iaisti nltPuppen nne etc. birme etc. Mshgen, ?88, i Sohn. iranz. js 5 Uhr, in Steins Garten: ert. en (Alt), Herr R. Fischer ans lerr Th. Haubach aus Giesset ‘ie-Regiments Kaiser Wilhelm. 11. v. Brüll. ,Der Pilot1, Männerebe ieder: für Alt von Schubert, Rubi nd Brahms. Zwei Sätze für Streid- gisnacht ehester von Mendelssohn. M eitbl«311*8«b!l st--*** iederka»' Hl Royal. ifer: H. Eigen. gtlte rW amerstag afimb: suppe. >'/, M <»: * mit Kraut. lsk«hk' w|t 6* hub-A®8^»' Vellberg tt ; 5 Wb . 6S» , „ nrt Mnb vv *« d Rt. 264 Zweites Blatt Donnerstag den 9 November Gießener Anzeiger General-"UHeiger Anrts- und Auzergeblutt für den Ureis Giefzen. Bei Postbezug 5 Mark 50 M vierteljährl'ck ^qwgejirdM rieritljährlich 2 Mark 20 Pstz monatlich 75 mit Bringecleff» 11t UnzetztN'8ermittlu»Grfttatn bei In- nxb E ulten *■ »ttzmtn Lnzeizra für btn Wietzener Unzeiger eutyy* Anzeigen zu b« nochmittggZ fit bea f«|pr—-— leg erscheinenden Nummer Hl Mr*. 19 llhr. «104 eh des W* Wegener flwrbm dem Nnzeiger »Achmwch viermol beitzetogt. ÄtbNtUn, «ptbiHen und »ruckerei: >♦•(!«!< Ur. 7. Grstisbrilage«: Gießener ZsmilienblAter, Ker hessische Kan-witt, KlStter sür hessische Kolkskun-e. Ibrtffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. scharf pointierten Ausdruck. Wie nun der „Franks. Ztg." aus London telegraphiert wird, hat in englischen Negierungskreisen eine Hamburger Meldung der „Daily Mail" Aufsehen erregt, wonach an der Spitze der gegen die Kaiserreise gerichteten Bewegung Fürst Herbert Bismarck stehe. Wir können nicht glauben, daß die englische Regierung über die Stimmung des deutschen Volkes so erstaunlich schlecht unterrichtet sein sollte, daß sie eine so thörichte Rederei ernst nehmen könnte. Herbert Bismarck ist eine gänzlich einflußlose Persönlichkeit, wie man in England recht gut weiß, und die allgemeine Stimmung gegen die geplante Reife des. Kaisers hat, wie man ebenfalls in England weiß oder wissen sollte, ihre starken Wurzeln in einem richtigen Empfinden des deutschen Volkes. Die öffentliche Meinung spricht sich in diesem Falle ganz spontan aus und wird dabei von keiner einzelnen Persönlichkeit, sondern von sehr ernsten und tiefgehenden Erwägungen beeinflußt. Diese Stimmung mag in England als unbeqnem empfunden werden und Versuche veranlassen, sie als künstlich erzeugt hinzustellen; aber englische Regierungskreise sollten sich doch nicht so plump täuschen lassen. (Vgl. Leitart.) — In Gegenwart des Kaisers hat heute Vormittag 10 Uhr vor dem königlichen Schloß die Vereidigung der Rekruten der Berliner Garnison stattgefunden. — Im Laufe dieses Jahres sollen noch 24 japanische Offiziere nach Deutschland gesandt werden, um sich in militärischen Dingen weiter auszubilden. — Der Kolonialrat wird sich demnächst, wie bereits gemeldet, auch mit Vorschlägen betreffend eine Verhinderung mittelloser Einwanderer in unsere Kolonieen zu befassen haben. Es handelt sich dabei um eine Frage, die unsere kolonialen Kreise schon lange beschäftigt hat und jetzt gelöst werden soll. Mittellose Privatleute pflegen nicht nach unseren Kolonieen auszuwandern; auch ist es bis jetzt Regel bei deutschen Firmen, die Arbeiter nach den Kolonieen entsenden oder kommen lassen, daß sie dieselben, wenn sie aus irgend einem Grunde beschäftigungslos geworden sind, in die Heimat zurückbesördern. Immerhin sind auch Fälle vorgekommen, wo dies nicht geschah, insbesondere bei ausländischen, in unseren Kolonieen thätigen Gesellschaften. Die mittellos oder krank gewordenen Personen fielen dann der Verwaltung zur Last. Noch häufiger kommt es vor, daß aus benachbarten fremden Kolonieen mittellose Arbeiter nach deutschen Hafenplätzen abgeschoben werden, ohne hier in Stellung treten zu können. Es würde die Etats der einzelnen Kolonialverwaltungen bedeutend übersteigen, wenn ihnen die Fürsorge, Heimbeförderung re. aller derartiger Personen dauernd obliegen sollte, wie ja des Zaren enthielt, ging den Fürstlichkeiten erst mittags zu. Soweit bisher ersichtlich, ist es unsicher, ob der Zar morgen das neue Palais überhaupt verlassen wird. Man glaubte, er werde in Potsdam der Vereidigung der Rekruten beiwohnen. Die Sachlage ist nun zurzeit so, daß alle Vorbereitungen für die Vereidigung getroffen sind, daß eine offizielle Absage nicht erfolgt ist. Vor dem Neuen Palais wird die Leibkompagnie des ersten Garde-Regiments den Ehrendienst thun. Eine strenge Sperre soll außerdem durch das Lehr-Jnfanterie-Bataillon durchgeführt werden. Bei der Ankunft wird das Zarenpaar nur wenige Augenblicke sichtbar sein, da die Equipage sofort in das durch Gitter abgeschlossene Palais einbiegt. — Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" widmet dem russischen Kaiserpaare an der Spitze ihrer heutigen Nummer in offiziösem Sperrdruck den folgenden Begrüßungs-Artikel: „Der Besuch, den die russischen Majestäten morgen unserem Kaiserpaare in der Residenzstadt Potsdam abstatten werden, wird als ein neues Unterpfand der zwischen dem deutschen und russischen Herrscherhaus wie dem deutschen und russischen Reiche bestehenden wertvollen freundschaftlichen Beziehungen von allen Kreisen unseres Volkes freudig begrüßt. Wir verehren in Kaiser Nikolaus II. einen hochbegabten, edelsinnigen Monarchen, der die Geschicke eines mit Deutschland in bester Nachbarschaft lebenden Weltreiches zu großen Zielen lenkt, und der weit über die Grenzen Rußlands hinaus das politische Leben und Denken aller Völker des Erdteiles an der Grenzscheide zweier Jahrhunderte mit neuen verheißungsvollen Anregungen befruchtet hat. Wir erblicken in dem erhabenen Vorkämpfer der besten menschlichen Bestrebungen zugleich den erprobten Träger der alten überlieferten und oft bewährten Freundschaft zwischen Deutschland und Rußland. Auf dem durch die herzlichen Beziehungen der beiden Herrscher verbürgten und für beide Länder gleich segensreichen Einvernehmen zwischen Deutschland und Rußland beruht es, daß die deutsche und russische Macht in Europa friedlich nebeneinander wirken und sich außerhalb dieses Weltteiles vertrauensvoll weiteren Aufgaben zuwenden können. In der festen Zuversicht, daß sich auf den morgigen Tag für die Wohlfahrt und den Frieden der Welt glückliche Folgen knüpfen werden, heißen wir den erlauchten