$QQOQqqq N | . »i 8 w 8 «671 Ü § 00000008 ten. her: lonzert 71M lr. HB, Kaiser Wilhelm y. Krausse. Entree 40 Pf». Pfe M.- 81. S von Mk.90-an. Hoher Bar-Rabatt. mgen. jShr. Garantie. n Mk. 50.- m. j vermieten. te, )S. auf Einzelbestellung. 1, Seltersweg 91. *» elf»? BW- ioe.o« 00.00 _____- oht ,bet iM*- sE" j-ld'Nentt Hiller. -- ngen jss-, rti (IW*£rlen| guien Sfr** b Mteob.^ ^Vbl- lOOlO itziÄS - 88" Sf» rrst 10008 (»M «" Nr. 237 Viertes Blatt.Sonntag den 8 October 1899 frftttaf IfciM nit lultu^BK des Rentei«. ®k Gießener #e*W«OCitUr '»erden dem Anzeiger ^dchentttch viermsl d ei gelegt. Gießener Anzeiger NeznSSpreiO vierteljährlich 2 Mark 20 Pf, monatlich 75 Pl§ mit Bringerloh^ Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf, vierteljährlich >nnO»t een Anzeigen zu der nechmittags für de» -«tefuloi Lag erscheinenden Nummer M von». 16 Uhr. General-Nn^eiger Aste Anzeigen'BermlttlungSsteüen de» In- und Lu-lurd» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegn Anrts- und Anzeigeblatt fiw den Kreis Gieszen. <-_<■■■■■ - ...j_1—1 1 ■ 11 ll,..= Nrlehien, Expedition und Druckerei: Kchntßrntze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Aandwirt, Klätter für hesiische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzetger chietz« Fernsprecher Nr. 51. Der neue österreichische Ministerpräsident, Graf Manfred Clary Aldringen, wurde am 30. Mai 1852 als jüngster Sohn des verstorbenen Fürsten Eduard Clary geboren. Sein Vater machte sich durch den „offenen Brief", in welchem er die beiden Nationen in Böhmen zum Frieden aufforderte, bemerkbar. Nachdem der jetzige Ministerpräsident seiner Militärpflicht genügt batte, trat er in den Staatsdienst und war u. a. 6 Jahre lang Bezirkshauptmann in Wiener-Neustadt. Im Dezember 1896 wurde er Landespräsident von Schlesien und am 1. Dezember 1898 Statthalter von Steiermark. Die Familie Clary stammt aus Italien, 1641 wurden die Clary in den Reichsfreiherrenstand, 1666 in den erb- ländischen Grafenstand erhoben und 1787 verlieh Kaiser Josef I. dem jedesmaligen Majoratsherrn die Fürstenwürde. Vermischtes. * Berlin, 5. Oktober. Ueber die Kaiserin als Hausfrau wird einem Leipziger Blatt geschrieben: Am Berliner Hofe waltet, wie man weiß, ein familiär- patriarchalischer Geist. Don allen Vorgängen, selbst den unbedeutendsten, müssen Kaiser und Kaiserin rechtzeitig Kenntnis haben, und gewöhnlich ist es das Kaiserpaar selbst, das für alle häuslichen und zeremoniellen Vorkehrungen die ausschlaggebenden Winke erteilt. Das „Neue Wiener Tagblatt" läßt'sich aus Berlin hierüber schreiben: Die Küche des Kaiserhauses ist selbstverständlich die ausschließliche Domäne der Kaiserin. Am Hofe findet keine Tafel statt, deren Speisekarte die Kaiserin nicht vorher bis in alle Details durchgesehen hat. „Der Hausfrau muß die Ehre ihrer Küche am Herzen liegen", pflegt die hohe Frau zu sagen. Der Kaiser und die Kaiserin sind mit Hintansetzung ihrer Personen immer voll Rücksicht gegen ihre Gäste. So oft z. B. der Reichskanzler, Fürst Hohelohe, an des Kaisers Tafel speist, fehlen fast alle fetten oder schwer verdaulichen Gerichte, die ihm schlecht bekommen würden; und es ist der Kaiserin zarte Fürsorge, ohue daß der Reichskanzler davon eine Ahnung hat, nur solche Speisen auf die Tafel kommen zu lassen, die den Gast nicht in die Verlegenheit setzen, zwischen einem verdorbenen Magen oder der Ablehnung des Gerichtes wählen zu müssen. — Im Allgemeinen ist die deutsche Kochkunst in der Küche des Kaisers vorherrschend, obwohl die Gäste aller Nationalen sie oft international werden lassen. Man erzählt sich zahlreiche Küchen-Anekdoten von der Kaiserin. Als der Kaiser kurz nach dem Regierungsantritt den damaligen französischen Botschafter zum ersten Male zur Tafel geladen, meinte der Koch, das würde Veranlassung geben, die größte Erfindung französischer Kochkunst, röti ä Fimperatrice, auf die Kaiserliche Tafel zu bringen. Dies wäre zugleich eine Aufmerksamkeit für die französischen Gäste. Die Kaiserin ließ sich das Rezept reichen. Es lautete: „Nimm eine Olive von der schönsten und fleischigsten Art, löse den Kern aus und fülle sie statt dessen mit einem Schnittchen Anchovis; dann stopfe die Frucht in eine