■Konzert rvktorg H( 'erntet Wg, bott $effeu. (litüti): Monis ieitmlitt 1899. «*■•#»<> ’stDUler |olie zu Mk. 0,50 in her teouen. Sethofl 4 $11. 7858 ’*r, 8. frfair 1900. »ng. den des KreffeS Gießen wember, mittags 1 Uhr, aratiou Bauer, Bahuhof- [7853] A. m das am aber wieder ihren Anfang neunen, roautag zwischen 2 und? Uhr le; die Mädchen können nach 8e- Uhr bis 5 Ujr finbd gemeinsame l'inb in großer Zahl * vchMG ^M. Mgurrtz em. vmb bitten Km, en au\ bm Sonniagsom- M- woHtn. entner * icl' ^ard. ,|e0mUW**K,m^ .skbästen zu K-f* Rt. 263 Zweites Blatt Mittwoch dm 8. November 1899 eit MmWk de« WMtefl >« DK-rirer ■•rtat tan Änyiyr ■-chestttch fri-ermit tafdeft Gießener Anzeiger K,rug«prrl» vierteljährOÄ 2 Mark 20 Pf- monalttch 75 Pftz mit vringerlstz«. ©fi ’Voftbfjttf 2 Stark 50 P's ViertrliStzrlich. lene*w< • Injeigen zu ta ne*«itta|l fftt tat X*g «schdnmdm ddummer Hf wem. M Uhr. General-Anzeiger KBe Anzrtgrn-Sermttcilmgsßear« bei In- nutz Kullesta Nehmen Nnzei.ren für tat Gießener Anzeiger aitygM Anrts- unb Anzergsbl^tt für den Avers Greszen. WtbehUn, epcbition und Druckerei: >4«(fr«|e »r. 7. 1 — -> ~ __-- .2^-——- - - ■ » ---- - Orsttsheilagen: Gießener FsmMendMer. Der hessische Lündwirt, Klötter für hessische DolKsKuude. ■RBMBMMWMBMWMBJIMWII|I ■Wi1' Ifflll W'IWWIltHH' HI1UMIMIH1 Hill IKIH I xWtWWKWMBU JRIBWJMnU»a»—MBW ■SB-Ote Adresse für Depeschen: A»zeiger Stig«. Fernsprecher Nr. 51. Deutsches Reich. Berlin, 6. November. Die Vorbereitungen für die Ankunft des Zaren werden so diskret betrieben, daß heute Mittag noch nicht einmal militärische Kreise verständigt waren. Im Stadtschloß zu Potsdam sind die von den Königinnen von Holland bewohnten Zimmer in demselben Stand geblieben. Ob aber der Zar dort absteigt, ist ungewiß. Diesbezügliche Befehle sind nicht ergangen. Wenn es hieß, daß der Zar am 7. November nach Berlin kommen werde, so liegt ein Mißverständnis zu Grunde. — Auf ein Telegramm, in welchem die Errichtung eines Provinz-Ausschusses des deutschen Flotten-Vereins in Königsberg angezeigt wird, erwiderte der Kaiser telegraphisch dem Oberpräsidenten Grafen Bismarck, daß er die Hoffnung ausspreche, es möge mit Hilfe des deutschen Flotten-Vereins gelingen, das deutsche Volk immer mehr und mehr von der Notwendigkeit einer starken, seinen Interessen entsprechenden und ihm zum Vorzüge gereichenden Flotte zu überzeugen. Ganz besonders habe es seinem Herzen wohlgethan, daß die Provinz Ostpreußen, trotzdem ein großer Teil ihrer landwirtschaftlichen Bevölkerung mit bedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen habe, in altbewährter Treue, wenn es das Wohl des ganzen Vaterlandes gelte, mit freudigem Herzen Opfer zu bringen bereit sei, wie sie einst Vorbild war in schwerer Zeit zu Anfang des Jahrhunderts. — Dem „Lokal-Anzeiger" zufolge ist das Befinden der Kaiserin noch immer nicht ganz befriedigt. — Staatssekretär Podbielski ist von seiner Reise nach Süddeutschland heute hierher zurückgekehrt. — Regierungs-Referendar v. Kayser ist nicht, wie verschiedene Blätter mitteilen, auf seinen Antrag, sondern auf Grund des Disziplinar-Gesetzes vom Finanzminister und Minister des Innern aus dem Dienst entlassen worden. — Wie uns aus Köln telegraphiert wird, teilte Bischof Sim ar dem Kölner Metropolitankapitel mit, er könne die Wahl zum Erzbischof von Köln nur annehmen, wenn er durch ausdrücklichen Wunsch oder Befehl des Papstes dazu bestimmt werde. Es widerstrebe seinem Gewissen ebenso sehr wie seinem Herzen, die Diöcese Paderborn zu verlassen, wo ihm vom Klerus und Volke so viel Vertrauen und Liebe entgegengebracht worden sei, um die Last eines anderen Wirkungskreises zu übernehmen, von der er fürchten müsse, daß sie für seine Schultern zu schwer (ei. — Das Kölner Metropolitankapitel berichtete auch bereits in diesem Sinne an den Papst über das Wahlergebnis. — Die Staats-Ministerial - Sitzung am Samstag dauerte von 3 bis nach 7 Uhr. An der Sitzung nahmen auch die Staatssekretäre Graf Posadowsky und Tirpitz teil. Der letztere legte in längerem Vorträge die Grundzüge der Marine-Vorlage dar, welche demnächst dem Bundesrat zugehen soll. — Finanzminister Miquel machte am gestrigen Sonntage dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe einen Besuch und verweilte bei ihm über zwei Stunden. — Gegenüber fortgesetzt irrigen Angaben ist die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in der Lage, nochmals auf das bestimmteste zu versichern, daß Staatssekretär von Bülow den von ihm in der Samoafrage von Anfang an eingenommenen Standpunkt, wie man ihn aus seinen Erklärungen vor dem Reichstage kennt, während der ganzen Dauer der schwebenden diplomatischen Verhandlungen sestaehalten hat und demgemäß jetzt sowenigalsfrüher gewillt ist, die d e utsch e Stellung inSamoa aufzugeben. „ t — Wie das „Berl. Tageb.l" meldet, wurde m Dr es d e n der antisemitische Schriftsteller Alexander iöald auf Grund eines vom Staatsanwalt in Hamburg wegen nicht unbedeutender Wechselfälschungen und Unterschlagungen gegen denselben erlassenen Steckbriefes verhaftet. Hamburg 6. November. Der Hamburger Verein Lothes Kreuz" hat bisher 44 500 Mk. für die Opfer des südafrikanischen Krieges zusammengetragen. Weimar, 6. November. In der Eröffnungssitzung des Landtags interpellierte Abgeordneter Vau- be-ft (Sozialist) die Regierung, aus welchen Gründen sie bet Zuchthausvorlage im Bundesrat zustimmte. Karlsruhe, 6. November. Die zukünftige Kammer 'toi rb folgende Zusammensetzung haben: 24 Nationalliberale, 22* Zentrum, 7 Sozialdemokraten, 5 deutsche Volksparteiler, 2 Freisinnige, 1 Wilder (der aus der konservativen Partei ausgeschiedene Bauunternehmer Kirchenbauer), 1 Antisemit und 1 Konservativer. Stuttgart, 6. November. Der frühere Regierungspräsident Lutz, Landtagsabgeordneter für Nagold, ist g e st o r b e n. Ausland. Wien, 6. November. Die bevorstehende Vermählung des österreichischen Thronfolgers. Nachdem in den letzten Tagen die Gerüchte über die künftige Vermählung des Erzherzogs Franz Ferdinand mit der Gräfin Chotek dementiert worden waren, scheint jetzt die Angelegenheit eine sensationelle Wendung nehmenzn wollen. Der „B. L.