eiten fen als. NO. Oktobn. Ausnahme der W und NaWnuHm. i°toie der mobmten Hand» ■ Mündliche Auskunft Dom Möser, GaNenstraße 80. 6653 18»» Freitag den 6. October Erstes Blatt. Nr. 235 30. Sep- Wbe Ile lnjdyn.etnnittlUÄil|elro tz«A In- M» lulh*M «einen «njeifen für freu •iefam Rnzrigrr cxt^M Ikkafttsn, tpelitien unfc Druckerei: »t. i. Mttet Ufn^ ont HvAmIbh ke« Wh Gt«tz«ner H*nW«*»r4ttcr twt^n km Änjtijec «WpntM| viermal betecfofi. lene>et Rn,et,en >u kt nachmittag» für ke Sm td*finmbtn Nummer W B»r*. 1® mündlich bei dem Vorsteher der Schule, Großh. Landwirtschaftslehrer Andrae in Büdingen, zu erfolgen, von welchem der Unterrichtsplan und Jahresbericht unentgeltlich bezogen und jede gewünschte Auskunft eingeholt werden kann. Büdingen, den 14. September 1899. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der landw. Winterschule Büdingen. Jrle, Großh. Kreisrat. Kbteffe für Deichen: >*|ig'freiwilliger, Dienste. Nachhiise. 6888 m, 2 fliofce tzMMr, Park, 110 bti 16 Mir, J. Damm, Rektor. * Zwischen Krieg nnd Frieden. Gießen, den 5. Oktober. Die Mobilisierungsnachrichten aus Südafrika häufen sich jetzt in fast beängstigender Weise. Jeden Augenblick wird die Nachricht erwartet, daß die Boeren an der Nordgrenze von Natal die Offensive ergriffen haben. In Georgeston habenEingeboreneMagazine geplündert. Bei Sandspruit dürften insgesamt 5000 Boeren mit 23 Geschützen, bei Mullers farm 4000 Boeren stehen. 300 Boeren sammeln sich im Botha-Passe, etwa 15 Meilen von New Castle. — Aus Indien ist in Durban der Dampfer „Lalpoora" mit einer Batterie Feldartillerie, einer Feld-Lazaret - Abteilung und Kriegsvorräien angekommen. — Der Befehlshaber der Artillerie des Oranje» Freistaats Allrickt ist, wie aus Kapstadt berichtet wird, mit einer Abteilung Artillerie in der Richtung auf Kimberley abgegangen. — Die beiden Volksraad der Südafrikanischen Republik haben sich nach einer Depesche aus Prätoria vertagt. — Aus Bloemfontein wird telegraphiert, daß ein Gesetz, betreffend die Ausweisung von Ausländern, amtlich bekannt gemacht worden sei, und daß morgen bei Bamsolec das Kommando von Bloemfontain sich kriegsmäßig sammeln toerbUeber die Lage in Südafrika verbreitet das„Reutersche Bureau" folgende überraschende Meldung: Bloemfontein, 4. Oktober. (Telegramm) Nach einer Drahtnachricht des Landdrosten von Boshof haben die englischen Truppen bei Kimberley die Grenze des Oranje-Freistaats überschritten. Sollte sich diese Meldung bestätigen, so wäre die eiste kriegerische Operation eine Irreführung der Buren. Diese hatten, und alle Welt mit ihnen, angenommen, die Engländer würden die Initiative erst nach dem Eintreffen der aesamten, für Südafrika bestimmten Streitkräfte ergreifen und dann über Natal via New Castle-Volksruit emzudrmgen suchen. Gleichzeitig erhalten wir folgende Meldung: London, 4 Oktober. Der „Standard" berichtet aus Newcastle vom 2. d. M.: Die Vorwärtsbewegung der Streitkräfte der Buren, die die Grenze von Natal bedrohte, ist plötzlich ins Stocken geraten. Die Mehrzahl der Burghers, die sich auf den Hohen nordöstlich und östlich von Natal angesammelt hatten, ist nach ihrem ursprünglichen Stützpunkte bei Sandspruit I zurückgegangen. Der Berichterstatter des „Standard' I hebt hervor, eine zahlreiche Streitmacht könne sich un- I möglich in jenem Gebiete längere Zeit halten, da nur wenig I Fourage vorhanden sei. I Die „Times" bringt eine längere Betrachtung, der- zufolge noch fast dieser ganze Monat vergehen