400QQ... 189 055.59 28198018 1 ‘ ■ lil, 688 561.88 250000.- 143507.02 j56,00.i.98 i. ; 735200.- 1851100.— 1825400.- n-quole pro 'Upons per 1899* ü Einlösung. Direkte it Hem M!.-. Meilitz dien, | M. Wiß schule, unb >- in der Stobhb c Kinder fr deusjahr M mfi bet iteife Met «* z. das sH! - ZmpD'N H'r ^bringen. and: en, H*ll# Vrarmor e^‘ nn^6*' b n 1S99 Freitag den 7. 2lpril Zweites Blatt Aints- und Zlnzergeblutt für den Tireis Giefzen eine und Alle Anzeigen-BermittlungSstellen bei In- und Äullanbet nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entfefca. ent- des WAefrien, Lxpebition und ®ruderet: ^4»rftr«ße Ar. 7. spart, aber über die Periode des Zweifels hinweg rang er sich zu ruhiger Klarheit durch. Er fand die Formel, die Prinzipien des Judentums mit denen der Philosophie zu vereinigen, und das Zeremonienwesen nicht als Religion selbst, sondern als Mittel zur sittlichen Veredelung des Menschen zu betrachten. Auf das empfängliche Gemüt des Jünglings machte die herrliche Umgebung Würzburgs tiefen Eindruck. 1826 unternahm er eine Fußreise in die Schweiz. 1827 begab er sich nach Gießen, dort seine Studien abzuschließen und den philosophischen Doktorgrad zu erwerben. Nachdem er 1828 erfolgreich öffentlich doktoriert hatte, wurde er rite promoviert. Der Zufall fügte, daß der derzeitige Rabbiner Dr. Wolff in Gießen einen Ruf nach Kopenhagen erhielt und annahm. Levi beivarb sich um die vakante Stelle, und hatte die Genugthuung, freilich nach Ueber- windung von mancherlei Schwierigkeiten, im 23. Jahre zum Rabbiner von Gießen ernannt zu werden. Am 15. November 1829 trat er sein Amt an. Nach 40jähriger glücklicher Regierung war Ludwig I. von Hessen gestorben. Sein Sohn Ludwig II. bereiste bei seinem Regierungsantritt die Provinz Oberhessen. In Gießen empfing er den Rabbiner Levi und die Gemeindevorsteher Bock und Hirschhorn in Audienz. Levi überreichte dem Großherzog ein Huldigungsgedicht, an dessen Spitze das Motto stand: „Und David, der Sohn Jsai, herrschte übet ganz Israel. Und die Zeit, da er über Israel gebot, war 40 Jahre. Und er starb in hohem Greisenalter, satt an Jahren, Reichtum und Ehre. Und es regierte Salomo, wH der Tod ereilt. Benedict Levi, einer altbekannten Rabbiner-Familie Grundbuchordnung und die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (bis zu welchem Zeitpunkte diese Vorlagen erfolgen werden). Der Bericht des Ersten Ausschusses Zweiter Kammer über die Vorlage Großh. Staatsministeriums, betr. die „Summarische Uebersicht die Einnahmen und Ausgaben der Großh. Landes-Kreditkasse" in der Finanzperiode 1891/94, beantragt Richtig-Erklärung dieser Uebersicht. Der Bericht desselben Ausschusses über die Vorstellung seitens der Gemeinden Ranstadt, Dauernheim, Ober- und Nieder-Mockstadt, Staden, Stammheim re., betr. die Erbauung einer Nebenbahn von Ranstadt nach Friedberg, beantragt, die Vorstellung für erledigt zu erklären. Der Bericht des Zweiten Ausschusses über den Initiativ- Antrag von 12 Abgeordneten, das Beerdigungswesen in Rheinhessen betr., geht dahin: diesen Antrag der Regierung zur Berücksichtigung bei dem in Aussicht gestellten Entwurf eines im Interesse der Rechtseinheit sehr zu begründenden allgemeinen Gesetzes über das Beerdigungswesen zu überweisen. , t . Der Bericht desselben Ausschusses über den Antrag der Abgg. Schmitt und Genossen, betr. die Kosten beim Eigeu- tumswechsel von Grundstücken, beantragt, diesen Antrag für erledigt zu erklären. Der Bericht desselben Ausschusses über die Vorlage der Großh. Ministerien des Innern, der Justiz und der Finanzen, den Entwurf eines Gesetzes, betr. die Zwangsvollstreckung gegen den Fiskus, gegen Körperschaften, Stiftungen oder Anstalten des öffentlichen Rechts, sowie gegen solche Körperschaften oder Stiftungen, welche unter der Verwaltung einer öffentlichen Behörde stehen, beantragt: Annahme des Entwurfs. Eine Eingabe des Hessischen Lehrervereins betrifft die Rechts und Gehaltsverhältnisse der Volksschullehrer im Großherzogtum Hessen. In der Eingabe wird gebeten: 1) „Hohe Zweite Kammer wolle in Übereinstimmung mit Großh. Staatsregierung dahin wirken, daß die Schulunterhaltungspflicht von der Gemeinde auf den Staat übergehe und der § 4 unseres Schulgesetzes eine dementsprechende Abänderung erfahre;" 2) „Hohe zweite Kammer wolle in Übereinstimmung mit Großh. Staatsregierug dahin wirken, daß die Lehrerbesoldungen — wenigstens für die Land- Gemeinden — auf die Staatskasse übernommen und den Lehrern an den Volksschulen unseres Großherzogtums die Rechte der Zivilstaatsdiener beigelegt werden;" 3) „Hohe Zweite Kammer wolle in Uebereinftimmung mit Großh. Staatsregierung dahin wirken, daß a. das Diensteinkommen eines Schulverwalters betrage vor bestandener Schlußprüfung 1000 Mk., nach derselben 1200 Mk., b. die Gehaltsbezüge der definitiv angestellten Lehrer an Volksschulen, wie bisher also in 27 Dienstjahren mit dreijährigen Aufrückungssristen, auf dieselbe Höhe gebracht werden, wie dies bei den seminaristisch gebildeten Lehrern an den höheren Lehran- Adreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. zu versammeln, wo denn der Rabbiner die neuesten Nachrichten aus Pariser Zeitungen seinen Zuhörern ins Deutsche übertrug. 