8739 h billig und heill,ömer en eralffasfer- --- ElkK Wt Ippttli «hermdEch bM,-« ight-Seifel ight-Seife. I ght-Seife. I ight-Seife. | ight-Seife. I cmonium-IM r, Lieb. Hüqel Harmoniums ) 'Hail an. von 80 Mark an. auf gfajet tztlr, Estey uni title andere, onit: ?ieB- 5 " r der-|lis,en Ö d F*f r <* _ä/V)(X^ ISO» Äüttwoch ben 8 November Gießener Anzeige E>merat-"UHeiger Aints- unb Anzeigebl^tt für den Tkveis Gieren monatlich 75 Ps-. mit Briilgerlohi». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pjg. vierteljährlich. ZZczugsprei» vierteljährlich Alle Anzeigen-Dermittlungsstellen deS In- und AuSlandeT nehmen Anzeigen für den Gicstener Anzeiger enigege«. Hrlchelnt täglich Lnii Ausnahme deS MontagS. Die Gießener AaviltetrVtLlter werden dem Anzeiger «dchentlich viermal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu dec nachmittag- für den felgtnbcn tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Erstes Blatt. Nedaltion, Lxpedition und Druckerei: Kchnkstratze Ar. 7. Zivil im Kiosk sitzen und die Zeitung lesen sah. Gabillon, im schönsten Schnurrbartschmuck, geht auf ihn los, klopft ihm auf die Schulter, als kenne er ihn nicht, und sagt: „Wenn Sie die Zeitung gelesen haben, bitte, geben Sie sie mir auch 'mal." Der Kurfürst siel fast vom Sessel, und sein Adjutant brauchte beide Hände, um — sich heimlich den Bauch zu halten. ♦ Wie das Talent einer großen Tragödin entdeckt wurde. Madame Sarah Bernhardt, die cs wie selten eine ihres Geschlechts versteht, alles anders zu thun und stets anders zu sein, wie andere Frauen, ist gegenwärtig eifrig mit den Vorbereitungen zu ihrer nachträglich stattfindenden Geburtstagsfeier beschäftigt, die sie äußerst exzentrisch zu gestalten gedenkt. Trotz ihrer originellen Charaktereigenschaften hatte sie doch bisher die eine Schwäche mit anderen Frauen gemein, einen geheimnisvollen Schleier über die wahre Anzahl ihrer Jahre zu breiten. Jetzt aber scheint sie sich, so wird geschrieben, von dieser kleinen Eitelkeit befreien zu wollen, denn sie hat verlauten lassen, daß sie vor ihren Gästen in einem Kostüm erscheinen werde, welches den Umständen und — ihrem Alter angemessen sein soll. Man flüstert sich zu, daß Sarah in der Tracht einer bezaubernden jugendlichen Großmutter erscheinen wird. Thatsache aber ist es, daß selbst ihre intimsten Freunde nicht. genau wissen, wie viele Lenze die kapriziöse Künstlerin bereits hinter sich hat. Man sagt, daß Sarahs Geburtsbescheinigung während der Kommune im Jahre 1870 verbrannte, und daß eine neue auf eine mündliche Erklärung hin aus- geschrubcn wurde. Nur soviel weiß man, daß die „Gött- reinigungsbezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens nicht mehr erfolgt. Friedberg, den 25. Oktober 1899. Der Kommissär zur Leitung der Abstimmung: Süffert, Großh. Kreisamtmann. liche" in der Rue de l'Ecole de Modecine in Paris an einem 18. Oktober geboren worden ist. Ihre Mutter war eine auffallend schöne Blondine, die allen im Quartier Latin wohnenden Künstlern und Studenten den Kopf verdrehte. In dem Kloster von Grand Champ in Versailles, wo Sarah erzogen wizrde, befand sich auch ihre zukünftige Rivalin und Feindin Mlle. Croizette, mit der sie schon damals in beständigem Zank lebte. Sophie Croizette war jedoch die Stärkere und Größere, und Pflegte daher aus den häufig in Thal - lichkeiten ausartenden Streitereien stets als Siegerin hervorzugehen. Nachdem die kleine Sarah einmal wieder eine peinvolle Tracht Prügel über sich hatte ergehen lassen müssen, wich sie der Verhaßten eine Zeit lang mit der größten Vorsicht aus. Eines Tages nahm sie wie immer, ohne Sophie eines Blickes zu würdigen, ruhig in ihrer Bank Platz. Mitten in der Stunde aber sprang sie plötzlich auf, und ehe man ihr Vorhaben ahnte, war sie über die zwischen ihr und der Feindin sitzenden Schülerinnen hinweggeschritten, und eine Reihe von zentimeterlangen Fingernägeln zum Vorschein bringend, begann sie das liebliche Gesicht der „foeße Croizette" zu zerkratzen. Diese natürlichen Waffen hatte die rachsüchtige Sarah sich während der letzten Wochen wachsen laffen. Und als sie dem Befehl der Oberin, die Nägel kurz zu schneiden, auf keinen Fall Folge leisten wollte, schickte man sie nach Hause. Hier wurde nun oft darüber Rat gepflogen, für welchen Beruf man Sarah vorbereiten sollte; denn daß sie irgend etwas im Leben ergreifen mußte, geboten schon die Verhältnisse. Eine Freundin ihrer Mutter, die bei diesen Konferenzen Gratisbeilagen: Gießener Familicnblätter, Der hessische Kandwirt, Matter für hessische Volkskunde.__ Gefahr Heraufziehen sieht, nur weil sich czechische Reservisten mit „Zcde" und ihre slovenischen Brüder mit „Tukaj". ungarische Soldaten mit „Jelen" melden, während das Reglement das deutsche „Hier" als Meldewort vorschreibt. Wer aber ernsthaft der Entwickelung folgt, die der Kaiserstaat durchmacht, der wird zu der Ueberzeugung gelangen, daß hier der Anfang vom Ende gegeben ist, wenn anders nicht eine straffe Energie bereits die wuchernden Keime zerstört. Wenn das Heer die zusammengefaßte physische Macht des Staates ist, so ist die Folgerung von selbst gegeben, daß es auch mit dem Gedanken der Staatseinheit auf das innigste verwachsen ist. Es giebt keine Institution, sagt einmal Heinrich v. Treitschke, die den Ge- danken der Staatseinheit, der Zugehörigkeit zum Ganzen auch dem schlichten Manne so unmittelbar fühlbar macht, wie ein dem wirklichen Zustande der Nation entsprechend organisiertes Heer. Handel, Kunst und Wissenschaft sind kosmopolitisch, führen über die Schranken der Nation hinaus. Die gemeinsame Thätigkeit des Wählens, der Schöffen- und Geschworenendienst stärken wohl das Gefühl der Staatsgemeinschaft, aber das parlamentarische Leben führt die Bürger nicht nur zusammen zu gemeinsamer politischer Arbeit, sondern es zersplittert sie auch wieder und hetzt die Parteien gegen einander in unvermeidlichem Haß. Ein wirklich volkstümlich geordnetes Heer ist von allen politischen Institutionen die einzige, welche die Bürger als Bürger zusammenführt, im Heere allein fühlen sich alle Söhne des Vaterlandes vereint. So ist das deutsche Heer unzweifelhaft das allererste und wirksamste Band der nationalen Einheit im Reiche geworden, so hat auch in Oesterreich bisher die gemeinsame Armee das sicherste Bindemittel geboten gegenüber all' den zentrifugalen auseinander drängenden Bestrebungen, deren Träger das Slaventum uud in gewissem Sinne auch das Magyaren- tum ist. Der gemeinsame Kriegsminister der österreichisch-ungart- schen Monarchie, Feldmarschall v. Krieghammer, scheint sich der drohenden Gefahren klar bewußt zu sein, und er scheint die Notwendigkeit des „principiis obsta", sich schon gegen den Anfang zu sträuben, durchaus erkannt zu haben. In scharfen Erlassen hat er sich gegen die czechischen Insubordinationen gewandt, und er hat ausgiebige Strafbestimmungen für die Ungehorsamen aufgestellt. Handelt es sich doch um rein politische Demonstrationen, die in bewußtem Widerspruch zu den Reichsgrundgesetzen stehen, in denen doch vor allem der einheitliche Charakter der Militärsprache fest- gelegt wird. Und wer wollte es leugnen, daß eine Preisgabe dieser BestimmMgen, wie sie die slavische Tyrannis anstrebt, das Heer auflösen würde in eine wirbelnde Menge innerlich völlig zusammenhangsloser Detachements? Fällt