sprochen, meist von „Demetrius", aus dem er Szenen rezitiert. Der „Demetrius" ist also ein Wert, das er bei einer Verlängerung seiner Lebenszeit auch nur um einige Jahre dem deutschen Volke unbedingt hinterlassen hätte, denn wenn er auch nach der Berliner Reise den Demetrius zunächst wieder beiseite legte, um sich, wie eine Notiz seine- Kalenders vom 12. Juli 1804 zeigt, dem noch zu erwähnenden Stoff: „Die Prinzessin von Cleve" zuzuwenden, so war doch sicherlich die Vollendung nur eine Frage der Zeit. Was uns schon schon mit diesem Drama allein entgangen ist, beweist das hinterlaffene Fragment. Nach dem Urteil zahlreicher Literarhistoriker bewahrt es das schönste und reichste, was Schiller geschrieben. Die große Reichstagsszene ist, wie Rudolf von Gottschall in seiner Schillerbiographie treffend bemerkt, „ebenso wie die Rütliszene im Tell und die Tafelszene in den Piccolomini ein Beweis für das glänzende Talent Schillers, große Massen dramatisch und mit theatralischer Wirkung zu bewegen, ein Talent, in welchem ihm Shakespeare durchaus nicht gleichkommt." Ferner finden wir in seinem Nachlaß den Entwurf eines Dramas: „Warbeck", von welchem außer einer ausführlichen nach Akten und Szenen geordneten Jnhaltsskizze einige Fragmente aus den ersten Svenen des ersten Aktes vorliegen. Diesen Stoff hatte Schiller schon ins Auge gefaßt, während er noch an Maria Stuart arbeitete, nach 1803 gab er Jffland das Versprechen, das Stück zu liefern, nach reiflicher Erwägung entschied sich der Dichter aber damals für den Tell, und nach diesem für den ein ähnliches Thema wie Warbeck behandelnden Demetrius. Hier wie dort spielt ein politisches Abenteuer die Hauptrolle, nur daß Warbeck ein englischer Prätendent ist, während Demetrius als Kandidat für den russischen Thron auftritt. „Die Maltheser" zeigen uns den Entwurf eines Trauerspiels mit Chören, ein Fragment der ersten Szene liegt vor, außerdem eine ungefähre Skizze des Gedankengangs der Handlung. Der vierte Entwurf: „Die Kinder des Hauses" liefert einen Beleg für die ungeheure Vielseitigkeit Schillers. Schon in seinem „Geisterseher" hinterließ er uns den Torso nahm, geläutert und vertieft, den Faden seiner Jugenddichtung wieder auf. Er selbst erkannte an der außerordentlichen Wirkung des Stückes, daß er den rechten Pfad wiedergefunden habe — leider sollte es ihm nicht vergönnt sein, auf demselben noch weiter fortzuschreiten. Der Tod riß ihn mitten aus der Bahn. — „Der Verlust, den die deutsche Litteratur dadurch erlitt," schreibt Ludwig Salomon, „war ein außerordentlicher. Wir dürfen mit Bestimmtheit annehmen, daß Schiller uns jetzt eine ganze Reihe volkstümlicher Dramen geschaffen, und uns dadurch ein breites, festes Fundament für unsere Nationallitteratur gelegt haben würde. So mußten wir uns mit nur einem solchen Stücke begnügen, das denn freilich nicht imstande war, die neue Eckwickelungsperiode in Fluß zu erhalten." Begeben wir uns mit dieser Aeußerung auch in das Gebiet der Voraussetzung, so läßt selbst solche uns den Verlust des Dichters doppelt empfinden. Aber wir sind nicht auf bloße Voraussetzungen angewiesen. Wir wissen auf Grund des uns vorliegenden Materials, daß Schiller eine ganze Reihe bedeutsamer Stoffe in sich trug — wie hätte es bei einem so schöpferischen Geiste auch anders sein sollen? — und noch mehr, wir kennen die Titel oder doch Helden dieser Stoffe, wir besitzen von Schillers Hand kurze Aufzeichnungen über den Inhalt einiger derselben. Mehrere dieser Entwürfe haben sogar in die Ausgaben seiner gesammelten Werke Aufnahme gefunden, und zwar diejenigen von ihnen, von welchen der Plan entweder mehr oder weniger fertig vorliegt, oder von denen gar schon einzelne