ISO» Donnerstag dm 7» September Nr. 210 Erstes Glatt. Amts- und Anzeigeblatt fite den Tteeis Gieren ■Kakao iwjl «nna^Re bon Anzeigen zu der nachmittag- für den ^rtgtabra Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzcigen-BermittlungSstellen bei In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeß«. 9959 99 0« 8476 Rebaftion, Expedition und Druckerei: Schntstraße Ar. 7. mpfohlenes Nahrungsmittel lagen- und Darmleidende. 'i hfi ii n, Kreisveterinäramts Gießen wegen der starken Verseuchung nicht stattfinden kann, wohl aber aus den Orten des Kreisveterinärbezirks Grünberg, ausgenommen Villingen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß ein Durchtreiben von Rindvieh, Schweinen oder Ziegen durch die gesperrten Markungen Villingen und Ruppertsburg (Kreis Schotten) nicht geschehen darf. Bei dem Transport ist mit der größten Vorsicht zu verfahren. Die Anmeldefrist läuft am 9. ds. Mts. ab, wird aber verlängert werden; jedenfalls ist große Eile nötig. Die Orte, die danach ausstellen dürfen, sind : Allendorf a. d. Lahn, Allertshausen, Beltershain, Bersrod, Beuern, Climbach, Ettingshausen, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Hattenrod, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Münster, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Ober-Bessingen, Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Röthges, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Treis a. d. Lda., Weickartshain, Weitershain. Gießen, den 4. September 1899. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Glätter für hessische Volkskunde._________ beschicken wollen, belieben ihre Anmeldungen dem Herrn Bürgermeister vorzutragen, welcher die Anmeldungen alsbald hierher mitzuteilen gebeten wird. Es werden dann besondere Anmeldebogen abgegeben werden, welche genau ausgefüllt und spätestens bis zum Sam st ag dem 9. September hierher wieder eingesendet werden müssen, inde« eben damit die Anmeldung erst als wirksam vollzogen angesehen wird. lieber die endgiltige Zulassung, die Standnummern rc. wird jedem Anmeldenden ein Zulassungsschein mitgeteilt. Die Interessenten, namentlich die Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins und der Zuchtvereine werden gebeten, auf eine allgemeine Beteiligung bei der bevorstehenden Ausstellung hinwirken und die nötigen Vorbereitungen rechtzeitig treffen zu wollen. Schotten, den 29. Juli 1899. Das geschäftsführende Komitee. Schönfeld. Adresse für Depeschen: Anzeiger HieN». Fernsprecher Nr. 51. Bekanntmachung, betr.: Bezirkstierschau in Schotten. Die Viehbesitzer des Kreises Gießen mache ich auf die -nachstehenden Bekanntmachungen mit dem Bemerken aufmerksam, daß die Beschickung der Bezirkstierschau (Rindvieh, Schweine und Ziegen) zu Schotten aus dem Bezirk des Petroleum, Benzin u. s. w. betrieben werden. Zu einem immer beliebteren Verkehrsmittel entwickelte sich das Fahrrad, als dessen Urbild wir die 1817 vom Forstmeister Freiherrn v. Drais erfundene Draisine anzusehen haben. Diese selbst gewann zwar nirgends erhebliche Bedeutung und Verbreitung, und die Ausbeutung der geistreichen Idee ruhte volle 50 Jahre, bis Anfang der 60er Jahre der Franzose Michaux auf den glücklichen Gedanken kam, an dem einen Rade der Draisine eine Kurbel anzubringen, und diese durch die Füße des Benutzers in Bewegung setzen zu lassen. Die so verbesserten Fahrräder erregten auf der Pariser Weltausstellung vom Jahre 1867 allgemeines Aufsehen, und von jener Zeit an fand das Beloziped oder Fahrrad, das von der Technik immer mehr vervollkommnet wurde, immer weitere Liebhaberkreise, bis zu seiner wahrhaft allgemeinen Verbreitung in der Gegenwart. Auch auf dem Gebiete des Brückenbaues führten die Eisenbahnen eine neue Aera herbei. An die Stelle von Holz und Stein traten Stahl und Schmiedeeisen, und ermöglichten die Herstellung so gewaltiger Brücken wie der Forthbrücke, der Brücke zwischen Newyork und Brooklyn über den East River (6000 Fuß lang, 85 Fuß breit, Höhe der Baukosten 68 Millionen Mark), die große Bogendrücke über den Niagara, welche den Niagarafluß nut einem einzigen Bogen überspannt, u. s. w. Namentlich die letzten 20 Jahre sind als Blütezeit des Brückenbaues zu bezeichnen. Auch in Deutschland besitzen wir Bogen- und Hängebrücken ersten Ranges, wie überhaupt deutsche Ingenieure zu den ersten Brückenbauern der Erde zählen. Dabei stellt sich die Brückenbautechnik immer höhere Aufgaben, sogar vor der Ueberbrückung des Kanals zwischen Frankreich und England schreckt sie nicht zurück, und dürfte die Ausführung auch dieses Riesenprojektes nur eine Frage der Zeit sein. Nächst den Brücken spielen eine bedeutende Rolle die AezugspretL vierteljährlich 2 Mart 20 Pf«, monatlich 75 Pfch. mit Bringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger Bekanntmachung. Die wegen Verdachts der Maul- und Klauenseuche über das Gehöft des Händlers Jakob Stern zu Gladenbach, Kreis Biedenkopf, verhängt gewesene Sperre ist aufgehoben worden. Nachdem in einem weiteren Gehöft der Gemeinde Simmersbach, Kreis Biedenkopf, unter dem Rindvieh die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, ist Gemarkungssperre angeordnet worden. Da die Maul- und Klauenseuche in Groß-Felda, Kreis Alsfeld, weitere Verbreitung gefunden hat, ist Ge- «iarkungssperre angeordnet worden. Gießen, am 5. September 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung, die Abhaltung einer Bezirkstierschau z« Gchotte« betreffend. Nach dem von dem