Donnerstag den 9. März Nr. 58 Drittes Blatt IS99 Gießener Anzeiger Zweck General-Anzeiger Aints- unb Anzeigeblatt für den "Kreis Gietzen (> 1883 äu60unb90ft.l dem Mil, l8"' D Arschtigung nicht in Redensarten, sondern durch positive. 1eee>me een Anzeigen zu der nachmittags für den beenden Xo| erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-vermittlnugSstellen del In- und AuSiaade» nehmen Anzeigen für den «Kießener Anzeiger entgegen. Aezuflspret« viertetjäürlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bnngerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. lH I» H Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Die Gretzener Alamtkienv lütter mrdcu dem Anzeiger »tchentlich viermal beigelrgt. Krdaktion, Expeditton und Druckerei: Kchnlstrahe Ar. 7. vor dem Einfluß und dem Terrorismus der Sozialdemokratie bedeutet. Wie dem auch sei, an eine Rückwärtsrevidierung unseres Wahlrechts kann eine ihrer Verantwortlichkeit bewußte Politik im Ernst gar nicht denken, denn nichts ist gefährlicher und weniger staatserhaltend, als der Versuch, dem Volke ein einmal gewährtes Recht zu nehmen oder zu schmälern. Gefährlich und unklug ist es aber auch schon, derartige Absichten in theoretische Erwägung zu ziehen, denn man erreicht damit nichts, als eine steigende Beunruhigung, und schafft Wasser auf die Mühle der Sozialdemükratie, deren Bekämpfung doch gerade das Ziel aller bürgerlichen Parteien ist und sein soll! Adresse für Depeschen: Anzeiger chietze». Fernsprecher Nr. 51. Kriegssitte, den Gefallenen oder Liegengebliebcnen die Köpfe abzuschneiden, wurde nur im Anfang von der Tanuseite Gebrauch gemacht. Allmählich zu sich die ganze Tanu- streitmacht nach der englischen Mission zurück, wo außer einem Landungskorps von 50 Mann auch zwei Norden- feld'sche Schnellfeuergeschütze von dem englischen Kriegsschiffe bereitgestellt waren. Der Kapitän des letzteren hatte zudem öffentlich bekannt machen lassen, daß er in den Kampf eingreifen würde, sobald sich Mataafa-Leute vor der Mission zeigen würden. Falls dies geschehen wäre, wären Leben und Eigentum der Weißen in höchste Gefahr geraten. Denn die Mataafapartei hatte in einer großen Versammlung feierlich erklärt, daß sie sich zwar an keinem Weißen vergreifen wollten, sich aber an diese Zusage nicht mehr halten würden, wenn die Kriegsschiffe sich in ihren Kampf einmischen sollten. Deutschem Einfluß und der strengen Manneszucht der Samoaner ist es zu danken, daß dieser Fall nicht eintrat, daß die Mataafa-Leute sich der englischen Mission fernhielten und den Engländern den ihnen anscheinend nicht unerwünschten Anlaß zum Einschreiten nicht boten. Wir Deutsche sind jetzt die Herren in Samoa, jeder Samoaner grüßt uns höflich mit „Talofa". Während die Engländer noch jetzt eine Wache von 42 Mann und ein Nordenfcld- Geschütz im englischen Konsulat haben, und ihre Marinesoldaten keinen Urlaub an Land erhalten, als Ordonnanzen mit Revolver, Seitengewehr und Messer bewaffnet sind, haben wir uns stets neutral verhalten, niemals Truppen zu unserer Sicherheit an Land gehabt. Unsere Blaujacken sind mit Ausnahme des Sylvester- und Neujahrstages stets auf Urlaub ohne Waffen an Land gewesen; die dienstfreien Offiziere sogar an den Schlachttagen. