die neuen Verwandten in Cetinje empfangen zu können, mußte der Fürst mehrere Paläste erbauen. Die Feste aus Anlaß der Hochzeit des Erbprinzen verschlangen bedeutende Summen, und der Versuch, in Cetinje ein Hoftheater einzurichten, erwies sich ebenfalls als sehr kostspielig. Fürst Nikita half sich dadurch, daß er alle greifbaren Staatsgelder mit Beschlag belegte und durch Schuldscheine des Staatsschatzes ersetzte. Da aber die Schuldscheine im Ausland keinen Cours haben, so war z. B. die montenegrinische Postverwaltung außer Stande, ihren Verpflichtungen gegen die ausländischen Postverwaltungen nachzukommen. Infolge dessen hat auch, wie schon bemerkt, die österreichische Post den Postanweisungsverkehr mit Montenegro eingestellt. Das österreichische Guthaben soll 250000 Gulden betragen. Fürst Nikita hat ferner durch Vermittelung des Sultans von der Ottomanischen Bank ein hohes Darlehen erhalten, mit dem die Kosten der Hochzeit des Erbprinzen bestritten wurden. Der Fürst hatte erwartet, daß er zur Deckung dieser Schuld die Mitgift der Erbprinzessin werde verwenden können. Aber in Mecklenburg soll man, nach Erkenntnis der finanziellen Lage des Hofes von Montenegro, nicht gesonnen sein, das Kapital der Mitgift nach Cetinje zu schicken. Die Erb- Prinzessin erhält nur die Zinsen ihrer Mitgift. Vom italienischen Hofe ist dem Fürsten Nikita eine ansehnliche Hilfe zu teil geworden, man spricht von 300000 Lire, die Admiral Canevaro im Namen der Prinzessin Elena von Neapel, bekanntlich einer Tochter des Fürsten Nikita, nach Cetinje gebracht habe. Alles das reicht aber bei weitem nicht. Auch die Summen, die der Fürst durch Hypotheken auf seine Grundstücke bei venetianischen Banken aufnehmen konnte, find ungenügend zur Deckung der dringendsten Staatsverpflichtungen, und wenn nicht der Zar hilft, muß man sich auf den montenegrinischen Staatsbankerott gefaßt machen. * Die Buren zu Hause. Das kleine Völkchen von Transvaal, das jetzt um feine Unabhängigkeit kämpft, bietet für die Europäer manches Interesse. Mit Tagesanbruch versammeln sich sämtliche Mitglieder einer Burenfamilie im sogenannten Speisezimmer, das auch als Küche dient. Das Familien-Oberhaupt liest einige Kapitel aus dem Alten Testament vor. Hierauf bringt die schwarze Dienstmagd ein großes Lavoir mit Wasser, sowie ein Handtuch, und die Familienmitglieder, ihrem Alter nach, waschen sich Gesicht und Hände. Nach vollzogener Waschung setzen sie sich zu Tisch, um das aus Butterbrot und schwarzem Kaffee bestehende Frühstück einzunehmen. Das Familien-Oberhaupt verrichtet zuerst ein Gebet, das die Anwesenden mitsprechen; ist das Schlußwort des Gebetes gesprochen, dann greift jeder Anwesende nach seinem Frühstück. Die Frauen nehmen ihr Frühstück an einem besonderen Tische ein. Die Kleidung der Buxen besteht aus einer Hose und breitem Sacco; Gilet und Kravatte kennen sie nicht. Die Weiber von Transvaal kleiden sich sehr einfach, natürlich trage« sie keine Mieder. Gefällt einem jungen Buren ein Mädchen aus der Nachbarschaft, so macht er davon seinem Vater Mitteilung. Nachdem er dessen Zustimmung erhalten hat, sattelt der junge Bur sein Pferd, schmückt dasselbe mit einem kostbaren Teppich und begiebt sich zu den Elter« seiner künftigen Braut. Hier angelangt, erscheint er vor dem Vater der Auserkorenen, um ihm den Zweck seines Besuches anzugeben. Der Vater erteilt jedoch keine positive Antwort, sondern ersucht den Werber, die Bekanntschaft seiner Söhne zu machen. Wird der Antrag angenommen, so spielt sich mit Anbruch der Nacht eine charakteristische Szene ab. Die Mutter der Braut betritt das Mädchenzimmer, stellt eine lange Kerze auf den Tisch, zündet dieselbe an, wünscht dem in einer Ecke fitzenden Liebespaare eine gute Nacht und entfernt sich. Darin erblickt der Freier die Annahme seiner Werbung. Er bleibt mit P: 8852 irzen. ichen I Pfg. 'uppe and gut und .2. 110PL 70 „ M-Mw . foU big Christ- tft. Wir hak>m für «Müsch mit Men brr an dir Lirde Md ilt Md ihm , ®arn u. bt* bf ßigste Bescherung ftr Mittwoch den 6 December 1SO9 Nr. 287 Erstes Blatt. Meßener Anzeiger Hmeral -Anzeiger Amts- und Anzeigeblntt für den Aveis Greszen. monatltcf) 75 Pfz. mit Bringerloh*. vei Postbezug 2 Mark 50 Pf,. vierteljährlich. ISt NnzNgen*Berminiunxr?.eSen bei In. nnb Äail«s«d »eh-meu Anzeigen für btn Sir eener Anzeiger entgr-KM. wrtcijftbrlbs HeeeN« Anzeigen zu bet nachmittags für bat feifmbt« Sh erschein en b en Nummer btt een», ft Uhr. Grschtt-t Uigtich eh bei Bte Gießener »awteWetfdrtUi werbe» bem Anzeiger »bchenütch »dermal Ikbeltton, Axpebitian und Druckerei: Fchntßraße Ar. 7. Gralisbriiagen: Gießener FsmilienblSUer, Der hessische Landwirt, Kliitter für hessische Volkskunde. --- g-L-U“t&JQ Abrrffe für Depeschen: Amzetger chiißas- Fernsprecher Nr. 51. ——™ ............ Amtlicher Teil. Gießen, den 4. Dezember. Betr.: Die Vertilgung des Frostnachtspanners. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom il4. November d. Js. (Gießener Anzeiger Nr. 270) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung erinnert. v. Bechtold. Bekanntmachung. Nachdem Großh. Ministerium des Innern mit Ber- fttgung vom 28. November 1899 zu Nr. M. d. I. 35114 dem Statut der Wassergenossenschast in Flur 1 und 2 der Gemarkung Steinheim die Genehmigung erteilt hat, wird in Gemäßheit des Art. 38 des Bachgesetzes vom 30. Juli 1887 nachstehender Auszug aus demselben unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das Statut mit seiner Verkündigung in Kraft tritt. 1. Namen der Genossenschaft: Wassergenoffenschaft Rodheimerwegsfeld. 