SANS Dienstag den 7. November Rr. 262 Zweites Blatt Amts» und Anzeigeblatt fSt? den Atveis Gieren 7845 'llllb. H» Femüets«. ÄbKungmÄ W« J« Immatrikulation sich -nelbenben Stubenten burch 18e Änjeigen»8ermitt(uH|8fleöen M In- und IuUoM vchmen Anzeigen für den Gießener Lnzrigtt eetgtgÄ. 9lnae>e< nee Anzeigen zu der na*mtttagl für bte i-Hgrab« L»ß erscheinen dm Stummer Hl »orm. 16 Uhr. rr Teilnahme bei bem en Mutter, Schwieger« Dark ilie Lony. Stein. Gerhard, en 6. Nommber 1899. wirkten,daß sie bei einer großen Zahl von Geschäftsleuten Kredit fand, den sie nun in ausgiebigem Maße in Anspruch nahm. Ihre Opfer waren Kaufleute der verschiedensten Branchen, Juweliere, Möbel-, Teppichhändler, Marchands des modes2C. Größere Bestellungen, die sie in einem Modesalon gemacht hatte, führten zur Konstatierung der methodisch durchgeführten Schwindeleien der „Gräfin". Sie war in diesem Salon eines Tages mit dem Grafen St. erschienen und hatte, während dieser etwas von ihr entfernt Bestellungen machte, ihn als ihren Onkel bezeichnet. Die Inhaberin des Ladens kannte den Grafen, glaubte den Angaben der Ca- briany und lieferte ihr Toiletten im Werte von 2000 fl. Als nun die Gräfin nie zahlte und die Modistin erfuhr, daß Graf St. nicht der Onkel der Schwindlerin sei, erstattete sie die Strafanzeige. Daraufhin wurden Erhebungen eingeleitet, die zur Verhaftung der Gräfin Cabriany führten. Es wurde ermittelt, daß alle Angaben erdichtet waren. Ein Grafengeschlecht Cabriany existiert nicht; sie war nie verheiratet. Sie legitimierte sich als Julie Hampel, die Tochter eines Försters aus Jglau. In jungen Jahren sei sie in die Welt hinausgezogen und habe ein höchst aben- teuerliches Leben geführt. Julie Hampel ist von ungewöhnlicher Intelligenz, sie spricht deutsch, polnisch, ftanzösisch, englisch und italienisch. Nunmehr wird sie sich wegen Falschmeldung, Betruges, Meineides und Dagabondage zu verantworten haben. • Die akademische Depofition au der Jenaer Universität. Während jetzt die Immatrikulation an der Universität Jena in einfacher Weise gehandhabt wird, indem der Prorektor Handschlag als akademische Bürger verpflichtet, war dies in früheren Jahren in Jena und auf den meisten Hochschulen umständlicher und ging der eigentlichen Inskription die akademische Deposition voraus, welche vom Depositor vorgenommen wurde. Der Depositor Wolfgang Carl Rost hat ein Schriftchen über die akademische Deposition herausgegeben, in welcher das Deponieren wie folgt erklärt wird: „Es ist das Deponieren eine gar bekannte Sache und von uralten Zeiten auf Akademien bräuchlich gewesen, obgleich man nicht eigentlich sagen kann, zu welcher Zeit solches seinen Anfang genommen. Die Absicht derselben ist flugs aus dem lateinischen Wort: deponere, ablegen, zu merken, nämlich der neue Studiosus soll nunmehr sein voriges Wesen ablegen und ein anderer Mensch werden. Damit nun da« Werk desto bessere Impression in die Gemüter machen möge, so haben die Alten so abenteuerliche Instrumente und Manieren mit Fleiß erfunden, wie denn die Untugenden und Laster jener Zeit so beschaffen sind, daß sie nicht häßlich genug vorgestellt werden können." Folgende Instrumente wurden bei der Deposition der Studenten vorgezeigt: 1. Der Hut mit den Hörnern. Es soll das das Vorbild eines frechen, unbändigen Gemüts sein, einem stößigen Ochsen gleich, der allenthalben mit Gewalt hindurch und nichts vertragen will. Dieses Laster hält der Depositor dem Studioso vor, zeigt dessen Thorheit und führt ihn dagegen zu Leutseligkeit, Freundlichkeit, Geduld. 2. Der Bacchantenzahn ist ein Vorbild eines Menschen, der einem wilden Eber, beißenden Hund oder fressenden Wolf gleicht, und wenn nun der Depositor denselben Zahn von dem neuen Studioso ausnimmt, so sollen auch alle wilde, beißende. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kmdwirt, Dlätter für hessische Volkskunde. W. Der Kaiser und Transvaal*). Man schreibt uns aus unserm Leserkreise: Wohl selten hat ein Krieg, zumal in einem fremden Erdteil, in einem sowohl, was seine Größe, als seine Eigenart betrifft, vielen ganz unbekannten Lande, in allen Ländern und bei allen Parteien soviel Interesse geweckt, als der gegenwärtige „Burenkrieg". Und fragen wir, was das Interesse dabei eigentlich geweckt hat, so lautet die Antwort: die gerechte Sache auf der einen und die ungerechte auf der andern Seite. Diese allgemeine Teilnahme ist von hoher Wichtigkeit; denn sie zeigt, daß noch Sinn für Recht und Gerechtigkeit vorhanden ist, wenn auch die ungerechte Sache auf Seiten eines mächtigen Volkes liegt. Ganz von selbst entspringt diesem Sinn für Recht und Unrecht das Verlangen, alle möchten darin eins sein bis zum Thron hinauf; noch mehr, man