1899 Donnerstag den 5. October Amts- und Anzeigeblatt für den Sirois Großen Konfektion. Restaurateure. "W gtf#W IIS. Alle Allzrigen-BermittlungSstellen bei In- und ÄulleBbti nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgcf*. iuswärts. Ihof. Rebeftten, Expedition und Druckerei: Zchntßr.tze Nr. 7. lieber den Prozeß Moosauer-Ttraubing, dessen intime Vorgänge wir in unserer vorgestrigen Ausgabe nur andeutungsweise wiederzugeben wagten, schreibt heute das maßgebendtste und gemäßigste Organ Bayerns, die „2JL N. N." folgenden begleitenden Kommentar: Ein katholischer Priester erscheint als Hauptangeklagter vor den Schranken des Gerichtes und der Urteilsspruch belegt den schon im Greisenalter stehenden Mann ohne Annahme mildernder Umstände mit einer Zuchthausstrafe von zehn Jahren. Die Verhandlung enthüllt ein geradezu scheußliches Bild sittlicher Verworfenheit und Gemeinheit; einzelne Teile der Verhandlungen zeugen von einem solchen Sumpf moralischer Verkommenheit, daß es dem Berichterstatter über die Verhandlung oft schwer geworden ist, den Ausdruck für die Details des Prozesses zu finden unv er manches, um den guten Geschmack und die Sitte nicht zu verletzen, überhaupt nur andeuten konnte. Wir wollen heute nicht alle die schweren Beschuldigungen erörtern, die gegen den Pfarrer Moosauer vorgebracht und eidlich erhärtet wurden. Dieser Verbrecher sitzt nun im Zuchthaus und mit ihm wird sich die Oeffentlichkeit nicht mehr weiter zu beschäftigen haben. Nicht die haarsträubenden Vorkommnisse an sich sind es, die uns zwingen, dem Sensationsprozesse einige kritische Worte folgen zu lassen, denn alle Schichten der Gesellschaft weisen in ihren Reihen dann und wann solche nichtswürdige Mitglieder auf, und auch die Größe und Niedertracht der von dem Verurteilten begangenen Verbrechen, die mit Rücksicht auf seinen Stand und seine Pflichten noch schwerer verurteilt werden müßten, bieten an sich keinen Anlaß zu einer prinzipiellen Besprechung des Falles. Es liegt uns auch vollständig ferne, aus einem solchen Fall Schlüsse auf die moralische Qualität des bayrischen Klerus im allgemeinen zu ziehen, der viele hochachtbare und hochgebildete Priester in seinen Reihen hat. Wir betonen dies hier ausdrücklich, weil erfahrungsgemäß schon die objektive Mitteilung eines solchen Falles der ultramontanen Presse, die bisher die Straubinger Verhandlung nahezu vollständig unterschlug, stets Anlaß gibt, über Religionsfeindlichkeit und Aehnliches zu faseln, anstatt offen und ehrlich zu bekennen, daß sich hier eine Pestbeule gezeigt hat, die rasch und dauernd zum Heil der Kirche selbst entfernt werden muß. Diel bedeutsamer als die Verbrechen dieses Geistlichen selbst sind die Begleiterscheinungen, die der Prozeß vor aller Welt aufgedeckt hat. Denn sie geben in ihrer Zusammenstellung ein Kulturbild aus der bayerischen Provinz, bei dessen Betrachtung nicht nur unsere leitenden Staatsmänner und Politiker, sondern auch die höchsten kirchlichen Behörden einiges Unbehagen empfinden müßten. Der Prozeß hat als Folge eines unangebrachten Solidaritätsgefühles ein geradezu sträfliches Vertuschungssystem derAmtskollegen des verbrecherischenGeistüchen an den Tag gefördert. Auch die Thatsache, daß das Ordinariat schon vor 25 Jahren dem Priester die „ärztliche Praxis" verbot, scheint darauf schließen zu lassen, daß man wohl wußte, mit wem man es zu thun hatte. Abhilfe erfolgte aber keine. In anderen Gesellschaftsschichten pflegt man solche Aussätzige einfach von sich zu stoßen und dem Strafrichter zu überlassen. Daß dies nicht schon längst geschah, ist das eine, was zu scharfer Kritik herausfordert. Ein weiteres tiefbetrübendes Bild ist die geradezu erschreckende moralische Verkommenheit und Borniertheit vieler Gemeindemitglieder der Pfarrei Pocking. In welch' finsterer geistiger Knechtschaft, in welchem mystischen Banne müssen diese Leute stehen, die Jahrzehnte lang sich eine solche Verworfenheit, Unsittlichkeit und einen solchen Mißbrauch der heiligsten Gewalt gefallen lassen? Gab es denn in der Gemeinde keine autoritative Persönlichkeit, die an die maßgebende kirchliche und staatliche Stelle appellierte und die Dinge, die in aller Mund waren, laut und vernehmlich vorbrachte? Einige Mutige, die es wagen wollten, wurden allerdings materiell ruiniert und geächtet und konnten so die anderen abschrecken. Das alles läßt sich eine Gemeinde in einem geordneten Staatswesen am Ende des 19. Jahrhunderts bieten! Wie muß es, so fragt man sich, mit der religiösen Erziehung solcher Leute aussehen, bic selbst die wider natürlich st en Sch an dthaten ihres geistlichen Oberhirten so gelassen hinnehmen, die in dem Wahnwitz befangen sind, daß der geistliche Stand desPriesters sogar über Verbrechen hinweghelfen und Meineide ungeschehen machen könne? Man hat selten in einem Schwurgerichtssaal em so widerwärtiges Bild gesehen, wie jene Mutter, die gegen ihre leibliche Tochter die schändlichsten Dinge aussagte, um den Pfarrer zu retten. Ein Stück aus der schlimmsten Zeit des Mittelalters rollte sich da vor uns auf. Stets wird von klerikaler Seite geleugnet, daß die Priester irgend welchen Zwang auf ihre Gemeinde-Angehörigen ausüben. Bei Erbschleicherei-Prozessen, man denke nur an den Traunsteiner Fall und die Debatten über die Amortisationsgesetze in der Kammer, da lehnt man mit Entrüstung irgendwelche Einflußnahme auf sterbende Testierende ab und bei den Wahlen heißt es erst recht, die Leute handeln nur aus eigener Ueberzeugung. Der Pockinger Fall hat aufs neue bewiesen, unter welchem hartenDruck und Bann des Klerikalismus die Leute noch stehen. Oder sollte Pocking wirklich eine Ausnahme bilden? Das glaube, wer will. Es ist wahrscheinlich, dafür sprechen auch zahlreiche sonstige Anzeichen, typisch für weitere Teile Altbayerns. , . r . Schon im Interesse einer wahrhaft religiösen Erziehung und des Ansehens des ganzen geistlichen Standes wie der Kirche wäre es gelegen, wenn die kirchlichen Oberen Hand in Hand mit den staatlichen Behörden einmal mit kräftiger Hand eingreifen würden. Der Straubinger Prozeß hat vor allem dargethan, wie notwendig es ist, die religiöse Erziehung strenger unter die Oberaufsicht des Staates zu nehmen. Adrefle für Depeschen: Fernsprecher Nr. 51. Ne»ug»»reiL vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfß. mit Bringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. »ou«h«e »en Anzeigen zu der nachmittags für bew fetyBbe* Da, erscheinenden Nummer bis von». 10 Uhr. Nr. 234 Zweites Blatt loese, challcher i. de« SMvastakiächtt«. n laße in bem von «ir^ Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Slätter für hesslsche Volkskunde.