n erien 5703 >üss, rktstrasse 9. rrft Bleichstraße 7. « scWrt des ^eam-lanolin nur ilin-Cream ungen zurück. 6642 t, kern «iw,»«*1*’ 80 K je SO ft sltiso jonte Tonrenmaschilirn 135. Letztere ist kein jörteüe, sowie Repara- 5360 ICtlHl’Si ■SSfe?' aufen- „n. r>I, _ Rt. 182 Erstes Blatt. TamStag dm S August 1899 Gießener Anzeiger General-Anzeiger • ■nefrwc «nzrigen jn der oechmittagS für de» feiynloi Te% erscheineaden Nummer M vor». 10 Uhr. 3l nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgey». U-Nch mit luInei) bk des Mente,s. DK Gießener »erden dem Anzeiger »dcheittttch viermal heißrteßt. Aints- und Anzeigeblutt für den Avers Gieren. NedaMon, Lxpedition und Druckerei: Achnlstratze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Fmnilienblätter, Der hessische Landwirt, Plätter für herrsche UalbsKunde. Adrefse für Depeschen: Anzeiger Gieß«« Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Auf Antrag des Großh. Kreisveterinäramts ist, nachdem ■oie Verseuchung in Trais-Horloff weiter fortgeschritten, die 'Gemarkungssperre über Trais-Horloff angeordnet worden. Der Durchtrieh von Klauenvieh durch die Gemarkung ist demnach verboten. Gießen, den 4. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Frhr. Schenck. Deutsches Reich. Berlin, 3. August. Die zweite Hauptversammlung des 40. Allgemeinen Genossenschaftstages trat heute vormittag unter zahlreicher Beteiligung im großen Saale der „Philharmonie" zusammen. .Der Verbandsanwalt Dr. Crüger berichtete über die durch das Bürgerliche Gesetzbuch erforderlichen Aenderungen der Satzungen der allgemeinen deutschen Genossenschaften, die Herren Wellborn-Friedenau und Lorenzen-Speyer sprachen über den Checkverkehr, der von 172 Genossenschaften eingeführt sei. Beide Redner brachten folgenden Antrag ein: „Der allgemeine Genossenschaftstag empfiehlt den Unterverbänden, die Bildung eines Checkverbandes unter den Genossenschaften, die den Checkverkehr eingeführt haben, nach Möglichkeit zu fördern. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Hierauf hielt der Verbandsanwalt Dr. Crüger einen eingehenden Vortrag über „50 Jahre deutscher Genossenschaftsgeschichte", der eine Ergänzung zu der Festschrift bildete. Aach Erledigung noch einiger unwesentlicher Gegenstände wurde die Hauptversammlung geschlossen. M.P.C. In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, daß sich die Landtagssession bis in den September chinziehen werde. M.P.C. Wenn dem „Hann. Courier" geschrieben wird, der Kanzler habe sich vor unbestimmter Zeit zugunsten der Einführung von Diäten für Reichstagsabgeordnete und für die Bewilligung des § 2 des Antrages auf Aufhebung des Jesuitengesetzes erklärt, so wissen wir nicht, wie weit diese Angaben zutreffend sind. Was wir indessen bestimmt wiffen und s. Z. auch mitgeteilt haben, ist, -aß sich im Bundesrat eine ziemlich beträchtliche Anzahl von Delegierten befinde, welche es für zeitgemäß zu erklären durch ihre Regierungen in den Stand gesetzt sind, daß den Jesuiten der Aufenthalt im Deutschen Reiche nicht länger verweigert werde. Thatsächlich befinden sich die Jesuiten bereits schon lange in den Grenzen des deutschen Reiches. In unseren verschiedenen Schutzgebieten haben sie auch das Recht, Niederlassungen zu gründen. Es ist ein Widerspruch in sich selbst, hiernach das allgemeine Verbot bestehen zu lassen. Damit, daß die Jesuiten in das Deutsche Reich hineindürfen, haben sie noch nicht das Recht, Niederlaffungen in den einzelnen Staaten zu gründen. Dazu bedarf es gesetzgeberische Akte der Einzelstaaten. — Die Diätenfrage für den Reichstag ist eine langumstrittene. Thatsächlich werden zur Zeit viele für die Ausübung eines parlamentarischen Mandats sehr geeignete Kräfte dadurch zurückgehalten sich wählen zu lassen, weil die Zugehörigkeit zum diätenlosen Reichstag Anforderungen an den einzelnen Gewählten stellt, die nur von Wohlhabenden erfüllt werden können. — Vorabschätzung von Flurschäden. Bei der Vorabschätzung von Flurschäden, die bei Truppenübungen verursacht worden sind, sollen, wie der Minister des Innern in einer soeben an die Nachgeordneten Behörden erlassenen Rundverfügung hervorhebt, mancherlei Mißstände zu Tage getreten sein. Namentlich hätten die Ortsvorstände von der Befugnis, die Aberntung der Felder vor dem Eintreffen der Abschätzungs-Kommission anzuordnen, stellenweise in Fällen Gebrauch gemacht, in denen diese Maßnahme zur Verhütung eines höheren Schadens nicht erforderlich gewesen sei. Die Angaben der Ortsvorstände und der zugezogenen Ortseingesessenen über den Umfang des Schadens hätten ferner mitunter die notwendige Unparteilichkeit und Zuverlässigkeit vermissen lassen. Endlich hätten sich die von den Ortsvorständen vorgenommenen Feststellungen häufig nicht auf die Ermittelungen des Standes der beschädigten und abzuerntenden Felder, die Menge und Beschaffenheit der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens beschränkt sondern es sei, der Vorschrift zuwider, die Höhe der Entschädigungssumme selbst festgestellt worden. Der Minister ersucht infolgedeffen die Regierungspräsidenten, die Ortsvorstände auf die Unzulässigkeit solcher Vorkommnisse