-A." erhält aus Budapest darüber folgendes Privattelegramm: Aus Ecska, der Besitzung des Grafen Harnoncourt, wo der Thronfolger Franz Ferdinand seit längerer Zeit, angeblich zur Jagd, sich aufhält, kommt heute die sensationelle Nachricht, daß er dort in aller Stille mit der Gräfin Sofie Chotek in den nächsten Tagen getraut wird. Der Erzherzog traf in Ecska in strengstem Jncognito ein, brachte aber trotzdem einen ganzen Waggon Gepäck, darunter zahlreiche Koffer, mit. Der Csanader Bischof Dezseffy wurde telegraphisch hinbestellt. Der Bischof traf heute in Ecska ein und soll die Trauung vornehmen. Die Gräfin Chotek wurde bisher von niemand gesehen, doch will man wissen, daß sie bereits dort sei. Sie sei per Bahn gekommen, aber eine Station früher ausgestiegen und habe sich von da per Wagen nach Ecska begeben, wo sie nur mit der Gräfin Hardegg, der Schwester des Schloßherrn, verkehrt. Der Schloßdienerschaft ist bei Entlassung verboten, mit jemand zu sprechen. Ecska ist ein rumänisches Dorf mit 3000 Einwohnern an der Station Großbecskerek. Wien, 6. November. Gerüchtweise soll die Vermählung der Erzherzogin Elisabeth, Enkelin des Kaisers, mit dem Herzog Ullrich von Württemberg im Januar stattfinden. Wien, 6. November. In der heute abgehaltenen Abgeordnetenhaus-Sitzung gab Graf Clary bei den Debatten über § 14 die Erklärung ab, daß die Regierung dem Anträge auf Aufhebung des § 14 nicht zustimmen könne, weil dieser Paragraph sich bei Gewährung staatlicher Unterstützung aus Anlaß von Notständen oder bei Staatsbeiträgen zu dringenden gemeinnützigen Arbeiten wiederholt als äußerst förderlich erwiesen habe. Die Regierung stehe indes nicht an, neuerdings zu erklären, daß sie von dem ihr durch die gesetzlichen Bestimmungen vorgezeichneten Wege unter gar keinen Umständen abweichen werde. Wien, 6. November. Um einer eventuelleu Auflösung des Reichsrathes vorzubeugen, beabsichtigt, wie verlautet, die Parlamentsmajorität eine Wahlreform-Vorlage einzubringen, welche sich im Wesentlichen auf die Taaffe'sche Wahlreform beschränkt. — Die Gerüchte, der König von Serbien habe um die Haud der Erzherzogin Elisabeth, der Tochter der Kronprinzessin Stephanie angehalten und einen abschlägigen Bescheid erhalten, wird von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Graz. 6. November. Die Abgeordneten Hagenhofer und Kaplan Dufak, welche in einer Versammlung heftig gegen die Sozialdemokraten sprachen, wurden von letzteren überfallen und arg mißhandelt und konnten nur mit Mühe von der Polizei befreit werden. Budapest, 6. November. Im Abgeordnetenhause tritt mit Bestimmtheit das Gerücht auf, daß die Civilliste des Kaisers in nächster Zeit um eine Million erhöht werden soll. Budapest, 6. November. Gestern abend fanden vor dem Palais des Ministerpräsidenten wiederholt Demonstrationen statt, an welchen sich auch Studenten und viele andere Persönlichkeiten beteiligten. Die Polizei mußte energisch einschreiten und viele Verhaftungen vornehmen. Rom, 6. November. In vatikanischen Kreisen kursiert das Gerücht, Kaiser Franz Josef habe dem Papst geschrieben, damit dieser den Nuntius in Brüffel anweise, am Hofe gegen die Wiedervermählung der Kronprinzessin Stefanie zu arbeiten. Der Papst soll der Bitte des Kaisers willfahrt haben. Paris, 6. November. Der französische Admiral Cour- rejles begegnete bei den Grenz-Regulierungen bei dem Kuangtschou-Wall, welche er mit dem chinesischen General Son durchführte, solchen Schwierigkeiten seitens des Vizekönigs, daß der Marineminister demgegenüber nachdrückliche Unterstützung der französischen Forderungen anordnete. Paris, 6. November. Der bekannte seines Amtes entsetzte Richter Grosjean hat sich nunmehr dem Studium der Medizin gewidmet. Paris, 6. November. Paul de Cassagnac veröffentlichtheute in der „Aurore" einen heftigen Artikel gegen die Engländer wegen des von ihnen benützten Sprengstoffes Lyddit. In dem Artikel wird vorgeschlagen, die Buren sollten für jeden mit Lyddit Getöteten zwei Engländer an einem Baume aufhängen. Paris, 6. November. Die Strafkammer verhandelte gegen Esterhazy wegen Betrugs an seinem Vetter Christian. Mehrere Briefe Esterhazys wurden vorgelegt, worin er dem Vetter eine reiche Heirat verspricht und ihm raffinierte Ratschläge dazu gibt. Schließlich wurde Esterhazy in contumaciam zu 3 Jahren Gefängnis, einer Geldstrafe von 500 Frs. und Ersatz der unterschlagenen 30000Frs. v erurteilt. Lokales und VrovinsteUes. * Gießen, den 7. November. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 225 Jahren, am 8. November 1674, starb zu Bunchill der engUsche Dichter John Milton, besonders berühmt durch bte (SpopSe „Paradise lost“ (DaS verlorene ParadteS), worin er den Sündenfall der ersten Menschen, schildert, durch den alles Unheil in die Welt gekommen sei. Mtltor^. wurde am 9. Dezember 1608 zu London geboren. ♦* In 15 Tagen 8 Feiertage! Der Schluß des alten und Anfang des neuen Jahres wird uns eine außerordentlich feiertagsreicheZeit bringen. Da der 24. Dezember auf einen Sonntag fällt, so schließen sich diesem Festtage der Montag und Dienstag als erster und zweiter Weihnachtsfeiertag an, welchem bei einem großen Teil der Bevölkerung gewissermaßen als historische Ueberlieferung der dritte Weihnachtsfeiertag folgt. Nach drei Werktagen folgen dann wieder zwei Festtage: Sonntag und Montag als Neujahrsfest. Der folgende Dienstag bringt das hie und da übliche sogenannte Laufneujahr, und vier Tage darauf ist wieder Sonntag. Es sind demnach in 15 Tagen acht Feiertage, und selbst wenn man den sogenannten dritten Weihnachtsfeiertag und das Laufneujahr in Abrechnung bringt, bleiben noch 6 Feiertage übrig. Das alte Jahr verabschiedet und das neue Jahr empfiehlt sich also auf das Beste. * * • •* Zur Landlagswahl schreibt der „Darmst. Tägl. Anz.": Am Mittwoch dem 8. November findet in 25 Wahlkreisen unseres Großherzogtums die Wahl der Wahlmänner statt. Bei der Bedeutung der dem kommenden Landtag gestellten Aufgaben — wir erinnern nur an die Kommunalsteuerreform, die Volksschulkosten, zahlreiche, die Interessen der einzelnen Wahlkreise unmittelbar berührende Bahnprojekte — ist die Wahl von außerordentlicher Wichtigkeit. Wir dürfen daher von unseren Parteigenossen erwarten, daß sie ihre Wahlpflicht erfüllen werden. Ueberall hat die Sozialdemokratie ihre Kraft aufs äußerste angespannt, um die minder eifrigen bürgerlichen Parteien aufs Haupt zu schlagen. Anstrengung auf unserer Seite ist demnach doppelt geboten. Unsere Vertrauensmänner in den einzelnen Wahlkreisen haben es sich daher angelegen sein lassen, die Wahlthätigkeit anzuregen, und haben vielfach beschlossen, zur Bekämpfung der gemeinsamen sozialdemokratischen Gefahr ein Zusammengehen der bürgerlichen Parteien herzustellen, wie es der Lage entspricht. Wir fordern unsere Parteigenossen auf, sich derartigen Beschlüssen zu fügen, und einheitlich und geschlossen für die Kandidaten der bürgerlichen Parteien, sei es bei der Wahlmännerwahl, sei es bei der Hauptwahl, einzutreten. Jede Stimmenzersplitterung ist vom Uebel und kommt nur dem Gegner zustatten. Mögen die politischen