1899 Donnerstag den 6. Juli ebenen. Amts- und Anzeigcblutt für den Ureis Gieren. Ml .MW Feuilleton bereits am 2- M BStZUg Alle Anzeigen.BermtttlungSstellen bei Fn- und ÄuilanM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgrg«. wührrnd btt ® Satten und Stau, b. Schmidt. Rtbahion, tpebitwn und Druckerei: Kchnlßr.tze Nr. 7. nann nben, die trost- n Dekans, die Mehrervereins jt der Gesang- geroerem, den lerinnen sagen ch Nachricht, &tes Söhnchen »nu.hme IIR Anzeigen zu der nachmittag- für den snlgeuden Tag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwitt, Klätter für hessische Volkskunde.__________________ Adrefie für Depeschen: Anzeiger Gielen. Fernsprecher Nr. 51. reutschen sein werden. Uebrigens hat dasselbe schon der General Moltke anfang der 60er Jahre „nur mit ein bischen anderen Worten" gesagt, als er sich über den Einfluß des Zündnadelgewehres auf die Taktik aussprach. Er sagte, eine mit Hinterladern bewaffnete Infanterie, die in der Hand der Führer bleibt, ihr Feuer auf entscheidende Entfernungen aufspart, und dann ruhig zielt, sei in der Front unbesiegbar. Wenn dann der Herr v. Bloch ausführt, der Krieg koste so heidenmäßig viel Geld, so hat auch das schon der vor 200 Jahren gestorbene Montecucculi gewußt. Ein geflügeltes Wort, daß zum Kriege drei Dinge gehören, erstens Geld, zweitens Geld und drittens nochmal Geld, ist ja noch heute nicht vergessen. Die Sorge Blochs, was für Folgen es für Deutschland haben würde, wenn es sich von dem Schiedsgericht ausschlösse, ist ja durch die Zustimmung des deutschen Kaisers zum permanenten Schiedsgerichtshof hinfällig geworden; seine Schlußfolgerung, Deutschland würde ohne Schiedsgericht in der Lage sem, wie Oesterreich, als es aus dem deutschen Bunde heraus- gedrüngt wurde, ist eine einfache Narrheit, bei der man sich kaum etwas denken kann. Wäre der Herr Staatsrat, dem ein hoher russischer Orden wohl kaum entgehen kann, nicht ein Mitglied der goldenen Internationale und uns durch seine polnischen Beziehungen zum mindesten unsympathisch, so würden wir ihn mit dem Baron Anacharsis Cloots vergleichen, der als ehrlicher Clown am 19. Juni 1790 ander Spitze einer maskierten Deputation der Menschheit, als Redner des Menschengeschlechts vor der Pariser Nationalversammlung erschien, um ihr den Dank der Welt für ihre Erhebung gegen die Tyrannen zu überbringen. Es ist Zeit, daß die Konferenz endet! Wie die Kreuzzeitung" sich mitteilen läßt, sind die Mitglieder müde und nervös geworden. Das Blatt schreibt: Es verlohnt sich, bei den Gründen für die hochgradige Erregung, die sich ihrer bemächtigt hat, zu verweilen: woher hat Herr Stead mit dem englischen Namen, aber der durchaus nicht englischen Politik, alle die Indiskretionen, die er in seinem „Dagblad" zum besten gibt, einem Blatte, aus dem auch alle deutschfeindlichen Organe ihre Weisheit schöpfen? Was nutzt die von Herrn v. St aal dekretierte Heimlichkeit der Sitzungen, wenn ein gewisses Mitglied des Kongresses sich das Privileg der Indiskretionen anmaßt ble ttaUtia, W, Neu i#nft ^2 Uhr, 5139 Nr. 156 Zweites Blatt Die Friedenskonferenz. Wie bekannt, ist die Kuliffe der Pariser Börse die Gesamtheit der unzünftigen Makler, die ihre Geschäfte betreiben, ohne die hohen Abgaben zu entrichten, oder die Garantien zu übernehmen, welche die französische Regierung für die Beteiligung an dem Monopol des Börsenhanbels fordert. Ebenso hat sich auf dem politischen Arbeitsfelde der im Haag versammelten zünftigen und bevollmächtigten Diplomaten eine Gesellschaft von Amateurpolitikern zusammengefunden, die in vordringlichster Weise Lärm machen, und ihre Fahne schwingen, auf die sie das Heil der Menschheit oder gar deren „Erlösung", wie kürzlich die Baronin v. Suttner, geborene Gräfin Kinsky sich ausdrückte, schreiben. Ueber die Motive dieser etwas gemischten Gesellschaft wird man verschiedener Ansicht sein können. Der Chorführer der weiblichen Musen ist der russische Staatsrat Se. Exzellenz Herr v. Bloch, im Nebenamt Bankier in Warschau, der auf seiner Durchreise vom Haag nach der Heimat dem Herausgeber der „Wissenschaftlichen Correspondenz" in Berlin seine Orakelsprüche gespendet hat. Das beste, was sich davon sagen läßt, ist eben, daß der Herr nun endlich nach Hause gereist ist. Sein Geschwätz, daß „nach den Generalen Roon und Müller" sich bei den heutigen Feuerwaffen beide Heere gegenseitig vernichten müssen, haben wir neulich schon beleuchtet. Mit der bekannten Aeußerung des Grafen Haeseler, die er an einem Manövertage gethan hat oder gethan haben soll: „Wenn das so fort geht, bleibt niemand übrig, um die Toten zu begraben", geht der Herr Staatsrat hausieren für seine Zwecke, obwohl es auf der offenen Hand liegt, daß der General damit das manövermäßige verkehrte Verfahren beim Infanterie-Angriff und die Gefahren einer Uebertragung dieses Verfahrens auf den Ernstfall hat charakterisieren wollen. In gleich sinniger Weise schlachtet Herr v. Bloch Aeußerungen des Generals Janson aus. Wenn General Janson sagt, daß ein Angriff auf eine wohlvorbereite Position künftig zwei Tage beanspruchen wird, so ist das seit Plewna eine so bekannte Sache, daß sie nur einem Laien neu und bemerkenswert erscheinen kann. Die weitere Aeußerung, daß ein Sieg gegen Truppen wie die deutschen undenkbar sei, kann uns ja ganz recht sein; wir hoffen nicht ohne Grund, daß die Truppen, die wir vielleicht noch zu bekämpfen haben werden, eben nicht wie die AezugipretS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfß. mit Bringerlohu. Bei Postbezug R Mark 50 Pf,. >qerteljährlich Das 19. Jahrhundert. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme. (Nachdruck oder Auszug verboten.) XL Sozialismus und Arbeiterbewegung. (Fortsetzung.) Der Sozialist P. I. Proudhon (1809—1865) dagegen erwartete alles von der Selbsthilfe der Arbeiter; in seinem 1840 erschienenen Werke: „Qu’est ce que la pro- pritite?“ findet sich der bekannte Ausspruch: „La propnete c’est le vol“ (Eigentum ist Raub), der aber meist irrtümlich gedeutet wird. Proudhon entwickelte später das System des Mutualismus, worin eine Versöhnung zwischen Individualismus und Sozialismus angestrebt wird. In England wirkte Robert Owen (1771 bis 18o8), ein Vertreter des Kommunismus. Die bedeutendsten Vertreter des wiffenschastlichen Sozialismus aber brachte Deutschland hervor. Der Philosoph Joh. Gottl. Fichte befürwortete in seinem 1800 herausgegebenen Buche „Der geschlossene Handelsstaat" bereits energisch das System der Staatshilfe in Bezug auf wirtschaftliche Materien. Karl Rodbertus (1805—1875), welcher als der eigentliche Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus bezeichnet wird, verlangte die Bestimmung der Preise der Lohnarbeit durch den Staat, um den arbeitenden Klassen den gebührenden Anteil am Arbeitsvertrage zu sichern. Ferdinand Las alle (1825—1864) stellte das eherne Lohngesetz auf, in der Behauptung bestehend, daß der durchschnittliche Arbeitslohn die Grenzen des notwendigen Lebensunterhaltes nicht übersteige; er forderte ebenfalls das Eintreten des Staates zum Zwecke der Verfügungstellung von Kredit für die Produktivgenossenschaften der Arbeiter. Lassalle war ein Mann von seltener Begabung, einer der drei großen : per vereinigten itzenfck und damit ein Blatt im Uebermaß versieht, das fast täglich unqualisizierbare Angriffe gegen Deutschland und deffen Kaiser richtet, und auch anderen Staaten gegenüber sich, gelinde gesagt, unfreundlich stellt? Der heutige Artikel des „Dagblad" beispielsweise trägt die sensationelle Aufschrift: „Die beiden Mysterien der Konferenz". Mit dem einen „Mysterium", das für niemand eins ist, ist die Haltung des russischen Delegierten, Hauptmanns Scheine gemeint, der in der Frage des in dem Murawjeff'schen Rundschreiben empfohlenen Verbotes der unterseeischen Torpedoboote u. s. w. gegen den Antrag seiner eigenen Regierung stimmte. Das andere „Mysterium" soll der angebliche Widerspruch sein, in dem sich die deutschen Delegierten in der Abrüstungsfrage mit den vom Deutschen Kaiser in Wiesbaden an den russischen Botschafter gerichteten Worten befinden sollen. Das wahre Mysterium ist, ich wiederhole es, die Frage: Von wem wird Herr Stead derart genau und ausführlich unterrichtet, daß es fast kein geheimes Schriftstück gibt, das er nicht einen Tag nach dessen Uebermittelung an den Kongreß zu veröffentlichen imstande wäre? Diese Bevorzugung ist eine um so ungerechtere, als sie zu ganz tendenziösen Zwecken verwertet wird, als Herr Stead damit einerseits für eine bestimmte Macht Reklame macht, andererseits die mißleitete öffentliche Meinung gegen andere Mächte, deren Auffassung von der jener anderen abweicht, aufzuhetzen sucht. Besonders in Deutschland hätte man allen Grund, gegen diesen Unfug allgemeinen Einspruch zu erheben und jedes dritte Mysterium zu ergründen. Ein Name ist auf den Lippen aller, es wäre aber wünschenswert, daß er auch bekannt würde. Man kann es zahlreichen Delegierten wahrlich nicht verdenken, daß sie empört sind und lieber heute als morgen jenes Jntriguennest verließen, in das sich die gastliche Residenzstadt Hollands verwandelt zu haben scheint. Schon einmal ist das Gerücht aufgetaucht, Herr Stead habe eine bedeutende Subvention (man nannte Die Summe von 50 000 Rubeln) aus Petersburg erhalten. Vielleicht hängt diese „Subvention" mit der notorischen parlamentarischen Unfähigkeit der russischen Delegierten zusammen. Es wird darüber berichtet: Die dem Baron de Staat überlassene Leitung der Konferenz wird durchaus nicht gerühmt. Sir Julian Agitatoren, von denen Treitschke spricht, daß Deutschland sie besessen habe (List, Blum und Lassalle). Professor W Sombart nennt ihn in seiner Schrift: „Sozialismus und soziale Bewegung im 19. Jahrhundert" den größten Agitator des Proletariats, ja, vielleicht den einzigen Agitator wirklich großen Stils, den das Proletariat bisher ge- War Lassale der Agitator, so war Karl Marx (1818 bis 1883) der wissenschaftliche Begründer des modernen Sozialismus, deffen Werk: „Das Kapital", dessen letzte Bände sein Freund