hinzuweisen. M.P.C. Nach Falbs Vorhersage stehen im August kritische Tage bevor. Vielleicht ist dies auch in politischer Beziehung der Fall. Auch im Jahre 1892 war der August ein kritischer Monat. Damals bereitete Caprivi die Militärvorlage vor. Bei der Parade auf dem Tempelhofer Felde am 18. August hielt der Kaiser eine Rede. Es war zweifelhaft, ob er sich in derselben für oder gegen die zweijährige Dienstzeit erklärte. Caprivi hatte sich bereits für die zweijährige Dienstzeit entschieden. Er glaubte zuerst Veranlassung zu haben, von seinem Posten zurückzutreten. Da es nicht dazu kam, mußte man annehmen, der Kaiser sei mit der Konzession der zweijährigen Dienstzeit einverstanden. Die Krisis ging damals vorüber. Die im Herbst eingebrachte Militärvorlage enthielt die zweijährige Dienstzeit. Warum ist die Lage jetzt ebenfalls kritisch? Die Konservativen wollen, wie es scheint, ihrer Mehrzahl nach absolut nicht auf die Kanalvorlage anbeißen. Aber auch die Gemeindewahlreform findet von Tag zu Tag mehr Gegner. Im Rheinland und Westfalen hegt man die größten Besorgnisse vor Zentrums-, klerikalen und sozialdemokratischen Mehrheiten in den kommunalen Bestrebungen. Wenn der Kanab und die Gemeindewahlreform im Landtage abgelehnt werden, müssen verschiedene preußische Minister zurücktreten. Nicht als ob in Preußen ein parlamentarisches Regiment eingeführt werden sollte. Die Minister haben sich aber dermaßen stark gemacht für die Kanal- und die Gemeindevorlage, daß sie nicht gut anders können, als dem König ihre Portefeuilles zur Verfügung stellen. Berlin, 3. August. Die Stadtverwaltung von Metz hat an einer Reihe von Straßenecken neben den bisher allein vorhandenen deutschen Straßenschildern französische anbringen lassen. Dreißig Jahre ist es ohne französische Schilder gegangen, und nun müssen auf einmal französische Schilder her. Hat die Gemeindeverwaltung vergessen, daß am 18. August der Kaiser zu einer besonderen Feier nach Metz kommt? Soll das die Begrüßung sein? Und wird die vorgesetzte Behörde diesen Beschluß des Gemeinderats nicht umstoßen? Es liegt alle Veranlassung dazu vor. Die Bevölkerung kennt die deutschen Bezeichnungen, es ist kein Grund vorhanden, sie nun auf einmal durch französische zu ersetzen. — Nachwuchs des Offizierkorps. Nach den über den Nachwuchs des Offizierskorps der deutschen Armee in den letzten Jahren gemachten Aufzeichnungen ist derselbe während der letzten fünf Jahre in langsamer Abnahme begriffen. So ist einer Zusammenstellung zu entnehmen, daß in der Zeit vom 1. April 1898 bis 31. März 1899 im ganzen 889 Offiziere ernannt wurden, gegen 930 im Jahre 1897/98, 1021 im Jahre 1896/97, 1064 im Jahrel895/96 und 1069 im Jahre 1894/95. Bei der Infanterie ist die Zahl der neu ernannten Leutnants wegen der inzwischen liegenden Bildung neuer Regimenter aus den vierten Bataillonen allerdings noch von 582 auf 635 gestiegen, bei der Kavallerie aber ist sie von 137 auf 91, bei der Feldartillerie während der letzten fünf Jahre von 224 auf 70 gesunken. Es läßt sich dies dadurch erklären, daß die etatsmäßigen Stellen bei einzelnen Waffengattungen nahezu voll besetzt, ja bei anderen sogar noch Ueberschüsse vorhanden sind, man es also als ein ungesundes Verhältnis bezeichnen müßte, wenn der Zugang sich noch auf derselben Höhe bewegen würde, wie vor fünf Jahren, wo außer mit den normalen Abgängen im Offizierskorps auch noch mit Lücken innerhalb des bestehenden Rahmens zu rechnen war. Wäre nachzuweisen, daß der Zudrang zu der Offizierslaufbahn im Nachlassen begriffen wäre, so müßte man hieraus allerdings Bedenken ableiten. Dies ist aber nicht der Fall. Denn der Zudrang zur Annahme als Offiziersaspirant ist im Gegensatz zur Zahl der erfolgten Aufnahmen in einer rasch und bedeutend steigenden Bewegung begriffen. — Ein kräftiges erfreuliches Wort hat der Vorsitzende des Vereins der Industriellen des RegierungsFeuilleton. Weisegepäck. Saisonplauderei von Peregrinus. tN-chdruck verboten.) Wer sich das Jahr durch ehrlich plackt, Bis ihm kein Nerv mehr bleibt intakt, Weil Stadlluft seine Brust versackt Und Lärm sein Trommelfell zerhackt, Wird bei des Schwalbenliedes Takt Von reger Reiselust gepackt. Man flieht die Arbeit, so vertrackt, Ihr wird die Muße abgezwackt. Man will zu Bergen, schneegezackt, Zur See, zu Burg und Katarakt! Hut, Schuh, Gewand und Wäsche sackt Man in den Koffer, bis er knackt — In der That, wir leben augenblicklich gewissermaßen im Zeichen des Packens. Wohin man blickt, werden Vorbereitungen für die Reise getroffen, und die allererste und wichtigste von diesen ist doch ohne Zweifel das Packen. Ob freilich auch die angenehmste, das mag dahingestellt bleiben. Tadelnswert vor allem ist, wenn sich jemand auf der Reise mit gar zu viel Gepäck herumschleppt. Dieses ist unterwegs nicht nur ihm selber, sondern besonders auch den Mitreisenden im Wege. Das Betriebsreglement der Eisenbahnen gestattet im allgemeinen nur, daß Handgepäck in die Kuppee's mitgenommen werde. Darunter wird man vernüftigerweise doch höchstens Handtasche, Hutschachteln und möglichenfalls Köfferchen von bescheidenem Umfange verstehen. Aber was alles wird nicht in die Kupee's