Mittwoch den 9. August 1SW Erstes Blatt. Wt. 185 Amts- und Anzeigeblntt jfir den Uveis «Kieszen )is 200 PS o 266.20 34.20 3g4Ö 38^0 13^ 24.10 144.30 110.50 Lllr Anzrlgrn.ÄkrimttlunMellrn be* In- unb Hu«tanHi nehmen Anzeitzen für den Gießener Lu,e,ger enr,e,«. 150.40 3390 144.- 112.90 Rtfrrftien, Lxpediüon und Druckerei: Ach.lstr.tze Ar. 7. 137.95 136.10 146.30 103.65 a*ne**e Anzeigen zu der nachmittags für ke MfOibm t«f erscheinenden Nummer Hi vor«. 10 Uhr. Die Revisionsverhandlungen zu den vorhergehenden Voranschlägen sind bei Aufstellung des neuen Voranschlags von der im Bordereau die Rede ist, erklärt Dreyfus, von derselben keine Kenntnis gehabt zu haben. Der Präsident fordert den Angeklagten auf, zu erzählen, welcher Art die Arbeit der verschiedenen Bureaus des Generalstabes war, Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.__ Oktober, Anzeige erstatten. v. Bechtold. -3 Nähr- und Hel. Zum täg. ich vorzüglich •teile von Thee namentlich bei hsncht, leseenz. ert. L" ’S iriUi- 143.- 16120 131'39 13590 14520 130.50 1032 12740 Rennes, 7. August. Ueber das Aussehen Dreyfus' bei der heutigen Verhandlung wird telegraphiert: Dreyfus trägt beim Betreten des Sitzungssaales den Tschako in der Hand; er ist bis auf den kurzen Schnurrbart glatt rasiert. Die schmalen Schultern sind hochgezogen, der Rücken ist etwas gebeugt, das Gesicht gelblich und mager, das kurz geschorene Haupthaar fast ganz ergraut, der Scheitel völlig kahl. Die Lippen sind fest geschlossen, die Augen blicken hart und fest. Rennes, 7. August. Aus der heutigen Verhandlung ist noch zu bemerken, daß der Präsident Jouaust in seiner Fragestellung häufig das Material Merciers benutzte, nämlich dessen Angaben vor dem Kassationshofe. Als der Präsident Dreyfus frug, ob er direkte Beziehungen zu den Militärattachees gehabt habe, antwortete der Angeklagte: ..Niemals, absolut keine."____________________ . *"•. 262.75 «drkffe für Depeschen: Anzeiger Kietz«. Fernsprecher Nr. 51. Prozeß Dreyfus. Rennes, 7. August. Vor dem hiesigen Kriegsgericht begann heute früh auf Grund des Beschlußes des Kassationshofes das Wiederaufnahmeverfahren gegen den Kapitän Dreyfus. Die Vorbereitungen zum Prozesse wurden gestern beendet. Seit den frühesten Morgenstunden herrscht vor dem Lyceum, in welchem die Verhandlungen stattsinden, das regste Leben. Ein zahlreiches Publikum hat vor demselben Aufstellung genommen, um die Ankunft Dreyfus zu erwarten. Um 6i/4 Uhr schreitet Dreyfus in strammem Schritt, von zwei Gendarmerie- Offizieren begleitet, aus dem Proviantmagazinsthor. Das Publikum ruft: „Da kommt er!" Dreyfus blickt weder rechts noch links. Inzwischen hat sich der Sitzungssaal vollständig gefüllt. Die Verteidiger Dreyfus, Labori und Demange erscheinen mit ihren Sekretären. Casimir Perier, Billot und Chanoine, ferner Mercier, Cavaignac und Zurlinden nehmen ihre Plätze ein. Esterhazy, du Paty de Clam und Madame Pays fehlen. Die Wittwe Henrys befindet sich im Saale. Beim Eintritt Dreyfus' zeigt sich eine anhaltende Bewegung. Um 7 Uhr erscheint der Präsident des Kriegsgerichts Jouaust mit den Mitgliedern des Kriegsgerichts und erklärte alsbald die Sitzung für eröffnet. Nunmehr richtete der Präsident an Dreyfus, der eine neue Uniform trägt, die üblichen Fragen nach Namen und Alter. Dreyfus antwortet mit fester und klarer Stimme: „Alfred Dreyfus, 39 Jahre alt, in Mülhausen geboren, Stand Kapitän". Es folgt die Verlesung der amtlichen Schriftstücke. Nach Beendigung derselben fordert der Vorsitzende Dreyfus auf, sich zu erheben. Dieser erhebt sich. Der Vorsitzende sagt zu ihm: „Sie sind angeklagt, einer fremden Macht Schriftstücke ausgeliefert zu haben, welche im Interesse des Staates geheim gehalten werden mußten". Dreyfus antwortet: „Ich bin unschuldig, vollkommen unschuldig, Herr Präsident!" ~ . .. . Dreyfus erhebt die rechte Hand. „Ich bin unschuldig, ich schwöre es beim Glück meiner Frau und meiner Kinder". Diese Worte rufen große Bewegung im Saale hervor. Es sind dieselben Worte, die Dreyfus nach der Degradation gebraucht hat. Der Präsident fordert energisch, aber nicht unfreundlich den Angeklagten auf, seine Verteidigung maßvoller vorzubringen. Bezüglich der Note über Madagaskar, zrezng.prH» ptertrijährliH 2 Mart 20 Pf,, monatlich 75 Pftz mit Bringerloh«. Bei Postbezu- 2 Mark 50 Psz vierteljährlich. rien. im gaben Dreyfus' waren. Die vom Präsidenten oft unterbrochene Antwort Dreyfus ist meist unverständlich. Hierauf befragt der Präsident den Angeklagten über seine Gespräche mit du Paty de Clam. Dreyfus erklärt, er habe dü Paty gegenüber immer seine Unschuld beteuert und ihn angefleht, er möge die Untersuchung fortsetzen; es sei unmöglich, daß die französische Negierung einen Unschuldigen opfere, die Regierung besitze die Mittel, die Wahrheit aufzudecken. Der Präsident sagt weiter: „Wir kommen jetzt zum Tage der Degradation. Haben Sie nicht Lebrun-Renault gestanden: „Wenn ich Schriftstücke geliefert habe, so geschah es, um wichtigere zu erlangen". Dreyfus antwortet: „Nein, ich hatte mit Lebrun-Renault nur ein kurzes Gespräch, in welchem ich ihm erklärte, ich wollte vor dem Volke meine Unschuld beteuern". Der Präsident fragt: „Sagten Sie nicht, daß nach 3 Jahren der Beweis Ihrer Unschuld erbracht werde? Dreyfus: „Ja. Ich habe diese Frist vorausgesetzt, weil man mich versicherte, meine Umschuld werde von dieser Frist wegen diplomatischer Gründe nicht bekannt werden können." Das Verhör des Angeklagten ist damit beendet. Dreyfus setzt sich. Der Advokat Demange ersucht den Präsidenten, Akt davon zu nehmen, daß man über die Schlußphrase des Bordereaus, die Zeit der Reise zu den Manövern, später diskutieren werde. Der Regierungskommissar Carriöre beantragt die Vertagung der weiteren Debatte nm 4 Tage, damit erst in geheimer Sitzung das geheime Dossier geprüft werden könne. Die Richter ziehen sich zur Beratung zurück und beschließen, den Prozeß auf morgen zu vertagen und bis auf weiteres unter Ausschluß der Oeffentlichkeit das geheime Dossier zu prüfen. I Wahrscheinlich wird dies vier Tage in Anspruch nehmen. I Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. zu beachten. L, Von der Ablieferung der Voranschläge an die Großh. , ......... ... ß. Dekanate wollen Sic uns demnächst und jedenfalls bis Mitte denen er angehort habe, und welcher Art die-Studl nauf- Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in je einer Hof- raite zu Kestrich und Merlau sowie in zwei Hofraiten zu Nieder-Ohmen, Kreis Alsfeld, ausgebrochen, ist Gehöftsperre angeordnet worden. In mehreren Gehöften zu Oberkleen und in einem Gehöfte zu Daubhausen, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. In dem ersteren Falle ist Gemarkungssperre, in letzterem Gehöftsperre angeordnet. Die wegen Verdachts der Maul- und Klauenseuche angeordnete Sperre zweier Gehöfte in Kröffelbach, Kreis Wetzlar, ist wieder aufgehoben. Unter dem Rindvieh des Johann Freitag und I. Simon zu Hermannstein, Kreis Biedenkopf, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgeftellt und Gehöftsperre angeordnet worden. Gießen, den 8. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießener Anzeiger General-Anzeiger , Angestellte und Seien bequemen Aeteu- aaben durch gelegent- Tetnng. bezw. Aach- re Killern einer erst- Schre'imaschine. r g, 940 befördern Frankfurt a. M. 5138 b« unb um !,? ttlch, md), , ,36: Wn« ‘«H Sarina "to"Sttuman» ""di! „Stabt tu durch bie Rgi. •‘90lb. yöll(a. 5547 Bekanntmachung. Da die Maul- und Klauenseuche im,j Kreise Biedenkopf in größerem Umfange aufgetreten ist und dringender Verdacht vorliegt, daß sie sich in nächster Zeit weiter ausbreitet, ist die Abhaltung des auf Donnerstag, den 10. d. Mts, zu Biedenkopf anstehenden Biehmarktes verboten worden. Gießen, am 8. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtolds fettetet tMCtt Mit »Lsmchm« btl Nte Wietzener He*me*Mtfter Merken tem An-eiger »»chentNch viermal btifekflt 'chuk lfolflerin j «wd< M I 29I 5A ObahN rdbahn- Zimplon HeaN - 11R UCtBU*. a.100- jb.100 a-.W11 Nindtst- ibtr. - ■ 0.100 SS Zs l' AmtlicherIeil. I Bekanntmachung. Unter der Schafherde zu Königsberg, Kreis Biedenkopf, und unter dem Rindvieh eines Gehöfts daselbst ist die I Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Ortssperre an- I geordnet worden. I Unter dem Rindvieh zu Günterod, Kreis Biedenkopf, ist in einigen weiteren Gehöften die Maul- und Klauenseuche I ausgebrochen. Ortssperre ist angeordnet worden. I In Nieder-Eschbach, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftesperre verfügt I worben. I Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Nieder-Weisel, I Kreis Friedberg, festgestellt worden ist, ist Gemarkungssperre I verfügt worden. Gießen, den 5. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. I Gießen, den 4. August 1899. Betreffend: Die Aufstellung der Voranschläge der Land- I gemeinden des Kreises Gießen pro 1900/1901. | Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Sie wollen nunmehr mit der Aufstellung der Gemeinde- I Voranschläge für 1900/1901 beginnen. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß die Einsendung derselben zum vorgeschriebenen Termin — 15. November — bestimmt erfolgt. Wir beziehen uns auf unser gedrucktes Ausschreiben I vom 21. August 1895 und empfehlen Ihnen, dasselbe bei Aufstellung der Voranschläge zur Hand zu nehmen. Die Beilage 2 ist diesmal zergliedert aufzustellen. Die Mobilien sind nach dem Inventar aufzunehmen. Bei den Feldgütern ist zu beachten, daß die Einträge von Flur, Nummer, Flächeninhalt rc., sowie die Dauer der Pachtzeit und der Pachterlös mit dem Vortrag der letzten Rechnung genau übereinstimmen. Ab- und Zugänge von Grundstücken find genau zu wahren. , | Besonders machen wir noch auf die richtige Einhaltung der achttägigen OffenlegungSfristen aufmerksam. Die Be- I scheinigung über die stattgehabte Offenlegung hat am 9ten | Tage zu erfolgen. v. Bechtold. Gießen, den 4. August 1899. Betreffend: Die Aufstellung der Voranschläge der evang. Kirchenfonds für 1900/1901. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die evangelischen Kirchenvorstände des Kreises. Unter Hinweis auf § 4 Der Instruktion zur Fertigung her Voranschläge über die Vermögensverwaltung der evangelischen Kirchen vom 31. August 1885 beauftragen wir Sie, die rubrizierten Voranschläge nach Anhörung des Kirchenrechners so zeitig aufzustellen, daß die Beratung derselben im Gesamt-Kirchenvorstand und in der Kirchengemeindevertretung im Monat September stattfinden und die Vorlage an das betreffende Großh. Dekanat bis spätestens Mitte Oktober erfolgen kann. Insofern ein Beitrag der Civilgemeinde zur Deckung des kirchlichen Defizits in Anspruch genommen werden muß, ist nach § 24 Ord.-Nr. 10 der Kirchenvoranschlags Instruktion alsbald nach der Beratung des Voranschlags im Kirchenvorstand und Gemeindevertretung, der Bürgermeisterei unter Mitteilung eines Auszugs aus dem Voranschläge, von der Höhe des notwendigen Zuschusses Nachricht zu geben, damit der erforderliche Kredit im Gemeindevoranschlage ordnungsmäßig gewahrt werden kann. Mit Bezug auf das Ministerialausschreiben vom 16. Juni 1893 — abgedruckt in Nr. 8 des Verordnungsblattes von 1893 — wird bemerkt, daß vollständige Verzeichnisse der Aktiv-Kapitalien (vergl. pos..V. 2.) diesmal deu Vor auschlägen beizufügeu sind. Die Kapitalien müssen für den I. Teil und II. Teil des Voranschlags getrennt in das Verzeichnis ausgenommen und für jeden Teil besonders summiert werden. Wir verweisen noch auf das Ausschreiben Großh. Ober- Üonsistoriums vom 12. Oktober 1894 (Verordnungsblatt Nr. 14) und empfehlen Ihnen, zur Vermeidung von Revisions- Lemerkungen genaue Befolgung dieser Vorschrift. Deutsches Reich. Berlin, 7. August. Der Kaiser nahm heute vormittag im Schloß zu Wilhelmshöhe den Vortrag des Vertreters des Chefs des Civilkabinetts, v. Valentins, und denjenigen des Finanzministers v. Miquel entgegen. Berlin, 7. August. Die Aelteften der Kaufmannschaft von Berlin haben an den Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, in welcher beantragt wird, bei der russischen Regierung nach Möglichkeit dahin wirken zu wollen, daß die von dieser neuerdings den ausländischen Handlungsreisenden auferlegte Gewerbesteuer beseitigt oder wenigstens auf ein billiges Maß herabgesetzt werde. Berlin, 7. August. Bei der großen Wichtigkeit der ost amerikanischen Station glaubt die Mariuever- waltung, daß sie mit dem gegenwärtig dort befindlichen