Drossel und diese, gehörig zubereitet, in eine fette Wachtel. Die Wachtel wird nun in ein Rebhuhn, das Rebhuhn in einen Fasan und der Fasan in einen Kapaun gesteckt, der endlich in dem Bauche eines Spanferkels Platz nehmen muß. Dies am Spieß gebraten, giebt, wenn sich sein Küraß im Feuer vergoldet hat, ein Gericht, welches durch die hervorgebrachte Wechselwirkung aller eingeschachtelten Elemente aufeinander, sowohl für den Geruch als für den Geschmack seinesgleichen sucht, dessen kostbarster Bissen aber die Olive ist, die den Mittelpunkt bildet und die Quintessenz der feinsten Kräfte aus ihren verschiedenen Umgebungen an sich gezogen hat." Kopfschüttelnd las die Kaiserin das Rezept und sprach mit dem Kaiser über den Vorschlag des Kochs. Der Kaiser las den Zettel ebenfalls und gab ihn der Kaiserin mit den Worten zurück: „I wo, laß Dir vom Koch nichts vorerzählen. Das Ding ist gar keine französische Erfindung. Ein ähnliches Gericht, nur in großartigerem Maßstabe, hatten, wie der ältere Plinius und Macrobius berichten, schon die Römer; es mar ein wildes Schwein mit mancherlei anderem Wild und Geflügel gefüllt, und erschien auf dem Küchenzettel unter einem Beinamen, der von dem trojanischen Pferde hergenommen war. Ich glaube aber, es gehört auch ein Pferdemagen zur Verdauung — und der Magen meiner französischen Gäste ist mir heiliger als jeder andere!" Die Kaiserin ist eine Meisterin in guten Kräutersuppen und hat auch dem Kalbsrippenstück, das in so vielfältigen Metamorphosen auf der Tafel erscheint, manches Geheimnis vollkommensten Genusses abgewonnen. Auch die Kartoffeln sieht die Kaiserin gern in den verschiedensten Variationen auf ihrem Tische erscheinen. * Berlin, 4. Oktober. Der erste Briefkasten in einem Restaurationslokal ist in diesen Tagen in Berlin angebracht worden. Eine solche Einrichtung wurde seit langem schon von den Berliner Gastwirten erstrebt; bisher hatte sich die Postbehörde aber immer ablehnend verhalten. Der in Frage kommende Kasten, der das gewöhnliche Aussehen eines Postbriefkastens hat, befindet sich in den „Reichshallen" am Dönhofsplatze, Die Leerung geschieht vorläufig zwei Mal, morgens und abends, doch wird auf Erfordern der Kasten noch öfter geleert. Jede Leerung kostet den Inhaber des Lokals 10 Pfg. Der neue Kasten nimmt meist Ansichtskarten auf. Daß die Postverwaltung unter der Regie des Herrn v. Podbielski thatsächlich andere Bahnen eingeschlagen hat, geht daraus hervor, daß dem Gesuch um Ueberlassung eines Briefkastens innerhalb dreier Tage entsprochen wurde. * Hamburg, 6. Oktober. Der Kassierer der Sterbekasse Treue und Einigkeit, Heidmann, ist wegen Unterschlagung von lOOOO Mark Kassengeldern, Urkundenfälschung und Betrug verhafet. • Elbing, 6. Oktober. In Tolkemit fanden gestern nacht neue Exzesse statt. Als der Stadtwachtmeister eine Verhaftung vornehmen wollte, kamen auf ein gegebenes Zeichen mehrere Personen dazu, schlugen den Wachtmeister, warfen mit Steinen, gaben auch einige Schüsse ab, ohne zu treffen und verhinderten die Verhaftung. • Kreuznach, 5. Oktober. An einem der letzten Abende wurde Hierselbst durch zwei Polizeibeamten ein 22 jähriger, wegen verübter Einbruchsdieb st ähle schwer vorbestrafter und steckbrieflich verfolgter Mann festgenommen, in dessen Besitz sich ein Geldbetrag von 3370 Mk., bestehend aus 2 Tausendmarkscheinen, 12 Hundertmarkscheinen und der Rest aus Gold, sowie Wertgegenständen, als Fingerringe und Ohrringe im Werte von 200 Mk., vorfanden. Außerdem führte derselbe einen Dolch, zwei scharfgeladene Revolver und 50 scharfe Patronen bei sich, lieber den Erwerb des Geldes und der bezeichneten Gegenstände kann sich der Genannte nicht ausweisen; er will sich in letzter Zeit in verschiedenen größeren Städten aufgehalten haben. Da der Festgenommene, der sich Peter Senn nennt, bis vor etwa zwei Monaten, eine 3 jährige Zuchthausstrafe wegen Einbruchsdiebstahls verbüßt hat und im übrigen vermögenslos ist, erscheint der Verdacht begründet, daß er das Geld und die Wertgegenstände sich widerrechtlich angeeignet hat. In Gesellschaft des Senn befand sich noch eine Frauensperson, die ebenfalls hier festgenommen worden ist. Etwaige Bestohlene werden ersucht, sich an die