geschleppt: Körbe, so groß daß sie sich kaum unterbringen lassen, und Koffer, so schwer, daß sie beim Umfallen jemanden erschlagen könnten. Selbstverständlich reichen die vorhandenen Vorrichtungen meistenteils nicht im Entferntesten aus, diese Gepäckstücke in den Kupee's unterzubringen. Allein das thut nichts. Wer jemals in einem so von Koffern und Körben vollgepfropften Kupee eine längere Reise zurücklegen mußte, wird wiffen, wie unangenehm diese Situation ist. Aber man läßt sie meistens stillschweigend über sich ergehen, obgleich ein einziges Wort an den Schaffner, ein Hinweis auf solche Unbequemlichkeit genügen würden, um all' diese leidigen Gepäckstücke dahin wandern zu lassen, wo sie mit Fug und Recht ihren Platz haben sollten: in den Packwagen. Das Packen an sich ist eine Kunst, die niemand gering anschlagen soll. Es giebt Leute, die es nie dahin bringen, ein Kleidungsstück so einzupacken, daß es keine Falten aufweist. Andere hinwiederum sind Meister darin, wie im großen ganzen die Frauenwelt, die mit kleinen, zarten Händen in einen Reisekoffer oftmals weit mehr hineinzwängt, als es die Kraft des Mannes mit wuchtiger Faust vermag. Wichtig zumal ist beim Packen, daß man eine gewiffe Kenntnis von der Oekonomie des Raumes besitzt. Man soll wissen, was zu unterst gehört, was obenauf- die Ecken sollen sorgfältig ausgesüllt sein; schwere Gegenstände gehören in einen Koffer mit einem festeren Gefüge, wogegen leichtere ganz wohl in dem minder widerstandsfähigen Flechtwerk des Korbes untergebracht werden können. Ich gebe überhaupt den Reisekörben, wie sie augenblicklich so überaus praktisch von einer sehr kunstferitgen Industrie hergestellt werden, im allgemeinen den Vorzug vor Koffern. Jene sind so leicht fortzubewegen und fallen — auch für den Geldbeutel — nicht so schwer ins Gewicht, sobald man die bei einer Reise kaum vermeidliche Ueberfracht zu bezahlen hat. Und wenn man sparen kann, soll man dies, zumal auf der Reise; sie pflegt ohnehin meistens genug zu kosten. Einpacken soll man ferner nur solche Dinge, deren man während der Reise auch wirklich bedarf. Wer also in Gottes schöne, weite Welt hinaus einen Ausflug unternehmen will, der erwäge gerade diesen Punkt sehr sorgsam. Nichts ist für den, der behaglich zu reisen wünscht, häßlicher, als wenn er einen ganzen Ballast unnützer Gegenstände bei sich führt; andererseits freilich soll man auch nicht so leer und bloß sein, daß man nicht einmal das nötigste bei der Hand hat. Wir reisen heute viel ungehinderter und freier von Bagage als unsere Altvordern. Die Möglichkeit, den Proviant nach Belieben durch etwaige Einkäufe ergänzen zu können, ist ja jetzt eher geboten als in jener sogenannten guten alten Zeit. Aber nichtsdestoweniger könnte man selbst heute noch auf manches der vielen Gepäckstücke Verzicht leisten, durch die die Kupees oftmals geradezu verbarrikadiert sind. Es gewährt ganz gewiß keinen hübschen Anblick, wenn der zuweilen so schmucke Raum im Waggon durch zahllose und zuweilen recht abgenützte Koffer und Körbe, Kisten und Kasten auf das bezirks Köln, Geh. Kommerzienrat van den Zypen nach Amerika gerichtet. Er schrieb den Veranstaltern eines internationalen Handelskongresses in Philadelphia: „Sie haben mir die Ehre erwiesen, mich zu einem Kongreß einzuladen, der am 10. Oktober in Philadelphia zusammentreten soll. Indem ich für diese Einladung ergebenst danke, bedaure ich lebhaft, ihr nicht folgen zu können, da die Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten von Amerika leider seit geraumer Zeit, besonders aber in den jüngsten Jahren, die Grundsätze der Gegenseitigkeit und Billigkeit vermissen läßt, vermöge welcher allein ein ersprießlicher Handelsverkehr zwischen den Völkern stattfinden kann. Ganz besonders fühlt fich aber unsere deutsche Industrie durch die unfreundliche Behandlung benachteiligt und verletzt, die die amerikanische Zollpolitik ihr gegenüber anwendet, indem sie dadurch unter nichtigen Vorwänden schlechter gestellt wird, als die gleichartigen Industrien anderer Staaten. Nach meinem Dafürhalten ist es daher einem Vertreter nationalwirtschaftlicher Interessen Deutschlands nicht möglich, sich an den Arbeiten Ihres Kongresses zu beteiligen, da der für eine ersprießliche Thätigkeit in dieser Beziehung erforderliche Boden der Gegenseitigkeit in der Wirtschaftspolitik und der Achtung vor den gleichberechtigten fremden Interessen auf amerikanischer Seite fehlt. Indem ich dennoch für die mir zu Teil gewordene Aufmerksamkeit wiederholt ergebenst danke, zeichne ich usw." — DieAuswanderung russischerJuden über Hamburg nach England und Nordamerika dauert fort; sie hat sogar im Jahre 1898 um 5000 Personen zugenommen, und belief sich im ganzen auf nahezu 14 000 Personen. Außerdem besteht auch ein Rückwandererverkehr. Im Jahre 1898 kamen 378 mittellose, in New-Aork zurückgewiesene Rückwanderer in Hamburg an, ferner 1192 mittellose Rückwanderer aus England. Letztere wurden auf Kosten des jüdischen Komitees nach ihrer Heimat befördert, erstere auf Kosten der Hamburg-Amerika-Linie. Allem Anscheine nach ist genügend Obsorge getroffen, damit sowohl die jüdischen Auswanderer nach England