__________________ Feuilleton. Ludwig Knaus. Zum 70. Geburtstage des Meisters. (5. Oktober.) Von Oskar Wiener-Prag. (Nachdruck verboten.) Vom Meister Knaus will ich erzählen, vom deutschen Meister Knaus, dessen stille Künstlerklause eben wlderhallt von fröhlichen Festgrüßen der Zunftgenossen und all der anderen Schönheitsfreunde, die seine Muse so sehr lieben. Mit gerechtem Stolz kann er die reichen Beweise allseitiger Verehrung entgegennehmen, denn er zählt mit zu den wenigen, die den Weltruf des deutschen Künstlertums begründet haben. Er, der treffliche Interpret der Kinderseele, dem Lust und Leid unserer Kleinen so vertraut, er, der unerreichte Schilderer des Volkslebens, der Heiteres und Ernstes im Leben des deutschen Bauern so anschaulich dar- zustellen versteht, verdient, wie kaum ein zweiter, die Popularität, die er genießt. Gerade diese Popularität ist der beste Beweis seiner künstlerischen Bedeutung, denn eine große Künstlerschar befaßt sich gerade mit dem Genre, das Knaus pflegt, und nur einer genialen Persönlichkeit kann es gelingen, aus diesem Wettstreit siegreich hervorzugehen. Knaus ist dies gelungen. Seine Schöpfungen haben die Modethorheiten eines halben Jahrhunderts ohne jede Einbuße überdauert. Ludwig Knaus erblickte als Sohn armer Eltern im Vermischtes. ♦ Rominten, 2. Oktober. DieKaiserin als Photographin. Während ihres Aufenthalts in Rominten photographiert die Kaiserin eifrig. Sie beherrscht diese Kunst meisterhaft. Wiederholt hat sie den Kaiser auf die Pürsche im Jagdwagen begleitet, lediglich, um das vom Kaiser geschossene Wild zu photographieren. Während sich der Herrscher mit seinen Jagdgästen auf der Strecke befindet, fährt die Kaiserin in Begleitung des vom Kaiser nach Rominten befohlenen bekannten Tiermaler Professor Friese und Hünten dem Felde nach. Bei einem Abschluß angelangt, stellt die Kaiserin selbst das Objektiv ein, besorgt eigenhändig das Einlegen der Platten u. s. w., die eigentliche Aufnahme und später auch die Entwickelung der Platten, und was sonst noch bis zur Fertigstellung des Bildes notwendig ist. Die beiden Tiermaler skizzieren unterdessen das geschossene Wild. Ist das Welter trübe und naßkalt, so erwartet die Kaiserin das erlegte Wild tut Schloßpark, um es dort zu photographieren. Eine recht hübsche Aufnahme hat die Kaiserin im vergangenen Jahre gemacht. Zwei Kapitalhirsche hatten mit den Geweihen verkämpft, daß sie nicht wieder von einander los kommen konnten. Der stärkste Hirsch drehte nun bei den Befreiungsversuchen seinem Gegner den Kopf vollständig herum, daß das Tier auf der Stelle verendete. Förster gaben bei einem Gange dem noch lebenden Hirsch den Gnadenschuß und sandten dem Kaiser die abgeschnittenen Köpfe mit Geweihen zu, die von der Kaiserin ebenfalls photographiert wurden. Aber nicht nur Wild, sondern auch Baut.en und Schönheiten der Natur sind von der Kaiserin auf der Platte gefesselt worden. Nach Fertigstellung werden die Bilder zu stattlichen Albums vereinigt. Einzelne Doppelblätter werden auch zuweilen von der Kaiserin Wohlthätig- keitslotterien und Veranstaltungen ähnlicher Art zur Verlosung überwiesen. • Weimar, 2. Oktober. Auch die hiesige Waggonfabrik wird auf der Pariser Weltausstellung vertreten sein. An dem für die Ausstellung bestimmten Waggon wird schon seit längerer Zeit gearbeitet. Der Waggon hat eine Gesamtlänge von 23 Meter, etwa das Doppelte unserer gewöhnlichen Eisenbahnwagen, und läuft auf vier Achsen. Er wird mit dem Neuesten der einschlägigen Technik ausgestattet, erhält drei Abteilungen und zwar ein Abteil für die Post und je ein Abteil für erste und zweite Klasse. Gönner, dem „alten Albrecht", aus dieser geistlosen Beschäftigung, der sich seine rege Art nur mit Widerwille» fügte, herausgerissen zu werden. Ein Zufall führte den alten Künstler nach Wiesbaden. Er sucht seinen geliebten Schüler auf, gerät in großen Zorn, als er ihn als Lehrling in der Augenglasschleiferei vorfindet. Mit großer Mühe gelingt es ihm, das Ehepaar Knaus zu überzeugen, daß es eine Sünde wäre, die hohe Begabung ihres Sohnes hier verkümmern zu lassen. So kommt Ludwig in die Lehre zu einem Wiesbadener „Hofmaler". Der ganze, wenn auch nicht zu unterschätzende Nutzen dieser Lehrzeit war der, daß sich Knaus soviel Geld verdiente, um seinen Plan, an die Düsseldorfer Akademie zu gehen, ausführen zu können. In Düsseldorf arbeitete er in den Jahren 45 bis 52 im Atelier des Historienmalers Karl Sohn und später beim berühmten — aber pedantischen Wilhelm von Schadow; letzterem gelang es, den, ihm wegen seines nichts weniger als frömmelnden Styles unsympathischen, jungen Künstler von der Akademie zu vertreiben. Knaus, der durch Porträtmalen und Kopieren seinen Lebensunterhalt findet, beschließt kurzerhand, sich von dem Zopftum des akademischen Absolutismus zu befreien, und auf eigene Faust nach der Natur zu malen. , fn. . Von jetzt ab widmet er sich fast ausschließlich dem Studium des Volkscharakters und hat darin das seinem Talente entsprechende Arbeitsfeld gefunden. Er und Vautter werden auf diesem Gebiete immer unerreicht bleiben. Der heutige Naturalismus hat sich von der Darstellung des leu Freitag: lelkarpfen jede Woche peimal ein* rktjsu, ^oCtu, frt. W TcheWchr. : lebest Mr Mr W npfrn, Schleie«, Kale« ze vvd Prat-ScheUche, lmöpsi, Kieler MLliugr, Gießener Anzeiger General-Anzeiger GrscheNN »glich mit iuinabnK des Kenteg«. Di« Gießener ixrbtn bem Anzeiger wöchentlich viermal brigtkgL Oktober des Jahres 1829 zu Wiesbaden das Licht der Welt. Als der Sohn eines Optikers, der sich mühselig sein Brod verdiente, lernte er frühzeitig die Not des Lebens kennen. Schon als kleiner Bursche half er seinem Vater bei der Arbeit. Und es hätte nicht viel gefehlt, so wäre das keimende Talent bei der harten, eintönigen Glasschleiferei erstickt. Da war es ein Glück für den Knaben, dessen bildnerische Begabung schon zu Tage trat, daß der Vater nach Schwäbisch Gmünd feine Werkstatt verlegte und der elfjährige Ludwig daselbst einen guten Zeichenlehrer fand. Nun war der erste Grund zur künstlerischen Ausbildung Ludwigs gelegt. Und als der alte Knaus, seinem Wandertriebe folgend, nach mehreren Jahren wieder nach Wiesbaden kam, fügte es der Zufall, daß der „alte Albrecht , eine Wiesbadener stadtbekannte Figur, unter dessen schrullenhaften Manieren sich eine feine Künstlerseele verbarg, auf das Talent des Knaben aufmerksam wurde. Mit scharfem Blick erkannte dieser alte Maler in den noch ungelenken Zeichnungen des kleinen Knaus den werdenden Kunster und machte es sich zur Aufgabe, dieses Talent der Welt zu erhalten. Dem Optiker Knaus war es m feiner spießbürgerlich praktischen Lebensanschauung durchaus nicht erwünscht, daß