Herrscher Rußlands und seine hohe Gemahlin als Gäste unseres Kaiserpaares ehrerbietigst und herzlichst willkommen. — DieKaiserreisenach England erregt bekanntlich lebhafte Bedenken in ganz Deutschland, und diese Bedenken finden in fast der gesamten Presse mehr oder minder — als Meister am Webstuhle thätig. Nachdem jedoch aus dem 1817 zu Friedberg gegründeten Lehrerseminar eine erkleckliche Zahl in der Prüfung bewährt erfundener junger Männer, zum Teil mit einem hochgradigen Bewußtsein ihrer seminaristischen Bildung ins Schulamt eingetreten mar, geschah etwas Fürchterliches. Zum gerechten Leidwesen des vielleicht schon lange Dezennien im Schuldienste thätig gewesenen „Schulmeisters" von der alten Sorte erging ein gestrenger Ukas des Kirchen- und Schulrats-Kollegiums zu Gießen ins Land — des gemessenen Inhalts: „Nicht geprüfte, sondern durch Erbschaft ins Amt gekommenen Lehrer sollen sich, falls ihnen die Lehramtsfähigkeit nicht aberkannt werden wolle, einem Examen vor den Schranken des hohen Kollegs unterziehen." Wohl munkelte man, in Berücksichtigung der Sachlage sei von vornherein der humane Beschluß gefaßt worden, die Forderungen an die Examinanden nach Möglichkeit herabzumindern. Aber — hart wars doch! Wie ein Blitzstrahl aus heiterem Himmel fuhr der Erlaß unter die Reihen der dadurch Betroffenen, welche sich ohn' Erbarmen vor die ernste Frage: „Sein oder Nichtsein?" gestellt sahen. Mein alter Nachbar C. in seiner bescheidenen Liebenswürdigkeit gehörte zu den am meisten Erschrockenen. Sofort nach Eintreffen des unliebsamen Reskripts holte er sich bei mir Rat; genoß ich doch fern Vertrauen in hohem Maße. ... » _£.. „Härr Parrer", begann der Ehrenmann tn seinem urkrastigen Wetter'auer Deutsch, das er auch in seiner Schule und vor seinen Oberen redete, „wie wärs.wenn eich (ich) nach Geiße (Gießen) gäng'und stellt's den Herrn vör?" — „Wird nichts helfen", erwiderte ich ihm, setzte aber, da der über die Citation völlig aus Rand und Band Gekommene sich nicht trösten und ermutigen lassen wollte, hinzu: „Doch schaden kanns ja auch nicht; versuchen Sie's einmal in Gottes Namen! Petitionieren und Waffer trinken ist allewege erlaubt." Sofort eilte C stehenden Fußes nach Gießen, kam aber abends gar kleinlaut und sichtlich beklommen zurück. Er hatte mir von dem gänzlichen Fehlschlag seines Bittgangs zu rapportieren. „Harr Pfarrer, Sie hun Rächt; eich hun's so rührend gemoacht. Hochwurden, hun eich zum Superedent gesät: „Schenke Se mir das „Exami". Dreißig Jouhr hun eich schun (schon) en der Schaul gehantiert. Sehn Se deffe im Dienst der Schule ergroote Hoor (Haare)!" Woas bekoam eich für e Antwort?" — „Dreißig Jahre, schöne Zeit, können Sie was profitiert haben. Werden's um so schärfer nehmen!" — „Harr Parrer, doa hun eich doas liebel ärger gemacht; en sechs Woache mach erch en's Exami! Doa moiß noach „artig" geschafft weare, doaß eich en de veile (vielen) Fächern: Aufsatz, Geschichte, Geographie, Naturkunde, den höheren Deutsches Keich. Berlin, 7. November. Der Kaiser unternahm, wie schon gemeldet, am Sonntag einen Spaziergang im Park von Sanssouci. Der Zweck desselben galt vornehmlich der Besichtigung der zahlreichen in diesem Jahre wiederholten Einschläge in den Park, die notwendig waren, wenn die Anlage anders nicht waldartigen Charakter annehmen sollte. Nach dem Muster des verjüngten Tiergartens sind dort an den Stellen, wo das Unterholz besonders dicht stand, freie Grasflächen mit schönem Durchblick geschaffen worden. Die Luft im Park, die zufolge des dichten Baumwuchses recht schwül war, hat sich jetzt erheblich gebessert. Der Kaiser freute sich über den guten Erfolg und wandte sich an einen in der Nähe stehenden hochgewachsenen Mann, der in seinem Aeußeren den alten Militär verriet, mit der Frage, ob er an den Arbeiten irgendwie Anteil genommen habe. Der Angeredete verneinte. „Aber ich muß Sie doch kennen! " fuhr der Kaiser fort. Es ergab sich, daß der durch die Anrede des Kaisers Ausgezeichnete früher lange Jahre im Militärwaisenhause in Potsdam Portier gewesen ist. Er pflegte dort zu der Zeit, als der Kaiser den Dienst als Leutnant in der Leibkompagnie that, stets das Portal zu öffnen, sobald die Kompagnie einmarschierte, um auf dem Hofe des Waisenhauses zu exercieren. Der Kaiser, der seinerzeit die Rekruten selbst ausbildete, erinnerte sich jetzt des bekannten Gesichtes und schied von dem Pensionär mit freundlichen Grüßen — Die Hofjagd auf den Gütern des Herrn ». Wedel-Piesdorf, Ministers des Königlichen Hauses, die für Dienstag in Aussicht genommen war, ist wegen Unpäßlichkeit der Kaiserin abgesagt worden. — Das Zarenpaar trifft, wie nunmehr feststeht, heute, Mittwochvormittag gegen 11 Uhr mittels Sonderzuges auf Bahnhof Wildpark ein. Alle zurzeit in Berlin anwesenden Fürstlichkeiten sind bereits eingeladen worden, dem großen Empfange bei Ankunft der russischen Gäste beizuwohnen. Der Zar dürfte entgegen der früheren Annahme nicht nach Berlin kommen. Er wird sich mit seiner Gemahlin von der Wildparkstation aus nach dem Neuen Palais begeben und dort in den sogenannten „Roten Kammern" Wohnung nehmen. Die Weiterreise nach Skier- nievice über Thorn erfolgt morgen abend nach 10 Uhr. Hingegen wird dem „Berl. Lokal-Anz." aus Potsdam gemeldet: Hier wußte man bis heute in vorgerückter Nachmittagsstunde über die Einzelheiten des so diskret behandelten Programms noch garnichts. Die Hofansage, welche lediglich die erwähnte Stunde der Ankunft Rechnungsarten, en (und) woas waß (weiß) eich sonst noach. eabbes kann eam Exami." „ Ich tröstete wiederum und sprach Mut zu. Auch gab ich dem Bedrängten und Ratlosen aus meinem Bücherschrank einige „Kurze Jedoch's", das sind: Eselsbrücken zur raschen Aneignung mangelnder Kenntnisse, und entließ ihn mit dem Wunsch guten Erfolges zu fernen schnellbleichähnlichen Studien. Zum Fleiße brauchte ich den eingeschüchterten, dazu äußerst gewissenhaften Mann nicht erst zu mahnen. In den langen, bangen sechs Wochen der angestrengtesten Vorbereitungszeit sah und hörte ich nichts von C. Da, in der Frühe des gefürchteten „Examitags", pochte es erregt an meine Thüre. Hcrem tritt der sichtlich abgemagerte und trübe dreinschauende Kandidat, in em großes, buntes, geblümtes