Kreuznacher Polizeibehörde zu wenden. * Garnen, 2. Oktober. „Quäle nie ein Tier zum Scherz u. s. w." Eine Tierquälerei sollte sich Freitag morgen furchtbar rächen. Der 15 Jahre alte Knecht Karl Neuhaus war damit beschäftigt, die Diele seines Dienst- Herrn Grevel zu reinigen. Hierbei erblickte er eine Katze, die er bis auf den Boden verfolgte. Nachdem er das Tier eingefangen hatte, band er demselben einen Strick um ein Hinterbein und ließ es nun laufen. Sobald das Tier einige Schritte fort war, riß es der Junge wieder zurück. Durch dieses Hin- und Herzerren gelangte die Katze bis zur Bodenlucke, über welche sie mit einem mächtigen Satze hinwegsprang. Hierdurch bekam Neuhaus einen plötzlichen Ruck, wodurch er das Gleichgewicht verlor und kopfüber in die Tiefe stürzte und mit zerschmettertem Schädel tot auf der Diele liegen blieb. Zwei sofort hinzugezogene Aerzte konnten nur noch den Tod des Verunglückten feststellen. * Wien, 5. Oktober. Ein Opfer seines Berufes. Einem tragischen Schicksal ist in jungen Jahren der Hausarzt der Wiener freiwilligen Rettungsgesellschaft Dr. Boris Fan-Zung zum Opfer gefallen. Er starb gestern als Opfer seines Berufes in Folge einer Infektion, die er sich an dem Krankenlager eines Kindes zugezogen hatte. Dr. Boris Fan-Zung, ein geborener Russe, stand int 26. Lebensjahre. Er verwendete seine freien Stunden zum großen Teil dazu, in Spitälern zu hospitieren. Samstag besuchte er das St. Anna-Kinderspital. Er trat an das Krankenlager eines Kindes, das an Scharlach darniederlag, und bei dieser Gelegenheit hat sich der junge Arzt infiziert. Er wurde noch an demselben Tage von Unwohlsein befallen und begab sich in seine Wohnung. Bald trat bei ihm Fieber ein, und sein Zustand verschlimmerte sich. Der behandelnde Arzt konstatierte, daß Dr. Fan-Zung von einer allgemeinen Blutvergiftung durch Infektion befallen worden sei. Die furchtbare Krankheit nahm einen schnellen Verlauf, und gestern ist der junge Arzt gestorben. Die unglückliche Mutter, die an das Krankenlager des Sohnes geeilt war, ist von dem Schlag, der sie getroffen hat, niedergebeugt. Gerichtssaal. Berlin, 6. Oktober 1899 Die „Harmlosen" vor Gericht. (Fortsetzung.) Die „Harmlosen" in Freiheit. Mit der dramatischen Szene des gestrigen Nachmittags dürfte der Spielerprozeß wohl seinen Höhepunkt erreicht haben. Wie in einem Werk eines großen Dramatikers folgte eine starke Wirkung auf die andere, keine gewaltsam hineingezerrt, sondern jede aus den Charakteren und der inneren Verknüpfung der Handlung folgerichtig herauSgeholt: eine immer stärkere meisterhaft auf die vorige gesetzt und das Ganze durch eine That schöner Menschlichkeit seitens des Gerichts mit einer Szene ab* schließend, die wohl jedem Besucher unvergeßlich bleiben dürfte. Die erste, schon am Schluß des vorigen Sitzungstages wohl vorbereitete Ueberraschung brachte das Erscheinen des Generalmajors v. Kröcher mit seiner Gemahlin. Rechtsanwalt Schwindt war ein besserer Psychologe gewesen als der Kriminalkommiffar. Er sagte sich, daß es keinen Vater in der ganzen Welt giebt, der schweigt und sein eigenes Kind in der Schande sitzen läßt, wenn er es durch ein einziges, wahres Wort von dem Verdachte befreien kann, von ihm selbst, dem eigenen Vater, verworfen worden zu sein. Vom ersten Tage an waren es im Zuschauerraum namentlich die Damen gewesen, die ihr Mitleid mit jenen jungen Leuten nicht verheimlicht hatten, welche der Arglist eines ergrauten Gauners, wie Wolff es war, durch ihren eigenen grenzenlosen Leichtsinn entgegengekommen und zum Opfer gefallen waren. Jetzt sah man manchen interessanten Kopf weit über die Lehne der vorderen Bank hinausgebeugt, und Rührung sprach aus manchem wirklich schönen Auge, als da vorn die stramme Gestalt des alten Herrn erschien, der trotz des Civilanzuges in jeder Bewegung den hohen Militär verriet, als ein greises Elternpaar die Ehre des halbverlorenen Sohnes miede* herzustellen kam. Und wie bei dem großen Shakespeare zwischen den tragischen Hauptmomenten stets der gesunde Humor fein befreiendes Spiel treibt, so bildeten die liebenswürdigen Kartenkunststücke, die der Sachverständige Herr Herrmann nun zum besten gab, eine anmutige, beruhigende und