wünscht, es werde das auch vor höchster Stelle kund gethan durch Reden, durch Thun, durch Lassen. Durch Reden ist eS geschehen; denn was unser Kaiser bei dem Fiasko des berüchtigten Einfalles in Transvaal vor einigen Jahren gesagt — seine Depesche an „Ohm Krüger" ist wahrlich nicht blos für damals gesagt gewesen — das war seine Herzensmeinung, und ist es so gewiß heute noch, als unser Kaiser sich noch nicht als ein schwankendes Rohr gezeigt hat, sondern als sein Thun und Lassen das Prädikat „zielbewußt" allezeit verdient hat. Und betrachtet man seine telegraphische Rückantwort an sein englisches Dragoner- Regiment, so gehört nicht viel Verstand dazu, eine stille Ironie herauszufinden; denn heil und unversehrt wieder Heimzukommen, ist wohl noch keinem in den Kampf ziehenden Regiment gewünscht worden, im Gegenteil, man erwartet von ihm blutige Lorbeeren, umsomehr, wenn man Burenscharfschützen im Gebirgsterrain gegen sich hat. Was wollen da königliche Dragoner ausrichten, ohne dezimiert zu werden? Aber die Englandsreise'. Der Kaiser hatte diese Reise gewiß schon länger vorgesehen; ist sie doch gar nicht unnatürlich, denn der kaiserliche Enkel besucht die königliche, oder wenn man will, kaiserliche Großmutter. Mittlerweile spitzt sich die Sache zwischen England und Transvaal zu; die Buren sind stammverwandt. Die Kriegsursache ist eine durchaus ungerechte. Da wird der Kaiser von Versammlungen und Tagesblättern bestürmt, nicht nach England zu gehen. Ich hätte es für besser gehalten, man hätte von diesem Ansturm abgesehen und hätte es dem Kaiser überlassen. Wer weiß, ob er nicht von selbst abgesehen von seiner Reise; ob er es jetzt thut, wo man ihm fast Vorschriften zu machen wagt, ist mir sehr fraglich. Erst durch jen großen Ansturm der öffentlichen Meinung hat *) Wir geben vorstehendem Artikel auL unserem Leserkreise, wenngleich er auch nicht ganz auf dem von uns vertretenen Standpunkt steht, gern Raum, zumal er aus ehrlicher Gesinnung und warmem Herzen kommt. * Der Roma» der Försterstochter. In Wien ist dieser Tage eine schöne Hochstaplerin verhaftet worden, der es gelungen war, durch ihr sicheres Auftreten monatelang viele Leute zu täuschen. Ueber diese sehr interessante Angelegenheit wird aus Wien berichtet: Auf dem Turf, im Theater und auf dem Korso lenkte in den letzten Monaten eine Dame durch ihre Schönheit und den Luxus ihrer Toiletten besondere Aufmerksamkeit auf sich. Die Dame, die sich Sophie Gräfin Cabriany nannte, befindet sich seit einigen Tagen in Haft, da sie als eine Hochstaplerin entlarvt wurde, und sich auch fälschlich den Titel Gräfin Cabriany beiaelegt hat. Die Wohnnng der falschen Gräfin Cabriany war von gediegenster Eleganz. Die Dame war eine blendende Erscheinung von hoher Gestalt, voll Grazie in den Bewegungen, mit einem jugendfrischen, pikanten Gesichte. Ueber ihre persönlichen Verhältnisse sprach die Gräfin stets nur mit Zurückhaltung und mit Ausdrücken des Kummers. Sie deutete an, daß sie aus adeligem Hause stamme, im Alter von 17 Jahren - sie zählt jetzt 33 Jahre — den Grafen Cabriany kennen und lieben gelernt habe, daß aber ihre Eltern der ehelichen Verbindung widerstrebt haben. Sie sei dann mit dem Grafen entflohen, habe ihn in Paris geheiratet, nach einigen Monaten aber sei sie von ihrem Manne verlassen worden und lebe jetzt von dem Ertragnis nicht besonders ergiebiger Kohlengruben, sowie einer Monatsapanage von 300 fl., die ihr ihr Gatte ausgeworfen.Gegenwartig sei das Scheidungsverfahren im Zuge, nach dessenErledigungihr Adreffe für Drpkschen: Anzeiger frtejmk Fernsprecher Nr. 51. direktor von Fischer. Als Grund für den Rücktritt Reichardts wird erschütterte Gesundheit angegeben. — Gegenüber einer englischen Blättermeldung stellt die „Nordd. Allg. Ztg." wiederholt fest, daß der Unter- staatslekretär im Auswärtigen Amt, Freiherr v. Richthofen, während seines ganzen Erholungsurlaubs nicht auf englischem Boden gewesen ist, und auch keinerlei geschäftlichen Briefwechsel nach England geführt hat. Der „Post" zufolge, hat sich Freiherr v. Richthofen von Ajaccio, wo er einen Teil seines Urlaubs verlebte, nach Baden-Baden begeben. — Wie der „Lok.