Adresse für Depefchen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. Bekanntmachung. Betr.: Landwirtschaftliche Vorträge. Am Sonntag dem 12. November, nachmittags 3>/4 Uhr, wird Herr Oekonomierat Leithiger in IVatzeuboru im Faber'scheu Lokale einen Vortrag über „Riudviehzucht «nd Winterfütteruug Les Rindviehs" halten, zu welchem jedermann freundlichst eingeladen ist. Die Herren Bürgermeister der Nachbarorte wollen gefälligst für Bekanntmachung im Orte sorgen. Gießen, den 4. November 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die in der Umgegend herrschende Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung des auf den 9. November in Lauterbach angesetzten Viehmarktes verboten. Lauterbach, den 6. November 1899. Großh. Kreisamt Lauterbach. Dr. Wallau. Bekanntmachung, betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Bettenhausen, Kreis Gießen. Nachdem auf Grund des Art. 3 Ziffer 3 des Feldvereinigungsgesetzes der Antrag auf Feldbereinigung der Gemarkung Bettenhausen gestellt worden ist und nachdem dieser Antrag von der Großherzoglichen Oberen landwirtschaftlichen Behörde für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den erwähnten Antrag auf: , Donnerstag, den 2L November 1899 Vormittags 10—11 Uhr in das Gemeindehaus zu Bettenhausen bestimmt. Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für das Verfahren stimmend angesehen. Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Be- FeuiUetmr. • Der ungemütliche Kurfürst. Aus den eben erschienenen Taqebuchblättern des verstorbenen Burgtheater-Milgliedes Gabillon teilt der .Pest. Lloyd" folgende Anekdoten mi : In jungen Jahren kam Gabillon nach Kassel und hatte dort mit dem Kurfürsten, der wegen seines Jähzorns gefürchtet war, manchen Strauß zu bestehen. Dieser ungemütliche Fürst hatte ihn engagiert, weil er Gabillon als „Linko der Freiknccht" mit einem wahren Saltomortale über ein hohes Hindernis setzen sah. Das hatte Seremssimo imponiert. Aber trotzdem plauderte Serenessimus m seiner Hofloae immer ganz laut, während Gabillon spielte, bis dieser plötzlich, mitten in einer großenRede D'Artagnans ,Pscht!' binaufrief. „Was war das?" schnarrte der Kurfürst demJnten- danten zu. — „Eine neue Nuance Gabillons," sagte dieser, schnell aefafjt — „Nuance? das wollen wir sehen." Und das nächste Mal trat der Kurfürst gerade vor dieser verdächtigen Stelle unerwartet in seine Loge. Aber Gabillon war bereits gewarnt und sagte seitdem in dieser Rede jedesmcck „Pscht , obgleich es gar keinen Sinn hatte. - Auch einen Schnurrbartkrieg hatte er gegen den Kurfürsten zu führen und sollte deshalb „binnen 24 Stunden das Land verlassen . Gabillons Antwort war: „Ach, dazu brauche ich nut der Eisenbahn keine halbe Stunde". Dieser Hieb gefiel besonders im benachbarten Hannover, wo der großmanns- ^süchtige Kurfürst mcht beliebt war, und Gabillon wurde sogleich an das dortige Hoftheater engagiert. Um Kurfürsten oiber rächte sich Gabillon bald darauf in Hamburg, wo er ihn tn Amtlicher Teil. Gießen, den 5. November 1899. Betr.: Ausführung des Gesetzes; die Entschädigung für an Milz und Rauschbrand gefallene Tiere. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen cm Vie Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit unserer Auflage vom 26. Oktober 1899 (Gießener Anzeiger Nr. 254) noch im Rückstände sind, werden an deren Erledigung binnen 3 Tagen erinnert. v. Bechtold. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Rohrlegungsarbeiten wird die Wilhelmstraße zwischen Ludwig- und Franksurterstraße auf die Dauer von acht Tagen für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen., den 7. November 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth.__________________ * Hier! «nd Zzde! Gießen, 7. November 1899. So heftig die Kämpfe gewesen sind, die in den letzten Jahrzehnten die österreich-ungarische Monarchie erschüttert haben, und so tief der Haß war, den eine kurzsichtige Staatskunst unter den einzelnen Nationalitäten säete, so hat doch bisher die Zerrüttung noch ihre Grenze, ihr Hindernis gefunden an der Armee, so war hier doch noch der ruhende Pol gegeben in der Erscheinungen Flucht. Aber die Leidenschaften, die entfacht, der Haß, der erweckt worden ist, all die feindseligen Empfindungen, die den Nachbarn gegen den Nachbarn erfüllten, sie gleichen einem Strome, der nur mühsam zurückgehalten wird durch künstliche Schranken, durch Wehre und Dämme, der aber dennoch in schlimmer Stunde hindurchbricht und das fleißige Werk der Menschenhände zerstört. Immer wieder kommen aus den böhmischen Städten, aber auch aus den südslavischen Ländern Mitteilungen über Vorgänge, die als Symptome dafür dienen können, daß auch das letzte Bollwerk des österreichischen Gemeingefühls, der österreichischen Staatsidee ins Wanken gerät. Wer die Dinge oberflächlich betrachtet oder geneigt ist, nach dem Worte zu urteilen, daß sich der Prätor nicht um Kleinigkeiten kümmern darf, der mag es als den Ausdruck eines kindischen Pessimismus betrachten, wenn man eine ernste -er Mantel, so muß auch der Herzog folgen, wird die gemeinsame Kommandosprache preisgegeben, so müssen auch die einzelnen Regimenter je nach den einzelnen Nationalitäten rekrutiert und in den heimatlichen Bezirken garnisoniert werden, so muß man auch die großen taktischen Verbände »ach dem gleichen Gesichtspunkte ordnen. Und wie alsdann das letzte Band der politischen Gemeinsamkeit zerreißt, so wird sich das gemeinsame Heer in eine Vielzahl zusammenhangsloser,innerlich feindseliger Truppenkörper auflösen und selbst im Schlacht- ge wühl wird das mangelnde Gefühl der Kameradschaftlichkeit in verhängnisvoller Weise sich geltend machen. Das hat man selbst in Ungarn erkannt, wo der Ministerpräsident Szell sich ausdrücklich gegen die ersten Versuche, die deutsche Armeesprache preiszugeben, gewandt und ausdrücklich festgestellt hat, daß „Dem Geiste und Wortlaut des Gesetzes von 1867 gemäß die innere Organisation der Armee kein Gebiet für die Geltendmachung Politischer Aspirationen sei." Koloman Szell hat es ausdrücklich als ein eminent ungarisches Interesse bezeichnet, die innere Stärke der Armee „gegenüber allen in letzter Zeit auftauchenden, zersetzenden Einflüssen zu verteidigen"; es erscheine als keine richtige Politik, durch Aufwerfung der „Hier"°Frage sich mit antidualistischen Bestrebungen einzulasien. Aber trotz der Haltung des Herrn v. Szell und trotz der energischen Stellungnahme des gemeinsamen Kriegsministers dürfte es schwer sein, die jüngst entstandene Bewegung zu ersticken. Man hat eben die schlichte Lehre, daß man in der gefüllten Scheuer nicht Feuer machen soll, leichtsinnig außer acht gelassen, man hat geglaubt, die Geister, die man rief, ohne Schwierigkeit auch wieder bannen, die Leidenschaften, die man erweckt, auch wieder zügeln zu können. Das ist ein großer Irrtum gewesen, und wenn heute in wunderlichem Wechsel dieselben Schwadronen und Kompagnien, die vor wenigen Monaten die Deutschen vor Eger, Asch und Graslitz zu Paaren trieben, jetzt die czechischen Demonstranten unter den Willen des Gesetzes zwingen müssen, so liegt in solchen Erscheinungen wohl ein gewisser Humor, aber ein Humor von äußerster Bitterkeit. Wer kann es überdies Voraussagen, ob nicht gerade unter den Erregungen der Zeit auch das Instrument, das