wird ehe annähernd 22000 Mann englischer Truppen in Südafrika I vereinigt sein werden. Man werde also bis auf weiteres I lediglich auf die Verteidigung angewiesen fein. Wenn aber I erst einmal eine Kavallerie-Division, ein Armeekorps und mir Bataillone zur Deckung der Verbindungsümen aufgebracht seien, so werde England über 68000 Mann I fügen, wozu noch koloniale Zuzüge und bewaffnete P z in ber Gesamtstärke von etwa 4000 Mann kommen werden. Dann könne man zum Angriff übergehen. Ueb- <*n% hat. Wir -«»schien Ihnen, die Feldgeschworenen zu ver- anlaffen, nach § 20 der Instruktion vom 23. Februar 183s I (Regierungsblatt S. 105) im Laufe dieses Monats die Gemarkungen zu begehen, um sich von dem Zustande der I Grenzen zu unterrichten und über den Befund m ihr Tage- I buch ein Protokoll aufzunehmen. Wir machen dabei daraus aufmerksam, daß zwar zu einem Steinsatz wenigstens drei Feldgeschworene beisammen fein müssen, daß aber an den Rundgängen, wenn dabei nicht zugleich Steine gesetzt werden sollen, nur zwei Feldgeschworene teilzunehmen haben. Wegen Beseitigung der vorgefundenen Mängel wollen Sie das geeignete veranlassen, wobei namentlich die Ausräumung, Geraderichtung und Erneuerung der Grenzsteine ins Auge zu fassen ist. An den Dreiecks-, Gemarkungs-, Flur- und Gewann-Grenzsteinen darf jedoch keine Veränderung ohne Mit- | Wirkung eines Geometers 1. Klaffe vorgenommen werden. Die Wahl und Zuziehung desselben bleibt Ihnen überlassen; doch wollen Sie da, wo es sich um Grenzsteine mehrerer Gemarkungen handelt, sich unter einander desfalls benehmen. Für die Erhaltung der Parzellengrenzsteine des Gemeinde- eiqeutums ist auf Gemeindekosten von Ihnen Sorge zu tragen. Wo noch keine Aussteinung des Gemeindeeigentums stattgefunden hat, beauftragen wir Sie, den Gemeinderat deshalb zu vernehmen und dessen Beschluß zu vollziehen. Die an den Parzellengrenzsteinen der Privaten vorgefundenen Mängel sind den Beteiligten zur Beseitigung zu eröffnen. Im übrigen verweisen wir Sie auf das Gesetz vom 23. Oktober 1830 (Regierungsblatt S. 463) und die vorgenannte Instruktion vom 23. Februar 1833 (Regierungsblatt S. 105), wegen der Kostenverzeichnisse auf die Bekanntmachung vom 18. Dezember 1874 (Regierungsblatt S. 784) und auf unser Ausschreiben vom 29. Januar 1885 (Anzeiger Nr. 27). Zu Ende laufenden Monats sind uns Abschriften der in die Tagebücher der Feldgeschworenen aufgenommenen Protokolle mit Bericht über Ihre desfalls getroffenen Anordnungen von Ihnen vorzulegen. Die Gebühren der Feldgeschworenen bedürfen keiner kreisamtlich en Genehmigung und sind deshalb die Veczeich- niffe nicht vorzulegen. v. B echt old. _____ Gratisbeilagen: Gießener jamilienblätter, Der hrMche Landwirt, Blätter für hessische Volkskunde. trmber enthält: . (Nr. 2615). Vereinbarung zwischen dem Reiche uno den Vereinigten Staaten von Brasilien über die Mitwirkung der beiderseitigen konsularischen Vertreter bei der Regelung von Nachlässen ihrer Staatsangehörigkeiten. 30. November 1897 $ora 15. Februar 18987" (Nr. 2616). Bekanntmachung, betreffend das Inkrafttreten der zwischen dem Reiche und den Vereinigten Staaten von Brasilien durch Notenwechsel getroffenen Vereinbarung über die Mitwirkung der beiderseitigen konsularischen Vertreter bei der Regelung von Nachlässen ihrer Staats- ,u . 