Parteien auch sonst getrennt marschieren, wo es die Abwehr gegen eine so dringende Gefahr wie die sozialdemokratische gilt, ist es Pflicht der bürgerlichen Parteien, geschlossen für die gemeinsamen Kandidaten einzutreten. Wird diese Wahrheit beherzigt, so wird der Erfolg unser sein, die entgegengesetzte Haltung führt zur Niederlage. Wir erwarten von der politischen Einsicht der Wähler, daß unser Weck- und Mahnruf nicht ungehört verhallen werde. Wähler! Vereinigt Euch bei der bevorstehenden Wahl mit den Gleichgesinnten und Ihr werdet siegen! l^I IhMilliEfifiBWIi.lin. HiiiiillhumHiiin •♦ Einrichtung von Postfächern. Im Reichspostamt werden gegenwärtig Erhebungen angestellt, ob es sich empfehlen würde, die Einrichtung von Postfächern, die zur Zeit nur in Bremen und Mannheim besteht, auch auf andere Städte mit größerem Verkehr auszudehnen. Die Postfächer haben sich, trotz verschiedener Mängel, in den beiden genannten Städten bewährt, und die weitere Ausdehnung der Einrichtung wird für viele Geschäftsleute Vorteile infolge der Zeitersparnis mit sich bringen. Bei der heutigen Einrichtung ist in der Regel für die Auslieferung der Briefschaften auch auf sehr großen Postämtern ein Schalter vorhanden, und an diesem herrscht nach Ankunft der Hauptposten oft ein großes Gedränge, und manche Abholer müssen länger warten, als ihnen lieb ist. Die Einrichtung von Postfächern will diesem Uebelstande abhelfen, jeder Abholer kann sich seine Briefschaften, Zeitungen rc. selbst hervornehmen, ohne auf die Abfertigung der vor ihm gekommenen Personen warten zu müssen. Neben dem Postschalter wird in der Wand Mainz, 6. November. Der kommandierende Gene r a l, General der Infanterie v o n L i n d e q u i st ist heute vormittag um 9 Uhr 5 Min. von Frankfurt aus im Centralbahnhof eingetroffen. In seiner Begleitung befand sich der Jntendanturrat Diepenbrock von der Intendantur des 18. Armeekorps. (($8 ist dies der Vertreter des Fiskus bei den Verhandlungen mit der Stadt wegen Ueberlassung der militärischen Gebäude.) Im Centralbahnhofe wurde der kommandierende General vom Gouverueur Generalleutnant Baron von Collas und dem Kommandanten Generalmajor von Zastrow empfangen. Per Equipage fuhr der Kommandierende nach der Schloßkaserne, um diese auf Grund der Uebergabe-Vereinbarungen mit der Stadt zu besichtigen. Dabei waren noch anwesend die Ofsiziere des Gouvernements, Stabsoffizier und Adjutant, der Garnisonsarzt, Oberstabsarzt Dr. Phal, Oberstleutnant v. Maltzahn vom Regiment Nr. 117, der Garnison-Verwaltungsdirektor, MajorStrecker u. a. mehr. Nach geschehener eingehender Information über alle Bau- und Platzverhältnisse fuhr der kommandierende General mit seinen Begleitern nach dem alten Backereigebäude (besichtigte dieses und die Kloster- und Klarakirchenmagazine), der Flachsmarktkaserne, Welschnonnen- kaserne, Lappenhaus und Kriegsschlachthaus in der Neubrunnenstraße. Darnach fuhr man zur Besichtigung des städtischen Terrains am Barbarossaring und in der Rheinallee. Hierbei war Baurat Rettig der Führer, der seine Erklärungen an Händen der vollständig fertig gestellten Baupläne für die dort zu errichtenden Kasernen und andere Bauten gab. Gegen 11 Uhr traf Korps-Kommandeur von Lindequist im Offizierkasio ein, wo ihm die Offizierkorps der Feldartillerie-Regimenter Nr. 27 und 63 vorgestellt wurden. Hieran reihte sich ein von denOffizierkorps der beidenRegimenter gegebenesFrühstückimgroßenSaale,woran derKommandierende teilnahm. Die Rückreise nach Frankfurt erfolgt am Nachmittag. Wiesbaden, 4. November. Die Rau ent Hal er Wein- berge Wilhelmjs wurden von der Kgl. Domainc um 1125000 Mk. erworben. Die Uebernahme erfolgt im April 1900. Wegen Ankauf weiterer Objekte der in Liquidation befindlichen Aktiengesellschaft sollen noch Unterhandlungen schweben. Herborn, 5. November. Ein bedauerlicher Unglücks- fall ereignete sich heute abend in dem um 7.02 von Gießen hier eintreffenden Zuge. Kurz nach Verlassen der Station Sinn fuhr der Zug an dem von Herborn kommenden Zuge vorbei. Herr Heinrich Seißler von Herborn, 24 Jahre alt, welcher sich an ein Fenster angelehnt hatte, wurde dadurch, daß eine Thür des vorbeifahrenden Zuges Plötzlich aufging, gegen das betr. Fenster schlug und das- ihm derselbe bei seinem Eintreffen in Herborn sofort amputiert werden mußte. Frankfurt a. M., 5. November. Die Firma Wronker kaufte das Landauer'sche Besitztum, Zeil 29, für den Preis von 350000 Mk. Ferner ist das Haus, in dem sich das Hotel „Zum Römischen Kaiser" befindet, an die Firma Schm oll er übergegangen, die dort ein großes Warenhaus errichten will. Der Preis wird mit 1300000 Mk. angegeben. Auch heißt es, daß die Firma noch ein Nachbar- grundstück erworben hat. In welchem Maß sich übrigens dort die Grundstückpreise erhöht haben, ist daraus zu ersehen, dvß der „Römische Kaiser" vor etwa 16 Jahren für rund 700000 Mk. verkauft worden ist. Marburg, 6. November. Bei dem Hoffmann'schen Neubau am Krummbogen ereignete sich heute morgen ein beklagenswerter Unglücksfall. Der dortselbstbeschäftigte Zimmermeister Josef Damm von Schröck, ein noch junger Mann, stürzte so unglücklich vom ersten Stock in die Tiefe, daß er auf der Stelle tot war. Cassel, 5. November. Auf Veranlassung der hiesigen Königl. Eisenbahndirektion soll hier eine unter deren Leitung stehende Eisenbahnschule errichtet werden. Dieselbe soll den auf die Prüfung zum Eisenbahnsekretär, Betriebsingenieur, Güterexpedienten und auf die Fachprüfung erster Klasse sich vorbereitenden Anwärtern neben der anderweitigen praktischen Erlernung des Dienstes auch theoretisch eine möglichst umfassende Ausbildung geben. Koblenz, 6. November. Im Güterbahnhofe Koblenz (Rheinisch) fuhr heute früh bei dichtem Nebel der von Köln kommende Eilgüterzug einem gerade abfahrenden Güterzug in die Flanke. Fünf Wagen des Güterzuges wurden zum Teil zertrümmert, während die Maschine des Eilgüterzuges nur geringere Beschädigungen erlitt. Vom Personal wurde niemand verletzt. Köln, 6. November. Ein an der Landsbergerstraße wohnender Kutscher erkrankte nach dem Genüsse von Seemuscheln unter Vergiftungssymptomen und starb alsbald. * Bonn, 5. November. Hier wurde ein Heirats- schwinder verhaftet, der in rheinischen und westfälischen Zeitungen Haushälterinnnn oder Lebensgefährtinnen gesucht, und die sich Meldenden dann um bedeutende Geldbeträge geprellt und auch ihrer Ehre beraubt hatte. Er nennt sich Ernst Kröcher oder Motoni, gab sich für einen Gendarmerie- Oberwachtmeister oder höheren Eisenbahnbeamten aus Bergheim a. d. Mosel aus. Er ist geständig, und hat auch seinen Opfern gegenüber, wenn er sie beschwindelt