2. Sitz derselben: Steinheim. 3. Gegenstand des Unternehmens: Entwässerung von Flur 1 und 2 der Gemarkung Steinheim. 4. Die von der Genossenschaft ausgehenden Bekanntmachungen werden unter der Bezeichnung: Wassergenoffenschaft Rodheimerwegsfeld im Kreisblatt für den Kreis Gießen erlassen und von dem Vorsteher unterzeichnet. Gleichzeitig wird Tagfahrt zur Wahl, Vereidigung und Einsetzung des Genossenschaftsvorstandes auf Freitag den 22. Dezember l. Js., vormittags IO Uhr, in das Gemeindehaus zu Steinheim anberaumt und zu der Wahl die Generalversammlung der Genossenschaftsmitglieder hierdurch einberufen. Gießen, den 4. Dezember 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung, Der Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und Umgegend beabsichtigt, mit einer vom 26.—28. Januar 1900 zu Gießen abzuhaltenden Geflügel- und Vogelausstellung eine Verlosung von Vögeln und Geflügel zu veranstalten, um die Mittel zur Deckung der Ausstellungskosten zu gewinnen. Großherzogliches Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung in Serien zu 1000 Losen unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 8000 Lose, 50 Pfg. das Stück, aus- gegeben werden dürfen, und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet worden. Gießen, den 2. Dezember 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Die Abhaltung der Viehmärkte. Wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche sind wir genötigt die Viehmärkte zu Gießen am 12./13. Dezember und zu HMgen am 11. Dezember auszuheben. Gießen, den 4. Dezember 1899. Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Zur Unterdrückung der Maul- und Klauenseuche wird der Handel mit Rindvieh, Schweinen, Schafen und Ziegen im Um her zieh en für baS Gebiet des Kreises Wetzlar für die Zeit vom 3. Dezember d. I. bis 2. Januar k. I. einschließlich, hierdurch untersagt. Handel im Umherziehen (Hausierhandel) liegt vor, wenn der Handel außerhalb des Gemeindebezirks des Wohnorts ftattfinbet, ohne daß der Betreffende an dem Orte, wo er Geschäfte machen will, eine gewerbliche Niederlassung besitzt. In dem vorstehenden Verbot des Hausierhandels ist das Verbot des Betretens der Gehöfte, der Stallungen und der Weiden seitens der Händler, Metzger u.s.w. und ihrer Beauftragten mitenthalten. Die ein stehendes Gewerbe betreibenden Metzger dürfen jedoch außerhalb des Gemeindebezirks ihrer gewerblichen Niederlassung Vieh zum Zwecke der alsbaldigen Abschlachtung, aus nicht gesperrten Gehöften auskaufen. Zuwiderhandlungen werden nach § 148 Ziffer 7 a der Reichsgewerbeordnung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft. Wetzlar, den 2. Dezember 1899. Der Königliche Landrat. Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in der Stadt Wetzlar in zwei Gehöften amtlich festgestellt worden ist, wird gemäß § 64 der Instruktion des Bundesrats, Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 27. Juni 1895, die Abhaltung des seitens des Provinzialrats der Rheinprovinz für den 6. Dezember d. I. der Stadt Wetzlar bewilligten Viehmarktes hiermit verboten. Die Herren Gemeindevorsteher des Kreises ersuche ich, die vorstehende Anordnung auf ortsübliche Weise in ihren Gemeinden sofort bekannt machen zu lassen. Wetzlar, den 1. Dezember 1899. Der Königliche Landrat. Bekanntmachung. Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung bringen wir zur Kenntnis der Beteiligten, indem wir dieselben zugleich auffordern, das hiernach Erforderliche rechtzeitig zu veranlassen, und auf die aus der Nichtbefolgung der gesetzlichen Vorschriften entspringenden Folgen Hinweisen. Gießen, den 14. November 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Bekauutmachuug. Mit dem 1. Januar 1900 tritt der nachstehend abgedruckte § 15a der Gewerbeordnung in Kraft. Derselbe findet Anwendung sowohl auf bereits bestehende, als auch auf nach diesem Zeitpunkt errichtete Geschäfte. Wir empfehlen den Gewerbetreibenden und Kaufleuten, die vorschriftsmäßigen Aufschriften für die bestehenden Geschäfte bis zum 1. Januar anbringen zu laffen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu unb e 8«tiS X»’*“ se»1*“ nicht henrrngegtben. echt halb an eine der rrl. Amalie Bansa, $tau MMichirral Jwwalb, Liebig' mann, BW8' iuife inftilt sind «««' 7828 :aiM ,,6tei«i,tü691829 Feuilleton. • Die Fiuauzen eines Fürsten. Aus Cetinje gehen dem „N. W. T." Mitteilungen zu, aus welchen zu ent nehmen ist, daß die finanziellen Verlegenheiten, in denen sich der Fürst der schwarzen Berge seit geraumer Zeit befindet, nunmehr, wie es scheint, ihren Höhepunkt erreicht haben, und daß der Moment nicht fern ist, wo das kleine Fürstentum Montenegro den Staatsbankerott anmelden dürfte. Daß die österreichische Regierung schon vor mehreren Wochen den Postanweisungsverkehr mit Montenegro einstellte, ist bekannt, und schon damals wurde hervorgehoben, daß diese Maßregel sich als notwendig erwiesen habe, weil für die von Montenegro aus nach Oesterreich gerichteten postalischen Geldanweisungen seitens der montenegrinischen Postbehörden keine Deckung erfolgte. Die Ursachen, aus welchen die finanziellen Schwulitäten des Fürsten Nikita hervorgingen, sind hauptsächlich in den Mehrausgaben zu suchen, welche der Hofhaltung in Cetinje I durch die Verheiratung der Prinzessin, sowie des Erbprinzen I erwuchsen. Der Fürst, der über den Staatshaushalt seines Landes keinem Parlament Rechnung abzulegen braucht, pflegte früher als Zivilliste 250,000 Francs jährlich zu verwenden. Mehr blieben nach der