1S99 Dienstag den 5 December Erstes Blatt. Gießener Anzeiger w* Heneral-Anzeiger Aints- und Anzeigeblutt füv den Axels Gietzen. v. Bechtold. 5. job. Kirch- ’ rr._1 a»iaAn£. st** Prediger M- isa r Die Urkundspersonen Hirschhorn, Leun. 5FRD6*w< Initigen »u Ur ne*wttta|l für d« X«f erscheinenden Nummer W wo re. 16 Uhr. 3. 4. Sfle NnzNzen-vermrttimljchsiegcn le« In- und Äu«la«U€ srhmea Anzeigen für den «tetzeaer Änzri-er cütf*|Ä< Der Protokollführer Schiffnie. ins, Handschuhe, |tn, Telbstbtuder ppeo, Cavuschov, । Äinber, Korsetten t Jäckchen k. u. 0000000000 cf*Ctts (^orgt voll •Hing, geschlossen. Der Vorsitzende Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, DlStter für hesslche Volkskunde. Auf das durch den Großh. Kreisamtmann Freiherr Schenck zu Schweinsberg erstattete Referat beschloß der Kreistag, der Heranziehung des Mühlenbesitzers Theodor- Stein zu Grünberg als Sachverständigen bei der Flurschadensabschätzung als Stellvertreter des nicht erschienenen Sachverständigen Gutsbesitzers Schlenke vom Hardthof, mangels eines zur Verfügung stehenden anderen Stellvertreters, die nachträgliche Genehmigung zu erteilen. Hierauf teilte der Vorsitzende mit, daß die Zustimmung des Kreistages zu einer Aenderung des Absatzes 2 des § 8 des Kreisstatuts, die Besoldungen der Beamten des Kreises Gießen betreffend, erforderlich geworden sei. Da der Gegenstand nicht auf die Tagesordnung habe gesetzt werden können, so frage er an, ob die Versammlung in die Beratung und Beschlußfassung dieser eilenden Angelegenheit eintreten wolle. Nachdem diese Frage einstimmig bejaht war, beschloß der Kreistag auf das durch den Großh. Kreisbau-Jnspektor Stahl erstattete Referat, die Fassung des Absatzes 2 des § 8 des Kreisstatuts, betreffend die Besoldungen der Beamten des Kreises Gießen, in der vom Kreisausschuß in seiner Sitzung vom 21. November d. I. festgesetzten Weise zu genehmigen. Hierauf wurde der Kreistag durch den Vorsitzenden die Kreistagsabgeordneten: Gemeinderat Demper-Großen Buscck, Fabrikant Emmelius-Gießen, Bürgermeister Geißler Lollar, Kommerzienrat Georgi-Gießen, Oberbürgermeister Gnauth-Gießen, Bürgermeister Heller-Lich, Justizrat Hirschhorn-Gießen, Bürgermeister Leun-Großen Linden, Gemeinde-Einnehmer Maid-Watzenborn, Eduard Röhrle-Gießen, Bürgermeister Roth-Muschenheim, Stadtverordneter Scheel-Gießen, ein und legt die Verzeichnisse der Kommission vor, die die Mittelwerte für die einzelnen Kulturarten und Klassen festsetzt. Auf Antrag des Steuerkommissürs kann eine Nach- Prüfung der Festsetzungen durch eine weitere Kommission stattfinden. — Die Festsetzung der Mittelwerte der Privatwaldungen 1. Kl. erfolgt auf Grund von Deklarationen, der 2. Kl. durch die Forstbehörden. — Bei Gebäuden stellt der Steuerkommissär in einem Verzeichnis alle Gebäude nebst Brandversicherungswert und soweit möglich, Mietserträgnisse und Mietwert, welche mit ihrer Hilfe zu ermitteln sind, zusammen. Der Steuerkommissär fertigt weiter mit Hilfe der Amtsgerichte besondere Auszüge mit den Eewerbspreisen aus einem entsprechenden Zeitraum. Besonders wird Baugelände behandelt; als solches gilt das als Bauplatz katastrierte oder in den Ortsbauplan einbezogene Gelände und solches, in dessen gegenwärtigen Wert bereits der Umstand zum Ausdruck kommt, daß sie in näherer oder fernerer Zeit Gegenstand der Bebauung werden, die Gegenstand der Spekulation sind. Was danach als Baugelände anzusehen ist, entscheidet die örtliche Kommission. Auch hier hat der Steuerkommissär unter Mitwirkung der Amtsgerichte Verzeichnisse mit den Erwerbspreisen aus den letzten Jahren über die unter normalen Verhältnissen erfolgten Veräußerungen aufzustellen. Wir bemerken noch, daß der Vermögenssteuerpflicht nur physische Personen, nicht aber juristische Personen, Gemeinden rc. mit ihrem Vermögen unterliegen. v. Bechtold. lUreffe für Drpkschkn: >hjetjet Fernsprecher Nr. 51. Handschlags verpflichtet. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. 1. Ausführung des JnvaliditütsversicherungsgesetzeS vom 1. Juli 1899; hier Ernennung von Wahlmännern und Ersatzmännern zur Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten bei den unteren Verwaltungsbehörden betr. Großh. Kreisamtmann Freiherr Schenck zu Schweinsberg erstattete das Referat und teilt mit, daß der KreiSaus- schuß in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt habe, dem Kreistage vorzuschlagen: 1. aus den Versicherten a. als Wahlmann tzen Kreisbaumwart Friedrich Heberer zu Heuchelheim, b. als Ersatzmann Zimmermann Otto Nuhn zu Treis a. d. Lumda, 2. aus den Arbeitgebern derselben a. als Wahlmann Großh. Bürgermeister Geißler zu Lollar, b. als Ersatzmann Großh. Bürgermeister Heller zu Lich < zu ernennen. , r. _ ... Herr Kommerzienrat Georgi schlug hierauf vor, diesem Anträge zu entsprechen und die Wahl per Akklamation vorzunehmen. Ein Widerspruch hiergegen wurde nicht erhoben xnb hiernach die Wahl her Genannten als Wahlmänner und Ersatzmänner vollzogen. . „ 2. Flurschadenabschätzung; insbesondere nachträgliche