'bitter «deck 6445 Hinterbliebenen: kchadeck. en ®lun,tttfpenbeit a"b $etwiitbten **i an u, 3“’*n AK« ittel gegen Bleichsucht Nervenübel Schwächezustände Appetitlosigkeit etc» ehe (ca. 1 Liter) Mk. 4.-. 7 goldene Medaülen. rztlichen Autoritäten, en Apotheken. minderwertigen Nachahmungen Btbling'g China-Eisen- jhenden Schatzmarke. 6411 räparate, Mülhausen 1. E. ^ioninte Anstalt id MidilchUchgi-tzmtS Filiale) ratet» der SeujeiL issage iellgreu Müder der Mode) ick Dr. Emer-Berlin auSMn- itat, sowie bie Spannungd' t größten unb bellen Kpparaten n,' welche für meine Methode« Mr. SouuU^s DO« W'_ cgeßcke ich, j>B«rta.U. nstalt Llas-Schkeisttti. *'**m?T ' ' 9.50 , aller Bedien«*«’ Nr. 209 Zweites Blatt Mittwoch den 6 September 18»» Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger 3nn0ne eee Injetgen zu her nachrnrttags für bta tag erscheinenden Nummer Hf vor». 16 Uhr. Me»»«5preiL vierleliährlich 2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 Pf«, mit vringerloh». Alle Lnteigen-BermiMunßSsteSen M In- und ÄullenO» nehmen Lnjeizen für den Gießener Änjdgcr oHf*«*. Bei Postbezug S Mark 50 wierteliährlich. frN«|ciget Gieß«- Fernsprecher Nr. 51. Prozeß Dreyfus. Rennes, 4. September. Gleich nach der heutigen Eröffnung der Sitzung des Kriegsgerichtes um 61/, Uhr wurde die Oeffentlichkeit ausgeschloffen. Major Hartmann setzte seine Zeugen-Aussage fort. Um 7V2 Uhr wurde die Oeffentlichkeit wieder hergestellt. Es beginnt alsbald die Verlesung des Demissionsbriefes des kürzlich als Zeugen vernommenen Hauptmanns Bruyöre. Darnach hat Bruy^re feine Demission infolge der Affaire Dreyfus gegeben. Regierungs-Kommissar Carriöre verliest einen Brief, den er vom Kriegsminister erhalten und in welchem es heißt, daß das Monatsgehalt, welches Lejoux gezahlt worden ist, entgegen der Aussage des Majors Lauth, welcher den Glauben hätte erwecken wollen, es sei vom Syndikat oder dergleichen bezahlt, aus dem Fonds des Kriegsministeriums bezahlt worden sei. Es folgt die Vernehmung eines gewissen Cernuschi, welcher 31 Jahre alt und aus Oesterreich gebürtig ist. Er sagt, er habe Oesterreich im Jahre 1894 verlassen infolge politischer Umtriebe, in die er verwickelt gewesen sei. Er sei ein Verwandter des serbischen Königshauses. 1894 sei er nach Frankreich gegangen. In Paris habe er die Bekanntschaft eines Abteilungschefs des Auswärtigen Amtes einer fremden Macht gemacht, die er nicht zu nennen wünsche. Als er dieser Persönlichkeit gesagt, daß er sich als politischer Flüchtling unsicher fühle, habe ihm die Persönlichkeit die Namen von vier Personen genannt, vor denen er sich zu hüten hätte. Darunter sei auch der Name des Dreyfus gewesen (Große Bewegung). Er habe darauf die Bekanntschaft eines fremden Generalstabs-Offiziers gemacht, der der Person eines fremden Monarchen attachiert gewesen sei. Auch dieser Offizier habe jene vier Namen und noch zwei andere genannt. Diesen Offizier habe er später auch in Paris besucht und bei dieser Gelegenheit habe ihm der Betreffende militärische Schriftstücke bezüglich des Transportwesens im Falle der Mobilmachung gezeigt und hinzugefügt: In Frankreich könne man sich alles verschaffen, wenn man gut zahle und sich der Juden bediene. Er, Zeuge, habe den Offizier nicht weiter gefragt, wer ihm die Dokumente gebracht hätte, weil, er ihm schon gesagt hatte, daß sein Gewährsmann der Generalstabs-Offizier Dreyfus war. Bald darauf habe er, Cernuschi, in den Zeitungen die Verhaftung Dreyfus' gelesen. Ende Mai 1896 habe er den Besuch eines Agenten des Kriegsministeriums erhalten, der ihn über seine Unterredung mit den beiden angedeuteten Persönlichkeiten befragte. Es sei ein Rapport aufgesetzt worden, den beide unterzeichneten und der noch im Bureau des Kriegsministeriums existieren müsse. Er bitte um dessen Verlesung. (Bewegung und Unruhe). Regierungs-Kommissar Carriere erhebt sich und sagt, Femlletsn. Das 19. Jahrhundert. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme. (Nachdruck oder Auszug verboten. XIV. Technik I. Ausnutzung der Elektrizität und des Dampfes. Verkehrswesen. (Fortsetzung.) Die erste telegraphische Leitung konstruierten 1833 die Professoren Gauß und Weber in Göttingen, Baron Schilling erfand 1835 einen Apparat zur Uebermittelung von Schriftzeichen, der gleich darauf von dem Münchener Physikus Karl August Steinheil (1801—1870) durch einen weit vollkommeneren ersetzt wurde, welcher die Ausschläge der Magnetnadel auf einem Papierstreifen markierte, und zugleich die Abgabe von Glockensignalen ermöglichte. Derselbe Forscher entdeckte 1838 die Entbehrlichkeit des Rückleitungsdrahtes, da die Erde die Rückleitung des elektrischen Stromes besorge. Nachdem 1844 der Amerikaner Morse (1791—1872) einen noch sicherer funktionierenden Schreibapparat konstruiert hatte, bürgerte sich der Telegraph mehr und mehr ein, und in unserer Zeit giebt es wohl nur noch wenige Punkte der Erde, wohin der elektrische Funke nicht mit seiner unfaßbaren Geschwindigkeit die Botschaften der Menschen trägt. Für das Jahr 1894 z. B. wird die Länge er sei der Ansicht, daß der Zeuge vielleicht nicht alles gesagt habe, was er zu sagen habe. Da die Sache sehr delikat sei und internationale Fragen betreffe, so würde es vielleicht ratsam sein, die Vernehmung des Zeugen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit fortzusetzen. (Bewegung.) Verteidiger Demange fragt den Regierungs-Kommissar Carriere, ob er über den Zeugen Cernuschi Erkundigungen eingezogen habe. Carriere verneint dies. Der Zeuge sei ein fremder politischer Flüchtling. Cernuschi habe sich gesagt, die Sache sei vielleicht nicht ganz richtig. Labori erklärt, man hat hier zum ersten Male das Zeugnis eines Fremden benutzt. Angesichts dieses Vorganges werde ich Konklusionen wiederlegen und verlangen, daß auf diplomatischem Wege alle Schritte gethan werden, damit die in dem Bordereau genannten Noten verschafft und für die Debatte zur Verfügung gestellt werden. (Große Bewegung.) Ich bin momentan zu bewegt, um die Konklusionen gleich zu fassen. Ich frage den Zeugen: Welcher Nationalität gehörten die Persönlichkeiten an, von denen er sprach? Zeuge: Ich antworte hier nicht, ich thue es nur unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. (Gelächter.) Labori erklärt sich mit dem Ausschluß einverstanden und bittet denselben morgen früh zu Beginn der Sitzung stattfinden zu lassen. Zuerst möge aber der Zeuge vereidet werden. Als Cernuschi die Estrade verläßt und sich auf einen Zeugenstuhl setzt, wird er von einigen Personen ironisch fixiert. Er verläßt