30. November 1897 _ »4 Sev- angehörigen °°« 157^(^0898? ® P tember 1899. _ (Nr. 2617). Bekanntmachung, betreffend das Verfahren bei Erstattung verdorbener Wechselstempelzeichen, vom 21. September 1899. Gießen, den 4. Oktober 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach. In der Zeit vom 4. Oktober d. Js. bis einschließlich 10 Oktober d. Js. liegen auf dem Amtszimmer der Groß- | herzoglichen Bürgermeisterei Steinbach folgende Akten, die Rechnung über Einnahmen und Ausgaben rubr. Feldbereinigung nebst Urkunden hierzu, 2. der Nachtrag zu dieser Rechnung nebst Urkunden, 3. der Ausschlag der ungedeckten Bereinigungskosten, 4. der Beschluß der Vollzugskommission vom 26. Oktober 1898 und des Gemeinderats vom 23. September IbVV über die Erhebung dieses Ausschlags, zur Einsicht der Beteiligten offen. ' Einwendungen hiergegen sind bei Meldung des Ausschlusses innerhalb obenangegebener Frist bei Großherzogl. Bürgermeisterei Steinbach schriftlich einzureichen. Bemerkt wird noch, daß die Erhebung des Ausschlags durch die Gemeinde-Einnehmerei Steinbach erfolgt. Friedberg, den 28. September 1899. Der Großherzogliche Bereinigungskommiffär: Süffert, Kreisamtmann. ___________ Bekanntmachung," betreffend: Beginn der landwirtschaftlichen Winterschule zu Büdingen. An her landwirtschaftlichen Winterschule zu Büdingen beginnt der Lehrgang 1899/1900 am 6. November, vvr- m'tla®ie Anmeldungen haben rechtzeitig schristlich oder i Frage des um lefabrlken Willi. Roth jr. tuttgart :halen, Fasern oder fremden *TÄ*’P* id 6ein Gesunde und a >r Preis und seine Marken: ./ p(d. „ mi. L l i ---ijs -6i ^wer-I-kt»ew____ L s , #*«***«. a I — $CF "Freisinnige Verein" zu Jena hat eine I Petition in Umlauf geatzt, in welcher der Landtag um | Erlaß eines Gesetzes, betr. das Vereins- und Ver- I sammlungsrecht, gebeten wird. Es sollen alle Ein- I wohner des Großherzogtums berechtigt sein, ohne vorherige I Erlaubnis irgend einer Behörde, auch ohne jede Anmelde- I pflicht, zwecks Erörterung von öffentlichen oder Privat» I angelegenheiten Vereine zu bilden und sich in geschloffenen I Räumen oder unter freiem Himmel zu versammeln. I — Postbeamte im Kolonialdienst. Die Post- I beamten, die in den Kolonialdienst überzutreten beabsichtigen, I sollen in Zukunft schon vor ihrer Entsendung in die Kolonien I in den für ihre spätere Verwendung in Betracht kommenden Sprachen ausgebildet werden und zwar am Orientalischen I Seminar in Berlin. Schon im nächsten Wintersemester wird eine Anzahl jüngerer Postbeamten das Seminar besuchen, um sich im Chinesischen, in Suaheli, Guzerati und Hiudustani oder im Türkischen und Neuarabischen auszubilden. Neben der betreffenden Landessprache ist für die Postbeamten im Kolonialdienst auch die Kenntnis des Englischen und des Französischen erforderlich. — Der Landtag von Koburg-Gotha nahm trotz Widerspruchs der Regierung folgenden Antrag der Finanz-Kommission an: „Die Errichtung neuer Fideikommisse ist untersagt. Grundstücke dürfen künftighin I einem Fideikomiß nur einverleibt werden: a) wenn dieselben aus dem Erlös für Fideikomißvermögen erworben werden, b) wenn der betreffende Landtag seine Zustimmung erteilt. Dies findet auch Anwendung auf die Domänenfidei- ko mmisse in den Herzogtümern Koburg und Gotha. Darauf erklärte Staatsminister v. Strenge die Zurückziehung des Entwurfes der Ausführungs-Bestimmungen zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Danach vertagte sich der Landtag auf unbestimmte Zeit. (Es ist die alte Streitfrage damit wieder aufgerollt, ob der Landtag berechtigt ist, über die Verwendung des Erlöses aus dem Domänengut mitzubestimmen. Das