Taschentuch eine halbe Bibliothek eingebunden, darunter meine „Kurze Jedochs", aber auch zwei dickleibige Oltavbande in Schweinsledereinband „Was haben Sie denn da, Herr Schullehrer?' fuhr ich erstaunt heraus. „Ei. der (die) Bücher, bei eich bei während' Zeit durchsturrirt hun." — „Doch die dicken schweinsledernen? — „Dei hun eich vum „schlaue" Sames (so hieß der gelehrte Bauer und Bücherleser im Dorf) gelehnt (geliehen!; es sain goar schme (schöne), oaber gewichtige und schwear behältliche Bücher; drinn stiht zua lease vom Napoleon und vom General Augereau und Moreau. (Die letzteren Namen denke sich der geehrte Leser deutsch ausgesprochen.) „Nun will eich oalles metnomme nach Geiße ens Exami". Es kostete mich viel Zuredens, des greisen Mannes Entschluß zu ändern und ihn zur Zurücklassung wenigstens der Bücher vom „Napoleon und dem Augereau und Moreau" zu bewegen. Aeußerlich bedeutend erleichtert, konnte er nun den „gefährlichen" Gang antreten. Unter der Hausthüre fragte ich den Verstörten noch besorgt nach seinem Befinden. „Ach, Herr Pfarrer! Doas war e hoarte Zeit. Alle Noacht beas (bis) zwölef Äuer (12 Uhr) hun eich geseasse en' hun gesturrirt. Mei Fraa lag oals schun lang em Beatt und wacht deak (häufig) uf, woann eich soa teif (tief) geseufzt und gestöhnt hun." „„Mann"", sät se, „„was verboannst (verbrennst) de e Un- weasens Oele!"" Un' woan eich eandlich aach en's Bett koam, könnt eich neit (nicht) schloafe, en' hun meid) hin- en' heargewoarfe. „„Mann"", sät dann mei Fraa, en' steiß meid) meat (mit) dem Ealleboage en de Seire (Seite), „„Mann, woas hast de vör?"" Doan sar (fegte) eich: „Dou (Du) hoast gout schloafe en' gout schwätze Dou schmändst bei Deappe (rahmst bie Milchtöpfe ab) en’ stießst bei Boatter, oaber eich moiß noach Geiße en's Exami!" Mit herzlichem Segenswunsch schaute ich dem -eidvollen nach- Abends, als die Sternlein schon funkelten, stürmt der alte C. m leb Feuilleton. Gin Schulmeillers Kramen ans der guten alten Zeit. Kulturgeschichtliche Humoreske von Ludwig Hofmann. Im schön gelegenen Münzenberg, einem Ackelstädtchen mit stattlicher, zweitürmiger Ruine, welche die Zierde der^Gegem> brldet und nn Dolksmunde die große „Urine" oder das „Wetterauer ^.mtenfaß heißt, tagte einst bei gutem, aber billigem Kaffee statt emes kostsptelrgen Mittagessens die Pastorenkonferenz des Dekanats Hungen, des kirchlichsten Bezirks im ganzen Hessenlande. Die geistliche Herberge wurde m jenen vergangenen Zeiten da man in Freundeskreis die ihrer Gemeinde und ihres Standes Wohlfahrt bei Kaffee und obligaren Wecken beratende Konferenz die moderne „Trullanische Synode zu nennen pflegtt, von einer reichen, kernhaften, gewichtigen (sie überwog zwei Zentner) Bauernfrau geleitet, welche weithin als die „dicke Wäs Anna Margret und als treffliche und großen Zechen abholde Versorgerin hungernder Magen rühmlichst bekannt war. . . So oft nun mein seliger Vater der Pfarrkonferenz m den oberen Räumen des schlldlosen Gorr'schen Wirtshauses präsidierte, hieß es, falls neu einqetretene Konventualen oder Gäste zugegen waren regel- mäsiia zum Schluffe bittweise: „Herr Dekan! erzählen Sie uns noch als schönstes Finale das „Ex-mi"s bitte! bitteI" Ohne sich allzu lange bitten zu lassen, Hub denn der alte Kirchenrat mit freundlich lächelndem MuM also an. @tüningcn war, wohnte mir in dem ein halb Stündchen entfernten Dorf-Gill ein alter, in vielem Betracht ehrwürdiger Schulmeister Eauß zur Seite Die älteren Bewohner des Filialdörfchens reden heute noch voll Achtung von ihm. Er habe sie zwar nicht viele, mehr oder weniger „zweckmäßige , mtthm brauchbare Dinge gelehrt, aber viel, gründlich die fünf Hauptstucke und die biblische Geschichte, als besten Halt fürs Leben, dazu gut und sicher die fünf Spesies und kräftig Singen. (Dies zur Kennzeichnung des Mannes und der Zeit, in der er wirkte, des 2. und 3. auch teilweise noch des 4. Jahrzehnts in unserem seitdem so rasch „fortgeschrittenen Säkulum.) Sein Schulamt hatte Eauß stillschweigend von seinem.Vater geerbt, welchem er zuvor, da das Schulszepter der welken Greffenhand zu schwer geworden war, schon lange Jahre als Gehilfe treulich zur Seite gestanden hatte, dabei nach wie vor — auch während des Unterrichts auch dem Reiche niemand ansinnen wird, die Kosten der Heimreise für beispielsweise in Amerika mittellos gewordene Auswanderer zu tragen. Die Vorschläge, welche eine Kommission des Kolonialrates ausgearbeitet hat, dürften sich demgemäß als vorbeugende Maßregeln darstellen. Berlin, 7. November. Bei den gestrigen Stadtverordnetenwahlen in 21 Bezirken der dritten Abteilung wurden gewählt sechs Liberale und zwölf Sozialdemokraten; in drei Bezirken finden Stichwahlen statt. — Wie der „B. L. A." von „wohlunterrichteter" Seite erfährt, ist die Samoafrage im Prinzip entschieden: Deutschland erhält die Vorherrschaft auf Samoa. Der förmliche Abschluß der Verhandlungen dürfte unmittelbar bevorstehen. Die in kolonialen Kreisen aufgetauchte Vermutung, daß Deutschland beabsichtige, England für seinen Verzicht auf Samoa durch Abtretu ng von Togo zu entschädigen, wird von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Esset zwar richtig, daß die gegenwärtig schwebenden Verhandlungen mit England sich auch auf Westafrika beziehen, allein an den maßgebenden Stellen denke man nicht daran, von unserem Kolonialbesitz noch etwas abzugeben, um die englischen Herrschaftsrechte auf Samoa «bzu'.