sich heute noch willig gebrauchen läßt, seine Wirkung versagt? Wenn man aber den Baum an seinen Früchten erkennen darf, so wird die ungeheuerliche Gewissenlosigkeit, mit der die slawischen Bandenführer ihre Volksgenossen gegen die Gemeinsamkeit der Armeesprache und damit zugleich gegen das gemeinsame Heer aufhetzen, auch den Beweis dafür bieten, daß sie die ärgsten Feinde des österreichischen Staatsgedankens sind. „Hier" ein starkes Oesterreich, — „Zzde" die Vernichtung! Die englischen Seerüstnngen gewähren der durch die Meldungen vom südafrikanischen Kriegsschauplätze nicht wenig niedergedrückten öffentlichen Meinung jenseits des Kanals insofern einen gewissen Trost, als sie sich sagt, daß Albion nach wie vor uneingeschränkte Herrin des Ozeans ist und, gestützt auf die erdrückende Ueberzahl seiner schwimmenden Kriegskolosse, eintretendenfalls noch ganz anderen Prüfungen Stand zu halten vermöchte, als ihm augenblicklich in Südafrika beschieden sind. Ohne gerade nach irgend einer Seite bestimmte Befürchtungen verlauten zu lassen, erklären die Londoner Blätter den derzeitigen Stand der internationalen Dinge doch für einen solchen, welcher den englischen Staatsmännern die schärfste Wachsamkeit zur Pflicht mache. Ohne einem Widerspruch zu begegnen, betonen sie, daß der Feldzug in Südafrika nicht nur die militärischen Hilfsmittel des Reiches in weitgehendem Umfange für sich beanspruche, sondern, daß unter dem militärischen Gesichtspunkte England sich heute in einer so kritischen Lage befinde, wie solche seit dem Krimkriege nicht mehr vorgekommen sei. Dementsprechend gewinnt die Seekriegmacht Englands in den Augen des dortigen Publikums noch mehr als bisher die Bedeutung des Grundpfeilers, der alles andere hält und trägt, so daß selbst ziemlich merkliche Erschütterungen des Gebäudes der überseeischen Politik verhältnismäßig eindruckslos bleiben, so lange die Flotte ihrer Aufgabe sich gewachsen weiß. Vorläufig hat die Ankunft des Kanalgeschwaders in Gibraltar einen schweren Druck von dem Herzen der öffentlichen Meinung einmal zugegen war, zuckte Die Achseln und meinte: „Ach, Sarah ist viel zu häßlich, um etwas mit ihr anzufangen." Die Unvorsichtige hatte kaum den Satz beendet, als das etwa dreizehnjährige Mädchen mit zornblitzenden Augen auf sie zusprang, den Kamm, der das lange Haar zusammenhielt, herausriß und gellend ausrief: „Häßlich,? Ich häßlich mit solchen Augen und solchem Haar? Meine liebe Madame, ich werde die Welt erobert haben, lange bevor Sie ein runzliger alter Afie sind!" Und in diesem Moment bot die schmächtige kleine Sarah mit den funkelnden Augen in dem bleichen Gesicht, umflossen von der üppigen Pracht ihres schönen, fast bronzefarbenen Haares, tatsächlich einen superben Anblick. „Ich habe es gefunden!" rief da ihre Mutter, die plötzlich eine Vision von der glänzenden Zukunft ihrer Tochter zu haben schien, entzückt aus. „Sarah soll eine Schauspielerin werden, eine Tragödin, eine große Künstlerin!" Alle Anwesenden lachten herzlich, denn das jähzornige kleine Ding, das seine ganze Kraft erschöpft hatte, war jämmerlich schluchzend in einen Winkel gekrochen und sah nun durchaus nicht danach aus, als könne jemals eine bedeutende Persönlichkeit aus ihm werden. Das Mutterauge hatte sich aber doch nicht getäuscht. — Man ersieht aus dem Vorstehenden, daß Sarah nicht nur eine gute Schauspielerin, sondern auch eine erfindungsreiche, amüsante Erzählerin ist. gewälzt. Dort nimmt nach dem allgemeinen Dafürhalten das Kanalgeschwader seinen denkbar günstigsten Posten ein; kann doch der Felsen von Gibraltar gewissermaßen als das Pivot aller englischen Flottenevolutionen in der Nähe der eurogäischen Küste angesehen werden. Nachdem die Kreuzer des englischen Kanalgeschwaders nach Südafrika angegangen sind, haben seine acht Schlachtschiffe I. Klasse vor Gibraltar geankert, so daß England jetzt im Mittelmeer und auf der Mittelmeerroute über eine gewaltige Seestreitmacht verfügt. Das stets schlagfertige Mittelmeergeschwader und das Kanalgeschwader stellen ohne die bald eintreffenden Verstärkungen eine Flotte von 18 Schlachtschiffen I. Klasse. 1 Rammschiff, 8 Kreuzern, 1 Torpedodepotschiff, 7 Torpedobootszerstörern, 6 Torpedokanonenbooten und 4 Depeschenfahrzeugen und Sloops dar. England kann den Kanal der Verteidigung durch die Schiffe der Küsten- und Hafenwache (das Reservegeschwader), die zahlreichen Schulschiffe und Torpedofahrzeuge überlassen und im Mittelmeer eine Flotte onzentrieren, die — gegenwärtig wenigstens — jeder mög- ichen Vereinigung von fremden Seemächten überlegen ist. * Vom Kriegsschauplatz. Alles, was das Londoner Kriegsamt vom Kriegschauplatze in Natal jetzt bekanntgiebt, ist veraltet und überholt und hat nur noch sehr bedingten Wert. Die Nachrichten datieren fast ausschließlich vom Donnerstag, nur zwei vom Freitag und betreffen Einzelheiten über die Be- chießung von Ladysmith und dem südlich gelegenen Colenso, sowie über verschiedene Ausfälle aus der Stadt, bei denen Abteilungen der Buren „überrumpelt" oder in die „Flucht geschlagen" sein sollen. Einen Teil dieser Meldungen haben wir schon gebracht, der Londoner Depeschen- ack ist aber so gefüllt, daß wir noch mit weiteren Meldungen gleicher Qualität dienen könnten. Wir verzichten aber darauf, da doch das meiste erlogen ist. Eine der letzten Meldungen bestätigt, was schon berichtet wurde, daß die bei Colenso stehenden englischen Truppen den Ort geräumt und sich weiter südlich — nach Eastcourt — zurückgezogen haben. Das war die Lage am Freitag. Was nachher geschehen ist, darüber verlautet nichts bestimmtes, namentlich auch rarüber nicht, ob Ladysmith seitdem gefallen ist. Bis Freitag jedenfalls war wieder der Erfolg auf Seite der Buren und es ist immer noch sehr möglich, daß es bei den der Aufgabe von Colenso vorhergegangenen Kämpfen um Lady- mith eine zweite große Schlacht gegeben hat, über die >er amtliche englische Telegraph bekanntlich schweigt. Noch gestern ging uns folgende Meldung zu: London, 6. November. Die „Times" berichtet aus P i e t e r - maritzburg vom 3. d. M.: Hiesige Afrikander erhielten die Nachricht, daß gestern, den 2. d. Ms. eine blutige Schlacht zwischen Ladysmith und Colenso geschlagen worden sein soll, in der viele Buren gefallen seien, darunter zahlreiche Anverwandte hier lebender Afrikander. Die englischen Bewohner von Pietermaritzburg dagegen wissen bisher nichts von einem Kampfe. Auffallend ist ferner, daß erst am Sonntag in London )ie aus Ladysmith und Eastcourt am Donnerstag und Freitag eingetroffenen amtlichen Telegramme bekannt gegeben wurden. Diese nur von Erfolgen (?) der Engländer rerichtenden Meldungen sollen offenbar den chlechten Eindruck wieder verwischen, den die Bekanntgabe des Rückzugs ausColenso gemacht hatte. Man kann sich auch heute des Eindrucks nicht erwehren, daß noch etwas weiteres geschehen ist, was zu verschweigen das Londoner Kriegs amt für notwendig hält. Wie dem aber sei, fest steht, daß Colenso von den Engländern trotz starker Befestigung aufgegeben werden mußte, daß Ladysmith seit Donnerstag früh auch von Süden her eingeschlossen und nunmehr von jeder Verbindung abgeschnitten ist. Die Ausfälle, die General White etwa noch wagen möchte, können keine Unterstützung von Colenso mehr erhalten, und die große englische Entsatzarmee