und Nordamerika wie die jüdischen Rückwanderer von dort alsbald weiterbefördert werden und nicht etwa im Gebiete des Reiches bleiben. — Zur Samoafrage. Ströme von Tinte sind vergossen worden, um Klarheit über die verwickelten Verhältnisse auf der kleinen Südseeinsel zu schaffen und die mannigfachen politischen Jntriguen, Miß- und Uebergriffe festzustellen, die in der neuesten Periode der samoanischen Frage zu beobachten waren. Offenkundig war es von vornherein, daß die Engländer in der ganzen Angelegenheit eine sehr zweifelhafte Rolle spielten und daß sie bemüht waren, mit Hilfe der amerikanischen Geschäftsträger die Deutschen an die Wand zu drücken. Der Festigkeit der deutschen Bevollmächtigten und nicht zuletzt dem vollkommen korrekten Verhalten unserer auf Samoa angesiedelten Landsleute ist es zu danken, daß das englische Ränkespiel aufgedeckt und seine Zwecke vereitelt wurden. Aus den neuesten Berichten über das Wirken der Samoakommission geht ferner hervor, daß die Amerikaner bei der Lösung der schwierigen Aufgabe der Kommission sich außerordentlich fest gegenüber den englischen Einflüsterungen verhielten, ja, daß es direkt zu einem Zusammenwirken der deutschen und amerikanischen Kommissare England gegenüber gekommen ist. Samoa. Neueren Nachrichten zufolge stellen sich die während der jüngsten Unruhen auf Samoa von deutschen Reichsangehörigen erlittenen Schäden geringer heraus, als anfänglich angenommen wurde. Immerhin betragen die bisher angemeldeten Forderungen 300,000 Mk. Ausland. Paris, 3. August. Zwischen Frankreich und England schweben augenblicklich Verhandlungen über eine neue Kabellegung zwischen Liverpool und einer französischen Küstenstadt. Paris, 3. August. General Mercier weigert sich, den Journalisten gegenüber Aussagen über seine Erklärungen zu geben, die er zu Rennes zu machen gedenkt. Freunden gegenüber drückte er seine Ueberzeugung von der Schuld Dreyfus aus und sagte: In dieser Angelegenheit giebt es Aeußerste entstellt ist. Der gesittete Mensch hält doch nun einmal darauf, daß in dem Raum, wo er weilt, Ordnung und Sauberkeit herrschen. Sobald ich mir aber eine Fahrkarte löse, miete ich doch gewissermaßen, zum mindesten vermittelst Teilzahlung, das betreffende Kupee, und da brauche ich mir ganz und gar nicht gefallen zu lassen, daß ein Mitfahrender oder mehrere in schönheitlicher Hinsicht mit dem Raume so umgehen, wie es ihnen beliebt. Dazu kommen die Gefahren, denen man ausgesetzt ist, wofern die Notwendigkeit vorliegt, in einem derart mit Gepäckstücken aller Art vollgepfropften Kupee Aufenthalt zu nehmen. Es braucht nicht einmal ein Zusammenstoß von verschiedenen Zügen oder eine Entgleisung vorzukommen — nein, eine kräftige Rangierbewegung oder ein Plötzlich eintretendes schnelleres Fahrtempo, ein Vorwärtsschnellen der Lokomotive genügt, und so ein Ungetüm von Koffer fällt von oben herab und einem ahnungslosen Reisenden direkt auf den Kopf. Verletzungen dieser Art sind im Eisenbahnbetriebe durchaus keine Seltenheit. Der Reisende, der nicht von vornherein mit aller Strenge dagegen Einspruch erhebt, daß das Damoklesschwert solcher Gefahr beständig über seinem Haupte schwebt, thut gut daran, wenn er wenigstens Verbandzeug mit nimmt nnd einen Wundarzt als Reisebegleiter sich verpflichtet. Er kann sehr wohl in die Lage kommen, sich der sehr energischen Hilfe jenes bedienen zu müssen. Die größte Verwirrung entsteht natürlich, wenn jemand, der die Gepflogenheit hat, solchen Ballast von Gepäckstücken mitzuschleppen, zum Umsteigen gezwungen ist. nur einen Schuldigen, entweder Dreyfus oder ich. Ich bin es nicht, also muß es Dreyfus sein. Athen, 3. August. Einer Meldung der „Patris" zufolge will England die Verwaltung der Insel Cypern dem Prinzen Georg von Griechenland anvertrauen und später Cypern mit Kreta vereinigen. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 4. August 1899. * * Berwaltungsgerichlshof. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August den Oberlandesgerichtsrat Otto Jung, den Vortragenden Rat in dem Ministerium der Finanzen und dessen Abteilungen, Oberfinanzrat Dr. Theodor Fuchs, den Vorstand des Polizeiamts Darmstadt, Regierungsrat August Weber, zu Mitgliedern des Verwaltungsgerichtshofs zu ernennen. * * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August das Mitglied der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., Regierungsrat Philipp Burger, zum Mitglied und Rat der Ober-Rechnungskammer, mit Wirkung vom Tage seiner Entlassung aus seinem seitherigen Amte, — den Feldwebel August Winkler in Darmstadt zum Ministerialkanzlisten bei dem Staatsministerium zu ernennen. * e Ruhestandsversetzuug. Seine Königliche Hoheit der G'roßh erzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August den Hauptsteueramtskontrolleur bei dem Hauptsteueramte Bingen, Jakob Krumb zu Bingen, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. August 1899 an, in den Ruhestand zu versetzen. "Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 15. Juli dem Maschinenmeister Philipp Schröder zu Lollar das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Verdienste" zu