hatte, kein Hehl daraus gemacht, daß er ein von der Polizei ge- zwischen Post- und Schalterraum ein großer Kasten mit verschiedenen Fächern angebracht, deren jedes nach dem Postraum zu offen nach außen aber durch eine Thür verschlossen ist. Der Postbeamte legt von innen die Briefe in die durch Namen der Empfänger gekennzeichneten Fächer. Jeder Besitzer eines Postfaches erhält von der Postbehörde einen Schlüssel, auf welchem eine mit der Nummer des betr. Postfaches korrespondierende Zahl eingraviert ist. Für jedes Fach ist ein besonderer Schlüssel erforderlich, die Nummer befindet sich auf einer Glasscheibe in der Mitte der kleinen Thür. Unsere Abbildung veranschaulicht eine Vorderansicht der Postfächer und den Querschnitt. Die Handhabung der ^.nrlchtung ist einfach und praktisch, trotzdem sind noch einige Uebelstände vorhanden, die sich besonders durch Verwechseln der Briefschaften seitens des sortierenden Beamten, Verlieren des Schlüssels seitens des Abholers rc. ergeben, im allgemeinen wird aber die Neuerung mit Freuden begrüßt werden. (Nachdruck untersagt.) Sämtliche fiskalischen Gebäude und die Festungswerke tragen zu Ehren der Anwesenheit des kommandierenden Generals Flaggenschmuck. Was uns auffiel ist, daß die Truppen der Garnison gegen die sonstige Gepflogenheit, die bei dem früheren Korps-Kommandeur v. Wittich peinlich streng gehandhabt wurde — beim außerdienstlichen Ausgehen keine Helme trugen. Es wäre dies, wenn es zur dauernden Einführung kommt, eine Erleichterung für die Soldaten. — Ju Sachen der Gonsenheimer sog. Mordaffaire (vgl. gestrige Nr.) haben die von staatsanwaltschaftlicher Seite stattgehabten Erhebungen einen bestimmten Verdacht, daß der betreffende Mann (A. Mittenburger) das Opfer eines Verbrechens geworden wäre, nicht zu begründen vermocht. Es ist vielmehr, wie der „M. A." berichtet, mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß derselbe um die Zeit vom 19. Januar bis Anfang März 1879 sich, um einer anhängigen Strafuntersuchung zu entgehen, entfernt oder Selbstmord verübt hat. Heute früh ist nun in Gonsenheim unter Zuziehung des Beitz die Grabung in dem betreffenden Keller unter polizeilicher Aufsicht vorgenommen worden, hat aber keinerlei Anhaltspunkte für die Annahme ergeben, daß dort ein Verbrechen stattgefunden hat. Mainz, 6. November. Der Beisetzungsfeierlichkeit von Bischof Haffner werden morgen beiwohnen die Erzbischöfe von Köln, Breslau und Freiburg, ferner die Bischöfe von Fulda, Trier, Straßburg, Limburg, Rottenburg und Speyer, sowie der Abt von Marienstadt. Als Vertreter des Großherzogs werden Generaladjutant von Westerweller und Staatsminister Rothe der Beisetzung beiwohnen. (Vgl. Telegramm.) Bingen, 5. November. Die hiesige Handelskammer hat beschlossen, den von vielen Seiten laut gewordenen Klagen über die bedauerlichen Zu stände an den Güterbahnhöfen Bingen und Bingerbrück, sowie über die mangelhaften Verkehrsverhältnisse auf den Linien der Königlich Preußischen und Großh. Hessischen Staatsbahn Ausdruck zu geben durch eine die herrschenden Mißstände darlegende Eingabe an die Direktion Mainz. ES wäre dringend zu wünschen, daß die Eingabe der Handelskammer Erfolg haben möge. Geisenheim, 6. November. Der Weinkommissonär Jann wird seit einigen Tagen vermißt. Man nimmt allgemein an, daß der gutsituierte Mann in einem Anfall geistiger Störung sich im Rhein ertränkt hat. I nur verschwindend wenige Landwirte gibt, die »nicht darauf angewiesen wären, Grundstücke »von der fürstlichen Verwaltung zu pachten — I eine Entwicklung, die wir für gefährlich halten." -r. Schlitz, 4. November. Gestern fand in dem benach- | barten Pfarrdorfe Willofs die Eiweihung der neuen I Orgel und einer neuen Altarbekleidung statt. I Die Weihe vollzog im Auftrage des Dekans der Stell- | Vertreter desselben, Herr Pfarrer Schmidt-Schlitz. Er legte seiner Ansprache den 1. Vers des 149. Psalms zu | Grunde, und brachte darin die Freude der Gemeinde zum I Ausdruck, der es endlich nach langem Warten und Hoffen gelungen ist, sowohl durch die Opferfreudigkeit der Gemeinde glieder, die namhafte Beträge gespendet haben, als auch durch die Bereitwilligkeit der Gemeindekasse, einen Teil der entstandenen Kosten zu decken, zur Verschönerung der Gottesdienste an Stelle des alten Orgelharmoniums, das nicht mehr zu gebrauchen war, eine neue Orgel aufzustellen. Nach der Weihe wurde dieselbe zum erstenmale der Ge- I meinde vorgeführt, und fand allseitiges Gefallen nicht nur der Gemeindeglieder, sondern auch mehrerer Sachverständiger und Musikkenner, die anwesend waren. Die Orgel ist von dem aus dem benachbarten Grebenau stammenden Hoforgelbauer Eifert, Stadt-Ulm, gebaut, und em neuer Beweis von der Tüchtigkeit ihres Erbauers, der I in ihr sein 100. Werk ausgeführt hat. Ihm, sowie dem I ungenannten Stifter der Altarbekleidung wurde von dem Ortspfarrer, Herrn Pfarrer Klös, im Namen der Gemeinde der gebührende Dank abgestattet. Mögen beide Neuanschaffungen nicht blos ein äußerer Schmuck des Gotteshauses fein, sondern auch dazu dienen, die Gemeinde immer mehr zu dem zu führen, auf den sie Hinweisen, die Altar- bekleidung mit ihrem goldgestickten Kreuze und die Orgel mit ihrer Inschrift: „Ehre fei Gott in der Höhe!" §§ Alsfeld, 6. November. Heute fand in dem Schul- I gebäude der Landwirtschaftlichen Winterschule die I Eröffnung des Winterkursus dieser Anstalt statt. I Es hatten sich hierzu die Eltern der neuaufzunehmenden I Schüler und diese selbst eingefunden, und hielt der Vorsteher I der Anstalt, Herr Oekonomierat Leithiger, eine Ansprache, I in welcher er auf den Zweck und die Bedeutung der Schule I hinwies. Es wurden im ganzen 26 Schüler, 17 in den unteren Kursus, 9 im oberen ausgenommen. Hierzu dürften I in den nächsten Tagen noch einige hinzukommen, so daß die I Schule ihren gewöhnlichen Stand von ca. 50 Schülern auch I dies Jahr wieder erreicht. Es ist zu bedauern, daß ver- I hältnismäßig immer noch zu wenig Landwirte von der An- I statt Gebrauch machen. Die meisten Schüler entstammen I ihrer Heimat nach dem Kreis Alsfeld. Die Kreise Gießen und Lauterbach haben dies Jahr fast gar keine Schüler geschickt. I Bad Nauheim, 5. November. Gestern abend verunglückte der E. Becker von hier in der Gaudes'schen Wirtschaft. Er war in den Garten herausgegangen und wegen der Dunkelheit in einen daselbst befindlichen, etwa 3 Meter tiefen Keller gestürzt. Die Wucht des Falles war so groß, daß er sich das Genick brach. Darmstadt, 6. November. Der neu ernannte Großherzogliche Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg und Kreisrat des Kreises Darmstadt, Freiherr v. Grancy