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Zandwirt, Klätter für hessische Volks Kunde. lctte-rtit-l -c- , Mannesmut und Wahlfreiheit. Hierzu schreibt die „Jenaische Zeitung" in Nr. 55 wnt 5. März: Im Anschluß an den vor kurzem im Reichstage mit großer Mehrheit angenommenen Antrag behufs größerer Sicherung des Wahlgeheimnisses hat sich wieder eine jener Dchlrechtsdebatten entwickelt, welche bei uns mit der ckhl enden Regelmäßigkeit auftreten, die schon das Schiller'sche Mädchen aus der Fremde ausgezeichnet hat. Das all- zem sozialen Verhältnissen des Landes dasselbe sei. In tit)'en Verhältnissen hat sich aber seitdem nichts geändert int> wird sich in absehbarer Zeit schwerlich etwas ändern. Die Gegner des geheimen Wahlrechts begründen ihre Kennerschaft damit, daß dieses zur Verschärfung der sozialen 8rg.ensätze beigetragen habe. Diese Wirkung ist schon bei in Einführung des Wahlrechts vorausgesehen worden. 8ch>eimrat Wagener hat es gerade als einen Hauptvorzug iieses Wahlrechts bezeichnet, daß seine Spitze „die Menschen la Gerührt, wo sie am gefühlvollsten sind", daß es nämlich sic soziale Existenz in Frage zu stellen beginne und sie des- W zwingen werde, „ihre Stellung zu verteidigen und ihre tts- ,tum Hessen: Steindr«clie,el Wern, daß eine Partei nie gefährlicher ist, als wenn sie nunibtot gemacht und von der parlamentarischen Mitarbeit aaSageschloffen wird. Im übrigen wird bei dieser Diskussion Mommen übersehen, daß die geheime Wahl dort, wo die vozjialdemokratie eine große Stärke erlangt hat, anderer- Wr auch den Schutz dcr nicht sozialdemokratischen Arbeiter / Militärgerichtshof im Bundesrat und Reichstag so rechtzeitig erledigt worden, daß die Ultrapartikularisten der bayerischen Kammer sich in dem Moment einer vollendeten Thatsache gegenüber befinden, in dem sie nicht übel Lust haben möchten, dem bayerischen Ministerium bei der Beratung des Militäretats in der Kammer in München das Leben sauer zu machen. M.P.C. Wahrscheinlich wird dem Bundesrat und Ausland. Wien, 7. Februar. Ein Gespräch über den Ausgleich hatte ein Budapester Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse" mit einem hervorragenden ungarischen Staatsmanne, „der mit den Anschauungen und Absichten des Ministerpräsidenten v. Szell auf das innigste vertraut ist". Der Grundpfeiler, auf dem die Anschauung des Ministerpräsidenten ruht, ist die Gemeinsamkeit des Zollgebietes, daher die Aufrechterhaltung derselben. Herr v. Szell veranlaßte die Aufnahme eines Punktes in die Vereinbarungen mit der Opposition, in welchem gesagt wird, daß diese Stipulationen auch für den Fall Geltung besitzen, wenn in der Zwischenzeit bis zum Jahre 1903 ein Zoll- und Handelsbündnis auch in Oesterreich auf verfassungsmäßigem Wege nach den Vorschriften des Ausgleichsgesetzes vom Jahre 1867 stzuande kommen sollte, welches Bündnis er anstreben wird und für dessen Abschluß der Regierung durch das Gesetz eine ausdrückliche Weisung erteilt wird. Das auf diese Weise entstandene Zoll- und Handelsbündnis bleibt also den Bedingungen des Friedenspakies unterworfen, kann demnach durch die Obstruktion nicht verhindert werden. Es war ein weiteres Ergebnis der abgeschlossenen Kompromißverhandlungen, welches jedoch nur durch die vollkommene Klarstellung der Rechte Ungarns, deren man sich aber jetzt nicht bedienen will, erzielt werden konnte, daß das Zoll und Handelswesen in seiner gegenwärtigen Form der Gemeinsamkeit bis zum Jahre 1904 erhalten bleibe. Auf dieser Grundlage soll das Zoll- und Handelsbündnis seinerzeit mit Oesterreich abgeschlossen werden. Petersburg, 7. März. Wenn es bei manchem noch zweifelhaft sein konnte, daß die bevorstehende Einführuug der L a nd s ch aftsv er fa ssu ng, welche zunächst in Kurland und dann in Livland und Estland