den Saal, verbeugt sich aber vorher tief vor dem General Mercier. Es folgt die Vernehmung des Gerichtsschreibers des Untersuchungsrichters Bertulus namens Andrs. Derselbe sagt über Esterhazys und Henrys Vernehmungen durch Bertulus aus, dessen Angaben er bestätigt. Dr. Weiß, der sich geäußert haben soll, daß die Familie Dreyfus selbst von dessen Schuld überzeugt sei, erklärt empört, das sei eine große Unwahrheit. Er habe immer von der Familie gehört, sie sei von der Unschuld Dreyfus' überzeugt, (gr . teile diese Ueberzeugung vollkommen und hege di? höchste Achtung vor Dreyfus. Zeuge Dr. Weiß verbeugt sich im Abgehen vor Dreyfus. Der Zeuge Hadamard erklärt, er sei von der Unschuld Dreyfus' fest überzeugt. Die Familie habe nie einen Centimes Schulden für ihn zu bezahlen gehabt. Der nächsteZeuge ist die ehemalige OrdonnanzPicquarts, Roques. Derselbe sagt mit fester Stimme: Der Zeuge Savignaud habe hier gesagt, er habe in Tunis für den Obersten Picquart Briefe zur Post getragen. Das fei aber ein großer Irrtum. Nicht Savignaud sei Ordonnanz gewesen, sondern er (der Zeuge). Savignaud wird Roques gegenübergestellt. Er murmelt: Roques irre sich. Picquart verlangt das Wort. Er bemerkt, er habe Savignaud einige Male Aufträge gegeben, einen Brief an Scheurer-Kestner habe er aber niemals zur Post getragen. Rabbiner Dreyfus sagt schriftlich über eine ihm zusämtlicher Telegraphenlinien der Erde auf mehr als zwei 2 Millionen Kilometer, diejenige der Leitungen auf 5i/8 Millionen Kilometer angegeben, letzteres eine Länge, die 134mal den Umfang unseres Planeten repräsentiert. 2^/z Millionen Kilometer entfallen allein auf Europa. Die Zahl der auf der ganzen Erde 1894 beförderten Telegramme betrug über 350 Millionen. Inbegriffen sind in diesen Zahlen die unterseeischen Leitungen (Kabel), deren Länge 1892 bereits 240,000 Kilometer betrug. Die telegraphische Verbindung von einander durch Ozeane getrennter Länder stellt einen der grandiosesten Triumphe der Technik dar. Das erste Kabel wurde zwischen Frankreich und England gelegt. 1857 begann die Legung des Kabels zwischen Amerika und Europa. Der Amerikaner Cyrus Field (1819 bis 1892) widmete der Ausführung dieses gigantischen Projektes sein ganzes Leben; er gründete zur Betreibung des Unternehmens die atlantische Telegraphenkompagnie, und erreichte nach Ueberwindung unzähliger Hindernisse am 27. Juli 1866 endgiltig das erstrebte Ziel. Gebührte so den Amerikanern das Verdienst, den Verkehr zwischen zwei entlegenen Weltteilen zuerst vermittelt zu haben, so baut sich das gewaltige Projekt doch nicht zum wenigsten auf der Basis deutscher Erfindungskraft und deutschen Fleißes auf, da unser Mitbürger und Landsmann Werner Siemens es war, welcher die zweckmäßigste Jsolierhülle entdeckte, und in Berlin im Jahre 1847 die erste unterirdische Telegraphenlinie anlegte. Von eingreifender Bedeutung für die Entwickelung des Telegraphenwesens sind die in neuerer Zeit mit der Telegraphie ohne Draht angestellten Versuche, welche bereits recht annehmbare Resultate geliefert haben. Nicht geschriebene Aenßernng aus, wonach Dreyfus' Familie feiner Unschuld nicht sicher sei. Er erklärt diese Aeußerung für erlogen. Prof. Painleve erklärt, nachdem er Bertillons angeblich mathematischen Ausführungen einer vernichtenden Kritik unterworfen, daß Hadamard ein Vetter der Madame Dreyfus sei und immer nur die Unschuld Dreyfus' versichert habe. Eines Tages habe er (Zeuge) den Prof. Docagne über den Fall Dreyfus gesprochen, der ihm erzählt habe, er kenne Hadamard, welcher ihm gesagt habe, er habe für Dreyfus keine Parteilichkeit. Von diesem Ausspruch hätten andere Personen Kenntnis erhalten und ihn verdreht. 1897 sei er in das Kriegsministerium beschieden worden, wo er über das Gespräch befragt worden fei, u. a. darüber, ob es wahr fei, daß er mit Hadamard gesprochen und von ihm erfahren habe, daß die Familie Dreyfus an Dreyfus' Unschuld zweifle. Zeuge sagte sofort, das genaue Gegenteil sei wahr. Mit Hadamard habe er niemals gesprochen. Die von Docagne wiederholte Aeußerung Hadamars laute entgegengesetzt. Zu seiner grenzenlosen Überraschung habe er trotzdem später in der Untersuchung des höchsten Gerichtes einen Bericht des Generals Gonse vorgefunden, der ihm die von ihm ausdrücklich für unwahr erklärten Äußerungen in den Mund legte. Ans Verlangen Laboris wird der Rapport über die Aussage Painleves vor Gonse verlesen. In demselben sind die Worte Painleves absolut entstellt. Painleve ist sehr erregt. General Gonse wird gerufen. Er meint, Painleve messe der Sache eine viel größere Wichtigkeit bei als er, Gonse. Painleve protestiert wiederum sehr energisch. Er schlägt mit der Faust auf die Barre und erklärt, daß er nie gesagt habe, was der Rapport ihm sagen lasse. Gonse sucht sich herauszureden. Er habe nur auf das moralische Zeugnis Gewicht gelegt und nicht auf den ersten Teil der Aussage Painleves (daß Hadamard von der Unschuld Dreyfus gesprochen hat). Painleve schreit: Ich habe aber niemals die Worte gesagt, die im Rapport stehen, niemals. Labori fragt den General Gonse, wer das geheime Dossier gebildet habe. In demselben besinde sich doch die Aussage Painleves. Gonse antwortet, diese Aussage besinde sich nicht im Dossier, sondern in einem Annex. Labori fragt nochmals, wer das geheime Dossier zusammengestellt habe. Hauptmann Guignet ruft: Ich, und Gonse fügt hinzu: Und ich habe ihn dann verbessert. (Gelächters Als Verteidiger Labori Gonse in erregtem Tone fragt, ob selbst, wenn jene Aussage so unwichtig gewesen sei, wie Gonse meine, das ein Grund gewesen sei, sie falsch wiederzugeben, fordert Jouaust den Verteidiger auf, sich zu mäßigen, sonst würde er ihm das Wort entziehen. Labori fragt den General Gonse, ob er die Verantwortung für das geheime Dossier des Juli 1893 übernehme. Gonse ant- zu vergessen der Erfindungen des Telephons und des Phonographen — besonders das erstere hat sich seit 1877 in fortschreitendem Maße eingebürgert, zuerst in Nordamerika, später folgten die übrigen Staaten. Gegenwärtig sind fast in allen größeren Städten des Kontinents und der Union Fernsprecheinrichtungen vorhanden, weit entfernte Großstädte, wie Paris und Brüssel, Newyork und Washington u. s. w., sind telephonisch verbunden; in Deutschland allein waren 1896 bereits 587 Orte mit Stadt-Fernsprecheinrichtung versehen, und die Zahl derselben ist seitdem noch beträchtlich gewachsen. Auch für die Zwecke der Chemie ist die An- Wendung der Elektrizität in ausgedehntester Weise erfolgt, die Galvanoplastik, die Vergoldung, Versilberung