ist, wie das „D. T." schreibt, im hiesigen Verwaltungsbezirk kein Fremder, indem derselbe von Frühjahr 1879 bis Herbst 1888, über 9 Jahre lang, als Kreisamtmann bei Großh. Kreisamt angestellt war. Bei seiner ersten Anstellung, am 19. Juni 1874, kam Herr v- Grancy als Kreisassessor nach Lauterbach; seine Stellung als Kreisamtmann in Darmstadt vertauschte er laut Dekret vom 11. Oktober 1888 mit derjenigen eines Rates bei der Provinzialdirektion Rheinhessen in Mainz. Von Mainz aus beim6ernannt17I ""«g.ug, gegen oas verr. tfenper schlug uno oas- ®rnn?h pT hprffnnhpn“ fia J * ®f?aun9cn Herr elbe zertrümmerte, so schwer am linken Arme verletzt, daß v. Grancy es verstanden, sich durch fein freundliches, ent- 1 r c" ’ ' • — - gegenkommendes Verhalten das Vertrauen des Publikums zu erwerben. WMUW! ’* Aus Oberheffen schreibt man der „Frkf.Ztg." „Die in der „Frankfurter Zeitung" erwähnte Ergänzung des Fideikommisses des fürstlichen Hauses Isenburg-Büdingen in Büdingen hat eine recht interessante Frage zur Diskussion gestellt. Wir gestehen der fürstlichen Rentkammer gern zu, daß von Latifundienbildung nicht die Rede sein kann; denn das Latifundium ist da, und ob dies nun 5 Hektar mehr oder weniger beträgt, das ist herzlich einerlei. Aber folgendes glauben wir der Rentkammer gegenüber doch hervorheben zu müssen: das vom Fideikommiß durch Verkauf abgetrennte Gelände wurde zu Bauzwecken abgegeben; ein hoher Preis wurde für den Quadratmeter erzielt. Für den Erlös wurden andere Grundstücke gekauft, aber in solchen Lagen wo der Preis des Quadratmeter an den erzielten auch nicht entfernt heran- reicht. So ist die Rentkammer imstande, aus Mitteln des Fideikommisses viel mehr Grundeigentum zu erwerben und dem Fideikommiß einzuverleiben, als davon abverkauft wurde. Ob dies letztere geschieht, oder ob nur soviel Grundstücke zur Ergänzung herangezogen werden, daß eine Minderung nicht eintritt, wäre demnach noch festzustellen. Die Rent- ^mmer beruft sich auf die gesetzliche Verpflichtung, für den Erlös verkaufter Grundstücke wieder Grundeigentum zu erwerben. So liegt der Fall doch nicht. Artikel 19 des hessischen Gesetzes vom 13. September 1858, die Familien- Fideikommisse betreffend, besagt nach der Fassung, welche er ^irch Art. 277 des Hess. Ausführungsgesetzes zum bürgerl. Gesetzbuch erhalten hat: „Was auf Grund eines zu dem Fideikommisse gehörenden Rechtes.....oder durch ein Rechtsgeschäft, das sich auf das Fideikommiß bezieht, erworben wird, muß zur Ergänzung des Stammwertes des Fideikommisses oder zur Verminderung bestehender Belastungen verwendet werden." Auch zu diesem Zwecke könnte der Erlös angewendet werden. Eine derartige Ver- wendung würde auch einem Versprechen nachkommen, das am 7. Marz 1848 der damalige Fürst und der damalige Erbprinz gegeben haben und das nach einem uns zur Verfügung gestellten Schriftstück folgendermaßen lautet: „Dokument, welches Seine Durchlaucht der Herr Fürst zu Ysenburg-Büdingen in Büdingeu der Stadt Büdingen gegen- I über niederlegte. Nr. 4: „Der systematische Güterankauf in der Gemarkung Büdingen soll ein- । gestellt werden." Anläßlich dieser Auseinandersetzungen mochten wir darauf Hinweisen, daß die fürstliche Rentkammer der Stadt Büdingen gegenüber stets loyal und zuvorkommend verfährt; gerade in letzter Zeit ist das öfters zum Ausdruck gekommen. Aber auf die von ihr geplante Ergänzung des Fideikommisses aufmerksam zu machen, halten wir für unsere Pflicht, zumal wir sehen, daß es in Büdingen doch j »DMUlld, 6 s,„ .ns dein © wurbC t rei von e mM « „ 6 SU 6(i 160. alt, nck>-M i »-rp-rb. Der iuar ein 5 ♦ tylMOW’,’ lanipieltef^bie’ &# Bit i*1 MNWt. W Storgflr* ^“"8I -Mesen träte« ein <*“8 btt fttWt M Damen otmx. der sch M'M einem Schutzmann, des Geschäftsmann wirtin Unterröcke stürzte Dame verw nng, nannte ihren iBerwandten gefiih Ibrachte die Dame n ^m Polizeibureau unterzogen und si 'Denunzianten eine um dem Menscher ttnteMder der D die Begleiterinnen Schwager der Dc Entrüstung über anständigen Dar sofort die Freila erklärt hatte, sich Disttiktskommissa' falls, und zwar, von der Welt ha. Damit scheinen i halten. Der Schi W fmb anderer schwere Äeleidigunc * Würzburg, l '»hängte sich de ans Auinsdach. * München, k maler Drawer schoß seine Gelb finanziellen Verhä giftete sich sodc * Metz, 6. 9 in der Kathedrale verstorbenen Bist Trier wird die £i Drache halten, ''ad M Feier hi, Kahe von Wende zufamine sehr bedeutend. / bheinnitz, ; i'eßen bei Gr zusammen. Dc sticht verletzt. - ./Wien, 6.Ni » ' ,6it h-ute sL Muffel, tz, i $ Sbtt «w eintm brt |°fe4 schulen ?6.en, d Rm b Wn, hungert "Ntei Äs"; ® sind. 9,21)0 um über biujÄnb bnder QCn $^nbtt Ätahü,Meben. c Kiigen Äugel ^'seniarkki, °"dere S 4 MW r. Heute morgen sind in der des Nebels zwei Güter- Der Materialschaden ist In der vergangenen Nacht ti ist. Bei dm hchmw'sch« aus Ruinsbach. * München, 6. November. Der 23 Jahre alte Kunstmaler Drawer aus Märkisch-Friedland (Preußen) erschoß seine Geliebte, weil sie sich wegen seiner mißlichen finanziellen Verhältnisse von ihm losgesagt hatte, und vergiftete sich sodann mit Karbolsäure. * Metz, 6. November. Heute vormittag 10 Uhr findet in der Kathedrale die Beisetzung des am am 24. v. Mts. verstorbenen Bischofs Fleck statt. Bischof Korum von Trier wird die Leichenrede in deutscher und französischer und französische Bischöfe sehr bedeutend. * Chemnitz, 5. November. „ _ _ stießen bei Grünhainichen zwei Eisenbahnzüge zusammen. Der Bremser wurde getötet, ein Reisender -eiqnete sich htute morgen ein ill. Derdortsrlbstbeschäftigte von Schröck, ein noch jung« Dom ersten Stock in die Tust, "k-wmWrUnglM abtnb in b® ™.2 * ige. toi M D-rlch" an b® eon ^rbcrn tont* ttnrich S* ** in tin genfter -»M'L vÄSfe X'Ä“"*”” guf Strati#' l^?