-Anz." aus München meldet, fand Staatssekretär v. Podbielski in seiner Besprechung mit dem bayerischen Ministerpräsidenten insoweit ein freund- lichesEntgegenkommen, als die Vorschläge der Reichs- postverwaltung unter Voraussetzung der Aufrechterhaltung des Reservatrechtes zur Verhandlung angenommen, jedoch aus Gründen politischer Erwägungen erst später vertragsmäßig geregelt werden sollen. Die „Nordd. Allgem. Ztg." meint, daß sich ein Ausweg nicht allzu schwer finden lassen dürfte, um die Schwierigkeit der Einheitlichkeit des Postwertzeichens mit der Trennung der Verwaltungen zu vereinbaren, zu beseitigen. — Dem zum 9. d. Mts. einberufenen Kolonial- rate wird, dem Vernehmen nach, außer dem Etat auch ein Erlaß, betreffend gesetzgeberische Bestimmungen über Verhinderung der Einwanderung Mittelloser in die Kolonien, vorgelegt werden. Man hofft, daß der Kolonialrat in drei Tagen seine Beratungen erledigen werde. — Die „Börsen-Zeitung" schreibt: Wie wir hören, hat der aus demHarmlosen-Prozeß bekannte Regierungsreferendar v. Kayser seine Entlassung aus dem Dienste nachgesucht und erhalten. — Die „Berl R. Nachr." schreiben: Das in ausländischen Blättern verbreitete Gerücht, in der Samoafrage sei eine Entscheidung erfolgt, trifft nicht zu. Richtig ist, gutem Vernehmen nach nur, daß Graf Bülow nicht gewillt ist, die deutsche Stellung in Samoa aufzugeben. M.P.C. Dem Wiederbeginn der parlamentarischen Verhandlungen wird mit begreiflicher Spannung entgegengesehen. Es ist den Verbündeten-Regier- ungen der Rat erteilt worden, auf das Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen im Interesse des leichteren Zustandekommens der neuen Flottenvorlage Verzicht zu leisten. Davon kann nach Lage der Sache nicht wohl die Rede sein. Wenn die Mehrheit des Reichstags eine Ablehnung der Vorlage auf sich nehmen will, möge sie es thun. Es scheint aber garnicht, als ob im Zentrum, der konservativen Partei und bei einem Teil der Nationalliberalen der Wunsch bestehe, den Gesetzentwurf so rasch wie möglich in die Versenkung verschwinden zu lassen. Allerdings herrscht in den- RelattiaD, »kpevition und Druckerei: Sch«kßr«te Nr. 7. 7, Dovenckl cr., ubr pünktlich, w * L w t. vierteljährlich 2 Mark 20 Pj§. monatlich 75 PsA mit Vcingerlohn. vei Postbezug 2 Mark 50 Pftz. vierteljährlich. 6 Möbellager in divnsr» 7842 -bäum. AM«. chic und bis jetzt «eichen. Gebhardt Or-chetl ttgM mit Lusruchme des Montags. ®ic Gießener werden de» Anzeiger wöchentlich viermal drigettgt. Mba«b(t '4.« 89 rf" “b„ Met M » Summen die lt*r i M StldNUi .'k W 4 «l( Gießener Anzeiger General-'Anzeiger diese Reise eine Bedeutung erlangt, die sie anfangs gar nicht hatte, und wird ihre Unterlassung erst recht politisch ausgebeutet werden. Das muß doch allen Deutschen feststehender Kaiser thut nichts was dem Vaterland schädlich ist; die Politik kann nun einmal nicht immer mit offnen Karten spielen. Ob der Kaiser geht oder bleibt, er weiß warum? Und dann vergessen wir nicht: das deutsche Reich mit seinem Kaiser ist und bleibt noch für lange Zeit ein vielbeneidetes Reich, es fehlt ihm nicht an falschen Freunden, die in Wirklichkeit heimliche Feinde sind, und jede ungünstige politische Konstellation wird uns dieselben enthüllen. Daß wir nicht auftreten können, wie wir wollen, haben die zu verantworten, die dem Kaiser die Flotte verweigern. Deutsches Reich. Berlin, 4. November. Der Kaiser hörte heute morgen die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Kultusministers Dr. Studt und empfing darauf eine Abordnung der Schwestern, Aerzte und freiwilliger Krankenpfleger, welche nach Transvaal entsendet werden. Später nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen. — Die „Staatsbg. Ztg." schreibt: Das Programm für die Zweikaiserzusammenkunft steht nunmehr fest. Der Zar trifft mit seiner Gemahlin am Mittwoch, dem 8. November er-, früh 9 Uhr in Potsdam ein, wo auf dem Bahnhof großer Empfang stattfindet. Der Aufenthalt dauert den ganzen Tag, erst um 10 Uhr abends setzt das russische Kaiserpaar die Heimreise fort. Der Zar steigt im Potsdamer Stadtschloß ab und beabsichtigt, im Laufe des Tages auch nach Berlin zu kommen und in seiner Botschaft vorzusprechen. Aus den weiteren Einzelheiten des Programms der Zweikaiserzusammenkunft ist zu entnehmen, daß es dabei zur Erörterung und Entscheidung in wichtigen politischen Fragen, die zurzeit im Vordergründe des Interesses stehen, kommen wird. — Dem „Lokal-Anzeiger" zufolge, wird der Zar während seines hiesigen Aufenthaltes bei dem Offizier- Korps des Kaiser Alexander-Regiments, dessen Chef er ist, dejeunieren, außerdem wird eine Parade des Regiments stattfinden. — Das Staatsministerium trat heute nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitz seines Vizepräsidenten, Finanzminister v. Miquel, in seinem Dienstgebäude zu einer Sitzung zusammen. — Nach der „Nat. Ztg." bestätigt sich die vor einiger Zeit aufgetauchte Meldung, daß der Leiter der Hand els- politischen Abteilung im Auswärtigen Amt, Wirk!. Geheimerat Reichardt zurücktreten und durch den Direktor im Reichsschatzamt, Dr. v. Körner, ersetzt werden soll. Als künftigen Direktor im Neichsschatzamt nennt man denwürttembergischenBundesratsbevollmächtigten,Ministerial- $(r Corfton^ l Wil, “ unb an 'M® ti‘ ‘ ie geil# gliotW8l it#“’ selben Parteien noch nicht entfernt eine annähernde Ueber- einstimmung der Ansichten darüber, in welcher Weise der Gesetzgeber am besten vorgehe, um einen ausreichenden Schutz der Arbeitswilligen herbeizuführen. Die Parteien find indessen von dem instinktiven Gefühl beherrscht, es müsse etwas auf dem fraglichen Gebiete geschehen. Gleichviel aber, ob die zweite Lesung des Entwurfes mit der Ablehnung desselben, oder mit einer nachträglichen Verweisung an eine Kommission endigen werde, die Verbündeten-Negier- ungen haben jedenfalls einen begründeten Anspruch darauf, zu erklären, daß sie in Bezug auf ihr Vorgehen, das bei der ersten Lesung vom Reichskanzler selbst begründet wurde, Quittung vom Reichstag zu erhalten wünschen. Ebensowenig gerechtfertigt wie das Verlangen nach einer Verzichtleistung der verbündeten Regierungen auf die sogenannte Zuchthausvorlage ebensowenig ist es der Wunsch, die preußische Regierung möchte im Interesse einer Erleichterung der Situation in Preußen die Mittellandkanalfrage vertagen. Die Entscheidung über die letztere wird von weiten Kreisen der hauptsächlich bei dem Kanalbau interessierten Provinzen und Landstriche sehnlichst herbeigewünscht. Die Parteien drängen zwar teilweise nicht allzu lebhaft darauf hin, klar zu sehen, ob es zu einer Auflösung kommen werde oder nicht, nachdem aber die Entscheidung über die Kanalfrage wiederholt hinausgeschoben wurde, läßt sich noch weiter eine dilatorische Politik in dieser Beziehung nicht treiben. Im übrigen fragt es sich noch sehr, ob eine Flottenvorlage dem Reichstage schon so bald zugehen werde, und dann auch ob sie die Parteien so stark in Anspruch nehmen dürfte, als anscheinend einstweilen noch vielfach geglaubt wird. Ausland. Wien, 4. November. Darüber, weshalb der Kaiser den König Alexander von Serbien nicht empfangen hat, wird nunmehr offiziell erklärt, daß der König bei Antritt seiner Reise ins Ausland die Mitteilung erhielt, Kaiser Franz Joseph käme nur zu den Trauerfeiern am Allerseelentage nach Wien, mithin nicht viel Zeit für einen Empfang vorhanden sein würde; doch werde es dem Kaiser Vergnügen bereiten, den König auf seiner Heimreise zu empfangen. Der König von Griechenland sei zufällig, auf der Reise nach Athen begriffen, an demselben Tage, wie der Kaiser in Wien gewesen und so habe es die Etiquette verlangt, daß der König von Griechenland vom Kaiser empfangen wurde. Budapest, 5. November. Der Kaiser sprach sich bei dem gestrigen Hof-Diner dem Abgeordneten Gajari gegenüber sehr abfällig über die unliebsamen Vorkommnisse bei den Kontrol-Versammlnngen aus, die sich in Ungarn ereignet haben. Man sei, so sagte der Monarch, auf dem bestem Wege eine Angelegenheit der Nationalitäten zu züchten und dadurch die Einheit der Armee zu gefährden. Gajari antwortete, daß in einem solchen Falle die deutsche Armeesprache gerade zu einer ungarischen Angelegenheit werde. Rom, 4. November. Wie verlautet, ist es noch nicht fest beschlossen, ob die Stelle eines Militärbevollmächtigten der italienischen Botschaft für Paris vorläufig wieder besetzt werden wird. Es verlautet, daß weder Italien noch Deutschland in absehbarer Zeit nach Paris Militär-Bevollmächtigte entsenden werden. Paris, 4. November. Hier erhält sich das Gerücht, daß ein Parlamentsmitglied vorgeschlagen habe, die Komplottangelegenheit vor den Assisenhof zu verweisen, also dem Senat die Sache zu entziehen. Der Ausschuß des Senats soll bereits über diesen Punkt befragt worden und der Justizminister entschlossen sein, sich dem Urteile des Ausschusses anzuschlicßen. Waldeck Rousseau soll bereits hierüber eine Unterredung mit dem Justizminister gehabt haben. Paris, 5. November. Wie verlautet, haben die Anwälte der Angeklagten in der Komplott-Affaire in letzter Stunde beschlossen, keine Obstruktion durch Massen-Ver- nehmungen von Zeugen zu machen. Sie wollen sich darauf fressende qualitates ausgenommen sein. 3. Das Pater noster und dessen Umthuung zielt zu erinnern, wie es seltsam lassen würde, wenn ein Mensch mit solcher Tracht prangen und vor andern sich brüsten wollte. Alle Hoffahrt und Kleiderpracht bekommt dadurch ihre Abfertigung. 4. Das große Beil und der Hobel zielen auf die groben, ungeschlachteten, bäurischen mores und äußerliche Aufführung wider das decorum und höfliche Sitte; also soll ein Studiosus von den groben, ungeschlachteten moribus und Sitten erudiert d. i. ausgehauen und abgehobelt werden, daß er nach der Deposition ein höflicher, artiger und manierlicher Studiosus werde. 