Genehmigung zur Zuziehung eines stellvertretenden sachverständigen in 1899 betr. öifrtfljätjrltiCr 2 Mark 20 Ps» nwninlid) 7£> mit Bringerloh*. Bei Postdczu, 2 Mark 50 vierteljährlich. .mJBMgSgJ-aLlLJJJW-- -----' ÄrteStien, Spedition und Druckerei: Kch,lßr«te Ar. 7. Ingenieur Schiele-Gießen, Bürgermeister Sommerlad-Wieseck, Apotheker Welcker-Allendorf a. Lda., Bürgermeister Zimmer-Grünberg. Der Protokollführer: Großh. Bureau-Vorsteher Schiffnie. Der Vorsitzende eröffnete den Kreistag, begrüßte die erschienenen Abgeordneten, stellte die Beschlußfähigkeit des Kreistages fest und teilte mit, daß die Abgeordneten Bürgermeister Buttron-Hungen, Kommerzienrat Gail-Gießen, Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch-Gießen, Bürgermeister Horst-Nieder- Bessingen, Gutspachter von Oven-Hungen, Kommerzienrat Heyligenstädt Gießen, Landgerichtsrat Dr. Schäfer-Gießen, und Gutsbesitzer Schlenke-Hardthof ihr Ausbleiben bei dem heutigen Kreistag entschuldigt hätten. Die Abgeordneten Justizrat Hirschhorn-Gießen und Bürgermeister Leun-Großen-Linden wurden zu Urkundspersonen ernannt und Bureau-Vorsteher Schiffnie als Protokollführer bestellt und durch den Vorsitzenden mittelst L ___- ’S u ’S ® ® > 5- ■ w h ' 6 ® * gO ® Gegenwärtig: 1. Der Vorsitzende, Großh. Provinzialdirektor v. Bechtold; 2. Großh. Kreisamtmann Frhr. Schenck zu Schweinsberg; Großh. Kreisbau-Jnspektor Stahl; Neu! chtechlkr *nbii«ul6W0N Gießen, 1. Dezember 1899. Betr.: Die Ausführung des Gesetzes über die Vermögenssteuer vom 12. August 1899. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Das Gesetz vom 22. August 1899, die Vermögenssteuer betreffend, ist zwar mit seiner Verkündigung in kraft getreten, die Erhebung der Steuer bleibt aber bis zu einem durch landesherrliche Verordnung zu bestimmenden Tage ausgesetzt. Zur erstmaligen Veranlagung der Steuer hat ein vorbereitendes Verfahren behufs Gewinnung von Hilfsmitteln für die Schätzung des gemeinen Wertes der Grundstücke und Gebäude vorauszugehen, welches geregelt wird durch die Großh. Verordnung vom 4. November und die Anweisung dazu vom 10. November 1899. Die Leitung des Verfahrens steht den Großh. Steuerkommisfariaten zu, welche iv größerem Umfange auf Ihre Mit- Wirkung angewiesen sind. Wir geben Ihnen von deu Hauptpunkten mit dem Auftrage Kennt- uis, diesen Behörden die erforderte Unterstützung in sorgfältiger Weise zu gewähren. Etwa noch nicht gewahrte Kulturveränderungen sind von Ihnen, event. mit den Feldgeschworenen festzustellen, in Kulturveränderungsverzeichniffe einzutragen und diese an die betreffenden Steuerkommiffariate mitzuteilen. Die Feststellung der Grundstückswerte erfolgt getrennt für 1) land- wirtschaftlich benutzte Grundstücke; 2) Waldungen; 3) Gebäude; 4) Baugelände; 5) sonstiges Grundvermögen (Bergwerkseigentum, Jmmobiliarrechte rc.) Wegen der landwirtschaftlich benutzten Grundstücke wird für jede Gemarkung eine örtliche Kommission gebildet, welche für jede Kulturart und Bonitätsklasse einen Mittelwert für die Flächeneinheit (1 Dm) festzustellen hat, der als durchschnittlicher gemeiner Wert für die in die betreffende Klasse eingereihten Grundstücke gilt. Der Großh. Steuerkommissär oder ein Spezialkommiffar ist Vorsitzender der Kommission, als Mitglieder, vier an der Zahl, gehören ihr an der Großh. Bürgermeister, der Ortsgerichtsvorsteher, wenn er nicht dieselbe Person ist, und zwei, bezw. drei weitere Mitglieder, welche auf Vorschlag des Steuerkommissariats vom Kreisausschuß, bezw. für Gießen von der Stadtverordnetenversammlung gewählt werden. Der Steuerkommiffär hat vor Zusammentritt dieser Kommission das Material zu sammeln, insbesondere die Erwerbspreise von Grundstücken mindestens aus den letzten 5 Jahren in genügender Zahl für jede Kulturart und Klaffe zu ermitteln. Dabei ist wesentlich, daß nur Verkäufe, die als normal und typisch gelten können, berücksichtigt werden. Der Steuerkommiffär stellt darnach an Händen des Mutationsverzeichnisses für jede Gemarkung ein Verzeichnis auf, in welches die Grundstücke eingetragen werden. Das zuständige Amtsgericht trägt darin die Erwerbspreise nach d n Erwerbsurkunden ein. Der Steuerkommiffär zieht event. weitere Auskünfte rthoplldie) .T Vollendung bXe Dreht ete. mengen aller Art iörper. is Tragen. i t ?! 2 £ • 5 ü * i 6 c« ® £ 6 S» f I ® X- der Fi«"*- lgSKc6 i jnpeln ^?enÄ eto. nann, 33. * Hm Rabatt. 3000000000 inn >»hosstraße 29 1 paffend 2830 Bekanntmachung. Gemäß Art. 39 der Kreisordnung wird nachstehend das Protokoll über die am 23. November d. I. stattgehabte außerordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 2. Dezember 1899. Der Vorsitzende des Kreistages des Kreises Gießen, v. Bechtold. Protokoll der Siebenuuddreißigsteu (außerordentliche») Sitzung deS Kreistages des Kreifes Gießev. Geschehen Gießen, 23. November 1899. Gießen, den 2. Dezember. Betreffend: Den Verkauf von Neujahrsglückwunschkarten an den letzten Sonntagen vor Neujahr. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Der deutsche Papiermacherverein hat um dahingehende Verfügung gebeten, daß an den auf den 31. Dezember 1899 und 30. Dezember 1900 fallenden Sonntagen den Papier- Händlern der Verkauf von Neujahrs-Glückwunschkarten während 10 Stunden gestattet werde. Da wo die örtlichen Verhältnisse eine Verlängerung der allgemein zugelassenen Geschäftsstunden für die in Betracht kommenden Verkaufsstellen wünschenswert erscheinen lassen, sind wir ermächtigt, auf Grund der Bestimmung in § 105 b., Absatz 2. der Gewerbeordnung, an den beiden obengenannten Tagen einen erweiterten Geschäftsverkehr für besagte Handelsartikel bis spätestens 7 Uhr abends zuzulassen. Diejenigen von Ihnen, welche von dieser Ermächtigung für ihr Gemeinden Gebrauch gemacht zu sehen wünschen, wollen motivierte bezügliche Anträge uusehlbar binnen 8 Tagen uns vorlegen. Spätere Anmeldungen können nicht auf Berücksichtigung rechnen. v. Bechtold. Gießen, den 1. Dezember 1899. Betr.: Erhebungen über die im Großherzogtum domizilierten Blinden im schulpflichtigen Alter. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Lokalschulvorstände des Kreises. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 25. Januar d. I., Gießener Anzeiger Nr. 24, sehen wir bis Ende d. M. Ihrem Bericht darüber entgegen, ob in Ihren Gemeinden blinde und halbblinde Kinder im schulpflichtigen Alter vorhanden sind. v. Bechtold. Gießen, den 1. Dezember 1899. Betreffend: Zurückstellung unabkömmlicher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwaltern int Falle einer Mobilmachung. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Sie wollen die Lehrer oder Schulverwalter einklassiger Schulen, welche militärpflichtig sind, daraus aufmerksam machen, daß Gesuche um Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung innerhalb 8 Tagen bei uns einzureichen sind. Später einlaujenbe Gesuche können nicht berücksichtigt werben. In ben Gesuchen ist anzugeben: 1. Zivilstellung, Nr. 286 mit le« IMf Mechener Um Anzeiger »Ucmtl 2. Vor- und Zunamen, 3. Mrlitärcharge und Truppengattung. 4. Genaue Angabe des Truppenteils, Regiment, Kompagnie rc., bei welchem der Eintritt erfolgt ist, und Datum des letzteren, 5. Bezirk des Landwehrbataillons. Bei Lehrern oder Schulverwaltern, welche bereits früher bei uns reklamiert haben, bedarf es der Angaben 1—5 nicht, es genügt hier einfache Meldung. Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als alleinstehende Lehrer zur Reklamation berechtigt sind, wollen Sie sofort benachrichtigen. v. Bechtold.___________ Betr.: Ausführung des Jnv.Vers.-Gesetzes. Bekanntmachung, die für die Juvalidenverfichernng zu verwendeu- deu Beitragsmarken betreffend. Vom 16. November 1899. Nachdem das Reichsversicherungsamt auf Grund des § 130 des Jnvalidenversicherungsgesetzes vom 13. Juli 1899 Bestimmungen über die für die Invalidenversicherung vom 1. Januar k. I. ab zu verwendenden Beitragsmarken erlassen hat (vgl. die Bekanntmachungen des Reichsversiche- rungSamts vom 27. Oktober 1899), bringen wir Nachstehendes hierdurch zur öffentlichen Kenntnis: Vom 1. Januar 1900 ab werden von den Versicherungsanstalten für jede der fünf Lohnklassen (§ 34 deS Jnvalidenversicherungsgesetzes) außer den seitherigen Marken für eine Woche, welche weiter verwendbar bleiben, solche für zwei Wochen und solche für dreizehn Wochen ausgegeben. Die zum Zweck der Selbstversicherung und der Fortsetzung des Versicherungsverhältnisses eingeführten sogenannten Doppelmarken verlieren mit dem 1. Januar 1900 ihre Gültigkeit. Bon dem genannten Tage ab sind auch für die freiwillige Versicherung die für die Pflichtversicherung eingeführten Marken zu verwenden. Darmstadt, den 16. November 1899. Großherzogliches Ministerium des Innern. Rothe. ____________________________________________von Starck. Bekanntmachung. Das nachstehende Ortsbaustatut wird unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß dasselbe mit dem Tage der Bekanntmachung in Kraft tritt. Gießen, den 1. Dezember 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Ortsbauftatut für die Herneinde Wieseck. Auf Antrag des Gemeinderats wird nach Anhörung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des Innern vom 28. November 1899 zu Nr. M. d. I. 33 727 folgendes Ortsbaustatut erlassen: § 1. Von den für die Vergrößerung des Ortes in dem unterm 4. Juli 1899 genehmigten Ortsbauplan vorgesehenen neuen Straßenlinien werden zunächst nur die Linien a—b—c—d und i—k—1—m zur Bebauung eröffnet; in den übrigen zur Bebauung noch nicht eröffneten Straßen des fraglichen Planes dürfen Gebäude, die nach diesen Straßen ihren Ausgang haben, nicht errichtet werden. § 2. Die Bebauung soll nur in der Weise erfolgen, daß die einzelnen Hofraiten direkt an einander sich reihen. § 3. Außerhalb des Bereichs des Ortsbauplans dürfen Gebäude in der Regel nicht errichtet werden. Gießen, den 1. Dezember 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. * Nach der Heimkehr. Gießen, 4. Dezember 1899. Das Schiff, auf dem Kaiser Wilhelm nach England fuhr, hat seinen Kiel heimwärts gelenkt, der Monarch hat