verleihen. * * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 19. Juli l. I. Allergnädigst geruht, dem Hoflakaien August Seipp das Dienstehrenzeichen für 25 Hofdienstjahre zum 1. August zu verleihen. * * Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Juli den Hauptlehrer an der erweiterten Handwerkerschule zu Nidda, Johann Meyer zum Gewerbeschulinspektor tn Darmstadt, mit Wirkung vom 1. August 1899, zu ernennen. * * Ernannt wurde am 28. Juli ds. Js. der Steueraufseher Georg Johann in Mainz zum Pfandmeister bei dem Rentamte Gießen für den Beitreibungsbezirk Gießen. * * Kunstverein. Wie im Inseratenteil ersichtlich, ist die Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand nächsten Sonntag zum letztenmal vor den üblichen Ferien geöffnet. Dieselbe bleibt von Montag den 7. ds. Mts. an bis Ende September geschloffen. * * Oeffentliche Lesehalle. Im Monat Juli sind bei 17 Leihtagen 1351 Ausleihungen zu verzeichnen: Illustrierte Zeitschriften 221, Unterhaltungslitteratur 738, Vers- dichtungen, Dramen 9, Jugendschriften, Märchen, Sagen 282, Bücher über Länder- und Völkerkunde 28, Bücher über Geschichte, Lebensbeschreibungen 43, Bücher über Naturwissenschaften, Technologie 24, Bücher über Philosophie 3, Bücher über Litteraturgeschichte 1, außerdeutsche Texte 2 Bände, zusammen 1351 Bände. — ; An Männer: Handwerksmeister 80, Kaufleute 44, Beamte 21, Unter beamte 55, Techniker, Zeichner 46, Arbeiter, Diener 45, Lehrlinge, Gehilfen 297, Schüler, Volontäre 464, Studenten 34, ohne äußeren Beruf 10 Bände, zusammen 1096 Bände; an Frauen: Ehefrauen, ältere Unverheiratete 62, Gewerbtreibende 36, Dienstmädchen 2, Arbeiterinnen 9, Beamtinnen 7, junge Mädchen, Lehrmädchen 139 Bände, zusammen 255 Bände. Nach auswärts wurden 48 Bände verliehen. — Wir erlauben uns, auch an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, daß vom 6. August bis mit 9. September die Bibliothek der Lesehalle nur Freitags und Samstags (von 6—8 Uhr) geöffnet ist. An anderen Tagen werden Bücher weder ausgegeben, noch zurückgenommen. Schüler, die während der Schulzeit viel bei uns gelesen haben, werden gebeten, während der Ferien auszusetzen. • * Eine sehr zeitgemäße Verfügung hat soeben das hessische Schulministerium erlassen. Danach dürfen in Landorten, in denen wegen allgemeinen, nicht zu beseitigenden Mangels an ländlichen Arbeitern die Einheimsungen nur sehr schwer zu bewältigen sind, die verschiedenen Ferien unter Umständen bis zu elf Wochen verlängert werden. • • Bahnsteigsperre. Mit dem kommenden 1. Oktober tritt im ganzen Bereiche der vormaligen Hessischen Ludwigs- bahn Perron sperre ein. Um die Perronsperre durchzuführen, waren an allen Stationen größere bauliche Veränderungen notwendig, weshalb sich die Einführung der Neueinrichtung verzögerte. • * Schutz den Stubenvögeln. In der letzten Ausschußsitzung des hiesigen Tierschutzvereins wurde über die Käfige der Stubenvögel, die in der großen Sonnenhitze vor die Fenster gehängt werden, verhandelt. Die Eigentümer von Stubenvögeln glauben sicherlich, damit ihren Lieblingen eine Wohlthat zu erweisen, wenn sie dieselben in die freie Luft hängen, bedenken aber nicht, welche Qualen es den armen Tieren verursachen muß, stundenlang den sengenden Strahlen der Sonne ausgesetzt zu sein. Wir hegen die feste Ueberzeugung, daß diese Anregung genügt, die Besitzer von Stubenvögeln zu veranlassen, die Käfige nur an schattigen Plätzen aufzuhängen oder aber dieselben mit einer Schutzvorrichtung, am besten einem Schutzdach gegen die Sonne, zu versehen. • * Volksschullehrer. Im ganzen Großherzogtum Hessen giebt es zurzeit 2226 Volksschullehrer und nur 179 Lehrerinnen. Von diesen kommen auf Starkenburg 935 Lehrer und 75 Lehrerinnen, auf Oberhessen 681 Lehrer und 7 Lehrerinnen und auf Rheinhessen 610 Lehrer und 97 Lehrerinnen. — In Hessen giebt es 992 Volksschulen, davon sind 30 vollständig nach dem Geschlecht getrennt, 910 sind ganz und 52 zum Teil gemischt. * * Zur Reisezeit ist der Austausch von illustrierten Postkarten ein besonders lebhafter, und das Streben der Postkartenverleger und Händler nach Mannigfaltigkeit iu der Ausführung der Karten im Hinblick auf das Verlangen des Publikums nach „Etwas Neuem" erklärlich. Neben landschaftlichen Bildern erfreuen sich besonderer Beliebtheit die Trachtenbilder. Unser liebes deutsches Vaterland ist reich an Volkstrachten. Leider werden auf den Postkarten, die ja billig und bunt sein sollen, die Trachten nicht immer in ihrer Natürlichkeit wiedergegeben. Der Postkarten-Verlag von Ernst Balser in Gießen hat die hessischen Bauerntrachten auf einer soeben zur Ausgabe gelangten Postkarte, die übrigens gleich mit den Freimarken gestempelt ist, in Aquarellmanier zusammengestellt.