Ministerium bestreitet das. Staatsminister v. Strenge hat nach oben erwähntem Beschluß erklärt, daß die Regierung auf die Weiterberatung des Gesetzes keinen Wert mehr lege. Das Ausführungs- i gesetz muß aber bis zum 1. Januar, wo das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft tritt, verabschiedet sein. Daß der Landtag einlenken wird, ist nicht anzunehmen, voraussichtlich wird hierzu die Regierung genötigt sein. D. Red.) Wiesbaden, 4. Oktober. Der bisher für den innerpolitischen Teil des „Rheinischen Kurier" zeichnende Redakteur P. Haas hat die fernere Verantwortlichkeit abgelehnt, nachdem das Blatt heute früh einen Leitartikel zu Gunsten der Zuchthausvorlage veröffentlichte. Neuß, 4. Oktober. Wie die „Neuß-Großenbroicher Zeitung" aus zuverlässiger Quelle erfährt, ist die Kandidatenliste für die Kölner Erzbischofswahl am Montag in Köln eingetroffen. Dieselbe enthält drei Namen. Der Name eines Kandidaten wurde auf seinen eiaenen I Wunsch gelöscht. Straßburg, 4. Oktober. Seitens der heute nachmittag I stattgehabten Versammlung klerikaler Vertrauensmänner des I Kreises Schlettstadt wurde Rechtsanwalt Vond erscheer- I Straßburg einstimmig als Kandidat für die Reichstags» ersatzwahl in Schlettstadt-Barr aufgestellt. Vonder- scheer nahm die Kandidatur an. Diesem Besuch wird eine weittragende politische Bedeutung, beigemessen und mit Allianzgerüchten in Verbindung gebracht. — Es ist sicher, daß die Vermählung der Prinzessin von Asturien im Laufe des nächsten Winters erfolgt, es ist aber noch unbekannt mit wem. — Die 25 Millionen, welche Deutschland für Mikronesien zahlte, nicht einbegriffen, hatte laut einer Erklärung Villaverdes das Schatzamt im September eine Mehreinnahme von 19 Millionen im Vergleiche zu dem Parallelmonate des Vorjahres. Davon fielen auf de» Zoll acht Millionen. rigens bildet sich auch in Natal selbst ein Freiwilligenkorps von ein paar Tausend Mann, worunter viele Johannesburger Flüchtlinge. Demselben gehören angeblich auch viele Mitglieder der höheren Stände, Doktoren, Rechtsgelehrte und Universitätslehrer an. Vierzig Mann einer Lrchützengesellschaft bewachen die Eisenbahnbrücken von Colecfo (südlich von Ladysmith) bis Newcastle. Die größeren Brücken werden von je vier Mann bewacht. Dies läßt erkennen, wie groß das Mißtrauen in die Burenbevölkerung der Kolonie ist. Der Gouverneur hat auch warnend bekannt machen lassen, daß auf jede hochverräterische Haltung der Tod, Gütereinziehung oder andere schwere Strafen stehen. Ein Aehnliches wird jetzt auch von den Engländern m der Kapkolonie verlangt. Der südlich an den Oranje Freistaat grenzende Gebietsstreifen der Kapkolonie, die Bezirke Kobesbery und Aliwal North umfassend, gilt als der unsicherste. — Bei den Vertretern der südafrikanischen Republik in Europa sind zahlreiche Anfragen von Personen, die als Freiwillige in das Burenheer eintreten wollen, eingelaufen. Nachdem die Regierung der südafrikanischen Republik hiervon benachrichtigt worden ist, giebt dieselbe nunmehr, wie die „Frkf. Ztg." von amtlicher Seite erfährt, bekannt, daß ihr Freiwillige, die sich auf eigene Rechnung und Gefahr nach Transvaal begeben und sich dort stellen, willkommen sind, allein aufAnwerbunginEuropa mit Bestreitung-der Reisekosten wünscht die Regierung nicht einzugehen. Kapstadt, 5. Okt. (Tel.) Ein Einwohner aus Johannesburg, der in Kapstadt eingetroffen ist, erzählte, daß die Behörden von Prätoria sehr strenge Maßregeln getroffen haben, daß