Bestreitung der unumgänglichen Staatsausgaben für das fürstliche Haus nicht übrig, und da die Montenegriner geschworene Feinde des Steuerzahlens sind, so war es auch nicht möglich, die Zivilliste zu erhöhen. Seitdem der montenegrinische Hof sich mit dem russischen, dem italienischen und dem mecklen- burgischen Regentenhause verschwägert hat, stellte es sich aber als unmöglich heraus, die Ausgaben des Hofes mit 250,000 Francs im Jahre zu bestreiten, wenn anders die Hofhaltung in Cetinje nicht auf das Niveau eines einfachen bürgerlichen Haushaltes herabgedrückt werden sollte. Um 150 Mk., im Unvermögensfall mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft. Gießen, den 27. Oktober 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. § 15a. Gewerbetreibende, die einen offenen Laden haben oder Gast- oder Schankwirtschaft betreiben, sind verpflichtet, ihren Familiennamen mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen an der Außenseite oder am Eingang des Ladens oder der Wirtschaft in deutlich lesbarer Schrift anzubringen. Kaufleute, die eine Handelsfirma führen, haben zugleich die Firma in der bezeichneten Weise an dem Laden oder der Wirtschaft anzubringen; ist aus der Firma der Familienname des Geschäftsinhabers mit dem ausgeschriebenen Vornamen zu ersehen, so genügt die Anbringung der Firma. Auf offene Handelsgesellschaften, Kommanditgesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien finden diese Vorschriften mit der Maßgabe Anwendung, daß für die Namen der persönlich haftenden Gesellschafter gilt, was in Betreff der Namen der Gewerbetreibenden bestimmt ist. Sind mehr als zwei Beteiligte vorhanden, deren Namen hiernach in der Aufschrift anzugeben wären, so genügt es, wenn die Namen von zweien mit einem das Vorhandensein weiterer Beteiligte? andeutenden Zusatz ausgenommen werden. Die Polizeibehörde kann im einzelnen Falle die Angabe der Namen aller Beteiligten anordnen. Die Artillerie der Bure«. Kapstadt, 8. November. Es ist bekannt, daß die Buren, entgegen allen Erwartungen, im Besitz einer überraschend guten Artillerie sind; die Vorgeschichte ihrer Entwickelung entzieht sich jedoch der allgemeinen Kenntnis umsomehr, als die Buren ein Interesse hatten, gerade über dieses Feld ihrer militärischen Entwicklung tiefstes Schweigen zu beobachten. Trotz der erfolgreichen Abwehr des Jameson'schen Räubereinfalles zu Anfang des Jahres 1896 hatten die Buren eingesehen, daß die Treffsicherheit ihrer Büchsen keine unbedingte Gewähr für erneute Siege in einem als unabwendbar geltenden großen Kriege gegen England biete, sondern daß Artillerie in erster Linie ausschlaggebend beim modernen Kampfe sei. Dementsprechend begannen sie sofort die Ausbildung dieser Waffe im großen Stile. Um Prätoria wurde ein ganzer Kranz von Befestigungen gebaut und auf dem Hospital Hill bei Johannesburg legten sie eine gewaltige Trutzfeste an. Neben dem deutschen Kommandanten Schiel, dem militärischen Erzieher Eloffs, Krügers Enkel, wurde eine große Anzahl militärisch und ganz besonders artilleristisch ausgebildeter Offiziere und Mannschaften herangezogen. Besonderes Verdienst hierbei gebührt dem deutschen Artilleristen Rohn, der sich bald das unbedingte Vertrauen der Regierung gewann. Seinem Einflüsse ist es zu danken, daß unter den 13,000 Deutschen von Johannesburg so ziemlich Jeder zur Staatsartillerie herangezogen wurde, der daheim bei dieser Waffe gedient hatte. Dabei beschränkte er sich nicht allein auf Deutsche, sondern warb bei den in Johannesburg wohnhaften Angehörigen aller Nationen, besonders bei den Franzosen. Ueberhaupt hat Frankreich bei der Schaffung und Einrichtung der Transvaaler Artillerie Verdienste, welche den deutschen kaum nachstehen. Ein sehr bedeutender Teil der Transvaaler Geschütze, wenn nicht gar der größte, stammt aus französischen Werkstätten, so namentlich auch das grobe Geschütz, die gewaltigen 40,Pfünder Creuzots, welche bei Dundee und Ladysmith auf eine Entfernung von 4 bis 6 Kilometer mit solchem Erfolge schossen, daß das entsetzte Volk ihnen den Spitznamen „Langer Tom" aufhängte. Seitdem ist der „Lange Tom" bei der ganzen Bevölkerung Südafrikas, soweit sie dem Kriegsschauplatz nahe steht, ein Ausdruck des höchsten Schreckens geworden. seiner Braut, so lange die Kerze brennt; ist sie aber dem Erlöschen nahe, verläßt der Bräutigam das Zimmer, um sich in das Gemach seiner künftigen Schwäger zu begeben. Die Gastfreundschaft der Buren kennt keine Grenzen. Ein Gast kann bei einer Burenfamilie wochenlang Unterkunft und Bewirtung finden. Nur ein Fußgänger als Gast begegnet bei ihnen Mißtrauen; der Bur versteht es gar nicht, wie ein Mann ohne eigenes Pferd Herumreisen kann. Die Sklaverei wurde von den Buren längst abgeschafft, und die bei ihnen im Dienst stehenden Neger werden mit großer Humanität behandelt. Humoristisches. * C’eet la guerre I Besuch: Wie entsetzlich wieder dieser Krieg in Südafrika! Wieviel Jammer und Thränen bringt das wieder mit sich! — Der Protz: Nicht wahr? Gräßlich! 