den Boden des JnselreicheS verlassen, um nach kurzem Weilen am Hofe der sympathischen, jugendlichen Königin von Holland wieder den deutschen Boden zu betreten. Ein ernstes Kapitel der neuesten deutschen Geschichte ist somit zu einem vorläufigen Abschluß gelangt, wenn auch noch niemand zu ahnen vermag, wann die letzten Wirkungen sichtbar sein werden, ob sich Segen oder Unsegen anknüpfen wird. Längst ist ja selbst die offiziöse Presse hinweggelangt über die Annahme, daß die Kaiserfahrt nach England nur einen privaten Charakter trage, nur die Erfüllung von längst übernommenen Pflichten bedeute. Wer das Getriebe auf dem Schlosse zu Windsor aufmerksamen Auges verfolgte, wer die Chamberlain, Balfour und die anderen kommen und gehen sah, wer von den langen, geheimnisvollen Konferenzen der Staatsmänner vernahm, der wird lächelnd über jenen Appell an den beschränkten Unterthanenverstand hinweggehen und mit Sorge feststellen, daß in Windsor neue politische Abmachungen getroffen worden sind. In den Aeußerlichkeiten freilich bewahrte man die äußerste Reserve. Der Toast des Prinzen von Wales: „Auf Befehl der Königin — der Kaiser" und die Antwort des erlauchten Gastes: „die Königin" sind Meisterstücke lakonischer Kürze; man kann in zwei Worten nicht mehr und nicht weniger sagen, und je stärker in der modernen Gesellschaft der Nachahmungstrieb ausgebildet ist, um so erfreulicher sind die Aussichten für die Teilnehmer der im Winter drohenden Fest- und Freudenmähler. Ein englisches Blatt hat jüngst an eine Besprechung der Vorgänge von Windsor die Bemerkung geknüpft, daß die englischen Verwandten dem deutschen Kaiser eine besonders warme Freundschaft und Liebe entgegengebracht hätten, weil man wußte, daß er durch Abstattung des Besuches die Popularität im eigenen Lande mutig aufs Spiel gesetzt habe. Fast die ganze deutsche Nation habe sich gegen den Kaiser gewendet, um so stolzer sei die Königin auf den unabhängigen Sinn ihres Enkels. Mit vollem Fug haben die „Hamb. Nachr." die Unverschämtheit, die in diesen Worten ruht, gegeißelt. In der That: Giebt eS eine größere Beleidigung, als die Insinuation, Kaiser Wilhelm habe die Rücksicht auf die englische Großmutter höher gestellt, als die Rücksicht auf sein Volk? Aber wir sind es ja längst gewöhnt, daß die englische Presse immer neue Rekords auf dem Gebiete der Taktlosigkeit erzielt, und unvergessen bleibt es, wie bei der vorletzten Kaiserfahrt halbamtliche Londoner Blätter dem Monarchen rieten, sich der überlegenen Weisheit seiner Großmutter zu beugen. Ruhigeren Herzens sah man dem Besuch des Kaisers im Haag zu, wo vielleicht die Königlichen Frauen ihren Gast mit schalkhafter Ironie herumführten in den Räumen, in denen eben erst eine Reihe wohlgesinnter Männer grübelten und sprachen über die Möglichkeit des ewigen Friedens und über die Aufhebung aller Schrecken des Kriegs — ruhiger sieht man diesem Besuch bei einem stammverwandten Volke zu, das uns eng zu verbinden wir volle Hoffnung haben, als dem Aufenthalt in dem listenreichen Albion. Sind neue Abmachungen in Schloß Windsor getroffen worden? Man wird wohl erst spät die Wahheit vernehmen. Denn es liegt eine eigene Schamhaftigkeit über unseren Diplomaten, eine seltsame keusche Zurückhaltung, wenn einmal solche Frage an sie herantritt. Jahr und Tag sind vergangen, seitdem man erfuhr, daß Verträge abgeschlossen worden seien über die Arrangements im afrikanischen Süden, die Hoffnungsfreude hat längst einem aufregenden Pessimismus Platz gemacht, aber schweigsam wie die Mitglieder des Trappistenordens, die sich nur mit einem düsteren „memento mori“ begrüßen durften, bleiben unsere Staatsmänner, und auch aus ihrem Schweigen klingt es leise und düster: „Gedenke des Endes". Und auch im Volke sorgt man darum, daß das Bibelwort Wahrheit werde: „Wenn die Menschen schweigen, werden die Steine reden", hat jener geheimnisvolle Vertrag eine Erweiterung erfahren? Ein unerfreuliches Zeichen deutet darauf hin. Der Träger der Verhandlungen für England war in Schloß Windsor Herr Chamberlain, der Vertreter der Kolonien, der Gefährte und Schützer der Cecil Rhodes, Beit und Jameson. Der Kern der früheren Abmachungen soll ja, wie aus den Mitteilungen der englischen Presse hervorgeht, in einer Art von Regelung des potugiesischen Erbes in Afrika bestehen. Die finanzielle Deroute des Lusitanischen Königreiches hatte die Wahrscheinlichkeit nahe gelegt, daß man in Lissabon einer Aufteilung des Kolonialbesitzes willig zustimmen werde, um zu geregelten wirtschaftlichen Verhältnissen zu gelangen. Aber es scheint, als ob die leitenden Männer in Lissabon nicht hinreichend mit der eigenen Volksstimmung gerechnet haben, die mit großer Energie sich namentlich gegen den Gedanken kehre, die De- lagoabai den Engländern zu erschließen und ihnen einen kaum abzuschätzenden Vorteil in ihrem Kampfe gegen die Buren zu gewähren. Hatte es doch sogar geheißen, daß portugiesische Truppen sich den britischen Soldaten angeschlossen und mit ihnen gemeinsam gegen die Burgher des Trausvaals