ist noch weit vom Treffen. Bis heute ist es White nicht gelungen, sich durchzuschlagen, um sich nach Pietermaritzburg und Durban zu werfen, deren Deckung jetzt, wo die Landung der englischen Truppen bevorsteht, viel wichtiger ist, als die Behauptung von Ladysmith. Aber es fragt sich überhaupt, ob White an einen Durchbruch nach Süden denken kann, Denn es ist nicht gewiß, ob seine Truppen einen Train für den Transport der Munition und Lebensmittel besitzen. Das Fehlen eines Trains würde General White zu seinem Verhängnis in Ladysmith festhalten und auch gleichzeitig die Erklärung für seine Unbeweglichkeit während der ersten Periode des Krieges liefern. Der Mangel eines Trains bei einer so exponierten Truppe würde ein neuer Beweis dafür sein, daß dieser Krieg von englischer Seite mit einer an Leichtsinn grenzenden Sorglosigkeit begonnen worden ist. Wird nun General White im stände sein, in Ladysmith so lange auszuhalten, bis die Verstärkungstruppen in Südafrika bezw. in Natal eintreffen? Die Truppen in Ladysmith dürften heute einschließlich der Nicht- kombattanten 10000 Mann und mehr als 3000 Pferde und Maultiere zählen. Hierzu kommen nach Abzug der Frauen und Kinder noch etwa 1500 Personen der Zivilbevölkerung, so daß nahezu 12000 Menschen und 3000 Tiere durch mindestens drei Wochen zu verpflegen sein werden. Werden aber in einer kleinen Stadt wie Ladysmith so große Vorräte aufgestapelt sein? Mit Rücksicht auf die geringe Voraussicht, welche der englische Generalstab in diesem Kriege an den Tag gelegt hat, darf man der Intendantur auch kaum zumuten, daß dieselbe für den Fall der Einschließung von Ladysmith so umfassende Vorsorge getroffen hat. # * Loudon, 6. November. „Daily Mail" bringt einen sehr herausfordernden Artikel gegen die Holländer der Kap-Kolonie, welche mit den Buren gemeinsame Sache machen, und beklagt sich darüber, daß )ie Holländer ihrer Freude über die Niederlage der Eng! änder offen Ausdruck geben. London, 6. November. Wie „Daily Mail" meldet^ befahl General Buller, keine kleineren Truppen- Abteilungen den von Bethulie heranmarschierende» Freistaaten-Buren entgegen zu stellen. Jnfolge- >essen zogen sich die Truppen aus Queenstown 50 Meile» üblich von Steinberg-Junktion zurück. London, 6. November. Die „Times" veröffentlichen ix ihrer zweiten Ausgabe ein Telegramm, wonach Die Suren in ihrem Vordringen in die Kap-Kolonie schnelle Fortschritte machen. Es bestätigt sich, daß der Plan Bullers dahin geht, die Buren von der südwestlichen Grenze des Oranje-Freistaates abzuschneiden. — Wie aus Durban gemeldet wird, wurde General White in den Ausfallgefechten, die er unternahm, um den Einschließungscordon zu sprengen, am 1., 2. und 3. November geschlagen. Von seinem Heere soll nur noch die kleinere Hälfte kampffähig sein. — Nach einer Meldung der „Times" aus Pietermaritz- >urg vom 3. November soll am 2. November zwischen Ladysmith und Colenso eine blutige Schlacht tattgefunden haben, in der viele Buren gefallen seien. Die in Pietermaritzburg lebenden englischen Bewohner behaupten, nichts von einem solchen Kampfe zu wissen. — Aus Ladysmith wird gemeldet, daß die Buren eine Proklamation erlassen haben, in Der sie den Teil Natals, der Upper Tugela heißt, als Territorium des Oranje-Freistaates erklären. — Der Verlust der Kolonne des Oberstem Carleton bei Ladysmith stellt sich nach amtlicher Fest- tellung auf 843 Vermißte, 52 Tote und 150 Verwundete. . hundert Mann, welche entkommen sind, kamen in Lady- mith an. — Aus Stoemburg-Junktion kommt die Nachricht, der Burenkommandant Cronje sei von den Engländern gefangen genommen und nach Mafeking gebracht worden. — Die 15. Lydditartilleriekompagnie hat den Befehl erhalten, am 12. November sich mit 12 Haubitzen des neuesten Modells in Plymouth einzuschiffen. — Aus Brüssel wird telegraphiert, daß Dr. Leyds, >er Gesandte Transvaals, Brüssel verlassen Jat. Er soll nach Petersburg gereift fein. — Nach einer Meldung aus Port Said hat der Kreuzer „Fearleß" plötzlich den dortigen Hafen ver- assen; man glaubt, daß er nach Durban unterwegs ist. Der Kreuzer „Pelorus" ist ebenfalls auf der Fahrt nach Durban begriffen. — Verschiedene englische Blätter bringen aus Kapstadt die Mitteilung, daß der Feind die Eisenbahnbrücke bei Norwalspont überschritten hat und Coles berg ohne eben Widerstand besetzte. — Die Vorbereitungen zum Empfang eines Armeekorps sind im Gange. Die Docks sind voller Pantons, Eisenbahnwagen und Vorräte. Die Güter- und Kohlenwagen werden mit Dächern versehen und zu Hospitalwagen eingerichtet. — „Daily Telegraph" meldet aus Pietermaritzburg, daß die Buren einen Personenzug angegriffen haben, in welchem sich Flüchtlinge befanden. Die Buren beschösse« auS mehreren Geschützen erfolglos den Zug. Die Flüchtlinge hatten die Reise auf eigene Gefahr angetreten. — Ein Telegramm aus Kapstadt vom letzten Mittwoch meldet, daß die Buren des Oran-ge-Freist aateS in drei Kolonnen über die Kap-Kolonie ein- dringen. Die kleinen englischen Garnisonen haben Befehl erhalten, sich zurückzuziehen und sich in De Aar zu konzentrieren. Auf Befehl Bullers ist das englische Lager in Colenso aufgehoben und das gesamte Kriegsmaterial 80 Meilen südlich nach Kingstown transportiert worden. Die Zahl der Orange- Buren wird auf 3000 veranschlagt. Sie verfügen über eine Anzahl Kanonen und haben bereits verschiedene Eisenbahnbrücken zerstört. Der Befehl Bullers, Colenso zu räumen, hat eine Anzahl Holländer, welche diese Gegend bewohnen, veranlaßt, sich den Buren anzuschließe«. Wien, 7. November. Die österreichisch-ungarische Regierung leitete mit der Negierung von Transvaal Ver- handlungen wegenErrichtung eines österreichisch- ungarischen Konsulats in Prätoria ein. Laibach, 6. November. Ein Offizier des hier garnisonierenden Artillerie-Regiments, der zum Besuch seiner Familie Urlaub erhalten hat, zeigte seinem Obersten an, daß er sich auf der Reise nach Transvaal befinde, wo er in die Buren-Armee einzutreten gedenke. Brüffel, 6. November. Die Meldung von der Ka- pitulationLadysmiths, die bisher unbestätigt geblieben ist, rührte von demselben Amsterdamer Afrikander-Komitee her, welches den ersten Sieg der Buren bei Dundee melde« konnte. Ans diesem Grunde schenkte die hiesige Transvaal- Gesandtschaft der Meldung Glauben. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 7. November 1899. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag dem 9. November 1899, nachmittags 3i/2 Uhr: 1. Die Prüfung der Löber'schen Stiftsrechnung für 1898/99 und Feststellung deS Voranschlags für 1900/1901. 2. Baugesuch des Heinnch Keßler für die Grünbergerstraße; hier: GrenzüberschreUunx bei der Einfriedigung. 