sich der Sohn einem Berufe widme, dessen Bestrebungen und Ziele dem nüchternen Vater einfach unfaßbar waren. Es war ihm also wahrscheinlich recht erwünscht, daß der „alte Albrecht" Wiesbaden verließ und Ludwig auf diese Weise seinen Lehrer verlor. Und so sehen wir denn den Knaben wieder am Schleifstein in der väterlichen Werkstatt stehen. Wieder verdankt es da Knaus seinem früheren zThoi vondcrBch'bosssahk'. den feinsten. Petroleum- WM* Ichinidh ggäfe 5» LE" (t uirilE • Pose«, k2. Oktober. Der Fiskus beansprucht den inländischen Nachlaß, einen Wert von mehrerenMillionen,des kürzlich verstorbenen Majoratsherrn Grafen Raczynski, den ein entfernter angeblicher Verwandter auch beansprucht. Der Notar Orgler von hier ist zum Verwalter des Majorats Obersitzko deshalb eingesetzt. * Oldisleben, 2. Oktober. An dem Thatorte des Mordes fand Samstag nachmittag 3 Uhr ein Lokaltermin statt. Der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter aus Weimar, die Wachtmeisterei aus Heldrungen mit dem Mörder Hoffmann und die gerettete Frau Müller waren zur Stelle. Die tausendköpfige Menge stürzte sich in höchster Erbitterung auf den Mordbuben und brachte ihm schwere Verletzungen bei. Nur mit Mühe gelang es den Transporteuren, ihren Gefangenen den Händen der Angreifer zu entreißen und ihn in einem Privathause zu bergen. Hier vernähte ihm Dr. Rademacher seine klaffenden Kopfwunden. Da die erregte Menge drohte, den Mörder in die Unstrut zu werfen, wurde von einem Weitertransport einstweilen Abstand genommen und Hoffmann in einer Zelle des Rathauses untergebracht. Sonntag früh 7 Uhr erfolgte der Weitertransport ohne Zwischenfall. " Müschen, 2. Oktober. (Abgeführt.) DerKronstädter Zeitung" entnehmen wir folgende kleine Geschichte, welche einer Münchener Verlagsfirma ihre Entstehung verdankt: „Ein Arzt in Ofen-Pest, Dr. Tibor.....(der Familienname ist nicht genannt), bezog von der Verlagsbuchhandlung I. F. Lehmann in München die „Medizinische Wochenschrift", hatte aber oft über große Unregelmäßigkeit in der Zusendung des Blattes zu klagen. Er konnte sich, nachdem der Verleger ihn versichert hatte, daß jede Nummer pünktlich abgeschickt werde, diese regelmäßige Verspätung nicht erklären, bis er endlich auf der — Ädreßschleife den Grund alles Uebels entdeckte. Da stand nämlich groß und deutlich geschrieben: Herrn Dr. Tiberius..... in Ofenpest." Flugs ergreift er einen Gänsekiel, um dem vermessenen Verleger eine Lektion in magyarischer Sprache zu erteilen, und die Bestimmungen des bekanntlich durchgeführten segensreichen Ortsnamengesetzes zu Gemüte zu führen: er heiße nicht Tiberius, sondern Tibor, auch wohne er nicht in Ofenpest, sondern in Budapest, ebensowenig kenne er eine „Grüne Baum- gaffe", wohl aber habe er in der „Zöldfa-uteza" seine Wohnung! Man kann sich denken, welch tiefen Eindruck diese Strafpredigt auf Herrn Lehmann machte; der Aermste antwortete in seiner Zerknirschung: „Herrn Dr. Tiberius in Ofenpest. Mit Vergnügen habe ich aus Ihrer Karte ersehen, daß Sie die reklamierte Nr. 2 der Wochenschrift erhalten haben. Es war somit nur wieder eine der Nachlässigkeiten der ungarischen Post, unter der wir ja leider viel zu leiden haben. Was die Bemerkung betrifft, daß Ofenpest eine verstümmelte Schreibweise sei, so bedauere ich, ganz entgegengesetzter Meinung zu sein. Ofenpest ist die alte richtige Bezeichnung für die von Deutschen gegründeten Städte, und es liegt für uns gar kein Grund vor, an diesem Namen etwas zu ändern. Sie werden sich schon wieder daran gewöhnen müssen. Ergebenst I. F. Lehmanns Verlag, München." Diese echt deutsche Antwort empfehlen wir bei ähnlichen Anlässen zur Nachahmung. * Würzburg, 3. Oktober. In der landgerichtlichen Frohnfeste hat sich gestern der Untersuchungsgefangene Philipp Sevin von Mellrichstadt erhängt; er sollte am Dienstag vor dem Schwurgericht wegen Meineid verhandelt werden. * Mannheim, 2. Oktober. Im hiesigen Rheinhafen ist der Schiffsbesitzer Georg Zimmermann aus Eberbach ertrunken. Seine Leiche wurde heute früh geländet. * Gebweiler,3. Oktober. Die Reblauskommission hat bei ihren diesjährigen Untersuchungen, die jetzt eingestellt wurden, im ganzen 13 neue Herde, meistens in der Umgegend von Rufach, entdeckt. Als hauptsächlich verseucht gelten die Weinberge in der Richtung nach Pfaffenheim. " Reichenbach, 2. Oktober. Von der Göltzschthal- kerngesunden Bauernstandes fast ganz abgewandt, er liebt das Blasse und Krankhafte; von der harmlosen Naivetät der Realisten alter Schule mag er nichts wissen. Was die geleckten und öden Genrebildchen betrifft, die in tausenden von Exemplaren den Markt überschwemmen, so muß man den heutigen Anschauungen von Kunst und Kunstgefühl beipflichten. Die Werke eines Knaus aber haben mit solcher Dutzendware nichts zu thun. Sie sind Aeußerungen einer genialen Künstlerindividualität und entsprechen, wenn sie auch die alte Manier nicht verleugnen, den Anforderungen, die man heute an ein Kunstwerk stellt. In seinen ersten Bildern, u. a. Bauerntanz (1850), der Spieler (1851), Leichenbegängnis im Walde und Jahrmarktdieb (beide 1852), macht sich der Einfluß Düsseldorfs in seiner schweren und düstern Färbung unverkennbar geltend, aber seine Pariser Reise, die, anfangs nur auf wenige Wochen berechnet, sich zu einem daüernden Aufenthalt von acht Jahren ausdehnt, bringt ihn in Berührung mit der farbenfrohen Kunst der Franzosen; freilich verlieren in dieser Epoche die Gestalten seiner Bäuerinnen ihren Hauptvorzug und muten uns fast wie zarte Pariser Salondämchen in deutscher Bauerntracht an. Dafür tritt ein köstlicher Humor in seinen Bildern zu Tage. Zu voller Würdigung gelangte Meister Knaus erst, als er den Pariser Salon mit seinem Bilde „Morgen nach einem Landfeste" beschickte. Obzwar schon vorher allgemein in Deutschland beliebt, zählte man ihn von jetzt ab zu den internationalen Größen. Den glänzenden, lebensfrohen Tagen des zweiten Kaiserreichs entsprechend, entstanden in jener Zeit meist heitere Bilder. So, um nur eines zu erwähnen, die „Kartenspielenden Schusterjungen". Auch an brücke bei Mylau ab gesprungen ist gestern früh ein etwa 23jähriger Kontorist Namens Scharf, gebürtig aus Reichenbach. Der Selbstmörder war natürlich sofort tot. Was ihn zu dem entsetzlichen Schritte veranlaßt hat, ist unbekannt. * Hamburg, 2. Oktober. Ein entsetzliches Eisenbahnunglück ereignete sich, wie wir gestern schon kurz telegraphisch meldeten, Montag abend kurz vor 9l/2 Uhr auf dem Klosterthor-Bahnhof: Ein Zug brachte aus dem Norden 288 Rekruten, für Diedenhofen und Metz bestimmt. Die Rekruten wurden durch 3 Offiziere und 29 Unteroffiziere geleitet; auf dem Klosterthor-Bahnhof befanden sich Mannschaften