- Die Kleidung der Schwälmer, Hinterländer, Rabenauer, Hütteu- berger usw. Dorfbewohner ist in Schnitt und Farbe naturgetreu wiedergegeben. Die Karten werden weit über unser engeres Vaterland hinaus Interesse erregen. Auch die Zyhl der Postkarten mit Ansichten von Gießen ist um einige vermehrt worden, ebenfalls mit aufgedruckter Freimarke. § Aus Oberheffen, 3. August. Von einer eigenthüm- lichen Erkrankung sind in diesem Sommer die Kohl- pfanzen, Kraut und Wirsing, befallen worden. Wenn man an einem Krautacker vorbeikommt, dann fallen einem sofort die welk gewordenen oder bereits abgestorbenen Kohlpflanzen auf. Die Erkrankung zeigt sich aber nicht an einzelnen Pflanzen nur, sondern oft an dem ganzen Bestand einer Anpflanzung. Sieht man genauer zu, so gewahrt man, daß die Herzchen der Pflanzen verkümmern, verwelken und endlich verfaulen. Zieht man eine derartige Pflanze aus dem Boden, so erblickt man eine wunderbare Wurzelmißbildung. Fast jede Wurzelfaser hat sich spindelförmig stark verdickt, so daß der ganze Wurzelstock die Größe einer Faust erreicht. Es ist klar, daß eine solche Mißbildung der Wurzel das Absterben der ganzen Pflanze nach sich ziehen muß. Es fragt sich nun, woher rührt diese auffällige Erscheinung? Insekten oder deren Kerfen sind es nicht, die ausnahmsweise auch eine Wurzelverdickung Hervorrufen; es muß also eine andere Ursache vorhanden sein. Wir haben viele der beschriebenen Wurzelmißbildungen durchschnitten, ohne auch ein einziges Mal die Spur von einem Insekt zu entdecken. Der Krauternte wird durch diese, zum erstenmale in solchem Umfang bemerkte Erscheinung schwerer Abtrag gethan. Es wäre von Interesse, zu erfahren, ob auch in anderen Gegenden Oberheffens die gleiche Erkrankung und Absterbung des Krautes austritt. t Aus unseren Wäldern, 3. August. Der Beerenreichtum unserer Wälder ist bekannt. Doch nicht jedes Jahr bringt reiche Beerenernte und nicht jeder Sommer die gleichen Erträge der verschiedenen Beerensorten. Die Erdbeerzeit geht zu Ende, und die Himbeere steht jetzt in der Reife. Die Erdbeere gab mäßigen Ertrag, die Himbeere aber liefert erstaunliche Ergebnisse. Nicht nur Töpfe, selbst Eimer voll dieser köstlichen Waldbeere tragen Kinder und Erwachsene aus den Wäldern. Man hat auch auf dem Lande längst gelernt, den Gelee zu bereiten und zu schätzen. Unter allen Geleearten — und deren gibt es nicht wenige — steht der Himbeergelee ob seines wunderbaren Aromas und Geschmackes obenan. Gedeiht die Himbeere, dann gerät auch ihre schwarze Schwester, die Brombeere, die allerdings jetzt erst in voller Blüte steht. Auch die Heidelbeere scheint eine gute Ernte abzugeben, denn sie wird häufig zum Kaufen angeboten. Die Beerenernte unserer Wälder bietet nicht nur ärmeren Leuten Verdienst, sie ist vielmehr ein Gegenstand des Haushalts geworden, der von keiner Seite mehr unterschätzt wird. f* Freiensteinau, 2. August. Auf dem Heimwege von dem Feuerwehrfest zu Lauterbach verunglückte am vorigen Sonntag-Abend der Schmiedemeister Lorenz Firnges von Radmühl. Zwischen Altenschlirf und Nösberts scheute das Pferd. Firnges sprang mit der Absicht vom Wagen, das Pferd zu beruhigen, kam aber zu Fall und brach einen Unterschenkel. Die dreistündige Heimfahrt von der Unglücksstelle aus dürfte ihm zeitlebens gedenken. P.C. Groß-Umstadt, 3. August. Die Ausstellung hier zieht sehr viele Besucher an. Besonders gut besucht, auch von auswärts aus den Städten, war die Ausstellung am gestrigen Tag, an dem Konzert stattfand. Am nächsten Sonntag, dem 6. August, wird die Kapelle des Aschaffenburger Jägerbataillons von 4 bis 10 Uhr hier konzertieren. Alzey, 1. August. In der zwischen Alzey und Weinheim gelegenen „Poppenmühle" wurde unter der Firma Heinrich Kanberg eine Asbest waren-Fabrik, die erste in unserer Gegend, errichtet. Aus der Deü für die Zett. Vor 100 Jahren, am 5. August 1799, starb zu Plymouth der berühmte britische Admiral Graf Richard Howe. Am 1. Juli 1749 schlug er die französische Flotte bei Queffant und lief mit sechs eroberten Linienschiffen in den Hafen von Portsmouth ein. Das große Ansehen, welches er bei den Seeleuten genoß, machte es ihm möglich, 1797 den Aufstand auf den Flotten von Portsmouth und Plymouth zu dämpfen. Er wurde am 8. März 1726 geboren. 'inem >d J SMefftn i« HG^i' ch-n «Ä A* m -- 5 8 hÄM. mv 8.^ttbtn hpr “’ÄV l",Ha'H ! et‘r B-'i-blh», ^?Erl°id jft SotaT “"f b‘" ht Iraitm *91911«. P„ l°!b-N iUtÜMggb, «M«ta£ “««wMt.. waoenauer, Jütten. *’ "nd garbt natur* Den lveit über unter e9W. 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Die Erd- :ere steht jetzt in der Ertrag, die Himbeere richt nur Töpfe, selbst . tragen Zinder und [ hat auch auf dem ereilen und zu schätzen. ibt es mit wenige - «bar« A°m- md )imbecte, bann fat itb häufig juniM» Sätet bietet n# »iM "«®S feiner * .- del $ti»W * S».;; » •<«! jefonö«« S ä(te[lung , * n* t6t'ia 'be» **" MVtaBerti«* > llhr y 3 Bei» 1M« "der $”* irbe unt« ii( ers» jn^abr^^ >itM , 1799, ff bJL»e. ira^^Men in * 11 üi|lltnK tvelU rnfee ÄnsebtU' ^97 Vermischtes. * Hannover, 2. August. Der Student Pflugmacher von der Thierärztlichen Hochschule zu Hannover wird sich bereits in der nächsten Schwurgerichtsperiode wegen Totschlags zu verantworten haben. Pflugmacher hat bekanntlich im Streit einen Arbeiter erstochen. * Freyburg a. Unstrut, 3. August. Im Anschluß an den in Naumburg a. S. stattgehabten zwölften deutschen 'Turnertag fand am Dienstag dahier die Grundsteinlegung zum Jahnmuseum statt. Dr. Goetz, Leipzig-Lindenau, hielt die Festrede. * Augsburg, 2. August. Nach der „Augsb. Abendztg." ivurde gestern der Maurer Putz, Vorstand