überleitende Episode zwischen der vorhergehenden und der folgenden bewegenden Szene. Der Wechsel der verschiedenen Stimmungen war geradezu verblüffend, als der Zeuge Graf Königsmarck jeden Punkt seiner angeblichen früheren Aussage in ein Zeugnis für die Angeklagten verwandelte. Da, als die Spannung immer dichter wurde, erhob sich Rechtsanwalt Schwindt in seiner ganzen Länge und entlockte dem Zeugen den geheimnisvollen Zettel, auf dem Herr v. Manteuffel so unvorsichtig'gewesen war, Herrn v. Königsmarck seine vor dem Ehrengericht zu machende Aussage vorzuschreiben. Die Aufregung unter den Zeugen, im Zuschauerraum wuchs, alles flüsterte und murmelte durcheinander — einander völlig Fremde tauschten ziemlich laut ihre Ansichten aus, als der Gerichtshof sich zurückzog, und die Erregung stieg ins Fieberhafte. Jetzt verkündete der Vorsitzende, mit dem Collegium zurückkehrend, den Beschluß, die Haftentlassung der Angeklagten zur Debatte zu stellen. Wie hoffnungsvolles Freudenroth sah man es auf den Wangen der drei jungen Leute aufsteigen, während der Oberstaatsanwalt einen Augenblick in sichtlicher Um gewißheit war. Jedermann fühlte die Situation dieses würdigen Herrn mit, der sich durch seine vornehme Ruhe, durch die Sachlichkeit seiner Ausführungen als ein Jurist ersten Ranges erwiesen hatte, aber gezwungen war, bei seinem ersten forensischen Auftreten in Berlin eine Sache zu übernehmen, die er selbst nicht vorbereitet hatte. Zweimal ging der Gerichtshof ins Beratungszimmer zurück. Als beim ersten Wiedereintritt Herr Denso die weitere Jnhaft- haltung der Drei erklärte, ging ein bedauerndes „Oh" durch den Saal — aber es war nur ein Mißverständnis gewesen; man sah vom Zuschauerraum aus Herrn Landgerichtsrat Queck, der durch zahlreiche Verhörfragen schon immer sein großes Interesse an der Sache bezeugt hatte, nochmals eindringlich mit dem Herrn Vorsitzenden reden — das Kollegium trat zum drittenmale zurück, aber nach wenigen Sekunden verkündete Direktor Denso den endgiltigen Beschluß. Der eigentliche Schluß der Sitzung wurde ganz überhört; die Zeugen, der Sachverständige Graf Reventlow drängten nach der Anklagebank, sie begrüßten dort ihre vor Glück strahlenden Freunde — es war ein beständiges Händeschütteln, Glückwünschen, Danken. Das v. Kröcher'sche Eltcrnpaar schien einen Augenblick zu zögern, deutlich kämpfte auf dem Antlitz des greisen Generals das Vatergesühl mit dem Bewußtsein der Disziplin, des Dienstordnungssinnes — er hielt seine Gemahlin zurück, als wisse er nicht, ob er das formale Recht habe, seinem Sohne die Hand zu drücken — endlich, als er sah, die Sitzung war endgiltig beendet, traten auch die Beiden heran zur herzlichsten Begrüßung des wenigstens von dem Schlimmsten, dem Ruf eines Falschspielers, befreiten Sohnes. e * Die drei Angeklagten, welche sich seit gestern auf freiem Fuße befinden, habe sich heute pünktlich eingefunden. Leutnant von Gersdorff teilt schriftlich mit, daß er in Allenstein krank liege und nicht erscheinen könne. Im übrigen könne er über Herrn v. Kayser nur das beste Zeugnis fällen. Das Gericht beschließt die kommissarische Vernehmung des Zeugen, welcher ein Verteidiger sowie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft beiwohnen wollen. Der Präsident teilt alsdann mit, daß der Klubdiener Anton aus Frankfurt a. M. eingetroffen ist und chm angezeigt habe, daß er absolut nichts auszusagen habe. Rechtsanwalt Dr. Seiko will auf das Zeugnis verzichten. Der Oberstaatsanwalt möchte wissen, weshalb der Zeuge hierher zitiert ist. Die Verteidiger bitten, die Verhandlung morgen auszusehen, damit sie Zeit zur Sichtung des umfangreichen Materials hätten, um das Beweisthema diesem Zeugen benennen zu können Nach kurzer Beratung beschließt das Gericht, morgen nicht zu verhandeln. Graf Königsmark und Hauptmann von Unger stellen einiges in ihrer gestrigen Aussage richtig. Landrat von Wackerbarth stellt dem Angeklagten von Kayser ein sehr günstiges Leumundszeugnis aus, desgleichen Geh. Regierungsrat a. D. Pfeiffer und Regierungsrat von Wuthner. Zeuge Föltzer, Chefredakteur des „Sporn" bekundet, daß er mit dem Bruder des Angeklagten von Kayser bekannt sei. Herr v. Manteuffel hat dem Zeugen bei einem