der 76 er, die die Rekruten zum Benloer Bahnhof überführen sollten. Von dort aus sollte noch in derselben Nacht die Weiterfahrt angetreten werden. Um 9 Uhr 21 Minuten lief der Militärzug in den Bahnhof Klosterthor auf dem Bahngeleise 2 ein. Da den Bahnbeamten und auch den Offizieren bekannt war, daß bereits um 9 Uhr 26 Min. der Personenzng von Blankenese eintreffen würde, war den Rekruten das Aussteigen verboten worden, doch bekümmerte sich ein großer Teil nicht darum, sondern verließ dieWaggons. Während sie ahnungslos mit dem Herausholen ihres Gepäcks beschäftigt waren, teilweise aber anch neben dem Zuge auf Gleis 1 Aufstellung genommen hatten, lief der Blankeneser Personenzug auf Gleis 1 in den Bahnhof mitten in die Menschenmasse hinein! In das Weh- klagen der unglücklichen Opfer mischte sich der Schrei des Entsetzens der Zeugen dieses Unglücks. Der größte Teil der letzteren stand Anfangs starr und vor Schrecken wie gelähmt da. Die Ersten, die bewiesen, daß sie vor keiner Gefahr zurückbeben, waren die auf dem Bahnhof postierten 76er. Wie auf Kommando wußte jeder, was er zu thun hatte. Als der Lokomotivführer die Maschine seines Zuges zurückgebracht hatte, eilten die Soldaten sofort ihren Kameraden zu Hilfe, trugen sie in die Wartesäle und sorgten dafür, daß telephonisch ärztliche Hilfe herbeigeschafft wurde. Aerztc und zahlreiche Mannschaften vom Roten Kreuz und die Sanitätskolonne der Feuerwehr waren bald am Platze. Während die Aerzte den vom Geleise fortgetragenen bedauernswerten Verwundeten, die durchweg Brüche und Qetschungen der Beine und der Arme erlitten hatten, den Nolverband anlegten, wurden von allen Wachen und Krankenhäusern Transportbahren und -Körbe herbeordert. Ein junger Mann, dem die Räder des Zuges beide Beine dicht am Unterkörper abgeschnitten hatten, war auf der Stelle tot. Nach der amtlichen Meldung sind im ganzen 7 Mann schwer und 23 leicht verwundet. Die Verletzten sind: Volquart Matzen aus Tahden bei Hademarschen (Oberschenkel- und Rippenbruch), Peter Wilhelm Gesch aus Linden bei Hennstedt (Bruch der sechsten Rippe), Thomas Kuehl aus Osterroenfeld bei Rendsburg (Zermalmung des linken Unterschenkels), Paul Sieberi aus Kiel (Bruch des rechten Oberschenkels und Beckenfraktur), Hinrich Boege aus Retzel bei Quickborn (Bruch des rechten Oberschenkels), Hans Haakc aus Duderstadt bei Rendsburg (Kontusionen), Johann Bielefeldt aus Prenzelmoor bei Rendsburg (Bruch des rechten Unterschenkels), Hermann Claussen aus Lunden bei Heide (Zermalmung des rechten Fußes), Paul Stiffel aus Leutipannsdorf, Schlesien, zuletzt in Itzehoe (linksseitiger Untcrschenkelbruch), Max Heinrich Schrun aus Altenfähre bei Heide (Kontusionen), Hermann Gertz aus Tönning (Kontusionen), Wilhelm Heesch aus Cleve, Norderdithmarschen (Kontusionen der rechten Brusthälfte), Schröder aus Sofienhof (Bruch des rechten Oberschenkels und Kontusionen), Johannes Bargmann aus Sieh! bei Elmshorn (Kontusionen und Gehirnerschütterung), Heinrich Bünz aus Niendorf bei Hohenwestedt (Stirnverletzung). Matzens, Kühls und Sieberts Zustand ist lebensgefährlich. Nach einer andern Darstellung soll an dem Unglück eine falsche Auskunft eines Bahnbediensteten schuld sein. Als der Zug mit dem Militärtransport auf dem Klosterthor-Bahnhof eingelaufen war, fragte der kommandierende Offizier einen Beamten, ob das Nebengeleise frei bleibe. Die bejahende Antwort veranlaßte den Befehl an die Rekruten, auszusteigen und das Gepäck an sich zu nehmen. Kaum hatten diese auf freiem Geleise Aufstellung genommen, da fuhr der von Blankenese kommende Zug ein. Die Rekruten flüchteten nach beiden Seiten und kamen zwischen die Tunnelwand und den einfahrenden Zug. Sie wurden von der Lokomotive seitwärts erfaßt und weiter geschleift. — Zur Untersuchung hat sich der vortragende Rat im Reichs-Eisenbahnamt Geheime Ober- Baurat von Misani sofort an Ort und Stelle begeben. Bamberg, 2. Oktober. Einem zur Reserve entlassenen Infanteristen, der etwas angeheitert war, wurde in einer hiesigen Wirtschaft das Badezimmer als Nachtquartier eingeräumt. Der Mann öffnete im Dusel den Gashahnen am Badeofen und wurde am Morgen erstickt aufgefunden. * Pest, 1. Oktober. Auf Requisition der Militärbehörde wurde heute der Oberleutnant Rudolph Rublein verhaftet, der in den Stand des 50. Infanterieregiments gehörte. Er hatte bedeutende Schulden kontrahiert und kam deshalb schon vor zwei Jahren in eine ehrenrätliche Untersuchung, wurde aber freigesprochen. Da äußeren Ehren fehlte es ihm nicht, denn er erhielt bei der Pariser Weltausstellung von Kaiser Napoleon persönlich die große Ehrenmedaille. Von Paris aus unternahm er eine Studienreise nach Italien. Obzwar er sich im gelobten Lande der Künste durch ein volles Jahr aufhielt, tritt der Einfluß Italiens in seinen späteren Arbeiten nicht zutage, da zu seiner Zeit seine künstlerische Entwickelung bereits als abgeschlossen betrachtet werden muß. Nach der Rückkehr aus Italien entstanden die beiden Hauptwerke seines Pariser Aufenthalts — die goldene Hochzeit 1858 und die Taufe 1859 — das Jahr darauf verläßt er Paris. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in seiner Vaterstadt übersiedelte er nach Berlin. Hier vollendete er das bereits zu Paris begonnene, populär gewordene Gemälde „Der Taschenspieler auf dem Lande", hier schuf er seine „Geistliche Ermahnung", durch eine Tyroler Sommerfahrt angeregt, hier entstand die ergötzliche „Wohnstube", und noch viele, viele andere Meisterwerke, die die charakteristischen Vorzüge unseres Knaus auf der Stirn tragen. Aber trotzdem seine Thätigkeit in Berlin mit Erfolg gekrönt war, und er in hervorragendem Maße Auszeich nungen und Anerkennungen genoß, verlegte er seinen Wohnsitz nach Düsseldorf. Dort, auf der Stätte seines ersten Wirkens, entstand sein bedeutendstes Werk, eine Perle der Genremalerei. Es befindet sich in der Berliner Nationalgalerie. Bei einem Gartenfestmahl der Rokokozeit wurden die Kleinen, abseits von der Tafel der Erwachsenen, an ein „Katzentischchen" gesetzt und „wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen". Dies ist auch der Titel der Rublein von den Wucherern kein Geld mehr erhielt, verlegte er sich auf Schwindeleien, indem er Bicycles und andere Effekten auf falsche Wechsel bezog. Als nun fein Regiment vor einigen Monaten zu den Manövern ging, desertierte Rublein. Vor drei Tagen erschien er im Cafö Margit.Park in Ofen und schloß sich einer Gesellschaft von Offizieren an, welche ihn nicht kannten. Er benahm sich jedoch so auffällig, daß die Offiziere Verdacht schöpften und ihn aufforderten, mit ihnen aufs Platzkommando zu gehen, um sich zu legitimieren. Rublein willigte ein und