unb Vei> nickelung machten den Anfang, in neuerer Zeit wurde das Verfahren der Zersetzung chemischer Verbindungen durch den galvanischen Strom, die sogenannte Elektrolyse, in der Metallurgie mit großem Erfolg angewandt, und ermöglichte u. a. die billige Herstellung wichtiger, früher sehr teurer und schwierig zu beschaffender Metalle, wie z. B. des Aluminiums, dessen Preis dadurch von 2400 Mk. das Kilo bis auf 5 Mk. für dieselbe Quantität gesunken ist. Selbst die Zeit zeigt uns die Elektrizität an, indem die richtige Zeit täglich von der Zentralstation aus an alle deutschen Telegraphenämter depeschiert wird. Die Fortschritte auf dem Gebiete der Dampfbenutzung sind nicht minder erstaunlich. Durch George Stephensons Erfindungsgeist gelangte die Welt in den Besitz des neuen Betriebsmittels der Eisenbahnen, das Dampfroß begann seinen Siegeslauf über die Erde. England machte den Anfang, Belgien folgte mit der Eröffnung der Linie wartet mit Ja. Labori fragt, ob er nicht immer nur Dreyfus belastende Dokumente für gut geheißen habe, alle Esterhazy belastenden für schlecht. Präsident Jouauft weigert sich, diese Frage zu stellen. Hauptmann Guignet verlangt das Wort. Er bemerkt, die Depesche über das Gespräch, das ein italienischer Staatsmann mit dem französischen Botschafter in Rom gehabt, in welcher es geheißen habe, Esterhazy sei der wahre Verräter, könne als kein Beweis gelten. Man wisse ja, daß die auswärtigen Mächte ein Interesse daran hätten, Frankreich zu täuschen. (Bewegung.) Im Kriegsministerium befinden sich noch viele solcher Dokumente, die für Dreyfus belastend seien. Cuignet erklärt sich bereit, dieselben unter Ausschluß der Oeffentlich- keit zu zeigen. Labori ist damit einverstanden, verlangt aber, daß endlich ein für alle mal Dokumente, welche existieren, vorgelegt werden. Es tritt eine kleine Pause ein. Nach derselben wird der Polizei-Kommissar Tomps, der zurzeit Gonse und später Picquart im Nachrichten-Bureau attachiert war, vernommen. Seine Aussage deckt sich un> gefähr mit der Aussage vor dem Kassationshofe, berührt indes ein neues Faktum. Es handelt sich um den Rapport den ein gewisser Paulmier gemacht haben soll, der behauptet, Ordonnanz bei einem fremden Militär-Attacho gewesen zu sein und dort Dokumente mit der Unterschrift Dreyfus' gesehen zu haben. Paulmier ist verschwunden, der Rapport gleichfalls. Nach kurzer Diskussion über die Angelegenheit Paulmier wird beschlossen, für den Anfang der morgigen Sitzung die Oeffentlichkeit auszuschließen. Der Prozeß wird alsdann auf morgen vertagt Deutsches Reich. Berlin, 4. September. Der Reichs-Anzeiger veröffentlicht die seinem Ansuchen gemäß erfolgte Entbindung des Kultusministers Dr. Bosse von seinem Amte unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsministers sowie unter Verleihung der königlichen Krone zum Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und die Ernennung des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen Geheimrat Studt zum Staatsminister und Kultusminister. Ferner veröffentlicht der Reichs-Anzeiger die seinem Ansuchen gemäß erfolgte Entbindung des Staatsministers und Ministers des Innern, Freiherrn von der Recke, von seinem Amte unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsministers, sowie unter Verleihung des Großkreuzes deö Roten Adlerordens mit Eichenlaub und die Ernennung des Regierungs-Präsidenten Freiherrn von Rheinbaben zum Staatsminister und Minister des Innern. Berlin, 4. September. Zu dem Ministerwechsel sagt die „Deutsche Tageszeitung". Das Scheiden des Freiherrn von der Recke wird kaum irgendwo schmerzlich berühren und Dr. Bosse habe mit der Maßregelung des Abgeordneten Jrmer kein gutes Andenken hinterlassen. Die „Staatsbürger Zeitung" sagt: Die Wahl der beiden neuen Minister läßt zweifellos erkennen, daß es sich um keinen Systemwechel handle. Die „Neuesten Nachrichten" schreiben: Der Wechsel gerade in diesen beiden Ministerien habe ohne Zweifel, politische Tragweite und den neuen Ministern, welche das Amt in schwerer Zeit übernehmen, gehe ja der Ruf von Energie und Geschick voraus, daß indessen ein politischer oder wirtschaftlicher System-Wechsel vossständig ausgeschlossen sei, sei selbstverständlich. Nach der „Post" dürste es nicht unwahrscheinlich sein, daß die mit der Verfassung nicht in Einklang zu bringende Einwirkung, welche der Minister des Innern, von der Recke, auf die Abgeordneten, welche zugleich Verwaltungsbeamte sind, versuchte, den unmittelbaren Anstoß zu seiner Demission gegeben hat. Die „Germania" glaubt dem neuen Minister Freiherrn von Rheinbaben Vertrauen entgegenbringen zu können, aber auch von ihm müsse man erst Thaten abwarten, welche die auf ihn gesetzten Hoffnungen rechtfertigen. (Vgl. 1. Blatt.) Berlin, 4. September. Das „Berliner Tageblatt" glaubt zu wissen, daß Freiherr von der Recke dazu Brüssel—Mecheln am 3. Mai 1835, am 7. Dezember desselben Jahres folgte Nürnberg-Fürth. Rußland folgte 1838, Frankreich 1841 u. s. w. Unablässig verbesserten neue Erfindungen die bestehenden Systeme, dieselben allmählich bis zur Schnelligkeit und Leistungsfähigkeit der Gegenwart steigernd. Im Jahre 1830 gab es im ganzen erst 332 Kilometer Eisenbahnen auf der Erde, 1850 zählte man bereits 38,022 Kilometer, 1894 betrug dagegen die Gesamtlänge der Eisenbahnen der Erde nicht weniger als 687,550 Kilometer. Wie der Dampfzug den Verkehr auf dem Lande, so vermittelte das Dampfschiff die Verbindung zur See. Seit der Amerikaner Fulton im August 1807 zuerst mit einem von ihm konstruierten, mit einer Dampfmaschine versehenen Schiffe den Hudson befahren hatte, machte der Dampfschiffbau ungeheure Fortschritte. 1814 befuhr der erste Knegsdampfer der Union die Meere, 1830 besaß England bereits 315. Preußen stellte bereits 1821 den ersten Postdampfer ein. Indessen brachte erst die 1826 vollendete Erfindung der Schiffsschraube die Ozeanschiffahrt richtig in Gang, fett 1837, nachdem die Erfindung länger als zehn Jahre unbeachtet geblieben war, kamen immer mehr die ^?