1500 Mark habe ich für einen Diamanten geben müssen, der sonst für 1000 Mark zu haben war! e Passende Lektüre, v. Goldberger (soeben geadelt und getauft worden): Sarah, werd' ich jetzt zuerst lesen Luthers Reden an den christlichen Adel deutscher Nation. Münch. Jugend. * Ein glücklicher Gedanke. A.: Finden. Sie nicht, Herr Kollega, das Klaviergetrommel der Kommerzienrätin ist heute wieder «al entsetzlich! — B.: Ja, entsetzlich! Man sollte das eigentlich dem Manteuffel sagen; der bringt sie vielleicht wegen gewerbsmäßigen Falschspiels in Untersuchungshaft. * Viktoria! Ä.: Die Engländer habens doch gut! — B.: Wieso? — A.: Sie viel sie auch von den Buren gehauen werden, sie rönnen immer „Viktoria" schreien. * Höchstes Zartgefühl. Frau Cohn erhält ein Theaterbillet zugeschickt. Sie weiß nicht, was gegeben wird und schickt ihre Köchin zur nächsten Plakatsäule, um nachzusehen. Der Theaterzettel kündigt „Die Jüdin", Oper von Halevy an. Die Küchenfee kommt mit verlegener Miene zurück und es entspinnt sich folgender Dialog: Frau: Nu, Marie, was wird gegeben? — Köchin: A Oper. — Frau: Was für eine Oper? — Köchin: Halt a Oper. — Frau: Sie werden doch »icht so dumm sein, daß Eie von der nächsten Straßenecke bis hierher den Titel vergeben! Wie heißt denn die Oper? — Köchin (in höchster Verlegenheit): Die — die — die Israelitin. Ueberraschend ist die Treffsicherheit der Buren- Artillerie. Es erklärt sich dies aus dem den Buren angeborenen Vermögen, die Entfernungen in ihrem Lande mit Sicherheit abzuschätzen, was kein Europäer im stände ist, ehe er nicht die eigentümliche trügende Beschaffenheit der südafrikanischen Luft, welche alle Bilder aus ihrer natürlichen Entfernung zu verrücken scheint, aus langer Erfahrung kennen gelernt hat. Dies erklärt auch, weshalb die englische Artillerie schlecht schießt, wenn sie von indischen oder europäischen Mannschaften bedient wird; indessen besitzt sie auch einen großen Teil von Mannschaften, die bereits über gute Erfahrungen auf südafrikanischem Boden verfügen. Anfangs schossen auch die Buren schlecht, da sie im Frieden nie mit scharf geladenen Geschützen geübt hatten. Ihre ersten scharfen Schießproben fanden am Tage vor Ausbruch des Krieges statt. Bemerkenswert ist das Zusammenwirken der Deutschen und Franzosen im Burenheer. Zwischen beiden Nationalitäten herrscht das beste kameradschaftliche Verhältnis, hervorgerufen durch den gemeinschaftlichen Feind, wobei aber die Franzosen, in Erinnerung an Faschoda, die Engländer glühender Haffen, während die Deutschen in ihnen nur den Gegner der Buren sehen. Es ist der erste Fall, wo Deutsche und Franzosen Schulter an Schulter gegen einen gemeinsamen Feind stehen und im feindlichen Kugelregen die gemeinsame Bluttaufe empfangen. Deutsches Keich. Berlin, 4. Dezember. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, hat der Sultan dem Staatssekretär Grafen Bülow aus Anlaß des Abschlusses der Verhandlungen wegen der Bagdad-Bahn das Großkreuz des Modjidie-Ordens in Brillanten verliehen. — Wie dem „Lokal-Anzeiger" glaubwürdig versichert wird, steht die Aufhebung des sogenannten Verbindungsverbotes in allernächster Zeit zu erwarten. Man werde nicht fehl gehen, in der Annahme, daß die neuliche Audienz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe beim Kaiser mit dieser Frage in Zusammenhang stand. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt an der Spitze ihrer heutigen Nummer: In der Presse ist die Ansicht aufgetaucht, daß dem Reichstage in der jetzigen Session nicht eine Flotten-Vorlage, sondern nur eine Denkschrift vorgelegt werden soll. Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß die oben erwähnte Nachricht unzutreffend ist. Der Reichstag wird vielmehr noch in dieser Session Gelegenheit haben, eine Novelle zum Flottengesetz zu beraten. Der genaue Zeitpunkt, an dem die in Bearbeitung befindliche Vorlage dem Reichstage zugehen wird, steht indes noch nicht fest. — Am Samstag verstarb Hierselbst der Vortragende Rat im preußischen Handelsministerium, Oberbergrat Rudolf Nesse. — Im Reichstage wird nach Beendigung der ersten Lesung des Münzgesetzes die dritte Lesung der Novelle zur Gewerbe-Ordnung auf die Tagesordnung gesetzt werden. Infolgedessen ist von der zweiten Lesung der sogenannten lex Heinze vorläufig Abstand genommen worden. Die erste Beratung des Etats wird in nächster Woche beginnen. — Im Etat für die Verwaltung des Reichsheeres erscheint in den Einnahmen ein Mehrbetrag von 2,2 Millionen Mark. 2 Millionen davon sind von der Reichseisenbahn als Entschädigung für die Verminderung der Verteidigungsfähigkeit von Straßburg gezahlt; die Summe wird verwandt zur Verstärkung der Fortslinie. Die fortdauernden Ausgaben belaufen sich auf 420,8 Millionen, es bedeutet das eine Mehrausgabe von 17,2 Millionen. Zur Fortführung der Aenderungen in der Organisation des Reichsheeres werden neu gebildet: 3 Eskadrons Jäger zu Pferde, 11 fahrende Batterien mit niedrigem, 8 fahrende Batterien mit mittlerem Etat und eine Lehr- abteilung bei der Feldartillerie-Schießschule. Weitere Neuerungen sind für das Militär-Medizinalwesen vorgesehen. Da die Kaiser Wilhelms-Akademie nicht die nötige Anzahl von Sanitätsoffizieren stellen kann, sollte durch eine Entschädigung von 300 bis 1500 Mk. für die Studienkosten geeignete Civilärzte zum Eintritt in das Sanitätskorps willig gemacht werden. 70000 Mk. werden für einen Versuch eingestellt, ob es ausführbar ist, die Oekonomiehandwerker durch Civilhandwerker zu ersetzen. Bei den Anschaffungen an Pferdematerial wird auch der Ankauf von 29 Tragepferden oderMaultieren vorgesehen. 10 Millionen Mark sind für die Vervollständigung der wichtigeren Festungsanlagen in Anschlag gebracht. Die Etats stärke des deutschen Heeres für 1900 ist auf 23 844 Offiziere, 80 556 Unteroffiziere, 491136 Gemeine, 2165 Militärärzte, 671 Roßärzte, 1044 Zahlmeister usw., 1001 Büchsenmacher und Waffenmeister, 93 Sattler, sowie 102929 Dienstpferde berechnet. Ausland. Wie«, 4. Dezember. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Dr. Fuchs, beabsichtigt, wie verlautet, in der heutigen Sitzung des Verständigungs-Komitees die Einsetzung eines Ausschusses zur Vorbereitung des Sprachengesetzes vorzuschlagen. Sollte dieser ein Sprachengesetz nicht zustande bringen, so wäre es Aufgabe der Regierung, die Frage im Verordnungswege zu lösen. Paris, 4. Dezember. Der „Gaulois" sucht den Kriegsminister Gallifet bloßzustellen, indem er ihm Äußerungen zuschreibt, wonach der Kriegsminister Gallifet Dreyfus für schuldig gehalten hätte. Er habe sogar Mitschuldige gehabt, deren Namen Gallifet kannte. Mercier sei nicht verfolgt worden, weil er sich nur Ueber- eilung schuldig gemacht habe. PeterSvnrg, 4. Dezember. Berichte aus Liba» melden, ein russisches Panzerschiff sei nach Durban abgegangen. Konstantinopel, 4. Dezember. Wie jetzt konstatiert wird, ist die Rückberufung der drei Verbannten nicht zur Ausführung gekommen. Es herrscht große Beunruhigung infolge von Verdächtigungen. Lokales und VroviryieUes. Gießen, 5. Dezember 1899. * • Werkmeister-Verband. Am 2. d. Mts. feierte der Werkmeister-Bezirksverein Gießen und Umgegend sein 14jähriges Stiftungsfest. Nachdem der Vorsitzende Herr Schufst einen der Festlichkeit angemessenen Prolog gesprochen, durch eine Ansprache den Werkmeister-Verband gefeiert, und ein dreimaliges Hoch auf Kaiser Wilhelm II. und Se. Kgl. Hoheit den Großherzog ausgebracht hatte, nahm die Feier mit Konzert, Gesang und einigen humoristischen Vorträgen ihren Anfang. Ein kleines Tänzchen hielt die Festteilnehmer noch bis zum frühen Morgen zusammen. ** In Amerika verstorbene Hessen. In Baltimore, Md.: Dr. Carl Dief fenbach, 80Jahre alt, von Lauterbach. In Cincinnati, O.: I. I. Gans, 84 Jahre alt, aus Kurhessen. In Aurora, Jll.: Margaretha Diehl, 46 Jahre alt, aus Kleinhausen. In Louis- ville, Ky.: Catharina Maria Kraus, geb. Reinhart, netto. Gast, 65 Jahre alt, aus Langenbergheim. In Cleveland, O.: Johann Georg Knippel, 65Jahre alt, aus Hahn. In Börne, Tex.: Catharina Biehl, geb. Götting, 40 Jahre alt, aus Gladenbach. In Bingham Township, Mich.: Anna Catharina Strohm, geb. Lenz, 60 Jahre alt, aus Bernsburg. In Germanville, Jll.: Elisabetha Ruppel, geb. Rohrbach, 67 Jahre alt, aus Niederaula, Kurheffen. In Baltimore, Md.: Maria Catharina Stieler, 78 Jahre alt, aus Kirschgarten. In Cannelton, Jnd.: Frau Catharina Heck, 87 Jahre alt, aus Kurhessen- In Brooklyn, N.-A.: Witwe Maria Binder, geb. Steitz, 77 Jahre alt, ans Ebsdorf, Kurhessen. In St. Louis, Mo.: Ferdinand Siemon, 83 Jahre alt, au» Cassel. In New-Iork: Gottlieb Blackert aus Grebenstein, Kurheffen. In Sheboygan, Wis.: Geor^ Kropf, 79 Jahre alt, aus Mansbach. In Newarks N. I.: John H. Wege mann, 41 Jahre alt, aus Langen» diebach, Kurhessen. x Grunberg, 4. Dezember. In der Ende vor. Woche stattgehabten Versammlung der Kirchengemeindevertreter wurde anstelle des verstorbenen Herrn Postmeisters Von-Eiff Herr Landwirt und Schuhmachermeister ChristophTrinkaus zumMitglied des KirchenvorftandeS gewählt. Dieburg, 1. Dezember. An einem der letzten Abende wollte die Tochter einer in der Erlesmühle dahier wohnende» Familie von der Arbeit nach Hause gehen, als ihr in der Mühlgasse Plötzlich eine verkleidete Person entgegentrat und sie bedrohte, sodaß das Mädchen vor Schreck ohnmächtig wurde und zwei Tage krank darniederlag. Hier liegt gewiß nur ein Schabernack vor, der aber sehr üble Folgen haben kann. Oppenheim, 30. November. Ein humoristischer Diebstahl, der an die „Fliegenden Blätter" anlehnt, wurde während des Jahrmarkts verübt. Zu einem der Marktwächter kam am Abend um 11 Uhr ein Mann und sagte, er sei der Besitzer einer Bude und wolle daselbst etwas holen. Der Wächter stand dabei und sah zu, wie der Betreffende in die Bude eines Schuhwarenhändlers ging, daselbst eine vernagelte Kiste öffnete und daraus Frauen- und Kinderschuhe im Wert von 100 Mk. entnahm. Der angebliche Budenbesitzer empfahl sich alsdann, indem er noch den Wächter gebeten, gute Wache bei der Bude zu halten. Der am Morgen kommende wirkliche Besitzer der Bude konnte den frechen Diebstahl feststellen und glaubt auch den Thäter zu kennen. Die gestohlene Ware war teilweise noch in der Nacht versetzt und verkauft worden. (W. Z.) Dreihansen, 3. Dezember. Ein Kind des Weißbinders H. Lauer bat vor einigen Tagen feine Mutter um einen Apfel und erhielt die Erlaubnis, auf dem Boden sich einige zu holen. Da es etwas finster auf dem Boden war, steckte das Kind ein Streichholz an. Durch seine Unvorsichtigkeit geriet auch der in der Nähe liegende Flachs in Brand, jedoch konnte das Feuer alsbald gelöscht werden. Wäre dasselbe richtig zum Ausbruch gekommen, so hätte, da mehrere Gehöfte dicht zusammen stehen, ein größeres Unglück entstehen können. Ob. Ztg. Vermischtes. * Bremen, 4. Dezember. Der Direktor des Norddeutschen Lloyd, Bremermann, wurde in der Nähe seiner Wohnung von einem Strolche überfallen und durch Schläge mit einem Steine auf Kopf und Gesicht ziemlich schwer verletzt. * Salonik, 30. November. Ein empörender Vorfall ereignete sich vor zwei Tagen im Eisenbahnzuge auf der Strecke zwischen Uskub und Salonik. Ein türkischer Offizier hatte in dem nur für direkte Reisende bestimmten durchgehenden Waggon Budapest-Salonik Platz genommen und zwar in einem Kupee 2. Klaffe, wo bereits ein junger Schweizer faß. Der Offizier schien angetrunken zu sein und begann sich dem jungen Manne in einer Weise zu nähern, welche Leuten, die türkische Sitten kennen, keinen Zweifel über seine Absichten lassen konnte. Der junge Mann erwehrte sich der ihm