3. Gesuch des Johannes Schäfer 111 llmttompagnit hat btt mbtt sch mit 12 hmüchtir wuti) nnznfchiffen. telegraphml, daßvr.Leydk, als, Brüssel verlasse» sburg gereist sein. ; auS Port Said hat der ch den dortigen Hafen ver- nach Dnrban unterwegs ist. ebenfalls aus der Fahrt nach \t Blätter bringen aus Kap- tr frinb bie Ksenbahnbrück f)at anb SoleSberg o^ne eines OrtsstatulS. •• Heber die Aufführung von „Großmama" im Stuttgarter Hoftheater, in der im letzten Sommer Carl W. Büller gastierte, teilt man uns mit, daß zu dem starken Heiterkeitserfolge, den das Stück hatte, in erster I Linie die virtuose Leistung des Gastes beitrug, welcher eine I feinkomische Charakterfigur schuf, an der jeder Zug echt I und natürlich erschien. Seine Darstellung mutete überaus frisch und humorvoll an. Sowohl in den Szenen, in welchen der ältliche Junggeselle seinem grimmen Weiberhaß in drastischer Weise Ausdruck giebt, wie in den spateren Auftritten, wo allmählich seine Schrullen unter dem Einfluß eines Johannistriebes weichen, stand der Künstler ganz auf I der Höhe der Aufgabe, und wirkte mit seiner urwüchsigen komischen Kraft wahrhaft erquickend. Die vielen Hervorrufe waren redlich verdient. Das zahlreiche Publikum ver- I ließ in der vergnügtesten Stimmung das Theater; niemand I bereute es, der „Großmama" einen Besuch abgestattet zu I haben. Kou-ertVerein. Ein eigenartiger, seltener Genuß wird am 12. November unserem Konzertpublikum I geboten werden. Die berühmte Bläser Vereinigung aus Hannover verstärkt durch eine junge Pianistin, die I in den verschiedensten Städten schon mit schönstem musi- 1 kalischen Erfolg konzertiert hat, ist auch für Gießen gewonnen worden. Bläser giebt es viele und darunter recht I tüchtige, aber ein Ensemble von Bläsern ist etwas sehr seltenes und darum so vereinzelt, weil fast noch eine größere Unterordnung des Einzelnen der Gesamtheit gegenüber erforderlich ist, als beim Streichquartett. Das Bläserquartett, welches sich aus Oboe, Fagott, Clarinette und Horn zusammensetzt, verstärkt sich durch Zuziehung des Klavieres zum Quintett. Haben wir nun auch in dieser Besetzung keine überreiche Litteratur, so ist diese durchaus nicht vernachlässigt. Köstliche Perlen besinden sich darunter; Beethoven, Mozart und andere hervorragende Komponisten haben bemerkenswerte Werke geliefert, die aus oben angeführten Gründen leider selten zu Gehör gebracht werden. Neben den Ensemblewerken werden aber ! auch Soli und Duos zur Ausführung kommen, Frl. Franke, der ein sehr guter Ruf als Pianistin vorausgeht, hat sich eben so schwierige als dankbare Aufgaben gestellt, auch die Vertreter des Waldhorns und der Clarinette, die auf ihren Instrumenten Virtuosen sind, werden zweifellos, selbst das verwöhnteste Ohr im höchsten Maße befriedigen. Wir müssen dem Vorstande des Konzertvereins Dank sagen, daß er uns durch das Konzert am Sonntag, dem 12. November Gelegenheit bietet, eine Künstlerschar kennen zu lernen, die uns wirklich mal nicht alltägliches bietet. o •• Das Konzert der Bockenheimer Husaren in Steins Garten war trotz des schönen Sonntagswetters gut besucht und fand viel Beifall. Die beliebte Kapelle wird nächsten Montagabend abermals ein Konzert an gleicher Stelle veranstalten, worauf wir heute schon verweisen wollen. ♦♦ Ein Gruß aus Betlehem. Eine originelle Idee verwirklicht soeben die Internationale Ansichtskarten-Gesellschaft in Berlin (Friedrichstraße 239) die ihren Freunden eine Weihnachtsfreude fin de sidcle bereitet. Sie macht es jedermann möglich, zu Weihnachten aus dem heiligen Lande selbst einen Gruß abzusenden. Dies hat gewiß viel Reiz für sich, und es kann auch nicht geleugnet werden, daß sich die Gesellschaft dieser hübschen Unternehmung Mit dem nötigen Ernst angenommen hat. Dieser Gruß aus Betlehem ist eine illustrierte Postkarte, entworfen von dem bekannten populären Meister Professor Plockhorst, ein Bildchen, das uns vertraulich anheimelt und die heilige Familie so darstellt, wie sie jeder von Jugend auf im Herzen trägt. Diese Postkarte wird am heiligen Abend in Betlehem zur Post gegeben, und wir zweifeln Nicht, daß sich viel Liebhaber finden werden, die sich diesem hübschen Unternehmen anschließen werden. Die Karten selbst sind in allen besseren Geschäften käuflich, und können, bereits adressiert, für eine Gebühr von 20 Pfg zur Beförderung aus dem heiligen Lande an die Gesellschaft direkt eingesandt werden. für nichtig erklärt. Loudon, 7. November. Daily Telegraph berichtet, daß die Stadt Weensteg zwischen De Aar und Burkersdorf von den Buren besetzt worden ist. — „Daily Mail" meldet aus Kapstadt, daß die Buren, welche Kimberley besetzt haben, keinen großen Gebrauch von ihren 40 Zentimeter- Geschützen machen. Bisher haben sie nur 7 Schüsse abgegeben, wodurch wenig Schaden angerichtet wurde. — Die „Times" sagen in ihren heutigen Artikeln über die Lage, wenn die Afrikander der englischen Kolonie Ungelegenheiten macht en, so müsse En gl and seine Armee verdoppeln. B. Mainz, 7. Nov. (Tel.) Die Ueberführung der Leiche des Bischofs Haffner fand soeben bei großem Andrang nach dem Dom statt. In dem endlosen Leichenkondukt befanden sich acht Bischöfe, Vertreter verschiedener Domkapitel sowie der gesamte Diezösenklerus. Hinter den Verwandten gingen Fürst Löwenstein, Staatsminister Rothe, Ministerialrat Schlippe; die städtischen und staatlichen Behörden waren neben dem Offizierkorps vollständig erschienen. Bei der Leichenfeier zelebrierte der Bischof von Freiburg, die Trauerrede hielt der Bischof von Limburg. Telephonmeldurrgeu aus Frankfurt a. M. Darmstadt, 7. November, nachmittags 3 Uhr. Das russische Kaiserpaar reist heute abend von Schloß Wolfsgarten nach sechswöchentlichem Aufenthalt nach Potsdam ab. London, 7. November, 3 Uhr nachm. Für heute werden in Kapstadt 4 Transportschiffe mit 3500 Mann, für morgen 4 Transportschiffe mit 5515 Mann, für den 9. November 2 Schiffe mit 3605 Mann, für den 10. dss. 4 Schiffe mit 3997 Mann und 4 Artillerieabteilungen, für den 11. dss. 2 Schiffe mit 570 Mann und für den 12. dss. I 5 Schiffe mit 3065 Mann und 2 Batterien Artillerie erwartet. Ärmste Meldungen. Depeschen deS Bureau »Herold*. Berlin, 7. November. Den „Berliner Neuesten Nachrichten zufolge soll dem Staatsministerium in der nächsten Zeit ein Gesetzentwurf über die Besteuerung der Warenhäuser und großen Bazare vorgelegt werden. Berlin, 7. November. Bei den gestrigen Stadtverordnetenwahlen wurden 6 Liberale und 12 Sozialdemokraten gewählt. In drei Bezirken haben Stichwahlen stattzufinden. Berlin, 7. November. Als wahrscheinlichen Nachfolger des Fürsten Hohenlohe Oehringen als Oberst-Kämmerer wird jetzt der Graf Friedrich Solms-Klitschdorf genannt. Berlin, 7. November. Ueber das Befinden der Kaiserin werden von Provinzblätteru unzutreffende Gerüchte verbreitet. Darnach soll wegen Erkrankung der Kaiserin die Kaiser-Jagd im Revier des Hausministers v. Wedel abgesagt worden fein. Wie das „Berliner Tageblatt" aus authentischer Quelle erfährt, ist die Kaiserin zur Zeit völlig gesund. Sie hatte sich am Ende voriger Woche nur eine starke Erkältung zugezogen; aber seit Sonntag ist sie wiederhergestellt. Am Freitag wird die Kaiserin, demselben Blatt zufolge, sich nach Kiel und von da nach Plön zum Besuch der kaiserlichen Prinzen begeben. Berlin, 7. November. Das russische Kaiserpaar wird, wie dem „Berliner Tageblatt" aus Potsdam mitgeteilt wird, erst Donnerstag früh im Neuen Palais erwartet. Der Empfang wird wahrscheinlich auf der Wildpark-Station stattfinden. Der Zar wird übrigens auch der Rekruten Vereidigung in Potsdam beiwohnen. Wien, 7. November. Die Blätter besprechen die gestrige Erklärung der Regierung über den § 14 vorwiegend in abfälliger Weise. Die „Neue Freie Presse" schreibt: Falls das Ministerium Clary ebenfalls mit dem § 14 zu regieren gedenke, so sei es bester, dasselbe trete ehrenvoll zurück. Cettiuje, 7. November. Das Amtsblatt veröffentlicht eine Aufforderung an die Kaufleute, ihren