ösen. Graf v. Bülow habe wiederholt erklärt, daß er unsere Stillung auf Samoa wahren wolle, ohne andere deutsche Rechte baiür auszugeben. Im Anschluß hieran sei eines Gerüchtes Erwähnung gethan, das heute von Paris aus (offenbar in der Absicht, damit auf den Busch zu schlagen) verbreitet wird. Nach einem heute eingegangenen Telegramm teilt der Figaro — jedenfalls in der Absicht, die kompetente deutsche Seite zu einer Bestätigung oder einem Dementi zu veranlassen — mit, Deutschland werde, sobald England von seinem auf Besetzung der Delagoabai abzielenden Geheimvertrag mit Portugal Gebrauch gemacht hätte, die Tigerbucht annektieren, um seinem Damaraland den sehnlichst erwünschten Hafen zu verschaffen. — Mit dem jetzt in See gegangenen Dampfer „Thekla Bohlen" haben wiederum 17 junge Mädchen unter Führung einer älteren Frau, deren fünf Töchter sich ebenfalls unter den Mädchen befinden, die Reise nach Deutsch- Südwestafrika angetreten. Die erwähnte ältere Frau geht mit ihren fünf Töchtern und vier Söhnen zu ihrem tu Deutsch-Südwestafrika wohnhaften ältesten Sohn Unter den jungen Mädchen befinden sich zwei verlobte Bräute, und die zehn anderen erhalten Aufnahme bei deutschen, im Schutzgebiet ansässigen Familien. Die Bewerberinnen müssen sich, wie wir bei dieser Gelegenheit nochmals mitteilen wollen, verpflichten, bei einer bestimmten, in Deutsch-Süd- westafrika ansässigen Familie in Dienst zu treten. Falls die Mädchen in ihrem Dienst mindestens zwei Jahre verbleiben, wird ihnen auf Wunsch freie Rückbeförderung gewährt. Letzteres soll auf ihren Antrag auch in dem Fall geschehen, wenn innerhalb der Vertragszeit besondere Umstünde, wie Rücksichten auf den Gesundheitszustand u. dgl., nach dem Befinden des Kaiser!. Gouvernements, unter dessen Schutz die Mädchen stehen, deren Rückreise in die Heimat erforderlich machen. Der Anspruch auf kostenfreie Rückbeförderung erlischt, falls er nicht bis zum Ablauf des Dienstverhältnisses bei der nächsten Verwaltungsbehörde geltend gemacht wird, oder falls die Mädchen sich im Schutzgebiet verheiraten. Um den Mädchen die Uebernahme ihrer Dienststellungen zu erleichtern, werden ihnen durch Vermittlung des Präsidiums der Deutschen Kolonialgesellschaft gewährt: a. freie Ueberfahrt von Hamburg nach Swakopmund auf einem Dampfer der Woermann-Linie, b. freie Verpflegung auf diesem Dampfer, c. kostenfreie Weiterbeförderung von Swakopmund bis zu ihrem Bestimmungsort. Die Kosten der Reise von ihrem Wohnort bis Hamburg und ihres Aufenthalts daselbst haben die Mädchen selbst zu bestreiten. Eine Auflösung des Dienstverhältnisses kann, abgesehen von den Fällen, wo sie nach den geltenden rechtlichen Bestimmungen zulässig ist, vor Ablauf von zwei bezw. drei Jahren nur im Einverständnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmerin erfolgen. Dagegen sind die Dienstherrschaften verpflichtet, die Mädchen, falls sie bestimmte Aussicht auf Verheiratung haben, binnen längstens drei Monaten ihres Dienstes zu entbinden. Rawitsch, 7. November. Der Propst Dulinski wollte bei der Vereidigung der hiesigen katholischen Rekruten die Fahne als nicht geweiht (!!) nicht zulassen. Er geriet darüber mit dem kommandierenden Offizier in Zwist. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Ausland. Wien, 7. November. Der Preßausschuß nahm einstimmig unverändert die Regierungsvorloge über die Aufhebung des Zeitungs- und Kalenderstempels an. Prag, 7. November. „Narodny Listi" bringen an der Spitze ihres Blattes folgendes Telegramm aus Petersburg: Die österreichische Regierung hat bei der russischen Regierung über die russischen Journalisten Klage erhoben, daß sie mit den Tschechen sympathisierten und die russische Regierung ersucht, diesem Vorgehen ein Ende zu machen. Infolgedessen wurden die Petersburger Redakteure in das Ministerium desAeußern vorgeladen und ihnen dieseBeschwerde bekannt gegeben. Die Redakteure erklärten, daß sie nicht gegen Oesterreich schrieben, daß sie im Gegenteil Oesterreich Ratschläge erteilten, wie es sich retten könne, und daß sie in dem gerechten Kampfe der Tschechen mit ihnen sympathisieren müßten. Sie verwiesen darauf, daß aus der Tschechenfrage sich immer mehr eine europäische Frage entwickele, die man nicht stillschweigend übergehen könne. Es wurde den Redakteuren bedeutet, daß es sich nicht darum handle, daß die russischen Blätter nicht über die Tschechen Frage schreiben sollten, vielmehr müsse das so geschehen, daß sich Oesterreich nicht darüber beklagen könne, Rußland mische sich in seine inneren Angelegenheiten. Schließlich wurde den Redakteuren gesagt, das Ministerium des Aeußern werde von jetzt an die über die Tschechenfrage in den russischen Blättern erscheinenden Artikel cenfieren, zugleich aber werde die russische Negierung an die österreichische Regierung das Ersuchen stellen, daß auch sie sich nicht in die inneren Angelegenheiten Rußlands mischen solle. Budapest, 7. November. Die Nachricht von der Ver- ehelichung des österreichischen Thronfolgers mit der Gräfin Chotek wird wieder dementiert. Der Kaiser erfuhr davon am Samstag und sandte sofort den Flügeladjutanten Krauß nach Ecska zum Thronfolger. Krauß kam heute mit dem Dementi von Ecska zurück. Antwerpen, 7. November. Anläßlich des gestrigen Festmahl e s zu Ehren der belgischen Süd-Polar- Expedition ereignete sich ein politischer Zwischenfall. Der Bürgermeister Van Ryswyk benutzte die Gelegenheit, um dem Burenvolke die Sympathie des stammverwandten Vlämenvolkes auszudrücken, worauf alle anwesenden Engländer unter lebhaftemProtest den Festsaal verließen. Paris, 7. November. Du Paly de Clam wurde am vorigen Sonntag, als er einem Reisenden den Eintritt in seinen Wagenabteil verweigerte, durchgeprügelt, was ein polizeiliches Protokoll zur Folge hatte. London, 7. November. Nach einer Meldung der „Daily Mail" soll es fast sicher sein, daß die Kaiserin von Deutschland mit dem Prinzen Oskar und der Prinzessin Luise ihren Gemahl nach England begleiten werde. Petersburg, 7. November. Infolge eines Verbotes seitens der Regierung unterblieb die Abreise des russischen Freiwilligen-Korps nach Transvaal. wg"»1"____ii> Lokales und Provinzielles. W. Aus der Wetterau, 7. November. Der reizende Alteweibersommer, der uns in der ersten Novemberwoche beschert war, zeigte uns auch die Plagegeister, die Schnaken noch einmal, welche uns in den Monaten Juli, August und September zerstachen, wie es nie zuvor geschehen war. Man wußte in manchen Gegenden, z. B. in dem Bade Salzhausen, das einen hocherfreulichen Aufschwung nimmt, früher nichts von diesem Geschmeiß, das aber dort so zur Plage wurde, daß manche Kurgäste die Flucht ergriffen. Jetzt ist die Zeit gekommen, das Ungeziefer energisch zu bekämpfen und hier sollte jeder, soweit es ihm möglich ist, sein Teil dazu beitragen, denn nur wenn gemeinschaftlich vorgegangen wird, wie gegen Maikäfer, Engerlinge, Raupen, Mäuse und Hamster, ist auf Erfolg zu hoffen. JDie Schnaken verbergen sich während des Winters in frostsicheren Orten, z. B. in warmen