5. Der Kamm, die Schere, das Schermesscr und die Seife bedeuten die Reinlichkeit des Leibes und der Kleidung. — Wenig Einfluß hat diese Deposition auf die sittliche Führung der Studenten in früheren Jahrhunderten gehabt. Am allerwenigsten hat das Vorzeigen des großen Beils und des Hobels genützt und der Jenaer Student des 17. und 18. Jahrhunderts ist alles eher gewesen als „ein höflicher, artiger und manierlicher Studiosus", im Gegenteil, er war roh, brutal und schreckte bei Händeln vor dem Mord nicht zurück. Das Erstechen von Handwerksburschen durch Studenten kam nicht selten vor, oft um einer Kleinigkeit halber, so erstach 1699 ein Student Kessel den Weißväcker Müller „um eines Dreierbrots willen". Mutwilligerweise gesuchte Händel standen auf der Tagesordnung, die Bauern wurden auf offenem Markt angegriffen, mit Waffen drangen die Studenten bei HochzeitS- und anderen Festlichkeiten der Bürger ein und suchten Händel. Kurz, die Studenten waren jedenfalls vor der Deposition gesitteter als nach dieser. beschränken, für jeden Angeklagten 10 bis 22 Personen zu vernehmen, sodaß im ganzen 120 bis 150 Zeugen zu vernehmen sind. Die ganze Verhandlung dürfte daher in 5 bis 6 Sitzungen beendigt werden. Males und Provinzielles. * Gießen, den 6. November. ♦* Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 149 Jahren, am 7. November 1750, wurde zu Bramstedt Friedrich Leopold Graf zu Stolberg geboren. Er gehörte mit seinem älteren Bruder zum Göttinger Dichterbunde und spiegelt in seinen zahlreichen Dichtungen die Richtung dieses KreiseS, der Vaterlandsliebe und Sittlichkeit als Grundlage der Poesie ausgestellt hatte, mit Wärme wieder. St. starb am 5. Dezember 1819 auf Sondermühlen bei Osnabrück. •* Eia tolles Wetter prophezeit Falb für den Monat November. In der Zeit vom 1. bis 4. soll es im allgemeinen trocken sein. Der kritische Termin (2. Ordnung) des 3. November wird mit Verspätung erst zwischen dem 5. und 13. November sich geltend machen. Um den 4. November beginnt die Temperatur zu steigen und vom 5. bis 13. stellen sich allenthalben in Mitteleuropa ausgebreitete und ziemlich ergiebige Regen ein. Die Temperatur steigt bedeutend über das Mittel. An den Küsten kommt es zu Gewittern. Die stärksten Niederschläge dürsten um den 8. und 12. stattfinden. In den Tagen vom 14. bis 20. nehmen die Regen ab und es tritt eine auffallende Neigung zur Trockenheit ein. Der kritische Termin (2. Ordnung) vom 17. kommt daher nur schwach durch regnerisches Wetter am 18. zur Geltung. Die Temperatur, die rasch bedeutend unter das Mittel sinkt, steigt in den letzten Tagen bis zum Mittel heran. Vom 21. bis 24. treten ziemlich, namentlich im Süden, verbreitete Schneefälle ein und die Temperatur sinkt wieder unter das Mittel zurück. In den Tagen vom 25. bis 30. ist große Trockenheit und niedrige Temperatur zu erwarten. Um den 27. tritt Neigung zu Schneefällen ein. In den letzten Tagen wird es wieder wärmer und regnerisch. •* Empfang. Se. König*. Hoheit der Großherzog empfingen am 4. November u. a. den Kreis-Bauinspektor P litt in Alsfeld. ** Aus dem Verwaltungsdienst. Seine König!. Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, am 4. November den Kreisrat des Kreises Heppenheim Ludwig Freiherrn von Senarelens-Grancy zum Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg und Kreisrat des Kreises Darmstadt zu ernennen, — dem Vorstand des Polizeiamts Darmstadt, Regierungsrat August Weber in Darmstadt, den laufenden Rang eines Kreisrats zu verleihen, — den Rat bei der Provinzialdirektion Rheinhessen, Regierungsrat Dr. Emil Göttelmann in Mainz, zum Kreisrat des Kreises Heppenheim, und den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Bingen, Regierungsrat Dr. Edmund Steeg in Bingen, zum Rat bei der Provinzialdirektion Rheinhessen und 2. Beamten des Kreisamts Mainz mit dem Amtstitel „Regierungsrat" zu ernennen. ** Ruhestaudsversehuug und Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 4. November den Notar Justizrat Ferdinand Habermehl in Mainz auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Januar 1900 an in den Ruhestand zu versetzen und demselben aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. Ernennung zu Notaren. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 4. November die Rechtsanwälte: Dr. Arthur Osann I, Dr. Karl Schüler, Eberhard Sch ö dl er, Ferdinand Gallus und Dr. Karl Kleinschmidt zu Darmstadt zu Notaren mit dem Amtssitz in Darmstadt, Geh. Justizrat Dr. Hermann Weber, Dr. Emil Hoffmann und Otto v. Brentano di Tremezzo in Offenbach zu Notaren mit dem Amtssitz in Offenbach, August Metz, Hermann Katz und Ludwig Römheld in Gießen zu Notaren mit dem Amtssitz in Gießen — sämtlich mit Wirkung vom 1. Januar 1900 — zu ernennen. •* Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 4. November den Forstassistent Hugo Ouvrier zu Seligenstadt zum Oberförster der Oberförsterei Rimbach, den Forstasseffor Friedrich Kullmann aus Landenhausen zum Forstassistenten, den Hochbauaufseher Philipp Grünig zu Bensheim zum Hochbauaufseher in Darmstadt, mit Wirkung vom 15. November ab, zu ernennen. '* Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 21. Okt. dem Pfarrer Johannes Medert zu Sellnrod die evangelische Pfarrstelle zu Wallerstädten, Dekanat Groß - Gerau, zu übertragen; am 25. Oktober der durch die Dekanaissynode des Dekanats Darmstadt auf die Dauer von zehn Jahren vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Heinrich Neuroth zu Griesheim zum Dekan, und der auf die Dauer von fünf Jahren vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Christoph Schneider zu Weiterstadt zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Darmstadt die Bestätigung zu erteilen. ** Kirchliche Dienstnachrichten und Konkurrenzeröffnung. Die Schlußprüfung im Juli und August 1899 haben bestanden : Georg Becker aus Worms, zu Darmstadt, Johannes Hill zu Wald Uelversheim, Ernst Kehr aus Oppenheim, zu Worms, Robert Land manu aus Erbach i. Odenw., zu Gießen, Otto Lenz aus Klein Linden, zu Schloß Drogelwitz in Schlesien, Heinrich Schlösser zu Worms. — Gestorben ist: der evangelische Pfarrer und Dekan-Stellvertreter Heinrich Schmidt zu Södel am 10. Oktober. — Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die erste lutherische Pfarrstelle zu Groß- Umstadt, die evangelische Pfarrstelle zu Grebenau, die evangelische Pfarrstelle zu Lang-Göns. ** Charaktererteilungen. Am 3. November wurde ver- liehungen der Charakter als Geh. Regierungsrat dem kontrollierenden Beamten bei der Heff. Ludwigs-Eisenbahn- Gesellschaft i. P. Geh. Finanzrat Karl Plauz, dem Obersteuerinspektor des Hauptsteueramts Mainz Geh. Finanzrat Eugen v. Buri; der Charakter als Regierungsrat dem Vorstand der Ministerialbuchhaltung Finanzrat Georg Seip, dem Sekretär bei der Direktion der Main-Neckar-Bahn Finanzrat Julius Frölich, dem Vorstand der Registratur des Ministeriums der Finanzen Domänenrat Robert Schaffnit, dem Vorstand des Katasteramts Steuerrat Dr. Ludwig Lauer, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Darmstadt I Steuerrat Ludwig Kritzler, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Dieburg Steuerrat Konrad Zimmer, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariais Heppenheim Steuerrat Friedrich Lehr, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Offenbach Steuerrat Hermann Kraus, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Seligenstadt Steuerrat Adolf Hipp en stiel, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Gießen Steuerrat Karl Bähr, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Büdingen Steuerrat Ernst Hoos, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Butzbach Steuerrat Karl Kling el- höffer, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Friedberg Steuerrat Dr. Franz Knell, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Hungen Steuerrat Karl Snell, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Nidda Steuerrat Adolf Schmitt, dem Steuerkommiffär des Steuerkommissariats Alzey Steuerrat Friedrich Bechtold, dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Bingen Steuerrat Adolf Kolb, dem Rentamtmann des Rentamts Darmstadt Domänenrat Jakob Metzler, dem Rentamtmann des Rentamts Groß-Umstadt Domänenrat Wilhelm Wart horst, dem Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrat Georg Roßmann. ** „Großmama" betitelt sich der Junggesellenschwank von Dreyer, welcher am Mittwoch im Theaterverein mit Karl William Büller in der Hauptrolle zur Aufführung kommt. Das Stück ist ein Junggesellenschwank, weil ein Junggesell darin die führende Rolle hat, und sein Titel heißt „Großmama", weil es eine solche ist, die den eingerosteten und alles Weibliche hassenden Junggesellen bekehrt. Dieser Junggesell ist eine köstlich gezeichnete Figur. Vor Jahren hat er Unglück in der Liebe gehabt, seine Braut hat ihm einen anderen vorgezogen. Darauf wird er mißtrauisch und gehässig gegen das ganze Weibervolk, das er als ein geringwertiges Geschlecht und als das größte Unglück für einen Mann betrachtet. Nun schließt Dreyers Stück sehr drollig, wie dieser Weiberfeind von weiblichen Verwandten in seinem Heim überfallen wird, wie sein stilles Hagestolzenhaus sich in eine Liebesinsel verwandelt, und wie er durch eine kluge Frau, die ihn von der richtigen Seite zu nehmen weiß, schließlich bekehrt wird. Ein frischer, kerngesunder Humor steckt in dem Stücke Dreyws, behagliche Laune spricht überall hervor. Es unterscheidet sich sehr zu seinem Vorteil von dem meisten, was uns die neue deutsche Lustspiel- und Schwanklitteratur geboten hat. Es stellt lebendige Menschen