Ausschuß des landwirtschaftlichen Provinzialvereins im vorigen Jahre angenommenen Plan über die Abhaltung der Körbeznls- und Bullenschau findet demnächst im I. Körbezirk eine Bezirkstierschau statt. Das aus den Vorstandsmitgliedern des landwirtschaftlichen Bezirksvereins und der Zuchtvereine des Kreises gebildete geschäftsführende Komitee hat beschlossen, daß diese Bezirkstierschau Montag den 2. Oktober d. I zu Schotten stattfinden soll. Indem man nachstehend die Ausstellungsordnung und die Prämiierungsordnungen für die Bezirkstierschauen in der Provinz Oberhessen zur allgemeinen, insbesondere zur Kenntnis der ausstellenden Interessenten bringt, werden diese noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß als äußerster Anmeldetermin Samstag der 9. September bestimmt ist, und daß später eingehende Anmeldungen nicht berücksichtigt werden können. Alle Jntereffenten einer Gemeinde, welche die Ausstellung Bekanntmachung. Der Viehmarkt zu Marburg am 7. September d. M. ist von Kgl. Landratsamt Marburg verböte« worden. Gießen, den 5. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtolds trMehrf tt-Nch mit AuSnahm« drS Montag». Dir Gießener «erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. [ DupleMtt« Ws-S W,n 8W mit guten Zeugnissen M im 1. Oktober ober 030,0 ■es in ber Srpcbition b. sh— H« Sankno^ öte‘ c. au* Silbrrrelitt orwgiesen , at“ Srtä j 8|,0i „Ui1/, AuSstelluugs-Orduuug für die Bezirkstierschauen in der Provinz Oberhessen. I. Der Preisbewerb erstreckt sich auf 1. Rinder a. der Vogelsberger Rasse b. „ Simmenthaler „ 2. Schweine, und zwar: a. reinrassige Schweine des weißen englischen Schlages (Aorkshires re.). b. Kreuzungen mit obigen Schlägen. c. Landschweine. 3. Ziegen (Schweizer Ziegen, Ziegen des Landschlages . und deren Kreuzungen) von Besitzern mit dem Wohnort in dem betr. Körbezirk. Es werden daher auch nur Tiere dieser Gattungen und Schläge aus dem betr. Körbezirk zum Preisbewerb zugelassen. II. Die zuzulassenden Tiere müssen zur Zucht bestimmt sein. Eingeführte Tiere können nur zugelassen werden, wenn sie reinrassig, nachweislich (laut bürgermeisterlicher Bescheinigung) bereits — Rindvieh 6 Monate, Schweine und Ziegen 3 Monate — in der Wirtschaft des betr. Züchter« zur Zucht gehalten worden sind, insbesondere sind Tiere von den Viehhandel gewerbsmäßig treibenden Händlern vom Preisbewerb ausgeschlossen. LEI. Alle Tiere müssen zum Preisbewerb für eine bestimmte Einzel- oder Familien- oder Sammlungsklaffe durch Tunnel und Kanäle. Wir erwähnen hier nur den St. Gotthard-Tunnel (1882 eröffnet, 14 990 Meter), den Mont- Cenis-Tunnel, den Arlberg-Tunnel (10 250 Meter) und den Kaiser-Wilhelm-Tunnel der Moselbahn, den längsten Deutschlands (4 220 Meter). Ein riesiges Netz von Schifffahrts-Kanälen durchquert die einzelnen Staaten — das meiste Aufsehen erregte die am 16. November 1869 erfolgte Eröffnung des von dem Franzosen Lesseps geschaffenen Suez-Kanals, welcher das Mittelländische mit Dem Roten Meere verbindet. Die Besteigung der Berge erleichtern die Zahnrad- und Drahtseilbahnen, während ein geradezu bewunderungswürdiges Postwesen ein geistiges Band von unzertrennlicher Stärke um die ganze Erde zieht. In Deutschland allein waren Ende 1891 nicht weniger als 26,387 Postanstalten mit 155,000 Beamten vorhanden. 1810 erfand der Däne Medhurst die pneumatische Post, d. h. er benutzte den Luftdruck, um Briefe in einer eisernen Röhre zu befördern. Die Rohrpost der neueren Zeit ist die Frucht dieser Idee, wogegen dieselbe für den Zweck der Personenbeförderung nicht Anwendung gefunden hat, da sie hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Oekonomie hinter dem Lokomotivenbetrieb zurücksteht. Die elektrische Post (die Benutzung der Elektrizität zur Beförderung von Gegenständen), 1862 von Cook in Manchester vorgeschlagen, ist bisher im Versuchsstadium geblieben. Der Verkehr zu Wasser ist ebenfalls durch die Einführung des Dampfschiffes ins ungemessene gestiegen. Die bedeutendsten Ströme und Flüsse der Kulturländer sind mit großem Kostenaufwande reguliert worden. Die Sicherheit der Meerfahrt gewährleisten nicht nur das Material und die Einrichtung der Dampfer, sondern auch die fortgeschrittenen Vorkehrungen der Technik lJL,^er&in~n8 den internationalen Vereinbarungen der Volker. Vortrest- liche Seekarten, gestützt auf genaue Ortsbestimmungen und FeuiÜetM. Pas 19. Jahrhundert. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme. (Nachdruck oder Auszug verboten. XIV. Technik I- Ausnutzung der Elektrizität und des Dampfes. Verkehrswesen. (Schluß.) Wir werden bei den einzelnen Gebieten Gelegenheit «üben, dem Kapitel der Dampfbenutzung des weiteren näherzutreten. Zunächst sei noch der Entwickelung des Ver- kehrswesens mit einigen Worten gedacht, für welche die Technik in unserem Jahrhundert geradezu Großartiges geleistet hat. Die Straßen der Städte bedeckten sich mit eleaanten Trottoirs, meilenlange Wasserleitungen schleppen bas kostbar- Naß aus entlegenen Gegenden zur Versorgung ber Riesenstädte herbei, mächtige Pumpwerke treiben es hoch und vorzügliche Kanalisationssysteme sorgen für die Hmweg- schaffunq des verunreinigten Waffers und die Fortspülung von Schmutz und Jauchestoffen. Ungeheuere Sammelbehälter dienen zur Aufbewahrung des zum Verbrauch be- fiimmten Wassers; anderen Ortes wird dasselbe in gewaltigen Thalsperren zurückbehalten. Der Wagenbau führte zur Herstellung der prächtigsten Equipagen, Pferdebahnen besorgten den Verkehr innerhalb der Ortschaften oder die Verbindung mit nahegelegenen Plätzen. Von den elektrischen Straßenbahnen und den Dampfbahnen ist bereits die Rede gewesen, zu ihnen gesellten sich noch die fogen. Motorwagen oder automobilen Wagen, welche durch Gas, 100.39 1887 6°00 100.00 98.6° l* HmMcherMl. Gießen, den 5. September 1899. Betr.: Krankenversicherungspflicht der Dienstboten. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen die Grohh. Bürgermeistereien des rkreises. Diejenigen von Ihnen welche unserer Auflage vom 18. 8. 99. (Kreisblatt Nr. 196) bezw. vom 25. August 1899 (Kreisblatt Nr. 200) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung mit Frist von 8 Tagen erinnert. v. Bechtold. J> *r **•*118?* ueiie^ NU«, ® lpotheß, k n. <220 d!este Nn Freisen hausöursche ges. MMmtz 12, Sin tätiger sbursche gesucht. E. W. NowaS & Loh«, Bahnhofstraße 38. Zunge als Hausbursche geiudjt . Hennings, Seltersweg 1^ Mäbchen von 15 bis 16 Jahren e Stunden des Tages sosort gr- Blcichstraße l«. Mchen für Hausarbeit gesucht. eoarrerrffratze IS. Gin geseM tü(bt. Mchm, Men betr. ifi, finbet aegeti r Stellung in einem Gasthaus. in ber Expedition b. Bl. AM wxW WWn siß Mrll.Hi.Mkn.TrchlslgK Ausfüllung eilles vom Ausstellungskomitee zu beziehenden Anmeldebogens mindestens 10 Tage vor dem Ausstellungstage angemeldet sein. Ueber die endgiltige Zulassung erhält der Anmeldende einen Zulassungsschein, welcher nebst Gesundheitsschein beim Auftrieb des, bezw. der Tiere auf den Ausstellungsplatz vorzuzeigen ist. IV. Jedes Tier kann nur in einer Einzelklasse zum Preisbewerb zugelassen werden, jedoch kann es gleichzeitig zum Preisbewerb in einer Familien- oder Sammlungsklasse auftreten. V. Der Begleiter hat eine amtliche Bescheinigung (Gesundheitsschein) aufzuweisen, daß die Herkunftsgemarkung des Tieres mindestens die letzten 4 Wochen seuchenfrei gewesen ist. Bösartige oder krank befundene Tiere werden von der Ausstellung ausgeschlossen. Bullen werden nur dann zugelassen, wenn sie mit Nasenring versehen sind, oder an beiden Vorderfüßen mit Fallseilen gefesselt, von zwei Männern geführt werden. VI. Der Auftrieb der Tiere muß am Ausstellungstag spätestens um 8 Uhr vollendet sein. Auch dürfen dieselben vor Beendigung der Preisverteilung ohne Genehmigung des Platzkommissärs nicht vom Ausstellungsplatz abgeführt werden. VII. Die vom Hessischen Landwirtschaftsrat für das Großherzogtum Hessen erlassene allgemeine Rindvieh-, Schweiue- und Ziegenschau-Ordnung gilt für alle Bezirksschauen. VIII. Die prämiierten Tiere müssen angekört und in das betr. Herdbuch ausgenommen werden, sofern dies noch nicht der Fall sein sollte. Die Besitzer der prämiierten Tiere müssen Mitglieder der betr. Zuchtvereine werden, wenn sie es noch nicht sind. Die Besitzer der mit Geldpreisen prämiierten Kühe und Kalbinnen verpflichten sich, bei diesen Tieren für eine Laktations-Periode (vom Kalben bis zum Trockenstehen) die Feststellung der Milchleistung (nach Qualität und Quantität) durch und auf Kosten des landw. Provinzialvereins vornehmen zu lasten, bezw. bei der Vornahme dieser Kontrolle behilflich zu sein. Prämiierurrgs-Ordrruug für die Bezirks-Rindviehschauen in Oberhessen. Es werden folgende Preise ausgesetzt für: 1. Bullen ohne Schaufeln (bleibende Schneidezähne) ein 1. Preis.....120 Mk. ein 2. .....90 „ ein 3. „ 60 „ Bullen mit 2 Schaufeln ein 1. Preis.....120 „ ein 2. „ 90 „ ein 3. „ 60 „ Bullen mit 4 und 6 Schaufeln ein 1. Preis.....120 „ ein 2. „ 90 „ ein 3. „ 60 „ 2. Kühe mit 3 und 4 Kälbern, in Milch oder erkennbar tragend ein 1. Preis.....100 „ zwei 2. Preise A 75 Mk. . . . 150 „ drei 3. Preise A 50 Mk. . . 150 „ Kühe mit ein und zwei Kälbern, in Milch oder erkennbar tragend ein 1. Preis.....100 „ zwei 2. Preise A 75 Mk. . . . 150 „ drei 3. Preise A 50 Mk. . . . 150 „ 3. Kalbinnen erkennbar tragend ein 1. Preis.....100 „ zwei 2. Preise A 75 Mk. . . . 150 „ drei 3. Preise A 50 Mk. . . . 150 „ 4. Sammlungen a. Große Sammlungen (von Zuchtvereinigungen oder Landwirten im Besitz von 30 oder mehr Stück Rindvieh) bestehend aus mindestens 10 Stück über ein Jahr alten weiblichen Tieren (darunter höchstens fünf Kühe) und einen reinrassigen Bullen ein 1. Preis.....500 ein 2. Preis.....250 b. kleinere, von Landwirten, die weniger wie 30 Stück Vieh im Stalle haben, bestehend in 6 Stück über 1 Jahr alten weiblichen Tieren (darunter höchstens 3 Kühe) Untersuchungen der Meerestiefen, ein vorzüglich ausgebildetes Signalwesen, internationale Schiffahrtsstraßen, zuverlässige Ortsbestimmungen, auf der Höhe der modernen Wissenschaft stehende Chronometer und Kompasse, hellleuchtende Leuchttürme und Leuchtfeuer, das in gedeihlichster Entwickelung begriffene Taucher- und Sturmwarnungswesen u. s. w., u. s. w., alles das steht im Dienste des modernen Wasserverkehrs, welcher dadurch dem erstrebten Ziel der vollständigen Sicherung für die das Meer befahrenden Schiffe und Personen immer näherkommt. Gegenüber dem Land- und Wasserverkehr nimmt der Luftverkehr noch eine sehr untergeordnete Stellung ein. Ein Kind des vorigen Jahrhunderts, hat der Luftballon noch immer nicht denjenigen Grad der Ausbildung erlangt, durch den allein er erst in die Reihe der wirklich brauchbaren Verkehrsmittel eingeführt wird. Die Frage der Lenkbarkeit ist noch immer ungelöst, wenn auch die Experimente von Renard und Krebs (1884/85) den Glauben an die Unmöglichkeit einer Eigenbewegung des Ballons mittelst Maschinen in etwas erschüttert haben. Dagegen bewährt sich der Ballon im Dienste der meteorologischen Wissenschaft ausgezeichnet, neuerdings findet er auch (seit Andräe's Nordpolfahrt) immer mehr für geographische Forschungsreisen Verwendung. Die meteorologische Ausnützung geschickt konstruierter Drachen verspricht ebenfalls gute Erfolge, während die Versuche zur Herstellung einer brauchbaren Flugmaschine noch nicht zu gewünschten Resultaten geführt haben. ein 1. Preis..... 