^^^oendampfer in Gebrauch. Immer größer wurden die Schiffe, immer eleganter gestaltete sich die Ausrüstung, sodaß die modernen Dampfer in Wahrheit mit allem Komfort der Neuzeit ausgerüstete schwimmende Paläste sind. Allein sie nehmen Nicht allein an Schönheit und Größe, sondern auch hinsichtlich der Anzahl stetig zu. Bereits 1890 betrug die Handelsflotte der Welt allein an Schiffen über 100 Registertonnen 32,298, worunter 11,108 Dampfschiffe. Auch der Maschinenbau wurde durch den Dampf in völlig andere Bahnen gelenkt, die Dampfmaschinen beherrschen noch jetzt die gesamte Produktion. (Schluß folgt.) ausersehen sei, Herrn Studt als Präsidenten der Provinz Westfalen zu ersetzen. — Begegnung des Kaisers mit dem Grafen Lippe-Biesterfeld. Aus Berlin wird gemeldet: Auf Wunsch des Grasen Leopold von Lippe-Biesterfeld, des Sohnes des Regenten, war bei dem Kaiser nachgesucht worden, die Teilnahme an den Manövern des hiesigen Armeekorps zu gestatten. Der Kaiser hat dieses Gesuch genehmigt. Infolgedessen wird sich Graf Leopold nach Mühlheim an der Ruhr begeben, wo er dem 55. Regiment attachiert wird. — Dieser Schritt des Grafen Lippe-Biesterfeld wird voraussichtlich zur Beilegung der gespannten Beziehungen zwischen dem Kaiser und dem Graf-Regenten von Lippe führen. — In der „Hilfe" schreibt Pfarrer Naumann über die innere Lage: „Das Resultat der Kanalangelegenheit ist also für uns Nationalsoziale nicht besonders erfreulich. Wirmüssen uns darauf gefaßt machen, daßnun nach demAbfall des Kanals das Zuchthausgesetz durchgeht, denn nun wird Miquel alles anwenden, um die Politik der Sammlung gegenüber dem Umsturz neu zu beleben. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß in der zweiten Lesung Zentrum und Nationalliberale gefügiger sein werden. Der kleine Umlauf zu größerem Liberalismus wird nun wohl vorbei sein. Soziale Hoffnungen müssen weiter hinausgeschoben werden, aufgegeben werden sie aber nicht. Mit jedem Jahr wächst das neue industrielle Deutschland und mit ihm seine lohnarbeitende Masse. Diese Thatsache an sich enthält alle Hoffnungen, die in den wenig erfreulichen Zuständen der Gegenwart übrig bleiben. Die Situation, die sich jetzt vorübergehend zeigte, die Situation des Kaisertages von Dortmund, muß trotz Miquel und Limburg-Stirum wieder eintreten. Jedes neue Kind, das in Deutschland über den vorhandenen Volksbestand hinaus geboren wird, hilft die Zukunft bringen. Mag der Liberalismus heute dürftig sein, der Sozialismus noch fern von nationaler Politik, der Kaiser noch entschlossen, mit den Konservativen weiter zusammenzugehen, so liegt in dem allen noch nicht die letzte Entscheidung. Es ist ganz sicher, daß trotz der Ungunst der Gegenwart die Zukunst kommt, in der die Logik der Ziffern, die Macht der Dinge die agrarische Uebermacht beendet. Vorläufig aber bleibt nichts anderes übrig, als Köpfe zu sammeln, die dieser Zukunft mit Verständnis und Ausdauer entgegengehen." Ausland. Loudon, 4. September. Zur Munitionsbeschlagnahme in der Delagoa-Bai lassen sich die „Times" aus Lourenyo Marques vom 31. August melden: Neue Instruktionen aus Lissabon ordneten die Freigebung der beschlagnahmten Munition für den Transit nach Transvaal an. Inkales und Provinzielles. + Grüuberg, 4. September. Nach langjähriger, schöner Sitte wurde auch diesmal wieder anläßlich des Gedenktages der Schlacht bei Sedan in unserer Stadt ein Jugend- und Volksfest gefeiert. Gestern nachmittag um 2^/z Uhr ordnete sich am neuen Schulhaus der stattliche Festzug. Voran schritt der Musikverein, der wiederum in dankenswerter Weise zur Verherrlichung des Festes beitrug; ihm folgten die Schüler der Volks- und höheren Bürgerschule, die Knaben ihre bunten Fähnchen und Lanzen fröhlich schwingend, die Mädchen mit Kränzen und Blumensträußen sinnig geschmückt; Krieger-, Turn- und Gesangverein bildeten den Schluß des Zuges, der sich durch die reich beflaggten Straßen der Stadt nach der Turnhalle bewegte. Auf dem geräumigen Turnplätze, woselbst die Teilnehmer Aufstellung nahmen, führte Herr Dekan Pullmann nach dem gemeinschaftlichen Gesang des Liedes „Deutschland, Deutschland über alles" in der von patriotischem Geiste getragenen Festrede aus, warum wir Deutschen immer wieder „Sedan" feiern sollten. Nicht die besten Söhne Germanias seien es, die da verlangten, daß man den 2. September ohne Sang und Klang vorübergehen lassen solle. Die Rede gipfelte in einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät, unseren allverehrten Kaiser, der als „Ritter ohne Furcht und Tadel" dem Reich den Frieden zu erhalten wisse. Nach dem Gesang der Hymne entwickelte sich auf dem Festplatze munteres Leben und Treiben. Die Schüler führten unter Leitung ihrer Lehrer Spiele auf und wurden später mit Brezeln beschenkt. Die Sieger beim Wettlaufen, Topfschlagen, Sackhüpfen rc. wurden durch Preise, zu deren Beschaffung die Stadt einen entsprechenden Betrag bewilligt hatte, ausgezeichnet. In der Turnhalle selbst wechselten Musik- nnd Gesangsvorträge ab und trugen sehr zur Hebung der Feststimmung bei. Abends nach 6 Uhr ordnete sich wieder der Zug zum Rückmarsch in die Stadt. Auf dem Marktplatze ermahnte Herr Lehrer- Laub er die Schüler zur Dankbarkeit gegenüber den Veranstaltern der schön verlaufenen Feier und zur Bethätigung dieses Dankes durch Treue, Fleiß und Gewissenhaftigkeit. Nachdem dann noch ausgeführt worden war, wie nur in einem geeinten, durch einen machtvollen Herrscher weise regierten Reiche Handel und Gewerbe blühen, Wohlstand und Zufriedenheit sich entwickeln können, schloß die eindrucksvolle Ansprache mit einem Hoch auf unser deutsches Vaterland, in welches alt und jung begeistert einstimmte. Einen würdigen Abschluß des Festes bildete das abends von der Kapelle des gegenwärtig hier und in den umliegenden Ortschaften im Quartier liegenden 118. Infanterie- Regiments in der Turnhalle veranstaltete Konzert, das recht zahlreich besucht war und ebenfalls sehr schönen Verlauf nahm. n. Staden, 4. September. In Angelegenheit der projektierten Eisenbahn Ranstadt-Friedberg bezw. Assenheim tagte gestern hier im Curth'schen Saal eine sehr- große Versammlung, durch deren Beschlüsse unsere Eisenbahnfrage ihrer Lösung wieder etwas näher gebracht wurde. Das Komitee unterhandelte schon längere Zeit mit der „Kontinentalen Eisenbahn-, Bau- und Betriebsgesellschast in Berlin" und ließ im Auftrag und auf Kosten der beteiligten Gemeinden einen technischen Beamten dieser Gesellschaft hierher kommen, der mit dem engeren Ausschuß am 1. September die Strecke genau besichtigte und auf Grund hieraus und der vorliegenden früheren Vermessungen und Berechnungen einen ungefähren Kostenüberschlag aufstellte. Dieser Beamte, Herr Eisenbahnbauinspektor Grosheim von Berlin, entwickelte dann in der Versammlung in längeren sehr eingehenden Erörterungen seine Ansicht über die Bahn. Hiernach ist die Einmündung in den Bahnhof Friedberg mit so ungeheuer großen Kosten verknüpft, daß er ernstlich riet, die Absicht, dahin zu bauen, aufzugeben. Einstimmig beschloß darum die Versammlung statt nach Friedberg die Bahn nach