zur Thal werden dürfte, ein neues Mittel der Russischmachung sein soll, so ist dieser Zweifel durch einen Beschluß des Ministeriums des Innern jedenfalls beseitigt worden. Die kurländische Ritterschaft hatte nämlich unter Hinweis auf die verschiedenen, in den Ostseeprovinzen lebenden Völkerschaften den Antrag gestellt, man möge gestatten, daß Landschaftsversammlungen in den örtlichen Sprachen, d. h. also, deutsch, lettisch oder estnisch, geführt werden könnten. Das Ministerium des Innern hat indes den Antrag abgelehnt, weil er mit dem Geiste des Gesetzes nicht im Einklang stehe. Damit ist es klar, daß lediglich das Russische die Verhandlungssprache der neuen Selbstverwaltungskörper sein soll. Es kommt der Regierung jedenfalls darauf an, die deutsche Sprache aus dem letzten Selbstverwaltungsorgane, den baltischen Landtagen, zn entfernen. Damit wäre dann die Russischmachung der Ostseeprovinzen, äußerlich wenigstens, zum Abschluß gebracht, und Livland, Estland und Kurland würden sich in nichts von russischen Gonvernements mehr unterscheiden. s*11 Deutsches Reich. Berlin, 7. März. In der Budget-Kommission des Reichstages wurde heute die Beratung des Kolonialetats beim Titel Schutzgebiet fortgesetzt. Abg. Müller-Fulda bat um Auskunft, was an den Beschuldigungen des Herrn Krause bezüglich der Begünstigung des Sklavenhandels durch die deutsche Verwaltung sei. Nach längerer Debatte, in der die Stellung eines Strafantrages gegen Krause gefordert wurde, sagte Kolonial-Direktor v. Buchka dies zu. Morgen Fortsetzung und außerdem zweite Lesung der Militär- Vorlage. Berlin, 7. März. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute verschiedene Titel des Handels- und Gewerbe- Etats und nahm einen Antrag Hirsch (freis. Volksp.) mit einem Unterantrage Gamp (freikons.), worin die Regierung um die Einstellung weiblicher Hilfskräfte im Gewerbe- Aufsichtsdienst ersucht wird. Die Beratung wird heute in einer Abendsitzung fortgesetzt. Berlin, 7. März. Aus Madrid meldet die „Voss. Ztg.", daß der deutsche Botschafter gestern mit dem Präsidenten Silvela eine lange Unterredung hatte. Es scheint sich zu bestätigen, daß Deutschland den Ankauf der Karolinen b absichtigt. MFC Berlin, 7. März. Die Ernennung des Geheimen Ober-Regierungsrats Freiherrn v. Zedlitz-Neukirch zum Präsidenten der Seehandlung, darf als feststehend angesehen werden. Vielfach wird geglaubt, daß die sehr angenehme Stellung, in welche das entschieden außerordentlich verdienstreiche langjährige Mitglied der freikonservativen Partei eintreten wird, nur als ein Durchgangsstadium für den zukünftigen Finanzminister Preußens zu betrachten sei. M P.C Unserer Voraussage gemäß ist die Frage der Errichtung eines bayerischen Senats beim Reichs- ■JiJJo i'1 ivzimle und politische Thaten ihrerseits nachzuwe'sen." Das ? । ettbe die gesunde Heilung unserer Zustände sein! Auf die Mjaltung aber, daß unser Wahlrecht die sozialdemokratische daniei in den Reichstag gebracht habe, können wir nur er- Lrotfommtnsk I Brotmaschine. \ , &uplVorzüqt \ vertiniyfiQ' nd^a^n.rnil ' IV ipiv' w . Ln TaMit. ! nbmlrei Güßen d* her. te Lern. X Reichstage demnächst ein Antrag auf Verlängerung des Handelsprovisoriums mit England zugehen. M P.C Wie uns aus Wien geschrieben wird, glaubt man dort nicht daran, daß im Frühjahr eine Konflagration auf der Balkan-Halbinsel entstehen werde. Rußland könne jetzt eine solche in keiner Weise brauchen, und England habe erst jüngst wiederum gezeigt, daß ihm andere Bestrebungen näher