zu. Felde ziehen würden! Heute stehen die Sympathien der Portugiesen durchaus auf der Seite der niederdeutschen Freiheitskämpfer, und der englisch-deutsche Vertrag, wenn anders er den angedeuteten Inhalt besagt, gewann immer größere Ehrlichkeit mit jenem Handel um das Fell des Bären, das man verschacherte, während er noch munter und vergnügt durch die Wälder trabte. Jetzt wird nun mit halblauter Stimme das Gerücht kolportiert, daß Deutschland aus dem portugiesischen Nachlaß, wenn nämlich überhaupt in absehbarer Zeit das Sterbeglöcklein für die Nachkommen Heinrich des Seefahrers schlägt, die Tigerbai erhalten solle. Ist aber der Wert dieser Bai an sich schon problematisch, so darf man überhaupt mit starker Skepsis solchen Eventualverträgen gegenüberstehen, die uns verpflicht en, ohne uns einen reellen Gegenwert zu sichern, die uns im englischen Interesse die Hände binden, die also einen direkten, greisbaren Vorteil nicht uns, sondern dem andern Kontrahenten gewähren. Einen anderen Gegenstand der Verhandlungen von Windsor soll die ganze Aufteilung des chinesischen Reiches gebildet haben. Auch dieser Mitteilung kann man nur mit ernstem Bedenken gegenüberstehen. Denn nirgends stoßen sich im Raum die Sachen so hart, wie dort im fernen Osten an den Gestaden des Gelben Meeres, nirgends ist die Atmosphäre so reif für einen englischrussischen Konflikt wie dort. Und ist das Ziel der Verhandlungen von Windsor gar ein gemeinsames koloniales Vorgehen zwischen England und Deutschland auf dem ganzen Erdball gewesen, so muß diese Gemeinsamkeit der Interessen Deutschland überall in die Gegensätze verstricken, die zwischen den beiden Rivalen seit langen Jahren bestehen, und die volle Abkehr von den Traditionen der Politik Bismarcks ist eingetreten. Schon jetzt deuten manche Anzeichen darauf hin, daß man namentlich in Paris erneutes Mißtrauen gegen Deutschland empfindet, auch die jüngste Rede des Herrn Delcassö war in manchen Anklängen auf ein starkes Mißtrauen gestimmt. Wird man in Petersburg von anderen Empfindungen beseelt sein? Die Presse, die dort in allen wichtigen Fragen direkt von den leitenden Männern ihre Instruktionen empfängt, hat die englische Kaiserfahrt mit auffallender Zurückhaltung behandelt, die nächsten Tage werden uns über die Auffassung aufklärcn, mit der man in Petersburg die Vorgänge in Windsor betrachtet. Kaiser Wilhelm ist heimgekehrt. Man sah ihn froher zurückkehren, als man ihn fortreisen sah. Aber noch immer lagert eine tiefe Unruhe über dem deutschen Volke, das durch keine Versicherungen sich bestimmen läßt in Haß und Liebe. Und eS ist dringend erwünscht, daß jetzt, wo die Etatsberatung im Reichstage freien Raum gewährt, die deutschen Volksvertreter volle Aufklärung verlangen, selbst auf die Gefahr hin, daß dieser und jener diplomatische Cirkel gestört wird. Denn schließlich ist es das gute Recht eines freien Volkes, nicht als ein toter, sondern als ein lebendiger Faktor in dem Exempel der Staatsmänner zu figurieren und Kenntnis zu erhalten über die Fragen, die auf lange Jahre hinaus sein Schicksal und das Schicksal der Welt entscheidend bestimmen. Kokales und Nrovnyielles. Gießen, 4. Dezember 1899. • • Verein zur Förderung eines Saalbaues in Gießen. Die auf Dienstag den 5. Dezember angesetzte Generalversammlung findet der Aufführnng des Theatervereins wegen erst nächsten Dienstag den 12. Dezember statt. * * Die Ferber'sche Universitäts-Buchhandlung (C. Koch) in Gießen, Seltersweg 87, übersendet uns soeben ihren diesjährigen elegant ausgestatteten Weihnachtskatalog. Das vornehme Werk ist mit größter Sorgfalt zusammengestellt und bringt besonders alle Neuerscheinungen aus sämtlichen Gebieten der Literatur zur Kenntnis des Publikums. Wer ein gutes Geschenk zu kaufen beabsichtigt, wird aus der Fülle der aufgeführten Erscheinungen leicht eine paffende Gabe zu finden wissen, mag dieselbe für Kinder, für reifere Jugend oder für Erwachsene bestimmt sein Wie wir hören, gelangt die große Auflage des Katalogs in den nächsten Tagen zur Verbreitung an den Kundenkreis genannter Firma. * * Aus dem Theaterbureau. Als 7. Volksvorstellung geht Mittwoch das mit so großem Beifall aufgenommene Lustspiel „Der Compagnon" in Szene. — Für kommenden Freitag bereitet die Direktion eine Wohl- thätigkeitsvorstellung vor, deren Reinertrag zur Christbescherung hiesiger armer Kinder verwendet werden soll. Für diese Vorstellung wird ein neues, modernes Schauspiel mit dem Titel „Zurück" zur überhaupt erstmaligen Aufführung kommen. •* Außerverfolgungsetzuug. Die seit Frühjahr ds. Js. gegen den früheren Schlachthausverwalter Julius Möhl dahier im Gang befindliche Untersuchung wegen Verbrechens im Amte hat nunmehr ihren Abschluß dadurch gefunden, daß die Strafkammer des hiesigen Landgerichts durch Beschluß vom 30. November den Beschuldigten außer Verfolgung gesetzt hat, indem durch die geführte Untersuchung sich keine thatsächlichen Anhaltspunkte dafür ergeben haben, daß der Beschuldigte eine strafbare Handlung begangen. Die Kosten des