Friedr. Engels herausgab, geradezu dre^Bibel der Sozialdemokratie genannt worden ist. Sein 1847 ver- öffentlichtes „Kommunistisches Manifest" wurde zur Grundlage der sozialdemokratischen Agitation, er ist der Vater der materialistischen Geschichtsauffassung, der Urheber jener berühmten Werttheorie, der Fundamentallehre seines ökonomischen Systems. Karl Marx und seine Anhänger bildeten den Sozialismus zur Weltanschauung aus, sie gaben der Arbeiterbewegung ein internationales Gepräge. Marx war es, welcher die Vergesellschaftung der Produktionsmittel als Ziel, und den Klassenkampf als Weg der sozialen Bewegung bezeichnete, so die beiden Grundpfeiler aufrichtend, auf denen sie sich aufbaute. Ä Wir sind bisher der Wissenschaft und dem Idealismus gefolgt, aber den sozialen Theorien, die wir kennen lernten, fehlen noch die Parteien, auf welche sie sich zu stützen vermögen. In der utopischen Periode herrschte noch die Neigung, die jedesmaligen Ideen sofort in die Praxis zu übertragen. Man experimentierte, und wie es infolge der mangelnden Geldmittel einerseits, sowie des mangelnden geeigneten Menschenmaterials andererseits nicht anders sem konnte, mit Mißerfolg. Der Versuch des sozialistischen Schriftstellers Gäbet, sein „Jkaria" zu verwirklichen, endigte mit der Flucht des Begründers (1856). Ein anderer Franzose, Babeuf, gründete schon 1795 während der großen Revolution eine geheime Gesellschaft zur Verwirklichung seiner sozialen Ideen; die Verschwörung wurde aber, trotzdem alles geschickt vorbereitet war, im letzten Augenblicke ve^ raten, und ihre Urheber endeten auf der Guillotine. Auch bliebenen, 91 02390 ftMthrt t*lM mit Ausnahme bei Montags. Die Gießener »erben bem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. die Absicht Louis Blancs, bei Gelegenheit der französischen Revolution von 1848 sein soziales System zu verwirklichen, schlug fehl, obwohl die konstituierende Versammlung drei Millionen Francs zur Unterstützung von Arbeiterassociationen bewilligte, und sich zur Gründung sogenannter Nationalwerkstätten entschloß. Freilich war letzterer Versuch seitens der Regierung nicht ernstlich gemeint, sondern nur als Aushilfsmittel, welches man, wie Otto Ehlers tn feinem „Kampf gegen die Sozialdemokratie" berichtet, im Eifer des Gefechts gegen das drohende Proletariat ergriff; als die Regierung der Sache ein Ende machen wollte, krach in Paris die Straßenschlacht aus, die vom 23. bis 26. Ium dauerte, und mehr als 10,000 Menschen das Leben kostete. — In England trat Robert Owen mit seinem Plane der Gründung einer kommunistischen Kolonie auf, zu deren Jnslebenrufen er von dem Württemberger Rapp die Kolonie New-Harmony am Wabasch kaufte (1823); er mußte aber das Unternehmen bereits drei Jahre später aufgeben, hauptsächlich aus Mangel an geeigneten Teilnehmern. Auch die von ihm 1832 in London ins Leben gerufene Arbeitstauschbank (Labour Exchange), in welcher jedes Mitglied Waren deponieren und dafür Arbeitsgeld auf Grund bestimmter Schätzung empfangen sollte , ging 1814 wieder ein. — Noch zu erwähnen ist Wilhelm Weitlings L^rsuch der Stiftung eines Kommunistenbundes in der Schweiz. Auch die im Anschluß an Lassalles Agitation, und in neuerer Qeit in Deutschland unternommenen Versuche, gemeinsame Arbeits- nnd Geschäftsbetriebe (Produktivgenossenschaften) zu gründen, führten zu keinem günstigen Resultate, wie Überhaupt nur die zugleich auf religiöser Grimdlage basierten sozialen Gemeinwesen (z. B. der Shaker, Rappisten, Mormonen u. s. w.) eine gewisse Lebensfähigkeit auswiesen. Die moderne Sozialdemokratie redet daher derartigen Gründungen durchaus nicht mehr das Wort. In den letzten Jahren verfolgte der SRationalötonom H-rtzka der Verfasser von „Freiland", den Plan, in Asrika ein sozialistisches Gemein- wesen anzulegen, ohne jedoch zum Ziele zu gelangen. (Schluß folgt.) chieljener Anzeiger Heneral-Anzeiger mf d« . ,u IW wN» ** -juisfH1 er. - S-L \W " 5143 --------' [ ung der Reallasten und Dienstbarkeiten betr., wird debattelos genehmigt. Der Gesetzentwurf, die Ausführung des Gesetzes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit betr., wird von Art. 1 bis zu Art. 73 ohne Debatte angenommen. Art. 74 bestimmt, daß der Urkundsbeamte bei der Beurkundung eines Rechtsgeschäftes die Geschäftsfähigkeit der Beteiligten prüfen und falls sich ein Beteiligter als zweifellos geschäftsunfähig erweist, die Beurkundung ablehnen soll. Die Wahrnehmungen, die geeignet sind, einen ! Zweifel darüber zu begründen, ob ein Beteiligter die zu dem Rechtsgeschäft erforderliche Geschäftsfähigkeit oder Einsicht besitzt, sollen in dem Protokoll festgestellt werden. — Abg. Weidner beantragt hier, daß Beurkundungen von Verkäufen bis zum Betrage von 5000 Mk. außer durch die Notare auch durch die Ortsgerichtsvorsteher vorgenommen werden können. — Justizminister Dittmar widerspricht diesem Antrag in scharfer Weise, trdtzdem er die seitherige ersprießliche Thätigkeit der Ortsgerichtsvorsteher in besonderer Weise hervorhebt und anerkennt. Die Sicherheit