Kellern, Ställen, Gruben, Brunnenschächten und ähnlichen Orten. Hier muß man sie aufsuchen und mit Baumfackeln, Fliegenklatschen u. dgl. unbarmherzig vertilgen; aber nicht so, daß man einmal nachsieht und bann nicht mehr, sondern so oft als möglich. Wenn wir nicht konsequent gegen das Geschmeiß auftreten, behalten wir es für Jahrzehnte, vielleicht für immer. Butzbach, 7. November. Etw as von den Vorfahren unserer Artillerie. Daß Soldaten den Magistrat einer von ihnen eroberten Stadt bitten, ihnen als Anerkennung für ihre wirksame Beschießung ein Geschenk zu verabfolgen, erscheint uns heute wundersam. Dennoch beruht die Kunde hiervon nicht auf einer Legende, sondern ist in der Geschichte des Großh. Hess. Artilleriekorps mit- geteilt, und betrifft unsere Stadt Butzbach: Es war gegen Ende des unser deutsches Vaterland verwüstenden 30jährigen Krieges, als Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel aus Anlaß eines Erbfolgestreites einanbet bekriegten. In biesem von 1645 bis 1647 währenben sogenannten „Hessenkriege" gelang es ben Kasselern, bie kleine Feste Butzbach zu nehmen, nachdem man bereu Thore mit Petarben, b. h. kleinen Sprengmörsern, zerstört hatte. Nun war es ein Brauch jener Zeit, baß bie bie Geschütze bebienenben „Konstabler", sobalb es mit Hilfe ber Artillerie gelungen war, einen festen Platz einzunehmen, bie Kirchen? glocken berfelben ober eine entsprechend AbstanbSsumme beanspruchen konnten. Sie traten es in biesem Falle, inbem sie in folgenbem sehr eigenartigen Schreiben sich ihr Recht vom „Hochwohlweisen Magistrat" erbaten: „Ehrsamb Hochwohlweise Gestrenge Herrn Bürgermeister: unb Rath biefer Stabt! Als wir gestrigen Tages burch ben Wohleblen streng und festen Obrist Lieut. Unb Ihre Excel!. Herrn General Major Geysse (Geisse, später als von Geyso geabelt, Nachkommen dieses Generals sollen noch heute in ber preußischen Armee bienen. Reb.) commanbirt worben, biefe Stabt allhier Butzbach zu attaquiren unb mit Petarben zu Petar- biren, also sind wir solchem Commando nachgefolget unb es verrichtet. Dieweil es aber bräuchlich, auch von Kaiser Carola quinto (Karl ber Fünfte) solches verwilligt worben,, so eine Stabt ober Vestung burch bie Artollerey Personen eröffnet wirb, deßwegen Ihnen satisfaction zu thun ober bie Glocken ober große stückh verfallen sein sollen. Alß gelanget an H. Bürgermeister unb Rath Unser bienstl. ersuchen. Vns hierinnen auch satisfaction zu erweisen vnb vns alle gerechtigkeit nit absprechen. Verbleiben ber Herren Ihre willige allezeit. Sämmtliche fürstlich Hess. Petarder unb Fewerwerker. Signatum b. 28. 8. 1645. An Rath Butzbach. Es ist uns nicht überliefert, welche Antwort ber „Rath von Butzbach" gegeben hat. Vermutlich wirb er „seinen Dank" (?) in tlingenber Münze „ber tapferen Artolerey" abgestattet haben. (B. Z.) △ Vom Lande, 7. November. Eine rechte Plage für Geistliche unb Lehrer sind die fahrenden „Künstler", die bald Zauberstückchen, bald einen Affen ober eine weiße Ratte rc, ber Schuljugend zur Bewunderung vorführen. Diese Vorführungen haben meist keinen positiven Wert, verleiten vielmehr bie Kinber zu Zerstreuungen, ge- fährben ben ernsten Zweck der Schule, lehren die Jugend alten Zeit"! Obh. Ztg. Haftester Siegesfreude auf der Heimkehr vom „Exami" zu mir ins Haus, fein Zeugnis triumphierend in der Rechten schwingend. „Doa läse Se, Härr Parrerl hätt's sealber neat vun mear gedoacht; doas „Weißi" vo „Holzem" (Holzheim, Mutterort des Kirchspiels; Weiß war ein von H. gebürtiger, unglücklicher Genosse), doas immer soa grüß thoat, eas (ist) dorchgefoalle; oaber eich — noa (nun) hei (hier) stihts ze lease, mei Testimonium: läase Se's sealbst, eich michts (mochte) noach eamol vun Ihne hiare (hören), doaß eich's iher (eher, leichter) glaub'. Wei haaßt's: In den unbedingt notwendigen Gegenständen notdürftig bestanden! Neat woahr, doas härre Se falber neat vun mir gedoacht, en' noach derzau : In den unbedingt notwendigen Gegenständen!" eZurn besseren Verständnis sei hier auf die in der Wetterauer Gegend allgemein bräuchliche falsche Anwendung der Vorsilbe „un" hingewiesen; „unbedeutend reich" z. B. gilt in meiner trauten Heimat für „sehr, ungemein reich") Nachdem der über seinen Lebensabend und die Existenz seiner Familie Beruhigte sich in etwas von seinem Freudenräusche erholt hatte, befragte ich ihn über die Einzelheiten des bedeutungsvollsten, angst- und schließlich wonnereichsten Tages in seinem ganzen Leben. „Hoart (Hart) woar's schun", erzählte er da, „dabei doas Zeugnis moacht Alles vergeasse. Ze earst (zuerst) geangs zum Härre Geh. Kearcheroath D. Dear leat (legt) ns et ean' grüße Boage (Bogen) weiß Papeier vor en' fist- „»Jetzt schreiben Sie sofort, Herr Schulmeister, die Antwort auf die Frage, die ich Ihnen aus dem Katechismus vorlegen werde"". „Sofort die Antwort?", sar eich doa, „könnt eich neat earst bie Froag uf- schreiwe, doaß eich mich ncabebei e’ winkelche (ein wenig) uf die Antwort beseanne könnt!" — „„Nein, das lassen Sie bleiben, Herr Schul- merster"", woar dear Bescheid uf mei Bittgesuch. „Nu, meat Gottes Heal", sar' crch, „ser's, weU's muß!" — „„Nun, so beantworten Sie rasch nach dem von höchster Stelle eingeführten Katechismo (Sei weasse, Härr Parrer, ear maant (er meinte) doas büs (böse), neumoarsch (neumodische) „Peifersche" Büchelche;) fso hieß im Dolksmund der rationa^ listische Leitfaden von einem gewissen „Pfeifer") die Frage: Was heißt: „Gott ist gerecht?" en' doa ftaalt (stellte) ear seich goar noach geroad' hinner meich en' guckt mir üroroer bei Schüllern (Schultern). Doa koam eich en e grüß Verleagenheit, en’ eas feil (fiel) miar neat gleich bei, woas bear „Peifer" üroroer bei „Gerechtigkeit Gottes" süt. Soa schreib eich boan, weil eich neat länger oan (an) bear Ferrer (Feder) laue dürst, woas miar groad en de Sinn koam. „„Was machen Sie denn?"", ruft doa bear geftreange, decke Härr, „„Sie schreiben ja die Antwort auf die Frage: Was heißt: „Gott ist allwissend?" Wenn Sie sich nicht bald eines Anderen besinnen, können Sie fürder nicht länger Schuir meister fein!"" Reacht hoar (hatte) dear Mann; doarim (darum) — schneall en' decke Strich doarch mei Geschribfel, en’ doann herzhoaft witrer (wieder) oan's Schreiwe. „„Jetzt