250 „ zwei 2. Preise A 100 Mk. . . . 200 „ c. Familien, bestehend aus einem Muttertier und mindestens 2 von diesen stammenden über ein Jahr alten weiblichen Tieren ein 1. Preis.....150 „ ein 2. Preis.....100 „ 5. 20 Anerkennungen, Weggeld A 10 Mk. . 200 „ Summe der Preise 3600 Mk. Prämiiernugs-Ordrruug für die vom landwirtschaftlichen Provinzialverein in Oberhessen abzuhaltenden Bezirks- Schweineschauen. (Mit den Bezirks-Rindviehschauen abzuhalten.) Es werden folgende Preise ausgesetzt für: A. Reinrassige Schweine des weißen englischen Schlags kIorkshires rc.) 1. Eber: ein 1. Preis ... 60 Mk. zwei 2. Preise A 40 Mk. . 80 „ zwei 3. „ A 20 „ . 40 „ 180 Mk. 2. Sauen, trächtig oder mit Ferkeln: ein 1. Preis ... 45 Mk. ein 2. „ ... 30 „ ein 3. „ ... 15 „ 90 Mk. Anerkennungen mit A 5 Mk. Weggeld 25 Mk. B. Kreuzungen mit obigen Schlägen: Sauen, trächtig oder mit Ferkeln: ein 1. Preis ... 45 Mk. ein 2. Preis . . . 30 „ ein 3. Preis . . . 15 „ 90 Mk. 4 Anerkennungen mit A 5 Mk. Weggeld 20 Mk. C. Landschweine. Eber: ein 1. Preis ... 45 Mk. Sauen, trächtig oder mit Ferkeln: ein 1. Preis . . . 30 „ 4 Anerkennungen mit A5M. Weggeld 20 „ " 95 Mk. D. Sammlungen aus A.: 1 kleine (von Landwirten mit weniger als 5 Zuchtsauen) bestehend aus 1 Eber und 4 Sauen über 6 Monate alt: ein 1. Preis ... 100 Mk. ein 2. Preis . . . 50 „ 150 Mk. 2 große (von Landwirten und Zuchtvereinigungen mit mehr als 5 Zuchtsauen) bestehend aus 2 Ebern und 6 Sauen über 6 Monate alt: ein 1. Preis . . 150 Mk. Summa 800 Mk. Für die Durchführung gilt die vom Landwirtschaftsrat erlassene Allgemeine Schweineschau-Ordnung. Prämiieruugs-Orbunug für die vom landwirtschaftlichen Provinzialverein in Oberhessen abzuhaltenden Bezirks- Ziegenschauen. (Mit den Bezirks-Rindviehschauen abzuhalten.) Es werden folgende Preise ausgesetzt: 1. Für Böcke: Ein 1. Preis...... 30 Mk. Ein 2. „ ...... 20 „ Ein 3. „ ...... 10 „ 60 Mk. 2. Für Ziegen: Ein 1. Preis...... 20 Mk. Zwei 2. Preise A 15 Mk. . . 30 „ Zwei 3. Preise A 10 Mk. . . 20 „ 70 Mk. 4 Anerkennungen mit je 5 Mk. Weggeld 20 „ Summa 150 Mk. Für die Durchführung gilt die vom Landwirtschaftsrat erlassene Allgemeine Ziegenschau-Ordnung. Preiszuerkeuuuugs-Bediuguugerr. § 13. Es können nur unbedingt preiswürdige Tiere prämiiert werden. Bei Beurteilung der Preiswürdigkeit ist neben der Rassenvollkommenheit besonders zu berücksichtigen: Gesundheit, Zuchttüchtigkeit, Gebrauchsfähigkeit, Formenentwickelung und schließlich Haltung; in den Sammlungs- und Familienklassen außerdem die Ausgeglichenheit. § 14. Als Neinzuchttiere können nur Tiere prämiiert werden, welche die für die Beurteilung der Rassenvollkommenheit der betr. Schläge als maßgebend festgesetzten Merkmale besitzen. § 15. Bei sonst gleicher Preiswürdigkeit erhalten die Herdbuchtiere vor den nicht eingetragenen, die selbstgezüchteten vor den zugekauften, die Mitglieder des landwirtschaftlichen Vereins angehörigen Tiere vor den anderen den Vorzug. § 16. Prämiierte Tiere können auf späteren Schauen wieder prämiiert werden; bei Wiederprämiierung werden jedoch die zuerkannten Preise nur dann in Geld ausbezahlt, wenn sie höher sind, als die früher erworbenen. Auf einer Schau kann ein Züchter für seine Tiere beliebig viele Preise zuerkannt erhalten, es werden jedoch nur die zwei höchsten in Geld ausbezahlt. § 17. Dem Preisgericht steht es zu, von Klasse zu Klasse Preise zu übertragen und an Stelle der nach § 16 nicht zur Auszahlung gelangenden Preise nach Bedarf neue Preise einzuschieben. § 18. Sämtliche Einzelpreise werden bei Provinzial- und Bezirksschauen nur zur Hälfte ausbezahlt. Die Auszahlung der anderen Hälfte erfolgt nach Jahresfrist gegen Einsendung einer bürgermeisterlichen Bescheinigung, daß das betr. Tier innerhalb des Großherzogtums noch zur Zucht verwendet wird. § 19. Wissentlich zum Zweck der Täuschung falsch gemachte Angaben haben den Ausschluß des betr. Bewerbers vom Preisbewerb auf sämtlichen weiteren Schauen und die Nichtauszahlung der bereits zuerkannten Preise oder Preishälften zur Folge. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntgabe ersuche ich die Herren Bürgermeister des Kreises, diese Bekanntmachung insbesondere zur Kenntnis der Interessenten ihrer Gemeinden bringen, die Anmeldungen zur Ausstellung entgegennehmen, und dieselben gefälligst alsbald hierher einsenden, überhaupt auf eine rege Beteiligung bei dieser Tierschau durch das Veranlassen zum Ausstellen nur preiswürdiger Tiere gütigst hinwirken zu wollen. Schotten, den 29. Juli 1899. Landwirtschaftlicher Bezirksverein Schotten. Schönfeld. Bekanntmachung, betr.: Antrag auf Feldbereinigung des auf dem rechts Lahnufer gelegenen Teils der Gemarkung Gießen. ”J Nachdem seitens einer Anzahl beteiligter Grundeigeu-J tümer die Einleitung des Verfahrens der Feldbereinigung und der Anlage von Wegen in den Baumstücken und Gärten in dem Teile der Gemarkung Gießen, welcher rechts der Lahn liegt und von der preußischen Landesgrenze, der Heuchelheimer Gemarkungsgrenze und dem Lahnfluffe begrenzt wird, mit Ausschluß der in den Jahren 1881 bis 1883 bereinigten Gewanne: „An der alten Leimenkaute", „Am Wißmarer Weg", „Zwischen dem Krofdorfer und Wißmarer- Weg" und demjenigen Teile der Gewann „An der Weilburger Grenze", in welchem die Grundstücke nicht auf den Krofdorfer Weg stoßen, beantragt worden ist, und nachdem dieser Antrag von der Großh. Oberen Landwirtschaftlichen Behörde für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den erwähnten Antrag auf: Montag, den 25. September 1899, vormittags 1OV2—ll1/, Uhr in den Saal auf Lonys Felsenkeller (Schanzenstraße) zu Gießen bestimmt. Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für das Verfahren stimmend angesehen. Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Bereinigungsbezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens nicht mehr erfolgt. Friedberg, den 29. August 1899. Der Großh. Bereinigungskommissär: Süffert, Kreisamtmann. -------------— Bekanntmachung, drni betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich. Behufs Herstellung wirtschaftlich zweckmäßiger Gemarkungsgrenzen zwischen den Gemarkungen Garbenteich einerseits und Grüningen, Hausen und Watzenborn-Steinberg andrerseits ist die Zuziehung einer Anzahl von Grundstücken der Gemarkungen Grüningen, Hausen und Watzenborn-Steinberg zur Feldbereinigung der Gemarkung Garbenteich notwendig geworden. In der Zeit vom 7. bis einschließlich 20. ds. MtS. liegen auf den Bürgermeistereibureaus zu Grüningen, Hausen und Watzenborn-Steinberg je ein Plan und zugehöriges Eigentümerverzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen, aus welchen die durch die beabsichtigte Regulierung betroffenen Grundstücke jeder dieser Gemarkungen ersichtlich sind. Termin zur Verhandlung mit den Eigentümern der zugezogenen Grundstücke wegen ihrer Einwilligung hierzu findet statt: Donnerstag, den 21. September ds. Js. vormittags V2IO Uhr in dem Gemeindehaus zu Grüningen und am gleiche« Tage vormittags 11 Uhr im dem Gemeindehaus zu Watzenborn sowie Samstag, den 23. September ds. IS. vormittags 11 Uhr in dem Gemeindehaus zu Hausen. Von den in diesen Terminen nicht erscheinenden Eigentümern wird angenommen, daß sie mit der Zuziehung ihrer Grundstücke zur Bereinigung der Gemarkung Garbenteich einverstanden sind. Friedberg, den 4. September 1899. Der Großh. Bereinigungskommissär: Süffert, Kreisamtmann. Vor der Entscheidung. Die Tage in Rennes nähern sich ihrem Ende, und wenn auch die Verhandlungen fortgesetzt frischem Stoffe begegnen, so steht doch zu erwarten, daß nur noch kurze Zeit zwischen heute und dem Urteilsspruche liegt. Wir haben vor einigen Tagen an dieser Stelle der vielfach verbreiteten Befürchtung Ausdruck gegeben, daß das Kriegs- jeigt, und nicht rs in Rennes , tocnn das Krieg! abgeben follte. verdenken, wenn wenn sie für all Die nächste reichs Geschick, heutige Regime ja sonderbar c hing erlangt 1 abhängig sein Verhältnissen ( müssen, als ur nur Frankreich, Tagen mit Sp S* ar Frankreich. Wm,t b juübtn 4«* bett F-L dH ihm war, ei« AuM# lag Kapitäns Drehst und daß es bis vc Franzosen als en sinnung zu bekun einen Verräter,, verkauft haben geschwunden, at auch heute noch französische D.H. Die । unter Ausschluß Migte stch i geheimen DG wurde noch x Sitzung um 8' er auf das V RegierungS-Ko oder auf dipli hören zu lasse, die Anklage sie zu ziehen und Regierung die ■'W die stern und von den angeführten S. Hand derselben Ccirriöre erkläi langen der stch um einen man die Ossi w-n« dieselben W-rmz bat W Mertl ®tr »oti bet 7*fiföra i Klft R-d°k m T6abt 1 teg; H1 Weil et " Segem berlaU °« «Und? HL'i -r ÄMai W.Mti ««fei?,* * Prozeß Dreyfus. Rennes, 5. September. D.H. Die heutige Sitzung begann um 6 Uhr 35 Min., unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Man beschäftigte sich nur ausschließlich mit dem Studium des geheimen Dossiers. Der gestern vernommene Zeuge Cernuschi wurde noch nicht verhört. Bei Beginn der öffentlichen Sitzung um 8 Uhr legt Labor! einen Antrag vor, in welchem er auf das Verhör eines fremden Offiziers von feiten des Regierungs-Kommissars hinweist und beantragt, kommissarisch oder auf diplomatischem Wege die fremden Attaches verhören zu lassen. Er begründet seinen Antrag damit, daß die Anklage sich nicht gescheut habe, Fremde in die Debatte zu ziehen und sieht sich deshalb veranlaßt, an die französische Regierung die Forderung zu stellen, auf diplomatischem —W«ge die fremden Attaches über das Bordereau zu verhören und von den betreffenden Regierungen die im Bordereau angeführten Schriftstücke zurückgeben zu lassen, um an der Hand derselben die Unschuld Dreyfus' feststellen zu können. CarriZre erklärt, er wisse nicht, ob es möglich sei, das Verlangen der Verteidigung zu erfüllen. Sicher sei, daß es sich um einen sehr delikaten Punkt handele. Vielleicht könnte man die Offiziere um Hergabe von Dokumenten bitten, wenn dieselben existierten, aber er glaube nicht, daß die Regierung das könne. Der Vertreter des Ministers des Aeußern, Paleologue, kann die Wichtigkeit nicht verstehen, welche die Verteidigung den Noten des Bordereaus beimesse. Der von der Verteidigung beantragte Schritt sei vom diplomatischen Standpunkte aus nicht zulässig. Nächster Zeuge ist Redakteur Basset vom Matin. Derselbe bekundet, Esterhazy habe ihm in London in einer Unterredung gesagt, er sei der Autor des Bordereaus und habe dasselbe auf Befehl Sandhers geschrieben, der einen faktischen Beweis von der Schuld des