des Rechtsverkehrs erfordere es, daß dem Urkundsbeamten die Prüfung der Geschäftsfähigkeit der Beteiligten zur Pflicht gemacht wird. Sei ein Beteiligter aber zweifellos geschäftsunkundig, so könne man dem Beamten doch nicht zumuten, eine Beurkundung vorzunehmen. — Abg. Köhler- Langsdorf will ebenfalls die Rechte der Ortsgerichtsvorsteher mehr gewahrt wissen. Er behauptet, daß alles verraten und verkauft, und eine Besserstellung der Volksrechte im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht zu erwarten sei. — Abg. Schröder stellt fest, daß in seinem Wahlkreis sich keine Stimme gegen die Einführung des Ortsgerichts neben dem Notariat erhoben habe. Es sei außer Zweifel, daß mit den neuen Gesetzesbestimmungen eine wesentliche Verbesserung des Rechts herbeigeführt worden sei. Der Artikel 74 wird hierauf gegen drei Stimmen nach dem Ausschußantrag angenommen. Ebenso die Artikel 75 bis 80 und 81 bis 128. Bei Art. 129 wird bestimmt, daß das Amtsgericht den Vorsteher beauftragen kann, die Versteigerung vorzunehmen und zum öffentlichen Glauben zu beurkunden, wenn dies von sämtlichen Beteiligten verlangt wird und dem Umständen nach angemessen erscheint. — Abg. Weidner will die Worte „verlangt wird" gestrichen haben und dafür „nicht untersagt wird" zu setzen. Nach dem Widerspruch des Justizministers Dittmar wird der Antrag des Ausschusses hierauf einstimmig angenommen. Ebenso werden die Art. 130—152, — Infolge einer neuen behördlichen Verfügung wurde in der Richtung Herne-Recklinghausen auf allen Straßen der Fahrradverkehr verboten. Es war nämlich nachgewiesen, daß die polnischen Ausständigen einen Stafseten- dienst mit Radfahrern eingerichtet hatten. Die polnischen Führer schürten den Ausstand von Bakau aus; als dort Militär erschien, wurde das Hinüberflackern des Ausstandes vom Herner ins Recklinghäuser Revier durch Fahrradbotschaften eingeleitet und gefördert. Gestern haben eingehende Beratungen der Behörden stattgefunden, um für die nächsten Löhnungstage, Freitag und Samstag, die Ruhe zu sichern. Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Stände. nn. Darmstadt, 4. Juli 1899. Die Sitzung wird um %10 Uhr eröffnet. Am Regierungstisch .Justizminister Dittmar, Ministerialrat Pückel, Oberlandesgerichtsrat Hangen und Best. Präsident Haas macht dem Hause die Mitteilung, daß die Großh. Regierung die vielen Anfragen aus dem Hause wegen des Standes der Vorarbeiten zum Bau von Neben- bahnen vorerst nicht beantworten könne weil dieselben noch nicht soweit gediehen seien, daß sie bestimmte Auskunft geben könne. In die Tagesordnung eintretend, werden hierauf nach den Anträgen des Ausschuffes die Gesetzentwürfe Ausführung der deutschen Civilprozeßord- nung und die Konkursordnung ohne Debatten angenommen. Auch der Gesetzentwurf, die Ausführung des Handelsgesetzbuches und der Wechselordnung wird nach den Ausschußanträgen genehmigt, und trotzdem der Wunsch aus dem Hause zum Ausdruck kam, die Zeit der Protesterhebungen der Gerichtsvollzieher etwas einzuschränken, wird der Zusatzantrag des Ausschusses, „daß Wechsel nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Bezogenen vor 9 Uhr vormittags und nach 6 Uhr abends präsentiert werden können" ebenfalls mit Majorität angenommen. Ein Gesetzentwurf, die Umwandlung und Ablösbrachte Nachricht, wonach Verhandlungen zwischen China und Japan über ein zu schließendes Bündnis geschwebt hätten und im letzten Augenblick abgebrochen seien, vollständig erfunden ist. Es kann daher ebensowenig von einem Mißerfolge Japans die Rede fein, als von einem Einfluß, den Deutschland, England, Rußland und Frankreich angeblich aus den Gang der Verhandlungen ausgeübt haben. Berlin, 4. Juli. Finanzminister Miquel hat seine Abreise nach Ems wichtiger Geschäfte wegen auf Donnerstag verschoben. Berlin, 4. Juli. Immer noch rätselhaft ist der Aufenthalt des Fürsten Bismarck in Travemünde. Die „Hamb. Nachrichten" bringen heute keine weitere Aufklärung ihrer Nachricht; andere Blätter halten dagegen daran fest, daß der Empfang thatsächlich stattgefunden habe. Eine der „T. R." zugehende Zuschrift knüpft an die letztere Voraussetzung an und bemerkt: Wie von vertrauenswürdiger Seite verlautet, hat die Besprechung des Kaisers mit dem Fürsten Bismarck weder die Frage des Wiedereintritts in den Staatsdienst, noch überhaupt eigentlich politische Angelegenheiten, sondern einen ferner liegenden Gegenstand betroffen. Alle Vermutungen, daß Fürst Herbert v. Bismarck für irgend eine höhere Stelle im Reichsdienst ausersehen sei oder darauf ambitioniere, sind daher ohne Boden. Insbesondere verlautet bestimmt, daß der Botschafter in Washington, v. Holleben, nach Ablauf seines Urlaubs wieder auf seinen Posten zurückkehrt. Schon die Quelle dieser Nachricht, der „Globe"^ mußte mißtrauisch machen. Kiel, 4. Juli. Die „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord ist heute vormittag kurz nach 10 Uhr in See gegangen. Vorher hatte sich die Kaiserin von dem Kaiser- verabschiedet und sich an Bord der Segel-Yacht „Iduna'" nach Gravenstein begeben. — Der gemeinschaftliche Landtag des Herzogtums Koburg-Gotha nahm in seiner letzten Sitzung den von der Verfassungskommission vorgelegten Gesetzentwurf gegen die Stimmen der Sozialdemokraten an. Danach ist für die Thronfolge der Herzog Karl Eduard von Albany bestimmt. Stirbt dieser ohne Nachkommen oder erlischt sein Mannesstamm, so wird Prinz Arthur von Connaught zur Regierung berufen. Unter den gleichen Voraussetzungen gelangt eventuell die Nachkommenschaft des Prinzen von Wales zur Regierung. Der Herzog von Albany muß seinen wesentlichen Aufenthalt im Lande nehmen. Der Erbprinz von Hohenlohe-Langenburg erhält die Zustimmung des Landtags zur Regierungsverwesung für den Herzog von Albany, falls dieser minderjährig zur Negierung gelangt. Wenn ein anderer Vormund bestimmt wird, so muß erst wieder die Zustimmung des Landtags eingeholt werden. Lokales and Msviusteltes. A. @reben6ain, im g-ult. Die Melioration der Hutweiden nn höheren Vogelsberg hat in den letzten Wen recht erfreuliche Fortschritte gemacht. Wie gclcqcnt- • cCIfatCr ^l^un9.r^cr öon dem landw. Provinzialverein ration kleinerer Flächen von 5 bis 10 Morgen stattfinden M, sondern daß nunmehr in einzelnen Gemeinden energisch auf die Errichtung wirklicher Weiden, welche mindestens dem sämtlichen ^ungvieh der betr. Gemeinde für die Sommerzeit Nahrung bieten, hingearbeitet werden soll. Die Schaffung Von , (UnOhipflWlPthpTi nett — ____« zn , ... 3 in eingeteilt und auf welchen event. auch Schutz- *"S11 werden müssen, sodaß das Vieh während der ^»^n Weidezeit im Freien bleiben kann, ist das erstrebenswerte Ziel. Eine rationelle Weidewirtschaft an Stelle der letzt so nachteiligen Einzelhut wird sicher ein mächtiger Hebel di, ®,n ^"schaftlichen Fortschritt im Vogelsberg sein. Daß die Gemeinden und Ortsbchörden dem Vorgehen des Pro- bterhnr°Ttn6h gegenüberstehen, dürfte daraus ein»rn9 »en' ,e$* tiIcr Gemeinden groß- Flächen, zur Verfügung gestM Ä"' Zweck . .L der Bergstraße, 3. Juli. Das in Juaenbeim am^ 4ul?t."en® ,5'att "®er9fträ6cr Volksfront," hat am 11 Juli sein Erscheinen eingestellt. Deutsches Reich. Berlin, 4. Juli. Vom Bun des rat ist, wie ein Berichterstatter meldet, die Einsetzung einer Reich s-Kom- «UT der mehreren Staaten gemeinsamen Wasserstraßen beschloßen worden. Berlin, 4. Juli. Von unterrichteter Seite vernimmt die „Kreuz-Ztg.", daß die von verschiedenen Blättern ge- I und 153—161, sowie die Ueberschrift und die Ausführungsbestimmungen und somit das Gesetz ohne wesentliche Debatte I genehmigt. — Zu der Rückäußerung der Ersten Kammer I bezüglich des Gesetzentwurfs die Ausführung des bürgerlichen Gesetzbuchs betr. tritt die Kammer den Beschlüssen der Ersten Kammer im wesentlichen bei. Damit ist auch dieses Werk unter Dach und Fach gebracht. Nunmehr gelangt die Vorlage der Regierung, den Gesetz-Entwurf die Einführung der Feuer- bestattunginHessen betr. zur Beratung. Bei der sich ent- wickelnden. Generaldebatte sindet der Abg. Dr. David die Polizeivorschriften für zu lästig und auch für gegenstandslos gegenüber der Willenserklärung des Verstorbenen. Auf die Verwischung der Spuren bei einem Verbrechen habe die Regiergung viel zu großen Wert gelegt. Seiner Ansicht nach sei es genügend, daß die Feuerbestattung stattfinden darf auf Grund einer ortspolizeilichen Genehmigung, und daß dieselbe zur Voraussetzung haben muß, daß die Bescheinigung von 2 Aerzten und der Ortspolizeibehörde ausgestellt würde. Die Einführung der Feuerbestattung beweise, daß man sich auch in Hessen auf dem Wege des Fortschritts befinde. Er bittet die Kammer, die Sache end- lich einmal im Sinne des Rechts zu regeln und nicht zu ängstlich mit den Ausführungsbestimmungen zu sein. Abg. I . - v ________ rInnp «-* -- —e Antrag abgelehnt. Die Art. 3-8 werden hierauf ohne Debatte nach dem Ausschußantrag angenommen. Um 2 Uhr werden die Verhandlungen abgebrochen. Am Donnerstag werden die Landtagssitzungen der II. Kammer ihren Abschuß Pauncefote ist „la t6te forte“ unter den großen Männern der Friedenskonferenz. In jeder Hinsicht ist er dem russischen Diplomaten überlegen. ' Auch Herr Martens, der russische Delegierte, hat nicht befriedigt. Und neuestens blamierte sich der russische Oberst, der bei weitem nicht den Anforderungen entsprach, die man billigerweise an einen Stabsoffizier stellen darf. Schließlich haben wir noch einer auffallenden That- sache Erwähnung zu thun. Vor der Verhandlung des sogenannten Abrüstungsantrages, der die Flüchtigkeit und Oberflächlichkeit seiner Entstehung an der Stirn trägt, hatte man sich geeinigt, die freie Diskussion durch strengere Handhabung der Sekretierung zu erleichtern: auch die Konferenzsekretäre sollten keine Aufzeichnungen über die Debatte machen dürfen. Und nun will ein Berichterstatter französischer Blätter, Namens Bonnefon, wie die „Voss. Ztg." aus Paris sich melden läßt, den Wortlaut der Schwarzhoff'- schen Rede kennen. Aus den kurzen Mitteilungen hat jedermann zu erkennen vermocht, daß er völlig im Recht war. Preußen