Verfahrens, die namentlich durch die Bücherrevisoren und Erstattung von Gutachten durch Sachverständige zu einem ganz erheblichen Betrag angewachsen sind, wurden der Staatskasse auferlegt. ** Ein gesuchter „Artikel". Eine herrschaftliche Köchin in einem hessischen Landorte suchte jüngst anderweitig Stellung auf dem Wege des Inserates und erhielt nach einer Mitteilung der „Hess. Bl.", in kürzester Frist 93 Angebote, darunter 12 telegraphische, wovon das eine Telegramm 43 Worte zählte. ** Monatsbericht der Arbeiter-Kolonie „Neu-Nlrichsteiu". Ende November 1899 befinden sich auf der Kolonie 50 Mann. Diese verteilen sich nach der Geburt: Großherzogtum Hessen 9, Regierungsbezirk Cassel 5, Regierungsbezirk Wiesbaden 7, Rheinprovinz 4, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Brandenburg 1, Provinz Schlesien 2, Provinz Posen 1, Provinz Ostpreußen 1, Provinz Westpreußen 1, Königreich Bayern 6, Königreich Sachsen 3, Großherzogtum Baden 4, Thüringen 2, Oesterreich 1; nach dem Gewerbe: Anstreicher 1, Arbeiter 22, Bäcker 1, Bureaugehilfe 1, Gärtner 2, Glaser 1, Hutmacher 1, Kaufleute 3, Küfer 1, Kürschner 1, Metallschleifer 2, Metzger 1, Schlosser 3, Schriftsetzer 1, Schneider 4, Schreiner 1, Schuhmacher 2, Tüncher 1, Weißgerber 1. Seit Bestehen wurden ausgenommen 3651, entlassen 3601, bleiben 50. Bestand am 1. November 30, Zugang 25, Abgang 5. Die abgegangenen 5 Mann verteilen sich: auf eigenen Wunsch 4, wegen Trunk 1. Die Kolonie verpflegte an 1221 Tagen, arbeitete an 1061 Tagen, Sonn- und Feiertage 121, Krankentage 29. + Eichelsdorf, 3. Dezember. Gestern nachmittag verunglückte der hiesige Mühlenbesitzer Jakob Schudt auf dem Wege nach Ulfa dadurch, daß er, als sein Zugpferd scheute und wild zu werden schien, vom Wagen springen wollte, dabei jedoch mit dem Unterkörper teilweise unter das Fuhrwerk geriet und hierdurch am einen Beine schweren Schaden nahm. — Wegen angeblicher Verletzung der Zeugeu- eidespflicht wurde gestern ein verheirateter Taglöhner von hier auf der Arbeitsstelle bei Salzhausen verhaftet. A Darmstadt, 3. Dezember. Den hessischen Volks- schullehrern werden künftig bei der Pensionierung die von den Betreffenden mitgemachten Feldzugsjahre doppelt gerechnet. Der erste diesbezügliche Fall wurde kürzlich bei dem in den Ruhestand getretenen Oberlehrer Heyder zn Hechtsheim entschieden. Derselbe machte die Feldzüge 1866 und 1870/71 mit und erhielt außer der eigentlichen Dienstzeit für den ersten Feldzug 1 Jahr und für den letzteren 2 Jahre besonders in Anrechnung gebracht, sodaß sich sei» Pensionsgehalt um 4y3 Prozent erhöht. A Darmstadt, 3. Dezember. Der am 6. November im Turnsaale des Schulgebäudes in der Soderstraße unter Leitung des Großh. Turninspektors Schmuck mit 32 BolkS- schullchrern aus allen Kreisen unseres Landes begonnene TurnkursuS wurde gestern geschlossen. Auf Einladung Wit Bezug cu Ordnung bett.: Bauordnung weist danach nunmehr m R längeren Au ber Fertigstellung j bauamt jeweils sch Wens brei Mon «kr früher als f(l werben dürfen. Gießen, ben 8411 ®ri Stelnb,” Großhnzg Srofci d"tenhau Gros iti Fj’t farbi"1 i« d-° Ute"n d-i ben n>° ®«6 fa* fall'11"/* ab. «" ^4 Li! tffSS!« Sott# "TS*, „(1W W*® «L b-itz-« Iah« \ 61 Dabei M *' A Som MM flleid) oie MM l Schweinefleisch beirr fie meist hartnäckig 80 Pfg. stehen. 2 Pnvatschlachtungen Mnen die Mrtzg« Tinzeinr setzten den 60 M p M' Preise von 64 aus □ Mai«), 3. Tagen eine aus 1 festgenommen, der der Rheinschifse zr zu dem Personal deckung, als sie L William Egan plä Mann brachten, und stahlen, i her tftfigtiwmmenei haftet ivurbe, habe Suriosum verbiet sich gegenwärtig we hiesigen üntersuchui Page von lüzch worden ist. 0 Mainz, 3 hiesiger und auSw nehmen die Kand rung von dem bisc Mk. 20,735,876 Mk. 3,372,331 H 6. Gaswerk ■g>» 8467 8411 mit 8454 8452 Roth 8460 8457 NWkMNlMIl 31,553,167 4,863,805 478,640 1,069,009 1,711,512 1,758,489 dem die ver- 2. Stadterweiterungsfonds 3. Orchesterfonds 4. Stiftungen 5. Wasserwerk Mk. 963,374 M 326,661 Konfektion. We ihnachts-Ausverkauf. Anfertigung nach Mass. Gießen, den 30. November 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Queckborn, den 4. Dezember 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Queckborn. Schmidt. Berühmte Mischungen Mk. 2,80 und 3,50 per Pfund. Probepackete 60 und 80 Pfg. Zu haben bei den Niederlagen von Messmers Thee. Gießen, am 28. November 1899. Direktion der Spar- und Leihkasse Gießen. I. E.: Wiener. Der Auffichtsrat: Heinr. Volkmann II, Vorsitzender. Für de« Auffichtsrat: Dorfeld. General-Versammlung folgender Tages-Ordnung ab: 1. Bekanntgebung des Revifionsberichtes. 2. Gehaltsaufbesserung für den Rechner. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes und Aufsichtsrates. Heuchelheim, den 4. Dezember 1899. des Herrn Kreisschulinspektors Bauder zu Groß-Gerau I wohnten die Kursteilnehmer am 16. November dem Turn- I unterrichte in den Großgerauer Volksschulen bei. Der | Schulvorstand von Großgerau mit Bürgermeister Becker an I der Spitze beehrten die Darmstädter Herren durch ihre Anwesenheit bei den wohlgelungenen turnerischen Darbietungen. Das Lehrkollegium von Großgerau und Bürgermeister Becker statteten den Kursgenossen am 22. November hier einen I Gegenbesuch ab. Am 25. November, dem Doppelgeburtsfeste unseres Herrscherpaares, unternahmen die Kursteil- | nehmer einen Ausflug in den Nheingau und nach Bingen. I Das Schlußturnen erfolgte am Freitagnachmittag in Anwesenheit mehrerer Ministerialbeamten und zahlreicher Lehrer. I Herr Ministerialrat Dr. Eisenhuth sprach sich sehr anerkennend über die Leistungen der Turner aus. Am Abende ver- I anstaltete man im „Kaisersaale" einen fidelen Abschieds- | kommers. Mit einigen Lehrproben, in Gegenwart des Herrn I Ministerialrats Dr. Eisenhuth mit den Klassen der Knaben- I Mittelschule vorgenommen, endete gestern vormittag der I vierwöchige Jnstruklionskursus. Berichtigend sei bemerkt, daß Herr Turninspektor Schmuck während des Kursus auch | Vorträge über die Geschichte des Turnwesens hielt und Herr Dr. med. Rebel, Kreisassistenzarzt beim hiesigen Kreis- gesundheitSamte, instruktive Belehrungen über die Anatomie I des Menschen erteilte. △ Froschhauseu bei Seligenstadt, 3. Dezember. Der | erst vor wenigen Monaten mit 30 Mitgliedern gegründete Raiffeisen'sche Sparverein zählt bereits 82 Mitglieder. Es wurden schon für rund 5000 Mark Konsum- bczüge an Saatkorn, Kohlen, Kainit zc. gemacht und ein Umsatz von 45000 Mark erzielt. Zwei auf Vereinskosten erbaute Wohnhäuser wurden bereits erkauft. Im nächsten Jahre sollen 4 bis 6 weitere Wobnhausbauten erstehen. Dabei zählt unsere Gemeinde nur 920 Seelen. △ Vom Main, 3. Dezember. Fleischpreise. Obgleich die Metzger des unteren Maingebieles für das Pfund ] Schweinefleisch beim Ankäufe nur 50 Pfg. bieten, bleiben sie meist hartnäckig auf dem Verkaufspreise von 70, ja sogar 80 Pfg. stehen. Viele Produzenten suchen daher durch Privatschlachtungen zu ihrem Gelde zu kommen. Neuerdings scheinen die Metzger zur Nachgiebigkeit geneigt zu sein. Einzelne setzten den Preis des Schweinefleisches von 70 auf 60 Pfg. pro Pfund herab. Auch das Rindfleisch ist im Preise von 64 auf 60 Pfg. pro Pfund gesunken. □ Mainz, 3. Dezember. Hier hat man in den letzten Tagen eine aus sechs Köpfen bestehende Diebesbande festgenommen, deren Spezialität es war, die Plünderung der Rheinschiffe zu betreiben. Die Diebe zählten meistens zu dem Personal von Schiffen, und geschah deren Entdeckung, als sie Waren auf den Schnelldampfern der Firma William Egan plünderten und an das Land und an den Mann brachten. Die Diebe waren durchaus nicht wählerisch und stahlen, was ihnen gerade in die H^nde kam. Mehrere der Festgenommenen, darunter einer, der in Emmerich verhaftet wurde, habe bereits Geständnisse abgelegt. — Als Kuriosum verdient erwähnt zu werden, daß gegen den sich gegenwärtig wegen einer Reihe von Betrügereien im hiesigen Untersuchungsgefängnis befindlichen Gerichtsschreiber Page von Alzey das Konkursverfahren emgeleitet worden ist. (•> Mainz, 3. Dezember. Gegenüber den Mitteilungen hiesiger und auswärtiger Blätter, daß nach sicherem Vernehmen die Kandidatenliste der Bischöfe der Regierung von dem bischöflichen Ordinariat bereits unterbreitet seit Frühjahr ds. Verwalter Julius Untersuchung wegen hren Abschluß dadurch r hiesigen Landgerichts ■ Beschuldigten außer ch die geführte Unter« 'tspunkte dafür ergeben afbare Handlung be- bie namentliQ burdj Don Gutachten durch $■' .e herrschaftliche Köchin lchte jüngst anderweitig ates und erhielt nach i kürzester Frist 93 An- wovon das eine Tele« suchungsgefängniS nach Mainz gebracht. Wetzlar, 2. Dezember. In der Aula des Königlichen Gymnasiums hat heute vormittag um 11 Uhr die Enthüllung des von Sr. Majestät dem Kaiser und König der Anstalt aus Anlaß ihres 100jährigen Jubiläums geschenkten kostbaren Gemäldes in feierlicher Weise stattgefunden. Das Gemälde stellt das in Oel ausgeführte wohlgetroffene Bildnis Sr. Majestät des Kaisers und Königs in Lebensgröße dar. Der Monarch trägt die Jnfanterie- Generalsunifocm, den bebuschten Helm in der rechten Hand. Gemalt ist das von einem prachtvollen Goldrahmen mit Krone umgebene Bild von dem Maler Roste in Berlin. Herborn, 4. Dezember. In der letzten gemeinschaft- lichen Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten wurde Herr Polizei in spektor Birkendahl aus Höchst zum Bürgermeister der Stadt Herborn auf die Dauer von 12 Jahren gewählt. Weilburg, 1. Dezember. Herr General-Agent Albert Löb kaufte von Frau Ferd. Hündt deren Hotel „Nassauer Hof" nebst Inventar für den Preis von 69000 Mk. Laasphe, 1. Dezember. Bohrversuche auf der Zeche Boxbach bei Laasphe, haben auf die Entdeckung eines ausgiebigen Kohlenlagers geführt, das ca. 50 Meter unter der Thalsohle aufgefunden wurde. Die Zeche Boxbach, eine Erzgrube, ist Eigentum einer holländischen Gesellschaft und seit Jahren im Betrieb. Siegen, 1. Dezember. Das in Netphen befindliche Komitee für den Bau der Bahn von Weid enau- | Straßebersbach, an dessen Spitze Herr Aug. Hütten- Spar- und Whkaffe Gießen. Ausschuß-Sitzung Dienstag den 12. Dezember L nachmittags 4 Mr, im Sitzungszimmer Großh. Bürgermeisterei Gießen. Bekanntmachung. Der Vorauschlag der Gemeinde Bettenhausen für das Jahr 1900/1901 liegt vom 7. Dezember 1899 an acht Tage lang zur Emstcht der Interessenten auf hiesigem Bürgermeisterei-Bureau offen. Bettenhausen, den 2 Dezember 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Bettenhausen. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Queckborn für dar Jahr 1900/1901 liegt vom 7. Dezember d. I. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf hiesigem Bürgermeisterei-Bureau offen. jahres folgendermaßen: 1. Für die Stadt Mainz (Betriebs-Vermögensrechnung) die Schulden: das Vermögen^ worden seien und sich auf derselben Prinz Max von Sachsen und Weihbischof Fischer von Köln befänden, bemerkt das „Mainzer Journal" heute wiederholt, daß die betreffenden Namensnennungen einer offiziellen Quelle nicht entstammten, da die Kandidatenliste streng geheim gehalten werde. — Nach dem soeben zur Ausgabe gelangten neuesten Verwaltung s r e ch e n s ch a f t s b e r i ch t der hiesigen Bürgermeisterei betrugen die gesamten Einnahmen der Betriebsrechnung tm verflossenen Rechnungsjahr Mk. 4,868,481 und die gesamten Ausgaben Mk. 4,226,297, sodaß ein Rechnungsrest von Mk. 642,184 verbleibt. Bei der Vermögensrechnung betrugen die Ausgaben Mk. 2,270,575, denen Mk. 541,08^ gegenüberstehen, und waren mithin Mk. 1,729,48 < durch Kapitalausnahme zu decken. Der Schulden- und Vermögensstand der Stadt Mainz stellte sich am Schluß des Rechnungs- Mitlnwch btn 6. gfjember I. I.» nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Sofas, Kommoden, Kleiderschrünke, em Aquarium, 1 Ltnoleumbelag, 1 Schreib- nsch, 1 Nähmaschine, 1 Silberschrank, eine Partie Schuhwaren, mehrere Fahrräder, 2 schwere Zugpferde u. a m. 8453 Geißler, Gerichtsvollzieher. Giessen Kirchenplatz 11, gegenüber der Stadtkirche. Spar- und Vorschuß-Verein Wieseck. Eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Hastpfl-ckit. Dienstag den 12. Dezember cr., abends 8V2 Mr, General-Versammlung bei Gastwirt Gerhard Schneider. Tages-Ordnung: 1. Ersatzwahl des Aufsichtrrate». 2. Bericht über den Verbandstag. 3. Verschiedenes. = Aus Rheinhessen, 3. Dezember. Bei gangene Woche an der „Deutschen Weinkellerei'^bei Büdesheim wütenden Großfeuer gingen an 300 Stück Wein zu Grunde, die einen Wert von Mk. 150,000 hatten. Außerdem sind für Mk. 60,000 Faßlager und Utensilien ein Raub der Flammen geworden. Der Jmmobiliarschadcn beziffert sich auf 150,000 Mk., sodaß der gesamte Brandschaden wohl Mk. 350,000 beträgt. — Ein angesehener Handelsmann von Wöllstein wurde wegen einer Reihe von bedeutenden Wechselfälschungen gestern in das Unter- Bekanntmachung. 2)rr Kredit-Verein Heuchelheim, E. G. m. u. om Samstag den 9. Dezember d. I., abends 8 Uhr, bet Wirt Ludwig Kröck X. dahier seine Bekanntmachung. Wit Bezug auf die unterm 18. November d.J. erlassene OrtSpolizei- Orduuug betr. die Ausführung der Artikel 40 und 61 der allgemein n Bauordnung weisen wir die Betelligten noch besonders darauf hin, daß danach nunmehr vom Beginn der inneren und äußeren Verputzarbeiten an, zum längeren Aufenthalt von Menschen bestimmten, Neubauten und von der Fertigstellung des inneren Verputzes von Wohngebäuden dem Stadt- bauamt jeweils schriftliche Anzeige zu erstatten ist, und daß Wohngebäude frühestens drei Monate nach Beginn der inneren Verputzarbeiten, keinesfalls aber früher als sechs Wochm nach Fertigstellung dieser Arbeiten bezogen werden dürfen. olonlt fder Kolonie bv MM. srvßherzogtM Hessen 9, .gsbezilk Wiesbaden 7, 1, Provinz Sachsen 1. Schlesien 2, Provinz Provinz Westpmßen l, chsen 3, Großherzogtm 1' „ach dem Gewerbe : ;r ’i, Lureaugehilfe 1, Kaufleute 3, Küfer 1, ützger 1, Schwer 3, * 1, f. gje*« *r,be". I so. Bestand » 5 Sie tit Wunsch 4, , g« T Gtt . '-"S-’l'S ’dÄ*" «Lr ■S&sßf .7. S'S-ZS »!» " SS'Ä < Ä bit dit °6b* • Dezember I899 'Eanes in @ie, D---«ber,1«?° t*6N (6. Äch) soeiett ihren «uerschunungen au« "AdesPablikuws b ch'gt, wird aus der «ne passende lur Sender, für reifere Wit Lil hi>r„ U, beit nädjfien k igmamttttgima. , ^olksvor- 0 großem Beifall aus- in Szene. 1 Million tint Wohl- "ertrag zur Christ- wendet werden K. wodernrs Schauspiel W erstmaligen Auf- Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Watzenborn-Steinberg für das Jahr 1900/1901 liegt vom 6. Dezember d. I. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Bureau offen. Steinberg, den 2. Dezember 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg. Heß.8448 Hain steht, hat der „S. Lahnz." zufolge unterm 21. November den Beschluß gefaßt, vorläufig auf die Durchführung her Bahn nach Straßebersbach zu verzichten und unfern Landtagsabgeordneten gebeten, für eine Stichbahn von Weidenau nach Deuz thätig sein zu wollen. Handel und Uerluchr. Volkswirtschaft. 2. T)ejbr. ftru-'otnte» - • ,m 14.50—15,—, 14,50-15 00, 14,74 -15,00, 12,50—13 16, Erdfo-. yä 15,10-00,00, 8imcb -« 26 (^-00,00, W'.cken A (^>,00, y