Rennen gesagt, er möge die Herren des Klubs warnen, da in demselben unlautere Elemente verkehrten. Zeuge hat einigen Offizieren diese Warnung übermittelt. Der nächste Zeuge ist der Herausgeber des „Kleinen Journal", Dr. Leipziger, welcher bekundet, daß Herr von Kayser für das „Kleine Journal" Artikel aus der Gesellschaft geschrieben habe. Nach dem Erscheinen der Artikel im „Berliner Tageblatt" seien von Kayser und von Kröcher zu ihm gekommen und hätten ihn gebeten, einen Gegen-Artikel zu veröffentlichen. Der Artikel sei am 2u. September erschienen. Am 22. September erhielt der Zeuge einen Brief von Herrn von Manteuffel, in welchem dieser dem Zeugen mitteilt, daß gegen Dr. Kornblum keine Ermittelung schwebe. Er überließ es dem Takt des Zeugen, die Richtigstellung zu bringen. Dr. Kornblum sei ein hochangesehener Gentleman und es wäre ein Akt der Gerechtigkeit, die angegriffene Ehre desselben wieder herzustellen. Zeuge Manteuffel erklärt, es habe allerdings gegen Dr. Kornblum ein Ermittelungs-Verfahren geschwebt wegen gewerbsmäßigen Glücksspieles. Er, Zeuge, habe aber ein Interesse daran, daß keine Meldung von dem Ermittelungsverfahren in die Oeffentlichkeit drang. In erregten Worten meist Dr. Leipziger vom Standpunkte der Presse aus, es als ungeheuerlich zurück, daß der Kriminalkommissar von Manteuffel aus Dank für erwiesene Gefälligkeiten eine ganz falsche Meldung in die Presse lanziere. Rechteanwalt Dr. Schachtel fragt, wie es möglich sei, daß die Verhaftung des Herrn von Kayser stattgefunden und die Untersuchungshaft 8 Monate dauern konnte Denn Herr von Manteuffel sei der einzige, der gegen Herrn v. Kayser Ermittelungen angestellt habe und auf dessen Ermittelungen beruhe die ganze Anklage. Herr von Manteuffel habe aber hier unter seinem Eide erklärt, daß gegen von Kayser von keiner anderen Seite Verdächtigungen erhoben worden seien. Zeuge v. Manteuffel sagt aus, daß er für die Verhaftung nicht die verantivortliche Stelle sei. Ueber die Frage, ob und wer verantwortlich für die Verhaftung sei, entspinnt sich eine sehr lebhafte Erörterung zwischen dem Oberstaatsanwalt, der Verteidigung und Herrn von Manteuffel Die Vernehmung des Zeugen Dr. Leipziger wird alsdann beendet. Derselbe schildert ebenso wie gestern Graf Königsmark das Zustandekommen des Artikels im „Kleinen Journal," der von den fehlenden Zeugen handelt. Zeuge von Werner war zwei oder drei mal bei den Harmlosen. Die Herren von Kayser un^ von Kröcher hätten gewonnen und auch verloren. Auffälliges sei beim Spiel nicht passiert. Zeuge Vize-Konsul a. D. Moos hat nur vor ber Eröffnung des Klubs bei den Harmlosen gespielt. Die Angeklagten kennt er aus der letzten Zeit. An den Angeklagten von Kayser hat er verloren und schuldet ihm noch jetzt 1060 Mk. Zeuge habe einmal bei Hecht den Wolff die Bank halten sehen. Wolff habe stark gewonnen, aber sonst habe er nichts auffallendes gemerkt. Der Geleimte sei an diesem Abend Kornblum gewesen. Der Wagemut Kornblums sei ihm aufgefallen. An jenem Abend seien aber die drei Angeklagten nicht zugegen gewesen. Es tritt nun die Mittagspause ein. In der Nachmittagssitzung des Spielerprozesses wurde das Protokoll der ersten gerichtlichen Vernehmung des Grafen Königsmark verlesen, um die Abweichungen der Aussagen dieses Zeugen festzustellen. Der Präsident fragt nach der Verlesung den Zeugen Grafen Königsmark, ob diese beeidete Aussage richtig sei. Der Zeuge antwortet: das Tatsächliche halte ich aufrecht. Zeuge General-Major von Kröcher hält es für unmöglich, daß er gesagt habe, sein Sohn sei ein gewerbsmäßiger Glücksspieler. Weiter erklärt er, es könne ja möglich sein, daß Herr von Mantenfell seine Aeußerungen mißverstanden habe. Zeuge Landgerichtsrat Herr erklärt, daß er die Aussage des Grafen Königsmark mit der größten Sorgfalt zu Protokoll genommen habe. Dieselbe sei der Hauptgrund gewesen, die Verfügung betreffend die Verhaftung der drei Angeklagten zu erlaffen. Zeuge Freiherr von Schrader bekundet über sein Zusammentreffen mit dem Angeklagten von Kröcher und Wolff auf der Promenade in Wiesbaden und macht Aussagen über das Spiel, das in Wiesbaden zwischen ihm, seinem Vetter, Herrn von Kröcher, von Schachtmeier und Wolff gemacht