nahm mit zwei Offizieren in einem Wagen Platz. In der Nähe des Cafö Europe sprang er aber plötzlich aus dem Wagen und versuchte zu fliehen. Die Offiziere folgten ihm, und mit Hilfe eines Detektives wurde Rublein schließlich in einem Haushofe zwischen Kisten versteckt aufgefunden. Er wurde verhaftet und sofort dem Garnisongerichte eingeliefert. * Stockholm, 2. Oktober. Die kürzlich aufgefundene A^ndreesche Boje wurde gestern hier geöffnet. Man stellte in Anwesenheit mehrerer Sachverständiger und Minister fest, daß die Boje die sogenannte „Nord- Polboje" ist, welche beim Passieren des Nordpols ausgeworfen werden sollte. Die Boje wird weiterhin mikroskopisch untersucht werden. * Belgrad, 2. Oktober. Vom „Sjentza Polje" werden wieder häufige Morde gegen Christen gemeldet. So wurde in Sjenitza der angesehene serbische Grundeigentümer Tuja Posaditsch ermordet und mehrere Nachbarn wurden verwundet. Sie mußten wegen Drohungen der Arnauten nach Serbien flüchten. * Bestervik, 2. Oktober. Gestern abend ging ein großer Ballon mit zwei Insassen bei dem Dorfe Vestrum nieder. Er war am Samstag Morgen von Paris aufgestiegen. Kirche und Schule. Eisenach,2.Oktober. Die Lehrer der thüringischen Staaten sind unausgesetzt auf ihre Weiterbildung bedacht. Das beweisen die Bemühungen der Lehrerkretse, UnioersitStS- profefforen zur Einrichtung von Fortbildungskursen zu gewinnen. Gesichert find solche Kurse ffür Jena, Erfurt, Goth«, Eisenach und Mühlhausen. Selbstverständlich beteiligen sich an diesen Vorlesungen auch die Lehrer der näheren und wetteren Umgebung der genannten Orte. In Gotha und Mühlhausen liest Proseffor Dr. Rein, in Eisenach voraussichtlich Profeffor Encken. Daß auch für die Hildburghäuser und Koburger Gegend Fortbildungskurse vorgesehen sind, ist untern Lesern bekannt. Gotha, 2 Oktober. Der außerordentliche Professor an Iber Universität Jena Dr. W. Ltebenam ist als Oberlehrer am hiefigen Gymnasium angestellt worden. — Im Alter von 55 Jahren ist am Sonntag der Oberschulrat Professor Dr. Christian Rauch, der Chef des gesamten Schulwesens im Herzogtum Gotha, nach kurzer Krankheit gestorben. Aus Rheinland-Westfalen wild gemeldet, daß dort gegenwärtig eine Bewegung zur Aenderung der Schulferien im Gange ist, die in der Hauptsache eine Verlegung der „großen" also der Sommer- oder Hervstferien auf einen früheren Zeitpunkt bezweckt. Eine Anzahl angesehener und unabhängiger Kölner Bürger hat einen Aufruf zur Unterzeichnung einer Eingabe an die Oberprästdien erlassen, worin befürwortet wird, die fünfwöchentlichen Ferien etwa Mitte Juli beginnen zu laffen, die dreiwöchigen Osterferien, mit denen man doch nichts Rechtes anzufangen weiß, um acht Tage, die vier- zehntägigen Weihnachtsferien um einige Tage zu kürzen und die fünftägigen Pftngstferien um einige Tage verlängern. Es blieben dann noch etwa acht Tage von insgesamt rund 11 Wochen Ferien übrig, die die Schulen im Jahre haben sollen, und man könnte diese den Schülern vor Beginn des Winterhalbjahres gewähren. Begründet wird diese angestrebte Aenderung mit der Beeinträchtigung der Lernfähigkeit der Schüler in der eigentlichen Hochsommerzeit, wo auch die Gesundheit der Kinder durch den Schulaufenthalt und die Schulaufgaben leidet, durch die Schwüle der langen Tage und kurzen Nächte. Mteratur. — Die Kunst und die Wissenschaft im Dienste des praktischen LebenS. Der große, nach manchen Richtungen erstaunliche Fortschritt unserer Zeit zeigt sich namentlich in der Zeitschriften- Litteratur. Man vergleiche einmal einen alten Band der „Gartenlaube" aus den sechziger Jahren mit der Zeitschrift „Am deutschen Heerd", von der soeben die erste Nummer ausgegeben wurde. Abgesehen von der Fülle des Gebotenen für den geringen Preis von wöchentlich ca. 10 Pfg. sehen wir hier, wie es diesem Unternehmen durch die Verbindung von bret Zeitschriften („Neues Leben", „Am deutschen Heerd" und reizenden Komposition, die an entzückendem Humor ihresgleichen sucht. Dieses Bild ist die Krone jener vielen entzückenden Kinderszenen, die der Pinsel unseres Meisters geschaffen, und die in ihrer tändelnden Grazie ein Gegenstück zu seinen knorrigen Bauern bilden. Sich seiner Meisterschaft auf dem Gebiete der Kinderpsychologie wohl bewußt, schuf Knaus während seines Düsseldorfer Aufenthaltes, und auch später, als er 1874 jenem ehrenden Rufe zur Uebernahme eines Meisterateliers an der Berliner Kunstakademie folgte, eine Reihe genialer Kinderszenen, wie z. B. „Gänsemädchen in tausend Aengsten", „Der genügsame Weltbürger", „Kinderreigen". Dabei vernachlässigte er durchaus nicht das zweite Feld seiner Künstlerthätigkeit: die hessischen Bauerntypen, wie sie uns unter anderem in „Leichenbegängnis in einem Dorfe", „Die Beratung Hauensieiner Bauern", „Die Hoheit auf Reisen" entgegentreten. Seine Produktivität wird nicht gehemmt durch die anstrengende Lehrthätigkeit; doch so sehr auch die Bilder des Meisters durch das Studium der alten Holländer an koloristischer Wirkung gewinnen, und so geistvoll auch die Zeichnung an und für sich sein mag, so wird der Beschauer doch verstimmt, weil die Absicht des Künstlers, witzig zu wirken, bei diesen späteren Bildern besonders hervortritt. Seine früheren Arbeiten aber wirken unmittelbar und natürlich; sie sind Aeußerungen einer genialen Künstlerpersönlichkeit. Ganz besonders sind es seine Kinderszenen, die eine Brücke schlagen zwischen jung und alt, zwischen heute und gestern. Und so kann auch der Modernsten einer ohne jede Heuchelei von Ludwig Knaus sagen: „Er ist ein großer, ein echt deutscher Künstler!" Etüge r S" äÄoä der Dunst '" V,„d' ,8m drutlch^den Leb- !nb f«* Ich 3„fltiungen nach Gesetze des hcimnF E sthern, um des NftLfcfiaft, da S einer ffl* und ^des Ltsns tvachrn 8e Illustrationen v°» Itrnwg von D treßl'che W „ w ÄsoJahrenvE^ Mi jenen Zeist^' 10 Ufo 1 Lus u die ihre ganz bestimmten A lassen wird. , Hochverdient hat sich macht durch die sroßaMge, mtde Kollektrvausstelft Men Charakter und ihre ordentlich viel dazu beitrag von hohem Zdealismus bese um feine barocken Neuerung große, welche die Laune des fton kann, sondern um eil spiegelt, die sich selbst treu Hellen Regeln wie von mobe: Der Spiegel, welcher d würbe, gehört zu ben klarster In bem kleinen Oberin mittags bis 6 Uhr abends d non liebevoll Schauenden. ' die sich mit einem flüchtigen wollen, sind diele Mer w Die Krönung der Th abend im Saalbau geholte, aus Heidelberg, der wie' inneren Lebensbedingungen seiner Künstlernatur eingei sich natürlich nicht in h langen geistigen und persö prelation, wie sie Profe Thomas einem Hörerkreis, zusammechtzte, bot, ist an umsassenden Gesichtspunkte von den persönlichen Schirk/ /einer ganzen geistigen Per/, Teil ben etil Thomas. £ 9e&en- N stch bei Zfjoaa t d^ch die Phantasie in vo. M?kterifiert sich nach drei t heulichl-.il, das uns aus (tim Jn hm Zusammenhänge d« lWMg des Details, an w Milcher Einheit besangene btt Hm stets nur im Sinn. ,'st das Charakter schen verbindet. Das zwe die Typisierung der Eriche verträgt sich nun aber diese E den, intimen VerhDn Haltnis >st eben das der L äÄ?