Assenheim zu bauen. Dadurch erhält sie eine Länge von ca. 15,5 Kilometer. Nach den vorläufigen Berechnungen betragen die Kosten für den Kilometer rund 58000 Mark. Die genaue Berechnung derselben kann natürlich erst auf Grund neuer Vermessungen erfolgen. Die Versammlung beschloß darum, der genannten Gesellschaft die gesamten Vorarbeiten zu Übertragen. Diese berechnet hierfür 250 Mark per Kilometer, wird aber diese Kosten nur dann einziehen, wenn der Bahnbau nicht zu stände kommt oder von einer anderen Gesellschaft ausgeführt wird. Die Erklärung einer Gemeinde hi-erzu steht noch aus und wird man nach dem Eintreffen derselben sofort mit dem Vermeffen beginnen, sodaß wir uns jetzt der frohen Hoffnung hingeben können, daß das erste Geschenk, das das neue Jahrhundert unserer fruchtbaren, entwickelungsfähigen, Verkehrs- und volksreichen Gegend bringen wird, eine Eisenbahn sein wird. 0. Aus Oberheffen, 3. September. In Nr. 206 Ihres geschätzten Blattes vom 2. d. M. haben Sie aus dem „W. A." eine Nachricht über den politischen Märtyrer Rektor und Pfarrer Weidig in Butzbach, später in Ober-Gleen, übernommen, die einen groben Verstoß gegen die Geschichte enthält. Weidig ist nicht im Jahr 1848, sondern am 23. Februar 1837 im Gefängnis in Darmstadt gestorben, wo er hart behandelt wurde und in seiner Verzweiflung wahrscheinlich selbst Hand an sich gelegt hat. V. Vom westlichen Vogelsberge, 3. September. Die fiskalischen Grummetgrasversteigerungen haben in verschiedenen Oberförstereien, besonders in solchen, die sich nach der Wetterau erstrecken, verhältnismäßig hohe Preise gebracht, denn fast durchgängig ist das Taxatum um 25 bis 30 Prozent überboten worden. Da wir ein ungewöhnlich reiches Futter- und Strohjahr haben, sind die hohen Grum- mctpreise recht bemerkenswert. Das Grummet wird dieses Jahr so teuer wie das Heu, obgleich es bei weitem den Futterwert nicht besitzt. Durch den Landregen -sind die Arbeiten auf den Wiesen gestern unterbrochen worden. Die Maschinen haben sich auch bei dem Grummetgras sehr bewährt. — Im Fruchtgeschäfte ist es in unserer Gegend, sowie in der Wellerau recht lebhaft geworden; es wird meistens Weizen gekauft, der zu 15, da n Z«I° fiugehen ®Ä 'M, ÄÄLs'°.i°° üt i" S*®“pfl*n 8i. «*«8 te «* Mui»» h kann °sMZ 5 rt * N aus und unÄnJ°f0tt mit E letzt der frohen Hoff- erste Geschenk, das dos men, entwickelungsfähjgen, o bringen wird, eine Sisen- *• 3" N'. M JHm Haden Sie aus dem „W Eischen Märtyrer Rektor ch. später in Ober-Gleen, Erstost gegen die Geschichte W 1848, sondern am in Darmstadt gestorben, nd in seiner Verzweistunz ch gelegt hat. nge, 3. September. Dit ' erungen haben in verschie- > in solchen, die sich nach ’ tnismäßig hohe Preise gr- ' A das Taxatum um 25 bis Da wir ein ungewöhnlii aben, sind die hohen Grur Das Grummet wird dieses gleich es bei weitem ben ien Landregen sind bie Är interbrochen worden. SM em Grummetgras W ^e- ,st es rn *tx Gegend, Host geworden; es wird . zu 15*/4 Ml. per Doppel' ! । eine steigende Tendenz bt- en der heute bei uns einge- chrift Nr. 25 vom 2. d. M." hrige Brotgetreideernte einer eqnen wird und daß nach nsse der heutige Preis and hoher mindestens nicht b^ ' Ansicht eines Pchblatte Leser, die jenes Blatt nicht Bei herrlichem Wetter be- ngesternseinb-Stistung -aßen-Dettfahren. Um 2U £et Sportsgcnosien die . Stadt, dann erfolgte das ' SS*". 5 *S*«» s«ss SÄ« SQlt°"C nift An )bst gEwelen'st- Itenb, be- 1.1 * aen,Dlt a , j। «- »sS» * *» .* ss W.' [ Pteresten * St. Johann, 3. September. Gestern vormittag stieß auf dem Güterbahnhof Mal statt eine Rangiermaschine mit der Maschine eines Güterzuges zusammen. Die Beschädigungen sind sehr schwer. Es wurde niemand verletzt. * M.-Gladbach, 2. September. Durch einen Blitzschlag in das Fernsprechamt wurden zwei Telephonistinnen gelähmt. * Stuttgart, 4. September. Die nächste Nummer des „Simplizissimus" wird hier erscheinen. Drucker ist die Firma Strecker und'Schröder. Herr Hugo Moser, der mit Strecker die Firma Strecker und Moser bildete, ist ausgetreten. * Edenkoben, 3. September. Das bayerische Friedens- und Siegesdenkmal wurde heute auf dem nahen Werderberge in Anwesenheit des Kultusministers v. Landmann als Vertreters des Prinzregenten Luitpold, zahlreicher Generäle, des Regierungspräsidenten v. Welser und von mehr als 20000 Kriegern enthüllt. * Rom, 4. September. Wilhelm Marc oni, der Erfinder der drahtlosen Telegraphie, ist in England mit der Vervollkommnung seiner Erfindung beschäftigt. In England sind ihm zu diesem Behufe unbegrenzte Geldmittel zur Verfügung gestellt, worauf er in seinem Vaterlande nicht rechnen konnte. Das italienische Marineministerium sucht aber auf eigene Faust die Erfindung Marconis weiter auszubilden und hat im Kriegshafen von Spezia ein Laboratorium für drahtlose Telegraphie eingerichtet, das von Professor Pasqualini mit gutem Erfolge geleitet wird. Man ist in jüngster Zeit dahin gelangt, mit den verbesserten Apparaten Marconis bis auf eine Entfernung von 40 Kilometer zu telegraphieren und hofft in Kürze eine Entfernung von 60 Kilometer zu erreichen. Ausgezeichnet gelangen die Versuche, durch Marconis Apparat mit einem in schneller Fahrt befindlichen Zuge Telegramme zu wechseln. Man erhofft aus diesem Versuche wertvolle Anwendungen für den Sicherheitsdienst des Eisenbahnverkehrs. Auf dem Kriegsgeschwader in Spezia hat sich der Austausch drahtloser Telegramme von Schiff zu Schiff schon eingebürgert. Als gelöst kann auch das Problem gelten, unterirdische und unterseeische Minen durch Anwendung des Prinzips der drahtlosen Telegraphie zur Explosion zu bringen. Gegenwärtig studiert man Mittel und Wege, um ein unterseeisches Boot vom Lande aus durch die drahtlose Uebermittelung elektrischer Wellen zu lenken. Nachrichten aus England zufolge trägt sich Marconi mit zwei Plänen zur praktischen Verwendung seiner Telegraphie. Er will in Dover ein Telegraphenamt einrichten, mit dem auf der einen Seite die großen Städte Englands und auf der anderen Seite die großen Städte Mitteleuropas (und umgekehrt) drahtlose Depeschen senden zu können. Der zweite Plan zielt auf die Einrichtung einer drahtlosen telegraphischen Verbindung zwischen einem Punkte Irlands und einem Punkte Nordamerikas ab. Um diesen Plan zu fördern, begiebt sich Marconi binnen Kurzem nach New-Aork. * Alexandria, 4. September. Hier sind neuerdings mehrere Pest fälle vorgekommen. * Tunis, 4. September. Die am Hafen befindlichen großen Magazine wurden des Nachts durch eine Feuers- brunst zerstört. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 20 Millionen. * Eine Tragödie am Comersee. In Tremezzo am Comersee hat sich ein erschütternder Unfall zugetragen, dem zwei blühende Menschenleben zum Opfer fielen. In der Villa Mack pflegt seit vier Jahren ein Herr Ludwig Bleck aus Saint Marie (Elsaß) seinen Sommeraufenthalt mit seiner Tochter Delma und den beiden Enkelinnen Genoveva und Elisabeth, Töchter seines in Paris lebenden Sohnes Karl, zu nehmen. Die Mädchen sind 15 und 18 Jahre alt und wurden, da sie mutterlos waren, mit um so größerer Liebe von dem Großvater und der Tante umgeben. Eines Tages gingen sie mit der Tante in den Garten, der an den See stößt, um zu baden. Als aber die jüngere mehrere Schritte in dem Wasser gethan, verschwindet sie; die ältere, welche ihr nacheilt, trifft dasselbe Schicksal. Die Tante schreit entsetzt um Hilfe und stürzt in das Wasser, aber vergebens — auch sie versinkt. Inzwischen kommen auf das Verzweiflungsgeschrei der Großvater und die Diener herbei, denen es nach verzweifelten Anstrengungen gelingt, die Tante noch lebend herauszuziehen, während das Leben der beiden jungen Mädchen verloren war. Bei dem Rettungsversuch hatte sich der alte Herr Bleck selbst so in Lebensgefahr begeben, daß auch er ohnmächtig ans Land gebracht und erst nach vielen Bemühungen ins Leben zurückgerufen werden konnte. Für den Abend dieses Unglückstages hatte der Vater der beiden jungen Mädchen seinen Besuch aus Paris angekündigt. * Wo stehen die meisten Wohnungen leer? Am letzten Jahresschlüsse betrug die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Berlin 12253; es würde dies etwa 2,53 Prozent aller vorhandenen Wohnungen ausmachen. Nach einer vergleichenden Zusammenstellung, welche das Statistische Amt der Stadt Dresden veranlaßt hat, ist dies ein ganz mäßiger Satz. Zu Anfang d. I. waren nämlich nach jener Statistik von den vorhandenen Wohnungen unbenutzt: in Stuttgart 0,68 Prozent, in Leipzig 1,03 Proz., in Magdeburg 1,16 Proz., in Karlsruhe 1,19 Proz., in Mannheim 1,50 Proz., in Lübeck 1,52 Proz, in Dresden 2,81 Proz. (also mehr als in Berlin), dann steigt das Wohnungsangebot bis auf 4,2 Prozent, welche Zahl für Köln gilt. * Der Vetter einer Kaiserin als Goldgräber. Wie aus Vancouver berichtet wird, bringen kalifornische Blätter die Nachricht, daß ein rechter Vetter der Exkaiserin Eugenie von Frankreich sich vor kurzem nach Europa eingeschifft hat, um endlich zur Zivilisation zurückzukehren, nachdem er 30 Jahre in den fernsten Weltgegenden zugebracht und die Hälfte dieser Zeit sich ausschließlich damit beschäftigt hat, in den Eiswüsten von Alaska Gold zu suchen. Sennor Camilo Espinoza, ein Offizier der Königlichen Garde, mußte im Jahre 1868 aus Madrid fliehen, weil er einen Kameraden, einen nahen Verwandten der Exkönigin Isabella, im Duell erschossen hatte. Eine hohe Summe war für seine Verhaftung ausgesetzt worden, doch gelang es seiner Familie, ihn unter falschem Namen an Bord eines Ostindienfahrers zu schmuggeln. Seitdem hat der vornehme Flüchtling nie seine Identität zu erkennen gegeben. Er würde es auch jetzt noch nicht thun, wenn er nicht ein Schreiben von der Exkaiserin Eugenie erhalten hätte, in welchem ihn diese versichert, daß sie eine bedingungslose Verzeihung für ihn von der Königin-Regentin erlangt habe. Nachdem Sennor Espinoza Bombay glücklich erreicht hatte, blieb ihm nichts übrig, als mit harter Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er kam trotz aller Anstrengungen nie recht von der Stelle, und als er im Jahre 1884 mit drei Landsleuten zusammentraf, die im Begriff waren, nach Alaska zu gehen, um dort ihr Glück zu machen, schloß er sich ohne Zögern ihnen an. Nach langem Umherirren, das reich an seltsamen und gefährlichen Abenteuern war, lächelte ihnen Fortuna endlich doch und ließ sie ein kolossales Vermögen aus dem Schooß der Erde gewinnen. Mehr als einmal befanden sich die vier Glücksjäger in den jetzt als Klondike-Gebiet bekannten Regionen. Einen der von ihnen entdeckten goldhaltigen Landstriche, aus dem sie schon viele Tausende erbeutet hatten, verkaufte Espinoza an einen Vertreter der englischen Baronin Burdett Coutts für 20 000 Lstrl. (400000 Mark). * Deutsche Krankenpflege in französtscher Beleuchtung. In einem neulich veröffentlichten Werke über das öffentliche Rettungswesen im Auslande äußert der Pariser- Arzt Albert Montheuil ein bemerkenswertes Urteil über das Personal in den deutschen Krankenhäusern, indem er einen Vergleich mit den französischen Verhältnissen zieht. Die französischen Krankenhausärzte erhalten durchschnittlich nur ein ganz unbedeutendes Gehalt und können sich infolgedessen auch nicht so ausschließlich ihrem Dienste im Krankenhause widmen, wie das bei den deutschen Aerzten der Fall ist. Der Arzt eines Krankenhauses in Paris steht sich auf jährlich 1800 Franken, während in einer mittleren deutschen Stadt, wie Elberfeld, ein Arzt am Krankenhause 6000 Mk. erhält. In den großen Städten, wie Hamburg, hat der leitende Arzt des Krankenhauses 11000Mk., der Chefchirurg 12000 und die gewöhnlichen Aerzte 6000 Mk. Es wird hervorgehoben, daß es den Aerzten dabei nicht untersagt ist, außerhalb des Hospitals Patienten zu haben, aber die Verwaltung des Krankenhauses hat das Recht, zu fordern, daß die Behandlung ihrer Kranken niemals unter der Privatpraxis des Arztes leide. Besonders hervorgehoben werden ferner die ausgezeichneten Leistungen der deutschen Krankenwärterinnen, die, wie es in Frankreich nur selten der Fall ist, zum großen Teile nicht dem geistlichen Stande angehören. Das Gehalt der deutschen Krankenwärterinnen von 300 bis 800 Mk. bei völlig freier Wohnung, Kost und Kleidung wird ebenfalls in Frankreich nirgends erreicht. Die Krankenwärterinnen stehen im allgemeinen in Deutschland, soweit der französische Arzt zu urteilen vermag, auf einer höheren Bildungsstufe als in Frankreich, und sie erfahren eine sorgfältigere Unterweisung zur Erfüllung ihres Berufs. Der Unterricht umfaßt die Theorie wie die Praxis der Krankenpflege, einschließlich die Hilfeleistung bei Geburten, die Lehre der Gesundheitspflege, bürgerliches Recht, Psychologie, Pädagogik, Gesang 2C.; gewöhnlich sprechen sie auch wenigstenszweiSprachen. Im Gegensätze zu den in Frankreich bestehenden Gebräuchen werden die deutschen Krankenwärterinnen im allgemeinen nicht zur Beobachtung bestimmter religiöser Gebräuche gezwungen, und man verlangt von ihnen nur eine treue Erfüllung ihrer dienstlichen Pflichten und eine vorwurfsfreie Moral. Besonders rühmend hebt Montheuil die große Achtung hervor, die der Stand