zugedachten Liebkosungen und suchte bei einem in der ersten Klaffe Weisenden Landsmann Zuflucht, wurde jedoch vom Kondukteur gezwungen, wieder in die zweite Klaffe zurückzukehren. Inzwischen hielt btt bit OfW'J und tol4‘k ..aute IW'.1 er twen. und bit an. m hoch der sch° selbst oUfb * n berrod en ßohlentn uev ynwes ten («i 9‘9 hieI bereit Satt Mü-L Md ko"»" av § ni „z-MriX-t- «SÄ»« gr* «i* Ä Sichert aus W coni kehrte an Bord England zurück, toc Stalionen der drah sich Marconi schon w als der Dampfer nc Küste entfernt war. anSorddeSDampfert nummer, ,MnsM wurde zu 1 Dollar d kaust. Die Depeschen 8421] Die am 2.J skUitzen Cvupv PsMnrse werden ' 15. Dezember er. Kasten in Neustreli sowie an den bekan kostenlos eingelöst. Kffchcksl 8446] Die am 2.. fälligen Coup Pfandbriefe ■werden] 15. Dezember er Kasse in Berlin u kannten Zahlstelle! eingelöst. Pommer« JfPotheken.Aki ÄÜWch 2 sgBg fcMUs®"Stn «" m-.r J"Wer i ^77--LLLog -KZ: ! ^schrank, 1 sä'6 ’ M 5s,ti •e* !(S9 $(IM • °us •Sa** "*A’t FwlMa* 3" 8«(tiact, ’"alt, »on üaut ; Margaretha 8». Stein, rtDtfi Snrppk, ej,: Katharina ' aus Gladenbach, una Latharina ' aus Bernsbura. ^a Ruppel, M. 'eraula, Kurheße«. lurina Stielet, innelton, Jnd.- aus Surhefsen. a Sh’nber, geb. chssen. In St. 83 Iahte alt, au« 1 BlaLen M u,M..tzrvttz h- Newart, hre alt, aus Langen- r Ende vor. Woche irchengemeinde- benen Herrn Post« Schuhmachermeister ied Kirchenvorftandeö btt lebten Ibenbt e basier arfnenbex in, als ihr in der ir entMMat M >S)teL ohmMr 19. Hier liegt ge« er sehr üble Folgen n humoristischer i Blätter' anlehnt, >t. Zu einem der hr ein Mann und । und wolle baftlbß i und sah zu, wie ivarenhändlerS ging, ib daraus W^1 W. entnahm. Der Sdann, indem er noch )er Bude zu halten. Besitzer der Bude und glaubt auch den :t war teilweise noch jen. (W. 8) nb der Weißbinders ne Mutter um einen m Sodeti fich J- m Aoden war, steate seine UnvorstchtiM - $l*hin ---'S' tief* *■* empötel!b^ßt m e. ^ürki- Jaloni'- «eisende S« »° d«°"i jjüVs «** >er Zug eine kurze Strecke vor der Station Krivolak, da die Maschine Wasser fassen mußte. Der Offizier benutzte den Moment, um aus dem Waggon zu steigen und Ueberrock, Schirm und Hand- tysche des jungen Passagiers mitzunehmen. Niemand traute sich, den freche« Menschen anzugrcifen, da er einen Revolver bei sich trug. Der Zug fuhr darauf in die Station ein, und hier kam auch der Offizier zu Fuß an. Man machte nun das Zugspersonal auf den Mann aufmerksam, doch niemand hatte den Mut, sich ihm zu näher«, bis der schon erwähnte Landsmann des jungen Reisenden selbst auf den Offizier zutrat, und ihm den gestohlenen Ueberrock entriß. Die Handtasche war inzwischen verschwunden. Anwesende türkische Polizisten fanden keinen Anlaß, gegen den frechen Patron einzuschreiten. Der Vorfall wurde hier bereits zur Kenntnis des deutschen Konsulats gebracht und eine Untersuchung eingeleitet. Dafür könnte aber endlich gesorgt werden, daß die Pasiagiere der direkten Waggons nicht durch Personen belästigt werden, die darin absolut nichts zu suchen haben. Aus der Welt drr Technik. — Fortschritte der drahtlosen Telegraphie. Das deutsche Reichsmarineamt hat mit dem Erfinder der drahtlosen Telegraphie, Ingenieur Marconi, Verhandlungen angeknüpft, um die deutschen Kriegsschiffe mit den zur drahtlosen Telegraphie nötigen Apparaten auszustatten. Wie Marconi, der vor einigen Tagen aus Amerika nach Europa zurück« gekehrt ist, einem Berichterstatter des „Corriere della Sera" erklärte, funktioniert die drahtlose Telegraphie mit voller Sicherheit auf Entfernungen bis zu 120 Kilometer. Marconi kehrte an Bord des „St. Paul" von New-Jork nach England zurück. Da sich an der englischen Küste mehrere Stationen der drahtlosen Telegraphie befinden, so konnte sich Marconi schon mit dem Festlande in Verbindung setzen, als der Dampfer noch 100 und mehr Kilometer von der Küste entfernt war. Die eingelaufenen Depeschen wurden an Bord des Dampfers sofort gedruckt und zu einer Zeitungsnummer, „Transatlantic Times", vereinigt. Die Zeitung wurde zu 1 Dollar das Exemplar an die Passagiere verkauft. Die Depeschen wurden auf dem Festlande von der Telegraphenstation NeedleS abgesandt und betrafen natürlich zumeist den südafrikanischen Krieg. Die Passagiere deS Dampfers sandten Telegramme an ihre Verwandten, um sie von ihrer Ankunft zu benachrichtigen, und bestellten in London ein gemeinsames Mahl, das die Passagiere nach der Landung noch eine Stunde beisammen halten sollte. Die englische Regierung hat viele Marconi-Apparate nach dem südafrikanischen Kriegsschauplätze geschickt. Marconi gab der Meinung Ausdruck, daß die drahtlose Telegraphie auf den Gang des Krieges großen Einfluß ausüben werde. Die englische Armee werde eine Harmonie der Bewegungen, eine Genauigkeit der Manöver besitzen, wie sie niemals ein anderes Heer hatte. Alle Heeresteile würden in beständiger Verbindung mit einander bleiben, und Befehle und Gegenbefehle augenblicklich ihren Bestimmungsort erreichen. Von ganz außerordentlichem Nutzen sei die drahtlose Telegraphie für die Kriegsflotten, da nunmehr die einzelnen Kriegsschiffe auch des Nachts und bei Nebel, selbst wenn sie 100 Kilometer von einander entfernt seien, beständig Nachrichten mit einander austauschen könnten. Universität und Hochschule. Gestorbenr In Bonn der Gynäkologe Prtvatdozevt Professor Dr. Georg Krukenberg. In Zürich: Dr. Johannes Frey , 45 Jahre lang Professor der klastischen Sprachen am Züricher Gymnasium, 79 Jahre alt. BerschieverreS. Wir lesen in DinglerS Polytechnischem