hat 1807—1813 bewiesen, daß es möglich ist, einen Entscheidungskrieg unter den Augen eines im Lande stehenden argwöhnischen Feindes vorzubereiten. Die wirtschaftlichen Zustände Rußlands und der romanischen Länder sind durch ganz andere Ursachen zerrüttet, als durch die notwendigen Kosten für die Staatswehr. M. N. N. Vom Balkan. Heutzutage kann man vom Sultan nicht mehr sagen, daß er „in Saus und Braus lebt"; das geht ja auch schon aus der Bezeichnung hervor, die man dem Padischah außerhalb den Grenzen seines Reiches beilegt. Wenn auch der „kranke Mann" ab und zu noch Beweise von Willenskraft giebt, wie dies gelegentlich des Krieges mit Griechenland der Fall war, so bleibt doch die Thatsache bestehen, daß । die Türkei mit den Kulturstaaten nicht gleichen Schritt halten kann, daß es mit ihr bergab geht. Vielleicht könnte ihr geholfen werden durch Reformen im großen Stile, durch eine vollständige Umwälzung der Staats- und Gesellschaftsordnung, aber dem Sultan ist das Wort „Reform" ungemein verhaßt, und nur dem ungestümsten Drängen des europäischen Konzertes nachgebend, läßt er sich herbei, zeitgemäße Einrichtungen in seinem Reiche zu treffen oder seinen christlichen Unterthanen die Segnungen westlicher Kultur zugänglich zu machen. Von Reformen im Großen ist bisher noch keine Rede gewesen, nur von Fall zu Fall I hat sich die Pforte Zugeständnisse abringen lassen, nachdem I sie jedesmal die Mächte lange Zeit mit Versprechungen hin- I gehalten, diese aber selten in Erfüllung gebracht hatte. Daß die Finanzen hierbei vielfach ein ernstes Wort mit- I sprechen, kann ja nicht verkannt werden, aber auch in dieser I Hinsicht könnte es in ber Türkei besser stehen, wenn ber I Wille unb bie Energie vorhanben wären, mit bem alten I Schlenbrian zu brechen. Es ist eine bekannte Thatsache, baß die Zustände auf I der Balkanhalbinsel eine ständige Gefahr für den Frieden Europas bilden, und dies ist gut genug, daß die Diplomatie I alle Vorgänge im Südosten Europas aufmerksam beobachtet, I um rechtzeitig jeden Brand im Keime ersticken zu können. I Immer ist dies ja nicht gelungen, denn die Ansichten ber I Großmächte finb sehr schwer unter einen Hut zu bringen, I da vielfach Sonderinteressen verfolgt werden, welche mit I den allgemeinen Interessen nicht im Einklänge stehen. In I letzter Zeit haben die Vorgänge an ber türkisch-serbischen Grenze zu benfen gegeben, wo es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Albanesen unb serbischen Truppen unb I schließlich auch zwischen letzteren unb türkischem Militär ge- I kommen war. Die Ruhe ist jetzt wieberhergestellt, dafür ist aber ein Notenaustausch zwischen ber Belgrader und der I Konstantinopeler Regierung erfolgt, der noch ein Nachspiel haben dürfte. Beide Parteien schieben einander gegenseitig I die Schuld zu an den Grenzvorfällen, und besonders die Hohe Pforte setzt sich auf ein eben so hohes Pferd und behauptet, die Zusammenstöße seien von den Serben pro- I voziert worden. Darüber herrscht natürlich in dem Lande der Schweinehirten Helle Entrüstung, so daß die Sache noch weiter breitgetreten werden dürfte. Hoffentlich bleibt von diesen freundnachbarlichen Streitigkeiten diesmal das übrige Europa unberührt, aber immerhin thut die Diplomatie gut, I auf dem Posten zu sein. (xx) I Vereinigte Staaten von Mexiko. , v . J Auszug aus der. bei den unterzeichneten Stellen erhältlichen, allein massgebenden vollständigeren Bekanntmachung betreffend den Umtausch der 6% Mexikanischen äusseren Anleihen von 1888 1890 und 1893 0/ A- , dM 'LZ sowie der ’ uuu 5 /o Obligationen der National-Staats-Eisenbahn von Tehuantepec Steuerfreie 5 % konsolidierte Mexikanische äussere Anleihe vom Jahre 1899 , . im Nominalbeträge von L8tg- 22’700>°00 = Mark 463,080,000 D. B.-W. = Ver. St. «old Dollar* 110,095,000 Zinsen und Kapital zahlbar in Gold, ylrt- . i-. ... . A emittiert zum ausschliesslichen Zwecke ' "l,SU"’ 6 A "e,ilan“en äUSS2„bAanhl:lb,eonn ”..”?8’.1890 >«. ««* d.r 5% Obligationen der Nalien.l-St.au Verstärkte Tilgung oder Totalrückzahlung bis 1. Juli 1909 ausgeschlossen. wird in folgende Abschnitte eingeteilt : D. St. Dollars 4850, Lstg. » Stück 198 000 Lstg. 22 700 000 in ; 4 000 16 000 41 000 98 000 198 000 25 000 57 000 100 000 V » n » » >} » 500 = 200 =. 100 = 20 ----- » » 4 000 000 6 000 000 5 000 000 5 700 000 2 000 000 » n » 20 400 10 200 4 080 2 040 408 S. Bleichröder in monatlichen etwa nicht gedeckten Betrag bis ;> » » v ■ 1 4 001 16 001 41 001 98 000 zusammen >> » V ■n 2425, 970, 485, 97, No. rr 5> R. W. y> v » Gold » n in in ferner in Frankfurt a. M. und Amsterdam bei ... r7. Mexikanische Regierung bleibt im übrigen verpflichtet, den durch die überwiesenen Zolleinnahmen für Zinszahlungen und Amortisation der Anleihe aus anderweitigen Mitteln zu bestreiten. = Ver. » Stück 4 000 Lstg. 1000 = Mark „ 12 000 beim Bankhause S. Bl©iclirÖcl©r, „ bei der Deutschen Bank, -- bei der Dresdner Bank, London bei den Herren J. b. Ivlorgan & Co New-York bei den Herren J. F. Morgan &’co. *1 . ,, r,. . , 4en an diesen Plätzen jeweilig bekannt zu machenden Zahktplipn a...,!..