1807 wurde Samuel Levi in den Sanhedrin zu Paris berufen, dem er ein volles Jahr anwohnte. 1808 erhielt er das Großrabbinat zu Mainz, das er bis zu feinem Tode 1813 verwaltete. Kurz vor feinem Hingang hafte ihn der Kaiser Napoleon in längerer Audienz em- ^Qn9£)3r junge Benedict genoß in Mainz den ersten Schulunterricht. Dort sah er *1812 Napoleon auf seinem Zuge nach Rußland über die große Bleiche ziehen. Sein Lehrer Eisik Schwalje hob ihn in die Höhe und rief: „Sprich den Segen!" So schreibt die jüdische Lehre beim Anblick eines gekrönten Hauptes vor. 1816 bis 1819 besuchte Benedict Die israelitische Realschule des bekannten Dr. Creizenach. Nachdem er fünf Jahre lang bei den Rabbinern Weißmann und Kastel in Mainz den Talmud studiert, bezog er 1824 bie Universität Würzburg, wo der bedeutende Talmudgelehrte Abraham Bing zahlreiche junge jüdische Theologen um sich versammelt hatte. Benedicts Jahreswechsel lautete auf 200 Gulden. Daß er bei dieser geringen Summe oft in harte Bedrängnis geriet, war natürlich. Immerhin wußte er sich mit Humor in feine Lage zu schicken; vorübergehend half ihm die Großmut eines vermögenden Anverwandten aus der Geldnot. Bei den Professoren Metz und Wagner hörte er Philosophie und Geschichte; Hebräisch, Syrisch und Chaldäisch bei Schwarz, Aesthetik und Pädagogik bei Fröhlich. Dem Aufstrebenden blieben innere Kämpfe nicht er- Parlamentarisches ans Hessen. Der Zweiten Kammer der Stände ist eine Vorlage des ; Otoßl). Finanzministeriums zugegangen, worin ein Gesamtbetrag von 5,240,400 Mk. zur Herstellung von Erwette- iang5» und Ergänzungsanlagen auf den Staatsbahnen und gut Vermehrung der Betriebsmittel gefordert werden. Von bet genannten Summe entfallen 266,000 Mk. auf Erweiie Mg des Bahnhofs Alsfeld, 300,000 Mk. auf Erweiterung Bahnhofs Gießen. Die Erweiterung der Bahnhöfe in Monsheim und Bischofsheim ist mit 1,000,000 Mk. bezw. 60(1,(100 Mk. vorgesehen; für den Bau eines zweiten Geleises auf der Riedbahn zwischen Darmstadt und Goddelau- CtjdDen sollen 970,000 Mk. und zur Beschaffung von Be- tricbimitteln 2,100,000 Mk. verwandt werden. An die Zweite Kammer ist ferner ein Gesetzentwurf gelangt, betr. das Faselwesen, nebst Begründung. Art. 1 b(3 Gesetzentwurfs lautet: Die Gemeinden sind verpflichtet, btt für die Rindvieh-, Schweine- und Ziegenzucht nach Maßgabe des innerhalb der Gemeinden vorhandenen Viehstandes mörderlichen Fasel-Tiere (Bullen, Eber und Ziegenböcke) in iigcitum zu erwerben, und so lange dieselben zur Zucht iieium, in Eigentum zu halten. Ausnahmen von vorstehender 8kgdl sind nur statthaft, wenn entweder: a. für das Dor- hänvc.'nsein der erforderlichen Anzahl von Faseltieren, sei es burck Zuchtvereine, sei es infolge privatrechtlicher Verpflichtungen oder freiwilliger Leistungen Dritter in genügender L-kisL gesorgt ist, oder: b. nach der Bedeutung der Viehzucht hinsichtlich einer Eiergattung in einer Gemeinde und vorausgesetzt, daß dem Interesse derselben nicht auf dem in Irt. 2 bezeichneten Wege genügt werden kann, die Durch- -fihrmig der Vorschrift' des ersten Absatzes eine unverhält- rismÄßige Belastung der Gemeinde zur Folge haben würde. Heben die Frage, ob einer dieser Ausnahmefälle vorliegt :inb (infolgedessen die betr. Gemeinde von der Verpflichtung zur Haltung von Faseltieren ganz oder teilweise entbunden Md.cn soll, hat der Kreisausschuß zu entscheiden. — Nach irt. 2 können sich mehrere Gemeinden zur gemeinsamen tziMrbung und Haltung der für dieselben erforderlichen jafdltiere vereinigen. Das Ministerium des Innern richtet an die Zweite Jammer das Ansinnen: die Zustimmung zum Verkauf eines teils von 17 Qu.-Metern von der zum Landeseigentum «l)irrigen, in der Gemarkung Gießen gelegenen Parzelle > XX. Nr. 1834/1O zum Preise von 1 Mk. 14Pfg. für kn Quadrat-Meter an das Königreich Preußen (Eisenbahn- KtmaUung) zu erteilen. Ein Antrag der Abgg. Häusel und Genossen betrifft dk lilebcrnahme der Transportkosten und Diäten der Großh. riciB-Bauinspektoren auf die Staatskasse. Eine dringliche Anfrage der Abgg. Köhler (Langsdorf :nb Genossen betrifft die zu erwartenden Vorlagen Großh. Ninsteriums der Justiz über die Gesetzentwürfe über die gtqwfltprrto vierteljährlich 2 Mark 20 Psz. monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn. Lei Postbezug 2 Mart 50 Wfr vierteljährlich. jm mend, wurde am 14. Oktober 1806 als der Sohn Mlbiners Samuel Wolf Levi zu Worms geboren. Sein !