liegen, als mit dem Feuer der mazedonischen Bewegung zu spielen. — Ueber die Vorgänge auf den Samoa- Inseln bringt die „Köln. Ztg." einen Bericht, der die bisherigen Darstellungen bestätigt, aber folgende bisher nicht bekannte Einzelheiten enthält: Der erste Schuß wurde, wie von einwandfreien Zeugen festgestellt und auch von der „Falke" genau beobachtet worden ist, von der Tanu-Seite äbgefeuert. Sogleich entspann sich ein regelrechtes lebhaftes Feuergefecht, wobei, nach den gräßlichen Verwundungen zu urteilen, von der Tanu-Partei auch die von Indien her berüchtigten Halbmantel- (Dum-Dum-) Geschoffe verwandt worden sein müssen. Für die verwundeten Mataafa-Leute sorgten der seit Jahrzehnten in Samoa angesessene und mit einer Samoanerin verheiratete deutsche Arzt Dr. Funk und der zur Zeit beurlaubte Marine-Stabs-Arzt Dr. Krämer, der dort früher auf der „Bussard" stationiert war und sich jetzt seit iy3 Jahren zu wissenschaftlichen Studien privattm aufhält, während die Tanu-Leute von dem amerikanischen Arzte Dr Braucht und dem Arzt des englischen Kriegsschiffes verbunden wurden. Von der alten samoanischen Verein, 11. Mr, 181 tttfch i Saalbau. 8 Uhr. 'Sn lttags 4 W)r: noooooo .rr Silbers S? 1-81 n ’S*»* . l Mleib- vb >eriiS Vbb 19o8 nbr?Dp8.®!unlt,bS griff .t1 Vermischtes. * SmS, 3. März. Elektrische Beleuchtung. Wie »ir erfahren, ist HerrBillerius, welchem von selten unserer Stadtvertretung eine Vorkonzession zur Errichtung einer elektrischen Centrale erteilt ist, nunmehr zur Ausführung dieser Anlage fest entschlossen. Zu diesem Zwecke hat sich derselbe mit der bekannten Spezialfirma C. Buchner in Wiesbaden verbunden und wird in den nächsten Tagen ein Beamter dieser Firma die hiesigen Interessenten besuchen und die anzuschließenden Lampen ermitteln und über alle etwaige Fragen Auskunft erteilen. Erfreulich ist es, daß Herr Villerius die Ausführung der Anlage so beschleunigen will, daß dieselbe möglichst schon in diesem Winter in Betrieb kommen soll. * Allgemeine deutsche Sport-Ausstellung München 1899. Um den Wünsche» gewisser industrieller Kreise zu entsprechen, ist beschlossen worden, statt der bisher vorgesehenen einheitlichen Prämiierung goldene, silberne und bronzene Medaillen zu erteilen, eine Neuerung, die wohl manchem Interessenten den Wettbewerb begehrenswerter wird erscheinen lasten. — Mit Rücksicht auf die große Zahl der noch in der Schwebe befindlichen Anmeldungen ist die Anmeldefrist bis zum 1. April verlängert worden. Es besteht aber für alle Teile das größte Jntereste daran, daß der Entschluß nicht bis zum äußersten Termin aufgeschoben wird: für das Unternehmen bedeutet die Verzögerung eine Erschwerung der Vorbereitungsarbeiten, für die Aussteller eineBeschränkung in der Platzwahl. — Auf den k. bayerischen und k. preußischen Staatseisenbahnen, dann auf den Eisenbahnen in Elsaß- Lothringen und der Main-Neckar-Bahn ist die frachtfreie Rückbeförderung der Ausstellungsgüter, die unveräußert an den Aufgabeort zurückgehen, erwirkt worden. Auch bei den übrigen deutschen Eisenbahnverwaltungen ist um die gleichen Vergünstigungen nachgesucht. * Was Prinzessinnen lernen. An deutschen Fürstenhösen findet man seit den letzten Jahrzehnten — was früher als eine Etikettewidrigkeit ersten Ranges gegolten hätte —, daß manche Prinzessinnen über die Geheimnisse der Küche nnd des Hauswesens nachdenken. Kaiserin Auguste Viktoria hat als Prinzessin zu Schleswig-Holstein Unterricht in der Kochkunst genommen und auch für die Kunst des Kleider- machens