der Krankenpflegerinnen in den deutschen Städten genießt, eine Thatsache, die er in erster Linie darauf zurückführt, daß besonders sehr viele junge Mädchen, junge Frauen und Wittwen aus den besten Bevölkerungsklassen sich diesem Berufe widmen. Montheuil empfiehlt seinen Landsleuten eine Aeußerung des leitenden Arztes am städtischen Krankenhause in Elberfeld zur ernsten Beachtung, daß man solche Pflegerinnen anstellen müsse, die ihren Dienst am besten versehen, daß man sie dann aber auch nach ihren Leistungen zu bezahlen habe. In Frankreich gilt bisher durchaus die Gewohnheit, Frauen des geistlichen Standes bei der Anstellung als Krankenpflegerinnen zu bevorzugen, weil sie billiger sind, und diese finanzielle Rücksicht kann nicht zum Vorteil des Krankenhauswesens ausschlagen. * Schutz gegen die Pest. Im Pariser „Temps" beschreibt de Varigny das drollige Gewand, in welchem ehemals die Aerzte Pestkranke besuchten. Den Kopf umgab eine Maske aus echtem Saffian, die auf die Schultern fiel und den Oberkörper wie eine Soutane oder Robe verhüllte. Zwei in der Maske angebrachte Löcher mit Krystallfenstern dienten zum Sehen, ein mit zwei Nasenlöchern versehener langer „Vogelschnabel", der „mit Wohlgerüchen gefüllt und innerlich mit balsamischen Stoffen gesalbt war", zum Atmen. Handschuhe aus Saffian vervollständigten den Anzug. Dieser war auch nach den heutigen Begriffen nicht so unsinnig, wie es auf den ersten Blick scheinen sollte, denn der Arzt wurde durch ihn „abgesperrt". Nur die Balsamierung der Nase war überflüssig, da die Wohlgerüche keinen Schutz boten, und hätte in einem einfachen Wattebausch einen zweckmäßigen Ersatz gesunden. Nach de Varigny kann man, was den Hautschutz betrifft, einige Vorsichtsmaßnahmen von den alten Aerzten entleihen, muß aber noch weitere Maßregeln dazusügen. Auf die Vermeidung jeder Hautverletzung ist die größte Sorgfalt zu legen, denn jede Abschilferung, jede kleine Wunde bietet in Pcstkreisen dem Seuchebacillus einen Eingang. Alle Hautverletzungen sind daher zu verbinden und zu verschließen. Dabei empfiehlt sich der vorwiegende Aufenthalt in freier Luft, wo die Ansteckungsgefahr- geringer ist als in geschloffenen Räumen. Natürlich sind auch häufige Waschungen, die größte Reinlichkeit und die Desinfektion des Körpers angezeigt. Dieser muß sterilisirt werden, und da man sich nicht „sengen" kann, muß man sich auf die Anwendung von Waschungen mit solchen Stoffen beschränken, die den Pestpilz, aber nicht den Menschen töten. Zur Reinigung des Mundes wie zu den Körperwaschungen soll man sich nur abgekochtcn und mit antiseptischen Stoffen versetzten Wassers bedienen. Zum Schutz gegen Flöhe, die besonders als Träger des Contagiums gelten, empfiehlt de Varigny, die Hose um die Schuhe zu binden. Uebrigens kann man auch, soweit es angeht, das Feuer als Schutz benutzen, das als Sterilisationsmittel alle andern übertrifft. Große Feuersbrünste haben zweifellos im Laufe der Zeit ihr Teil zur Unterdrückung gewisser Seuchen, besonders der Pest, beigetragen, denn jene Brände zerstörten die Gebäude, wofür es keine andere Desinfektion gab, und damit die Krankheitsherde. In einem Einzelfalle ist dieses Mittel ja auch schon in Oporto angewandt worden. * Unangenehm. A.: „Mensch, wie sehen Sie denn so zugerichtet und zerschunden aus?" B.: „Ich bin gestern nach dem Theater mit dem Autor verwechselt worden." * Aufklärung. „Es hieß doch, der Sekretär werde die junge Witwe heiraten; wodurch sind die Beiden denn auseinander gekommen?" — „Sie haben sich neulich im Leih- hause getroffen._________________________(Megg. Bl.) Universttäts Nachrichten. — Berlin. Zur Centenarfeter der Technischen Hochschule findet am 19. Oktober ein großer Festakt statt, dem der Kaiser beiwohnen wird. Die Enthüllung der Denkmäler von Siemens und Krupp wird dem Festakte vorangehen. — Berlin. Gymnasiallehrer Dr. Fredrich in Gnesen tret am 1. September einen stebenmonatigen Urlaub an, um im Auftrage der königlichen Museen an der Leitung der deutschen Ausgrabungen in Klein-Asien (Milet) teilzunehmen. — München. Gestern feierte Ernst August v. Seuffert, Profestor für deutsches Civilrecht, seinen 70. Geburtstag. — Wien. Der Präsident des Obersten SanitätSrates und Borstand deS pharmakologischen Instituts der hiesigen Universität. Hofrat Professor, vr. August Emil Ritter v. Vogl, begeht demnächst sein 25jähriges Dozenten-Jubiläum. — Das 60jährige Doktorjubiläum feiert am 7. September der Senior der deutfchen Kunsthistoriker Dr. Theodor Gaederh in Lübeck. — Aachen. Privatdozent Dr. Gustav Rafch in Karlsruhe wurde als Dozent für Elektrotechnik an die Technische Hochschule berufen. — Paris. Hier ist der Orientalist Joachim Menant, Mitglied des Instituts und der Akademie des Jnfkriptions et BelleS- LettreS, 79 Jahre alt, gestorben. — Nebraska. Ein deutscher Gelehrter, Dr. August Rimbach, der vor zwölf Jahren in Jena zum Doktor promovierte, ist jetzt auf ben Lehrstuhl für Physiologie und Pathologie der Pflanzen an der hiesigen Universttät berufen worden. — Dis „Allgem. Ztg." schreibt: „Soeben erhalten wir die schmerzliche Kunde, daß Prof. George A. Hench in Ann Arber (Michigan) eines plötzlichen TodeS verstorben ist; er zog sich durch einen Sturz vom Zweirad auf einer Vergnügungstour in den White Mountains eine Grhtrnerfchütterung zu, der er am 16. August erlegen ist. Seine Arbeiten auf dem Gebiete des Althochdeutschen, die sich durch Sorgfalt und Sauberkeit Hervorthun, sichern ihm einen Ehrenplatz im Bereich der Studien. — Die Frauen Universität von AberytSwith In Wales ist eines von jenen Instituten, auf welche das „Vereinigte Königreich" besonders stolz ist. Herr WalliS Myers erzählt im „Ludgate Maaazine", daß die Hochschule im Jahre 1884 mit zehn Schül.rinnen eröffnet wurde. Vier Jahre später hatte sie 40 Studentinnen: im Jahre 1892 80, und gegenwärtig 180. Die Lehrerinnen sind sämtlich ehemalige Schülerinnen, die jungen Mädchen zum größten Teile Engländerinnen und Damen aus Wales; einige kommen aber auch aus Schottland, aus Irland und sogar aus Indien. Unter den 400 Damen, die dort ihre Studien gemacht haben, sind 73 mit der Würde eines Baccalaureus der Lttteratur, drei Kandidatinnen, eine Doktorin und acht mit der Würde eines Baccalaureus der Wissenschaften. Sieben erhielten Stipendien zum Studium in Cambridge und zwei zum Studium in Oxford — und diese beiden hatten Staatsökonomie studiert! Die Universttät ist ein Internat. Die Gebäude sind äußerst merkwürdig. Es ist ein Chaos von Bauwerken, die alle Dimensionen und alle Stilarten