kleinen Kreuzer „Geier" nicht auskommen könne, weshalb wahrscheinlich im Herbst ein zweiter Kreuzer nach der ost- amerikanischen Station abgeschickt werden dürfte. Berlin, 7. August. Dem Herrn Geheimen Kommerzienrat I. van der Zypen in Köln ist vom Bergischen Fabrikanten-Verein zu Remscheid folgendes Schreiben zu- qegangen: „Von Ihrer Antwort auf die Einladung des Handels-Museums in Philadelphia hat man in den Kreisen von Industrie und Handel Hierselbst mit der größten Befriedigung Kenntnis genommen. Der unterzeichnete Verein pricht Ihnen daher für Ihre Auffassung und Ihr energisches Vertreten der deutschen Interessen volle Anerkennung und herzlichen Dank aus. Schule u- Dir.PetKnig. e Lehrmethode bgmsspW Vor.Vorunt9.0i1- nie koiteei«»' — Entscheidung des Neichsversicherungs- I Maßregeln ergriffen, um die Wafferzufuhr zum Witwaters- Am t s bei selbstverschuldeten Unfällen. In dem neuesten I rand auch ferner zu sichern, und die Stunde wird schlagen, Bericht der rheinisch-westfälischen Hütten- und Walzwerks- I in welcher derjenige, der Herr ist über das Wasser, zugleich Berufsgenossenschaft wird betont, „wie die Berufsgenossen- Herr über das ganze Land werden wird." Da der Oranje- schaften in der Durchführung der Unfallverhütungs-Bor- fluß die Südgrenze Deutsch-Südwestafrikas bildet, so muß schrlften eine recht wirksame Unterstützung dadurch erhalten jede Regelung des Oberlaufes dieses Flusses einen Einfluß hätten, daß das Reichs-Bersicherungsamt Rentenansprüche auf das deutsche Schutzgebiet ausüben, der auch Maßregeln abgelehnt habe, sobald sich der Verletzte durch sein Ver- auf deutschem Gebiete' verlangt. Außerdem hat Deutsch- Halten und durch Nichtbeachtung der Unfallverhütungs-Vor- Südwestafrika unter derselben Gefahr des allmählichen Wasserschriften „außerhalb des Betriebes" gesetzt oder sich in eine I mangels zu leiden, wie die übrigen Staaten und Kolonien „selbstgeschaffene Gefahr" begeben habe. Es ist zwar schon Südafrikas. Verschiedene Fachgelehrte sind schon zu der öfter gewünscht worden, daß das Gesetz, das nur die ab- I Ueberzeugung gekommen, daß Südafrika einer allgemeinen sichtliche Selbstverletzung vom Genuß der Rente ausschließt, Austrocknung entgegengeht. Ein vollgültiger Beweis ließ Selbstverschuldung bei Unfällen berücksichtigen möge, das I sich dafür noch nicht erbringen. Die neueren Beobachtungen Gesetz enthält aber keine derartige Bestimmung, sodaß die I scheinen aber eine Bestätigung dafür zu enthalten, auch mac Entscheidungen des Reichsversicherungsamts wohl noch näherer I daran erinnert werden, daß der ehemals so große Ngamisee Begründung bedürfen. I jn den letzten Jahren vollkommen ausgetrocknet ist. Wenn — Die von Berlin aus verbreitete Mitteilung, daß nun die südafrikanischen Staaten sich über die Regelung die verspätete Ankunft Sr. Majestät des Kaisers in Kiel I der ihnen gemeinsamen Flüsse verständigen, und eine syste- durch ein heftiges Unwetter zwischen Bergen und Kiel, wo- matische Wassergesetzgebung einführen, so kann Deutsch- bei die „Hohenzollern" heftig hin- und hergeworfen worden Südwest-Afrika nicht bei Seite bleiben. Es muß sich an sei, veranlaßt wurde, beruht, wie von zuverlässiger Seite I den Vereinbarungen beteiligen, und bei Zeiten dann auch mitgeteilt wird, auf einem Irrtum. Das Wetter war sehr I Schritte thun. schön, nur lag auf der See zehn Stunden lang ein dichter Samoa. Die drei Mitglieder der Samoa-Kommission Nebel, während es oben ganz hell war. Die Verspätung haben die Inseln verlassen. Zur Zeit befindet sich auf war eine Folge des Nebels, während desselben war nur eine I der Rhede in Apia bekanntlich nur der kleine Kreuzer schwache Dünung. Ueberhaupt hatte die „Hohenzollern" „Coroman". Der „Falke" ist auf der Heimreise nach auf der ganzen Reise niemals hohe See. I Deutschland. Im Herbst gefyt noch der kleine Kreuzer — Bei feinem Besuch am japanischen Kaiserhof nahm I „Seeadler" nach Samoa. Prinz Heinrich von Preußen am 2. Juli d. I. an dem ------- ---- ■ Gottesdienste der deutschen evangelischen Gemeinde in Tokio I TLitclrrnh Teil. Die neue deutsche evangelische Kirche in Tokio, die I ^UzXluIlU» bekanntlich vor zwei Jahren am Geburtstag Kaiser Wilhelms II. I — Ueber die blutigen Vorgänge in Salzburg liegt eingeweiht wurde, war bis auf den letzten Platz gefüllt, da I folgende ausführlichere Meldung vor: Eine von Tausenden außer dem Prinzen und seinem Gefolge die Deutschen alle I besuchte, vom Salzburger Volksvereine im Gablerkeller in ohne Unterschied des Bekenntnisses erschienen, auch viele I der Vorstadt Schallmoosen veranstaltete Protestversammlung Japaner der besten Kreise zugegen waren. Pfarrer Haas, I fand Freitag den 4. d. M. abends statt, mit der Tages- Missionar des Allgem. evangelisch-protestantischen Missions- ordnung: „Zuckersteuer und Ausgleich." Als Redner in Vereins, hielt die Predigt über Eph. 2, 19—22. Prinz der Versammlung sprachen die Neichsratsabgeordneten Heinrich erkundigte sich bei Pfarrer Haas nach den Verhält- I Dr. Sylvester und Hueber und der Gastwirt Kolind, endlich niffen der evangel. Gemeinden Japans, und ebenso bei I auch der Führer der hiesigen Sozialdemokratie, Prähauser. Pfarrer Wendt und Schiller, Missionaren des gleichen I So scharf auch die Ausführungen der Redner waren und Vereins in Tokio, nach dem Fortgang der deutschen Missions- I so sehr sie die gegenwärtige Politik beleuchteten, so verlief arbeit. Der Prinz hat bei seiner Anwesenheit in Tokio I die Versammlung doch ruhig, anstandslos und ohne das durch ein liebenswürdiges, einfaches Wesen alle Herzen, I leiseste Anzeichen, daß es gleich darauf in der Stadt zu so japanische wie deutsche, im Fluge gewonnen. I lärmenden Szenen kommen werde. Nach Schluß der Ver- — Zur Streikvorlage schreiben die „N. H. V.": sammlung zogen die Teilnehmer derselben in dichten In sozialdemokratischen Kreisen befürchtet man, wie der I Scharen, die „Wacht am Rhein" und das „Lied der „Vorwärts" verrät, allen Ernstes ein schließliches Eintreten Arbeit" singend, durch die Vorstadt Schallmoosen nach der des Zentrums für die Streikvorlage und damit deren An- I Stadt. In der Linzerstraße änderte sich plötzlich das ganze nähme. Anlaß zu dieser Besorgnis der „Genossen" hat ein Bild; es wurden Pfiffe gehört und es erschollen die Rufe: Artikel des Zentrumsorgans „Germania" gegeben, in dem Auf zur „Salzburger Chronik!" Dieser Ruf wirkte wie betont wird, daß der Terrorismus der Sozialdemokraten in ein Funke im Pulverfasse und fand ein hundertfaches Echo, vielen Fällen ein ganz unerträglicher sei, daß aber der Ge- Es kam der Unwille über ba§ fortwährende Geschimpfe setzentwurf zum Schutz der Arbeitswilligen doch so manche und die volksfeindliche Haltung des klerikalen Salzburger unhaltbare Bestimmung umfasse, daß er in der Form, wie Blattes in der Bevölkerung zum Ausdrucke. Die Menge er vorliegt, nicht angenommen werden könne. 