/Len «lb- errichtet we " $etrW- Ä-SsS SÄ»-»' Sin "" . ®el,l,Ltb "ti* ’ ■ 1(V. für ii6 0 tot w Sprache halten. Viele deutsche sind zur Feier hier eingetroffen. ♦ Straßburg, 6. November. Nähe von Wendenheim infolge züge zusammen gestoßen. b leicht verletzt. * Wien, 6. November. Der renommierte Jokey Rum- ihold, der heute im November-Handicap Baron Born's „Elluczi" ritt, stürzte; er blieb bewußtlos liegen und starb pater im Spital. • Lemberg, 6. November. Auf dem Wege von der Hauptpost nach dem Bahnhofe entwendeten unbekannte 7häter aus einem Poft- und Ambulanzwagen zwei Säcke mit rekommandierten Briefen und mehrere lausend Gulden Bargeld. * Brüssel, 6. November. Als Madame Severine gestern in der „Alhambra" ihren Vortrag zu gunsten der Laren begann, brach sie gleich im Anfang ihrer Rede, von einem Unwohlsein überwältigt, zusammen und mußte ins Hotel geschafft werden. Das Publikum brachte ihr eine ly apathische Ovation. * London, 2. November. Eine recht zu denken gebende Statistik über „Hungernde Schulkinder in London" ift soeben erschienen. Die statistischen Aufstellungen sind ^rch Anfragen, die vor einiger Zeit an sämtliche Londoner Schulen ergingen, zu stände gekommen. Es ergiebt sich demnach, daß unter 449 945 Londoner Schulkindern 55 050 H iinger leiden. Der Prozentsatz ist natürlich in den ver- ilüebenen Stadtteilen verschieden. Am höchsten ist er in Southwurk, wo unter 26 645 Kindern 5912 schlecht genährt smd. Anschließend an diese Tabelle wird eine Uebersicht .ber die bestehenden Anstalten zur Speisung armer Schul- linder gegeben. Im ganzen werden jährlich 1 337 000 Mahlzeiten an bedürftige Kinder verabfolgt. Bei den wohl- Ih atigen Vorkehrungen zeigt sich aber ein bedauerlicher -Wange! an Organisation. Während an einige Schulen Speisemarken im Ueberfluß verabfolgt werden, erhalten andere überhaupt keine. Die Armee der Schlechtgenährten t ^"tlch J *yi« bei bem ' d« ,?NdlN 6tts ' daß btrifli,,«it K,ch«dt- 3-it ft» «ä '5 Stabun j" dem OS« «bt von Marienstadt W M*ehlna»bi"l,BI °°» *“ bki- r. PW Telegramm.) ? lm! gefrort* '*e” Sufiinbt an ben ' und Bingerbrjjj, M W auf »en Linien 0«6 . H-Wm Staat«. 9 eine die herrschenden W. n die Direktion fcj, & bQB die Eingabe btt Handel». ■ Der ffieintommi^onat igen vermißt. Man nimmt üerte Mann in einem Anfall ein erkränkt hat. mber. Die Fima Wronker itztum, Zeil 29, für den Preis |t das Hans, in dem sich das iser" befindet, an die Firma die dort ein großes Warenhaus wirb mit 1300000 Mk. am bit Fima noch ein Nachbar- weichem Maß sich übrige |t Haden, ist darM^o ersehen, ot etwa 16 Dohren für rund suchten Heiratsschwindler sei. Er riet aber stets davon ab, ihn zur Anzeige zu bringen, weil bei einer gerichtlichen Verhandlung die Betreffenden selbst noch mehr bloSgelegt werden würden, als er. Vermischtes. » Dortmund, 6. November. Durch flüssige Schlacken wurden auf dem Stahlwerk Hoesch fünf Mann verbrannt, drei von ihnen schwer. ♦ Osnabrück, 6. November. Das Dorf Hördinghausen ist zum größten Teil abgebrannt. Man vermutet, daß das Feuer durch spielende Kinder entstanden ist. * Bonn, 6. November. Zwischen zwei Einjährigen des 160. Infanterieregiments fand ein Pistolenduell statt, wobei einer derartig verwundet wurde, daß er bereits verstarb. Der andere wurde verhaftet. Die Ursache war ein geringfügiger Wortwechsel. ♦ Hannover, 4. November. Ein unerhörter Vorfall spielte sich dieser Tage hier ab. Eine Dame, Schwägerin eines angesehenen Geschäftsmannes, kam am Donnerstag mit zwei anderen jungen Mädchen von Ronnenberg nach Hannover. Als sie aus einem Geschäftslokale an der Georgstraße herauskamen, wurden sie von einem reduziert aussehenden jüngeren Menschen verfolgt. Die Damen betraten ein anderes Geschäftslokal. Während dieser Zeit sah der Verfolger fortgesetzt durchs Schaufenster und als die Damen aus dem Laden heraustraten, verlangte der Mensch, der sich schließlich als stellenloser Kellner entpuppte, von einem Schutzmann, daß er eine der Damen, die Schwägerin des Geschäftsmannes, verhaften solle, weil sie seiner Logiswirtin Unterröcke gestohlen habe. Die aufs äußerste bestürzte Dame verwahrte sich gegen die schamlose Verdächtigung, nannte ihren Namen und Wohnort und bat zu ihrem Verwandten geführt zu werden. Der Schutzmann aber brachte die Dame nach dem Polizeibureau trotz ihres Flehens. Im Polizeibureau wurde die Dame einem längeren Verhör unterzogen und sie mußte sich dann in Gegenwart des Denunzianten eine peinliche Untersuchung gefallen lassen, um dem Menschen Gelegenheit zu geben, die sämtlichen Unterkleider der Dame zu mustern! Inzwischen aber waren die Begleiterinnen der Dame fortgelaufen und hatten den Schwager der Dame herbeigeholt. Dieser gab seiner tiefsten Entrüstung über eine derartige unerhörte Beleidigung einer anständigen Dame kräftigen Ausdruck und bewirkte auch sofort die Freilassung der Dame, nachdem der Denunziant erklärt hatte, sich geirrt zu haben. Die Polizeibeamten, der Distriktskommissar nicht ausgeschlossen, äußerten nun ebenfalls, und zwar, als ob es sich um die harmloseste Sache von der Welt handle, daß allerdings ein Irrtum vorliege. Damit scheinen die Beamten die Sache für erledigt zu halten. Der Schwager der Dame und letztere natürlich jelbst sind anderer Ansicht und werden nicht ruhen, bis diese schwere Beleidigung die genügende Sühne gefunden hat. * Würzburg, 6. November. Im Augustinerkloster hier erhängte sich der 41jährige Frater Patritius Hammer verteilt sich auf verschiedene Klassen, von den „mehr oder weniger vernachlässigten Kindern des gut bezahlten Handwerkers, nach denen man zu Hause wenig sieht", bis zu den Kindern der wirklich Armen, von denen es im Bericht heißt: „Es gibt eine ganze Gemeinde armer Kinder, hauptsächlich von Tagelöhnern und Witwen, die in der Frühe mit einem kleinen Stück Brot, das mit Margarine bestrichen ist, in die Schule geschickt werden. Solche Kinder haben in den meisten Fällen überhaupt kein Mittagmahl oder sie erhalten einen Penny, den sie natürlich vernaschen. Das Brot wird oft, nachdem es halb angebiffen wurde, weggeworfen, weil es ungenießbar ist. Am Samstag, Sonntag und Montag haben die Kinder gewöhnlich zu essen, da die Eltern an diesen Tagen noch Geld haben; an den übrigen Tagen hungern sie." * Lissabon, 5. November. Die Pestnachrichten aus O p o r t o aus der letzten Woche lauten wesentlich beruhigender. Gestern gab es nur einen Fall. Kirche und Schule. — Im «rotzherzogtum Hessen befanden sich im Frühjahr 1899 986 einfache Volksschulen mit 159680 Schulkindern. An diesen Schulen unterrichteten 2415 Lehrer und 188 Lehrerinnen. Von diesen 986 Volksschulen waren 884 gemeinsame, 52 evangelische, 49 katholische und 1 israelitische Schule. Hiervon entfallen auf Starkenburg 314 gemeinsame, 27 evangelische und 24 katholische Schulen mit 1020 Lehrern und 76 Lehrerinnen ; auf Oberhefsen entfallen 404 gemeinsame, 3 evang., 4 katholisch und 1 israelitische Schule mit 724 Lehrern und 6 Lehrerinnen; auf Rheinhessen 166 gemeinsame, 22 evangelische und 21 katholische Schulen mit 671 Lehrern und 106 Lehrerinnen.Die Zahl der Schulkinder betrügt in Starkenburg 69 486, hierunter 46363 Evangelische, 22Q88 Katholische, 879 Israeliten und 156 anderer Konfessionen; in Oberhessen sind es 42260, darunter 38386 Evangelische, 3038 Katholische, 832 Israeliten und 4 anderer Konfessionen; in Rheinhessen 47 934 Kinder, darunter 22710 Evangelische, 24116 Katholische, 456 Israeliten und 652 anderer Konfessionen. Es kommen also in Starkenburg