Dreyfus haben wollte. Labori fragt den Zeugen: Welches war die materielle Situation Ester- chazys, als der Zeuge ihn sah? Basset sagt: Beim ersten- male schien er mir reichlich mit Geld versehen, bei einer späteren Begegnung schien er Mangel zu leiden. General Roget verlangt das Wort. Er sagt, er habe einen Brief von Esterhazy erhalten, dessen Original er am 9. August dem Präsidenten Jouaust überreicht habe. Er besitze nur noch die Kopie des Briefes, aber er habe später noch weitere Briefe von Esterhazy erhalten, die er uneröffnet dem Präsidenten des Kriegsgerichts gegeben habe. Labori bittet um Verlesung der Briefe, worauf Präsident Jouaust meint dieselben seien von gar keiner Wichtigkeit. Labori bleibt bei seinem Verlangen, worauf Präsident Jouaust erwidert, er werde die Briefe zu den Akten geben. Auch Regierungs- Kommissar Carri-re bemerkt, er habe ebenfalls Briefe von Esterhazy erhalten, er habe dieselben aber nicht gelesen. Auf eine Frage Laboris erklärt General Roget, nach seiner Ansicht sei dem Geständnis Esterhazys kein Wert beizumessen. Er hege die Meinung, daß Esterhazy ein Strohmann sei. lieber letztere Aeußerung drückt Labori sein Erstaunen aus. Auch Verteidiger Demange findet es seltsam, daß man erst so spät behaupte, Esterhazy sei ein Strohmann. Labori fragt: Warum, wenn Esterhazy ein gericht in Rennes voreingenommen gegen Dreyfus sei und daß neuerdings der Gerechtigkeit ein Schlag ins Gesicht versetzt werden würde. Naturgemäß sind die Anschauungen über den voraussichtlichen Ausgang des Prozesses fortgesetzt Wandlungen unterworfen, und die Stimmung wechselt mit jedem Tage; augenblicklich sind bekanntlich die Aussichten für den Angeklagten wieder besser. Doch davon wollen wir hier nicht sprechen, sondern auf die von der Regierung beschlossenen Maßregeln für den Nrteilstag Hinweisen, aus denen zu erkennen ist, welche Bedeutung die Dreyfusaffaire für Frankreich erlangt hat und welchen Einfluß der Urteils- fpruch auf die innerpolitischen Verhältnisse Frankreichs auszuüben geeignet ist. Man ersieht aber auch aus diesen Vorsichtsmaßregeln, wessen die Regierung gewärtig ist für den Fall, daß der Gerichtshof ein freisprechendes Urteil fällt. Wer will es heute noch leugnen, daß die Dreyfus- angelegenheit seit fünf Jahren die französische Republik in ihren Grundfesten erschüttert hat und mehrfach nahe daran war, eine direkte Gefahr für die Republik zu bilden! Die Hauptgefahr lag darin, daß der Glaube an die Schuld des Kapitäns Dreyfus gleichgeachtet wurde der Vaterlandsliebe, und daß es bis vor ganz kurzer Zeit der weitaus größte Teil der Franzosen als eine Ehrensache ansah, ein dreyfusfeindliche Gesinnung zu bekunden. Denn es galt ja, Front zu machen gegen einen Verräter, der sein Vaterland an Deutschland verkauft haben sollte. Diese Ansicht ist jetzt freilich vielfach geschwunden, aber in den Reihen der Nationalisten wird auch heute noch mit allen Mitteln darauf hiugearbeitet, das französische Volk aufzulehnen gegen einen Freispruch des Kapitäns. Welcher Mittel diese Leute fähig sind, haben die Ereignisse bei dem Rennen in Auteuil genugsam gezeigt, und nicht ohne Grund befürchtet die Regierung, daß es in Rennes zu noch ärgeren Exzessen kommen werde, wenn das Kriegsgericht ein für Dreyfus günstiges Urteil abgeben sollte. Und wer kann es den Machthabern in Paris verdenken, wenn sie nach allen Kräften vorzubeugen suchen, wenn sie für alle Fälle gerüstet sein wollen. Die nächsten Tage werden entscheidend sein für Frankreichs Geschick, sie werden einen Prüfstein bilden, für das heutige Regime, für die innere Kraft der Republik. Es ist ja sonderbar genug, daß die „Affaire" eine solche Bedeutung erlangt hat, daß der Bestand der Republik von ihr abhängig sein kann. Aber wir haben da mit französischen Verhältnissen zu rechnen, die immer anders beurteilt werden müssen, als unsere gefestigten Zustände. Jedenfalls hat nicht nur Frankreich, sondern ganz Europa Ursache, den kommenden Tagen mit Spannung und Erwartung entgegenzusehen. (xx) 1 ®t St Ä; ?°" Mali, -taste I Ms Witliien ° 8 bctr. Br, Kenntnis bei 4/'?u,e W '*««« Rotten. eld. achUU 19Un9 des auf dem rechten er Gemarkung ©iefieti * beteiligter Grundeigem ' lhrens der Feldbereinigung ^n Baumstücken und Gärten Sleßen, welcher rechts der Wen Landesgrenze, der und dem Lahnflusse begrenzt ;tl Jahren 1881 bis 1883 alten Leimenkaute", t Atvfdvchr und Wißmarer- er Gewann „An der W e Grundstücke nicht aus den worden ist, und nachdem Oberen Landwütschaftlichen und der Unterzeichnete zum bstimmung ernannt worden w Abstimmung der beteiligten ahnten Antrag auf: September 1899, 4-11% Uchr tnUUtt sSchanzenflraKe) »bescher, welche in der '1,10 Utz- _ gleite» 3,1 T ii w n? ws® bet ®eöiar U 1899. Äft? -Os- langsam etwas zurückzugehen. In einzelnen Orten kauft man den vierpfündigen Laib Schwarzbrot eben für 40 Pfg. 0 Alsfeld, 4. September. Wie von uns schon früher mitgeteilt wurde, beabsichtigte der landwirtschaftliche Provinzialverein von Oberhessen die Einfuhr von Zucht- Vieh, Simmenthaler Raffe aus der Schweiz. Der Ankauf der bestellten Tiere hat in der letzten Zeit im Simmenthal stattgefunden und ist das Vieh — 27 Stück au der Zahl — vorigen Samstag in Gießen unter die Besteller ver steigert worden. * Fulda, 4. September. Wie bereits gemeldet wurde, haben die beiden Beigeordneten und sämtliche sechs Stadlräte ihr Amt niedergelegt; der Oberbürgermeister Dr. Antoni erklärte in einem an den Magistrat gerichteten