vor uns hin, es arbeitet mit ehrlichen künstlerischen Mitteln, sein Verfasser sucht nicht lediglich durch komische Situationseffekte und allerlei Requisitenscherze ä la Blumenthal und Kadelburg zu wirken, sondern strebt auch energisch und meist mit Glück nach humoristischer Darstellung der Menschenseele. Der Dialog ist sachlich und natürlich, dabei reich an humoristischen Wendungen und originellen witzigen Einfällen. ** Die neuen deutschen Briefmarken. Wir haben bereits mitgeteilt, daß vom 1. Januar 1900 ab neue Briefmarken in den Verkehr gebracht werden, wir haben die verschiedenen 10 W . ia. Marken auch schon nach Form und Farbe beschrieben; heute führen wir die 10 Pfennig-Marke nach offiziellen Angaben im Bilde vor. Schlitz, 4. November. Kürzlich wurde hier eine SoÖlquelle erbohrt. Da Schlitz schon seit langer Zeit eine Stahlquelle besitzt, die früher zeitweise für Kur- und Badezwecke benutzt wurde, so steht zu erwarten, daß sich dem Großherzogtum Hessen ein neuer Badeort erschließen wird. Wald-Michelbach, 4. November. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich dieser Tage in dem dem Bauübernehmer der Eisenbahn gehörigen Steinbruche. I" dem Bruche ist eine Schmiede errichtet, wo der Schmied Schmittle täglich das nötige Werkzeug schärft. Als dieser an der Arbeit war, gab es eine heftige Explosion. Schmittle EL f«* t-“ reinange tu A ;unb Orti I-i lendti^ «M». W tiu groharUgr ÜIn LüBtag ur i«- W reichlich regal«". DekOrM-Mil buch wogten der Gebäude können - Unterkunft ^en. bjrqt neben einer und zwei Aufseher Mainz. 5. W lichkeit des ve roirb das Reqnren bürg im BreiSg Mr vrchr Mos ÜL d Herrn W°I6 von Kardinal Rottenburg, Bis kapitel Köln, vo Fürsten von.Ise Centrumspartei Stelle des verst Wahlkreis Heppe Herr Professor l geM. Mainz, 5. Zähren. Zn sind seit einiger arger Ausregnn Jahren ein mehr aufgel Zeit verschwan rauf starb dess lebhaft, wie di noch einmal Dieser, der M Jahr nach dem Amerika aus. : Don bem Serfcht aufhaltenden Sch auf einmal nach Weise das Persil dir Ursache der yi gesunden wrrdri Zufall eine bed etwas Wahres: hier war, Zeu< hat. Der Zuf der durch cinit Rollen brachte" Becker, der in Faßlager im Kc es hier nur nie gegangen ist." 1 erhielt zur Antr 'm Zeller des P Ee es sich, das uns, in die entft tew eine feste ®9»iejetta "crgrabin. ferne und J* ein Bert "Eg-hnbt-n Keller i S,tc.r N, daß Mordes verdat ??&'>nnt se^ s«. 4, ;,‘SB Ni)tUa”„fr=' es rl4 “ul wi M-°i >- der ’ iN «tat e„ ««t . Mat W’ 20 *« M«,j Ä b”*. ? ht als «{ ”*?■ vmanitüi hon her Mm Seid, - Jem Vorstin?^Eeckar-BaI>l Dvlvanenrat SU iw bt8 gS,Dr * 's!« $itba?B®tra® ''«trfommiiiät b,»®»“”"1 ;«ttw Friedrich gcf.r T a°»ÜWAzOffM^'§„b" J'S“ *» 6 oa8bth,St’?omifiQti* J/i bem Steuerfom* 2 Klingel, 1$Snel1' dem SteuerkominW 'gen Äteuerrat Karl Snell uenommisjariatS Nidda Steu^ Steuerkommissär des Stem at Friedrich Bechtold, de» lommissariats Bingen Steuern! lunn des Rentamts Darmfiat! dem Rentamtmanu des RA enrat Wilhelm Warthorsi^ tamts Friedberg Domüntnrii sich der Junggesellenschivanl ittwoch im Theaterverrrr^ :r m der Hauptrolle zur Aus ■ ist ein JunWselleuschwar' i Wende Rolle hat, und fr. veil es eine solche ist, die da iliche hassenden Junggesellen V t eine köstlich gezeichnete Figur in der Liebe gehabt, seine Srosi Imogen. Darauf wird er mit das ganze Weibervolk, dasv,! hlecht und als daS größte D» jtit. M schließt Drehers M ibtrftinb von weiblichen Ler Men wird, wie fein M Mesinsel verwanbtlf, uni> tmt e ihn von der richtigen Seite ekehrt wird. Ein Mer.trrw m MLe Dretzr's. WtN /,7 Uhr: „Goldene Kreuz" hierauf: „Vergißmeinnicht". Im Ab. Gew. Pr. Mittwoch, den 8.ds.. 7 Uhr: II. Abonnements-Konzert unter Mitwirkung der Pianistin Fräulein Clotilde Kleeburg unter Leitung des Herrn Kapellmeister Wolfram. Konzertpreise. Donnerstag, den 9. ds., 7 Uhr: „Iris". Im Ab. Gew. Pr. Freitag, den 10. ds., 7 Uhr: Unter persönlicher Leitung deS Komponisten Buggiero Leoncavallo: „Bajazzo", hierauf: Konzert unter persönlicher Leitung des Komponisten (Orchesterstucke, Gesangsnummern.) Außer Ab. Gr. Pr. Samstag, den 11. ds., 7 Uhr: „Margarethe". Im Ab. Gew. Pr. Sonntag, den 12. ds., 3>/2 Uhr: Vorstellung bet ermäßigten Preisen: „Fledermaus". Außer Ab. 7 Uhr: Im Ab. Gr. Pr.. Montag, den 13. ds., Va8 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Gasparone". Außer Ab. Schauspielhaus. Dienstag, den 7. November, 7 Uhr: „Hüttenbesitzer". Im Ab. Gew. Pr. Mittwoch, den 8. ds, 7 Uhr: „Ein wahrhaft guter Mensch". Im Ab. Gew. Pr. Donnerstag, den 9. ds., 7 Uhr: Ab.