Warenbedarf in Italien oder in einem andern Lande zu decken, keinesfalls aber in OesterreichUngarn. Loudon, 7. November. Ein Telegramm aus Kairo meldet, daß ein deutscher Dampfer auf der Fahrt nach Sansibar in Port Said eingetroffen sei. Derselbe hatte 30 Personen eingeschifft und wurde alsdann von einem englischen Kanonenboote verfolgt. Bom Kriegsschauplatz. Brüssel, 7. November. In den Kreisen der hiefigeu Transvaal-Gesellschast versichert man, daß das Schicksal des Generals White, der in Ladysmith eingeschlosfen ist, entschieden fein muß. Wenn das Londoner Kriegs- amt keine Meldungen darüber veröffentliche, müffe daraus ge- schloffen werden, daß es dem General White schlecht gehe. Haag, 7. November. Trotz der amtlichen Dement: I scheint es festzustehen, daß die vielfachen anti- I englischen Kundgebungen eine Verstimmung zwischen England und den Niederlanden hervor- gerufen haben. . London, 7. November. Die Admiralität erläßt eine Bekanntmachung an das Publikum, sich beunruhigen, wenn die nach Afrika unterwegs befindlichen Truppen-Transporte nicht genau zu den im voraus bekannt gemachten, mutmaßlichen Terminen eintreffen sollten. Diese Termine beruhten nur auf ungefähren, in vielen Fällen zu optimistischen Schätzungen. London, 7. November. Die Engländer zogen sich von Colenso nach Eastcourt zurück, wohin vorher schon Frauen und Kinder gebracht worden waren. Letztere sollen nun auch aus Eastcourt entfernt werden, was daraus schließen läßt, daß die Stadt ebenfalls bedroht ift Allem Anschein nach wird in den nächsten Tagen, wenn er nicht schon stattgefunden hat, ein energischer Angriff der Buren auf Kimberley erwartet, wo jetzt 4000 Buren mit Festungsgeschützen stehen und 1500 Buren von Norden her unter General Cronje zu ihnen stoßen sollen. Das Kriegsschiff „Terrible" ging mit I Geschützen für Ladysmith nach Durban ab. London, 7. November. Im Kriegsministerium ist keine Meldung über ein neues Gefecht oder einen Zwischenfall aus den verschiedenen Orten des Kriegsschauplatzes eingegangen. Auch die Blätter beobachten vollständiges Stillschweigen über die Vorgänge auf d e m Kriegsschauplatz. „Daily Mail" meldet aus Kapstadt, daß 3 Kolonnen Buren I des Oranjefreistaates augenblicklich nach dem Süden Vordringen. Der Korrespondent des genannten Blattes drückt die Ansicht aus, daß sämtliche Städte im Norden dieser Kolonie innerhalb kurzer Zeit von den I Buren besetzt sein werden. London, 7. November. Aus Pietermaritzburg wird gemeldet: Als Antwort auf die Proklamation des-Freistaates, wodurch im nördlichen Teile von Tugela I Territorium von den Oranje-Buren annektiert worden ist, I veröffentlicht der Gouverneur von Natal eine Gegen- demonstration, welche die Proklamation des Freistaates m Eröffnung der Parallelstraße zur Grünbergerstraße. 4. Beschädigung des Trottoirs vor dem physikalisch-chemischen Institut in der Goethestraße. 5. Die Errichtung eines Aussichtsturmes auf der Hochwart; hier: Kostendekretur. 6. Die periodische Untersuchung der Blitzableiter. 7. Unterhaltung der städtischen Wiesen; hier: Die Beschaffung von fünft* lichem Dünger. 8. Gesuch des Eisvereins Gießen um Ueberlaffung der städtischen Wiesen hinter den Eichen als Eisbahn. 9. Anlage des Viehmarktes; hier: Einrichtung von Wirtschaftshallen. 10. Die Kanalisation der Stadt Gießen. 11. Gesuch des Karl Rühl um Erlaubnis zum Betriebe einer Wirtschaft im Hause Ludwigstraße 6. 12. Desgleichen des Friedrich Cost im Hause Rodheimer« straße 50. 13. Desgleichen des Karl Schmidt im Hause Riegelpfad 39. 14. Desgleichen des Karl Reh zum Ausschank von Flaschenbier im Glas im Hause Wagengasse 7. 15. Die Ausführung der Verordnung vom 10. November 1886, den Betrieb von Wirtschaften betr.; hier: Erlaß Stand der Darmstädter Bolksbank e. G. 31. Oktober 1899. Aktiva: Kassebestand 47,050 Mk. 61 PlS- Mobi- lien 1626 Mk. 72 Pfa ., Debitoren-Konto 2,161,022 Mk. 54 Pig- Wechsel- Konto 292,279 Mk. 39 Pfg, Effekten-Konto St,241L »!. 19 , Verwaltungskosten 24,481 Mk. 29 Pfg. Haus-Konto 100 574 Mk. 94 Pfg. Passiva: Zinsen Konto 73,547 Mk. 25 Pfg., Dwwende-Konto 1755 Mk. 49 Pfg., Depositen, Sparkasse, Giro Kreditoren rc. 1,553^095 Mk. 49 Pfg., Pensions- und Unterstützungsfonds 21,823 Mk. 58 Pf., Umschlag im Okt. 2,171,436 Mk., Reservefond 132.684 Mk., Gewinn-, Reserven- und Delcredere-Konto 54,484 Mk. 27 Pfg-, Geschäftsanteile 850,886 Mk. i öö ä oq M W 60 Pfg., Zahl der Mitglieder 1231. . Aus Rheinhessen, 6. November. Wohl infolge der außerordentlich günstigen Witterung der letzten drei Wochen, die die Qualität des 1899er sicher noch sehr günstig beeinflußte, sind tue Mostpreise I beträchtlich höher geworden, als man ursprünglich erwarten konnte. I Orqinalmoste, die einen gewöhnlichen Landwein aus geringen rhem- I hessischen Lagen versprechen, werden zu 500 Mk. und hoher bezahlt. I Die besseren Lagen von Bodenheim, Nackenheim, Nierstein, Oppenheim I u. s. ro. weisen gute Resultate auf, wo schon Mostprelse bezahlt worden sind, bei denen sich das Stück (1200 Liter) auf 1000 bis 1200 Mark stellt. Frankfurter Börse vom 6. November. Wechsel auf New-York zu 4.19%-20%. I Prämien auf Kredit per ult. November 1.6Q /, do. per ult. I Dez. 3.20°/ , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.20V , do. per I ult. Dez. 2.40%, Lombarden per ult. Nov. 0.60%, do. per ult. Dez. I 1%, Staatsbahn per ult. Dez —.—%. Notierungen: Kreditaktien 230.10-230 Diskonto - Kom- I mandit 192-191.90 Staatsbahn 140.80-141, Gotthard 143.90, Lom- I barden 32.10-30, Ungar. Goldrente 97.85, Italiener 92 70, Sprozentige I Mexikaner —, 3proz. Mexikaner 25.70, Oesterr. Coupons 84%, I Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5%-%7o G. I 1% bis 2% Uhr: Kredit 230, Diskonto Kommandit 191.80-50, I Staatsbahn 141-140.50-60, Lombarden 32.40-30. — Biehrrrärkte. Die süddeutschen Viehmärkte waren in der I Berichtswoche sehr stark betrieben, auch der Handel entwickelte sich etwas | lebhafter. Das Angebot war allenthalben ein sehr großes, auch Oest-r« I reich brachte ca. 150 Ochsen. In Großvieh war das Geschäft überall I ein mittelmäßiges zu nennen, während prima Rinder und junge Kühe I sehr gesucht waren und auch flotten Absatz fanden. Die Preise sind 1 im allgemeinen fast überall die gleichen der Vorwoche; lunge Rinder I etwas besser bezahlt. Einige Posten junge Kühe wurde für den Export erworben. Es blieb überall Ueberstand. Der Kälberhandel war ruhig I und konnte nicht ausverkauft werden. Bei den Schafen war der Geschäftsgang sehr langsam, ebenso der Schweinemarkt, doch fand bei etwas । nachgebenden Preisen das Angebot in letzteren größenteus Käufer. * Vom Kaffeemarkt. Mannheim, 3. November. Die Preise erhielten sich in dieser Woche ungefähr auf der erreichten Höhe. Die Pest soll sich in Santos ausbreiten; dazu meldete man, | daß die wachsende Ernte durch Trockenheit geschädigt sei. Dies alles i machte keinen sichtbaren Eindruck. Man sieht, daß trotz der Pest die Verschiffungen einen bisher ungestörten Fortgang nahmen, daß es also auch fernerhin nicht an Material aus der gegenwärtigen Ernte fehlen wird, und was die wachsende nächste Ernte anbetrifft, so hat offenbar die Meinung, man habe es wieder nut einem reichlichen Ergebnis zu lhun, so Platz gegriffen, daß man solchen Schadenberichten, wie dem oben erwähnten, keinen Glauben beimitzt. „Da