$jter gehörte zu den wenigen Rabbinern des vorigen Jahr- ßinbcertd, die mit großem rabbinischem Wissen humanistische kild-ling und beste gesellschaftliche Formen verbanden. Als KZranzosen 1793 das linke Rheinufer überschritten, flüchtete o, iin der Besorgnis, als einer der Notablen der Stadt nach Hamkreich als Geisel geführt zu werden, in Begleitung -tiner Bürger nach Frankfurt a. M. Dort fand er elf llomate lang ein Asyl, bis in Worms Ruhe und Ordnung ^ll-iLgekehrt waren. Samuel Levi war der französischen bauche vollkommen mächtig. In seinem Hause pflegten ft lüängere Zeit Bürgermeister und Gemeinderat von Worms Unser hochverehrter Mitbürger, Oberrabbiner Dr. 23 e ne» ?)ic I Levi, ist Mittwoch in seinem 93. Lebensjahre^nach ILrjn Krankheit aus dem Leben geschieden. Langes Siech - ttin. ist ihm erspart geblieben, schmerzlos und friedlich ist •c Ihinübergeschlumniert. Wer den Heimgegangenen vor Uti igen Tagen in wahrlich seltener geistiger und körperlicher lösche unter uns wandeln sah, der mochte ihm noch 'feite von Jahren zutrauen. Nun hat ihn unerwartet Deutsches Reich. Berlin, 5. April. Der Kaiser hörte heute morgen den Vortrag des Chefs des Civil-Kabinetts, v. Lukan ns, und sodann die Vorträge der Minister Bosse und Thielen. Später empfing der Kaiser den Geschichtsmaler Röckling. Zur Frühstückstafel beim Kaiserpaar war der Erbprinz von Sachsen-Meiningen geladen. Berlin, 5. April. Der zweitälteste Sohn des Schah von Persien, Prinz Melik Manssur, der in vergangenem Herbst sich hier in ärztlicher Behandlung befand, ist, von Nizza kommend, gestern hierher zurückgekehrt, um sich einer nochmaligen ärztlichen Behandlung zu unterziehen. Nach Beendigung derselben kehrt der Prinz direkt nach Teheran zurück. Berlin, 5. April. Zum kommandierenden General 10. Armee-Korps ist der General der Infanterie v. Borne dorff, zurzeit kommandierender General des 5. Armee Korps in Posen ernannt worden. Derselbe ist hier eingetroffen. Berlin, 5. April. Wie aus Königsberg gemeldet wird, ist der dortige General-Leutnant v. Stülpnagel zum Kommandeur des 5. Armee-Korps (Posen) ernannt worden. Berlin, 5. April. Die „Kreuzzeitung" dementiert die Meldung, daß Prinz Adalbert von Preußen eine Weltreise antreten werde. jfr. 81 stfHetnt tägfi<6 ii> Ausnahme des MonlagS. Gießener AimUieuVlütter Itri-en dem Anzeiger UWentltd) viermal b rigelegt. gea.tzme »en Anzeigen zu der nachmittags für de, ^.tAen Za| erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. Feuilleton. Gberraböiner Dr. Levi f. flalten und den Taubstummenanstalten der Fall; c. bei den Lehrerstellen, mit denen eine Dienstwohnung verbunden ist, Ur dieselbe nach Maßgabe des Beamtengesetzes vom 9. Ium 1898 ein prozentualer Gehaltsabzug eintrete." Ein Gesuch der seminaristisch gebildeten Lehrer und Lehrerinnen an höheren Bürgerschulen betrifft Neuregelung ihrer Gehaltsverhältniffe. £„ v j Eine Vorstellung der Schornsteinfeger-Innung für das Großherzogtum Hessen betrifft die Beschwerde des Bautechnikers Wenzel zu Darmstadt gegen die Schornsteinfeger- Innung zu Darmstadt. Eine Eingabe der pensionierten Militar-Jnvaliden geht dahin: „Hohe Zweite Kammer der Landstände wolle be- schließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, den angeführten Petenten ohne Ausnahme recht bald eine dauernde Aufbesserung ihrer Militär-Pensionsbezüge und zwar nach dem Reichsaesetz vom 27. Juni 1871 zu gewähren." Ein Gesuch des Pfarrers A. Hepding betrifft Gewährung eines entsprechenden staatlichen Zuschusses zur Restaunerilng des altehrwürdigen Großen-Lindener Gotteshauses. Ein Gesuch der Bürgermeister des Kreises Gießen betrifft die Neuregulierung ihrer Diensteinkommen. Eine Eingabe der Lokomotivführer der Main Neckar- Eisenbahn betrifft Besserung ihrer Gehaltsverhältniffe. Eine Eingabe der Vorstände des Evangelischen Pfarrvereins, der Evangelischen Konferenz und der Frankfurter Konferenz betrifft Aufbesserung der Pfarrgehälter. Gießener Anzeiger General-Unzeiger Gratisbeilagen: Gießener Familicnblätter, Der hessische Kandwirt Matter für hessische Volkskunde. Berlin, 5. April. Der 28. Kongreß der deutsche» Gesellschaft für Chirurgie wurde heute vormittag unter dem Vorsitz des Geheimrats Professor Eugen Hahn hier eröffnet. Ausland. Wien, 5. April. Im hiesigen Tiergarten brach in dem Dorfe der gegenwärtig dort gastierenden Baschiri-Truppe heute morgen Feuer aus. Eine Negerin erlitt so schwere Brandwunden, daß ihr Zustand lebensgefährlich ist. Rom, 4. April. Die erwartete und erhoffte Besserung im Befinden des Papstes will nicht eintreten. Das geistige Leben, so schreibt ein Gewährsmann aus Rom, glüht mit unheimlicher Lebhaftigkeit in dem bis zur Durch- scheinbarkeit abgemagerten Körper wie ein zuckendes Flämmchen in einer Alabaster-Lampe. Was den greisen Körper aufrechthält, ist nur noch der sieghafte, ungebrochene Geist, der die entweichende physische Kraft mit transcendentaler Gewalt zu