6er „Vor- I stürmte vorwärts, riß alles auf dem Wege mit sich, und wärts" liest nun aus dieser Auslassung ganz richtig heraus, I die Menschenmasse ergoß sich über die Staatsbrücke durch daß der Entwurf nach Abänderung der unhaltbaren Be- I den Ottacherbogen über den Rathausplatz in die Siegmund ftimmungen dem Zentrum doch annehmbar erscheine. Während I Hafnergasse zur Pustetschen Druckerei, in welcher sich die Dr. Lieber noch bei der ersten Lesung des Entwurfs vor I Redaktion der klerikalen „Salzburger Chronik" befindet, jeder Diskussion der „Zuchthausvorlage" Ausdehnung des Dort angelangt, erhob die Menge einen ohrenbetäubenden Koalitionsrechts auf die Landarbeiter und das Gesinde Lärm; es wurde gepfiffen und geschrieen, und es begann forderte, so lasse die „Germania" schon mit sich handeln, I ein Bombardement gegen die Fenster des Hauses, die im sie habe nur noch Bedenken gegen die Form einzelner Be- I ersten und zweiten Stockwerk alle zertrümmert wurden, ftimmungen. Der „Vorwärts" ist offenbar in Sorge; feine Von dort zog dann die Menge unter neuerlichem Lärm, Sorge macht aber dem deutschen Bürgertum keine Not. Pfeifen und Geschrei durch die enge Kurfürstenstraße, um Köln, 7. August. Die „Köln. Ztg." schreibt zu der auf den Nesidenzplatz und Mozartplatz zu gelangen. Die Reise des französischen Ministers des Aeußern, Delcassv I Menge wurde auf dem Ludwig Viktorplatz am Ausgang nach Petersburg: Wir glauben zu wissen, daß thatsächlich der Kurfürstenstraße von dem Polizeibeamten Sperl an der der Wunsch, dem Grafen Mur aw i ew seinen Besuch zu Spitze der Sicherheitswache empfangen und zum Auseinander- erwidern und einmal persönlich das russische Reich kennen gehen aufgefordert. Da die Hunderte von Menschen die zu lernen, den Anlaß zu dieser Reise gegeben hat, daß aber schmale Straße Kopf an Kopf gedrängt füllten und der auch die in der letzten Zeit in der russischen Presse' geführte I Druck der nachdrängenden Menge immer stärker wurde, Sprache der Ausführung des längst gehegten Planes nicht konnte dem Befehle nicht Folge geleistet werden. Der fremd gewesen ist. Wiederholt hat die russische Presse Be- I Menschenknäuel drängte sich immer weiter über das an der Hemmungen gezeigt wegen der Freundschaftsbezeugungen, I Ecke der Straße befindliche Cafo Tomaselli auf den Platz die sich in der letzten Zeit zwischen Frankreich und Deutsch- I hinaus, wobei immer wieder Schimpfrufe und Pfiffe laut land entwickelt haben. Man sprach von. einer Lockerung I wurden. Hier wurde die Wache von einzelnen Personen der Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland und von I mit faustgroßen Steinen beworfen. Die Wache befand sich einem französischen Abfall. Delcass« dürfte nun Wert in Gefahr und erhielt Befehl, mit blanker Waffe vor- darauf legen, in Rußland jeden Zweifel darüber zu zer- I zugehen. Nun nahm die Lage eine bedrohliche Wendung, streuen, daß Frankreich nach wie vor das russische Bündnis Mit den Säbeln hieben die Wachleute in die dichtgedrängte als den hauptsächlichsten Orientierungspunkt seiner Politik I Menge. Diese suchte zum Teile Schutz im (Safe Tomaselli, betrachtet, von dem es nicht abzugehen gedenke. Dadurch, I wo sie Tische und Stühle mit allem, was darauf sich be- daß Frankreich zu gleicher Zeit auf gute Beziehungen zu fand, umwarf und alles Geschirr zertrümmerte. Bei dem Deutschland größeren Wert legt, als dies in früherer Zeit I Zusammenstoß mit der Wache wurden Schuldige und Ungeschehen ist, dadurch würde nur eine Politik befolgt werden, I schuldige getroffen, und es kamen sehr ernste Verletzungen die mit den friedlichen Absichten des Zaren in vollem Ein- I vor. Der Lärm dauerte ungemindert fort. Schließlich Hange steht und worin Rußland nichts weniger als einen I wurde militärische Hilfe herbeigerufen; aber erst um Abfall zu sehen berechtigt ist. I 11% Uhr rückte ein Bataillon Rainer mit aufgepflanztem — Zur Wassernot in Deutsch-Südwest-! Bajonett vor. Das Militär besetzte den Residenz- und den Afrika. Ans Südafrika kommt jetzt mitten in der Un- I Mozartplatz und sperrte die Zugänge zu diesen Plätzen ab. ruhe die Mcldung^von einem Plane wirtschaftlicher Natur, I Mit dem Eingreifen des Militärs kehrte allmählich die der auch Deutsch-Südwest-Afrika in mehrfacher Beziehung Ruhe zurück. Die Tumultuanten blieben nur noch gruppenberührt. Die „Volksstem" enthält darüber folgende Mit- I weise versammelt und demonstrierten durch Rufe und teilungen: „Der Beschluß des freistaatlichen Volksraades, I Pfeifen. mit der Kapkolonie ein Abkommen über die Eindämmung I — In den Niederlanden wird folgende, von Tausenden des Oranjesiusses zu treffen, ist ein höchst belangreicher Schritt, I unterschriebene Kundgebung verbreitet: „An das Volk dessen weitere Folgen durch Südafrika mit größter Auf- I von Großbritannien! Wir Niederländer, Euch verwandt mertfamfeit beobachtet werden muffen. Nur sehr wenig I durch gemeinschaftlichen Ursprung, durch vielfach gleiche Menschen begreifen schon, daß die Wasserfrage in aller- I Geschichte und Tradition, durch gleichartige Sitte und Ver- nächster Zeit die Hauptfrage für Süd-Afrika werden wird. I faffungen, wir schöpfen aus dieser Verwandtschaft, auf die Was aber speziell unsere Republik betrifft, so ist kein Zweifel I wir stolz sind, den Freimut, dem unwiderstehlichen Drang daran, daß der ermittelte Vorrat von Grundwasser jährlich I unseres Herzens, unserer innersten Ueberzeugung Ausdruck abnimmt, und daß einmal der Tag kommen wird, an welchem I zu geben: Wir fürchten, daß viele unter Euch die starke