*« Ä“ unf“,"*n P-n°d «.nbunt b " bi Bunner barK ül®^ntu[)ieu"Oud)e, L -bs; Huie. -r der thürta-ischeo Weiterbildung be= n Lehreckeise, UniortsM- tbtlbungStuiUn zu W äma, J'bUä) dttrMMßL «n bUVn en unb rodln en Umgtbrag MWrulm liest Prostßor vrosestor Enckm. D«ß auch Segenb ForMbuvgskmIt m- rorbmlliche Proseffor an |btr btnam ist als Oberlehrer ootbtn. - 3m Älter von itrifiulrat Profrffor des gesamten Schulwesens im Ht gestorben. Kd gemtlbet, daß dort gegen- ung der Schulferien im Beilegung btt „großen' alfo i fiüfaen äciigunlt beimedt- ger Kölner Sürger hat einer mbie OdnyrWimeüastw, Mchen Serien etwa Mir im Ostuirckm, M vmm ,6%, um achl Lage, ble vin- i6e Lage zu «llhm und die taat verlängern. Es blieben (amt tunb 11 n sollen, und man kdnnte diese albjabres gewähren. BegruM der BeeintrSchtsgung der Lern- m Hocdsommerzett, wo «uch °^e chutaufenthalt und ble SW langen T-ge und kurzen 1 hi» S?4"» " be« $an """ i'i» » 8hg, $ 11611 Setel6”16 “inten. Ä »in aufs Plakknm^opftru Rublein S üt, nb0 W 7 »Nb r über hijMjx btt . LZ-"L ^^isongerichte ein. geöffnet Man ®aÄ«V>rt' H »*12: Lgesehm M ■9e9 $2 oon wöch-ntlich au engen Vre15 ' x Serbmb« deutsch-" ______ fein« «ahl i-»A A fM, eiuei “i( h/mk (*'trot 1 B. h'3,w ',, Chnbtt5 >ie 8#' in t'«1B Leichs? ®ie t*1 . hllrd) bic aN' genial«’Ä, > f fei’1 ftd “ unb al'- ' ,,»« ’Jler»*!»# lÜOPltI ■ ^Heitere Welt") gelungen ist, eine Harmonie durch Vereinigung von Wort und Bild, von Wissenschaft und Leben im Dienste menschlicher Wohlfahrt herzustellen, von dessen Herrlichkeit man vor 30 Jahren nichts geahnt hat. In der Gartenlaube führte Prof. Bock als Vertreter der Naturwissenschaft das Szepter. Von einer Verbindung der Natur und der Kunst im höheren Sinne war hier keine Rede. „Neues Leben" und „Am deutschen Heerd" wollen dadurch zum „Träger einen neuen, Glück und Segen bringenden Lebensanschauung werden, daß sie das menschliche Dasein in allen seinen Tiefen und Höhen darstellen, den Leser nach allen Richtungen in die Wunderwelt der Natur und in die Ge» Heimnisse der Gesetze des wirtschaftlichen Lebens und der praktischen Lebenskunst einführen, um die gewonnenen Geistesschätze in den Dienst des täglichen Lebens zu stellen In den genannten Zeitschriften werden Kunst und Wissenschaft, das Schöne mit dem Praktischen, Unterhaltung und Belehrung in einer Weise miteinander verbunden, welche daS ' Interesse des Lesers wachruft. „Am deutschen Heerd" bietet eine solche Fülle Illustrationen von den hervorragendsten Künstlern, eine so vortreffliche Ergänzung von Bild und Wort, daß diese Zeitschrift als ein Familienblatt ersten Ranges bezeichnet werden kann Es ist in der That ein überraschender, anzustaunender Fortschritt, der sich hier innerhalb 30 Jahren vollzogen hat. Niemand sollte es versäumen, ein Probeheft mit jenen Zeitschriften, welche sich, wie bereits gesagt, wöchentlich auf ca. 10 Pfg. stellen, in der nächstgelegenen Buchhandlung kostenlos in Empfang zu nehmen. In Bezu auf Qualität oder Umfang erhalten hier die Leser fast das dreifache was früher geboten wurde. Kunst und Wissenschaft. Frankfurt a. M., 3. Oktober. Es ist kein Fest für die breiten Schichten des Volks, die sich durch ein paar Schlagworte für eine Persönlichkeit oder eine Sache interessieren lassen, sondern eine kleine, stille Feier für den Kreis ernst und tief empfindender Männer, und Frauen, die ihre ganz bestimmten Bahnen zieht und auch ihre Lichtspuren hinterlassen wird. Hochverdient hat sich vor allem der Kunstsalon Schneider gemacht durch die großartige, vom feinsten historischen Verständnis dirigierte Kollektivausstellung der Werke Thomas, die ihrem universellen Charakter und ihrer geschmackvollen Anordnung nach außerordentlich viel dazu beiträgt, das Verständnis für diese echt deutsche, von hohem Idealismus beseelte Kunst zu fördern. Hier handelt es sich um keine barocken Neuerungen, keine sensationellen Effekte, keine Modegröße, welche die Laune des Tages, die sie erhoben, ebenso schnell wieder stürzen kann, sondern um ein Lebenswerk, in dem sich eine Persönlichkeit spiegelt, die sich selbst treu geblieben ist, gleich unbeirrt von rraditio- nellen Regeln wie von modernen Programmen. Der Spiegel, welcher der Natur durch Hans Thoma vorgehalten wurde, gehört zu den klarsten und wahrsten. In dem kleinen Oberlichtsaal am Roßmarkt, der von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends dem Publikum offen steht, wird es nicht leer von liebevoll Schauenden. Denn für die große Menge der Neugierigen, die sich mit einem flüchtigen Blick ihren Genuß und ihr Urteil verschaffen wollen, sind diele Bilder nicht, in welche man sich hineinfühlen muß. Die Krönung der Thoma-Feier bildete der am gestrigen (Montag) abend im Saalbau gehaltene Vortrag von Professor vr. Heinrich Thode aus Heidelberg, der wie kein anderer unter den Zeitgenossen in die inneren Lebensbedingungen des Thoma'schen Kunstschaffens, in die Gesetze seiner Künstlernatur eingedrungen ist. Ein solches Verständnis erwirbt sich natürlich nicht in kurzer Frist, es entsteht nur auf Grund einer langen geistigen und persönlichen Lebensgemeinschaft. Eine solche Interpretation, wie sie Professor Thode von der Seh- und Malweise Thomas einem Hörerkreis, der sich aus der geistigen Elite Frankfurts zusammensetzte, bot, ist an und für sich auch eine Kunstthat. Der von umfaffenden Gesichtspunkten ausgehende Vortrag, der, ohne ein Wort von den persönlichen Schicksalen des Künstlers zu sagen, doch den Abdruck seiner ganzen geistigen Persönlichkeit enthielt, entwickelte in seinem letzten Teil den Stil Thomas. Die Möglichkeit eines solchen ist dadurch gegeben, daß sich bei Thoma das Schauen der Natur und das Gestalten durch die Phantasie in vollendeter Harmonie befinden. Sein Stil charakterisiert sich nach drei wesentlichen Punkten. 