roird's recht, Herr Schullehrer!"" sar nu der Oachselgucker. Woas woar eich soa früh! Doann noahm ear meich oardentlich vör en bear „Biblische Geschicht". Doa koam ear oan be rechte Mann. Dei keann eich dorch en’ bord). Meat Lob üroroer mei Bescheib en bear Schreast (Bibelkenntnis) entleih ear meich." »Nu hicm zem Härre Superetenb P. Miar kloppt' doas Hearz, hoalb hoffningsfroh, hoalb laibmurig; wühl rooar eich beam earfte Treaffe meat passirlich Hailer Haut entrönne; oaber met soll ben Toag neat vör bem Daroenb loabe! „„Wir wollen rechnen, Herr Schulmeister. Da haben Sie einen Schieferstein; barauf steht ein Divisions- Exempel, bas rechnen Sie; btüben im kleinen Stübchen gegenüber, sinb Sie ganz ungestört; da rechnen Sie!"" Eich guckt' miar doas Exempel on. Richtig, bear Divisor hatt' 6 Stealle (Stellen). „Hochwürden," storrert ei, „thun Se miar e poar Stealle aus dem Divisor weag; bear eas miar ze mächtig I" „„Kann Ihnen nicht helfen, müssen Sie rechnen können; ansonsten sinb Sie bie längste Zeit Schulmeister gewesen. Rechnen Sie fehlerfrei unb rechnen Sie schnell!"" Nu, meat bear Gottes Hea!f roeare miar doas aach noch fearrig dränge. Eniwerr (Hinüber) en's Stibbche, eas schien faan Sonn' en faan Muund enean (hinein), ean gcrachnet, beas (bis) miar bear Schwaaß (Schweiß) vun bear Stearn (Stirn) rann; candlich fearrig! Doann wirrer üroroer ben Gang, oangekloppt. „„Herein"". „Aeuer (Euer) Diener, Härr Superetenb!,, „Guten Tag, Herr Schulmeister! Haben Sie die Rechnung?" noahm die Toafean (Tafel), geang ean's Neawestibbche, soah noach beam „Foacit" (sah nach dem Faeit), koam hearaus, ean steiß miar dean Schievverstaan zou meat beam Donnerrooart: „Ist nichts nutz, Herr Schullehrer; müffen Sie '»roch einmal, müffen Sie recht rechnen, sonst usro. Doa faßt' eich miar e* Jcearj: „Hochivirden", sar eich, „hnn eichs boach glei gesaat: Dear Divisor eas miar ze mächtig! Könnte' Se neat soa gout sei, ean —„Nein, Herr Schullehrer, das müssen Sie so rechnen können!" — Nu dann, Boarmherzigkeit goab's kaa, eich wirrer enüroer ean's klaan Stibbche, ean noach eamoal vu voarn gereachnet. Doarüwwer woars oarg spät woarn. Ean (Und) dennoach moacht eich deasmoal earst noach bei Proab bruf; richtig, eas stimmt! Getroast enüroer, oangekloppt. „Herein!" „Aeuer Diener, Ero. Hochwirb'N!" „„Guten Abend, Herr Schullehrer! Haben Sie diesmal die Rechnung?" — Meat eam (einem) teste Bickling eroroer- raicht' eich se. Dei Proab hatt' gestimmt. Weann kaa Druckfehler eam „Foacit" rooar, mußt's deasmoal reacht fei'. Hea (Er) geang ean's Kämmerche', koam haeraus, ean schmunzelt', ean faat: „'s ist recht, Schulmeister!" — Miar Heang bear Himmel voll Viola, Baß ean Geige. Dear schwirst Staan rooar eatzt (jetzt) gehoawe. Reachne kann eich joa, Här Parrer, nortz bei oallezegruße Divisor hun eich niemoals leire (leiden) mögt — Doann goab hea (er) miar e’ Buch ean bei Hand; eich kannt's uff dear Steall; eas rooare fei’ aigene’ (eigenen) „Prerrigte* (Predigten), bei miar Schaulmoaster vun Amts roeage’ (wegen) beait Leut' ean bear Noachmittoagskearch veerlease misse I „Da lesen Sie!" Meat aller Kroaft feang eich van, ean zug alle Register. Daher eich rooar meat beam Satz, bear oarg lang rooar, noach neat zer Hälft fertig, doa reif hea: „Halten Sie ein, Herr Schullehrer!" Erschroacke' heilt (hielt) eich ennn, ean docht bei mir sälbst: „Woas wirrst de doa wirrer gemoacht hun!" — „„Halten Sie zuweilen Kirche?"" — „Joa, Ew. Hochwirde, alle Sonntoag Noachmittags, doa roiar unsere Härre Parrer in Holzheim hawwe." — „„Hab's gleich gehört, fahren Oie fort; haben einen guten Vortrag!"" — Doa heappt (hüpft) miar deas Hearz vör laurer (lauter) Fraid'! — Zeleatzt (Zuletzt), eas dämmert schun stärk enn be Eacke' — heiß eas: „Nun fingen Sie zum Beschluß bes ExamenS!" — Doabruff harr' eich lang geroaart (gewartet). Miar Doarfgealler hun bis bato kaa Drjel enn bear Kearch; boafür hun miar bei Drjel enn be Häls (Hälsen)I — „„Können sich selbst Text unb Weise wählen I"" — Doar trat (trat) eich enn bei Feansternische ean stimmt met dem hun (hohen) Fis doas Laid (Lied) oan, woas miar dean ganze hoarte Toag immer immer eam Scann (Sinn) aeleagf: »Aus tiefer Not schrei ich zu dir!" — Aarnal (Einmal) soah eichmearre (mittem eam Gesang nearne (neben) aus. 2)oa ftoanne (ftanben) brimne (drunten) oam Röhrborn veile Maare (Mägde), bei harre bei volle Wasserzüroer uf bean Köpp, ean ftoanne ean hoarchte (horchten) ean lachte, fei verstoann (verstanden) eas neat beaffer (besser). Groad (Gerade) mei bear Daroenbftearn miar freundlich enn bei Aage flimmert, rooar eich oam Eand met alle Bärs (Versen). Fer (Für) meich woars Sänge (Singen) e’ Gottesdienst geweasa, trotz bem unuerftännige Lache bear dumme Maare, „'s ist gut, Herr Schull-Hrer", saar nu dear Härr Superetenb. „Sie sind in der Prüfung bestanden; hier haben Sie's schwarz auf weiß." — Härr Parrer, hei (hier) hun eich's schwoarz uf weiß, en loaß miars canroahme einrahmen): „In den unbedingt notwendigen Gegenständen notdürftig bestanden!" Daber nu geschweand zu Fraa ean Kind! Woas roearn dei seich fraael Gun Daroenb (Guten Abenb), Härr Parrer!" — Und fort stürmte er freudig mit bem errungenen Testimonium. Gott hab ihn selig, den längst aller Examina und aller übrigen Erbennot ent- tronnenen, zu seiner Ruhe gekommenen „Schulmeister aus ber guten 3* “ Sünfll« hj( den g? ßrlaubni« i« " < *b1’1 sicher Mitarbeiter durch ein Dors in xeitS, und es w wollte ich 4 me fugen. M stan Mädchen meinem die Größe eines ( ob es denn mied lächelte erst gehe Du nicht, was bi — Iibelstunde; Ding müßtest Du Stube und ich lai wurde mir klar, i in den Angen der gölten hatten, dc wiesen. ^n der sah ich recht der Hoch die ftiri lichen Ergusses, möge. Was ist erhalten wir sol Teufelswerk uni dienst. Kirmes heißt es da zur Kirmes, wie bet feiern unb in in bem M, be jagten aber u, Wägern und h. und allen Lügner! der mit Feuer nr Tod usw. - Die? erweisen der chri Ansehen derselbe unter aller Kriti Aon der B Fund machte t ®räf in Leu l°ches. In eine ne einen fteinern 75., 16. Ull m-P Mainz, ' ^lsetzung b, jwjie vormittag nuttgesunden. 