Wassermangel eine drohende Gefahr für unser Land werden Neigung fühlen, ein schweres Unrecht zu begehen an der wird. Bereits jetzt werden von voraussehenden Personen | Bevölkerung der Südafrikanischen Republik, an einem Zweige unseres gemeinschaftlichen germanischen Stammes, an diesem Volke, zwar nur schwach an Zahl, aber stark durch die Tugenden, die durch alle Angelsachsen hoch geschätzt werden: durch Mut, Unabhängigkeitssinn, Selbstbewußtsein und Gottesfurcht. Wir berufen uns auf Euer tiefstes Gerechtigkeitsgefühl und auf Euren Edelmut, wenn wir Euch zurufen: Lasset ab von dem Streben, das von einigen Eurer Finanzmänner und Diplomaten ausgeht, dieses Volk iu der allmählichen Entwicklung seiner Volksart und seiner Anlagen zu hindern und Eurem Willen zu unterwerfen. Lasset ab vom Suchen nach Vorwänden und Veranlassungen zur Einmischung in seine Angelegenheiten, wenn es auch anders handelt, als Euch verständlich und wünschenswert erscheint! Lasset doch dieses Volk sich natürlich entwickeln, überlaßt es ungestört dem Geist der Zeit, der unablässig forttreibt auf dem Weg des Fortschritts, sowohl des materiellen wie des geistigen, und dessen Entwicklung durch jeden gewaltsamen Eingriff viel eher gestört als gefördert wird. Wir beschwören Euch, lasset ab! Jede andere Politik führt zu Gewaltthaten, zu Blutvergießen, zu Brudermord, sie führt zum Rechtsbruch, sie schändet den Namen britischer Gerechtigkeit und des britischen Scharfsinns; sie würde britische Großmut zum Gespött machen! Dem sei nicht so!" — Wenns auf John Bull nur Eindruck macht. London, 7. August. Esterhazy sandte an Carriäre einen Brief, worin er die Gründe aufzählt, die ihn bewogen haben, nicht nach Rennes zu kommen. Esterhazy versichert neuerdings, er sei der Urheber des Bordereaus, und läßt sich alsdann in heftiger Weise gegen den Obersten Schwartz- koppen und gegen die Haltung Merciers aus. Petersburg, 7. August. Gestern wurde Minister Delcassö in Peterhof vom Zaren empfangen. Dem Diner auf der französischen Botschaft wohnten außer den Botschaftsmitgliedern hohe Persönlichkeiten des Hofes, die Minister des Aeußern, des Krieges, des Innern, der Finanzen bei. Heute wird Delcasi'6 beim Finanzminister, morgen beim Minister des Innern frühstücken. Heute vormittag wird er das französische Hospital besuchen und eine Rundfahrt durch die Stadt unternehmen. Die Presse bespricht den Empfang Delcassos und bemerkt, derselbe könnte sich überzeugen, daß die Gefühle der Russen für Frankreich keine Aenderung erfahren und daß die Freundschafts-Verhältnisse dieselben seien wie vor zwei Jahren. Belgrad, 7. August. Das Standgericht sprach sieben der Teilnahme an hochverräterischen Umtrieben beschuldigte Personen frei. Unter den Freigesprochenen, welche sämtlich der radikalen Partei angehören, befindet sich ein ehemaliger Gerichtspräsident. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 8. August 1899. * * Ordens Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 2. ds. Mts. dem 1. Schriftführer der Kriegerkameradschaft „Hassia", Dr. Vogt, Medizinalrat zu Butzbach, das Ritter- reuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen geruht. • • Auszeichnung und Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August d. I. dem Gesangverein „Sängerin st" zu Darmstadt aus Anlaß der Feier seines 50jährigen Bestehens die Silberne Medaille für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Landwirtschaft, — am 24. Juli dem bisherigen Mit- gliede des Provinzialausschusses der Provinz Starkenburg, Gemeindeeinnehmer und Kirchenrechner Wilhelm Rohn II. zu Schwanheim, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. * * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 10. August 1 899, nachmittags 3% Uhr pünktlich, nötigenfalls mit Fortsetzung Freitag den 11. August, nachmittags 5 Uhr: 1. Gesuch des Gabelsberger Stenographen Vereins Gießen um Ueberlassung eines Lehrzimmers im Realgymnasium. 2. Gesuch des Konrad Seipp von Leihgestern um Erlaubnis ■ur Gewinnung von Letten im Gießener Stadtwalde. $. Baugesuch des Hermann Trcppinger für die Krofdorfer- trafje; hier: Steege über den Lohmühlbach. 4. Gesuch des Architekten Kockerbeck um Verlegung eines Kanals in der Sonnenftraße. 5. Kauf- und Tauschnotule für die Bismarck- trafje. 6. Ankauf der Plank'schen Hofraite an der Mar- mrgerstraße; hier: Dekretur einer Kostenrechnung. 7. Unter- jallung der Stadtbäche; hier: Kosteudekretur. 8. Bericht )es Schularztes; hier: Herstellungsarbeiten in den Gebäuden der Stadtmädchen- und Stadtknabenschule. 9. Er- lauung einer Brücke über die Wieseck im Zuge der Goethe- traße. 10. Desgl. im Zuge der Moltkestraße. 11. Aus- >au der Liebigstraße; hier: die Teilstrecke zwischen der Ebelstraße und der Straße Q—Q1. 12. Ausbau der Quer- traße Q—Q1 zwischen Liebigstraße und Riegelpfad. 13. Ge- uch der Aktienbrauerei Gießen wegen Angabe der Flucht- inie für die Kaplans- und die Katharinengaffe. 14. Er- jauung eines Schlachthauses; hier: a. Gesuch der Fleischerinnung um Anschaffung von Ausschlachtbrücken; b. Anschaffung -weier Geräteschränke für die Gesellenstube; c. Anschaffung von Schlachtvieh Betäubungs-Apparaten; d. Abänderung der in § 2 der Polizeiverordnung vom 2. Januar 1891 festgesetzten Schlachtzeiten. 15. Errichtung eines Krieger- )enkmals; hier: Uebernahme der Fundamentierungsarbeiten, oroie der Wasser-Zu- und -Ableitung auf die Stadt. 16. Erlaß einer Ortspolizeiord^ung, betr. die Ausführung >er Art. 40 und 61 der allgemeinen Bauordnung. 17. Ueber« icht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Großh. Realgymnasiums und der Realschule für 1898/99. 18. Ausleihung von Geldern der Plockischen Stiftung an die Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins. 19. Ableben der Antonie Fuhr zu Gießen; hier: Vermächtnis derselben. 