Schreiben, daß er gleichfalls gewillt sei, von seinem Amte zurückzutreten und begründet diese Absicht u. a. wie folgt: „In dem letzten halben Jahre ist zwischen der Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrate, an dessen Spitze zu stehen ich die Ehre habe, ein so gespanntes Verhältnis eingetreten, daß ein ferneres gedeihliches Arbeiten im Interesse der Stadt mir nicht mehr möglich erscheint. Dazu kommt, daß der Magistrat, und ich natürlich mit, in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung unter Billigung des Herrn Stadtverordnetenvorstehers auf das schwerste beleidigt worden ist und daß die Stadtverordnetenversammlung dem Magistrate die erforderliche Genugthuung verweigert. Abgesehen von den Schwierigkeiten, die hierdurch im Verkehr mit der Stadtverordnetenversammlung entstanden sind, verbietet mir mein Ehrgefühl, künftighin in einem Amte zu bleiben, dessen Träger jederzeit in Gefahr schwebt, ungesühnten Beleidigungen ausgesetzt zu sein. Weiter kommt dazu, daß bis jetzt mit der Stadtverordnetenversammlung eine Verständigung über die Vermehrung der städtischen Bureaus nicht herbeigeführt werden konnte. ... Ich fühle mich deshalb im Gewissen verpflichtet, die Verantwortung für die prompte Erledigung der städtischen Geschäfte ab» zulehnen, und da ich mir einen leitenden Beamten ohne Verantwortung nicht denken kann, so folgt mit zwingender Notwendigkeit hieraus die Folgerung, daß ich mein Amt niederlege . .’. ." — Das an die Stadtverordneten ergangene Schreiben der Magistratsmitglieder läßt ebenfalls erkennen, daß der Ausgangspunkt der Differenzen in den verletzenden Bemerkungen zu suchen ist, die in der Sitzung der Stadtverordneten vom 10. April d. I., als die Verlegung der städtischen Bureaus in das Schloß beraten wurde, gegen den Magistrat gefallen sind. Kokairs und ProvinMis. W. Büdingen, 5. September. Der Termin für unsere Obstausstellung ist nun auf die Zeit vom 29. September bis 2. Oktober festgesetzt. Sie wird im Volksschulgebäude stattfinden. Es können sich an ihr die Mitglieder des Oberhessischen Obstbauvereins in den Kreisen Büdingen und Schotten beteiligen. Man darf wohl bei dem reichen Obst- fegen in einzelnen Orten der genannten Kreise auf eine recht rege Beteiligung hoffen. Die Ausstellungsleitung behält sich vor, eine Auswahl unter dem ausgestellten Obst für die Jubiläumsausstellung in Dresden zu treffen. Die ausgewählten Früchte werden dort unter dem Namen der betreffenden Eigentümer ausgestellt, und außerdem wird aus ausgewählten Früchten eine Sammelausstellung veranstaltet. — Die Brotpreise fangen jetzt hier und da an ganz * Transvaal. Die Transvaalkrisis steht noch auf demselben Flecke. Daß Chamberlain, wie eine Drahtnachricht meldet, plötzlich nach London zurückgekehrt ist, kann bei der Schärfe der Lage nicht überraschen. Der „Standard" meldet aus Johannesburg von gestern: Selbst diejenigen Persönlichkeiten, die den Buren ernstlich geraten haben, ein maßvolles Verhalten anzunehmen, haben jetzt, wie wir bereits meldeten, angefangen, alle Hoffnung aufzugeben, daß die Feindseligkeiten noch abgewendet werden könnten. Eine dieser Persönlichkeiten hat sich dahin geäußert, Transvaal würde 30,000, der Oranje-Freistaat 20,000 Mann ins Feld stellen können. Die Meldungen des „Standard" sind oft übertrieben. Die Deutschen in Transvaal stehen auf Seite der Buren, wie ein Drahtbericht der „Kab.-Korr." meldet, worin es heißt: „Johannesburg wird immer öder. Die wohlhabenden Unternehmer haben sich bereits fast sämtlich, den Frauen und Kindern folgend, über die Grenze nach Natal gerettet, und was an Uitlanders zurückbleibt, sind diejenigen, die bezahlt werden, um zu bleiben, und die große Anzahl derer, die seit Wochen, ja Monaten, stellenlos geworden sind und nicht die Mittel besitzen, die Goldstadt zu verlassen. Die Deutschen sind geblieben und haben unter Oberstleutnant Schiel ein deutsches Kriegskorps gebildet, bad, 900 Mann stark und mit Burengewehren ausgerüstet, sich zur Verfügung des Generals Joubert gestellt hat und zwar ausdrücklich für Operationen im Felde. Es herrscht unter den Deutschen in Johannesburg große Begeisterung." Ferner meldet die „K. Ztg." aus London, daß die Vorbereitungen des englischen Kriegsministers für einen etwaigen Krieg mit Transvaal beendet seien. Die Regierung stelle für die Kosten vorläufig fünf Millionen Pfund zur Verfügung. Einem Londoner Abendblatt zufolge hat die Regierungsdruckerei den Auftrag erhalten, die Proklamation zur Einberufung der Reserve 1. Klasse drucken zu lassen, und die erforderlichen Exemplare heute abzuliefern. Eine letzte Meldung besagt: Drei Infanterie- Brigaden sind nach dem Kap beordert. Die Admiralität hält sieben Transportschiffe bereit. Die Rekrutierung eines deutschen Korps schreitet rüstig fort. Die Anzahl der Freiwilligensoll mehr als 4000 betragen. UermiMes. Karlsruhe, 5. September. Der Arbeiter Bieringer hat sein zweijähriges Töchterchen mit einem Revolver, den er sich beim Besuch der benachbarten Kirchweih geliehen, im Scherz erschossen. Aus Verzweiflung darüber hat er dann Selbstmord begangen. • Oels, 5. September. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Vereine fand in Oels die Enthüllung des Bismarck-Denkmals statt. Die Festrede hielt Landrat a. D. (!) v. Kardorff. Seitens der Stadt übernahm Bürgermeister Kallmann das Denkmal. * Wien, 5. September. Zu dem Selbstmorde des Advokaten Dr. Schiestl liegt heute folgende weitere ausführliche Meldung vor: Die Motive des Selbstmordes Dr. Schiestls und der Ermordung feiner Schwester, der Frau Prossinag, sind noch nicht aufgeklärt. Die Annahme, er habe das Vermögen feiner Schwester in Spekulationen verloren, ist bereits wiederlegt. Heute mittag wurde der Geldschrank in Schiestls Advokaturkanzlei durch eine gerichtliche Kommission geöffnet. In der Kasse wurden alle Depots aus den Vermögen seiner Schwestern, der Advokaten-Wittwen Prossinag und Pacher, und ihrer Kinder, sowie die Depots der Klienten unberührt vorgefunden. Trotzdem enthalten stenographische Aufzeichnungen, die bei Schiestls Leiche gefunden wurden, die Erklärung, er müffe seinem Leben ein Ende machen, da er durch unglückliche Spekulationen finanziell ruiniert sei. Schiestl war für den 9. September zum Landesgericht vorgeladen, um Rechenschaft zu geben über die Verwaltung dreier Häuser aus einer Konkursmasse, deren Zinsertrag er seit zwei Jahren nicht abgeliefert hat. Man glaubt, daß dies die Ursache des Selbstmords fei. Das Telegramm, durch das Schiestl seine Schwester aus Steiermark berief, enthielt auch die Bemerkung, er brauche ihre Unterschrift auf ein wichtiges Papier. Vielleicht verlangte er, sie solle ihm zur Rettung ihr Vermögen zur Verfügung stellen und erschoß sie in einem Wutanfall, als sie dies verweigerte. * London, 5. September. Dampfer „Prinz Regent Luitpold", von New-Iork nach Bremen, passierte die Scilly-Jnseln und signalisierte, daß er Steuerbord- Schraube und Schaft verloren habe. UmverMts Nachrichten. — Berlin. In dem Disziplinarverfahren gegen Dr. AronS ist nunmehr von dem Vertreter der Anklagebehörde die BerufungSrechtfcrtigungsfchrtft eingereicht worden. Die Annahme, daß nach der Begründung, die die Fakultät dem freisprechenden Erkenntnis beigegrben hatte, der Kultusminister Bosie die nur mündlich erfolgte Berufung fallen lasten könnte, hat sich als nicht zutreffend erwiesen. — Der Doktortitel der Technischen Hochschulen. Wie der „Berliner Wissenschaftlichen Korrespondenz" von zuverlässiger Seite mttgeteilt wird, hat Kaiser Wilhelm II. die Absicht, gelegentlich der hundertjährigen Gedenkfeier der Technischen Hochschule in Charlottenburg den Technischen Hochschulen daS Recht zu geben, in Zukunft den Doktortttel zu verleihen. Wir geben diese Nachricht einstweilen wieder. t .. — Kiel. Prof. Quincke, Direktor der medizinischen Klinik ander hiesigen Universität, hat sein Entlassungsgesuch einge- reicht, um nicht dem gebauten Neubau der Klinik seine Zustimmung und seine Mitwirkung zu geben. Er glaubt gegenüber der Zukunft der Univerfität und gegen sich selbst nicht die Veranwortung für diesen Neubau übernehmen zu können. Strohmann war, hat er denn nicht im Zola-Prozeß ein Geständnis abgelegt. Roget: Das weiß ich nicht. Ich habe die Meinung, daß Esterhazy ein Strohmann sein könne daraus erhalten, daß Esterhazy absichtlich Briefe umherliegen ließ,* welche gefunden werden, und den Generalstab kompromittieren sollten. Labori verlangt, daß der Rapport des Generals Zurlinden über die Enquete, welche gegen Esterhazy geführt worden ist, verlesen werde, um zu sehen, ob es die Sprache fei, wie man über einen Strohmann spreche. Die Verlesung erfolgt. Nach unwesentlichen Bekundungen des Generals Zurlinden und des Redakteurs Desezet vom „Temps" wird der Senator Trarieux auf- gerufen. Er ist von den bisher geladenen der letzte Zeuge der Verteidigung. Er spricht mit großer Wucht und lauter Stimme. Er erzählt, daß auch er nach der Verurteilung des Dreyfus an dessen Schuld gezweifelt habe, daß er aber später infolge der rein antisemitischen Angriffe gegen Dreyfus beunruhigt worden sei. Er habe mit Hanotaux und Scheurer-Kestner über die Affaire gesprochen. Zeuge schildert alsdann die Machenschaften, mit denen man die Revision zu hintertreiben suchte. Später sei er, Trarieux, zu dem Botschafter einer fremden Macht (Italien) gegangen, und habe ihn um nähere Auskunft gebeten. Der betreffende Botschafter habe wiederholt gesagt, Dreyfus sei unschuldig. Die französische Regierung habe einen Irrtum begangen. Nicht nur, so sagte der Botschafter weiter, hat keiner unserer Attaches jemals Verbindung mit Dreyfus gehabt, sondern auch keiner unserer Offiziere kannte auch nur seinen Namen. Ferner habe der betreffende Botschafter ihm erzählt, daß er 1898 in den Händen Panizzardis einen Brief gesehen habe, worin der Agent A. (Schwartzkoppen) genau die Vorgänge mitteilte. Der wahre Verräter war Esterhazy. Nachdem noch der Gerichtshof in der Frage, ob die Dokumente des Bordereaus auf diplomatischem Wege erbeten werden sollen, sich für inkompetent erklärt hat, wird die Sitzung geschloffen. Morgen findet Fortsetzung der Verhandlung statt. * * * Paris, 5. September. Die Vorladungen für Schwartzkoppen und Panizzardi gehen durch den Kriegsminister, den Justizminister und den Minister des Aeußern an den deutschen und italienischen Botschafter. Falls Schwartzkoppen und Panizzardi ermächtigt werden, der Vorladung der Verteidigung zu folgen, so können sie nach Belieben in Rennes erscheinen oder kommissarisch in ihrer Heimat verhört werden. 6252 4078 Prämiiert: Butzbach 1898. 4 Stadt WormS unk. b. 1901 Oesterr. StaatSbabn v. 1885 00.00 4 Ital. fiaatSgar. Srsenb. 68.10 4 S1/, Frankftr. Hyp- Bk unk. b. 1906 86.00 4 81/, Frkf.Hyp.Lred.V.unk.b.1906 96.10 4 4 bto. unk.b.1907 101.20 4 4 DeutscheSrdsch.B.unk.b.1904 101.20 4 Brief 20.38 Oesterr. dto. 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