auf 1000 Einwohner 150 Schulkinder, auf 1 Schule 190, auf eine Lehrstelle 63; in Oberhessen auf 1000 Einwohner 153 Schulkinder, auf 1 Schule 103, auf 1 Lehrstelle 57; in Rheinhessen auf 1000 Einwohner 143 Kinder, auf 1 Schule 229, auf 1 Lehrstelle 61. Die Zahl derPrivatunterrichtsanstalten betruchu derselben Zeit in Starkenburg 25 mit 106 Lehrern und Lehrerinnen und 1788 Schülern, in Oberhessen 13 mit 34 Lehrern und Lehrerinnen und 392 Schülern, in Rheinhessen 14 mit 108 Lehrern und Lehrerinnen und 1928 Kindern. Fortbildungsschulen gab es in Starkenburg 318 mit 10311 Schülern oder auf eine Fortbildungsschule durchschnittlich 32,4 Prozent; in Oberhessen gab es 404 mit 6602 Schülern oder auf 1 Fortbildungsschule 16,3 Prozent; in Rheinhessen 183 Fortbildungsschulen mit 6857 Schülern, oder auf eine Fortbildungsschule durchschnittlich 37,5 Prozent. Weimar, 2. November. Eine Aenderung des diesseitigen Volksschulgesetzes von grundsätzlicher und praktischer Bedeutung soll, wie wir bereits kurz meldeten, unfern Landtag in Kürze beschäftigen. Es handelt sich um anderweite Regelung der Ortsschulaufsicht. In dem Schulgesetz von 1874 wird der Ortsschulvorstand als der gegebene Vertreter und Wächter der Volksschule anerkannt, und er wählt aus seiner Mitte den Ortsschulausseher. Nur in mehrklassigen Schulen führt der erste Lehrer oder Rektor die Leitung der Schule. Die letztere Einrichtung wird nicht angefochten, wohl aber die Wahl des Schulaufsehers durch den Schulvorstand, an deren Stelle die Ernennung durch die Regierung treten soll. Da es sich Überhaupt nur um ein- oder zweiklassige Landschulen handeln kann, so ist nicht abzusehen, wie die Regierung eine andere oder bessere Wahl treffen kann als der Schulvorstand, da auf den Dörfern außer dem Lehrer selten pädagogisch gebildete Männer zu finden sein werden. Auch die Schulvorstände haben in den allermeisten Fällen den Ortsgeistlichen zum Schulaufseher bestellt; so wird es wohl auch die Regierung halten. Es mag aber den Geistlichen die Berufung durch die Regierung angenehmer fein, als die zeitweilige Wahl durch den Schulvorstand, und hierin mag auch wohl der Hauptgrund für eine Aenderung des bisherigen Verhältniffes zu finden fein. Gerichtssaal. Darmstadt, 7. November. Der 67 Jahre alte Landwirt Adam Adler 3. von Astheim, dem am 9. Juli die Frau gestorben ist, lernte in Mainz in einer Restauration eine Kellnerin kennen, der er, obwohl er nur wußte, daß sie Käthchen heiße, alsbald die Heirat versprach. Da er auch einige Hundertmarkscheine zeigte, willigte das Mädchen ein und begleitete ihn einige Tage später in sein Haus in Astheim. Auf ihren Wunsch wurde auch der 18 Jahre alte Bureaugehilfe Aloys Kuhlmann, den sie als ihren Stiefbruder vorstellte, mitgenommen. Das Liebespärchen verabredete, während der Alte von künftigem Glück träumte, wie es demselben den Mammon abnehmen könne. Am vierten Tage kam der Plan zur Ausführung. Der „Stieffchwager" veranlaßte den Adler mit nach Mainz zu gehen, um die Ehepapiere zurecht zu machen nnd das Mädchen abzumelden. Derselbe willfahrte, nachdem er sich erst noch überzeugt hatte, daß die Fenster und Thüren des Zimmers, in dem sein Geld war, wohl verschlossen waren. In Mainz machte sich Kuhlmann nach einiger Zeit von seinem Begleiter los und ging in die „Moguntia", wo später auch die Scharhag, so heißt das Mädchen, mit über 3000 Mk. in Gold, die sie gestohlen hatte, erschien. Als die beiden Männer weg waren, hatte diese vom Hofe aus ein Fenster geöffnet, war eingestiegen und hatte das Geld aus einem Schrank entnommen. Mit dem Schatz hatte die Diebin sich dann so schnell als möglich auf den Weg gemacht; in Griesheim verzehrte sie „Speck und Eier" und ließ ein Goldstück wechseln. Dies erzählte die Wirtin dem auf der Heimkehr vorsprechenden Adler, der natürlich, als er dies hörte, lief was er laufen konnte, um nach Hause zu kommen und zu sehen, was geschehen war. Das saubere Paar hatte sich in Mainz etwas ausgerüstet und dann eine Rheinreffe angetreten, die jedoch nur bis Köln gedieh. Hier wurden beide verhaftet. In deren Besitz fand man noch 2600 Mk. die Adler zurückerhält. Die schon zweimal wegen Diebstahls bestrafte Scharhag wurde gestern vor der Strafkammer zu 3 Jahren Zuchthaus unter Zulassung von Polizeiaufsicht und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. Kuhlmann, der hauptsächlich unter dem Einfluß der viel geriebenen Scharhag gehandelt hatte, wurde zu 1 Jahre Gefängnis verurteilt. ^(Darmst. Tagebl.) Marburg, 6. November. Die hiesige Strafkammer verurteilte einen 12jährigen Schulknaben aus Bromskirchen wegen schweren Diebstahls und Einbruchs zu sechs Wochen Gefängnis. Bemerkt sei, daß der hoffnungsvolle Junge schon einmal vier Wochen wegen Diebstahls in Wehlheiden verbüßt hat. Mteratur. — Ein modernes Gedichtbuch für 10 Pfennige, unb zwar eine Anthologie von Liedern der besten modernen Dichter mit Buchschmuck von Herrn. H i r z e l ist vor geraumer Zeit in 100000 Exemplaren im Verlage von M. Liemann in Berlin erschienen. Der feinsinnige Sammler der Dichtungen, Dr. Ludwig Jacobowskt, der verdienstvolle Herausgeber von „Die Gesellschaft", Halbmonatsschrift für Kunst, Liiteratur und soziales Leben, hat das Büchlein speziell für die breiteren Schichten des Volkes bestimmt an Stelle der minderwertigen und spekulativen Kolportagelitteratur. Wie jene den Geschmack des Volkes verdirbt und lediglich die Taschen der Verleger füllt, hat neulich in diesem Blatte ein praktisches, den Preußischen Jahrbüchern entnommenes Beisviel zur Genüge gekennzeichnet. Gerade mit ihren eigenen Waffen sollen in vorliegendem Falle diese Aftermuse bekämpft und gleichfalls aus dem Wege der Kolportage „Die Neuen Lieder fürs Volk" vertrieben werden. — Namen wie Sudermann, Hauptmann, Fontane, Stieler, Greif, Dahn, Har t, Pfau, Anzengruber, JacobowSki, Rosegger, Seidel, Conrad, Fitger, Schlaf, Schaukal, Wildenbruch, Roquette, Scheffel, Dahmel, Falk u. a. —- wer zählt die Völker, nennt die Namen? — sind in der Sammlung, sogar meist mit mehreren Beiträgen, vertreten. Selbst die Königin von Rumänien — Carmen-Sylva — sdmdete ein allerliebstes Verslein für all die Vielkn, Vielen, denen ihre soziale Stellung kein Bändchen Goldschnitllyrik auf dem obligaten Alt- Mahagonitisch mit Stegverbtndung gestattet. Wird Gießen dazu beitragen, daß die Hoffnung des unermüdlichen Verfassers, ein« Million dieser Büchlein im Volke zu verbreiten, nicht illusorisch wird? Auf unserer Fahrt ins moderne, neuromantische Land trafen wir das Büchlein bisher nur in der Buchhandlung Schneider, Sonnen st raße. Vivant aequentee. Denn „b i t