20. Gesuch des Justus Heck um Er- Mhbä , 'r |tw[' hn bi‘h <ÄW( bftbeBi‘,ben: ;t tief»,«ffi" "»b 8 $olt \a,lW ■”» M L°«- titerfen „ "Iaä«t »enn t8''"9en M ■nttBirtetnfr-' »V T”w- A'Ä’X otrmorb s. W" 7 britische ^1°'-"-Wem ft ? e*‘ 5, e*btle* versichert ^reaus, und laß, Obersten Schwark § aus. s 1 wurde Minister empsangen. Dm Lohnten außer den >ten des Hofes, bii tnnern, der Finanzen inifter, morgen beim ■ vormittag wird er '"e Rundfahrt durch ^richl den Empfang ch überzeugen, dch i) beine Äenberung nhAiuHe dieselben erich t sprach sieben mtrieben beschuldigte tuen, welche sämtlich t sich ein ehemaliger Mrs. !. August 1899. chliche ßot/eit bei r Entschließung vorn IriegeüüMradscha/t Etzbach, das Mter- Philipps des Groß- fang. Seine Sönio Mergnädigst geruht, i „Sängerlust" z° 50jährigen Bestehens ft, Kunst, Zndustn'e dem bishechen Mit- Zrovinz Ärtendurg, Wilhelm Rohn H. Hallt M Lerdiech oerlechen. btt Stadtverordneten- hui» h, nötigenfalls ml nachmittags 5 Uhr: mhen DerernS Gießen im Realgym-msim gestern um Erlaubnis ließener ** r fur lbach. 4- Gesuch » eines Kanals in der .statte an ott enrechuuug hefretur, rbeiten M knabenschu^ im 3U|C i M ?’Ä «HS '^"'^ÄnschaffE «;1 ’ “ j89i f* 2. 3«” , sri.9«' '5‘W Ml- lgti tynj."’ .fite Oitt»1' 0*.'6°j a®61 guR « laubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Schloßgasie 7. 21. Desgl. des Ludwig Gräf im Hause Leihgesternerweg 7. 22. Desgleichen des Georg Kraft im Hause Grünbergerstraße 15. 13. Desgl. des Andreas Sorgenfrei im Hause Neustadt 14. *“ Die Reichsbank hat ihren Wechseldiskont von 4Vt auf 5 Prozent und den Lombard-Zinsfuß von 5l/z auf 6 Prozent erhöht. •* Die 11. Hauptversammlung des Deutschen Sprachvereins findet vom 30. September bis 2. Oktober ds. Js. in Zittau statt. Den Festvortrag hat Geh. Hofrat Professor Dr. Behaghel (Gießen) übernommen; das Thema lautet: „Gesprochenes und geschriebenes Deutsch". ** Im Verlage von I. I. Heine zu Berlin ist soeben die 12. Auflage des Wegweisers durch das Jnvaliditäts- und Altersversicherullgs-Gesetz von Dr. Rich. Freund, Vorsitzenden der Jnvaliditäts- und Altersversicherungs-Anstalt Berlin erschienen. Das Büchlein, welches s. Z. bei der Einführung des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes als treffliches Jnformationsmittel für alle bei der Ausübung des Gesetzes beteiligten Organe erkannt und in mehr als hunderttausend Exemplaren von Amtswegen angeschafft wurde, hat in dieser neuen Ausgabe besonders die Bestimmungen der Novelle in ihren Abweichungen von dem seitherigen Nechtszustande hervorgehoben. Dasselbe kann den mit der Ausübung des Gesetzes betrauten Organen zur Anschaffung empfohlen werden. Die Preise sind: für einzelne Exemplare 50 Pfg., von 25 Exemplaren ab L 38 Pfg., von 50 Expl, ab ä 30 Pfg., von 100 Expl, ab ä 26 Pfg. ** Sonntags-Ausflüge. Einen schönen Ausflug unternahm am vergangenen Sonntag der Kaufmännische Verein nach Garbenheim bei Wetzlar. Man hielt dort Einkehr in dem Restaurant zum Goetheplatz, wo außer dem gemeinsamen Kaffee auch zu Abend gespeist wurde. Das Etablissement, welches wundervoll liegt, eignet sich besonders zu Vereins-Ausflügen, zumal der Wirt, Herr Honnes, nicht nur sonst in jeder Weise zuvorkommend ist, sondern auch für Speisen und Getränke mäßige Preise berechnet. — Nach dem Jagdschlößchen bei Dutenhofen unternahmen am Sonntag Ausflüge die katholischen Gesellenvereine aus Wetzlar und Gießen, die Heiter- keit und die Geselligkeit aus Gießen und ein Gesangverein aus Großen-Linden. Herr Sorger, der Besitzer des Etablissements, bewirtete seine zahlreichen Gäste in bekannter Liebenswürdigkeit aufs beste. ** Ein großer kriegsmäßiger Distanzritt, wie er in der geplanten Ausdehnung in der deutschen Armee in Friedenszeiten noch niemals vorgenommen wurde, wird in der nächsten Woche von Gießen aus seinen Anfang nehmen und durch ein ganzes Kavallerieregiment zur Ausführung gebracht werden. In Aussicht genommen ist hierfür das Königsulanenregiment (Nr. 13) in Hannover. Dasselbe begibt sich in fünf Extrazügen, die jedoch nicht hintereinander folgen und die Kleinigkeit von ca. Mk. 60,000 kosten, nach Gießen. Nachdem es hier zusammengezogen, erfolgt der Ritt zunächst über Butzbach, Nauheim, Friedberg, Vilbel. In der Nähe Frankfurts wird dann die erste größere Station gemacht. Von hier wird der Marsch via Darmstadt bis nach Straßburg fortgesetzt zur Teilnahme an den Kaisermanövern. -Die Bockenheimer Husaren, die Hanauer Ulanen, sowie die Dragoner in Darmstadt, planen Dem Regiment in irgend einer For n einen großen Empfang zu bereiten; ist es doch eine Uebung, auf die sich das militärische Interesse von ganz Deutschland konzentrieren wird. Ende September passieren die Königsulanen auf ihrem Rückmarsch nach Hannover nochmals Frankfurt. *• Manöver. Nach den erlassenen Bestimmungen hält die 21. Division ihre Herbstübungen in dem Dillkreis und den Kreisen Wittgenstein, Biedenkopf und Wetzlar ab, die 25. (hessische) Division in den Kreisen Fulda, Gersfeld, Schlüchtern, Lauterbach, Schotten, Teilen der Kreise Alsfeld und Gießen und den nördlichen Teilen des Kreises Gelnhausen. Die in diesem Terrain abzuhaltenden Manöver in den Divisionen finden statt am 15., 16., 18. und 19. September. Den Divisionsmanövern gehen dreitägige Brigademanöver voraus. Die 41. Jnfanteriebrigade übt in den Kreisen Biedenkopf und Wittgenstein, die 42. Jn- -fanteriebrigade im Dillkreis und Kreis Wetzlar. Am 21. und 22. September manöverieren die beiden Divisionen 21 und 25 gegeneinander, am 23. September wird Korpsmanöver gegen einen markierten Feind abgehalten. Mit dem 23. September gehen zugleich die diesjährigen Herbstübungen des 18. Armeekorps zu Ende. ** Das neue Bürgerliche Gesetzbuch stellt eine regelmäßige Verjährungsfrist von 30 Jahren fest. Eine große Anzahl von Ansprüchen verjährt aber schon in zwei Jahren und zwar beginnt die Verjährung mit dem Schluffe des Jahres, in welchem der Anspruch entstanden ist. In dieser Weise verjähren: die Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten Handwerker, für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten rc. — der Gastwirte für Speisen, Getränke, Wohnungen, Auslagen — der gewerblichen Arbeiter, der Lehrer, Aerzte, Rechtsanwälte rc. Sind aber die Ansprüche durch rechtskräftiges Urteil festgestellt, so gilt die 30jährige Verjährungsfrist. — Die Geschäftsleute, welche also langausstehende Forderungen haben, müssen nun bis zum 1. Januar 1900 ihre Ansprüche feststellen lassen, wenn sie nicht unter Umständen Schaden erleiden wollen. ** Soldatenbriefe nach den deutschen Kolonieen kosten nicht, wie gestern irrtümlich mitgeteilt