Journal (Herausgeber Prof. W. PtckerSgill, Verlag von Arnold Berasträßer in Stuttgart): „Da nunmehr den Studie,enden der Technischen Hochschulen die Möglichkeit gegeben ist, einen besonderen Doktorgrad, den Doktor-Ingenieur, zu erwerben, ist die Frage von Interesse, ein wie großer Teil dieser Studierenden im Besitz jener Schulbildung ist, die auch nach den Anforderungen der Universitäten die Erlangung des Doktorgrades ermöglicht. Die Z,hl der Studierenden und Hospitanten an den drei Technischen Hochschulen in Preußen betrug tm letzten Sommersemester insgesamt 4751, die der Studierenden allein 3572. Von letzteren waren tm Besitz des «etfezeugnisies von einem Gymnasium 1369, von einem Realgymnasium 1056. Nahezu 70 Prozent aller Studierenden der Technischen Hochschulen hatte also jene Vorbildung, die bei den philosophischen Fakultäten der Universitäten die erste Vorbedingung zur Erlangung der Doktorwürde ist." — Die vor einiger Zett geschaffene Stellung eines egyptologischen Attaches detm deutschen Generalkonsulat in Kairo ist jetzt besetzt worden. Ihr erster Inhaber ist, wie die „Köln. Ztg." mttteilt, der RegierungS- baumeister a. D. Dr. Ludwig Dorchart geworden, der bisher neben dem deutschen Egyptologen v. Vissing und anderen Gelehrte» tm Ti nste der rpyptischen Alterthümeimrwaltulig an der Herstellung eines Katalogs der Sammlungen deS großen Museum« zu Gizeh arbeitete Handel und Uerkchr. Volkswirtschaft, frankfurter Börse vom 4. Dezember- Wechsel auf New-York zu 4.20’/2-21i/2. Prämien auf Kredit per ult. Januar 8.30e/o, do. per ult. Dez. 1.6O°/o, Diskonto Kommandit per ult. Dez. 1.3'J%, do. per. ult. Jan. 2.80, Lombarden per ult. Dez. 0.65 /y, do. per ult. Jan. LIO»/0, Staatsbahn per ult. Dez —o/o erhältlich. Notierungen: Kreditaktien 237-237.20-236,50 Diskonto-Kommandit 1944 0-194.10, Staatsbahn 158 90-60, Gotthard 143.90. Lombarden 32.00, Ungar. Goldrente 97.75, Italiener 94 30-00, Öprozentisch Mexikaner 00.00, 3proz. Mexikaner 25.40-00, Gestern Coupons 845/a Amerik. Coupons 4.188/4, Privat-Diskont 5’/8% G. l*/< bis 28/4 .Uhr: Kredit 236.80-000.00-, Diskonto Kommandit 194.10-00, Staatsbahn 138.60-138.90, Lombarden 31.90-00, Türken C (Bank Ottoman) 000.00-00. Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen: Gerichtsschreiber Johann Page, Alzey; Restaurateur Job. Schubert, Baireuth; Schuhwarenhändlerin Minna Warnecke, Berlin; Tischler Emil Domdey, Prinzenthal (Bromberg); Kaufmann Waldemar Roll, Dresden; Kaufmann C. Güntheroth, Eschwege; Händlerin Witwe Gerh. Buchmüller, Altenessen (Essen); Putzmacherin Klara Arnold, Gardelegen; A. J. Behrens Nachf., Brachelen (Geilenkirchen); Nachlass des Bflrgersohullehrers Karl Richard Schau, Gera; Nachlass des Flaschenbierhändlers Jakob Heidinger, Hörden (Gernsbach); Nachlass des Zimmermeisters Wilb. Gericke, Greifenberg i. Schl ; Kaufmann Karl Quanz, Kassel; Nachlass des Kaufmanns Job. Brühlmann, Alt-Lappienen (Kaukehmen); Schuhmacher Gust. Richter, Leipzig-Volkmarsdorf; Fuhrmann Wend. Müller, Lauterbach (Oberndorf); Kaufmann Otto Eisfeldt, Potsdam; Kaufmann Karl Wilhelmi, Ronneburg; Holzwarenfabrikant Karl Höfmann, Spaichingen; Kaufmann Jakob Wolff, Woldenberg. SS Konfektion, Weihnachts-Ausverkauf. Anfertigung nach Mas». Giessen Kirchenplatt 11, gegenüber der Stadtkirche. lifliimiitiinidjiiiiiuii 8421] Die am 2.Januar 1900 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. Dezember er. ab an unseren Kaffen in Neustrelitz und Berlin, sowie an den bekannten Zahlstellen kostenlos eingelöst. Mecklenburg-AreliWe Hypothekenbank. 8446] Die am 2. Januar 1900 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. Dezember er. ab an unserer Kasse in Berlin und an den bekannten Zahlstellen kostenlos eingelost. Pommersche Hypotheken-Aktien-Bank. llcrllcißcriuiiuii Mittwoch den 20. Dezör., nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht bie zur Konkursmasse des Uhrmachers Karl «amyock in Gießen gehörige Hofratte Flur 1 Nr. 293 — 94 qm auf dem SelterSweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 7. November 1899. Groß. OrtSgericht Gießen. __J A : Bogt. 7863 Bekanntmachung. Mittwoch den 6. d. Mts., vormittags von 10 Uhr an, sollen dahier Neustadt 55: Haus- und Kücken- rc. Geräte aller Art, als: 1 Sofa, 6 Stühle, 1 Kleiderschrank, 1 Weißzeugsckrank, ein Scbreibsekretür, 1 Spiegel, 1 Waschtisch, 1 Eisschrank, 1 Waschmange, 1 Teppich, 3 Hirschgeweihe, 4 Bilder rc., Meffer, Gabeln, Löffel (silberne und gewöhnt.), Platten, Schüffeln, Töpfe, 'Teller, Kaffee- und Mtlckkannen, Bratpfannen, Pudding- formen.Obstschalen.Theebretter.Huilliersrc. 100 Fl. Wein, 40 Flaschen Ltkör, 6 Mille Ligarren, Bier-, Wein- und Wassergläser, Bierglasuntersätze, Stretchholzständer, Aschenständer rc., mehrere Töpfe, Gläser und Büchsen mit Einmachsachen, Weißzeug und getragene Kleider aller Art, Vorhänge, Roulleaux und anderes zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden. Gießen, den 4. Dezember 1899. 8459 Seipel, Gerichtsvollzieher. Spar- und Leihkasie Gießen. Im Monat Dezember l. Js. werden bei der unterzeichneten Kaffe außer an den feststehenden Tagen Mittwochs und Samstags auch noch jeden Dienstag und Donnerstag Geschäftslage abgehalten. Die Einleger werden ersucht, unter Vorlage der Bücher die Zinsen in Empfang zu nehmen oder zuschreiben zu laffen. Zinsen, welche bis Ende Dezember nicht in Empfang genommm sind, werden den Einlegern gut geschrieben und vom 1. Januar 1900 an verzinst. Es brauchen hiernach im Monat Dezember alle diejenigen Einleger bei der Kaffe nicht zu er scheinen, welche nur Zinsen beischreiben laffen wollen, dies kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des nächsten Jahres geschehen. Gießen, am 29. November 1899. Tpar- und Leihkasse Gießen. _________________ Doering.