«:.'k.»!‘."ans«.v m . Js s - „Contribuciones sobre importaciones y exportaciones“ (Ein- und Ausgane-s^zölleV bevp^nh E1I\nahmegesetz unter der Generalrubrik ämtern der Republik erhoben werden, gleichviel welchen speziellen1 ipCÖ a^V’ und welche in den Hafen- und Grenzzollabfertigung stattfinden sollte. speziellen Namen diese Abgaben haben, und an welchem Orte die Zoll- Inhabern der Anleihestucke überwiesene Quote der Abgaben entsprechend zu erhöhen Mexikanische Regierung, die den Raten direkt'remittiert.UberWleSenen Zöllen erlösten BeträSe werden durch die Nationalbank von Mexiko dem Bankhause gleichen Datum, ermächtigt worden, ta7nSGonidSzthlbareVTffe”tlkhe Aaakschold^A Juni 1899’ veröffentlicht durch das Amtsblatt vom ÄS» tT me4r” Zi”S alS «V. W und Ä Ä äXMÄft Auf Grund dieser gesetzlichen Ermächtigung emittiert die Mexikanische Regierung die 5°/0 konsolidierte Mexikanische äussere Anleihe vom Jahre 1899 nn Betrage von Nom. Lstg. 22 700000 == Mark 463 080 000 D. R. W. = Ver St Gold Dollars notwsonn y “ Pfund Sterling, Mark D. R. W und Ver. St. Gold Dollars im Wertverhältnis von 1 Ls g. = 20 40 Mark D R W- 4^ vÄ !? G°ld’ und zwar in Die 5% konsolidierte Mexikanische äussere A n 1 eihp vnn i äqq v: — 4>8° Ver. St. Gold Dollars. 6% Mexikanischen äusseren Anleihen von 1888, 1890, 1893 und der 5°/ Obligationen Konvertierung und Einlösung der bestimmt. ’ ’ ° una ner 0 '» Obligationen der National-Staats-Eisenbahn von Tehuantepec von jedergeg®/nw är tig^n 'üu°d VuVü n f UVe n inexlkan iüc hin St e uer be’fAu' ” Mexikanischen äusseren Anleihe von 1899 sind für immer Die 5% konsolidierte Mexikanische äussere Anleihe von 1899 in holländischen Gulden, umgerechnet nach dem Betrage der Mark Ä-wÄÄÄ »ä “ G°ld D°llars’ ferner in Amsterdam Jahres verzinst wi^«USU?#April, 1. Juli und 1. Oktober jeden zurückzuzahlen! " Regierung berechtigt, den AmortÄS’ bSgTvSen oder die ganze Anleihe auf einmal Dm Einlösung der fälligen Zinscoupons und der verlosten Anleihestücke erfolgt nach Wahl des Inhabers Letztveröffentlichte Uebersicht der öffentlichen Schuld der Vereinigten Staaten von Mexiko am Ende des Etatsjahres 1897/98. I. Oeffentliche Schuld, zahlbar in ausländischer Währung.........• II. Oeffentliche Schuld, zahlbar in Silber Währung . III. Schwebende Schuld.......... Noch nicht Kapital erhobene Zinsen Dollar Dollar 107,995.600.— 1,513,944.— 103,118,050.— 86 ,653.23 Zusammen Gold Dollar Silber Dollar 109,509,544.— 1 103,979,703.23 1,401,808.63 Gesamtbetrag der öffentlichen Schuld . Gold Dollar 109,509,544.— ........) Silber Dollar Uebersicht des Budgets für die Etatsjahre 1895/96, 1896/97, 1897/98. Die thatsächlichen Ergebnisse der drei Jahreshaushaltsabschlüsse von 1895/96 bis 1897/98 stellten 105,381,511.86 sich wie folgt: 1895/96 Dollar 1896/97 Dollar 1897,98 Dollar Einnahmen........ Ausgaben . . ...... effektive Einnahmen..... effektive Ausgaben..... 51,240,056.95 45,102,850.67 50,521,470.42 45,070,123.13 52,105,285.59 48,365,734.04 51,500,628.75 48,330,505.25 52,697,984.55 51,962,166.19 52,748,712.30 51,815,285.66 Ueberschuss........ ____5,451,347.29 3,170,123.50 933,426.64 19 Zolleinnahmen der Vereinigten Staaten von Mexico Der London, im Juli 1899. von 1899 ist Die 5% konsolidierte Mexikanische äussere Anleihe von dem Bankhaus© in Berlin Deutschen Bank der hingegeben, wogegen die 5% Tehuantepec Obligationen mit dem gleichen Zinslauf 6% Anleihe von 1888 Berlin, iin* Juli 1899. 8. Bleichröder Deutsche Bank Dresdner Bank. Reboftie» L. Burkhardt. — Druck unb R-rla, btt Brühl'scheu UmversitätS-Buch- und Hteiudruckere, (Pietsch Erben) tu Gietze«. Einnahmen (Voranschlag) Ausgaben (Voranschlag) - w der einem Konsortium, bestehend aus Bleichröder \ einzuliefern sind, und al pari angerechnet werden. Nach dieser Berechnung erhalten Uebersicht des Budgets für (das Etatsjahr 1898/99, sowie des vom Kongresse votierten Budgets für das Etatsjahr 1899/1900. die Einlieferer von 5% Tehuantepec-Obligationen den gleichen Nominalbetrag in 5% neuer Anleihe und eine bare Zuzahlung von 1% die Einlieferer von Schuldverschreibungen der 6% Anleihen von 1888 und 1890 den gleichen Nominalbetrag in 5% neuer Anleihe und eine bare Zuzahlung von IV2% und die Einlieferer von Schuldverschreibungen der 6% Anleihe von 1893 den gleichen Nominalbetrag in 5% neuer Anleihe und eine bare Zuzahlung von 2% nämlich 1% Coursunterschied, % % Zinsdiiferenz und % % laufende Stückzinsen ,vorn 1. bis 30. Juni 1899. Die umzutauschenden Titres der vier alten Anleihen sind bei der Anmeldung mit den dazu gehörigen Coupons einzuliefern, wogegen Kassaquittungen verabfolgt werden. Gegen Einlieferung derselben werden binnen kürzester Frist und nach vorheriger öffentlicher Ankündigung Interimsscheine der neuen 5% Anleihe unter barer Herauszahlung der vorstehend angegebenen Beträge verabfolgt oder die alten Titres zurückgegeben, soweit dieselben nicht zur Konversion zugelassen werden können. Soweit eine hinreichende, von