längerem Verweilen zwingt. Die Unbill des launenhaften, bald dumpfen, bald eisigkalten Wetters mag einen Teil der Schuld an der nicht günstigen Wendung haben, und treten endlich die lang ersehnten lauen Frühlingslüfte ein, so ist es nicht unmöglich, daß die Hoffnung der Aerzte sich erfülle und der Kranke sich wieder erhole. Wahrscheinlich ist es nicht, und es ist darum fast pietätlos, dem gebrochenen Greise die Abhaltung eines Konsistoriums anzusinnen, das nicht sein, sondern das Werk der Unversöhnlichen wäre. Sie setzen alles daran, im Konklave die Mehrheit zu erringen — und gelingt ihnen die Abhaltung des Konsistoriums, so haben sie ihr Ziel erreicht — denn in articulo mortis würde Leo XIII. ihnen in jeder Hinsicht zu Gefallen sein müssen. Kardinal Rampolla dringt auf die Verleihung von mindestens zwölf Hüten, davon entfielen acht auf seine Parteigänger. Von fremden Kandidaten sind zwei in Aussicht genommen: Captier und Hemptinne, und auch diesen rühmt man den Eifer nach, den sie in der Unterstützung des Staatssekretärs bethätigten. Rom, 5. April. Die Aerzte rieten dem Papst die Einstellung der Pilgerempfänge. Madrid, 5. April. Durch ein Dekret der Königin- Regentin ist der Staatsrat aufgehoben worden. Jedes der zwölf Mitglieder desselben bezog ein jährliches Gehalt von 15000 Pesetas. Petersburg, 5. April. Die Studenten-Un ruhen zeigen einen bedenklichen Charakter. Bisher sind zweitausend Studenten relegiert. Die Regierung ergriff außerordentliche Maßnahmen zur Unterdrückung der Bewegung. Iokalrs und Provinnrües. -e. Reu Ulrichstein, 5. April. Monatsbericht der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein für den Monat März 1899. Am 31. März 1899 befinden sich in der Kolonie 52 Mann. Dieselben verteilen sich: 1. Nach der Geburt: Großherzogtum Hessen 7, Regierungs-Bezirk Kassel 5, Regierungsbezirk Wiesbaden 9, Provinz Nheinlande 3, Provinz Westfalen 2, Provinz Hannover 3, Provinz Sachsen 1, Provinz Brandenburg 3, Provinz Schlesien 2, Provinz Pommern 2, Provinz Westpreußen 1, Provinz Ostpreußen 2, Provinz Hohenzollern 1, Reichslande 1, Hamburg l, Königreich Bayern 3, Königreich Sachsen 3, Großherzogtum Baden 1, Großherzogtum Mecklenburg 1, Thüringische Staaten 1. Nach dem Gewerbe: Arbeiter 15, Bäcker 1, Brauer 1, Former 2, Gärtner 2, Kappenmacher 1, Kaufleute 8, Kellner 2, Maschinenzeichner 1, Maurer 3, Photograph 1, Schlosser 3, Schreiner 2, Schuster 3, "Schneider 3, Schreiber 1, Tüncher 1, Tuchmacher 1, Krankenwärter 1. Gearbeitet wurde 1475 Tage. Verpflegt wurde 1744 Tagen. Die Kolonie zählte im März 222 Sonn- und Feiertage, 42 Krankentage und 5 Beurlaubtentage. Im Monat Februar wurden entlassen 19 Mann, und zwar in Stellung durch die Kolonie 2, durch eigenes Bemühen 2, auf eigenen Wunsch 10, wegen Arbeitsunfähigkeit 3, wegen Krankheit 1, wegen schlechtem Betragen 1. Seit Bestehen der Kolonie wurden ausgenommen 3570, entlassen 3518, bleibt Bestand 52. sein Sohn, an seiner Stelle." (1. Buch der Chronik, Kap. 29, V. 26.) Diese sinnige Beziehung auf seines Vaters gesegnete Regierungszeit und auf ihn selbst als dessen Nachfolger gefiel dem Großherzog so wohl, daß er die Widmung bei der Hoftafel von Hand zu Hand gehen ließ, und wiederholt seinen Beifall darüber äußerte. Ludwig II. war es auch, der Levi das Versprechen gab, sämtliche jüdische Gemeinden der Provinz Oberhessen dem Rabbinat in Gießen zu unterstellen. 1832 führte Levi die anmutige Henriette Mayer aus Mannheim als Gattin in sein Haus. Diese gemütreiche und geistig hochstehende Frau war bis zu ihrem frühen H'.nscheiden (1842) eine der anziehendsten Erscheinungen der Gießener Gesellschaft. Die Besten bewarben sich um ihre Freundschaft. Sie war eine ausgezeichnete Klavierspielerin und ohne Zweifel hat ihr Sohn Hermann, der Generalmusikdirektor in München, seine musikalische Begabung von ihr empfangen. 1842 raffte eine tückische Krankheit sie hinweg. Der erste Stadtpfarrer, Kirchenrat Dr. Engel, hielt ihr die Grabrede und der Universitätsprofessor Schaefer widmete ihr in der Didaskalia einen warm empfundenen Nachruf. Unter den litterarischen Arbeiten Benedikt Levis verdient seine 1832 veröffentlichte Abhandlung „Beweis der Zulässigkeit des deutschen Choralgesanges mit Orgelbegleitung bei dem sabbathlicheu Gottesdienste der Juden" genannt zu werden. Der Verfasser vertritt die Ansicht, daß es mit den äußerlichen kirchlichen Formen eine ähnliche Bewandtnis Nidda, 30. März. Am vergangenen Mittwoch wurde die Verschiebung der Eisenbahnbrücken über die Nidda (in der Nähe des Hains) vorgenommen. Es ging alles mit größter Sicherheit von statten und vollzog sich ungefähr im Zeitraum einer halben Stunde. Während des Verschiebens wurden mehrfach photographische Aufnahmen gemacht. Es gewährte einen imposanten Anblick zu sehen, wie die beiden Eisenkolosse, welche mit einander verkuppelt