sie mit dem Angriff jedoch noch zögern, während ■ Privatpersonen denselben fordern und sich bereit erklären, gegen die Engländer mitzukämpfen, wenn sofort gegen dieselben vorgegangen werde. Brussel, 5. Okt. (Tel.) Wie verlautet, nehmen die Verhandlungen zwischen Holland und Transvaal wegen der Mapia-Jnseln einen günstigen Verlauf. Wien, 5. Okt. (Tel.) Die deutsche Vertretung in Transvaal hat den Schutz der österreichisch ungarischen Unter- ihanen übernommen, namentlich auch gegen den Militär- Dienstzwang. London, 5. Oktober. In Aldershot macht sich unter I den Soldaten eine starke Unzufriedenheit be-l merkbar. Die Soldaten werden seit 14 Tagen im Alarmzustande gehalten, woraus sie schließen, daß sie jeden Augenblick nach Afrika abkommandiert werden sollen. Die Soldaten beklagen sich darüber, daß die Anführer ihren Patriotismus angefeuert haben und daß sie jetzt unthätia I sein müssen. | Astrales und Provinzielles. Gießen, 5. Oktober 1899. I 1OAO ** Geschichtsralender. Vor 96 Jahren, am 6. Oktober 1803, wurde zu Ltegnttz Heinrich Wilhelm Dove geboren, einer I der größten Physiker der Neuzeit, im Volke genannt der Wetter- macher. Dove ist epochemachend auf dem Gebiete der Meteorologie. I Eine« seiner berühmtesten Werke, „Das Gesetz der Stürme", wuide I vielfach aufgelegt und übersetzt. Er starb am 4. April 1879 in | Berlin als Professor an der dortigen Universität. .** Drachensteigen über Stoppelfeldern! Wie reizvoll ist in diesen Tagen ein Gang durch die Feldfluren! Wo vor kurzem noch die goldenen Halme sich im Winde wiegten, stehen jetzt in Puppen und Mandeln die schweren Korngarben beisammen und harren des großen Erntewagens, der sich knarrend auf dem durchfurchten Acker vorwärts bewegt. I Zwischen den gelben Stoppeln aber, die traurig gen Himmel starren, welch ein neues Leben! Grüne Grashüpfer freuen I sich des hellen Sonnenlichtes und üben sich in kühne» Sprüngen; unbeholfen, wie verlegen im Glanze der Ernte- I sonne, humpelt die dunkelfarbige Maulwurfsgrille daher und sucht sich ein schattiges, stilles Plätzchen, wo sie ihre Hausmusik weiter treiben kann; emsig rennen die Ameisen hm und her; ein rotbraunes Feldmäuschen schlüpft in sein enge» Loch. Heute Morgen noch glänzten zwischen den dürren Stoppeln und über den niederen Ackerunkräutern feine Seidengespinnste mit hunderten von Taudiamanten. Nu» ist im warmen Sonnenscheine der Schimmer verblichen, und der erste leise Hauch hebt die duftigen Gewebe in I die Lüste: „Nun spinnt das Märchen in blauer Luft Silberne Härchen ob Wald und Kluft." Dort auf dem grünen Feldrain sitzen mehrere Knabe« und legen die letzte Hand an ihren Drachen. Sorgfältig haben sie daheim das Gestell zusammengefügt und mit Papier überzogen. Ein gefährliches Gesicht wurde darauf gemalt. Dann galt es, die „Wage" zu machen, den Doppel- I faden, an dem der Drache im Gleichgewicht hängen muß. Sorgsam wurden beide Seiten abgewogen, die Ohrenauasten mußten das Gleichgewicht Herstellen helfen. Hierauf wurde I der Schwanz aus Streifen bunten Papieres geknüpft und oft auf seine Schwere geprüft. Endlich holte man beim I Seiler einige Rollen Bindfaden, nicht zu stark, sonst ist er ZU schwer, nicht zu schwach, sonst bestärkt er den Drachen in seinen Fluchtgedanken — ja, ja, es muß auch beim Kinderspielzeug viel erwogen werden! Nun sitzen sie hier und wickeln den Faden auf eine hölzerne Winde, um ih» rascher ab- und aufrollen zu können, befestigen ihn an der Wage, und nun