____________________8334 Ortskrankenkasse Gießen. Ketr.: Wahl der Vertreter zur Generaloersanlulllms. Gemäß § 50 des Statuts hat der Vorstand beschlossen, daß die Neuwahl der Vertreter zur Generalversammlung in der Wahlversammlung bezw. Wahltermin Mittwoch ben 13. Dezember 1. Js., nachmittags 4 dis 8 Uhr im Gchipka-Past (Sälchen) statlsiaden soll. Von sei'.en der Kaffenmitglieder sind 129 Vertreter, von feiten der Arbeitgeber 64 Vertreter zu wählen. Indem wir die Kaffenmitglieder sowie die Beitrag zahlenden Arbeitgeber zur Wahlbeteiligung einladen, teilen wir noch mir, daß die Wahl der Kaffenmitglieder getrennt von derjenigen der Arbeitgeber stattfindet und zu diesem Zwecke für beide Teile je eine Wahlkommission ernannt worden ist. 8437 Wahlberechtigt sowie wählbar sind alle Kaffenmitglieder, welche das 21. Lebensjahr überschritten haben und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind, sowie alle Beitrag zahlenden Arbeitgeber. 8437 Der Borftaud. Mittwach bt# 6. Dezember 1. J., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'scken Saale versteigert: Sofas, Kommoden, Kletderschränke, ein Aquarium, i Linoleumbelag, 1 Schreibtisch, 1 Nähmaschine, 1 Silberschrank, eine Partie Schuhwaren, mehrere Fahrräder, 2 schwere Zugpferde u. a m. 8453 Geißler, Gerichtsvollzieher. HMUHrkelten, zuWeihnachtsgeschenken geeignet, fertigt gut und billigst an, sowie alle sonstigen Haararbeiten, H. Tichy, Seiler,»ez 43. Täglich von morgens 7 bis abends io Uhr ist warme Wurst zu haben. Kochfeine Jkeischwurst tz Pfund 40 Pfennig. 8445 Neuenweg 33. Kerbschnitzniesser fertig zum Keörauch, in großer Ausmaß empfiehlt 8441 A. Reinig, Seltersweg 80. 0 H. Hettler & la — Ecke der Südanlage Q der 0 Kaffee- und Thee-Gebäck. Gefrorenes stets vorrätig. 7575 S Frankfurterstrasse 1 Konditorei empfiehlt sich zur Anfertigung einschlägigen Artikel für Hochzeiten, Diners, Soupers, Kaffee- und Theegesellschaften unter Zusicherung feinster Ausführung in bekannter Güte. Grosse Auswahl in Bonbons, Chocoladen Marken Hildebrand, Suchard und Kohler, sowie Thee Messmer. und aller Wiener Caft S ü Ausschank des echten * Pilsener „Urquell“ * aus dem Bürgerlichen Brauhause In Pilsen, U des Bieres vom Q Knegerlichen Kranhanie in Mnuchen 9 sowie echtem Berliner Weissbier. Q Verabreichung einer vorzüglichen Tasse Q Kaffee, Thee, Chocolade. Q Täglich grosseAuswahl der feinsten. Q Torten und Gebäcke. Q Kr&uter-Thee, Rue». Knöterich (Polygonen) avlo.) lat ein vorzDgLHauemittel bei all.Erkrankungen der Luftwege. Dieses duroh seine wirksamen Eigenschaften bekannte Kraut gedeiht In einzelnen Distrioton Russlands, wo es eine Höhe bis zu 1 Mir. erreicht, nicht zu verwechseln mit dem In Deutschland wachsend. Knöterich. Werdahora. Phthisi». 1 .uftrbhrcn-(Bronchial-) Katarrh, Kungenspiteen-Affectioncn, Kehlkopfleiden, Asthma, AthemnoUi, Jfrusi- beklemmung^ Husten, Heiserkeit, Itlulhusten etc. etc. leidet, namsntl. aber derjenige, welcher d.Keim z.lAmnenschtrindsuchi In sich vermutet, verlange u. bereite sich a. adsuc dies. Kräutertheos, w. echt 1. Pack, i 1 Mark bei Ernst Weidemann. Liebenburg a Harz, erhältlich Ist. Broohurenmlt ärztlichen Aeusseruncon und Attesten gratis. süHlstdil, Grosse Auswahl in Colliers.....von 70 Pfg. an. 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Hill. herausgegeben und kosten das Stück 1 Mk Lose und Los-Postkarten (auf Wunsch mit den verschiedensten Ansichten) sind zu haben durch den Vorstand der Ständigen Ausstellung in Weimar sowie L. F. Ohaacker. Haupt Agent, Darmstadt, A. Dinkel mann, Haupt- Agentur, Worms a. Rh., und Rich. Rachacker, tiiessen. PnppkuHriickwageu, tnafßof Wer- nab Kastenwagen Läden, Festungen, Malle, Theater Buppen-Aimmer, -Möbel, -Küchen und Küchen-ßimichtungeu Augekleidete Puppen, Puppenköpfe aller Art Alle Puppevteilk, alle Größeu Gelrvkstuppeu ett. Morgen beginnt die Haaptziehung der Weimar-Lotterie (7.—13. Dezember). Es gelangen zur Verlosung Die Wahl ) Walter v. d. Vogelweide I Drei Bälle, Skizzen . . . n. und Dialekt-Dichtungen. Dr. Richter'sche Holz und Eteinbaukafteu Alle Arten IklbstdkschSstignngs- nnb Gesellschaftsspiele nach Dr. Georgens Fröbel Laterna magicas und Klnematographen Mntnra neu u gebraucht, für Gas 1UVIU1 v Benzin, Petrol u. Dampf rc Arbeitsmaschineu all. 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Dez Kolonie, Alfted Miln Schützen-Vereine Freiwilligen-Bataillon Leutenot und die fd Südafrika fprijt. - (Sine Dom 3( £abt)fmitf) befugt, i feit drei Tagen stark der Buren-Kowmandan Deichen nach dern $ General White indes । durch die Beschießung Ein von den Buren “ britischer Farmer beri in starker Stellung bk 15 Geschützen, über di fShrt. - ,Kenning N zier der Garde ein T< Man glaubt jedoch vielmehr nimmt man a klärungsdienst bis & mgegangene Berlustli MttgesundenenBerwu den Schluß ziehs, bl Lord Methuen und t btr "Jsmore" sind ji hiesigen i s^^ationsplan bt S00n?iUn*i H bae uthm g*en bm äHobbt' $Äa,e LZZ Mnwat' h M btt8“7 9h bit 5'f’ratfoj ?0t jwlet St.k ?’"»■ ! ' ‘«S,; dabei ein Hauptgewinn im Werte von 50,000 Mark Die Eröffnung- unserer großen Weihnachtsausstellung in Kinderspielwaren zeigen ergebenst an. Grösstes Lager! Billigste Preise! Ein Posten zurückgesetzter Puppen und Spielwaren H. 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