waren, vorrückten. Trotz dem Reißen der beiden Drahtseile wurde die neue Brücke rechtzeitig in die rechte Lage gebracht, sodaß der gegen 1/i2 Uhr von Gelnhausen kommende Personenzug dieselbe passieren konnte. B. Von der Bergstraße, 4. April. Es scheint als wolle das Jahr 1899 ein ebenso mageres Weinjahr werden, wie das vorhergegangene eins gewesen ist. Peronospora, Oidinm und Sauerwurm in Verbindung mit der schlechten Witterung des ersten Semesters in 1898 haben es fertig gebracht, daß 1898 sowohl in Ansehung der Menge, als auch der Güte eines der schlechtesten Weinjahre des sich seinem Ende zuneigenden 19. Jahrhunderts gewesen ist. Hieraus ergiebt sich, daß die Weinpreise steigen, ganz abgesehen von der zu erwartenden Wcinsteuer. Besonders gefragt sind die Jahrgänge 1893, 1895, 1896 und 1897. Der Jahrgang 1895 hat sich recht schön entwickelt, dem 1893er kommt er doch nicht gleich. — Die acht häßlichen Tage vom 18. bis 26. März haben an Aprikosen- und Mandelblüten sowie an den Reben Schaden angerichtet, besonders in feuchten niederen Lagen, während höher gelegene, trockene Rebberge besser durchgekommen zu sein scheinen. Hoffentlich bewahrheitet sich, daß der erste Schrecken meistens größer ist, als der wirkliche Verlust. *f Erbschaft?- und Schenkuugssteuer in Baden. Die Badische 2. Kammer hat am 20. v. Mts. ein Gesetz einstimmig angenommen, wonach die Erbschafts- und Schcn- kungssteuer neu normiert wird, was durch das bürgerliche Gesetzbuch notwendig geworden war. Hiernach erträgt diese Steuer dem Großherzogtum Baden jährlich über 3 Millionen Mark. Unsere hessische Erbschafts- und Schenkungssteuer ergiebt bekanntlich nur 480 000 Mark. Sollte das nicht auch als ein Fingerzeig für den so viel gesuchten ganzen oder teilweisen Ersatz der so viel Unzufriedenheit erregenden Weinsteuer angesehen werden können? Vermischtes. * Kaiserslautern, 4. April. Der gestern erfolgte Beginn der Radwettfahren brachte schon einen schönen Erfolg für die „Pfälzische Nähmaschinen- und Fahrräderfabrik" dahier. In Berlin-Charlottenburg gewannen nämlich Jörns-Rucker das Tandemfahren in überlegener Weise auf ,Kayse r"-Nad. * Prämiierung. Dr. Theinhardts Nährmittel-Gesellschaft in Cannstatt erhielt auf der im März 1899 stattgehabten „Ausstellung für Nahrungsmittel" zu Berlin wiederum die höchste Auszeichnung — die goldene Medaille — für ihre beiden ausgestellten Nährpräparate: Hygiama u. Dr. Theinhardts Kindernahrung. * Aus Airolo wird gemeldet: Zwishen den Herren Ingenieur Gerber, als Vertreter des Bundes, Major Schott, als Vertreter des Militärdepartements, Schraffl und Dornfeld, Ingenieuren der Gotthardbahn, dem Präsidenten des Staatsrates des Kantons Tessin, Curti, dem Kontingents- ingenieur Velladini und dem Gemeinderat von Airolo fand eine Konferenz statt, in welcher beschlossen wurde, den gefährlichsten Teil des Sasso Rosso durch Dynamit zu sprengen. * Ladenschluß. Dem Bundesrat ist dieser Tage die von dem Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband, Hamburg, veranstaltete Petition, zu gunsten der reichsgesetzlichen Regelung einer einheitlichen Ladenschlußstunde, mit nahezu 47 000 Unterschriften bedeckt, zugegangen. Diese Petition giebt ein recht genaues Bild der Stimmung der Kaufmannschaft dieser, augenblicklich im Vordergründe des kaufmännischen Interesses stehenden, wichtigen Frage gegenüber. Unterschriften sind aus insgesamt 642 Ortschaften eingegangen, die sich hinsichtlich ihrer Lage auf das gesamte Reich verteilen. 11260 Prinzipalen stehen 35622 Angestellte gegenüber, neben 40 992 männlichen Personen habe, wie mit den Formen des Lebens, die sich der Bildungsstufe und den erhöhten Anforderungen des Zeitalters anpassen müssen. Er liefert als Gesamtresultat seiner Betrachtungen den Beweis, daß der deutsche Choralgesang mit Orgelbegleitung beim sabbathlichen Gottesdienste nicht nur aus reinen Vernunftgründen, sondern positiv nach den Zeugnissen des Talmud und seiner angesehensten Interpreten zulässig sei. Durch Levis Schrift, die im dritten Bande des Archivs der Kirchenwissenschaft publiziert wurde, weht der Geist echter Frömmigkeit, Duldung und Menschenliebe. In segensreicher Amtsthätigkeit schwanden Benedict die Jahrzehnte dahin. Bei seinen Landesfürsten, deren er fünf den Thron besteigen sah, stand er stets in Gunst. 1878 feierte er sein 50jähriges Doktorjubiläum, 1879 sein 50jähriges Amtsjubiläum. Der Universität, deren philosophische Fakultät ihm das Doktordiplom ehrenvoll erneuerte, machte der Jubilar seine gesamten wertvollen talmudischen, rabbinischen und hebräischen Schriften, eine stattliche Bibliothek, zum Geschenk. Während der Winter des Lebens Flocke um Flocke auf das Haupt des würdigen Mannes streute, erlebte sein Herz die Freude, seinen Sohn Hermann, den genialen Dirigenten, Sprosse um Sprosse an der Ruhmesleiter emporklimmen zu sehen. 