kann es losgehen. Dem Winde zieht man entgegen, einer der kräftigsten Knaben wirft den „Segler der Lüfte" auf, und kopfschüttelnd, schwanzwedelnd, steigt er langsam, aber stetig empor, bis er endlich, dem Auge kaum noch sichtbar, still in der Höhe „steht", wo er nur durch die Bewegung des langen Schweifes von dem Winde Kunde giebt, der da oben weht. Dann sitzen die Knaben still auf dem Raine nieder, blicken stumm auf das Werk ihrer Hände, das da oben in so unendlich scheinender Ferne schwebt, frei wie der Vogel in der Luft, und doch zugleich gefesselt und machtlos, unterthan der Gewalt der kleinen Menschenkinder. Was der Drache da oben wohl zu er- zählen wüßte, wenn sein Mund reden, seine Augen sehe« konnten! Oft freilich nimmt die Drachenherrlichkeit ein jähes Ende. Da ist einer, der auf keinen Fall gehorche» will. Gleich dem wilden, ungezähmten Renner bäumt und schüttelt er sich, und wirft sich endlich mit Geräusch zur Erde nieder und - bricht in Stücke oder zerreißt in Fetzen. Nicht minder schlimm ist es, wenn ein Drache so lange an seiner Fessel zerrt, bis er sich ihr entrissen hat, und nu» das Weite sucht - wo soll der enttäuschte Knabe ihn finden? In beiden Fällen giebt es nur ein Mittel — einen neue» bauen! Laßt die Jungen draußen spielen, — das Drachensteigen, es ist noch ein so schönes Stück Poesie der Kindheit und ein stilles, schönes Vergnügen. e * « •• Empfang. Se. König!. Hoheit der Groß Herzog empfingen am 4. Oktober u. a. den Oberleutnant de Rainville vom Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, Adjutant beim Landwehrbezirk II Darmstadt, den Professor Dr. Netto, Rektor der Landesuniversität Gießen, den Oberförster Schneider von Treis a. d. Lda. •• Militärdienstnachricht. Prinz Diether zu Ysen- burg und Büdingen, in der Armee, und zwar als Leutnant ä la suite des 1. Großherzoglich Hess. Jnfanterie- (Leibgarde-)Regts. Nr. 115, mit Vorbehalt der Patentierung angestellt. a ** Das Gießener Brauhaus (Inh. Ad. Denninghoff) erhielt am Dienstag einen 9 Meter langen, 2,40 Meter hohen, 80 Pferdekräfte gebenden Dampfkessel. Das Gewicht des Kolosses beträgt 450 Zentner und ist von der Firma Gebrüder Luhn in Haspe i. W. bezogen. Acht Pferdevorspann waren zum Transport des Ungetüms notwendig. ’* Netter Neberschuß. Das 24. Mittelrheinische Kreisturnfest, welches im August in Wiesbaden gefeiert wurde, hat einen Neberschuß von rund 1 7,000 Mk. Ausland. Palermo, 4. Oktober. Anläßlich des 80. Geburtstages Crispis ist die Stadt beflaggt. Aus ganz Sizilien und vom italienischen Kontinent treffen Glückwunschtele- I gramme ein. In vielen Städten und Ortschaften wird der Tag mit Festreden, Banketten, Konzerten und Illuminationen gefeiert. König Humbert sandte ein Glückwunschtelegramm, worin er an die mutigen Dienste, die Crispi der Sache der Freiheit und der Unabhängigkeit Italiens geleistet, erinnerte und seine ausdauernde Hingabe an die nationale Sache, sowie seine warme Anhänglichkeit an den König hervorhob. Auch die Königin telegraphierte an Crispi und sprach ihm Glückwünsche aus. — Kaiser Wilhelm sandte folgendes Glückwunschtelegramm: Mil aufrichtiger Freude ergreife ich die Gelegenheit, welche mir der Geburtstag, den Eure Exzellenz heute feiert, darbtetet, um Ahnen meine besten Glückwünsche- zu fenden. Ich nehme lebhaften Anteil an Meter Feier, welche Ihrer langen, glänzenden Laufbahn besonderen Glanz verleiht. Seren Sie überzeugt, daß ich niemals die wertvolle Mitarbeit vergessen