der Münchener Filiale des Allgemeinen Deutschen Maurerverbandes, als mutmaßlicher Rädelsführer bei den Augsburger Kravallen auf Anweisung des Untersuchungsrichters verhaftet. * Zur Warnung diene der Tod einer jungen Frau in Schmölln, die beim Genuß eines Kirschkuchens die Kirschkerne mit verschluckt hatte. Der Fall zeigt wieder einmal recht deutlich, wie gefährlich das Verschlucken solcher Kerne ist. * Im Wusterlande zwischen Geestemünde und Cuxhafen hat ein großer Waldbrand 1OOO Morgen verwüstet. Es liegt Brandstiftung durch Landstreicher vor, die bereits verhaftet worden sind. * Eine Doppel-Hinrichtung durch Elektrizität ist Montag in Sing-Sing (New-Aork) erfolgt. Sie verlief außerordentlich aufregend und konnte nur nach Ueberwindung gstitz bedeutender Schwierigkeiten zu Ende geführt werden. Die Hinzurichtenden waren zwei Mörder namens Macdonald und Bullerson; letzterer, ein Neger, erlag sofort dem ersten elektrischen Schlage, aber Macdonald widerstand der Einwirkung immer wieder und war, nachdem dreimal seine Tötung versucht worden war, noch gerade so lebendig wie vorher. Die Aerzte waren ratlos, und nun wurden die Gesamtdrähte der beiden verfügbaren Batterien verbunden und der so erzielte Strom auf Macdonald gerichtet, aber auch diesem vierten Versuche widerstand der Verurteilte, und erst als ein fünftes Mal der gesamte Maximalstrom auf ihn spielte, brach seine Lebenskraft zusammen, und auch diesmal erst nach etwa dreimal der sonst üblichen Zeit: man ließ den Gesamtstrom einfach so lange wirken, bis Macdonald kein Lebenszeichen mehr von sich gab. * Warnung vor Zuzug nach Paris. Im deutschen Hilfsverein zu Paris macht sich schon die Anziehungskraft der daselbst im Jahre 1900 stattfindenden Weltausstellung in sehr empfindlicher Weise bemerkbar. In der Hoffnung, bei den Arbeiten für dieselbe Beschäftigung oder irgend eine Anstellung zu erhalten, kommen jetzt schon aus allen Teilen Deutschlands besonders jüngere Leute in großer Zahl dort an, fast sämtlich ohne Mittel und der französischen Sprache nicht mächtig. Sie sehen sich in ihren Erwartungen sehr schnell getäuscht, da der Andrang von Arbeitsuchenden dort sehr groß ist und Einheimische den Fremden vorgezogen werden. Völlig mittellos geworden, wenden sie sich schon nach wenigen Tagen an den Hilfsverein und bitten um Heimbeförderung, welche der Verein aber nur in den aller- seltensten Fällen zu gewähren im stände ist. Mit kleinen Geldunterstützungen, wie sie der Verein eben nur geben kann, ist den Leuten wenig geholfen. Dieser Zustand wird sich mit dem Herannahen der Weltausstellung immer mehr verschärfen, und der Hilfsverein wird besonders im Ausstellungsjahre selbst in einer Weise in Anspruch genommen werden, welche seine Kräfte weit übersteigen und ihn verhindern dürfte, seinen sonstigen Aufgaben gerecht zn werden. Der Hilfsverein hat in seinem letzten Jahresbericht hierauf schon aufmerksam gemacht und an die deutsche Presse die Bitte gerichtet, vor unüberlegtem Zuzug nach Paris zu warnen. Dieser Jahresbericht wurde an eine Reihe größerer Zeitungen gesandt, die Warnung war aber bisher von keinem Erfolg begleitet, da diese Blätter von jenen Leuten, welche hier in Betracht kommen, kaum gelesen werden. — Um einem weiteren Zuzug vorzubeugen, halten wir es für angebracht, die vorstehende Warnung zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.___________________________________________________ Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 6. August. 10. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9*/i Uhr: Pfarrer Dr. Grein Beichte, und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. (Für die Matthäusgemeinde bei Pfarrassiftent Dr. Heußel, Weserstraße 3.) Kinderkirche: Ferien. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierlen aus derJohannes- gemeinde. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag den 5. August. Nachmittags um 4‘/i Uhr und abends um 8 llhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 6. August. 11. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 64e‘l Eintrittspreis 1 Mark. Konzerte: 11853 4, 2. 10* Reitpferd, brauner Wallach (Trakehner), hübsche Figur, 1,68 hoch, truppensicher, auch I. N. u. A. des Giessener Wingolf La Ruhl, phil. cl., Ferienchargierter. «■ 4. CivkMttU.Meschftau auf nächsten Montag u. Dienstag gesucht. Näheres Bismarckstratze 17, 2. Etage. Montag den 7. August 1899, abends 8‘/e Uhr, 5755] In meinem Hause Licherstr. 1 ist der erste Stock zu vermieten. M. Stetnmeyer. Md, hotte der Ka zollern- den Freiherrn v. Kaiser den f liegenden gros $Nffin H Esrnarch, । Kaiser an Bo 1850 _ _ 185112. U. 8. 