1882 wohnte er der Aufführung des „Parsifal" unter seines Sohnes Leitung in Bayreuth bei. An seinem 80. Geburtstage ward Dr. Levi die Ueber- raschung zu teil, von Lenbach, deffen Bekanntschaft er während eines längeren Aufenthaltes in München gemacht hatte, sein wohlgetroffenes Porträt als Geschenk zu erhalten. itt Selan Alle noch ri übet die zr Milchen Urchnungsjahi Arbeit?» unb yieibung btt i längens ben, hoppeltet fluife Metchen. Gichn, drn' Do» § ßmtz Mittet < "AiU „Das Bild", zeichnet Levi auf, „ist ganz lenbadiydb weniger ähnlich im gewöhnlichen Sinne, als charMm'"^ treu. Die Leute meinen aber, ich sei zu alt gemalt, tu dürfte ich an meinem 90. Geburtstag aussehen. Wen« dem so ist, so teile ich das Schicksal des Papstes Leo XI'1 der, wie mir Lenbach sagte, geäußert, er habe iHv aue gemalt als er sei." In der That gewinnt es denAnsaM als ob Meister Lenbach mit seinem Porträt Levis anticipay1' eine zarte Anspielung auf dessen Centenar-Geburtstagvst'' beabsichtigt habe. Das Schicksal hat es anders gefügt. Zwar spät, n' doch seinen Kindern, seinen Freunden und Verehrern früh, ist der Ehrwürdige nun dahingegangen. Die markantesten Charakterzüge Levis waren Memcl^ freundlichkeit und Duldsamkeit. Ausgewachsen in den grob Humanitären Ideen des beginnenden 19. Jahrhunders, Z/v des Jahres 1848 und lebenslang gewohnt, die MenlL nicht nach ihrem Glaubensbekenntnis, sondern nach w Gesinnung, nach ihrem Charakter zu werten, waren Reaktion und der ObscurantismuS unserer Tage der gr^ Kummer seines Greisenalters. Vertrauten Freunden (M. über hat er oft geäußert: „Ich bin nur froh, daß ich abgerufen werde. Wer weiß, was ich sonst noch ert müßte!" , An seiner Bahre fallen uns die Worte Herders r» „Die Religion ist die höchste Humanität des Men^ Die liebenswürdige Erscheinung Levis wird allen, Die gekannt und verehrt haben, unvergessen bleiben. haben 5890 weibliche Angestellte unterschrieben. Wahrcn in den kleineren Städten und Ortschaften die Prinzipal,^ | sich fast durchgängig unthätig verhalten hat, ist fn I größeren Städten eine sehr rege Beteiligung zu vermerke-' so sind z. B. in Hamburg von 7739 Unterschriften 2711 Prinzipale. Rechnet man dazu, daß Hamburg! eine derjenigen Städte ist, die zur Zeit den spätesten Lade»^ schluß haben, so ist das sicher ein Zeichen, daß auch selbständige Kaufmannschaft für sich die Wohlthat fin^ gesetzlichen Ladenschlußstunde herbeiführen möchte. * Zum XVII Kongreß für innere Medizin. Aus Sari» bad wird uns geschrieben: Der hier tagende XVII. 9on.,rt; für innere Medizin wird sein Arbeitsprogramin vier Tagen und zwar vom 11. bis 14. April inkj. „ 9 Sitzungen erledigen. Die Sitzungen werden im grofo Saale des Kurhauses abgehalten, während in den räumen eine Ausstellung von neueren ärztlichen Jnstn»^ Apparaten 2C. untergebracht fein wird. Zum werden ungefähr 400 auswärtige Teilnehmer erwartet Montag, dem 10. April findet ein Begrüßungsabend Der Kongreß wird am Dienstag, dem 11. April durch s Vorsitzenden, Herrn Geh. Med.-Rat Quinke aus 8iel n öffnet. Vorträge und Demonstrationen sind mehr als se^- angemeldet. — Die Stadtvertretung hat alle Vorkehrung zum würdigen Empfang und zur Bequemlichkeit der Gch darunter auch die Errichtung von Wohnungsbureaus ar den Bahnhöfen getroffen und ist ein abwechslungsreich«; Programm aufgestellt worden. Ueber Einladung der Lull Vertretungen von Marienbad und Franzensbad, sowieK Herrn kaiserl. Rates Heinrich Edler von Mattoni in Gin hübl Sai-erb iinn und der Brunnenuuternehmung Äronbr dürsten Ausflüge nach diesen Orten unternommen werda Samstag, den 15. April findet, wie alljährlich, die feierlich Weihe der Quellen statt. Die Theatervorstellungen h ginnen am 8. April. * General der Infanterie v. Voigts-Rhetz. Unsere al/ti Helden und Truppenführer aus den ruhmreichen jnta des alten Kaisers rücken allmählich zur großen Arwe ab. ihr Vermächtnis, das einige Deutschland unter Pnchrr Führung, bleibt uns und sichert ihnen den Dani An deutschen Geschlechter im In- und Ausland. Einer ta Wenigen, die als Generäle in dem deutsch französische Kriege mitgefochten haben und die noch teilnehmend m Deutschlands Freude und Leid unter uns wandeln, ist in General der Infanterie v. Voigts-Rhetz, L la sc - des Grenadier-Regiments König Wilhelm I. (2. preußischen Nr. 7). Der alte Herr feiert am 9. Ap i seinen 86. Geburtstag und am 2. Mai die 70. Wieder!