aufweisen und je nach den vorhandenen Erfordernissen oder vielmehr nach dm vorhandenen Geldern planlos errichtet wurden. Die Gelder wären, wie es in Großbritannien und den Vereinigten Staaten bei allen Bildungsinstituten der Fall ist, ohne die Mitwirkung der Privatinitiative durchaus unzugänglich gewesen, aber jedes Jahr bringt Gaben reicher Privatleute. So hat Sir Lewis Morris 40,000 Mk. geopferte und Mr8. Emily Pfeiffer hat der Universttät 1,400,000 Mk. vermacht. Es versteht sich von selbst, daß der Sport ebenso gepflegt wird wie die Wissenschaft. Deshalb sind die Damen, die Aberytswith verlassen, im Reiten, Fechten und Boxen ebenso erfahren, wie in der Algebra und in der Chemie. DaS i|r der große Unterschied zwischen ihnen und den Studentinnen, die auf anderen europäischen Hochschulen im Schweiße ihres Angesichts „büffeln". Wteralur, Wissenschaft und Knnss — Kein Jahrhundert hat in solchem Umfang und in solcher Tiefe die Verhältniffe Deutschlands, Europas und der Welt umgestaltet, wie das jetzt zur Neige gehende. Was sich in ihm ereignet hat, ist, alles zusammengenommen, wie eine Neuschöpfung, die auch heute noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Mächtig veranlaßt uns im jetzigen Augenblick zu rückblickenden Betrachtungen ein nun ganz nahe heranrückender Zeitabschnitt, der Uebergang in ein neues Jahrhundert! Was jedermann begehrt, um ein volles Verständnis dieses Wechsels zu erreichen, ist ein zusammenfassendes, anregend geschriebenes, volkstümliches Buch, ein sicherer, freundlicher Führer auf dieser geistigen Rückwanderung. Zumal bei dem gegenwärtig in immer weiteren Kreisen sich geltend machenden Verlangen nach geschichtlicher Aufklärung und Belehrung haben sicherlich schon Hunderttausende von Lesern ein solches Buch gewünscht, aus dem sie sich über die Begebenheiten der letzten hundert Jahre nach allen Seiten hin genau unterrichten könnten. Um diesen so berechtigten Wünschen entgegenzukommen, hat die Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart den Plan zu einer „Illustrierten Geschichte des Neunzehnten Jahrhunderts" gefaßt, die für jedermann verständlich, klar und lebendig geschrieben, also im besten Sinne volkstümlich gehalten sein soll. Sie will dem Leser die ungeheuren Umgestaltungen in den politischen Verhältnissen während dieses Zeitraums vorführen, desgleichen aber auch die gewaltigen Fortschritte von Kultur und Wissenschaft auf allen Gebieten, wie die Entwickelung der Litteratur und Kunst, die Umgestaltung der sozialen Lage. Der den großen Erfindungen der Neuzeit folgende technische und wirtschaftliche Aufschwung, wie jener unserer gesamten Verkehrs- und Handelsverhält- niffe wird eingehend und getreu geschildert werden. Durch die Beigabe von bildlichen Darstellungen aller Art und von Karten wird der Wert des Werkes wesentlich erhöht. Die „Illustrierte Geschichte des Neunzehnten Jahrhunderts" erscheint vollständig in 30 Heften von mindestens 20 zweispaltigen Seiten. Alle vierzehn Tage wird cm Heft ausgegeben. Um auch dem weniger Bemittelten die Anschaffung dieses wertvollen Werkes zu ermöglichen, ist der Subskriptionspreis außerordentlich billig gestellt, nämlich aus nur 25 Pfennig für das Heft. Herren Aerzten zum eigenen Gebrauch benutzt. «220 Haupt-Niederlage in Hießen: SetiLarr-ApotheLe, H. Dornberger. 5844 vermieten. Frau Kaeß Wwe< 6058 Nur M in blauen Kartons von 11 WQrloln = 16-50 Tassen in 8L L—. Kin Kausöursche ges. Mäusburg 12. 5293 6439 Gi suckt. Bleichftratze 18 billigst. 4868 I. 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Ferner find wir durch die erforderliche Umlegung des Haupt- ftrangs der Niederdruckleituug in der Moltkestraße genötigt, von Mittwoch den 6. bis voraussichtlich Samstag den 9. d. Mts Wasser aus der Hochdruckleitung in das Niederdruckmtz zu ßben, womit eine wenige Tage währende Druckzuuahme im gesamten Niederdrucknetz verbunden ist und auch gewisse Druckschwankungen unvermeidlich sind. Das Nieder» drucknetz umfaßt außer der Moltkestraße alle zwischen dem rechten Wieseckufer uud der Lahuseite liegenden Straße«. Wir empfehlen deshalb zur Verhütung etwaigen Schadens allen Be« teiligten, insbesondere allen Hausbesitzern, in den beze chneten Tagen ihren Hauswasserleituugeu eine besondere Ausmerksamkeit zu schenken nud bei etwa eintreteuden Uudichtheiten sofort das vor dem Wassermcsser befindliche Hauptabfperrveutil zu schließen uud alsbald d-mjmtgen Jnstallationsgeschäfte, welches die belr. Hauswasserleitung ausgesührt, erforderlichen Falls uns, Anzeige zu erstatten. Insbesondere empfehlen wir allen Hausbesitzern oder deren Vertretern, in oben bezeichnetem Niederdruckgebiet an genannten Tagen zur Nachtzeit das Hauptabsperrventil vor dem Wassermesser zu schließen. — Da es immerhin nicht unmöglich wäre, daß in solchen Häusern, wo zur Zeit die Herrschaften verreist und die Häuser verschlossen sind, es übersehen sein könnte, vor der Abreise das Haupt- absperrventil vor dem Wassermesser zu schließen, so wären wir Nachbarn oder sonst Beteiligten besonders dankbar für eine derartige gefl. Mitteilung, um unsererseits durch Absperren der betr. Hauszulettungen auf der Straße das Eigentum der Abwesenden für alle Fälle zu schützen. Im Uebrigen machen wir zur Beruhigung aller Beteiligten darauf aufmerksam, daß sämtliche Hruswasserleitungen der Stadt durch uns s. Zt. auf Aushalten des Hochdrucks geprüft worden sind (wie ja auch z.B. bei Feuersgefahr das gesamte Stadtrodrnetz vorübergehend unter Hochdruck gesetzt wird). Wir wollten aber nicht unterlassen, eine besondere Vorsicht für die bcvorftehenden Tage zu empfehlen, da inzwischen Hauswasser- 20.38 Oesterr. dto. Ein Kolonialivmn-GrsGst in guter Lage ist auf längere Jahre zu vermieten. 6401 Offerten an die Exped. d. Bl.__ Oesterr. CtaatSbahn v. 1885 85.30 4 Jtal. staatSgar. «ssenb. 68.00 4 Proelvr 37, Deutsche ReichSaul. Preutz. ConsolS 4' 4 6051] Wohnung, 1« Etage, 5 Zimmer mit allem Zubehör und Bleichplatz, per 1. Oktober anderweitig zu vermieten. Näheres Bleichftratze 29.________ 6113] Hinterhaus mit Werkstatt und großem Lagerplatz zu vermieten. ______________Bismarckftratze 22. Ecke Mich- unh Nkphaustraße Parterrewohnung, 5 Zimmer nebst Zu- 6435] Schönes Mansardenlogis, zwei Zimmer mit allem Zubehör, an ruhige Familie per 1. Oktober zu vermieten. I. M. Schulhof, Marktstraße 4. 5982] Durch Wegzug des Herrn Dr. Schwan ist die Parterrewohnung Frankfurterstratze 4, 7 Zimmer rc., vom 12. November ab, evtl, früher, zu vermieten. Näheres 1. 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