stets eine große Vorliebe und Wißbegierde gezeigt, so daß sie als Königin und Kaiserin genau die Kleideränderungen usw, die in einer eigenen Werkstätte im Schloß vorgenommen werden, selbst angeben kann. Großherzogin Luise von Baden stellte für ihre einzige Tochter, Prinzessin Viktoria, Gemahlin des Kronprinzen von Schweden, den ganz bürgerlichen Satz fest: „Die Frau soll im Palast »nd in der Hütte eine sorgsame Hausfrau und perfekte Köchin sein." Prinzessin Viktoria mußte sich thatsächlich alle Eigenschaften einer Hausfrau aneignen und versteht sich demgemäß auf die Kochkunst ausgezeichnet. Für einen eigenen Beruf bereiten sich gern die englischen Prinzessinnen vor, nämlich für den der Krankenpflegerinne», freilich nur theoretisch aus guten Büchern mit eingehenden Abbildungen. Die Prinzessin von Wales hat sogar regelrecht ein Handwerk erlernt; die hohe Dame ist eine ganz perfekte — Buchbinderin. Auf einer unlängst in London veranstalteten Ausstellung, zu der die geschicktesten Buchbinder Englands ihre Beiträge geliefert hatten, wurden verschiedene künstlerisch ausgeführte Einbände einer vollkommen unbekannten „Miß Matthews" mit Preisen ausgezeichnet. Hinter dieser Miß Matthews verbirgt sich die künftige Königin von England, Prinzessin Vicky, die nicht nur zur Preisbewerbung ihre Büchereinbände sendet, sondern sich auch eigenhändig die Bücher und Hefte für ihr Haus bindet. Auch ihre Kinder, Töchter sowohl wie Söhne, ließ sie ein Handwerk lernen. Zierliche Drechslerarbeiten im Hause des Prinzen von Wales stammen von prinzlichen Händen. Die Königin-Mutter von Holland ließ ihre einzige Tochter Wilhelmine, die jetzige Königin, alles lernen, und wir wollen gern das Geheimnis verraten, daß die jetzige Königin eine ganz famose Wäscherin ist und in der Feinbügelei Bedeutendes leistet. Das größte Vergnügen des jungen Prinzeßchens war, sich ihre Spitzen- tücher und Chemisettchen selbst zu waschen und zu Plätten. Das Prinzeßchen lernte auch das Spitzenklöppeln, verlor aber bald die Geduld. „Wenn ich erst Königin bin, sollen es die armen Menschen, die sich so schwer das Brod verdienen, gut haben", sagte das Prinzeßchen, als es trotz aller Mühe mit der Arbeit gar nicht vorwärts gehen wollte. Nun, vielleicht gelingt es ihr, jetzt ihre Worte wahr zu machen. — Am Wiener Hof wird naturgemäß besonderer Wert auf Sprachkenntnisse gelegt. Als Kaiser Franz Josef um Prinzessin Elisabeth von Bayern zu Possenhofen warb, wurden sofort in Oesterreich Lehrer der italienischen, ungarischen und böhmischen Sprache für die Prinzessin engagirt, und mit Genugthuung konnte man nach wenigen Monaten dem kaiserlichen Bräutigam nach Wien melden, daß die Fortschritte der Braut im Italienischen, Ungarischen und Böhmischen groß seien. Die Kaiserin-Mutter jedoch ließ der herzoglichen Familie melden, daß der Kaiser von Oesterreich auch König von Polen sei, und daß die künftige Kaiserin von Oesterreich und König von Polen sei, und daß die künftige Kaiserin von Oesterreich auch polnisch und kroatisch kennen müsse. Als Herzog Maximilian darauf seiner Tochter Elisabeth mitteilte, daß er für sie auch einen Lehrer dieser Sprache werben wolle, rief sie entsetzt aus: „Für den Kaiser reicht mein Herz, aber für so viel Kronländer wird mein Kopf zu klein." * Wie die Alten sungeu. Aus Washington, 2. März wird berichtet: Der „New-Aork Herald" kündigt an, daß Thomas A. Edison junior, der Sohn des Erfinders, einen Stahlhärtungs-Prozeß entdeckt habe, der in dieser Industrie möglicherweise