werde, welche Euer Excellenz dem Friedenswerke gewidmet yaben, das die Interessen Italiens und Deutschlands eng verknüpft. Die Thatsache, daß Kaiser Wilhelm Crispi beglückwünschte, hat in politischen Kreisen einen großen Eindruck gemacht. Man erblickt darin den Beweis, daß der Kaiser an der gegenwärtigen Handels- und Vertragspolitik, die unter Crispi inauguriert wurde, festhält. Die Crispiner gehen noch weiter und glauben, das Telegramm bedeute Crispis baldige Rückkehr zur Macht. Paris, 4. Oktober. Die Kommission des Staatsgerichts Hofes lud das Kassationshofs-Mitglied Melcot vor, welcher eine Kenntnis der Thatumstände besitzt, unter denen der Versailler Richter Grosjean, der intime Freund Beaurepaires, am Morgen vor dem Leichenbegängnisse Faures die Gefangennahme Loubets und der wichtigsten Parlamentarier ins Werk zu setzen beabsichtigte. Amsterdam, 4. Oktober. Die Regierungspresse warnt die Niederländer vor dem Eintritt in den Dienst Transvaals, da Holland aus Gründen seiner eigenen , Sicherheit neutral bleiben müsse. Madrid, 4. Oktober. Der Hof kehrt gegen den 10. Oktober nach Madrid zurück. Gegen den 10. November erfolgt die Wiedereinberufung der Cortes. Heute wird der russische Minister des Auswärtigen, Graf Murawiew im Schlosse Miramar mit der Königin speisen und darauf mit Silvela eine lange Unterredung haben. 1 Deutsches Keich. Berlin, 5. Oktober. (Telegr. d. „G. A.") Der Kaiser trifft, wie dem „Berliner Tageblatt" aus London gemeldet ivird, am 20. November nachmittags auf Schloß Windsor ein. Er landet in Port Viktoria Shoerneß und reist direkt mittelst Sonderzuges nach Windsor ab, wo er bis zum 27. November verbleibt. Sodann reist der Kaiser nach Sandringham, wo er dem Prinzen von Wales einen Besuch abstattet. Der Besuch des Kaisers wird ohne Ceremoniell als Privatbesuch behandelt. Berlin, 4. Oktober. Der Landtags-Abgeordnete Regierungs-Präsident z. D. von Colmar erklärt in einem offenen Briefe, daß er sein Mandat beibehalten werde. — Wie der „Berliner Börsenztg." gemeldet wird, steht es fest, daß eine katholische Fakultät an der Straßburger Uni» verfität errichtet wird. Der Plan wird folgendermaßen begründet: „Die eingeborene katholische Geistlichkeit blieb bislang dem Deutschtum fremd. Viele Abbss haben deutsche Schulen überhaupt nicht besucht, wie z. B. WetterlL in Colmar, der auf einem französischen Lyceum seine Vorbildung genoß und bann in Innsbruck und Salamanca Theologie studierte. Daß bei diesen Leuten auch jede Verbindungsbrücke, die zum Deutschtum hinüberführen könnte, fehlt, braucht nicht erst bewiesen zu werden. Durch die Schaffung einer katholischen Fakultät an der Straßburger Universität wird sich ohne weitere Beihilfe und ganz von selbst der persönliche Verkehr mit Altersgenossen anderer Fakultäten anbahnen, und es werden Beziehungen geschaffen werden, die auf die nationale Geistesrichtung der Theologen im Sinn des Deutschtums von entscheidendem Einfluß sein werden. Selbstverständlich wird mit der Errichtung einer katholisch- theologischen Fakultät in Straßburg auch das Maturitäts- Examen und der mehrjährige Besuch eines deutschen Gymnasiums im Reichslande obligatorisch werden. Bisher haben die jungen katholischen Theologen im Reichslande eine Maturitätsprüfung nicht abzulegen." — Aus dem Großherzogtum Weimar wird der H^rft. Ztg." geschrieben: Der neue Kurs unter Herrn von Wurmb als Minister des Innern hat es fertig gebracht, daß 20 am letzten Samstag anberaumte