- Vorstellung für einen ausgefallenen Freitag: „Heimat". Im. Ab. Gew. Pr. Freitag, den 10. ds., 7 Uhr: „Zazza". Im. Ab. Gew. Pr. Samstag, den 11. ds., V27 Uhr: Zu Schillers Geburtstag: „Wallensteins Tod". Im Ab. Gew. Pr. Sonntag, den 12. ds., SVe Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen: „Heimat". Außer Ab. 7 Uhr: Zum ersten Male: „Das liebe Ich" Volksstück von C. Kartweis. Im Ab. Gew. Pr. Montag, den 13. ds., 7 Uhr: „Heimat". Im Ab. Gew. Pr. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. 28 Oftbr. Fruchtvretfe. Wetzen15.00 —15,50 Koro 15,30—15,80, Gerste-«. 15,36-15.60, Hafers. 13,40-14,00 Ervsen .*u 16,36-00,00, Lissen m. 28,00—00,00, ffltdw JL 00,00 gein «Ä OO.Ou, Kartoffel»; M 0,00—0,10, X 00,00—00,00. Frankfurter Börse vom 4. November. Wechsel auf New-York zu 4.191/2-201/2- Prämien auf Kredit per ult. November 1.60/, do. per ult. Dez. 3.20-/ , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.257 , do. per ult. Dez. 2 40%, Lombarden per ult Nov. 0.65%, do. per ult. Dee. 1.05 /o, Staatsbahn per ult. Dez —.—%. Notierungen: Kreditaktien 231.10 Diskonto - Kommandit 192.50-60-50, Staatsbahn 142.30, Gotthard 143.90, Lombarden 32.60, Ungar. Goldrente 97.80, Italiener 92 80, 6prozentige Mexikaner —.—, 3proz. Mexikaner 25.70, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons —, Privat-Diskont 5%r/o 0. 1% bis 2% Uhr: Kredit 231.10-230.70, Diskonto Kommandit 192.50-40, Staatsbahn 142.30, Lombarden 32.60 Gestern Abend bis 6’/< Uhr sollten Bochumer Aktien 262 bz. u. 0. noriert sein. Wiesbaden, 4. November. Der Ankauf des Rauenthaler Weingutes der Aktiengesellschaft Wilhelmi durch die königliche Domänenverwaltung ist, wie der „Rhein. Kurier" meldet, bereits vollzogen. Die Kaufsumme soll 1,125,000 Mk. betragen. Um den Abschluß der Verhandlungen hat sich Regierungspräsident Dr. Wentzel sehr verdient gemacht. — Vom Tabakmarkt. Mannheim, 1. November. Seit letzter Woche ist die Stimmung im Einkauf des Cigarrentabaks ruhiger geworden. Es sahen heute die Händler ein, daß sie zu rasch in ihrem Einkauf waren. Denn wie schon früher von uns bemerkt, sind die diesjährigen Tabake nicht i besser wie die 1898er. Wenn auch nicht zu bestreiten ist, daß der Produzent zu den vorjährigen Tabakspreisen nicht bestehen konnte und der Bau rapid abgenommen hat, so wurde derselbe doch viel zu hoch gekauft und wäre mit 3 bis 4 Mk. weniger auch noch gut bezahlt gewesen. Im Bruhrein und der Gegend von Bretten liegen noch viel Tabake, doch wollen die Händler nicht recht daran, da derselbe zu ordinär und nicht brandfähig ist. Dieser Tage wurde mit den Herbstorlen begonnen und wurde Heddesheim rasch zu 28 bis 32 Mk. ausverkauft; die Farbe läßt hier auch viel zu wünschen übrig. In Viernheim wurde der größte Teil des Tabaks am Dach zu 30 bis 31 Mk. verkauft. In Lampertheim, wo dieses Jahr nur ca. 1500 Ctr. gewachsen, hat, wie wir bereits mitteilten, ein Händler den größten Teil von den Produzenten um den höchsten Preis erstanden, worauf sich einige Händler vereinigten und mehrere 100 Ctr. zu 36 Mk. kauften, was für die Qualität des Tabaks zu viel ist, aber nur um einem Exempel für die unschöne Handlungsweise des Einkaufs und Einwirkung auf den Preis einmal ein Ende zu machen. In Württemberg, wo dieses Jahr nicht viel angepflanzt, wurden die paar Orte, die Gewichtssteuer haben, zu 21 bis 23 Mk. verkauft. Orte mit Flächensteuer sind noch nicht verkauft, da die Forderungen zu hoch. In Dossenheim wurde sämtlicher Tabak zu 24 bis 25 Mk. verkauft; in Schriesheim hat der Verkauf begonnen zu 23 bis 24 Mk; Alles noch am Dache. Im Oberlande wurde eine Partie alter 1898er Tabake zu 57 Mk. von Spekulanten an Fabrikanten verkauft. Lose Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine 9 bis 9%, seine gebündelte 11 Mk. 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Theater-Verein. Zweite Vorstellung: Mittwoch den 8. November. Grossmama. 7771 Ein Junggesellenschwank in 4 Aufzügen von Max Dreyer. Gast: Herr Karl William Büller. Anfang 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr. Nach Schluss des Theaters Omnibusverhindung nach verschiedenen Richtungen. Billets in der Musikalienhandlung Ernst Challier und an der Abendkasse. Hotel Einhorn. Samstag den 11. November, 9 Uhr abends pünktlich: Vortrag des Herrn Dr. theol. et phil. Paul von Zimmermann Evangelischen Pfarrers und Universitäts-Dozenten in Wien über: Die evangelische Bewegung in Oesterreich. Eintritt 20 Pfennig. 7776 Bank für Süddeutschland. Die Bank für Süddeutsckland übernimmt gegen mäßige Gebühr Wertpapiere als offene Depots zur sicheren Aufbewahrung und Verwaltung Die Verwaltung erstreckt sich auf alle bei einer sorgfältigen Beaufsichtigung eines Vermögens nötigen Maßnahmen, als rechtzeitige Abtrennung und Einkassierung von Coupons, Kontrole der Verlosungen und Kündigungen rc. rc. 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