muß es ganz anders kommen", sagt sich der Konsum, und wartet weiter. Und doch sollten die großen Ziffern der bestehenden I Weltversorgung auch nickt überschätzt werden! Ca. 5/« Millionen I Sack der 1899/190üer Ernte sind bereits angeführt; find die bisherigen Schätzungen von 10% Mill, richtig, so hätten wir also bereits die Hälfte der Ernte hereinbekommen und die übrigen I 5% Millionen würden sich auf einen Zeitraum von 8 Monaten I verteilen. Die Zufuhren müffen also abfallen, sollen nicht alle I Voraussetzungen falsch gewesen sein. Wenn dies aber in @T(Aeinung I tritt, wird es auck seinen Eindruck nicht verfehlen. Die Welt hat sich an enorme Ziffern, an fortgesetzte Zunahme gewohnt daß sie I förmlich erschrecken wird, wenn einmal, was ja nicht ausblelben kann, das Gegenteil eintritt. Havre Cours am 2. Nov.: Dy. 35%, März 36, Mai 367i, Sept. 37%, gegen Dez. 35%, Marz 85%, I Mai 36%, Sept. 37% am 27. Oktober. Brafilcours: 2. Nov. 7%, I gegen 73/16 am 17. Oktober^__________ - Zahlangseinstellnngen.1;^ Konkurseröffnungen: Lohgerber Franz Herzer, Lucka (Alten- I bürg): Nachlass der Witwe Walb. Korff, Augsburg; Nachlass des I Geh. Sanitätsrats Dr. Eduard Wilh. Ludw. Rintel, Berlin; Kaufmann I Alfons Becker (E. Becker), Berlin; Kaufmann Jul. Bieber, Fned- I richsberg (Berlin); Nachlass des Klempners Karl Wilhelm, Bernau; I Friseur Karl Vieth, Bingen; Kaufmann Bruno Gerschler, Braun- I schweig; Küfer Wilh. Lürssen, Bremerhaven; Schuhmacherswitwe I Rosina Seidl, Burglengenfeld; Kaufmann Wladisi. Holka, Crone a. Br.; | Buchbinder Arthur Stengel, Greiz; Händler Christ. Heinr. Busch I (J. C. Grise), Hamburg: Schlosser Karl Heinrich Gust. Schneider, I Hamburg- prakt. Arzt Daniel Adolf Ferd. Zenker, Hamburg; Nach- I lass der ’ Ehefrau des Bäckers 0. Wald, Herzberg (Elster); Kauf- I mann Alexander Edm. Brendel, Leipzig; Schieferdecker Louis Emil I Berth. Rau, Sebnitz (Leipzig); Klostermüller Rob. Clary, Maulbronn; I Hauptlehrer Friedr. Garner, Hochhusen a. N. (Mosbach); Säckler I Christ. Fischer, München; Kaufmann Herrn. Friedländer, Nicolai; I Schlosserswitwe Pauline Korndörfer, Nürnberg; Kaufmann Hans | Schuhmann, Nürnberg; Kaufmann Paul Hirschei, Oderberg i. M.; I Konditor Karl Ewald Gleisberg, Olbernhau; Wirt Emil Vogt, Reut- I fingen- Gastwirt Reinh. Rennert, Rochlitz; Gutsbesitzer Franz Rich. Naumann, Arras (Rochlitz); Nachlass des Bierdepotverwalters Karl ■ Keller Saargemünd; Gastwirt Gust. Schäfer, Grastrup (Salzuflen); I Nachlass des Ackerbürgers Karl Baumgarten, Sandau; Brauerei- | besitzet Gust. Hetzel, Sandersleben; Nachlass des Seifenfabrikanten | Karl Emil Wetzel, Neuhausen (Sayda); Nachlass der [Zigarren- I händlerin Marg. Hess, Strassburg i. E.; Schneider Alois Weigel, I Nieder-Hermsdorf (Waldenburg); Handelsleute Leo Bauer und I Michael Bauer, Baibronn (Wasselnheim),__________ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. »ieke«. 7- November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wockenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90-1.00 Hühnereier ver St 7—9 A 2 St. 00—00 Enteneier 1 St. 0—0 4, Gänse, der p« 6L 6-00 X, Käs- - St. 5-M, ßäfmatte 2 6t 5-8* Erbsen per Liter 18 H, Linsen per Liter 29 4, Tauben per Paar X 0.70—0.80, Hühner per St. X 1.00—1.10, Hahnen per (|tüd X 0.60—1.00, Enten per St. X 1.80—2.00, Gänse pn Pfund v*0 46-0.55, Ochsenfleisch perM. «8-74^, Kuh-und Rindfleisch per Pfd. 62-64 H, Schweinefleisch per Md. «6-74^, Schweim- steisch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per ipfö. 64—66 HammeMsch ver Psd. 50-60^, Kartoffeln per 100 Kill) £06' 6iS 0.00 X, Weißkraut per St. 00-00, Zwiebeln per dtr.X 5.00-6.00, Milch per Liter 16 H, Zwetschen per Ctr. 10,00—11,00, Aepfel per (Str. 7,00—10,00 Mk. ,ta i« SS'K'äte *‘«0 y1“ teibtn. Grenze b?xten 'M Dir fWK*“** } daß bie -Bure, K N":,n 6tt fit btt m1, ali Iwtttotiuin erklären. tilint bei Dbetfie, pent sich nach amtlicher Fest.' • ^te und 150 Verwundete, wn sind, kamen in Lady- tion kommt die Nachricht, der e sei von den Engländern 1 nach Mafeling gebracht nEmpfangeinesÄrm^ Docks sind * Die Mn- Mh Ww' ndbttauä ss'sffig S M * WW* - flapftabt Ä'DrÄ bet Md l>4 i Km aefaw" eilen ub tbtn. lk •,n «cuiitt des f t ° ntö der ie*9'® m ..... „onber«' dr rTL.hft »g M Nowaei A ansgeführt von der 7864 t. zu haben. 6282 aoooooooooooo 7866 Einige Unbeteiligte. 7852 ftratze, höflichst eiugeladeu. [7853] in sich 7862 Für den Vorstand: Dr. Naumann, Pfarrer. 1. 7857 7856 Der Bürgermeister. JA..- Bogt. 7863 Rudolf Mosse, Köln. 7855 PrivaWnden m. 6916 Frisck eingetroffen: ■4-K Zahlung versteigert. 7865 Mr miet nutzen Wiettzelnche Offene Stellen Nl'lknl-Mlnchk ' 6clninntiimd)iin(|fii MMgtWM vnschiedents WEN s 0 Zn Wismar ist die Maul- uud Klauenseuche ausgebrochen. Gemarkungssperre ist angeordnet Krofdorf, 6. November 1899. chchelers^^stee 7710 L 10 Pfg. Shampoonieren mit Trockenapparal *15* Ein großes oder zwei möbl. Zimmer von einer Lehrerin gesucht. Offerten unter Nr. 01058 an die Expedition d. Bl. Pachtliebhaber wollen ihr Angebot bis zum 1. Dezember d. I. bei der unterzeichneten Stelle einretchen. Lauterbach, den 1. November 1899. dem geräumigen Wohnhause, in welchem Gastwirtschaft betrieben wird, 3 geräumigen Ställen, 2 Scheunen, Grabgarten und großem Hofcaume, zusammen 0,58 ha (— 2*/z Morgen), 6,39 ha (— 25V2 Morg'N) Ackerland, und Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert. Auck das Fett von Murmeltieren Thut's Gebirgsvolk ästimieren. Doch für jeden Stand und Art Gentner’s Fett erfunden [ward. >**tlt*V Lich, den 7. November 1899. Klotz, Großh. Gerichts Vollzieher. Areiherrlich Riedesel'sche Reutkammer. Eulefeld. , in wv -schänd Cirka 1900 Meter Feldbahngieis 25 ftippttiagcn 4 Ukichkn, alles 600 mm Spur, 65 mm hohe Schienen auf eis. Schwellen, gut er« halten, sofort billig zu verkaufen. Offerten unter K. U. 3311 an für 7» Liter vorzüglicher Suppe. A. «och Rachfl., Inh. F. Laih, _________Neuen-Bäue. Kapelle des Husaren-Regiments König Humbert von Italien <1. Hessisches) No. 13 unter persönlicher Leitung des Musikdirektors Herrn E. Hecht. Versteigerungs-Anzeige. Donnerstag den 9. November 1899, vormittags um 9 Uhr, werden zu Hausen gepfändete Gegenstände aller Art, insbesondere: Vieh, Wiesen Heu, Stroh, Dickwurz, Kartoffeln, Tische, Bänke, Stühle, Cigarren, 1 Häcksel- maschine, Korn und Gerste, öffentlich zwangsweise gegen Bar- 3,1 ha (----- 121/2 Morgen) Wiesen. Nähere Auskunft erteilt die Freiherrliche Nentkammer in Lauterbach (Hessen). Waschinittkl. Vormbaums Wollwaschpulver „Eureka* ist nur in besseren Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäften CaßmiWfis- md Gnts-UerpchliiW. Das Freiherrlich Riedeselssche Gut in Landenhauseu, Kreis Lauterbach (Oberheffen), wird am 22. Februar 1900 pachtfret und soll auf 12 Jahre anderweit vergeben werden. Die Gebäude liegen an der Straße von Lauterbach nach Fulda im Pfarrdorfe Landenhausen, 1/2 Stunde von dem Badeorte Salzschlirf (Station der Fulda-Gießener Eisenbahn) entfernt und das Pachtgut besteht aus: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Erster Vortrag Montag den 13. Wovernöer 1899, im grotzeu Saale des Gasthofs zum Grotzherzog von Heffen. Herr Professor Dr. C. Fromme Wchu): Heber die StervschmMuDe des Monats Noomber 1899. Mitglieder und ihre Angehörigen haben freien Zutritt. Nichtmitglieder erhalten Karten zu Mk. 1.60, Studierende und Schüler solche zu Mk. 0.50 in der Ricker'schen und Krebs'scken Buckhandlung. Neue Mitglieder belieben ihre Namen Herrn Kommerzienrat Heichelheim angeben zu wollen. Beitrag 4 Mk. 7858 Mkitkre Vorträge: 8. Januar, 25. Januar, 8. Frbruar 1900. Stöbt. SlhtöÄthM. Freibank. 