Kunst dem Volke und das Volk der Kunst", wie bereits unsere Volksvorstellungen und Lesehalle in die Praxis zu übersetzen versuchen .... Welche reine geistige Nahrung und welche erfrischende Anregung gewähren die 160 Seiten den vom Getriebe des Alltags Erschöpften! Der Arbeitsmann, auf den nach deS Tages Last und Hitze das Büchlein in seinem einfachen Schmucke wartet, kann getrost wie Hermann Sudermann in dem einzig-schönen Gedicht, daS die Sammlung von dem erfolgreichen Dramatiker enthält, sprechen: „Wir JungenS sind jung — wir haben Kraft, UnS ist der Mut noch nicht erschlafft, Wir wissen zu ringen mit Not und Mühn. Wir wissen, wo blaue GlückSblumen blühn; Bald kehren wir lachend heim nach Haus' Und jagen Frau Sorge zur Thür' hinaus ..." Jul. B-r. Zola und die jungen Mädchen. Wir lesen firn „Neuen Wiener Tageblatt": Der in Wien im 2. Bezirk, Scholzgasse Nr. 16, wohnhafte Affecuranzbearnte Herr I. Fuchs hat drei Töchter, deren älteste Mitglied eines hiesigen Bildungsvereins ist. Aus der Bibliothek dieses Vereins entlehnte das 19jährige Fräulein den „Doktor Pascal" von Zola. Der Vater fand sich veranlaßt, das Buch zuerst zu lesen und dessen Lektüre seiner Tochter zu verweigern. Um eine Entscheidung über die Berechtigung seines Vorgehens zu erlangen, schrieb Herr Fuchs kurz entschlossen folgenden Brief an Zola: „Hochverehrter Meister! Gestatten Sie einem Vater junger Mädchen, sich um einen Rat an Sie zu wenden. Ich habe vorläufig meiner Tochter das Lesen Ihrer Bücher nicht erlaubt. Besonders hat man mit von dem „Doktor Pascal" abgeraten, und ich bin dabei bei meinen Töchtern auf Widerspruch gestoßen. Ich bitte Sie selbst nun ergebens! um Ihre maßgebende Meinung, der sich beide Teile gerne beugen werden." Auf diesen Brief langte vor ungefähr einer Woche die Antwort ein, die in deutscher Übersetzung folgendermaßen lautet: „MeinHerrI Ich schreibe nicht für die jungen Mädchen, und ich glaube nicht, daß jede Lektüre gut ist für Gehirne, welche noch m der Entwickelung begriffen sind. Sie haben vollkommen recht, die Erziehung und Bildung Ihrer Kinder so zu lenken, wie es Ihnen gefällt, und sie schulden Ihnen Gehorsam. Später, wenn das Leben sie freimacht, werden sie lesen, was sie wollen. Gestatten Sie u. s. w. Emile Zola." Universität und Hochschule. — Verschiedenesr Der B r e s l a u er Universitätsrektor verbot unter Androhung der Aufhebung der Vereine allen studentischen Verbindungen, den neuen Mitgliedern die ehrenwörtliche Verpflichtung abzunehmen, beim Austritt aus der Korporation in keine andere farbentragende Verbindung hierselbst einzutreten. — Der außerordentliche Professor der Nationalökonomie Dr. Kindermann in Heidelberg hat der Handelskammer und dem Kaufmännischen Verein mitgeteilt, daß er Angehörige des Handelstandes sowohl selbstständige wie Angestellte, zu seinen Vorlesungen etnlabe, ohne von ihnen ein Honorar zu beanspruchen. Er wird zwei Stunden wöchentlich über Finanzwissenschaft, vier Stunden über praktische Nationalökonomie lesen und zwar in der Mittagstunde von 12 bis 1, sodaß Angestellte ohne Versäumnis im Geschäft das Kolleg hören können. Je nach der Teilnahme an diesen Vorlesungen gedenkt bann die Handelskammer Erwägungen anzustellen, ob sie nicht regelmäßige akademische Handelskurse einrichten soll. Kandwirtschast. H. L. Bekämpfung der Rindertuberkulose. Der Hessische Lmbwirtschaftsrat hat: 1. Großherzogliche Regierung ersucht, die balbige Herbetführung reichsgefetzlicher Maßregeln zur Bekämpfung der Rinbertuberkulose bringlichst zu beantragen. 2. Großherzogliche Regierung ferner ersucht, die Bekämpfung der Rinbertuberkulose im Großherzogtum durch Inangriffnahme nachstehender Maßregeln und Gewährung der nötigen Mittel energisch unterstützen zu wollen: a) Denjenigen Züchtern und Züchtervereinigungen, welche die Impfung ihres ZuchlvtehbestandeS mit Tuberkulin beantragen, und sich zur Durchführung eines von Großh. Regierung vorzuschreibenden Verfahrens zur Tilgung der Tuberkulose verpflichten, ist kostenlose Impfung zu gewähren; b) es dürfen nur solche Bullen zur Zucht gekört werden, welche nach unmittelbar vor der Anschaffung vor- zunehmender Jmvfung mit Tuberkulin nicht reagiert Haden. Dieselben Tiere müssen nach 4 Monaten wieder geimpft werden, und können nur dann weiter zur Zucht verwendet werden, wenn sie nicht reagieren. Außer der kostenfreien Impfung ist für die durch event. Reaktion bei der zweiten Impfung entstehenden Verluste Entschädigung aus staatlichen, bezw. öffentlichm Mitteln zu gewähren; c) alle nach amtlich vorgenommener Impfung als nicht reagierend bezeichneten Tiere sind mit einem amtlichen Zeichen zu versehen; d) die Molkereien des Landes find anzuwetsen, Molkereiabfälle dauernd nur in gekochtem Zustande abzugeben. 3. Der Landwtrt- scvaftsrat hat ferner die Festsitzung eines Zeitpunktes in AuSficht genommen, von welchem ab nur noch mit unter 2 beantragten Zeichen versehene Rinder zum Wettbewerb bet Schauen zugelassm werden können. H. L. Nuskunstsftelle für Rechtsfragen. Der Hessische Lrndwirtschaftsrat errichtet, wie uns mttgekhetlt wird, eine Auskunftsstelle, bei welcher die Mitglieder der landwirtschaftlichen Vereine unentgeltlich Auskunft und Ratschläge über Neuerungen der Rrchtslaze und überhaupt Rechtsfragen erhalten können, welche mit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches und dem landwirtschaftlichen Berufe in Beziehung stehen. Wetterbericht. Im Nordwesten des Erdteils ziehen fortgesetzt größere Depressionen auf nordwärts gerichteter Bahn vorüber. So lag heute wieder ein Depressions-Centrum zwischen den Hebriden und den Shetland'Jnseln. Bon demselben erstreckt sich über die britischen Inseln und Westfrankreich ein Ausläufer südwärts bis zu den Pyrenäen. Neber dem Kontinent besteht noch hoher Druck mit einem Kerne über den unteren Donau-Ländern, doch haben in Central-Europa die Barometerstände an Intensität etwas verloren. Speziell über Süddeutschland sind die Gradienten sehr gering und herrscht daselbst demgemäß ruhiges, meist heiteres Wetter. Nur im Flachlande treten stellenweise Morgennebel auf. Die Hochstationen verzeichnen andauernd Temperatur-Umkehr. — Boraussichtl'che Witterung: Vorerst noch Fortdauer des meist heiteren Wetters. Unter tags ziemlich mild, morgens und abends fallen stellenweise Niederschläge. So schön wie neu können Kragen unb Manschetten mit Macks Pyramiden-Glanz-Stärke geplättet werden. (UeberaH vorrätig in Packeten zu 10, 20 und 50 Pfg ) 7557 Anfang 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr. Ai alle GasBWchj-Kmsmkntkn! 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