^ des Tages seines Eintritts in die preußische Armee, in bid damalige 2. Infanterie - Regiment. In dem Verhältnis ä la suite des Königs-Grenadier-Regiments noch dem Hecn angehöreud, feiert der General also das seltene Fest dos 70jährigen Jubiläums. Vor Ausbruch des Krieges gegen Oesterreich wurde er von dem 42. Regiment als fcoxmncixVotu- zum Königs-Grenadier-Regiment berufen. Es war die Z. da das Lied entstand von den Königs-Grenadieren, Die jü das Vaterland den Heldentod starben. Mit den Ruhme» tagen des Regiments in diesem Kriege ist der Name Voigk Nhetz für alle Zeiten verknüpft. König Wilhelm I. üerhei dem damaligen Kommandeur den Orden pour le merit? und überreichte ihn persönlich vor der Front des Regiment! in Liegnitz nach der Rückkehr aus dem Kriege. Der Feld zug gegen Frankreich sah den General v. Voigts-Rhetz Kommandeur der eisernen Brigade der Regimenter 7 unö < Auf feine Anordnung wurde der Geißberg erstürmt, irr die Königs-Grenadiere 23 Offiziere und 329 Mannsch:'^ verloren, der festeste Punkt der französischen Stellung aber endgiltig dem Feinde entrissen wurde. Es war der uji« große Erfolg des Krieges. „Gott sei gepriesen für Md< erste glorreiche Waffenthat!" telegraphierte der König r^lb Berlin. Später zeichnete sich der General in den Schlatlir von Wörth und Sedan aus und erhielt neben dem (Siferncw Kreuze 2. und 1. Klasse auch den russischen Georgs-Orku. zu dessen ältesten Rittern er nunmehr zählt. In *{1 70 er Jahren weilte er als solcher als Gast des Zana Alexander II. in Petersburg bei Gelegenheit des Festes bei Itiiltubtli Y! Mallmii , iridpMwit hfflrii|t98n Mlfpiltfi IpriMi Jirili fiM Mi -ich,, Mfr, " 11 .. Inh- • [itiityt. 1« Int «r-initiH gs "" Miii ^-11) l 1*1 Vi ! ^ Lfanterte ' ehrte 'h' «L I bt« s • Armee an,^ äS» • fnnnbotfl' : L- X* , Mural Kolter j die £ । der Hans , HcmraKrutnanl mentet von » Direktoren bei Hamburger $ Tagens hüllt UH die mit t .ihres Handels ihann Albrecht aaäa", SüpiÜ iii, das Ritter v-liehen ueb .bi- nafönlidj von b ' Der „A । gcmelbet wurde, Schutzmarke. / Lj K wer diese! 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Wallach, Marktplatz 8. ___________________ land zurück, wo es dann mit ihm unaufhaltsam bergab ging, bis endlich in Frankfurt a. M. fein reichbewegtes Leben u< Armut und Elend erlosch. Das Mohrmannsche Bandwurm- mittel bestand aus zwei Arzneien, von denen die eine Farnwurzelextrakt, die andere ein Gemisch von Himbeersaft und Rizinusöl enthielt. Das Mittel kann sich jeder durch Opferung von 1,20 Mark zusammensetzen; die auf eine Person entfallende Dosis ist 20 Pfennig wert. * H.-C. Heilstätten und medizinisches Ltudium. Die auf die Abwehr der Tuberkulose gerichteten Bestrebungen fördern immer mehr die Erkenntnis zu Tage, daß es wünschenswert fei, während des medizinischen Studiums die Heilstättenfrage mehr wie früher in den Vordergrund treten zu lassen, und dadurch nicht allein eine größere Zahl junger Aerzte dem Spezialstudium der Phtiseotherapie zuzufnhreu, sondern auch die Gesamtheit der Aerzte mit denjenigen Gesichtspunkten vertrauter zu machen, welche im Zusammenhang mit der sozialpolitischen Gesetzgebung für die Be kärn'pfung und Verhütung der verheerendsten Bolkskrankheit in Betracht kommen. In der Heilstättensitzung der letzten Naturforscher-Versammlung wurde darüber Klage geführt, daß eine gewisse Unkenntnis mancher Aerzte mit den Grundzügen der Kranken- und Invaliden Versicherung als Grund für die vielfach verspätete Unterbringung lungenkranker Versicherter anzusehen sei. Mit um so größerer Genugtuung ist es daher zu begrüßen, daß einzelne Kliniken begonnen haben, ihre Zuhörer durch gemeinsamen Besuch von Heilstätten an Ort und Stelle mit dem hygienisch-diätetischen Heilverfahren der Lungenschwindsucht und den für die planmäßige Abwehr derselben erforderlichen Vorbedingungen vertraut zu machen. Wünschenswert wäre es, wenn muftcr- giltigc Heilstätten u. a. im Anschluß ober wenigstens in der Nähe von Universitäten errichtet würden. t ghdironi „ > W-Mattartti MtiinseWer,, ‘ Wlipallku „ ' Mvsk» „ 5 Hhh ’ Pillrle „ c ffiipn | Mr« „ Msche» „ 1 Wfljk5®b6 „ y HOHENLOHE — M HAfEß-MEHU Linoleum vorzügkichsterModcnöel'ag, abgepaßt und vom Stück, in den verschiedensten Fabrikaten und Qualitäten, empfiehlt 2244 Krnst Mtoedner, Settersweg. von Schuster, hause zu Frankfurt a. M. in bitterster Not gestorben ist, hatte ein überaus bewegtes Leben hinter sich und hätte in diesem Jahre sein 25jähriges Jubiläum als Kurpfuscher feiern können. Im Jahre 1874 kam Mohrmann, der das Uhrmacherhandwerk erlernte und sich später dem Photographenfache zuwandte, nach Frankenberg i. S. und ergriff dort seine Spezialität infolge eines zufälligen Ge spräches mit einem Arzte. Seine Hoffnung täuschte ihn nicht, die Dummen wurden nicht alle, und Mohrmann, der mit seiner Familie bisher in den dürftigsten Verhältnissen gelebt hatte, wurde infolge seiner zunehmenden Praxis bald ein steinreicher Mann. Als in Frankenberg die Polizei auf fein Treiben aufmerksam wurde, siedelte Mohrmann nach Nossen über, woselbst sein Geschäft derart florierte, daß er der Höchstbesteuerte dieser Stadt marb und einen wahrhaft fürstlichen Haushalt hielt. Durch das Geld der „nie alle Werdenden" war es ihm vergönnt, ein ganzes Heer von reisenden Vertretern halten zu können, welches