7847 Heute und morgen: Klihstkisch 45 Pfg. I-mlveSeisch 50 Pfg. Georg Schepeler Kaffee-Import Frankfurt am Main. 2. 3. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Grüningen für 1900/1901 Hegt vom 8. November d. I. an acht Tage lang zur Einsicht der B> tetltgtkn auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Grüningen, den 4. November 1899. Sonntagsverein für Mädchen. Die Vereinigung der jungen Mädchen am Sonntag soll für das Winterhalbjahr am nächsten Sonntag den 12. November wieder ihren Anfang nehmen. Die Vereinigung findet statt an jedem Eonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saale der Kleinktnderschule; die Mädchen können nach Belieben zu jeder Zeit kommen und gehen; von 4 Uhr bis 5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vortrügen. Gute unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden. Eröffnungsfeier am Sonntag den 12. November, nachmittags 4 jlhr. Wir laden die Mädchen zu zahlreicher Beteiligung ein. und bitten Eltern, Herrschaften und Geschäftsinhaber, ihre Mädchen auf den Sonntagsverein hin- weisen und denselben die Teilnahme gestatten zu wollen. Gießen, den 7. November 1899. Mittwoch deu 8., Donnerstag den 9. uud Freitag den 10. November, von nachmittags 2 Uhr ab, zur Versteigerung: Eine große Partie Brennholz; ca. 400 Petroleumfässer, die vorzüglich zu Waschbütten und Jauchefäss rn eignen; ca. 50 Thüren, eine große Anzahl eichene Gartenpfosten; eine große Anzahl alte Bretter und dergleichen. 7744 Täglich frische Röstungen. Niederlage von Original-Packeten mit Schutzmarke bei: Emil Fischbach, Giessen Gg. Lotz, Friseur, Bahnhofstraße 28. 7861 Steins Saalbau. Montag den 13. November: Grosses Bier-Konzert Mittwoch den 20. I)ezbr., nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die zur Konkursmasse des Uhrmachers Karl Ramstock in Gießen gehörige Hofraite Flur 1 Nr. 293 — 94 qm auf dem Seltersweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 7. November 1899. Groß. Ortsgericht Gießen. Versteigerung. Durch den Abbruch der Beuuer'scheu Badeanstalt Gießen (Lahnstraße) kommen am Verantwortlicher Redakteur: H. Koegler. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch« und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Die heutige Wummer umfaßt 10 Seite« Zur Jaudtagswahl Achen-Ian-.^ Vor der Entscheidung! Von dem Resultat der heute statlfindenden Wahlmännerwahlen wird ce abhängen, wer den Wahlkreis Gießen-Land im Landtage Hessens .vertreten wird! Wahrlich, man kann nur ein Gefühl des Bedauerns haben, wenn man sieht, welche Leute für dieses Ehren- und Vertrauensamt vor« geschlagen werden: Zwei Redakteure! Sche demann aus Gießen, der Durchfallskandidat bei Relchstagswahlen und Stadtverordnetenwahlen, und Hirsche! aus Offenbach a. M. sind die Auserkorenen, die die Jnter- effen unserer ländlichen Bevölkerung im hessischen Landtage vertreten sollen. Landleute, Bauern, Arbeiter im Wahlkreise Gießen, seht Euch doch in Euerem engeren Kreise um, bedenkt, daß Eure Rechte und Eure Interessen in diesen schweren Zeiten vertreten werden müssen! Was schert Euch Politik oder Partei, ob liberal, ob antisemitisch oder sozialdemokratisch, das kann Euch einerlei sein! Gebt Männern Eure Stimme, wählt Wahlmänner, die feiner Partei ««gehöre», die erwägen, wem sie ihre Stimme geben, nicht aber vorher sich gebunden haben, für einen oder den anderen dieser büdrn Herren zu stimmen. Ihr habt Männer unter Euch, die mit Euch groß geworden sind, die die besonderen Mängel und Schäden am eigenen Leibe kennen gelernt und erfahren haben, die stündlich und täglich unter Euch weilen und die für dm Wahlkreis Gießen-Land eine berufene und würdige Vertretung im hessischen Landtag wären. Wählt Wahlmänner, die eintrrten für die Wahl des Kerrn Bürgermeister Leun in Hroßen-Linden. geröstet in Salomon sCentrifugal-Röstapparaten D. R.-P. 49493 mit 57210 Sftlomon’s Röst-Apparate liefern in Folge der eigenartigen, auf wissenschaftlicher Grundlage beruhenden, vollkommensten Konstruktion hervorragend feinen, extraktreichen, wohlbekömmlichen Kaffee Einladung. Die Rechner der Landgemeinden des Kreises Gietze« werden ans Samstag den 11. November, mittags 1 Uhr, zu einer Besprechung in die Restauration Bauer, Bahnhof- Gänsefett als Brotbelag Jedermann dies gerne mag. Fett von manchen andern Tieren Brauch der Maschinist zum [Schmieren. kH wr Schreibgewandter Mann sucht unter bescheidenen Ansprüchen sofort Stellung. Gefl. Offerten unter L. K. 04060 an die Expedition dieses Blattes erbeten. Ein fträukin sucht Stelle als Stütze bei einer einzelnen Dame oder zu Kindern. — Näheres im evangelischen Schwesternhaus, Johanneöstraße. Berlin, 6. Nove die Ankunft des ■ daß heute Mittag no fiändizt waren. Im den Königinnen von selben Stand geblie! ist ungewiß. Diesbi Venn es hieß, daß, fommen werde, so ln - Auf ein Te tung eines Prov Flotten-Vereins erwiderte der Kais« Arafen Bismarck, baf Dt Hilfe des deutsche, M immer mehr u' starken, feinen Mer z.uge gereichenden F jabe es seinem her Preußen, trotzdem ei Sevölkeruog mit b habe, in altbetvityrtt Vaterlandes gelte, ir Kreit sei, wie sie ei ichng des Iahrhun - Dem „Lokaler Kaiserin noch _ - Staatssekr nach Süddeutsch - Regierungs «t verschiedene Blatte auf Grund d MmWister und D rntlafftn worden. - Wie uns a ^'fchvf Tiwar den i'vnne die Wahl zum Menn er durch aus Wffl in Saft eines anbete . . et fürchten muff r ~ Das Btv »exma in diefem ( iß S bauen teil. 5 ÄW der zng, öe'M Mb öettoetf k. T Äemeine a L„ «°« Silloto t 5 nXto** sS? iiugebtn b,i । Her ~ Mald Z Itoeqen “M®runb 6.' f6b-ö^- b" Buffi) bi, firbK^ 1 ' -©Dj Gentner’s Schuh fett in roten Dosen mit Sckutzmarke Kaminfeger ist in den meisten Geschäften zu haben. 346 Fabrikant: Karl Gentuer iu Göppingen. I Flllklill a ist mst IlnH ha. bkst. Ca. 8 bis 15 Mk. können tüchtige, fleißige und redegewandte Herren und Damen jeden Standes täglich durch den Verkauf unserer Haussegen (Neuheit), Muster bequem faßlich, leicht verdienen. 7854 Drucker & Co., Berlin N., Oranienburgerstraße 2. 04061] Wer nimmt ein acht Tage altes Kind in Pflege? Näheres Neustadt 80. Solide Arbeiter per sofort gesucht. 7859 Hermann Hetz. 04055] Reinliche Lauffrau gesucht. Ludwigstraße 64, I. 7849] Steinftraße 19 ist der erste Stock, 5 Zimmer mit allem Zubehör und Gartenanleil, per 15. Januar n. J8. zu verm. Andreas Euler, Steinstraße n. 7850] Die von Ihrer Erlaucht den Herren Grafen von Erbach-Schönberg seither innegehabte Wohnung Bleich« straße 17, Part., bestehend aus 5 heizbaren Räumen, Küche, Bodenkammer rc., ist wegen Wegzug derselben von hier für gleich oder später zu vermieten. Näheres LSberftratze 26, Part.' 7851] Zwei 3-Zimmerwohnungen zu vermieten. Zu erfragen Neuenweg 60. 04057] Kleine Wohnung mit Zubehör an ruhige Leute zu vermieten. Preis 10 Mark. Neuenweg 38. 7660] Möbl. Zimmer zu vermieten. __Bahnhofstraße 28, I. 04059] Stübcken mit Bett zu vermieten.Wetzsteinstraße 38. MIHI f IM ■“ Mk. 1.50, 1.60, 1.70, 1.80, 2.— per t/a Kilo.