eine Umwälzung herbeiführen werde. Eine nach diesem Verfahren bereitete sechszöllige Platte habe größeren Widerstand gehabt, als eine 15 zöllige nach Harvey'schem Prozeß hergestellte. Der Erfinder behauptet, daß die auf seine Weise fabrizierten Schienen sich nicht dehnen, und daß Werkzeuge u. s. w. unverwüstlich werden. Der Prozeß wird geheimgehalten, bis die Bundesregierung ihre Versuche mit den nach Edison'schem Verfahren hergestellten Panzerplatten vollendet hat. Der junge Edison ist erst 22 Jahre alt. Seine technische Ausbildung hat er im Laboratorium seines Vaters erhalten. * Die Entdecker des Chinins. Man berichtet aus Wien- Einer Anregung französischer Chemiker Folge leistend, hat sich eine Reihe österreichischer Chemiker und Pharmazeuten als österreichisches Komitee konstituiert, um die Errichtung eines würdigen Denkmals für die französischen Chemiker und Apotheker Pelletier (geboren 1788, gestorben 1842), Sous-Direktor der Ecole de pharmacie in Paris, und Caventou (geboren 1795, gestorben 1877), Professor der Toxikologie an derselben Schule, die im Jahre 1820 ander Chinarinde das Chinin zuerst in reiner Form dar gestellt und damit die leidende Menschheit mit einem un ersetzlichen Heilmittel beschenkt hatten, durch Beiträge z« förden. Das Denkmal soll im Jahre 1900 gelegentlich bei internationalen pharmazeutischen Kongresses in Paris G hüllt werden. Universitäts-Nachrichten. — Berlin. Der Germnntll Geh. RegierungSret Profess«: Wetnbold an der htrfigen Universität feierte am 5. dS. sein fünfte jähriges Profesioren-Jubtläum. — Göttingen. An Stelle deS nach Königsberg berufnrrn Professors der Mathematik Schönfltes ist der Profesior Schtlltn, von der technischen Hochschule in Karlsruhe an unsere Untverfitii berufen worden. — Tübingen. Die durch Profesior HettnerS BerusM nach Heidelberg erledigte Profeffur für Geographie an der hiesigen Universität wurde dem Prtoatdozentm Dr. Hassert in Letpjsi übertragen. — Wien. Der mit dem Titel eine« außer ordentliche« Uni. versttäts-Professors bekleidete Prioatdozent Dr. Wilhelm Winteröl, wurde zum außerordentlichen Profesior für innere Medizin au br hiesigen Universität ernannt. — Rom. Der 12. internationale Orientaltstenkon-reh soll Anfang Oktober stattfinden. Präsident deS Organtfattovtz komitee« ist Graf Angelo de GubernattS, Profesior des SanSkrit ti> Rom, Generalsekretär des Kongresses ist der Graf FranzeSto Lorenze Pulle, Profesior des SanSkrit in Pisa. — Belgrad. Ja der verfloffenm Session der Skupschtina wurde die Umwandlung der Belgrader Hochschule in eine Univerfilät beschlossen. Jetzt hat der Unterrichtsmtnifter eine Kommrsston g« blldet, die mit der Prüfung dieser Frage und mit der AuSardeitunp des Systems betraut wurde. .dieselbe ist sehr angenehm und von vorzüglicher Wirkung für dir Haut, da sie ein Spr ödewerden gänzlich verhindert, waS besonders im Winter jedem zustatten kommt, der gezwungen ist, seine Hände täglich ungezählte Male zu waschen-. Dietz ist die Erfahrung, weicht ein bekannter Arzt gemacht hat. Ueberall, auch in den Apotheken erhältlich. 38 Brennabor Vornehmstes Fahrrad bei niedrigsten Preisen. Alleinige Niederlage Sei Fr. Leo Nachf., C. Herber. *w> Eigene Reparatur-Werkstätte. Tafelhonig- feinste Qualität, wieder eingetroffen bei 2006 Emil Fischbach. Alle Sorten Hfilsenfriichte, Eierteigwaren, Ist. Mischobst und Apfelringe frisch eingetroffen. Ferner offeriere: fst. siißk Rahmtasrlbntter per Pfund 1,20 Ml. H. 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