wurde Auffälliges habe er dabei nicht bemerkt. Die Zeugin, Schauspielerin Kussinger, welche drei Wochen ein Verhältnis mit dem Angeklagten von Kröcher hatte, erklärt, dieser habe mit ihr nicht viel ausgegeben. Nach weiteren unwesentlichen Vernehmungen wird die Verhandlung auf Montag vertagt. Mainz, 5. Oktober. Die Wirtin Vogtmann aus Worms, welche mittels Gift ihren Mann beseitigen wollte, wurde heute vom Mainzer Schwurgericht zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Frau hatte ein Verhältnis mit einem Unteroffizier, welcher ihr auch das Gift verschaffte. Rostock, 6 Oktober. Die Strafkammer verurteilte wegen Säbelzweikampfes den Rechtskandidaten Grafen Schwerin und den Kandidaten der Medizin Brix zu je 5 Monaten, den Kartellträger Referendar v. Bülow zu 10 Tagen Festung. Krotoschiu, 5. Oltober. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Lehrer Kaeser aus Kochalle bei Zduny wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes in acht Fällen zu 15 Tagen Gefängnis und 500 Mk. Buße. Beantragt waren 6*/, Monate Gefängnis und 1000 Mk. Buße. Das Gericht sah als mildernd an, daß die Schulklaffe überfüllt war. Heer und Marine. Berlin, 2. Oktober. Das neue bis zum 30. Juni 1900 dauernde Studienjahr der Kriegsakademie hat begonnen. Es sind dazu 411 Offiziere aller deutschen Kontigente mit Ausnahme des bayerischen, das seine eigene Akademie in München hat, kommandiert. Dem ersten Jahrgang gehören 143, dem zweiten 135 und dem dritten 133 Offiziere an. Auf die Infanterie entfallen 244, die Kavallerie 43, die Fe.dartillerie 85, die Fußartillerie 18, das Ingenieur- und Pionierkorps 20 und die Verkehrstruppen 1 Leutnant. In diesen Zahlen sind 7 Offiziere einbegriffen, die den Vorlesungen des ersten Jahrganges ohne vorher abgelegte Aufnahmeprüfung beiwohnen dürfen. Von fremdherrlichen Offizieren besuchen in diesem Jahre nur 3 griechische Leutnants Pappavasion, Metaxas und Stratigos, die dem 2. Garderegiment z. F. atlachiert sind, die Akademie. Im Lehrpersonal sind gegen die Vorjahre, insbesondere das letzte, ganz erhebliche Aenderungen vorgegangen. Der älteste Lehrer, Generalmajor v Sperling, für Kriegsgeschichte im dritten Jahrgange ist geblieben. Im übrigen erwähnen wir nur, daß Hauptmann Bauer, Kompagniechef im Eisenbahnregiment Nr. 2, als Lehrer ber Verkehrsmittel an bie Stelle bes zum Kommanbeur bes Eisenbahn- reglments Nr. i beförberten Majors v. Cordier getreten ist. Ueber Militärrecht lieft der Geh. Justizrat Renschel vom Generalauditoriat; über Staatsverwaltung Profesjor Dr. Bornhack; über Militärgesundheitspflege der erste Garnisonsarzt Berlins, Oberstabsarzt 1. Klasse Professor Dr. Krock-r. Als neuer Gegenstand ist die Seekriegslehre, vorgetragen durch den Kontreadmiral z. D. Plüddemann, hinzugetreten. Für die Erwerbung und die Erweiterung der Kenntnisse in der französischen und russischen Sprache ist nach wie vor in der ausgiebigsten Weise Sorge getragen: für jeden der drei Jahrgänge sind eine unterste, mittlere und oberste Lehrstufe eingerichtet, in denen elf Professoren, teils Franzosen, teils Russen, aber auch Deutsche wirken. Tus am 2. Oktober in Kiel eingelaufene russische Kriegsschiff, das Kanonenboot „Giljak", Kommandant Korvettenkapitän Larionoff, stellt einen neuen Typ von Kanonenbooten bar, bie für bie flachen Gewässer unb Flußmündungen in Ostasien bestimmt sind. Der „Giljak" ist kurz, breit, aber dabei sehr hochbordig unb führt eine aus vielen leichten Kanonen bestehende Armierung. Außerbem hat et trotz feiner Kleinheit einen sehr bitten Gefechtsmast, von besten zwei Plattformen bie dort aufgestellten Maschinenwaffen recht gut hohe Flußufer unter <5euer nehmen können. Das Kanonenboot kommt von Libau, will etwa sieben Tage in Kiel bleiben und bann burch ben Kaiser Wilhelm Kanal seine Reise nach Ostasien fortsetzen. Seine Abmessungen sinb: Länge 61 Meter, Breite 11,3 Meter, Tiefgang nur 2,8 Meter, Deplacement 963 Tonnen Die beiben Schrauben werben von den Maschinen von zusammen 1000 Pferbekrästen getrieben, bie Geschwindigkeit beträgt 12 Knoten. Die Armierung besteht aus 1 bis 12 Zentimeter Schnelllabe- kar.one im Bug, 5 bis 7,5 Gentimeter, 2 bis 6,7 Zentimeter, 4 bis 4,7 Zentimeter