5 sÄfe «letti», ®ti 5 3 8 und Zauberern und Abgöttischen schlägern und H ihrer Asche! (D. Zig.) M-Seita-'S“ tirl Nowati 7880 Hillgärlner. ▼ In Gleesen zo haben bei 7872 7884 Hamburg. MMWW a 2 1 Emil Fischbach. HANS HOTTENROTH, General-Agent, Hamburg. Lampertheim, 7. November. Gestern beging nach wenig Tagen unsere Gemeinde wieder ein Jubiläum, nämlich das Fest der 50jährigen Amtsthätigkeit des Herrn Oberlehrers Geißler, der seit 36 Jahren in unserer Gemeinde wirkt und sich während derselben den Dank, die Achtung und das Vertrauen der hiesigen Einwohner aller Konfessionen und Stände erworben hat, ist er doch auch in außeramtlicher Thätigkeit im Dienste für das Volkswohl eifrig bemüht gewesen. So hat er vor mehr wie 30 Jahren den ältesten der hiesigen Vereine, den Männergesangverein, gegründet; er hat den alten Krankenverein ins Leben gerufen; er war beteiligt an der Gründung der Spar- und Darlehnskasse, deren Direktor er schon seit Jahren ist. (D. T. A.) der schier endlose Leichenzug zwischen dichtgedrängten Zuschauern unter dem Geläute sämtlicher Glocken über den Gutenbergöplatz und den Markt durch das Hauptportal in dem Dom, der bis nach Einzug des ganzen Konduktes für alles Publikum vollständig geschlossen gehalten wurde. Den Leichenkondukt eröffneten Schüler höherer Lehrklassen und katholische Waisenknaben, denen sich zunächst zahlreiche katholische Vereine und Korporationen in großer Mitgliederzahl mit ihren Fahnen und Abzeichen anschlossen. Hieran reihten sich zahlreiche hiesige und auswärtige Deputationen, denen alsdann in langen Reihen die Geistlichkeit folgte. Neben dem fast vollzähligen Diözesanklerus befanden sich unter der letzteren die Bischöfe Korum von Trier, Fritzen von Straßburg, Willi von Limburg, Nörber von Freiburg, Endert von Fulda, Ehonoles von Speyer, von Schlör von Würzburg, Weihbischof Galen von Münster, der Abt von Marienstatt, Domprobst vr. Berlage von Köln, Domkapitular Milpisch von Limburg, Prälat Keller von Wiesbaden und Domkapitular Sporls von Würzburg. Die Bischöfe waren im hohen Ornate. Hinter dem von vier Pferden gezogenen Leichenwagen gingen zunächst die Anverwandten des Dahingeschiedenen, ein Bruder und zwei Neffen. Diesen zunächst bemerkte man in dem Leichenkondukte den Fürsten Löwenstein, den Prinzen Vrktor Isenburg - Bierstein, den Vertreter des Großherzogs Obersthofmarschall Westerweller, Staatsminister Rothe und Ministerialrat Schlippe, Staatsminister a. D. Finger, den Reichstagsabgeordneten Dr. Lieber, die hessischen Kammermitglieder Dr. Schmitt, Dr. Frenay, Dr. Brentano, Kaufmann Molthan, Verleger Pennerich, Provinzialdirektor v. Gagern, die gesamte Generalität von Mainz mit dem Gouverneur in großer Uniform. Ferner nahmen an dem Leichenkondukte der Oberbürgermeister mit den Beigeordneten, die richterlichen Beamten, sämtliche dienstfreie Offiziere, die Professoren und Lehrer der höheren Lehranstalten sowie sonstige staatliche und städtische Beamte teil. Das feierliche Requiem im Dom celebrierte Erzbischof Nörber von Freiburg unter Assistenz der Domkapitulare Dr. Selbst und Dr. Naich von hier. Die Leichenrede hielt Bischof Willi von Limburg, der unter dem Texte: „Die aber Erleuchtete waren, werden leuchten wie der Glanz des Firmamentes rc." ein lebenswarmes Bild des Dahingeschiedenen entwarf. Nach erfolgter feierlicher Einsegnung wurde die Leiche von Bauhandwerkern des Domes vor den Nassauer Altar im nördlichen Kreuzarm des Domes getragen und hier der Sarg sofort in das Grab versenkt. Alzey, 6. November. Dieser Tage starb im städtischen Krankenhause hier Fräulein L u i s e S i m o n, seither Lehrerin an der Privatmädchenschule zu Groß-Umstadt. Die Verblichene wirkte längere Jahre mit großem Erfolg an der höheren Bürgerschule zu Schotten, wo sie vorzugsweise den Unterricht im Französischen und Englischen erteilte. Sie war nicht nur eine durchaus sebständige Natur, sondern zeichnete sich auch durch ihre Aufrichtigkeit, ihren Gerechtigkeitssinn und ein feines pädagogisches Verständnis aus. Wer sie näher gekannt, wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Friede und allen Lügnern, deren Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches ist der andere Tod usw. — Die Verfertiger und Verbreiter solcher Traktätchen erweisen der christlichen Kirche einen schlechten Dienst; das Ansehen derselben kann durch derartigen Stumpfsinn, der unter aller Kritik ist, nur geschädigt werden. Von der Bergstraße, 7. November. Einen seltenen Fund machte dieser Tage die Frau des Landwirts Lorenz Gräf in Leutershausen beim Graben eines Rübenloches. In einer Tiefe von etwa einem halben Meter fand sie einen steinernen Krug, der mit 424 Münzen aus dem 14., 15., 16. und 17. Jahrhundert gefüllt war. □ Mainz, 7. November. Die Ueberführung und Beisetzung der Leiche des Bischofs Haffner hat heute vormittag unter Entfaltung großen kirchlichen Pomps stattgefunden. Von dem bischöflichen Palais bewegte sich Bekanntmachung. Im Konkurse über das Vermögen des Chr. Rebe und Ehefrau in Gießen soll nach Beschluß des Gläubigerausschusies eine Vorverteil- unq von 17 Proz. der nicht bevorrechtigten Forderungen stattfinden. Ein Verzeichnis der zu berück- sichtigenden, nicht bevorrechtigten Forderungen ist bei Großh. Gerichts- schreiberei hier niedcrgelegt und beiragen die anerkannten Forderungen 18416 Mk., während die zur Verteilung verfügbare Maffe 3130 Mk 72 Pfg. beträgt. 7869 Helfrich, Konkursverwalter. Der beste aller Liqueure. Man achte immer darauf, dass sich am Fusse jeder Flasche die viereckige Etiquette mit der nebigen Unterschrift des General- Direotors befinde: Offiziers- Portemonnaie, flach, bequemes Tragen in der Tasche, 4 Tresors, worunter 3 besondere Verschlüsse haben Chagrrln-SafHan Leder.......Mk. 3. Echt Juchten oder Seehund . . . Mk. 4. Porto 20 PL, Nachnahme 20 Pf. extra. J. Hurwitz, BERLIK SW., Hochstrasse 19. g Hmuhrtrettev, zu Weihnachtsgeschenken geeignet, fertigt gut und billigst an, sowie alle Arbeiterbewegung. Mainz, 7. November. Unter den hiesigen Dachdeckern ist eine Lohnbewegung eingetreten, die durch nolwendige Reparaturen zweier Kirchtürme hervorgerufen wurde. Die bei diesen Arbeiten beschäftigten Gesellen verlangen einen Lohnzuschlag, der ihnen auch in der Höhe von 1,50 Mk. pro Tag bewilligt wurde. Von dem Verbände der Gesellen erhielten die Meister nun ein Schreiben, daß die Arbeiten auf den Türmen sofort eingestellt würden, wenn die Gesellen nicht e n Stundenlohn von 80 Pfg. erhielten. Diese Forderung übe, steigt um 25 Pfg. pro Stunde die Löhne, welche die Stadt für diese Arbeiten vergütet. Bismarckhütte, 7. November. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß die auswärts verbreiteten Nachrichten über eine Ausstandsbewegung in Oberschlesien, soweit sie die Bismarckhütte be- treffen, durchaus jeder Begründung entbehren. M.-Gladbach, 7. November. In der Weberei Hellendall in Bettrath ist durch beiderseitiges Entgegenkommen eine Einigung erzielt worden. Sämtliche Weber haben die Arbeit wieder ausgenommen. Hamburg, 6. November. Sämtliche bei Abbrüchen beschäftigten Bauarbeiter legten heute die Arbeit nieder. Der Streik ist dadurch von Bedeutung, weil infolge der Arbeiten am Eentralbahnhof und der Erweiterung des Freihafens ungewöhnlich viel Abbruchsarbeilen vorliegen. Leipzig, 7. November. Die seit 9 Wochen ausständigen Arbeiter der großen Lochmannschen Musikwerke haben gestern abend wegen Aussichtslosigkeit den Generalstreik für beendet erklärt. Sämtliche 400 Arbeiter sind unterlegen und infolge Neueinstellung von Personal aus der Fabrik ausgesperrt. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allertshausen für 1900/1901 liegt vom 10. November 1899 an acht Tage lang zur Ein fficht aller Jnteresienten offen. Allertshausen, den 7. November 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Allertshausen. übngi" z txr g" daS Geldausg.ben für Tändeleien und spielen den Eltern die Pfennige aus der Tasche. Nicht selten wissen derartige Individuen in beispielloser Unverfrorenheit die Lehrer über die den „Künstlern" von der Lokalschulbehörde versagte Erlaubnis zur „Vorstellung" zu täuschen. Neuerdings soll nun gegen solche Bummler energisch eingeschritten werden. Ueberall auf dem platten Lande ist Mangel an Arbeitskräften. Ein bequemes Leben im Nichtsthun behagt manchem freilich weit mehr, als die ehrliche Arbeit. -i- Bad Salzhausen, 7. November. Der Ankauf und Austausch von Gelände für unser Bad, das zu einer selbständigen Gemarkung erhoben wurde, wird mit Erfolg weiter betrieben. Ein schönes Ergebnis hat Herr R. in Gießen erzielt, der beträchtliches Grundeigentum besitzt, welches sich besonders dazu eignet, die Parkanlagen zu vergrößern. Voraussichtlich wird Herr R. über 100000 Mk. und auch noch einen oder den anderen Bauplatz erhalten. Im vorliegenden Falle zeigt es sich, wie sich weise Vorsicht und weiter Blick beim Ankauf von Gelände lohnt. Vor 30 Jahren hätten die wenigsten geahnt, daß jene Grundstücke dereinst so wertvoll werden würden. Der Schwiegervater des Herrn R. besaß diesen Blick und nun ernten die Kinder und Enkel den Segen, der aus jenem guten Gedanken ersprießt. Alsfeld, 7. November. Dunkelmänner. Ein gelegentlicher Mitarbeiter der „O. Z." schreibt: Kürzlich kam ich durch ein Dorf in der Nähe Alsfelds. Es dämmerte bereits, und es war Zeit, den Heimweg anzutreten. Doch wollte ich erst meinem Freunde Kaspar noch „guten Abend" sagen. Wir standen an der Hausthür. Da reichte ein Mädchen meinem Freunde ein Flugblatt. Dasselbe hatte die Größe eines Stimmzettels, weshalb ich neugierig fragte, ob es denn wieder was zu wählen gebe. Freund Kaspar lächelte erst geheimnisvoll und meinte dann: „Das rätst Du nicht, was das ist; — das ist eine Einladung zu einer — Bibelstunde; das geht schon seit Wochen so. Ja, das Ding müßtest Du mal lesen." Kaspar machte Licht in der Stube und ich las. Und je länger ich las, desto mehr wurde mir klar, daß ich und viele andere, die wir bis jetzt in den Augen der Welt als leidlich tugendsame Wesen gegolten hatten, doch eigentlich recht schwarze Seelen aufwiesen. In dem Spiegel des „frommen" Flugblättchens sah ich recht deutlich meine und der andern Niedertracht. Hoch die Kirmes? so lautet die Spitzmarke des lieblichen Ergusses, aus dem eine kleine Blütenlese hier folgen möge. Was ist die Kirmes? lieber diese interessante Frage erhalten wir folgende lehrreiche Auskunft: Die Kirmes ist Teufelswerk und Götzendienst. Kirmes ist Sünde und Weltdienst. Kirmes ist Feindschaft gegen Gott. Des weiteren heißt es da zur Erläuterung: O Freund, fliehe vor der Kirmes, wie der Pest; denn deren Teil — die Kirmes feiern und in Feindschaft wider Gott stehen — wird fein m dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt. Den Verzagten aber und Ungläubigen und Greulichen und Tot- oiHonetnfiFo kauft f-d- Dam- am besten UN» »Äeiuenaiuiie, yr#fetvertlje,ier Schutt __ IBENEDICTINE D.OÄ Seltersweg LI, II, eine 4 Zimmer- wohnung mit Zub. zu verm. 7395 & Schutzmarke. Ende nach 10 Uhr. Anfang 8 Uhr. WcteefHitzHankSwasserdicht! vermieten. Mäusburg 12 vermieten. Kaplansgafle 25. [7853] ftrafle, höflichst eiugeladen 7597 Sonnenstraße 6. vermieten. I. Weinert. zur J. Damm, Rektor. Prospekte durch Procent Näheres bei 81, 4 03977 Asterweg 44, HI, Brief dtv. 4.16 Americ. 230.5« »rüst'sch« Nuiv.-Dr»L«M Darmv. 8L«ecttcn und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Verantwortlicher Nedattcur: H. Ko eg ter. — Drud Irr mi et n n gen Hufeisen-H-Stollen (Patent Neuss) Nerslhiedenes Offene Stellen MeKn-Gelilche o 2. 3. 98 05 89.50 96.70 (00.00 100.30 4. 5. 6. Brief 16.20 20.43 4 JO E. Schmidt, Bahnhofstraße 63. 99.C1 97 85 25.10 42.65 48.0» 100.(0 95 3» 10050 100.80 100.75 98.95 84.50 4 56.25 4 Perfekte Knaben- und Damenschneiderinnen empfehlen sich in und außer dem Hause. Versteigerung: Eine große Partie Brennholz; ca. 400 Pettoleumfässer, die sich vorzüglich zu Waschbütten und Jauchefäff.rn eignen; ca. 50 Thüren, eine große Anzahl eichene Gartenpfosten; eine große Anzahl alte Bretter und dergleichen. 7744 Nach Schluss des Theaters Omnibusverbindung nach verschiedenen Richtungen. Biliets in der Musikalienhandlung Ernst Challier und an der Abendkasse. Dritte Vorstellung: Donnerstag den 16. November: „Nora“ mit Frl. Triesch als Gast. «tzepdeoarser ooo.oo l Oesterr. Lredit'Actien ist handlich, sauber, unverwüstlich. Die in der Bürste befindliche Trocken-Wichse conserviert das Leder und macht es elastisch, blitzblank und wasserdicht. Die Wichse färbt nie ab! 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