Episoden eine vorläufige Ausarbeitung gefunden haben. Am weitesten gediehen ist das Fragment des „Demetrius" — hatte sich doch der Dichter nach Vollendung des Tell für diesen Stoff endgültig entschieden, an dem er bis zu seinem Tode mit ungeschwächter Kraft thätig war. Der Monolog der Marfa im „Demetrius" war vermutlich das letzte, was Schiller geschrieben, wenigstens fand ihn sein Schwager Wolzogen nach dem Ableben de- großen Mannes auf seinem Schreibtisch. Und sein treuer Diener, der die letzten Nächte bei ihm zubrachte, berichtet, daß er viel ge- Feuilleton. Was Schisser noch gedichtet yätte. Zu deS Dichters Todestag, 9. Mai. Ein Gedenkblatt von Dr. Ernst Maasburg. (Nachdruck verboten.) In der Blüte feiner Jahre wurde Schiller am 9. Mai 8Ct)5 dem deutschen Volke entriffen. Noch nicht 46 Jahre Hett ykavz all,! paub er auf der Höhe seines Ruhmes und seiner großarW^'^ Schkchnskraft. Der „Tell", sein reichstes und schönstes nfirill (SlR Wcickk, vor vollendet, der „Demetrius" begonnen. Immer lUHW V i -tyenÄr erklangen die Saiten der Schiller'schen Muse, jedes neu'U LZerk derselben übertraf das vorhergegangene an SchÄchtt, Reife und Gestalt. In dem kränklichen Körper woh-M tin so gewaltiger Geist, daß er alle Anfechtungen Kosmi”- de» !Adens niederzwang und dem großartigen Genius die Mundw^reMlflil des Wirkens sicherte. Mit Recht schrieb ihm Huaicksldt: „Für Sie braucht man das Schicksal nur um DMrtd* ]u bitten. Die Kraft und die Jugend sind Ihnen von Wst gewiß." Und auch Goethe betont ja in seinem WWj Ap0 vumü'klvollen Epilog: .55ER »Es glühte seine Wange rot und röter Bon jener Jugend, die uns nie entfliegt —* ^uNDS?”ndW' diese ewige Jugend ist in seine Stoffe, in seine olattöertfdbiergegangen. Er ist unser Schiller geworden, und jS/feim uns fein früher Tod mit tiefem Schmerz erfüllt, so ir°^^o^^Kvirkst ju demselben nicht zum wenigsten der Gedanke mit, daß IN Ms so frühe, so in der Blüte genommen werden Ns: — sagen wir uns — hätte dieser hohe Geist ™ alles noch hervorgebracht! Hielt doch sein rastloses 9 StrÄ Reinem unermüdlichen Fleiß die Wage. Um wieviel JmA Dramen und Gedichte hätte er unsere Litteratur rffgjj** bereiitc^tü Wandelte er doch mit seinem „Wilhelm Tell" V .j» ”.Be Heue Bahn, die des volkstümlichen Dramas, oder oielalich, er kehrte zu der verlassenen zurück, ließ die und die antikisierende Richtung beiseite, und Viertes BlM. Sonntag den 7. Mai 1899 Gießener Anzeiger Metat UgNch Heimat-Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt siiv den Ttveis Gieren ■enmoden Don 80' Ausland des Krieges erklärte, das gelieferte Fleisch sei ungenießbar. Der Präsident erwartete einen solchen Bericht. Die amerikanischen Parteimänner find darin gleich den Männern der römischen Hierarchie, daß sie jeden Angriff gegen einen der ihrigen, der eine maßgebende Stellung einnimmt, für unberechtigt erklären. Alger muß um jeden Preis gehalten werden. Zwar werden, wenn im Dezember der Kongreß zusammentritt, von demokratischer Seite scharfe Reden wegen der offenkundigen Beschwindelung des amerikanisches Volkes gehalten werden, allein die Machthaber werden sich nicht daran kehren. Die öffentliche Meinung steht freilich auf feiten des Generals Miles, und wenn die Demokraten bei ihrem Kampf gegen die Trusts und sonstigen großen, aber wenig ehrlichen Unternehmungen den Skandal der Armeelieferungen gehörig auszunutzen wissen, werden sie damit im nächsten Jahre bei dem Kampf um die Präsidentschaft größern Erfolg haben als mit der Freiprägung des Silbers. IblBofreu »en Anzeigen zu der nachmittag« für toi Kapital Laß «scheinenden Stummer Hl »ernt. 10 Uhr. 3umd Lonystr. 20, 6 ger. 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