Schnelllabekanonen unb Maschinenkanonen unb Maximge- wchren. Das Schiff ist 1897 von ber neuen Abmiralitätswerft in Petersburg vom Stapel gelaufen. Ümist Md Wissenschaft. * Darmstadt, 5. Oktober. Soeben hat bie bekannte hiesige Buchhanblung H. L. Schlapp einen Antiquariats-Katalog veröffentlicht, der als eine schätzenswerte litterarische Hülfsquelle einer Besprechung würdig erscheint. Derselbe umfaßt 3527 Nrn., unb zwar: 1) Großherzogtum Hessen unb Provinz Hessen-Nassau, 1706 Nrn. 2) Baben, Rheinpfalz, Nheinlanbe, 277 Nrn. 3) Autographen, 177 Nrn 4) Porträts, 443 Nrn. 5) Stäbteansichten, Karten, Pläne, Histor. Blätter, Militärkostümblätter Heffens, Badens unb der Rheinlande, 922 Nrn. Aus der 1. Abt. heben wir hervor: Nr. 61, Archiv für Hess. Geschichte. Nr. 200—337, Darmstadt. Nr. 1155, Merian, Hessen. Nr. 1674: Zeiller und Merian, Topographiae, aus der 2. Abt.: Nr. 1980, die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der Ritterschaftl. Grundbesitzer der Preuß. Monarchie. Die 3. Abt. enthält zumeist Autographen Hessischer Fürsten und Fürstinnen, die 4. Abt. u. a. Porträts fast sämtlicher Landgrafen und Großherzöge samt deren Gemahlinnen, so z. B. Porträts Ludwig X. und Landgräfin Louise, deren Seltenheit bekannt sind. Die 5. Abt. endlich bringt eine große Anzahl von Stäbteansichten unb Plänen. Besonbers reich ist Darmstadt in Silbern aus alter und neuer Zeit vertreten; speziell erwähnen wir: Mathildengarten (8 Aquarelle), Kranichstein (2 Oelgemälde), Alte Post (Oelbild), der kleine Woog (Oelbild) u. v. a. Mit dieser kurzen Skizzierung müssen wir uns begnügen, wir sagen nur noch, der hübsch ausgestattete Katalog zeugt davon, daß der Herausgeber weder Mühe noch Kosten gescheut hat, das offenbar mit „heißem Bemühen" gesammelte Material zu katalogisieren, um den interessierten Kreisen eine willkommene Gelegenheit zu bieten, ihre Bibliotheken in der Litteratur über das engere Vaterland unter günstigen Bedingungen zu vervollständigen. Auf Befragen hat sich übrigens die genannte Firma bereit erklärt, jedermann alles in dem Katalog Aufgeführte zur Besichtigung gerne vorzulegen. Kirche und Schule. * Gegen die preußische Schulorthographie. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht die Ausführungen, mit denen Professor Siebs-Greifswald auf der Bremer Philologen -Versammlung einer die allgemeine, amtliche Anwendung der preußischen Schulorthographie befürwortenden Resolution des Gymnasialdirektors Schneider-Friedeberg entgegentritt. Herr Siebs bemerkt zu unferm Vergnügen: „Gegen die Annahme der soeben vorgeschlagenen Resolution muß ich auf bas schärfste protestieren, unb ich glaube bas nicht nur für mich, fonbern auch im Namen ber germanistischen Wissenschaft thun zu bürfen. Für bie Schule, ber ja eine Rechtschreibung vorgeschrieben ist, hat bie Art, wie bie Beamten schreiben, keine birelte Bedeutung; übrigens wird der Einfluß der Schule auf die ganze Frage sich mit dem Heranwachsen jüngerer Geschlechter schon von selber geltend machen, falls von Seiten der Beam'en nicht allzu rigoros verfahren wird. Die germanistische Wissenschaft aber hat keine Ursache, für die preußische Schulorthographie besonders einzutreten und ihr Vertrauensvota zu geben. Sie ist geschaffen zu einer Zeit, wo man über die Grundsätze der Regelung teils sich nicht klar, teils nicht einig war, und daher auch das beste Wollen unb Können einzelner nicht zum Ziele führen konnte. Wenn man nun heute noch keine Schreibweise schafft unb es in ben nächsten zwanzig Jahren schwerlich thun wird, so erklärt sich bas nur aus kluger Vorsicht, um nichts burch Uebereitung zu ver- berben; einem jeben Germanisten liegt bie Sache am Herzen. Die Germanistik hat ein Interesse baran, baß bie alten Streitfragen jetzt nicht wieber ausgenommen werben, bevor wir mit erfolgreichen Vorschlägen hervortreten können. Die Mißstände für das Beamtenwesen liegen ja auf der Hand, und wenn die Regierungen etwa durch Duldsamkeit etwas dagegen thun wollen, mögen sie es von sich aus thun; aber von einem Eingreifen unsererseits bitte ich Sie, aus den erörterten Gründen abzusehen und die vorgeschlagene Resolution nicht zu unterstützen." Aus dem Geschüstslebeu. Verbotene Früchte! So