der Umtauschstelle zu bestimmende Kaution bestellt wird, genügt an Stelle der sofortigen Hinterlegung der umzutauschenden alten Titres auch deren blosse Anmeldung, wobei der Anmeldende jedoch verpflichtet ist, die Stücke selbst binnen 14 Tagen nachzuliefern. Der zu verwendende Schlussscheinstempel ist von d^en Einreichern zur Hälfte zu tragen. Anmeldungen auf bestimmte Abschnitte der 5% konsolidierten Mexikanischen äusseren Anleihe von 1899 können nur insoweit berücksichtigt werden, als dies nach dem Ermessen der Umtauschstellen mit den Interessen der anderen Zeichner verträglich ist. Die von den deutschen Umtauschstellen auszuliefernden Interimsscheine und definitiven Stücke der neuen 5% Anleihe sind mit dem deutschen Reichsstempel versehen. Bei den deutschen Stellen können nur alte Anleihestücke eingeliefert werden, welche den. deutschen Stempel tragen. Anmeldungs-Formulare zum Umtausch der vier alten Anleihen können von allen vorgenannten Stellen kostenfrei bezogen werden. Spezialbevollmächtigte der Regierung der Vereinigten Staaten von Mexiko Luis Camacho. Barsubskriptionen werden in New-York bei Herren J. P. Morgan L Co. und in Amsterdam bei Herren Lippmann, Rosenthal &, Co. stattfinden, während in Berlin, Frankfurt a. M. und an andern deutschen Plätzen, sowie in London und Amsterdam den Besitzern von Schuldverschreibungen der drei 6% Mexikanischen äusseren Anleihen von 1888, 1890 und 1893 und der 5% Tehuantepec-Anleihe der Umtausch in die neue 5% Anleihe offeriert wird. Soweit die Besitzer dieser Schuldverschreibungen von dem Umtau sch anerbieten keinen Gebrauch machen, wird d i e ..Mexikanische Regierung den ihr aus der Anleihe zu fliessenden Erlös nach ihrer Konvenienz zur T otalkündigung oder zur versiarKien Auslosung der besagten Anleihen verwenden. Die verstärkte Auslosung in beliebig grossen Teilbeträgen ist zulässig: . lfiQQ bei den 6% Anleihen von 1888 und 1890 am 15. September 1899 zur Rückzahlung am I. Oktober 1899, dann wieder am 15. Dezember 1899 zur Rückzahlung am 2. Januar 1900, IOQQ bei der 6% Anleihe von 1893 am 15 August 1899 zur Rückzahlung am I. September 1899, dann wieder am 15. November 1899 zur Rückzahlung am I. December 1899. Die Verzinsung für die durch verstärkte Auslosung zur Kündigung gebrachten Anleihebeträge hört mit diesen Terminen auf. Die Annahme zum Umtausch von Schuldverschreibungen der drei 6% Mexikanischen äusseren Anleihen von 1888, 1890 und 1893 und der 5/0 Tenuantepec- Anleihe gegen Obligationen der 5% konsolidierten Mexikanischen äusseren Anleihe von 1899 findet in London und Amsterdam zu den an diesen Plätzen bekannt zu. gebenden Bedingungen, ferner in Deutschland vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung bis Sonnabend, den 15. Juli 1899 in Berlin beim Bankhause S. Bleichröder, bei der Deutschen Bank, „ „ Dresdner Bank, ferner in Bremen, Breslau, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe. Köln, Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stettin, Stuttgart und an anderen Plätzen, sowie in Giessen bei Herrn Aron Heichelheim unter nachstehenden Bedingungen statt: Die Zeichnungen zum Umtausch gegen Obligationen der 5% Tehuantepec-Anleihe werden voll berücksichtigt, während die Zuteilung auf Zeichnungen zum Umtausch gegen Schuldverschreibungen der 6°/0 Mexikanischen äusseren Anleihen von 1888 1890 und 1893 auf den nach Berücksichtigung der Barsubskriptionen in New-York und Amsterdam noch verfügbaren Betrag der neuen 5% Anleihe beschränkt bleibt. Die Emissionsfirmen behalten sich das Recht vor, im Einverständnis mit der Mexikanischen Regierung die Zulassung von Konversionsanmeldungen abzulehnen und die hinterlegten Stücke den Einlieferern nach Schluss der Konversion unverzüglich zurück zu geben. Bei dem Umtausch wird die 5% konsolidierte Mexikanische äussere Gold-Anleihe von 1899 mit Zinslauf vom 1. Juli 1899 ab zum Course von 99% , Dresdner Bank I den Herren J. S. Morgan & Co. in London, „ J. P. Morgan & Co. in New-York, Nationalbank von Mexiko in Mexiko in Höhe von 13 Millionen Lstr. fest, der Rest in Option übernommen worden. Es wird die Zulassung der Anleihe zum Handel an den Börsen von Berlin,, Frankfurt a. M., London, New-York und Amsterdam beantragt werden, und wird dieser Antrag bei der Zulassungsstelle an der Berliner Börse unverzugiicn zui „ n 1890 „ „ 1893 mit Coupon über die Zinsen vom 1. Juni 1899 ab 6% „ 6% „ Für die drei 6% Anleihen wird ausserdem eine Zinsdifferenz von 7270 bar vergütet. 1899—1900 Dollar 56,048,000 56,028,629 1898—1899 Dollar 52,109,500 52,672,448 Fiskaljahr Importzölle Exportzölle Import- und Exportzölle zusammen 1893-94 1894—95 1895-96 1896—97 1897—98 1898—99 to , g3 0 ** Ö g für die ersten 11 Monate Dollar 15,313,926 , 17,738,129 „ 21,492,211 „ 21,531,896 » 21,033,249 , 23,593,571 Dollar 1,045,105 „ 1,227,729 , 1,078,861 » 1,381,026 » 1,549,188 , 1,115,505 Dollar 16,359,031 (für 12 Monate) » 18,965,848 do. 22,571,072 do. „ 22,912,922 do. „ 22,582,437 do. „ 24,709,076 (für die ersten 11 Monate.