fein Band- rourmmittcl in ganz Europa vertrieb. Später ließ sich Mohrman in Berlin nieder und gab sich durch Herausgabe mehrerer „medizinischen" Schriften einen wissenschaftlichen Anstrich. So widmete er u. a. auch der deutschen Nation ein Werk über die Allerweltskrankheit Influenza. Durch seinen Ehrgeiz veranlaßt, spendete M. des Oefteren hohe Summen für gemeinnützige Zwecke, was dann durch Reklamen an die große Glocke gehängt wurde. Nahezu eine Million Mark verspielte Mohrmann an der Börse! Im ganzen unterhielt Mohrmann in Europa etwa 60 Filialen, wovon 37 auf Deutschland entfielen, die er durch eigens von ihm geschulte „Direktoren" besetzte. Da Mohrmann seine Mittel bekanntlich ohne Rücksicht auf Alter und Körperzustand seinen Patienten abgab und zwar selten unter 10 Mark, so geriet er wiederholt mit dem Strafrichter in Kollision und mußte häufig Wochen, ja Monate lang wegen Kurpfuscherei, verbunden mit Körperverletzung und Betrug hinter schwedischen Gardinen sitzen. Dabei war Mohrmann ein Gemütsmensch, denn bei seinen zahlreichen schleunigen Abreisen nach Amerika zwecks Entziehung von Strafverbüßungen trieb ihn das Heimweh immer wieder nach Dcutsch- Empfehle 2843 guten,börskrlich.Mlagsjisch in und außer Abonnement. C. Heß Witwe, Zum Lindenhof. m mit dem Rest meiner Putz- waren zu räumen, verkaufe zu jedem annehmbaren , Preis. 2797 Greßen. Afterweg IO. fi06xdritter. Nach dem Kriege übernahm General v. DoigtS- flRit die Division in Hannover und trat dann als General dü-Infanterie unter Verleihung des Großkreuzes mit der des Hohenzollern'schen Hausordens in den Ruhestand. (sEcHtr ehrte ihn Kaiser Wilhelm II noch durch Verleihung diL Großkreuzes des Roten Adler-Ordens. General ti -oigts-Rhetz ist mit einer Dame aus alter schwedischer Ihnilie verheiratet, die trotz des hohen Alters sich, wie der S^bilar selbst, noch rüstiger Gesundheit erfreut. Der Wohnst ch des Generals ist gewöhnlich Nizza, wo die hohe vor- 1 mjir< Gestalt deS alten Prussien wohlbekannt ist. Von Lixi Kindern gehören zwei als Stabsoffiziere der deutschen an; ein anderer Sohn des Generals ist der Haupt- iniii a. D., früher im dritten Garde-Regiment, Dr. ü. LiijitS Rhetz, jetzt deutscher Gesandter in Guatemala, eine 1).- Deutschen der Balkauhalbinsel und Chiles aus frühem UfWmischeu Zeiten wohlbekannte und verehrte Persönlichkeit. ' Hamburg, 4. April. Der Senat gab heute abend ein HMmahl im Kaiserfaal des Rathauses, an dem die Ver- tiroter des Kaisers bei dem Empfang der „Bulgaria", Wumal Köster und Graf Wolff-Metternich, sowie Kapitän O£l)iniöt, die Offiziere und Maschinisten der „Bulgarin", -1 Kiner der hanseatische Gesandte in Berlin, Dr. Klügmann, ♦ Süiiiritteutuant Freiherr v. Schleinitz, bcr_ £)bcrbiirger« - Trtijteti" von Altona, Dr. Giese, bic Aufstchtsräte unb . Sireft oren der Paketfahrt-Gesellschaft, der Vorstand der l'aailmirgcr Bürgerschaft u. a. teilnahmen. Aufsichtsrat ' Ntgt nS trank auf das Wohl des Senats, als der Regier- • die mit reger Thatkraft bic Jutereffen der Stadt und tret .Handels zu wahren wisse. Der Herzog-Regent Jo- 'gmn Albrecht von Mecklenburg hat dem Führer der „Bul- gqa", Kapitän Schmidt, der ein geborner Mecklenburger iiil, bt.5 Ritterkreuz deS Hausordens der wendischen Krone 3,!r|ieb«i und ihn in einem sehr anerkennenden Schreiben i tiefer Auszeichnung in Kenntnis gesetzt. Auf Wunsch Div Ö-rzog-Regeutcu wird Kapitän Schmidt die Auszeichnung , Dtriiirllid) von demselben in Empfang nehmen. Der „Bandwurmdoktor" Richard Mohrmann, der, wie .$tinc(>et wurde, vor einigen Tagen im Armen- und Siechen- Ziehung vom 14. bis 19. April. Whttahrls-Geldlotterie Lauptgew.: Mk. 100 000, 50 000, 25000, 15 000 usw. Lose Mk. 3.30, Porto und Liste 25 Pfg. mehr, empfiehlt so lange Vorrat Bich. 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Ml! noch rückständigen Rechnungen (litt die zur Unterhaltung der Mischen Gebäude und Straßen im MmngSjahre 1898/99 ausgeführten Brbei? m und Lieferungen sind bei ®eibr.ng dec N'chtberücksichtigung bis : l/injffcmö den 1. Mai l. I in ’ wppelfer Ausfertigung bei uns ein- ^Mielchen. SiGcn, den 1. April 1899. Das Stadlbauamt. Schmandt. 2958 — Ziehungl ch bie Ä in J 3*8* ■'M«« !e. ^egrufeung^t. 1 Quinte len sind mt^; '9 hat alle Lotz ö^uemli^teit t Wohnung^ e,n abwech-ix Einladung:• Franzensbab, j, -r von Watten '"uiiternehmiz! :n unternomir.« alljährlich, dii Theatervvrfikür Achtung! Kelegenheit für Radfahrer! To lange Vorrat, verkaufe ick Brennabor 10"^^rt,en Brennabor ®°?g:ns£L Außerdem habe einen größeren Poften gebrauchter, noch gut erhaltener Fahrräder ehr billig abzugeben. 2730 Wilh. Hamel, Bleichftraße. Hleesamen la. Pfälz. Rotklee, (»wigkice (Vrov.), Schweb. Klee garantiert seidefrei, Grassamen verschiedene Sorten empfiehlt billigst 2603 Robert Stuhl, Neustadt 23. 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