2>as Bild einer Einheitlichkeit, das uns aus seinem Schaffen entgegenleuchtet, ist begründet in dem Zusammenhänge des Naturganzen. Eine scheinbare Vernachlässigung des Details, an welches die in traditionellen Regeln organischer Einheit befangene Kritik häufig anzuknüpfen liebt, findet sich dei ihm stets nur im Sinne des wesentlichen. Es ist das Charakteristische, das sich mit der Einheit deS Organischen verbindet. Das zweite, was entscheidend in seinem Stil ist, ist die Typisierung der Erscheinungen alles dessen, was er bringt. Wie verträgt sich nun aber diese Erhebung des Individuellen zum Allgemeinen mit dem intimen Verhältnis des Künstlers zur Natur? Dieses Verhältnis ist eben das der Liebe und diese läßt ihn auf das Wesentliche, auf die Seele dringen. Niemals verlieren wir uns bei ihm in die Details der Natur. Drittens: die Art und Weise, in der uns alles gezeigt wird, ist die der Vollendung. Auch bei Thoma treffen wir den sich nur in großen künstlerischen Perioden äußernden Zug, daß die Technik so als Dienende auftritt, daß wir das Augenmerk gar nicht auf sie lenken. Durch die Vollendung des technischen Vermögens im Dienst der höheren Idee sind Hans Thomas Werke das, als was sie uns entgegentreten, Naturerscheinungen selbst, die das Recht ihrer Existenz in sich tragen. Auf der höchsten Stufe fallen persönlicher und allgemeiner Stil zusammen. Seine Kunst ist thatsächlich eine neue Weltschöpfung. Durch ihn werden wir in einen ganz anderen Zusammenhang mit den Erscheinungen gebracht, denn wie er die Welt der Erscheinungen auffaßt, gibt er uns zugleich ein Bekenntnis inneren Lebens. Dr. Th ödes „Vortrag", der für Thoma ähnliches leistet wie s. Z. die Schrift Nietzsches „Die Wiedergeburt der Tragödie aus dem Geist der Musik" wird durch Drucklegung noch der Teilnahme weiterer Kreise zugeführt werden. (D. T. A.) Berlin, 2. Oktober. Der internationale Geographen- Kongreß nahm in den Gruppenberatungen den Antrag Penck, die Regierungen zu ersuchen, für den nächsten Kongreß Vertreter zu entsenden, mit denen über die Schaffung eines internationalen kartographischen Instituts zu verhandeln sei, ferner den Antrag Neumayr, auf Entsendung einer Expedition zur Ausfindung von Spuren Leichert's und endlich den Antrag Gerland auf Errichtung eines internationalen Systems von Erdbeben-Stationen an. Professor Neovius aus Finland legte einen Atlas vor, der bahnbrechend zu wirken bestimmt ist, indem er über alle materiell bisher auf den Atlanten nicht berücksichtigten Fragen Auskunft gießt. Die Ausführungen des Redners wurden lebhaft begrüßt. Inzwischen füllten sich das Haus und die Tribünen Kopf an Kopf und man bereitete Nansen stürmische Huldigungen. In rein wissenschaftlicher Form schilderte er die Eigenschaften des Polarmeeres, seine tiefe Temperatur und seinen Salzgehalt an der Hand von Tabellen, die er an Bord des „Fram" aufgestellt hatte. Das Polarmeer sei ein Binnenmeer, durch submarine Bergrücken vom Atlantischen Ozeane getrennt, rings von Strömungen umkreist, die teils als Fortläufer des Golfstromes, teils der sibirischen Flüsse, teils des Behringstromes gälten. Redner beschreibt das Verhalten der einzelnen Strömungen bei Spitz bergen, Grönland und Island, ihre Tiefenlagen, ihre Wirkungen jauf die Wassertemperatur, auf das Klima und auf die Eisbildung, und betont schließlich, wie groß noch die Lücken des Wlffens auf diesem Gebiete seien, und wie zu hoffen sei, daß andere Leute die Lücken bald ausfüllen würden Der zweite Vorsitzende, v. Steinen, dankte Nansen und wies darauf hin, daß mancher vielleicht anderes erwartet habe, als die Vorführung von Ordinalen und Abscissen; aber gerade das begeisterte für Nansen, daß er nicht aus Abenteuersucht, sondern für diese Ordinaten und Abscissen sein Leben eingesetzt habe. Die Ausführungen Nansens wurden mit stürmischen Hochrufen begleitet. P. Giovanni Segantini. Erst 41 Jahre alt, starb zu Pon- tresina an einer Unterleibsentzündung, Giovanni Segantini. — Segantini ist wohl nicht nur einer der bedeutendsten Maler des modernen Italiens, sondern einer der größten Künstler der Jetztzeit überhaupt. Sein Leben gleicht einem Romane. Vom Schweinehirten über die Kunstschule Mailands weg, hat er sich zu seiner Künstlergröße durchgerungen. Ein kurzes Programm und doch: wie viele Entbehrungen, Kämpfe, Enttäuschungen wird es in sich schließen. Als Ausländer hat Segantini, der deutschen Art gemäß, sich vielleicht schneller unsere Gunst errungen wie es einem bedeutenden Einheimischen gelungen wäre, aber diese Anerkennung war voll und ganz verdient. Im Gebirge in abgeschiedener Einöde soll Segantini als Kind die Schweine gehütet haben und das Hochgebirge, besonders die Dolomiten und der Engadin sollen immer fein liebster Aufenthaltsort geblieben fein. Der rauhe Gipfel des Hochgebirges mit feiner dürftigen Vegetation, seiner Einsamkeit und Spröde und seiner hehren Größe ist jedenfalls von ihm immer wieder als Hauptmotiv für seine Gemälde benutzt worden. Seine punktierende Malweise wird von vielen als das eigenartigste an ihm bewundert; ich meine, die Art, wie er diese feine Technik nicht zur Effekthascherei benutzt, sondern nur als Mittel, um die Natur einfach und groß darzustellen, die dünne kalte Luft auf dem Hochgebirge fast greifbar wieder zu geben — ist viel größer. Er hat zuerst der süßlichen Malerei im modernen Italien den Kehraus gemacht. Seine „Kindsmörderin", sein „Hirt auf dem Hochgebirge" und das herrliche Gemälde von ihm in der Berliner Gallerie zeichnen sich alle durch raffinierte Technik, durch Schlichtheit und Größe der Auffassung aus und gehören zu dem bedeutendsten, das uns die Ausstellungen der letzten Jahre gebracht haben. Die Münchener Sezession stellte im vorigen Jahre ein Portrait von ihm aus, das ebenfalls sofort durch lebendige, kraftvolle Charakteristik und die breite Pinselführung auffiel. Mit Segantini ist eben einer der wenigen Künstler von uns geschieden, die es verstehen, mit männlicher Kraft ihr Werk zu gestalten und doch ihr „Ich" völlig hinter demselben zurücktreten zu lassen. Landwirtschaft. * Darmstadt, 2. Oktober. Der diesjährige Herbstpferdemarkt dahier findet vom 9. bis 12. Oktober statt. Das Auskunftsbureau ist geöffnet von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags, während des Marktes den ganzen Tag über. Auskunft erteilen Bureausekretär W. Kaiser und Platzkommissär M. Vogel. Die Anmeldung zur Prämiierung hat im Ausstellungsgebäude am Sonntag, 8 Oktober, nachmittags von 3 bis 4>/z Uhr, und Montag, 9. Oktober, vormittags von 8 bis 9 Uhr stattzufinden. Montag, 9. Oktober erfolgt von vormittags 9 Uhr ab Ankauf der Tiere zur Verlosung und Vorführung der Tiere zur Musterung und Prämiierung. Um 3 Uhr nachmittags findet die Preisverteilung auf dem Markplatze vor dem Ausstellungsgebäude statt. Sandet und Uerkehr. Volkswirtschaft. Frankfurt, 3. Oktober. Auf dem gestrigen Viehmarkt standen zum Verkauf: 420 Ochsen, 33 Bullen, 700 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 271 Kälber, 558 Schafe und Hümmel unb 1678 Schweine. Gegen den letzten Hauptmarkt waren 28 Ochsen mehr, dagegen 3 Bullen und 48 Kühe und Rinder weniger, zusammen 23 Stück Großvieh, weniger angetrieben. Der Markt war gut besucht; es entwickelte sich ein gute# Geschäft und bei Marktschluß verblieb nur ein unbedeutender Ueberstand. Erhebliche Preisänderungen gegen den Vormarkt traten nicht ein, Ochsen und Kühe fliegen um 1 Mk. pro 100 Pfund Schlachtgewicht, während Bullen ihren Preis hielten. Aus Oesterreich standen 124 Ochsen unb 1 Kuh zum Verkauf. Nach auswärts ging das Geschäft ziemlich lebhaft. ’tfa 300 Stück wurden per Bahn verladen; zu Fuß wurden über 400 Stück abgetrieben. Das Geschäft in Kälbern ging gut. Die Preise blieben unverändert. Das Hammelgeschäft ging mittelmäßig, es verblieb ein ziemlicher Ueberstand. Hämmel besserer Qualität gingen um 1 Pfg. pro Pfund Schlachtgewicht zurück, in mittlerer Qualität um 2—3 Pfg. Der Umsatz in Schweinen war gut, trotzdem war ein Preisrückgang von 1 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht bemerkbar Die Zufuhr in Schweinen betrug 1 Waggon und 15 Doppelwaggons. 