mancher, welcher gerne seinem Gaumen etwas Gutes gönnen möchte, muß oft mit Bedauern gerade die besten Sachen liegen lassen. Es sind für ihn verbotene Früchte. Er weiß, daß sie zwar süß schmecken, ihm aber nachher unerträgliche Schmerzen verursachen werden, da seine hohlen Zähne es nicht vertragen können. Und doch hätte er es so leicht, seine Zähne gegen Hohlwerden zu versichern, wenn er täglich morgens und besonders auch abends das neue desinfizierende Mund- und Zahnwasser „Kosmin" gebrauchen würde, welches infolge seiner gesetzlich geschützten Eigenart im stände ist, die Zähne vor allen schädlichen Einflüssen zu schützen. Durch seine konservierende Wirkung unb ben überaus erfrischenben Wohlgeschmack wirb „Kosmin-Munbwasser" schon nach kurzem Gebrauche für jeben, ber Wert auf schöne unb gefunbe Zähne legt, unentbehrlich. Flacon Mk. 1,50 mehrere Monate ausreichend. Käuflich in allen besseren Drogerien, Parfümerien, auch Apotheken. Handel und Verkehr. Uolkswirtschast. Metze«, 7. Oktober. Marktbericht. Auf dem heutiger Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90—1.10, Hühnereier per St. 7—8 2 St. 14—15 H, Enteneier 1 St. 0—0 H, Gänse- eier per St. 6—00 Käse 2 St. 5—8 H, Käsematte 2 St. 5—6 Erbsen per Liter 18 Linsen per Liter 29 Tauben per Paar X 0.70—0.80, Hühner per St. X 1.00—1.20, Hahnen per Stück X 0 60—Lio, Enten per St. X 1.80—2.00, Gänse per Pfund X 0 50—0.60, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Schweinefleisch per Pfd. 66—74 H, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd. 64—68 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bis 6.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. X 5.00—8.00, Milch per Liter 16 H, Zwetschen per Ctr. 7,00—9,00. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgen? bi? 2 Uhr nachmittag?. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Bekanntmachung. Dienstag den 10. Oktober, nachmittags V24 Uhr, soll das Abfallholz an der Johannesstraße und an der Goethestraße, sowie auf dem Trieo an Ott und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der Johanneskirche. Gießen, den 7. Oktober 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 7282 Gnauth. Bekanntmachung. Dienstag den 10. Oktober, nachmittags V28 Uhr be ginnend, sollen im Hofe des Büraermeiftereigebäudes einige Gentner gebrochenes Tafel- und Wirtfchafts-Obst und einige Centner zum Houigkocheu geeigneter Birnen, zwei Körbe Tchüttelobft, die Kastanien von den Bäumen an der Grünbergerstraße und die Nüfse an drei Bäumen am Hardtberg öffentlich meistbietend versteigert werden. Das Obst kommt in Partien von 15 bis 60 Kilogramm zum Ausgebot. Gießen, 7. Oktober 1899. Grohherzogltche Bürgermeisterei Gießen. 7231 Gnauth. oooooooooooooooooooeoooaooooooooooooo oooooaooooaoooooQooooQOOOOOOOOOOO che fchasts - Hrössnung. Meinen lieben Freunden, Bekannten, sowie verehrlichem Publikum die ergebene Mitteilung, daß ich heute, Samstag den 7. Oktober er. meine der Neuzeit entsprechenden Wirtschafts-Lokalitäten, 1 Kcherstraße 1, eröffne und empfehle la. Bichler-Bier, reiugehalteue Weine und gute Tpeifeu unter Zusicherung reeller Bedienung. 7202 Martin Steinmeyer Verantwortlicher Redakteur: H. Koegier. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts'Buch. und Stcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. ***** «chtmtdztvavzigsti -er P ( 1, Der Vorsitzende, G 2. Gr. Regierungsrat 3. Gr. Sreisamtmann 4. Gr. Sreisamtmann 5. Der Provinzialbaub, 6. Gr. Sreisrat Dr. I 7. Dir Pminzialtags' Bürgnmistn W Bürgermeister Beigeordneter Br Mühlenbesitzer S' Mühlenbesitzer Fi Bürgermeister Fe Oberbürgermeister Rechtsanwalt Dr. Justizrat Jäckel Graf Oriola, 3 Oberamtsrichter A Vanbgtrifyänit Dr Siirgermeifler Sch. Ingenieur Schiele Kommerzienrat Trc Bürgermeister Wei Bürgermeister Hin Bürgermeister Fir 8. Das Provinzialam Lauterbac 9- Der Protokolls! Der Vorsitzende Almg der erschien schlußfahigkeit desselb Entschuldigt fehl Heinrich Brauer Keime Kommerz Bürgermeister Ge Justizrat Dr. Kommerzienrat h Pachter von Mannes Reibl Friedrich ^erzienrat ft MW Entschuld Bürgermeister Of Äaüf """den ) Ä! ÄS"1 «U b •te.1."' rch?°^-nd- S°»g!ii! Le,t der @| "*en '>"'sch° fow Nniit ?Hlg v