02712] Hobelspähue können unent- geltlicb abgehott werden auf d. Lahnstein. Zahlreiche Betriebe in der Ausstellung. Wöchentlich 3 mal grosses Militär konzert '*865 ~" 26. tz Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pfg. 5784 Mitglieder bei Vorzeigung der Karten frei. Der Vorstand Das Tch Heuktna M Freitag -vartig in Bn nossenschaststa beruhenden der die EnthWn Begründers ( genomvien lv- Wngeichdt $u einem -Staate cntrvid rauch von der ! Heiligung an lantrtannt wiü Dai Den' das sich am btr Kreuzung Jakob- und vom Bildhaui fiert, der an Wittenberg gi Konkurrenz ui 02737] Ein schönes, möbliertes Zrmmer zu vermieten. Marktplatz 17, IV. „Die Wanderer", Kicßener Wadfafir-Kcsesssch Freitag: Abendfahrt ab Vereins« lokal 8l/s Uhr. Sonntag: Frühtour ab Cafs Hettler Danksagung. Für die vielen Beweise Herzlicker Teilnahme an dem uns so sckwer betroffenen Verluste, sowie für die tn so reichem Maße zu Teil gewordenen Blumenspenden und insbesondere Herrn Pfarrer Dr. Grein für seine trostreichen Worte sagt herzlichen Dank Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Hiukler, Gießen. Familie Backhaus, Ntederrad. Kessler, Pferdehändler. 5780] Wegen Anlegung einer Dampfheizung verkaufe ich meine sämtlichen Oefeu, dabei zwei Porzellan «Füll- öfeu, sowie einen gebrauchten Hotel-Herd zu sehr billigen Preisen. Phil. Reitzel, Hotel Schütz. Entlaufen dem Förster Schneider in Krofdorf eine dunkelbrauntiger Vorstehhündin, auf den Namen „Flora" hörend. Dieselbe trägt Halsband mit Zugring. E>suche vorkommenden Falles um gefällige Nach« rickt, bezw. Rückgabe gegen Erstattung des Futtergeldes und Bringerlohn. 5752 Bor Ankauf wird gewarnt. Schnell u Postdampfer Linien zwischun* meoMeroSori Die Beerdigung unseres Kameraden, Mitglied der G. F. F., Eberhard Käs findet statt: Sonntag vormittag 81/* Uhr, von den neuen Kliniken aus. % Ä Zug 3 Uhr 13 Min Sonntagskarte Lollar. 5777 Zu allseitigem Besuch ladet ein Der Vorstand. Waldpartie, Merstraße 1. Schueise rechts Bei ungünstiger Witterung im Vereinslokal. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, daß unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Eberhard Käs, Kuchbindkruikifttt, gestern abend 8»/« Uhr nack längerem Leiden sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 8. August 1899. Die Beerdigung findet Sonntag den 6. August, vormittags 8*/3 Uhr, von den neuen Kliniken aus statt. 5782 Kunftverein. Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand bleibt von den 7. d. M. au bis Ende September geschloffen. Der Borstand. Sonntag den 6. August 1899: Großes Lomnierfest W aus der Liebigshöhe. -Mg Genuä-NewYork Bremen-Baltimore Bremen-La Plata Bremen-Brasilien Bremen-Ost-Asien Bremen-Australien. Nähere Auskunft ertheilt der Norddeutsche Lloyd, Bremen sowie dessen Agenten. Nähere Auskunft erteilen: ,M1 J. NI. Schulhof Carl Loos, Giessen, und Julius Karl, Grünberg. Soumerflische Krsthaus Glaub^hl bei Nidda. 5759 Für August werden noch einige Sommerfrischler in Pension genommen mit Wohnung, in dem sich gegen» wärtig das Herren • Konfektionsgeschäft des Herrn Louis Katz be» findet, ist per 1. November anderweitig zu vermiete». 5772 J. Schellenberg, Selteröweg 56. 5751] Pferdestall mit Burschengelaß zu vermieten.Asterweg 40. 5750 5776 200 Mk. pro Monat § la. Hamburger Haus suckt an allen Orten respekt. Herren für den Verkauf von Zigarren an Händler, Wirte, Private, u. f. w. Offerten unter N. Ä654 an G. L. Daube & Co., Hamburg. Zu den vom 16. August ab alle 14 Tage auf dem WIngolfshause stattfindenden Ferienkneipen werden alle 1. Ph. 1. Ph. und 1. Br. 1. Br. herzlichst eingeladen. 5783 Loos. ____________Das Kommando. 02736] Alle im Kreise Biedenkopf geborenen Ortsansässigen werden zwecks Gründung eines Vereins zu einer am Samstag, dem 5. August, abends 9 Uhr, in der Bieker'schen Wirtschaft, Neustadt 55, stattfind. V ersammlung Höft, eingeladen. Mehrere Landsleute. Kräftig. Arbeiter sofort gesucht. 5781 ______________I« Happel. 5766] Gesucht für den 1. September ein solides, gewandtes Mädchen für Küche und Hausarbeit. Frau Prof. Buff, Frankfurterstr. 10. 02734] Em Laufmädchen auf sofort gesucht. Ludwigstraße 57, pari. 5753] Ein zuverlässiges Dienstmädchen gesuckt. Fr. L. Petri II., Ludwigstr. 1. 02738] Gewandtes, zuverlässiges Laufmädchen per Ende August gesucht. Ebelstratze 13, I. Ein Geschäftshaus in einer Ortschaft in der Nähe Giessens, Eisenbahnstation, in dem eine Spezereihandlung, verbunden m. Manufakturwaren etc., über 20 Jahre mit bestem Erfolge betrieben wurde, ist sehr billig zu verkaufen, evtl, zu vermieten. Jungen Leuten, welche gerne auf dem Lande sich ihren Grundstein legen wollen, wäre hierdurch beste Gelegenheit dazu geboten. Offerten werden nur von Selbstreflektanten berücksichtigt. Kommissionäre und Makler verbeten, Offerten u. Chiffre K. 5707 an die Ex- pedition d. BI._______ Rheinischer Wineral'brunnen wünscht den Mrtrieb für Gießen und Umgegend an solv. Fuhrwerksbesitzer zu übertragen und erb. Off. u. N. V. 683 an Haasenfteiu & Vogler, A .G., Frankfurt a. M. 5762 ® “ gkewerbe-AusstcUung MH-WM VI)-vom 30. Juli bis 17. September. M Velmmmkiil Gießen. $$ Aösahrt nach Auhkach Sonntag den 6. d. Mts., mittags 12 Uhr 13 Mm, Zusammenkunft 11 Uhr 30 Min. bei Kamerad Bourgeois. F 771 Der Vorstand. Soolbad Salzhausen Wetterau. Bäder bis Ende September; nach Bedarf auch länger. Neue Pumpstation mit Lokomobilbetrieb. ^763 Prospekte durch Grossh. Badedirektion. Kaufmännischer Verein Gießen. Sonntag den 6. August er.: Sommerfest in Harbenheim (Goetheplatz). Abfahrt von Gießen nach Wetzlar 2 Uhr 47 Min. Wir laden hierzu unsere verehrlichen Mitglieder mit ihren Damen ergebenst ein. _ 6764 Der Vorstand.