2 Schweine kamen verendet an und wurden der Wasenmeisterei überwiesen. 12 Tiere hatten auf dem Transport Schaden gelitten und mußten bei Ankunft abgeschlachtet werden. Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen: H'rrengarderobehändler Max Seidel, Berlin; Holzwarenfabrikanten Albert und Max Weiblen, Blaubeuren; Krämer Job. Leser, Oberwiukling (Bogen); Geldachrankfabrikant Georg Heinr. Steinforth, Bremen; Geachw. Jak., Karl und Elisab. Ledure, Schemerich (Busendorf); Posamentier Rich. Schulz, Frankfurt a. 0.; Kaufmann Eduard Santelme, Fulda; Handelsfrau Karl Klein, Kotthausen (Gelsenkirchen); Leinenhändler Jak. Indervoort, Krefeld; Kaufmann Bendix M. Tadsen, Lunden; Kaufmann Robert Oehmichen, Mansfeld; Bäcker Jos. Metzger, Sondernach (Münster i. Els.); Nachlass des Wirtscbaftsinspektors Jos. Lamla, Gr.-Chelm (Myslowitz); Materialwarenhändler Armin Köhler, Meyhen (Naumburg a. 8.); Zementwarenfabrikant Alb. Gustorf, Neuss; Restaar. Alb. Diimke, Posen; Kaufmann Salo Wolff (S. W. Wolff), Posen; Bauunternehmer Bernhard Wollensack, Strassburg i. Els.; Handelsmann Jak. Löb Strauss, Ulm; Gastwirt Friedr. Utz Ebersteinburg (Baden); Buchbinder Karl Lüttjohann, Bayreuth; Witwe Joh. Lüth, Binz (Bergen a. R.); Kaufmann Heinr. Heuer, Berlin: Maurermeister Karl Aug. Hentschel, Berlin; Materialwarenhändler Bernh Landes, Blankenburg a. H.; Firma B. Schiffeliers, (N. Pollak), Bochum; Kürschner Heinr. Jonas, Dürkheim; Wirt Wendelin Grossmann, Durlach; Wattefabrikant E. Beruh Gersohler, Remse (Glauchau); Kaufmann Ernst Tschacksch, Neusalz a. 0.; Gastwirt Friedr. Böger. Dedinghausen; Käthner Nis Detlefsen, Barslund, (Rödding); Nachlass des Kaufmanns Jos. Herzog, Zell i. W. (Schönau); Nachlass des Kaufmanns Georg R. K. K. J. Hauptmann, Wentorf (Schwarzenbek); Kaufmann Karl Feihauer, Strassburg i. Els ; Friedr. Gödde, Hemmerde (Unna); Fabrikarbeiter Karl Haas, Steinburg (Zabern); Restaurateur Ernst Louis Schmidt, Krossen-Mulde (Zwickau); Ackersmann Heinrich Rischbieter, Lehre (Braunschweig); Tischler Job. Heinr. Wilh. Gercken, Bremen; Händler Otto Tiedemann, Bedingen (Castrop); Staatsanwaltschafts-Sekretär Klem. Giessen, Coblenz; Kaufmann Louis Bickel, Schernberg (Ebeleben); Materialwarenhändlerin Helene Herrn. Richter, Frankenberg; Gutsbesitzer Hugo Laurösch, Grünenberg (Geislingen); Kaufmann Paul Nickel, Gleiwitz; Bauer Franz Jos. Zeller, Bärenhof, Gemeinde Ottenbach (Göppingen); Kaufmann Karl Gradenwitz, Grünberg; Sägewerkbesitzer Jak. Kussmaul, Bondorf, (Herrenberg); Sennewald & Müller, Oberursel (Homburg v. d. H.); Steinbruchpächter Aug. Richter, Püsselbüren (Ibbenbüren); Ehefrau des Maurers Louis Lauenburg, Bant (Jever); Müller Emil Bartelt, Raiorsdorf (Landeck); Kaufmann Karl Gottl. Scheller, Leipzig; Färbereibesitzer Adolf Günther, Mehlsack; Landwirt Frans Oskar Lehmann, Mohlis (Meissen); Gastwirt Wilh. Bennauer, Mülhausen; Kaufmann Korbinian Huber, München; Warenhaus Leopold Imbach, Ohlau; Nachlass des Rechtsanwalts Franz Schedlbauer, Osterhofen; Kaufmann Albert Gellrich, Reichenbach u. E.; Gutsbesitzerin Ida Klara Röder, Brünlos (Stollberg i. E.); Blasberg & Osthoff, Wermelskirchen. Knefkasten. Herrn H. . . P. em. Besten Dan! für Ihre freundliche Zusendung. Leider kam dieselbe für heute zu spät. Wir werden dieselbe mit Ihren freundlichen Begleitworten morgen zum Abdruck bringen. Die Redaktion. Wöchentliche Neberstcht der Todesfälle in Gießen. 39. Woche. Dom 24. bis 30. September 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (tnd. 1600 Mann Militär). SterblichkettSziffer: 16,88, nach Abzug der Ortsfremder' 14 86°/oo. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsen:: im vom 1.Lebensjahr: 2.—Ib.Jahrr UnterleibStuberkulose Herzleiden Asthma Leberschrumpfung Sturz Keuchhusten Unbekannte Krankh.__ Summa: 8 (1) 7 (1) 1 — Anm. Die in Klammern gesichten Ziffern geben an, wie viele bet Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gtchen gebrachte Krank- kommen. 11- 2 2- 1 1 1 1 1 CD 1 (1) 1 - 1 1 1 Ilermietnnsien 7082] Sofort oder später Seltersweg 52 Nebenhaus zum Alleinbewohnen, vier Zimmer, darunter zwei besonders geeignet zur Aftervermietung, Küche, Wafferleitung usw., an ruhige Familie._______________ 7083] Am 1. November oder früher Wolkengasse 21, zunächst der Bahnhof« stratze, Laden, 2 Zimmer, Küche, Waffer- leitunq, Bieickplatz usw.___________________ Ludwigstraße 31. & Wegen Versetzung des Herrn Assistenzarzt Dr. Clasen ist der mittlere Stock, 6 Zimmer mit Zubehör, zu vermieten und alsbald zu beziehen. Fr. Seibel. ~ 5057] Per sofort ist eine sehr schöne Wohnung, 1. 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Vater betriebene | Gastwirtschaft und Metzgerei § IÄ~ 2 Brandgaffe 2 -dÄ Mata-hpn grösste Auswahl »♦ Das Gesetz, bett, d -je Peitfiomeru°g der Vol bestimmt in Artikel 1: * des dem Schullehrer ge^ Dauer eines Krieges fal ErsatzlrnMnteile übgelei Als Kriegszeit gilt in bii einer angeordneten Wob folgt, bis zum Tage der T Militärbediensteten, welche bei llebergang zum Schuld in Anrechnung gebracht n jeden Feldzug, an welchen in der Kaiserlichen Marino staatrs derart teitgrnvM Feind gekommen, oder ir Truppen in das Feld Wendung gegen den Fei zeuge der Kaiserlichen ll demselben zu der wirklic hinzugerechnet. Ob eine Beziehung als ein Feld bei Kriegen von länger Anwendung kommen soll messen, welche darüber i. Ntr für bie Weitybeat bit Vergangenheit bemal dt" seitherigen Veftimm die Bestimmungen der Attil pensionierten Pvlksschullek ttitt das Gesetz sofort in *’ 3ehn Tedotr snr1 aftif^er Ledense der Beachtung zu empset g'ebrg, ohne sich alles ae stets freundschaftlich, Verkehr. 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