sozialdemo- kratische Versammlungen mit dem Thema: „Ist die Sozialdemokratie im Großherzogtum politisch rechtlos?" v^boten worden sind. Da auch mehrere rein gewerk- «r „ Versammlungen in den letzten Wochen dem Verbot verfallen sind, so will der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete für Weimar, Baudert, dies im Reichstag zur Sprache bringen, da durch diese Dersammlungs- v-rbott d-n Arbeitern ,m Großherzogtum das reichsgesetzlich durch die Gewerbeordnung gewährleistete Koalitionsrcchi genommen seu Aus Weimar wird dazu heul- nachgemeldet: In einer Minister-Konferenz unter dem Vorsitz des Großherzogs wurde beschlossen, die Bekämpfung der sozialistischen Agitation im Großherzogtum auszunehmen. Verbürgten Nachrichten zufolge steht die Einbringung eines neuen VereinSgesctzes nach preu- ßischem Muster im Landtage bevor. Der »tschiis> Vf- Me»d 1« M «f ffc, W * LSL Smbieiten unb lrCrb#» MengeMvc die Leitung W&W ->ahre lang nut große, bjtte, aus Gesundheit gestrigen Genera* bireftor, M Tran worben und hat Die j feit nun 20 Jahren k „Verschönerung" ihre! darf sich zur Gewinn, beglückwünschen. Er gestellten Anforderung! flimmbegabter und ms in Sopran und Tenor, *• Asch einmal i unserem Leserkreise so Redakteur! Sie brache (Nr. 232) die Geschicht affaire. Ich erlaube andurch den bez. ihrer sich unter meinen 4 zu beliebiger Verwend» noch, daß bann bei bei zu Ehren beS sog. „Vv vollen Ausschmückung gezählten volkstümlich auch die so höchst w Wendung sand. Ein I richtig eingeschlagen goldnes Fähnchen an, aber eht der Klobe V — Das Ausgelassene «ch! - Ganz erc 1- W-S //? bas fi Wto wir itbt Want, bok 16, u ßüi Bild euch davon Dü Wrlt steht wahr! statt in! 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Die Lieferungsbedingungen liegen an den Wochentagen auf dem Ver- waltungsbüreau nachmittags von 3 bis 5 Uhr offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 17. Oktober d. I, vor- mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau eimureichen. Der Zuschlag erfolgt bi» zum 25 Oktober 1899. Gießen, den 4. Oktober 1899. Großh. Verwaltungs-Direktion der psychiatrischen Klinik. ______Sommer._____7156 An einem Zuchlstier und 8 Kühen zu Odeuhanseu ist der Bläscheu- auSfchlag amtlich festgestellt worden. Krofdorf, den 3. Oktober 1899. 10 Ctr. Aepfeln, 800 „ Kartoffeln, 3 h untererdigen Kohlraben, 3 „ Zwiebeln, 1 H Me-rrettig, 1 „ gelben Rüben, 10 „ Weißkraut, Verantwortlicher Redakteur: H. Koegler. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. mit io8n". Ä”’ Ai Rc* W*’? Der um So sonderbar e xeuen Sabinetts Clart Und dennoch ist die dm das Mnisteriun (zechen keine Obstrukt her Jubel der Deutsch etwas verfrüht, zumal Stelle kein dauerndes beabsichtigt ist, sonder werben soll. Wie mc regierte, wird man jegi regieren versuchen, un eine neue Frontveränd anzunehmen, daß es ge ^tenben 'Parteien un die Minoritäten fachen ist in Oesterreich da parlamentarische Mel Minderheiten die Ve sänftigt man die eine lo verlegt sich die anl will die Regierung An sich ist das höchst »och gewesen, daß mc erlassen hätte. Die währte Gabe an, uni Nfynf juriidjuntijmt N dieser Dage bie p beschloßen, an dem $8ün festzuhatten, sodaß der \Wm\V Wenn nun Verordnungen zurnäziel gegen sich und wird u den Jungczechen ^esem Falle aber au< durchführen können, ui lleber die Persö unb ihre bi *1 i« Men: 3)1, ««anminifiet und 'n Wie» 11 S* der im $ Mutigtyattei y 8neie beide «ati,; Äs* m ihm iX”" '*tärc6,Ie™«r/ Mr ’ ge!