandel nicht und ladet das verehrliche Publikum höflichst ein, deren Produkte in der gewohnten Delikatess- oder Kolonialwarenhandlung beziehen zu wollen. 8352 Lieferung von Deck- und Mostersteiuen aus Aasalt. Die zur laufenden Unterhaltung der städtischen Straßen im Rechnungsjahr 1900/1901 erforderlichen Deck- und Pflastersteine aus Basalt sollen, wie nachstehend beschrieben, in 10 Losen öffentlich verdungen werden, und ist Termin hierfür auf Dienstag, 19. Aezemöer d. Z., Worin. 11 Ahr, anberaumt. a) Deckfteiue. Bezirk I. Loose cbm Lagerplätze: I 440 Marburgerstraße, Schottstraße bis Dammstraße. II 350 Alter Viehmarkt und Hammstroße. III 330 Rodheimerstraße, am Schlachlhofe. IV 110 Krosdorferstraße und Hardtwege. Bezirk II. V 540 Licherstraße, G-Ünberger- und Wolfstraße, Eich garlenweg. VI 50 Schiffenberger- und Erdkauterweg. Bezirk III. VII 460 Liebigstraße und obere Ludwigstraße. VIII 210 Frankiurterstraße. IX 120 Am Viadukt an der städtischen Pumpstation. b) Pflastersteine. 100 cbm Kirchstraße (Oswaldsgarten). Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht der Jntereffenten offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum obengenannten Termin einzureichen. Beim Angebot von Material aus unbekannten oder neu angelegten SteinbrüchiN find Steinproben aus diesen mit den Angeboten einzureichen Zuschlagsfrtst 3 Wochen Gießen, den 7. Dezember 1899. 8542 Das Stadtbauamt: Sch wandt. Aufforderung. Zum dauernden Gedächtnis an die in Gießen geborenen oder erzogenen aktiven Teilnehmer des Feldzugs 1870/71 sollen auf Beschluß der Stadtverordneten Versammlung in der Vorhalle des alten Rathauses Gedenktafeln mit den Namen dieser Teilnehmer ausgestellt und zusammen mit dem Kriegerdenkmal, voraussichtlich am 10. Mat 1900, enthüllt werden. Im Interesse drr Vollständigkeit des aufzustellenden Namensverzeich- nisser richten wir hierdurch an die Beteiligten und deren Angehörige die Bitte, baldgrfälligst bet einem der Unterzeichneten Vor- und Familiennamen, Charge und Truppenteil, bei welchem der Betreffende den Feldzug mitgemacht hat, schriftlich onmelden zu wollen. Gießen, den 6. Dezember Großh. Bürgermeisterei: Gnauth Oberbürgermeister. Für den Artillerie-Verein: Oberpostassistent Rausch, Vorsitzender. Für den Kriegerverein: Amtsrichter Wiener, Vorsitzender. 1899. 8535 Der Ausschuß für Errichtung einer Kriegerdenkmals: Jean Kirch, Vorsitzender. Louis Emmelius, Schriftführer. Für die Krieger kameradfchaft: Georg Schneider, Vorsitzender. Für den Veteranen-Verein: Louis 'Petri III., Vorsitzender. Freiwillige Versteigerung einest Wohn- und Geschasts-Gcbaudes (Wirtschaft zum Mainzer Hof). Mittwoch den 13. Dezember er., nachmittags 4 Mr soll das zur Nachlaßmasse des verstorbenen I. F. Karl Bücking in Alsfeld gehörige Wobn- und Geschäftshaus Mainzergasse Nr. 314, gegenwärtig Gasthaus Mainzer Hof, unter den bei der Versteigerung bekannt gegeben werdenden Bedingungen meistbietend im Rathaus dahier versteigert werden. Alsfeld, den 4 Dezember 1899. Großherzogliches Ortsgericht Alsfeld. Arnold. 8532 Taschentücher jeder Art in Leinen, Halbleinen und Aaumwolle. Die so sehr beliebten weißen, reinleinenen Partie-Taschentücher find in großen Quantitäten vorrätig und werden zu erstaunlich billigen Preisen abgegeben. 8540 C. Röhr & Co. Mcher |if. Heute Samstag: UckchlM wozu ergebens! einladet 04386 Wilh. Fischer. Zwiebeln prima Ware, heute Sams ag zu haben. "4435 Marktlaube Nr. 10. Aa. Hammelfleisch Keule 50 Pfg., empfiehlt 04430 Julius Rosenbaum, Kirckenplatz. 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Auskunft und Hilfe durch Poppels- dorf, Bahnhofstr. 41. — Vorm. 8—12. 04426] Die Beleidigung gegen Frau L. Lenz (Felsenkeller) nehme ich hiermit als unwahr zurück. Gertrude Weber. <♦ Mitgliedskarten, Eintrittskarten, Loosenuramern, Programme in der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Pietsch Erben) Giessen, Schuletrasse 7. Verein Amicitia. Samstag den 9. Dezember l. 38.: Außerordentliche Generalversammlg. im Vereinslokal. Anfang präzis 9