wurde, bei einem Gewicht von mehr als 60 Gramm 20 Pfennig für je weitere 15 Gramm, sondern überhaupt bei einem Gewicht von mehr als 15—250 Gramm 20 Pfennig, wie innerhalb Deutschlands. Diesen Vorzug genießen indes nicht nur Soldaten- briefe, sondern überhaupt alle Briefe nach den deutschen Schutzgebieten. Desgleichen werden Postkarten, Drucksachen und Warenproben nach den deutschen Schutzgebieten nach den Jnlandstaxen berechnet. Nur Briefe an Mannschaften der Schiffsbesatzungen deutscher Kriegsschiffe im Ausland, der Besatzung Kiautschou und an Personen im Marine- lazareth Jokohama kosten bis zum Gewichte von 60 Gramm nur 10 Pfennig, über 60 Gramm 20 Pfennig. Die in Nr. 184 angezogene Postamtliche Verfügung ist deshalb kein Nachteil, sondern ein Vorteil für die Mannschaften in den Kolonieen. ** Strafporto für in verzollungspflichtigen Paketen beigelegte „verschlossene" Briefe nach Rußland. Die russischen Zollbehörden sind durch eine kürzlich erlassene Verfügung angewiesen worden, verschlossene Briefe, die sie in den von ihnen abgefertigten Postsendungen finden, herauszunehmen und an den betreffenden Adressaten weiter zu befördern. Will der Adressat den Brief in Empfang nehmen, so hat er jedoch einen Rubel Strafe für das Lot Briefgewicht zu entrichten. Für offene Briefsendungen gilt diese Verfügung nicht. *• Polizeibericht. Am Sonntag Abend kam ein Radfahrer am Asterweg dadurch zu Fall, daß ein hier bediensteter Hausbursche sich mit Absicht vor dessen Rad stellte und trotz Signalgebens das Fallen des Radfahrers bewerkstelligte. Wenn auch keine Verletzung stattfand, so litt das Rad doch Schaden. Anzeige wurde erhoben. — Sonntagnacht entspann sich zwischen Gästen einer Wirtschaft im Schiffenbergerthal und Arbeitern von der Gail'schen Dampfziegelei (Galiziern)' auf der Straße ein Disput, darauf gegenseitige Attacke mit Steinen folgte, wobei die Streitenden Anschwellungen und Beulen davontrugen. — Ein fremder Reisender, welcher einige Tage hier wohnte, wurde wegen Verstoß gegen § 176 pos. 3 verhaftet. — Am Samstag fuhr ein kleines Kind mit einem Wägelchen auf den Bordsteinen des Trottoirs. Das Kind glitt aus und kam unter einen vorbeifahrenden Rollwagen. Glücklicherweise wurde ihm nur das eine Händchen leicht verletzt. R. Wieselt» 8. August. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz in die Scheune des hiesigen Gastwirts Georg Weller. Dieselbestand sofort in Hellen Flammen und brannte vollständig nieder. Ein kurz vorher eingestellter Wagen voll Korn konnte mit vieler Mühe noch herausgebracht werden. Vor zwei Jahren schlug der Blitz in das Wohnhaus derselben Hofraite, jedoch ohne zu zünden. -n- Oppenrod, 7. August. Ein Landwirt belud heute bei dem Beginne eines Gewitters noch rasch seinen Wagen mit Gerste. Dabei war ihm ein Junge, der die Garben auf dem Wagen zurechtlegte, behilflich. Als jedoch das Gewitter heftiger wurde, sprang der Junge, wahrscheinlich vom Angstgefühl, von den letzten Blitzschäden herrührend, getrieben, vom Wagen und lief heim. Alleinstehend konnte der Landwirt den letzten Fruchthaufen nicht aufladen und fuhr deshalb auch heimwärts. Kaum war er eine kleine Strecke entfernt, so erfolgte Blitz und Schlag und der Haufen stand in Flammen. So verhütete die Ent« schlossenheit des Jungen ein größeres Unglück, dem alle zum Opfer fallen konnten. Butzbach, 6. August. Heute beging in festlicher Weise unter außergewöhnlich zahlreicher Beteiligung der Kriegervereine der umliegenden Ortschaften und der Einwohner der Kriegerverein Butzbach die Feier seines 25jährigen Bestehens. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Medizinalrat Dr. Vogt, durfte am selben Tage auf die 25jährige Thätigkeit des verantwortungsvollen Amtes des 1. Schriftführers des Landesverbandes der Kriegerkameradschaft „Hassia" zurückblicken. Herr Direktor des Zellengefängnisses Clement hielt, nachdem der Festzug auf dem Festplatz an- gekommen, die von echt patriotischem Geiste getragene Festrede und brachte ein dreifaches Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aus, in welches die Festversammlung mit großer Begeisterung einstimmte. Der Präsident des Landesverbandes, Herr Oberstleutnant Cramolini, feierte nun in beredten Worten den um die „Hassia" sich sehr verdient gemacht habenden Dr. Vogt, er ist das einzige Präsidialmitglied, das der „Hassia" von der Gründung ab noch angehört. Im Auftrag Sr. König!. Hoheit des Großherzogs, der die Verdienste des Herrn Dr. Vogt um das Kriegervereinswesen und die „Hassia" zu schätzen weiß, überreichte Herr Oberstleutnant Cramolini dem Jubilar das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Herr Bürgermeister Wörner von Bad-Nauheim feierte in sinniger Weise den Ehrenvorsitzenden der „Hassia", Se. Großh. Hoh. Prinz Wilhelm von Hessen. Nachdem nun noch Herr Dr. Vogt ein Hoch auf Herrn Oberstleutnant Cramolini ausgebracht hatte, nahm der letztere nochmals das Wort, und bemerkte u. a., daß er so lange an der Spitze der „Hassia" bleiben werde, als ihm Gott die Kraft verleihe. Redner feierte sodann unsere Frauen als echtes edles deutsches Weib und brachte ein Hoch auf dieselben aus, womit der offizielle Akt seinen Abschluß fand. „D. T. A." n. Reichelsheim i. d. Wetterau, 8. August. Während eines Gewitters, das gestern mittag über unsere Gegend zog und uns reichliche Niederschläge brachte, schlug der Blitz in der Bingenheimer Gemarkung in einen Haufen Weizen, der total verbrannte. Der geschädigte Landwirt ist versichert. Ans der Zeit für die Zett. Vor 50 Jahren, am 9. August 1849, erlitten die Ungarn durch die Oesterreicher und Russen eine schwere Niederlage bei Temesvar, wodurch die Befreiung dieser von Hungersnot und Cholera schwer heimgesuchten Stadt bewirkt wurde. Bald darauf, am 13. August, fand der gewaltige Kampf, auf welchen die Blicke Europas gerichtet waren, ein Ende, indem die Ungarn die Waffen streckten. Temperatur der Lah« und Lust o«L Reaumur gemessen am 8. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags: Wasser 18°, Lust 15°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Schiffsnachrichten Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch di« Ageaten Larl LooS und I. M Schulhof. Bremen, 7. August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnellpostdampfer Lahn, Eaptiän C. P -hle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 5. August, 7 Uhr morgens wohlbehalten in New'.o>k «»gekommen. Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Gieße«, 8. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wockenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90—1.20, Hühnereier per St. 7—0 H, 2 St. 13—14 H, Enteneier 1 St. 7—8 H, Gänse« eier per St. 10—11 Käse 2 St. 5—6 H, Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 32 Tauben per Paar «M. 0.75—0.90, Hühner per St. «X 1.00—1.20, Hahnen per Stück X 0 60—1.00, Enten per St. X 1.90—2.40, Gänse per Pfund X 0 00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Schweinefleisch per Pfd. 60—72 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bi- 8.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. X 7.00—8.00, Milch per Liter 16 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umberzieben nicht feilgeboten werden. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 8. August. Der diesjährige sozialdemokratische Parteitag findet am 9. Oktober in Hannover statt. Berlin, 8. August. Die „Staatsbürger-Zeitung" meldet aus Paris, daß die französischen Antisemiten bei Gelegenheit der Weltausstellung im Jahre 1900 einen internationalen antisemitischen Kongreß einberufen würden. München, 8. August. Paul Heyse ist an Lungenentzündung schwer erkrankt. Der Dichter steht int siebzigsten Lebensjahre. Leipzig, 8. August. In Löbtau sind seit Sonntag keine weiteren Typhus-Erkrankungen mehr vorgekommen. Die Epidemie darf demnach endgiltig als im Erlöschen begriffen angesehen werden. Budapest, 8. August. Ministerpräsident Szell berief den ehemaligen und jetzigen Justizminister, um, wie verlautet, die Stellungnahme Ungarns gegenüber der angeblichen Absicht der österreichischen Regierung, die Verfassung abzuändern, zu besprechen; da nämlich voraussichtlich die deutschen Parteien im Reichsrate die Wahl der Delegationen hindern würden, soll für die Gemeinde-Angelegenheiten auf anderem Wege vorgesorgt werden. Brüffel, 8. August. Im Ministerium des Innern fand gestern der erste Ministerrat behufs Besprechung der Form des neuen Wahlsystems statt. Dasselbe soll bereits am Mittwoch der Kammer vorgelegt werden. — Vandenpeereboom wurde vom Könige zum Staatsminister ernannt. Paris, 8. August. Die Blätter beider Parteien beschränken sich darauf, zu erklären, daß man den Spruch des Kriegsgerichts abwarten müsse. Der bisherige Eindruck ist der, daß der Prozeß schneller geführt wird, als man anfangs erwartete, da die Anklage schon beim ersten Verhör zusammengebrochen ist. Man erwartet einen heftigen Auftritt zwischen Casimir Perier und General Mercier. Letzterer will ein diplomatisches Schriftstück eitleren, welches die Schuld Dreyfus unzweifelhaft nachweisen werde. Dieses Schriftstück werde Casimir Perier jedoch als Lüge bezeichnen. Paris, 8. August. Die Stadt ist ruhig. Nur die Straßen, in welchen sich Zeitungsdruckereien befinden, zeigen einen lebhaften Verkehr. Tie Extrablätter finden reißenden Absatz. Das Verhör Dreyfus' wird eifrig kommentiert. Allgemein ist man der Ansicht, daß Dreyfus das Verhör gut bestanden habe. Der Botschaftsrat Delaroche Vernet, dessen Aussagen die Nevisionsgegner sehr große Wichtigkeit beilegen, erklärt, er begreife nicht, warum er nach Rennes vorgeladen sei, da er von der ganzen Affaire nichts wisse. Noch vor Schluß des Verhörs Dreyfus', das den Angeklagten in vollster Kenntnis und in vollster Beherrschung des Materials zeigte, entstand über die letzte Zeile des Bordereaus: „Ich gehe zum Manöver" eine lebhafte Debatte. Der Verteidiger Demange ersuchte den Präsidenten, festzustellen, daß Dreyfus zu der fraglichen Zeit ganz genau wußte, daß er an den Manövern nicht teilnehmen werde. Demange erinnert ferner daran, daß das betreffende Beweisstück dem Kriegsgericht von 1894 vorenthalten worden sei. Der Eindruck im Publikum war der, daß das Verhör, welches nur bekannte Thatsachen enthielt, die Sachlage keineswegs weiter gebracht habe. Die Sache hängt von dem Glauben ab, den das Kriegsgericht, den geheimen Akten beimessen wird. Frau Dreyfus wird den Sitzungen nicht beiwohnen, dagegen wird der Bruder Mathieu Dreyfus, sowie die beiden Schwäger und ein Neffe von Dreyfus sämtlichen Sitzungen beiwohnen. Die vielgenannte weiße Dame, welche bereits den Verhandlungen des Zolaprozesses mit Interesse folgte, ist die Gemahlin des früheren Ministers Barthou. Belgrad, 8. August. Die Verhandlung gegen die des Attentats Beschuldigten wird in dem großen Belgrader Gemeindesaale stattfinden. (Seidenstoffe, Sammle und Velvets rauft jede Dame am besten und billigsten direkt voll fiferiA foSmentSm.fd.. von Elten & Keussen, Krefeld. ME HW E-MME Giessen, den 7. August 1899. Die Beerdigung findet Mittwoch den 9. August, nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Neuenweg 9, aus statt. Heute wurde mir meine innigst geliebte Gattin, unsere teure Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Anna Challler, geb. Scherer, nach kurzem, schweren Leiden im 54. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Im Namen der trauernden Familie: Ernst Challler. 5853 „I l«**' »UM1 ***? >.«****' -lAcnti* ® kW Viehmarkt Butzbach. Der für Mittwoch den 9. d. Mts. ausgeschriebene Dieh- markt findet wegen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche nicht statt. Butzbach, den 7. August 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei. 5843 02802] Große Sendung Gurken trifft morgen, MiNwock, in der Halle Nr. 1 ein. Billigster Preis. Heute Mittwoch Ö2799 frische Gurken zum Einmachen. HF Markthalle 10. Neue Kartoffeln per Ceutner drei Mark empfiehlt 5855 Jean Weisel, Solweustraße 6. Wunderbar ist der Erfolg, zartcD und rosigen Teint erhält man unbedingt beim Gebrauch von: Mekler LilitHin-Seile Bergmann & Co., Dresden-Radebeul. Vorrätig ä Stück 50 Pfg. bei: 5842 Emil Bender, Schulstrasse 5. Reinliches Laufmädchen oder Frau sofort gesucht. 5857 _________________Bleichstraße 18. Eine Wohnung inmitten der Stadt, 3 Zimmer und Kucke nebst Zubehör, zu mieten gesucht. Offerten unter F. 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